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24 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Oklahoma Melodrama
"`Das Leben ist sehr lang.', T.S. Eliot."

Beverly Weston (Sam Shepard) erklärt der von ihm neu eingestellten Haushaltshilfe Johnna (Misty Upham) das Wesen der Beziehung von seiner Frau Violet (Meryl Streep) und ihm. Dann verschwindet er auf nimmer Wiedersehen. Als Violet klar wird, das er nicht zurückkehren wird, ruft sie ihre Schwester Mattie Fae...
Vor 4 Monaten von Eddie Lomax veröffentlicht

versus
12 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Verschwafelt
(Kinoversion)

Bei einem Film, für den sowohl Julia Roberts als auch Meryl Streep für den Oscar nominiert wurden, kann doch eigentlich nichts schiefgehen, oder? Oder doch! Zwar hätten die beiden Ladys für ihre herrliche verbale Tour de Force durchaus den ein oder anderen Preis verdient (von mir aus auch den Oscar), für den Film selbst...
Vor 4 Monaten von MissVega veröffentlicht


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24 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Oklahoma Melodrama, 11. März 2014
Von 
Eddie Lomax - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Im August in Osage County (DVD)
"`Das Leben ist sehr lang.', T.S. Eliot."

Beverly Weston (Sam Shepard) erklärt der von ihm neu eingestellten Haushaltshilfe Johnna (Misty Upham) das Wesen der Beziehung von seiner Frau Violet (Meryl Streep) und ihm. Dann verschwindet er auf nimmer Wiedersehen. Als Violet klar wird, das er nicht zurückkehren wird, ruft sie ihre Schwester Mattie Fae (Margo Martindale) und ihre drei Töchter zu sich, die allesamt mit ihren Familien anrücken. Ivy (Julianne Nicholson) wohnt noch in Osage County, ist zuerst da. Mattie Fae und ihr Mann Charlie (Chris Cooper) treffen als nächstes ein, allerdings warten sie noch auf ihren Sohn Little Charles (Benedict Cumberbatch), der sich verspätet. Die älteste Tochter Barbara (Julia Roberts) kommt mit ihrem Mann Bill (Ewan McGregor) und der pubertären Tochter Jean (Abigail Breslin). Zu guter letzt und mit dem größten Auftritt fliegt Tochter Karen (Juliette Lewis) mit ihrem frisch verlobten Windhund Steve (Dermot Mulroney) aus Florida ein. Die Familienberatung um das Rätsel von Oberhaupt Beverly's Verschwinden beginnt gerade, als der Sheriff mit der Nachricht hereinplatzt, das man dessen Leiche in einem See gefunden hat. Nach der Beerdigung provoziert Violet beim Leichenschmaus alle Beteiligten, so das nach und nach alle kleinen und großen Lügen und Familiengeheimnisse hervorbrechen, die sich in einem wahren Orkan von einem Streit entladen, aus dem niemand unbeschadet hervorgehen wird.

Nachdem sich Regisseur John Wells in seinem Charakterdrama COMPANY MEN (2010) vorrangig mit der männlichen Psyche auseinandersetzte, sind nun in erster Linie die Frauen an der Reihe. In dieser dritten Verfilmung eines Theaterstücks von Dramatiker und Gelegenheitsschauspieler Tracy Letts, nach den beiden William-Friedkin-Filmen BUG (2006) und KILLER JOE (2011), geht es anders als in den Vorgängern weniger um die Verbindung von psychischer und physischer Gewalt, als um ein Abtauchen in die Abgründe der menschlichen Seele am Beispiel einer Familie des Bildungsbürgertums und deren provinziellen Wurzeln. Dafür hagelte es Lob und Preise, besonders das Schauspieler-Ensemble wurde dabei berücksichtigt. Mit Recht, doch ohne die Leistung John Wells', dem das Kunststück gelingt jeden Verweis auf die Bühnenherkunft des Stückes mit seiner Inszenierung zu überdecken, was nicht einfach ist, wäre der Film nur halb so sehenswert. So oft es geht, holt er die Protagonisten aus den Räumen des Herrschaftshauses heraus und nutzt die sonnendurchflutete Landschaft Oklahomas immer wieder um die innere Leere und Zerissenheit der einzelnen Charaktere zu kommentieren. Zum Beispiel in einer Szene wenn Meryl Streep aus dem Wagen flüchtet und sich sprichwörtlich in ein weites Feld verrennt, während Julia Roberts versucht sie einzuholen. Deutlicher kann man Entfremdung nicht darstellen. Dies nur, um die unterschätzte Regie zu würdigen.

