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588
3,9 von 5 Sternen
The Wolf of Wall Street [Blu-ray]
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181 von 227 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 27. Januar 2014
Man, was war das für ein Film!
Der lässt einen ganz schön doof da stehen, wenn man mit Grinsen, Kopf schütteln, Ekel und vielen anderen Eindrücken auf einmal aus dem Kino spaziert.
Intensiv: Oh ja, die lange Spielzeit ist komplett ausgelastet, die Atmosphäre dicht und der Leo auf Höchstleistung.
Wer ihn im Gatsby gut fand, wird hier richtig begeistert sein und auch die anderen Schauspieler (z.B. Jonah Hill) ziehen mit. Beide wurden zurecht für den Oscar nominiert!
Die Story ist großartig erzählt und viele verschiedene Facetten des Wolfes kommen zum Vorschein. Die Metamorphose ist beeindruckend dargestellt.

Pervers: Ja, dazu ein Blick zurück in die Schulzeit, aus der wir wissen: perversus → lateinisch „verdreht, verkehrt“
Ich meine damit also nicht irgendetwas auf Sexismus oder Frauenverachtung bezogene Beleidigung, sondern die krasse Verdrehtheit heutiger Werte und Normen, die im Wolf so stark zum Vorschein kommen. Der Film sollte auf keinen Fall unter FSK16 bewertet werden, nicht wegen irgendwelcher (Genitalfreien!) Sexszenen, sondern weil bei der Darstellung der Partyexzesse und der Geldmacherei das ein oder andere mal das Gefühl in einem auf kommt: Man, das würde ich auch mal gern erleben! oder: Wenn es doch in meinem Büro mal so abgehen würde!
Diesen verqueren Wunsch würde ich 12 Jährigen nicht unbedingt zumuten wollen; der Film zeigt wie "geil" es ist, reich zu sein. Erwachsen und aufgeklärt erkennt man natürlich, dass dies hier zum Leidwesen anderer geschieht und die eigentlichen Werte (Familie, Freundschaft) zerstört.

Sexistisch, Frauenfeindlich? Nein! Wieso auch? Wegen Prostituierten? Wegen leicht bekleideten Damen auf Poolpartys?
Das sich die "heißen" Frauen an den attraktiven Multimillionär ranschmeißen ist jetzt nicht allzuweit hergeholt und hin und wieder bekommt Leo auch von den intelligenten Frauen die Stirngeboten. Wer sich bei dem Film darauf versteift, hat ihn so gar nicht verstanden.

Klar treten viele Elemente aus andern Filmen auf, wie z.B. Gatsby, Flight, die Welle (wenn man etwas um die Ecke denkt :D) aber der Wolf vereint diese Elemente perfekt zu etwas neuem, großen. Zu etwas spektakulärem!

Klare Empfehlung, tolle Bilder, Schauspieler, Kulissen, Ideen, Gags, Dramatik und und und! Ein Filmfest!

