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15 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bitterböser Film
Vorweg will ich sagen, dass ich den Film sehr schätze und ihn wiederholt angesehen habe.
Aber dann muss gleich dazu gesagt werden, dass es ein Film ist, dem man sich nur in stabiler seelischer Verfassung aussetzen sollte. Denn er räumt auf mit jeder Form von romantischer Illusion, gleich ob es um Liebe, Treue, Solidarität oder familiären...
Vor 5 Monaten von artmano veröffentlicht

versus
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen "Pills don't talk". "You cannot be complicated if you're stupid."
I will add some of my own comment to this movie, as I was not able to find it elsewhere and think it may be worth a thought. If you have problems, and you consider them real problems as problems tend to be, watching this film may make them seem less dramatic. It contains such a destillation of outlandish difficulties that it would seem rather unlikely to find such an...
Vor 5 Monaten von Simon Lampart veröffentlicht


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15 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bitterböser Film, 6. Dezember 2014
Von 
artmano (Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Im August in Osage County (DVD)
Vorweg will ich sagen, dass ich den Film sehr schätze und ihn wiederholt angesehen habe.
Aber dann muss gleich dazu gesagt werden, dass es ein Film ist, dem man sich nur in stabiler seelischer Verfassung aussetzen sollte. Denn er räumt auf mit jeder Form von romantischer Illusion, gleich ob es um Liebe, Treue, Solidarität oder familiären Zusammenhalt geht.
Der Titel, der so unpersönlich klingt, weist auf ein Element hin, das im Film wie ein Katalysator wirkt: die unerträgliche Augusthitze am Schauplatz des Filmgeschehens, einem Anwesen sozusagen mitten in der Pampa. Die Hitze ist so groß, dass Käfigvögel daran sterben, und sie kann Menschen jedenfalls aus der Fassung bringen.
Der Film zeigt ein Familientreffen aus traurigem Anlass, in dessen Verlauf tiefe Konflikte zwischen den einzelnen Mitgliedern erstmals offen angesprochen werden. Was man sich hier gegenseitig in Wut- und Verzweiflungsausbrüchen alles an den Kopf wirft, erinnert an das Drama "Wer hat Angst vor Virginia Woolf?" in der unvergesslichen Verfilmung mit Elizabeth Taylor und Richard Burton. Vielleicht ist es deshalb auch kein Zufall, dass Elizabeth Taylor im Film namentlich erwähnt wird.

Eine ganze Reihe großartiger Schauspieler ist hier versammelt. Mich hat besonders berührt, wie Meryl Streep den Mut zur Hässlichkeit und zum Abstoßenden aufbringt und in welch schnellem und ungeschminkt ordinärem Tonfall der Schwall von Beschimpfungen sich ergießt. Für die englische Fassung wünscht man sich eigentlich englische Untertitel, um als Nicht-Nativespeaker die ganzen Feinheiten oder besser Grobheiten genau zu erfassen.
Zu diesem Szenario würde ein Happy End nicht passen, und es wird auch keines geboten, dafür aber ein langer Abspann mit wunderbarer Gitarrenmusik.
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41 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Oklahoma Melodrama, 11. März 2014
Von 
Eddie Lomax - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Im August in Osage County (DVD)
"`Das Leben ist sehr lang.', T.S. Eliot."

Beverly Weston (Sam Shepard) erklärt der von ihm neu eingestellten Haushaltshilfe Johnna (Misty Upham) das Wesen der Beziehung von seiner Frau Violet (Meryl Streep) und ihm. Dann verschwindet er auf nimmer Wiedersehen. Als Violet klar wird, das er nicht zurückkehren wird, ruft sie ihre Schwester Mattie Fae (Margo Martindale) und ihre drei Töchter zu sich, die allesamt mit ihren Familien anrücken. Ivy (Julianne Nicholson) wohnt noch in Osage County, ist zuerst da. Mattie Fae und ihr Mann Charlie (Chris Cooper) treffen als nächstes ein, allerdings warten sie noch auf ihren Sohn Little Charles (Benedict Cumberbatch), der sich verspätet. Die älteste Tochter Barbara (Julia Roberts) kommt mit ihrem Mann Bill (Ewan McGregor) und der pubertären Tochter Jean (Abigail Breslin). Zu guter letzt und mit dem größten Auftritt fliegt Tochter Karen (Juliette Lewis) mit ihrem frisch verlobten Windhund Steve (Dermot Mulroney) aus Florida ein. Die Familienberatung um das Rätsel von Oberhaupt Beverly's Verschwinden beginnt gerade, als der Sheriff mit der Nachricht hereinplatzt, das man dessen Leiche in einem See gefunden hat. Nach der Beerdigung provoziert Violet beim Leichenschmaus alle Beteiligten, so das nach und nach alle kleinen und großen Lügen und Familiengeheimnisse hervorbrechen, die sich in einem wahren Orkan von einem Streit entladen, aus dem niemand unbeschadet hervorgehen wird.