Hauptattraktion ist natürlich dennoch die fantastische, punktgenaue Besetzung der Familienmitglieder, angeführt von der einmal mehr großartigen Meryl Streep, die von einer Julia Roberts unterstützt wird, der es endlich wieder gelingt an ihre Top-Performance in ERIN BROKOVICH (Steven Soderbergh, 2000) anzuknüpfen. Doch nur ihnen beiden alle Lorbeeren zu verteilen, würde die Gesamtleistung der versammelten Schauspielerschaar herabsetzen, die jeder für sich in ihren Szenen zu begeistern wissen. Beginnend mit dem mittlerweile zum König des Gastauftritts avancierten Sam Shepard, der wie ein Schatten über der Geschichte schwebt, spürbar anwesend bleibt obgleich wir ihn nicht mehr zu sehen bekommen, sind Tracy Wells Figuren derartig vollkommen unvollkommen skizziert, das alle Schauspieler ihre Bühne zu nutzen wissen, ohne sich dabei je in den Vordergrund zu spielen, stets der Gemeinschaft im Dienst der Sache verpflichtet bleiben. Wer sich also an einem durchaus derben Dialog-Stück um dunkle Familiengeheimnisse, bei dem auch der (reichlich vorhandene) schwarze Humor nicht zu kurz kommt, erfreuen kann, der sollte sich diesen Film unbedingt zu Gemüte führen.

Willkommen zu einem Familientreffen der besonderen Art!
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11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen eine "schrecklich "nette Familie, 18. März 2014
Von 
Bücherhimmel (Belm) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Im August in Osage County (DVD)
Da Maryl Streep einer meiner Lieblingsschauspielerinnen ist, konnte ich natürlich bei ihrem neuen Film " Im August in Osage County " nicht widerstehen und habe mir diesen Film angesehen . Was zu Anfang etwas undurchschaubar und auch verwirrend wirkt, entwickelt sich zu einem unvergesslichen Filmerlebnis, zu dem vor allem Mary Streep, aber auch Julian Roberts maßgeblich beitragen.

Beverly Weston und seine Frau Violet leben zusammen mit ihren neuen Haushaltshilfe fernab jeder Stadt in den Plains von Osage County. Ihr Eheleben ist durch Routine und Lieblosigkeit, zum Teil sogar durch Verachtung und Boshaftigkeit gezeichnet. Violett, die an Zungenkrebs erkrankt ist, ist medikamentenabhängig, ihr Mann Beverly, als Schriftsteller nicht mehr so gefragt, hat sich dem Alkohol verschworen. Eines Tages verschwindet Beverly und Violett informiert ihre Schwester Mattie Fae und ihre Töchter Barbara, Karen und Ivy, die nach und nach mit ihren Partnern in ihrem Elternhaus eintreffen. Von diesem Zeitpunkt an, entwickelt sich der Film zu einem dramatischen Schauspiel, dessen Sog sich der Zuschauer nicht entziehen kann. Wir lernen eine Familie kennen, die mehr als eine Leiche im Keller vergraben hat und dessen Beziehungen untereinander von Hass, Missgunst, Unverständnis und Enttäuschung geprägt sind. Als Beverly dann tot aufgefunden wird ,treibt dieses Familienzusammentreffen auf eine Eskalation zu.