Natürlich ist der Film obszön... in der normalen Welt. Aber wer möchte da schon Leben?
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Der glücklich verheiratete Jordan Belfort (Leonardo DiCaprio) möchte Broker an der New Yorker Wall Street werden. Zunächst ist er zwar geldgeil, aber recht handzahm, keine Drogen, kein Alkohol - und vor allem treu. Seiner Ansicht nach ist Profit von beiderseitigem Interesse. Sein eigener, aber auch der Profit des Kunden sind wichtig. Bis er bei der Erstanstellung auf den etwas durchgeknallten Mark Hanna (Matthew McConaughey) trifft. Der belehrt ihn, dass die Kunden vollkommen latte sind. Dass sie ihre fiktiven Gewinne auf dem Papier nicht ausgezahlt bekommen dürfen, sondern bloß weiter investieren, während die Broker ihre Provisionen tatsächlich im reellen Wert bekommen. Jordan erhält ein Prozent der Provision und macht sich auch recht gut. Sein Charakter leidet jedoch an der Freundschaft zu Hanna, der ihm die Welt der Drogen, des Alkoholkonsums und der Prostitution nahe bringen will. Ansonsten könnte er es nicht schaffen. Wie es das Schicksal will besteht Jordan zwar seine Maklerprüfung, aber der Black Monday kostet ihn den Job wie Hunderten anderen Brokern auch. Seine Frau findet eine Makleranstellung für ihn als er bereits Regale auffüllen wollte. Er kommt bei einer kleinen Klitsche unter, die wertlose Penny-Stocks verhökert. Das Geschäft läuft dort solala. Und das obwohl die Broker dort 50 % an Provision bekommen. Da Jordan sehr gut in dem Job ist, macht er bald ein kleines Vermögen und macht sich selbständig mit einem Kumpel. Jordan wird immer besser. Er führt das schillernde Leben eines Superbrokers, wird exzentrisch, gerät in einen Drogenrausch und hat mehr Zeugs davon in seinen Adern als Blut, er beginnt zu trinken und betrügt seine Frau mit Prostituierten und feiert wilde Orgien... die Kehrseite des Reichtums beginnt und das ist noch nicht alles. Er bekommt den Hals nicht voll und trudelt ins illegale ab. Das FBI wird auf ihn aufmerksam...

Scorseses Verfilmung der Autobiographie des heute 51jährigen Ex-Brokers ist knallbunt, witzig, exzentrisch und dramatisch zugleich. Sie zeigt auf eindrucksvolle Weise, wie weit ein Mensch bereit ist für Geld zu gehen (Man erinnere sich an die Sekretärin, die für 10.000 Dollar sich die Haare abrasieren lässt und eine abermalige Brustvergrößerung anstrebt.). Das Ganze ist durchaus sehenswert, hat viele Schauwerte, kippt von Hysterie ins Dramatische. Es gibt sehr, sehr viel nacktes Fleisch zu bewundern und ordentliche Fäkalsprache.
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98 von 132 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 18. Februar 2014
... denn vielleicht ist Scorsese senil geworden. Vielleicht schuf er sich auch nur ein dreistündiges Alibi, um kurz vor Feierabend nochmal seine perversesten Fantasien auszuleben. Der alte Lustmolch der. Schließlich ist "The Wolf of Wall Street" sexistisch, frauenverachtend und drogenverherrlichend. Wer das nicht sieht ist blind. Und blöd. Denn sowas ist widerlich. Fast so widerlich wie... ach ja, Moment mal! - fast so widerlich wie die Realität! Und in der Realität - also in unseren Kinosesseln - macht uns Scorsese zu Mittätern. Er umgarnt und verführt uns, dieser Fuchs! Und er soll endlich damit aufhören! Er fotografiert Exzess an Exzess, Drogenrausch an Drogenrausch. Ein bisschen witzig ist das ja schon. Aber irgendwann nicht mehr. Irgendwann macht das nicht nur keinen Spaß mehr, sondern tut sogar richtig weh. Wir werden Zeuge von der Gier und davon, was sie ist und wie sie eigentlich funktioniert und... dass wir alle daran beteiligt sind. Autsch. Immerhin wollten wir einen "seriösen" Film über die Börse sehen, also das ganze spannende Zeugs über Modellanalysen, schwankende Börsenkurse - Ihr wisst schon, was ich meine - und wurden dann in den meisten Momenten noch an eine Hardcorevariante eines "American Pie" an der Börse erinnert. Fast könnte man meinen, man sitzt in einem von Scorsese`s alten Gangsterfilmen, transferiert ins neue Jahrhundert. Ebenso könnte man meinen, dass es zwischen einem maskierten Bankräuber und einem fein gekleideten Broker an der Wall Street kaum noch erkennbare Unterschiede gibt. Der eine benutzt halt ne' Vollautomatische, der andere handelt mit Schrottaktien. Ums Vermögen bringen sie die Leute beide. Bei Letzterem ist`s sogar noch legal! Pühh!