Nachdem sich Regisseur John Wells in seinem Charakterdrama COMPANY MEN (2010) vorrangig mit der männlichen Psyche auseinandersetzte, sind nun in erster Linie die Frauen an der Reihe. In dieser dritten Verfilmung eines Theaterstücks von Dramatiker und Gelegenheitsschauspieler Tracy Letts, nach den beiden William-Friedkin-Filmen BUG (2006) und KILLER JOE (2011), geht es anders als in den Vorgängern weniger um die Verbindung von psychischer und physischer Gewalt, als um ein Abtauchen in die Abgründe der menschlichen Seele am Beispiel einer Familie des Bildungsbürgertums und deren provinziellen Wurzeln. Dafür hagelte es Lob und Preise, besonders das Schauspieler-Ensemble wurde dabei berücksichtigt. Mit Recht, doch ohne die Leistung John Wells', dem das Kunststück gelingt jeden Verweis auf die Bühnenherkunft des Stückes mit seiner Inszenierung zu überdecken, was nicht einfach ist, wäre der Film nur halb so sehenswert. So oft es geht, holt er die Protagonisten aus den Räumen des Herrschaftshauses heraus und nutzt die sonnendurchflutete Landschaft Oklahomas immer wieder um die innere Leere und Zerissenheit der einzelnen Charaktere zu kommentieren. Zum Beispiel in einer Szene wenn Meryl Streep aus dem Wagen flüchtet und sich sprichwörtlich in ein weites Feld verrennt, während Julia Roberts versucht sie einzuholen. Deutlicher kann man Entfremdung nicht darstellen. Dies nur, um die unterschätzte Regie zu würdigen.

Hauptattraktion ist natürlich dennoch die fantastische, punktgenaue Besetzung der Familienmitglieder, angeführt von der einmal mehr großartigen Meryl Streep, die von einer Julia Roberts unterstützt wird, der es endlich wieder gelingt an ihre Top-Performance in ERIN BROKOVICH (Steven Soderbergh, 2000) anzuknüpfen. Doch nur ihnen beiden alle Lorbeeren zu verteilen, würde die Gesamtleistung der versammelten Schauspielerschaar herabsetzen, die jeder für sich in ihren Szenen zu begeistern wissen. Beginnend mit dem mittlerweile zum König des Gastauftritts avancierten Sam Shepard, der wie ein Schatten über der Geschichte schwebt, spürbar anwesend bleibt obgleich wir ihn nicht mehr zu sehen bekommen, sind Tracy Wells Figuren derartig vollkommen unvollkommen skizziert, das alle Schauspieler ihre Bühne zu nutzen wissen, ohne sich dabei je in den Vordergrund zu spielen, stets der Gemeinschaft im Dienst der Sache verpflichtet bleiben. Wer sich also an einem durchaus derben Dialog-Stück um dunkle Familiengeheimnisse, bei dem auch der (reichlich vorhandene) schwarze Humor nicht zu kurz kommt, erfreuen kann, der sollte sich diesen Film unbedingt zu Gemüte führen.