Wer mir in diesem Film neben den wirklich fantastischen schauspielerischen Leistungen einer Maryl Streep besonders gefallen hat, war Julia Roberts. Sie zeigt sich hier wirklich als eine ausgereifte Charakterdarstellerin, die weit von dem Bild , was ich bisher von ihr hatte, entfernt war. Als Barbara, die ein mehr als gespaltenes Verhältnis zu ihrer Mutter hat, glänzt sie hier mit ihren Auftritten und trägt maßgeblich zum Gelingen dieses Filmes bei. Maryl Streep hat hier natürlich eine tragende Rolle.Als verbleibendes Familienoberhaupt Violett, versprüht sie Gift und Galle und spuckt der Familie die Enttäuschung über ihr verpfuschtes Leben vor die Füße. Aber auch die anderen Familienmitglieder waten mit Überraschungen auf, die zeigen, dass hier so einiges im Argen liegt. Das Setting, eine abgelegene Farm im schwülen August, passt wunderbar zu dieser Geschichte. Das Wetter ist nicht nur schweißtreibend, sondern lässt die sich langsam entwickelnde Gereiztheit und explosive Stimmung noch realistischer wirken. Dieser Film lebt von seinen Charakteren, verzichtet auf Aktion und ist, gerade durch seine scheinbar vor sich hin dümpelnde Handlung umso intensiver, denn man merkt mit jeder Minute, die der Film fortschreitet, dass sich das Drama dieser Familie zuspitzt und nicht gut enden kann.

Für mich ein unvergesslichen Kinoerlebnis, was mir lange im Gedächtnis bleiben wird.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Explosives" Familientreffen in den Plaines, 5. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Im August in Osage County (DVD)
Zum Inhalt dieser schwaren Komödie ist bereits schon genügend geschrieben wurden. Die schauspielerischen Leistungen, allen voran Meryl Streeps und Julia Roberts, sind hervorragend und bedürfen des besonderen Lobes. Selten sieht man so gute Schauspieler in einem Film zusammen und sie sind es, die den Film zu etwas besonderen machen.
Wer einen actionreichen Kinofilm a la "Batman" etc erwartet, der ist bei "August: Osage County" falsch. Es ist ein tragisch-komischer (schwarzer Humor!) Film, der einem zu Denken gibt und bei dem man über die eigenen Familienverhältnisse nachdenkt. Er spiegelt die Realität des wahren Familienlebens wieder und der Zuschauer erlebt aufgrund dessen einen spannenden und intensiven Unterhaltungsfilm. Den Begriff "Dialogfilm" will ich nicht verwenden, da er "abschreckend" für manche sein kann.
Fazit: Fünf Sterne für einen sehr guten Film, der allein schon wegen den schauspielerischen Leistungen der Akteure sehenswert ist.
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2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gut gespielt, 13. Mai 2014
Von 
Rezension bezieht sich auf: Im August in Osage County [Blu-ray] (Blu-ray)
Bev Weston (Sam Shepard) ist Alkoholiker, seine Frau Violet (Meryl Streep) seit Jahren stark tablettenabhängig, was sie auf einen Krebs imm Mund schiebt. Die letzte Amtshandlung von Bev ist seiner Frau Violet eine Haushaltshilfe zu besorgen. Dann fährt er raus auf den See und ertränkt sich. Dies wird zum Anlass einer großen Trauerfeier, bei der die gesamte Familie zugegen ist. Es kommen Violets Schwester Mattie Fae Aiken und deren Mann sowie der trottelige Sohn Little Charles (ungewohnt: Benedict Cumberbatch), der jedoch nicht rechtzeitig zur Beerdigung kommt. Barbara Weston (Julia Roberts) kommt mit ihrem Partner (Ewan McGregor), von dem sie jedoch getrennt lebt, was niemand sonst weiß und deren gemeinsamer Tochter Jean, die kein Kind von Traurigkeit ist und bereits mit 14 vor ihren Eltern qualmt. Violets zwei weitere Töchter Ivy und Karen kommen ebenfalls. Während die etwas naive Ivy mit ihrem zehn Jahre älteren Verlobten auftaucht, der sich just an Barbaras Tochter ranmacht, kümmert sich Karen aufopfernd um ihre vollkommen unzurechnungsfähige Mutter, die ihre verbalen Giftspritzen gegen alles und jeden richtet. Doch auch Karen hat ein Geheimnis: Ihr Freund, mit dem sie auch schläft, ist ihr Cousin. Auf der Trauerfeier kommt es dann zum Gewitter. Alte Rechnungen werden ausgezahlt, nicht kommunizierte Gefühle aus alten Tagen kochen hoch und entladen sich explosionsartig.