Vielleicht ist Scorsese wirklich senil geworden. Vielleicht auch einfach nur alt. Vielleicht würden weniger Sex-Szenen die Latte durchaus höher legen. Und ganz, ganz vielleicht verbindet hier einer der besten Regisseure unserer Zeit seine ganze Erfahrung und sein ganzes Können, um einen seiner besten Filme abzuliefern - ganz sicher aber seinen mutigsten. Nicht, dass wir noch anfangen uns mit diesem Belfort zu identifizieren, sodass Abscheu und Verachtung gleichermaßen hoch sind, wie das grenzenlose Ego des Wolfen. Oder ist es nicht etwa eine beschämende Vorstellung, einem senilen Lustmolch auf den Leim gegangen zu sein?

Was ich eigentlich sagen wollte: Mr. Scorsese, Mr. DiCaprio, war mir eine Ehre!
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am 2. Juli 2015
Versteht mich nicht falsch, ich liebe lange Filme... wenn die Story denn reicht. Bei diesem Film fand ich war das nicht der Fall. Die Geschichte war eintönig, die Hauptrolle unsympathisch und ich spielte zwischendurch doch tatsählich mit dem Gedanken den Film abzubrechen. Wär der Film 1-2 Stunden kürzer hätte ich ihm vielleicht 5 Sterne gegeben, DiCaprios schauspielerische Leistung ist wie immer fabelhaft, und die Geschichte wäre (wenn sie sich nicht so hinziehen würde) eigentlich auch recht interessant. Ich hatte mehr erwartet... Schade!
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am 16. Juli 2015
Einer der besseren Filme die ich in den letzten Jahren sah,den man sich nach einigen Wochen auch nochmal ein 2.Mal anschauen kann,um die Feinheiten zu entdecken,zaehl ich mit Departed zu einem meiner Lieblingsfilme von Leonardo und die Rolle scheint ihm einfach auf den Leib geschrieben.Sehenswert auf jeden Fall,Kaufenswert fuer Leute die sich Filme auch mal oefter anschauen,weil sie sich zum Beispiel fuer Filmproduktion interessieren und in dem Gebiet ist Scorcese natuerlich jemand,von dem sich immer wieder lernen laesst.Topfilm
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Als der grosse Film rund um die Machenschaften von Brokern gilt 'Wall Street'. Mit 'The Wolf of Wall Street' hat sich das eigentlich erledigt.
Gemeinsam haben beide Filme, dass sie auf wahren Ereignissen beruhen. Bei 'Wall Street' waren es eigene Erfahrungen von Oliver Stone als Broker, bei 'The Wolf of Wall Street' ist die Vorlage das gleichnamige Buch des echten Jordan Belfort.
'Wall Street' kam 1987 ins Kino, der echte Jordan Belfort wurde 1988 Millionaer, sass 1998 dann im Knast.
Zwar verarbeitete 'Wall Street' ebenfalls diverse Verlockungen, die das schnelle Geld bot und damit einher gehende illegale Machenschaften, doch 'The Wolf of Wall Street' geht viel viel weiter. Der Film zeigt die Exzesse von Jordan Belfort und seiner Truppe pur. Drogen, Sex und Orgien mit beidem dominieren den Film, weil alle dauernd High sind von der Jagd nach der weiteren Million. Belfort schildert auch direkt mehrfach in der Handlung was er wann, warum konsumiert.
Mit nackter Haut und Sexszenen wird nicht gegeizt, weshalb einige dem Film vorwerfen plakativ zu sein. Doch das ist er nicht. Regisseur Scorsese hat clever gehandelt, weil er die Exzesse von Belfort auf die Spitze treibt, dass es verdammt dicht am Rande zur Satire ist und einen 100%igen Unterhaltungswert hat. Er macht aus Belfort auch keinen Heiligen. Die Offkommentare zeigen immer wieder als eine Art Selbstreflexion, dass er weiss, dass sein Verhalten unmoralisch und illegal ist und das hat oft einen zynisch sarkastischen Unterton. Und es ist immer in der Handlung vorhanden, dass ihm das Gesetz auf den Fersen ist. Scorsese bringt es einfach auf den Punkt, dass Belfort ein geldgeiler Zocker ist, der meint: Mir kann das Gesetz nix.
Darstellerisch ist 'The Wolf of Wall Street' GRANDIOS. Leonardo Di Caprio ist als Jordan Belfort eine Urgewalt. Das er den Oscar nicht erhielt: Absolute Fehlentscheidung!!! Seine Darstellung als unmoralischer Broker toppt Michael Douglas genauso, wie Heath Ledger es in der Rolle des Joker bei Jack Nicholson gemacht hat.
Darstellerisch top und super sexy Margot Robbie, die sich in einer Szene, in der sie Belfort zeigt, keinen Slip zu tragen, eigentlich fuer ein Basic Instinct Remake empfiehlt. Absolut erstaunt ist man auch von Jonah Hill. Ein guter Schauspieler ist er in meinen Augen eigentlich nicht, aber Scorsese holt eine absolute Topleistung aus ihm raus.
Doch der ganze Cast kann sich sehen lassen mit perfekten Leistungen.