Willkommen zu einem Familientreffen der besonderen Art!
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31 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein toller Film, der viel verkannt wird, 20. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Im August in Osage County (DVD)
Nach langer Zeit, und vielen enttäuschten Erwartungen (z. B. an 12 years a slave und Gravity, die beide Publlikums- und Kritikerlieblinge wurden, nur ICH weiß nicht, warum) noch mal ein Film, der mir restlos gefiel. Streep toppt hier für mich sogar noch ihre Leistung in The Iron Lady, was ich nicht für möglich gehalten hätte. Julia Roberts beweist einmal mehr, wieviel mehr sie ist als ein schönes Gesicht. Und der supporting cast - erste Sahen, alle miteinander. Für mich als Benedict Cumberbatch Fan natürlich im Fokus: the man himself. Ich mag ihn sehr in Sherlock, ich liebte ihn in Parade's End, er gefiel mir sehr in Wikileaks (schon wieder ein Film den außer mir keiner mag). Aber so gut wie in Osage habe ich ihn noch nicht gesehen. Ich fand, er ging völlig in der Rolle auf. Seine eigene Körpersprache, seine Manierismen, vor allem im Gesicht - man sieht das bei Sherlock häufiger, man sah es gelegentlich auch bei Parade's End, dass es eben Benedict Cumberbatch ist, den man da sieht. In Osage sieht man es nicht mehr. Man sieht nur die Figur, die er spielt. Für mich Acting at its very best. Schnitte, Kulisse, Kostüme, die Zusammenstellung des Cast, Tempo, Kamera - alles bestens.

Das Drehbuch mag nicht jedermanns Sache sein, aber wer sagt denn, dass alle Familien zuckrig wie die Waltons oder die Ingalls sein müssen? Das hier ist eher die Adams Family, und am Schluss ist eben nicht immer alles zur allgemeinen Zufriedenheit geregelt. Es tut sich schrecklich viel, es passiert viel, Dramatisches, Schmerzhaftes, Trauriges, und Lächerliches. Am Ende hat sich aber nichts geändert. Wo Spannungen waren, sind sie noch da, kein Konflikt ist gelöst, kein Problem aus der Welt - wie das eben so ist in Familien im wahren Leben. Trotzdem fährt da fast jeder weg, mit dem Gefühl, was getan zu haben, auch wenn er nichts erreicht hat. Gibt es Leute auf der Welt, die das Alles wirklich überhaupt nicht kennen?

Kurz: Ich liebe diesen Film. Ich empfehle ihn trotz der kleinen Fangemeinde tapfer weiter.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen "Pills don't talk". "You cannot be complicated if you're stupid.", 27. Dezember 2014
Rezension bezieht sich auf: Im August in Osage County (DVD)
I will add some of my own comment to this movie, as I was not able to find it elsewhere and think it may be worth a thought. If you have problems, and you consider them real problems as problems tend to be, watching this film may make them seem less dramatic. It contains such a destillation of outlandish difficulties that it would seem rather unlikely to find such an amount of drama in your own life. So if you have had a streak of hard luck and need a pinch of catastrophe to lift you, this may be the movie for you.

Whether this makes the movie good or bad, I don't know, that's why I give it the three stars. However, I think, that somehow is a good thing too. In a world in which you will oftentimes know, what goes against your grain and what is fairly okay with you, this movie seems to be in a neutral sphere. It's hard to hate, hard to like, without being polite about it. I think, that is somewhat rare.

So, in a nutshell: You will most likely have more good things and less strangeness in your life than the characters in this movie. They express themselves in a flourish, it is hard to miss. If you get to a point where you need that, this may be your solution.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen „Live is very long“ [T.S. Eliot], 19. August 2014
Von 
Sarah H. "Sarah H." (Landkreis Augsburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Im August in Osage County [Blu-ray] (Blu-ray)
Bei „Im August in Osage County [OT: August: Osage County] handelt es sich um ein Familiendrama aus dem Jahr 2014. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Buch von Tracy Letts. Bei der Verfilmung nahm John Wells im Regiestuhl Platz.

Beverly Weston lebt zusammen mit seiner an Mundkrebs erkrankten Frau in Osage County. Während er gerne einmal zur Flasche greift, leert seine Frau Violet ein Pillendöschen nach dem anderen und beglückt ihre Umwelt mit allerlei verbalen Gemeinheiten. Als Beverly eines Tages spurlos verschwindet trommelt Violets jüngste Tochter Ivy die gesamte Familie (u.a. ihre Schwestern Barbara & Karen) zusammen. Als die Familie wenig später dann die Nachricht bekommt, dass Beverly Selbstmord begangen hat, nimmt das Drama seinen Lauf...