- Ein grandios gespieltes Drama mit hochkarätiger Besetzung, bei dem sich entgegen Hollywoods Jugend- und Schönheitswahn die Darsteller nicht nur emotional sondern auch optisch Mut zur ungeschminkten Natürlichkeit zeigen. Hier hatte Meryl Streep ja schon bereits in ihren Filmen damals mehrfach bewiesen, dass Alter ein natürlicher Prozess ist. Der Zuschauer sollte erwarten, dass es hier keine großartige Spannung gibt, es gibt ein, zwei unerwartete Wendungen, die aber im Nachhinein auch die üblichen Familienklischees aufzeigen, wobei Klischee hier durchaus nicht negativ behaftet ist. Ich fand die Darstellung erfrischend natürlich und in den Charakteren glaubwürdig. Hier wurde nichts beschönigt, jeder Charakter hat Dreck am Stecken. Auch wenn fast alle eine Naivität an den Tag legen, die "einfacheren" Familien in den Plains in diversen Filmen unterstellt und vermutlich auch real ist, kann ich mir sehr gut vorstellen, dass diverse Fehden so lange schwelen bis sie lediglich einen Grund brauchen um ans Tageslicht zu kommen. Ich denke, fast jeder von uns kann das nachvollziehen. Da muss man nicht über den großen Teich schauen. Ich kann den Film daher getrost weiterempfehlen, allerdings muss man sich auf ein melodramatisches Familiengemälde einlassen können.
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12 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Verschwafelt, 10. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Im August in Osage County (DVD)
(Kinoversion)

Bei einem Film, für den sowohl Julia Roberts als auch Meryl Streep für den Oscar nominiert wurden, kann doch eigentlich nichts schiefgehen, oder? Oder doch! Zwar hätten die beiden Ladys für ihre herrliche verbale Tour de Force durchaus den ein oder anderen Preis verdient (von mir aus auch den Oscar), für den Film selbst jedoch hätte ich eher zur goldenen Himbeere gegriffen. Und bezeichnenderweise hat der Film weder bei den Oscars noch bei den Golden Globes und auch nicht bei den Screen Actors Guild Awards irgendeinen Preis einheimsen können, für gar nichts. Was umso bedauerlicher ist, da Tracy Letts, der schon das großartige Drehbuch zu "Killer Joe" verfasst hat, auch hier für das Script verantwortlich war. Doch so grandios gelungen "Killer Joe" war, so ein Reinfall ist "Im August in Osage County" geworden. Beide Filme basieren auf Letts Theaterstücken, mit dem Unterschied, dass daraus ein guter und ein schlechter Film geworden sind.

Dafür ebenfalls verantwortlich ist der noch relativ unerfahrene Regisseur John Wells, der bislang lediglich einen Film ("Company Men") und diverse Folgen verschiedener Serien ("Shameless", "Emergency Room") inszeniert hat. Vielleicht ist ihm deshalb nicht aufgefallen, wie unglaublich langweilig und nichtssagend Letts' Script ist oder er wollte einfach die Chance nutzen, mit Roberts, Streep und diversen anderen guten Schauspielern drehen zu dürfen. Herausgekommen sind bei "Im August in Osage County" leider nur 121 Minuten überflüssiger Dialogmüll, der sich in nur sehr wenigen Filmminuten verbal wie Phoenix aus der Asche erhebt und dem Zuschauer somit wenigstens ein paar wenige erheiternde oder auch dramatische Minuten beschert.