'The Wolf of Wall Street' kann man jedem empfehlen, der Filme mag, die 100% subversiv sind, offen mit Sex umgehen, in denen auch sprachlich oft in den Genitalbereich geschlagen wird, der aber hinter dieser Fassade trotzdem eine interessante Story schildert. Wer sich daran erinnert, dass selbst in Deutschland der VW-Konzern in die Schlagzeilen geriet wegen Spesenabrechnungen, auf denen Kosten von Prostituierten verzeichnet waren, dem sollte klar sein, dass an der Storyvorlage bei 'The Wolf of Wall Street' viel 1:1 in den Film genommen wurde aus den Erlebnissen des echten Jordan Belfort. Dessen Story degradiert Oliver Stones 'Wall Street' im direkten Vergleich fast zum Kindergeburtstag.
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39 von 56 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 6. Februar 2014
Es ist der Subtext, der "Wolf of Wallstreet" zu einem wirklich sehenswerten Film macht. Das muss ich nach zum Teil sehr zähen 179 Minuten resümieren.
Was Scorsese mit seinen Zuschauern macht, ist genial und perfide zugleich. Er präsentiert uns einen obszönen, auf den ersten Blick sehr lockeren Film, der oberflächlich beinahe als Komödie durchgehen könnte (klammert man die dramatische, aber auch sehr kurz gehaltene Familientragödie am Ende mal aus). Leo DiCaprio spielt den rücksichtslosen, drogensüchtigen, geldgeilen Börsenzocker so charmant, dass man zwischen Ekel und Faszination schwankt. Insgeheim sympathisiert man mit seiner brutal offenen Art, schmunzelt über den Sexismus, lacht sich schlapp über seine Drogenexzesse und beneidet ihn um seine Frauen. Dass sein gesamtes Handeln auf Maßlosigkeit, "Ausbeutung" von normalen, einfachen Leuten und grenzenloser Rücksichtslosigkeit basiert, gerät in den Hintergrund. Das finde ich gut, denn es lässt den Film nicht nervig moralisierend erscheinen. Scorsese zeigt keinen betrogenen Kleinanleger, der sein ganzes Hab und Gut verloren hat durch die groteske Börsenzockerei. Er manipuliert den Zuschauer nicht durch einen sympathischen Gegenspieler zu DiCaprio - nein, er lässt jeden Kinobesucher ins offene Messer laufen. Das ist stark - aber auch gefährlich.
Denn was am Ende wohl die wenigsten im Kino verstanden hatten, ist die Tatsache, dass hier heftigste Systemkritik geübt wird und das Bild einer Mannes konstruiert wird, der von Drogen und Geld berauscht, sich und andere aufs äußerste zerstört.
Die Schlüsselszene des Films ist meiner Meinung nach das "Familiendrama" am Ende. Was zuvor geschieht ist zwar moralisch "falsch", aber eben harmlos, witzig, oberflächlich, ein Stück weit sympathisch. Man ekelt sich vor der Habgier und Sucht nach Geld und Erfolg, ertappt sich aber auch dabei, über die ebenso geldgierigen Kleinanleger und ihre naive Hoffnung auf den großen Reibach zu schmunzeln. Es ist nicht die Gier der Banker, die das System in den Abgrund geführt hat, es war die Gier eines jeden Anlegers nach immer mehr Rendite. Und wenn das ganze noch ein wenig übertrieben und exzessiv, sprich: humorig, daherkommt, fällt es umso leichter, die wahren Abgründe des Protagonisten (DiCaprio) zu übersehen.
In der Familienszene erfährt der Film jedoch eine Wende. Ein zerstörter Mensch, durch Drogen und Geldgier völlig entglitten, misshandelt seine Frau, liefert sein Kind einer unsäglichen, schwer zu ertragenden Situation aus, verliert endgültig die Kontrolle über alle seine Sinne. Es hat sich ausgeschmunzelt und ausgekichert. Es ist plötzlich bitter ernst. Man fühlt sich unwohl im Kinosessel. "Hey, war das nicht der lustige Typ, der obszöne, coole Sachen gesagt hat!?" Wo ist die Stelle zum Lachen?
Spätestens hier müsste jedem klar sein, dass aus dem heimlichen "Held" ein Filmbösewicht geworden ist. Scorsese demonstriert uns diese Metamorphose eher beiläufig, indem er darauf verzeichtet, DiCaprio (Balfore hieß er glaub ich) Einsicht, Reue oder Bedauern zu verleihen. Es geht nicht weiter um Frau und Kind, die betrogenen Anleger usw. - nein, es geht wieder um Deals, Kohle und Strafdauer. Im Knast ist die Welt wieder heile, Kohle regelt vieles. Aber im Zuschauer müsste es Klick gemacht haben, und statt heimlicher Bewunderung oder Sympathie müsste nur noch Mitleid für dieses empathilose, selbstzerstörerische Protagonisten-Wesen übrig bleiben.
Offenbar ist das aber nicht so. Denn die Quintessenz des Films ist bei vielen Zuschauern wohl eher "geiler Typ".
Vielleicht deute ich den Film komplett fehl, aber ich bin der Meinung, dass zwischen den Zeilen massive Kritik an Balfore (DiCaprio) und dem gesamten Finanzsystem geübt wird. Nur geschieht dies eben so fein und beiläufig, dass es für viele wohl leider nicht zu erkennen war.