Ich liebe Julia Roberts und vergöttere Meryl Streep, somit war mir von Anfang an klar, dass ich diesen Film unbedingt sehen muss. Der Film war was ich erwartet habe, ein Familiendrama. Es war unschön und unerwartet. Es war die unperfekte Familie pur. „Im August in Osage County“ ist eine Art Charakterstudie bei der man die verschiedenen Puzzelteile zusammensuchen muss um am Ende das Gesamtwerk der dysfunktionalen Familie betrachten zu können. Der gesamte Cast liefert meiner Meinung nach eine grandiose Leistung ab, aber erwähnenswert sind vor allem Julia Roberts und „the godess of acting“ Meryl Streep. Warum keine von beiden einen Oscar bekam ist mir schleierhaft (gerade Roberts hätte ihn verdient gehabt).

BILD & TON:
Das Bild ist oberer Durchschnitt oder anders gesagt, es wäre mehr drinnen gewesen. Es mangelt an Schärfe und auch der Schwarzwert ist nicht optimal. Der Ton ist so wie er ist okay. Es handelt sich um einen dialoglastigen Film, daher lege ich hier keinen Wert auf Surround Sound, sondern auf eine astreine Verständlichkeit der Dialoge und diese ist gegeben.

EXTRAS:
Making of, Bildergalerie, Trailer und noch etwas mehr. Alles in allem ist die Ausstattung okay, allerdings werden Extrafetischisten keine feuchten Augen bekommen.

***FAZIT***
Wer auf dialoglastige Filme mit tollen Schauspielern steht und auch damit leben kann, wenn es nicht alle 5 Minuten kracht und boomt, der könnte gefallen an diesem Familiendrama finden, welches so bewundernswert von Streep und Roberts angeführt wird. Wer dies allerdings nicht tut, wird am Ende zumindest für die eigene Familie dankbar sein ;).

_____________________________
Einzelbewertungen, welche zum Gesamtsterneergebnis führten:
STORY: *****
BILD: ***
TON:****
EXTRAS:***
--------------------
GESAMT: ****
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sucht zerstört, 30. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Im August in Osage County (DVD)
Im August in Osage County

Schon die ersten Bilder zeigen, um was es in dem Film geht. Bev Weston (Sam Shepard) redet, wie vor sich hin, ein Glas Whisky vor ihm. Er redet über seine Frau, Violet (Meryl Streep) und sagt, während er trinke, würde sie Pillen schlucken. Und dann erscheint die Frau: ein totes Gesicht, harte Augen, Flaum auf dem Kopf, ein Mensch voller Schmerz und Gift.

Erschütternd dieser erste Blick, diese erste Minute mit dieser Frau. Dann beginnt die Handlung, der Mann verschwindet, wird später tot aufgefunden, die Familie kommt zusammen. Drei Töchter mit Partnern, die Schwester mit Familie sitzen am Tisch nach der Beerdigung und das bietet der nun verwitweten Violet die Möglichkeit, so richtig heftig über alle Gift zu sprühen. Hinterhältig, berechnend ertastet sie bei jedem die versteckten Wunden und stößt den Finger so richtig tief da rein. Die Opfer winden sich, mancher schlägt zurück, andere versuchen Violett zu bremsen.

Die menschliche Niedertracht wird uns hier präsentiert. Dank der unglaublich guten Darstellung der Schauspieler gelingen die Charaktere so glaubwürdig, dass manche Szenen kaum auszuhalten sind. Deshalb – wenn jemand einen problematischen familiären Hintergrund hat, muss er nicht gerade diesen Film anschauen, finde ich.