Violet (Meryl Streep, "Der Teufel trägt Prada") und Beverly Weston (Sam Shepard, "Killing them softly") sind seit Dekaden verheiratet, ebenso lange greift Bev zur Flasche und Violet zum Pillendöschen. Als Bev eines Tages verschwindet und wenig später tot aus einem See gezogen wird, reisen die drei Weston-Töchter in Oklahoma an, um ihrer Mutter beizustehen. Doch schnell wird klar, dass im Weston-Haus lang aufgestaute Gefühle und Geheimnisse lauern, die sich mit Ankunft der Töchter nach und nach Bahn brechen. Barbara (Julia Roberts, "Eat Pray Love") reist mit Fast-Ex-Mann (Ewan McGregor, "The Impossible") und pubertierender Tochter (Abigail Breslin, "Little Miss Sunshine") an, ihre Schwester Ivy (Julianne Nicholson, "Criminal Intent") ist schon da und Karen (Juliette Lewis, "Natural Born Killers") überrascht mit ihrem neuen Verlobten Steve (Dermot Mulroney, "Stoker"). Violet ist nicht nur ob des plötzlichen Todes ihres Mannes von der Rolle, auch der diagnostizierte Mundkrebs macht ihr zu schaffen, ganz zu schweigen von dem mentalen Schaden, den ihr Medikamentenmissbrauch bei ihr angerichtet hat. Immer wieder tickt sie aus und geht auf ihre Töchter los, die sich allerdings - zumindest, was Barbara angeht - durchaus zu wehren wissen. Wird die Familie nach dem Tod von Bev nun endgültig zerbrechen, war sie schon längst zerbrochen oder ist da vielleicht doch noch was zu retten?

Nein, ehrlich gesagt, ist da nichts mehr zu retten, weder inszenatorisch noch inhaltlich. Keine Ahnung, was Tracy Letts geritten haben mag, so einen Haufen belangloser Dialoge zu entwerfen und daraus erst ein Theaterstück, dann einen Film machen zu lassen; das Talent jedenfalls, das man ihm nach "Killer Joe" definitiv bescheinigen konnte, muss ihm irgendwo zwischen Seite 1 und 2 der "Osage County"-Geschichte verloren gegangen sein. Ich weiß wirklich nicht, was hier bezweckt werden sollte. Es sieht so aus, als sei eine völlig willkürliche Grundlage geschaffen worden, nur, damit Meryl Streep und Julia Roberts sich mal ordentlich beharken können.

Sicherlich sind die Probleme der Familie nicht unbedingt alltäglich, dennoch wirkt das alles so künstlich und aufgebläht, dass in der Summe nur nichtssagender Dialogmüll dabei herauskommt, der vor Banalität nur so strotzt. Ständig wird ein Streit vom Zaun gebrochen, der dann irgendwann wieder abgebrochen wird und zu nichts führt. Blinder Aktionismus macht sich breit, nur um dann wieder im Sand zu verlaufen. Permanent beschimpfen die Protagonisten sich, ohne dass dafür ein nachvollziehbarer Grund geliefert wird. Darüber hinaus geht es Tracy Letts völlig ab, seinen Charakteren Konturen zu verleihen, die über das bloße Sich-Anbrüllen hinausgehen. Warum die Protagonisten hier handeln, wie sie handeln, bleibt weitestgehend im Dunkeln. Warum eine Mutter ihren Sohn ständig beleidigt…man weiß es nicht. Warum Papa Weston gesoffen hat…keine Ahnung. Warum Barbara und Violet so krass aufeinander losgehen…man wird es nie erfahren. Des Weiteren fängt Letts viele Handlungsstränge an, die durchaus interessant werden könnten, verfolgt diese dann aber nicht weiter. Oder sie tragen gleich gar nichts zum Handlungsverlauf bei, wären also absolut verzichtbar. Dilettantische inszenatorische Willkür paart sich hier mit eruptiven verbalen Konfliktkaskaden, ohne dass der Zuschauer dafür auch nur marginales Interesse aufzubringen vermag. Letts' lahmes Script trifft hier auf einen offensichtlich völlig überforderten Regisseur, der seine Crew vor und hinter der Kamera einfach machen lasst, ohne ihnen die dringend nötige Führung angedeihen zu lassen, um aus "Im August in Osage County" ein emotionales, witziges, bitterböses und herziges Drama zu machen.