Ich gebe dem Film 3 Stern - er hat eine stark Aussage und ist vom Regisseur gut konzipiert, allerdings gibt es durchaus viele Längen und ein hohes Risiko, vor lauter nackten Frauen, Drogen und coolen Sprüchen die Perfidität und Rücksichtslosigkeit des Finanzsystems zu verherrlichen. Sorry, Herr Scorsese, vielleicht überfordern Sie ganz einfach den Prototyp des Popcorn-Kinogängers...
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16 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 15. Dezember 2014
Leonardo di Caprio in der Rolle seines Lebens und auch die übrige Besetzung spielt zur Höchstform auf. Vermutlich hatten sie einen Heidenspaß bei den Dreharbeiten. Das macht dem Film schon irgendwie sehenswert, wäre da nur nicht die platte Handlung. Von Anfang an wird nur der Voyeurismus bedient. Das ist mir zu wenig. Es geht am Rande auch um "ernste Themen" wie Betrug mit Aktien und Kursmanipulationen, aber letzten Endes stolpert der Film von einer Obszönität zur nächsten.

Die (wahre) Geschichte hätte man auch viiiel kürzer und spannender erzählen können. So aber bleibt eine belanglose Erinnerung zurück.

Ich weiß nicht, ob man über dem Film lachen oder weinen soll, denn die Wölfe sind immer noch unterwegs. Sie stehen bekanntermaßen unter Naturschutz und dürfen nicht gejagt werden. Da wird einem doch Angst und Bange.
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6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Der aus einfachen Verhältnissen stammende Jordan Belfort (Leonardo DiCaprio) hat nur ein Ziel - an der Wall Street so richtig Geld verdienen und ein Leben in ungezügeltem Luxus führen. Sein Start verläuft wegen des Black Monday 1987 eher holprig. Doch dann kommt die rettende Idee, Penny-Stocks an Kleinanleger zu verkaufen - in Belfords eigenen Worten: "Ich verkaufe Müll an Müllmänner". Und schon bald kann er sich damit selbständig machen. Die Firma wächst unaufhaltsam - und Belford verliert jegliche Bodenhaftung ...