Ansonsten ist der Film durch die Authentizität seiner Figuren ein echtes Erlebnis. Wer kennen lernen möchte, was Süchte aus Menschen machen, sollte den unbedingt anschauen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Eine ganz normale Horrorfamilie..., 13. Oktober 2014
Von 
Ray "rayw260" (Rheinfelden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Im August in Osage County (DVD)
Tracy Letts wird in den USA als eine Art Quentin Tarantino der Theaterwelt gefeiert und mit "Bug" und "Killer Joe" wurden schon zwei seiner Werke durch William Friedkin verfilmt. Sein bislang erfolgreichstes Bühnenstück heißt "Im August in Osage County" und wurde mit dem Pulizer Preis geehrt. Der Autor selbst sagt, dieses Werk sei eine Huldigung an Tennessee Williams und William Faulkner und schildert die Familie als einen Ort des Schreiens, Streitens, Lachen und des Heulens. Die Verfilmung von John Wells kann auch auf ein solide Schauspielerensemble zurückgreifen und präsentiert Stars wie Meryl Streep, Julia Roberts, Chris Cooper, Ewan McGregor, Sam Shepard und Benedict Cumberbatch. Die beiden Erstgenannten wurden sowohl für den Oscar als auch für den Golden Globe nominiert. Tatsächlich wird man etwas an Filmklassiker wie "Wer hat Angst vor Virginia Wolff" oder "Die Katze auf dem heißen Blechdach" erinnert. Ob "Im August in Osage County" ebenfalls das Zeug zum Movieklassiker hat, wird sich noch in den nächsten Jahren herausstellen. Mein erster Eindruck ist zwar ganz gut, aber richtig gefesselt hat mich diese universelle Familientragödie mit Sitcom-Charakter nicht ganz. Die Darsteller - allen voran Meryl Streep - agieren zwar in dieser Psychoschlacht auf sehr hohem Niveau, aber irgendwie war mir das Szenario zu plakativ dargestellt. Die Handlung spielt während eines sehr heißen Sommers (ca. 40 Grad) in einem großen, etwas heruntergekommenen amerikanischen Landhaus. Dort leben Beverly (Sam Shepard) und Violet Weston (Meryl Streep) und machen sich in ihrer Ehe immer öfters gegenseitig die Hölle. Beverly ist mit seiner tablettensüchtigen Frau ziemlich überfordert und hat deshlab die Pflegerin Johnna (Misty Upham) eingestellt. Der pensionierte Lehrer hat ein extremes Alkoholproblem und kurz nach Johnnas Einstellung verschwindet er plötzlich. Violet informiert daraufhin die beiden entfernt wohnenden Töchter Barbara (Julia Roberts) und Karen (Juliette Lewis), die sehr schnell ins Elternhaus nach Osage County, Oklahoma anreisen. Barbara hat Probleme mit ihrem Mann (Ewan McGregor), der mit einer jüngeren Frau fremdgeht. Auch der Umgang mit der pubertären Tochter Jean (Abigail Breslin) ist nicht einfach. Bereits vor Ort ist die dritte Tochter Ivy (Julianne Nicholson), die ein heimliches Verhältnis mit ihrem Cousin "Little Charles" Aiken (Benedict Cumberbatch) hat. Dieser erwachsene Mann gilt als Sorgenkind seiner Eltern Mattie Fae (Margo Martindale) und Charlie (Chris Cooper). Karen reist mit ihrem neuen Lover Steve (Dermond Mulroney) an. Nach 5 Tagen morbider Familienidylle wird es dann bittere Gewissheit: Beverly hat sich das Leben genommen. Und natürlich geht die böse Schlammschlacht auch zwischen Beerdigung und Abreise munter weiter...
Die Dialoge sind natürlich giftig und bitterböse. John Wells präsentiert ein einerseits altmodisches, andererseits sehr spaßiges Hauen und Stechen, ein Hervorzerren alter Familiengeheimnisse und brachialer Ehezerwürfnisse, das den Clan in Trümmer zu legen droht. Dennoch wirken die Rangeleien einer gewöhnlichen Familie in bester Bürgerlichkeit mit Exzessen wie Gewalt, Drogen, Suff und Irrsinn immer etwas künstlich und überzeichnet.
Zwischen 3 und 4 Sternen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wenn in der Familie Tacheles geredet wird., 9. August 2014
Von 
StefanB - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Im August in Osage County [Blu-ray] (Blu-ray)
Familie ist so eine Sache. Es gibt Familien, wo Probleme offen besprochen werden, um gleichzeitig Lösungen zu finden. Und dann gibt es solche, wo man Probleme und Geheimnisse verschwiegt. Nicht gut, denn irgendwann kommt alles ans Licht und das sorgt nicht für die beste Stimmung. Genau das geschieht im Film IM AUGUST IN OSAGE COUNTY.