Einzig darstellerisch kann man dem Film nichts vorwerfen. Wells konnte neben den bereits genannten Darstellern ebenfalls den souveränen Chris Cooper ("American Beauty") als gutmütigen Ehemann von Violets Schwester gewinnen. Diese wiederum wird von der properen Margo Martindale ("Orphan", "The Millers") mit Inbrunst gegeben. Juliette Lewis als sich selbst belügende Karen und Benedict Cumberbatch ("Sherlock Holmes") als personifiziertes Weichei liefern ebenso überzeugend ab. Dominiert wird der Film allerdings von Julia Roberts und Meryl Streep, wobei Roberts hier wesentlich mehr Screentime hat als Streep. Beide jedoch können zeigen, dass sie zu differenziertem, impulsiven und enthusiastischem Spiel fähig sind. Es wird gebrüllt, geweint, gejammert, gezetert und gezickt, und sowohl Roberts als auch Streep können hier erneut beweisen, welch gute Schauspielerinnen sie sind. Das, was ihre Rollen inhaltlich nicht hergeben, versuchen sie, durch möglichst eindrucksvolles Spiel zu kaschieren, und das gelingt ihnen auch ganz gut.

Leider kann das nicht davon ablenken, dass sie sich eigentlich nur ziemlich wenig zu sagen haben bzw. bereits Gesagtes gerne wiederholen. Wer lauter schreit hat recht, scheint hier die Parole zu sein, und davon wird weidlich Gebrauch gemacht. Da man aber ansonsten kaum etwas über die Protagonisten erfährt, erschließt sich einem die ganze verbale Klopperei kaum. Zurück bleibt ein Gefühl lähmender Langeweile, die nur durch ein paar gekonnte Textzeilen und emotional gelungene, dramatische Szenen aufgelockert wird. Ansonsten sitzt man da und fragt sich "Und wann geht's jetzt hier ans Eingemachte?" - "Wann bekomme ich eine Erklärung für das ganze Geschrei?" - "Warum sind die Dialoge nicht wenigstens sarkastisch und witzig?" - "Warum berührt mich das alles nicht?" usw. usf. Ergo ist "Im August in Osage County" ein überaus entbehrlicher, bemühter, zäher und nichtssagender Film, in dem wahrlich viel, viel Lärm um absolut gar nichts gemacht wird. Den großartigen Cast hat man hier absolut verheizt, und der Zuschauer wird mit einem willkürlichen und belanglosen Streit nach dem anderen konfrontiert, bis er jegliche Hoffnung auf einen gelungenen Film aufgegeben hat. Wie man es richtig macht, kann man sich in Jodie Fosters zweitem Regie-Werk, dem 1995er "Familienfest und andere Schwierigkeiten" ansehen. Der Film ist witzig, traurig, dramatisch, kurzweilig und in der Summe 1000 Mal besser als dieses überflüssige Pseudo-Rührstück mit so viel Nährwert wie ein Marshmallow. Allein der Darsteller wegen gerade mal noch eine von fünf bedeutungslosen Auseinandersetzungen, die man nicht gesehen haben muss, wirklich nicht.
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