Martin Scorsese (*1942) erzählt die autobiografische Geschichte des amerikanischen Börsenhändlers Jordan Belford (*1962) als atemberaubende Achterbahnfahrt zwischen Gier, Drogen und Sex. Eine Schlüsselszene für die Entwicklung der Hauptfigur, gewissermaßen ihre Initation, ist die schonungslose Offenbarung seines ersten Chefs Mark Hanna (Matthew McConaughey), der Gier und Mechanismen des Börsenhandels sehr zutreffend karikiert. Trotz einer Laufzeit von 180 Minuten langweilt der Film in keiner Szene. Leonardo DiCaprio liefert einen erneuten Beweis seiner großen Wandlungsfähigkeit. Die häufig kritisierten Sex- und Drogenszenen des Films sind keineswegs als Selbstzweck zu sehen, sondern illustrieren schonungslos die Dekadenz der Akteure. Eine Jugendfreigabe ab 18 Jahren wäre allerdings angemessen. Drehbuchautor Terence Winter kreierte übrigens auch die erfolgreiche HBO-Serie BOARDWALK EMPIRE (ab 2010). Stilistisch durchaus vergleichbar ist THE WOLF OF WALL STREET mit Scorseses Meisterwerk CASINO (1995), in dem ähnlich enthüllend über die Glücksspielmetropole Las Vegas berichtet wurde.

Die Blu-ray von UNIVERSAL präsentiert den Film in brillanter Bild- und Tonqualität. Als Extra sind drei Features (ca. 35 min, optionale deutsche Untertitel) enthalten, in denen sich Regisseur, Autor und zahlreiche Mitwirkende über Dreharbeiten und Hintergründe äußern. Ein Wendecover ohne FSK-Logo ist vorhanden.

Sehr empfehlenswert für jede breiter angelegte Sammlung!
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6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 15. Februar 2015
Für mich zählt "The Wolf of Wall Street" zu einem der meist überschätzten Filme der letzten Jahre! Inszeniert als dreistündiger Exzess bietet der Film eine sich nahezu endlos wiederholende Schleife an Sex-, Drogen- und Exzessszenen die in der ersten Stunde auch noch durchaus unterhaltsam sind jedoch nach der xten Wiederholung auf mich sehr ermüdend wirkten. Der Film bleibt dabei recht oberflächlich und setzt sich zu keiner Sekunde kritisch mit dem Verhalten seiner Protagonisten auseinander. Gerade die Tatsache das der Film keinerlei Stellung bezieht und die Beurteilung des exzessiven und rücksichtslosen Lebensstils der Hauptdarsteller rund um Jordan Belfort (Leonardo di Caprio) dem Zuschauer überlässt mögen manche als großen Pluspunkt des Films sehen. Für mich persönlich zählt dies jedoch zu einem der Hauptkritikpunkte und ich bezweifle das ein Großteil des Publikums - vor allem die Jüngeren - die wahre Intention des Films verstehen. Ich möchte nicht arrogant oder anmaßend klingen aber gerade bei der jüngeren Zielgruppe wird dieser Film nicht wegen der Zurschaustellung der Maßlosigkeit in der Finanzindustrie so abgefeiert die uns heute tagtäglich im Griff hat und teilweise absurde Blüten trägt, sondern weil sich eine "geile" Drogen- und Tittenszene an die andere reiht. Und ob die Leute da die richtigen Schlüsse daraus ziehen bezweifle ich. Leonardo di Caprio ist zweifellos gut in seiner Rolle, allerdings nicht sonderlich herausfordernd für einen Schauspieler seines Kalibers wenn man wie erwähnt eben nur Exzesse spielen und kaum ernste Momente darstellen muss.
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