Der Film nimmt sich zunächst sehr viel Zeit die Charaktere vorzustellen. Hier Violet Weston (Meryl Streep). Sie ist tablettensüchtig und poltert verbal gerne mal los. Verheiratet ist sie mit Beverly (Sam Shepard). Er ist Schriftsteller, aber mittlerweile alkoholsüchtig und ist wohl mal wieder genervt von seiner Frau und verschwindet. Es sind ein paar Tage vergangen. Ivy (Julianne Nicholson), die ruhigste von drei Töchtern des Paares, ist zu ihrer Mutter gereist, um ihr zu helfen. Auch Barbara (Julia Roberts), eine weitere Tochter, die im Verhalten ihrer Mutter ähnelt, ist samt Ehemann Bill (Ewan McGregor) und Tochter Jean (Abigail Breslin) eingetroffen. Dazu gesellt sich Mattie Fae Aiken (Margo Martindale), die Schwester von Violet, mit ihrem Mann Charles (Chris Cooper) und später noch deren Sohn „Little“ Charles. Komplettiert wird das Familientreffen mit Karen (Juliette Lewis), der dritten Tochter, die sowas wie das Dummchen der Familie zu sein scheint. Sie erscheint in Begleitung von Steve (Dermot Mulroney), ihrem Verlobten.

Diese Phase, die gut die erste Hälfte des Films einnimmt, ist etwas zäh, auch wenn es hier bereits ein paar deftige Sprüche gibt. Sprüche voll rabenschwarzem Humor. Das wird bereits während des Prologs deutlich. Beverly hat gerade eine Haushaltshilfe eingestellt und spricht mit ihr über Violet, als diese den Raum betritt. Die junge Frau erlebt nun einen bösartigen Redeschwall von Violet. Als diese den Raum wieder verlassen hat, fragt sie Beverly, welche Krankheit Violet hat. „Ach ja. Fast hätte ich die Pointe vergessen. Sie hat Mundkrebs.“, lautet die Antwort.

Erst als die ganze Familie zusammen ist, nimmt der Film richtig an Fahrt auf. Jetzt wird es teilweise sehr heftig. Denn Violet ist in ihrem Element und erzählt allen, was sie von ihrer Familie hält. Dabei werden so manche Geheimnisse offen gelegt...

Insgesamt ist dieses Familientreffen etwas zu sehr nach bekanntem Schema gedreht. Das häppchenweise Eintreffen der Familienmitglieder. Die Streitereien in den Tagen danach. Und natürlich werden sich die drei Schwestern, die sich sonst kaum sehen, auch zu einem Gespräch in der Gartenlaube des Anwesens treffen, ehe alle wieder abreisen.

So lebt der Film vor allem von Meryl Streep, die einmal mehr mit einer ganz hervorragenden Leistung dem Film ihren Stempel aufdrückt. Sie lebt ihre Rolle in Worten, Gesten und Blicken, dass es eine Augenweide ist, ihr zuschauen zu dürfen.

Insgesamt ist IM AUGUST IN OSAGE COUNTY wegen der zweiten Hälfte und einer Meryl Streep in Höchstform empfehlenswert.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die gebeutelste Familie der Filmgeschichte sorgt für einen denkwürdigen Film!, 3. Dezember 2014
Rezension bezieht sich auf: Im August in Osage County [Blu-ray] (Blu-ray)
Im August in Osage County ist ein kleiner Film, den leider wieder nur sehr wenige Leute kennen, obwohl hier einige sehr namenhafte Schauspieler sehr emotional aufeinandertreffen.

Violet leidet an unheilbarem Zungenkrebs. Sie ist eine alte, verbitterte, tablettensüchtige Frau, die den letzten Halt im Leben verliert, als ihr Mann stirbt. Sie ruft daraufhin ihre 3 Töchter und deren Familien zu sich, um dem Vater die letzte Ehre zu erweisen. Das Familientreffen verläuft allerdings alles andere als ruhig und selig und verwandelt das Familienhaus in ein Irrenhaus.

Im August in Osage County hat nur aufgrund des Casts mein Interesse geweckt. Ich habe aber schnell gemerkt, dass es wesentlich mehr zu bieten hat, als nur gute Darsteller.
Hier erzählt Regisseur John Wells eigentlich nur, wie eine Familie nach mehreren Jahren durch einen Todesfall wieder zusammenkommt. Ich benutze mit Absicht nicht die Worte „wieder zusammenfindet“, weil das ja andeuten könnte, dass die Familie sich im Guten trifft. Dies ist hier aber auf keinem Fall so!
Von Anfang an wird klar, dass alle Charaktere, ausnahmslos alle, ihre Probleme und Macken haben und gar nicht daran denken, diese irgendwie aus irgendeinem Grund zu verstecken. Und den Anfang macht natürlich Meryl Streep (Der Teufel trägt Prada)!
Streep ist die tablettensüchtige, alte, verbitterte, unglückliche Frau, die jede negative Emotion in diesem Film einmal durchmacht, ohne dabei schwach zu wirken. Sie hat natürlich gegen Ende ihre Momente, in denen sie trauert, ist aber ansonsten den gesamten Film über eine starke Frau. Stark ist hier auch Julia Roberts (Erin Brockovich) in ihrer wohl aggressivsten Rolle. Sie spielt Streep's älteste, sehr dominante und harte Tochter, die mit jedem in der Familie ein Problem hat, auch mit ihrer Tochter und ihrem Mann. Roberts spielt diese Frau äusserst aggressiv und unberechenbar. Ihre beiden Filmschwestern, Julianne Nicholson (Boardwalk Empire) und Juliette Lewis (Kap der Angst), spielen ihren Rollen zwar auch gut, gehen aber im Vergleich unter. Stärker sind da schon Chris Cooper (American Beauty) und Margo Martindale (Million Dollatr Baby) als Schwester bzw. Schwager von Streep. Während Cooper anfangs noch der schüchterne Ehemann ist und unter der Fuchtel seiner über selbstbewussten Frau steht, entsteht auch hier schnell Konfliktpotential. Benedict Cumberbatch (Sherlock) und Abigail Breslin (Zombieland) spielen hier nur vergleichsweise kleine Rollen, tragen aber auch ihren Teil zum Film bei und gehen keinesfalls unter.
Dies liegt auch sehr stark daran, dass John Wells und Drehbuchautor Tracy Letts (der die Pulitzer-Preis gewinnende Bühnenvorlage ebenfalls verfasste) das gesamte Konfliktpotential der Charaktere vollkommen auszuschöpfen wissen. Hier entstehen zwischen so vielen verschiedenen Charakteren so viele echte Konflikte, wie in manch anderen Filmen zusammen nicht. Noch dazu werden die Charaktere hier auch noch allesamt wirklich großartig gespielt, vor allem Meryl Streep und Julia Roberts liefern hier denkwürdige Performances, für die sie auch zurecht für den Oscar nominiert wurden.
Es ist aber nicht nur das reine Ausschöpfen der Konflikte, sondern wie sie ausgeschöpft werden. Ehrlichkeit spielt dabei eine große Rolle. Selten habe ich Charaktere in einem Film so ehrlich und direkt erlebt wie Roberts und Streep. Sie sprechen einfach aus, was sie wollen und scheren sich dabei einen Dreck um die Auswirkungen auf andere. Die Charaktere haben einfach zu viel erlebt und ihr Leben ist so schon schlimm genug, dass es einfach egal ist, ob sie jetzt noch jemanden verletzen oder nicht. Diese Ehrlichkeit und der damit verbundene Hang zur Wahrheit sorgt für einige tief bewegende Momente.
Mehr als einmal habe ich mich ob der Ehrlichkeit und schonungslosen Art und Aggression erschrocken und war einfach nur überwältigt von dem, was ich da sah. Letztendlich ist der Film nämlich nicht nur schonungslos ehrlich, sondern auch gefühlvoll. Die Gefühle stehen hier an erster Stelle und ziehen einem in ihren Bann. Die Emotionen sind einfach so unglaublich stark.

Fazit:
Im August in Osage County ist ein tief bewegendes Drama, das seine Konflikte voll und ganz ausschöpft, dabei schonungslos und erschreckend ehrlich ist. Durch die fantastischen Darsteller wird man einfach in einen Bann geschlagen, der einen bis zum Schluss nicht wieder loslässt.
Dieses Drama sollte man unbedingt einmal gesehen haben!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen super schauspieler!, 13. August 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die zahlreichen super starbesetzungen spielen ihre rollen perfekt und lassen den film dadurch noch realistischer wirken. Ein fesselndes und mitfühlendes drama.
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