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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen warum nicht Shortlist oder sogar den Buchpreis?
Ein absolut klasse Roman. Und ich kann mich wieder mal nur wundern, warum dieser Roman nicht auf die Shortlist des deutschen Buchpreises gekommen ist bzw. warum es den Preis am Ende nicht gewinnen konnte. Ich finde so gut wie keine Schwächen. Die Story ist glaubhaft, kurzweilig und spannend, wirkt nicht konstruiert. Die Sprache ist auch überaus gelungen und...
Veröffentlicht am 18. Oktober 2010 von NewWonder

versus
4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Auf, zurück in den Wahlkampf. Zelters fragwürdige Politiksatire.
Joachim Zelters Roman "Der Ministerpräsident" bewegt sich gefährlich nah am realen Geschehen. Der konservative Ministerpräsident Claus Urspring steht kurz vor der sichergeglaubten Wiederwahl als er (eventuell selbstverschuldet) mit dem Auto verunglückt. Nach Tagen im Koma erwacht Urspring, kann sich aber nur eingeschränkt an die Zeit vor dem...
Veröffentlicht am 1. Juli 2011 von W. Öschelbrunn


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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen warum nicht Shortlist oder sogar den Buchpreis?, 18. Oktober 2010
Rezension bezieht sich auf: Der Ministerpräsident (Gebundene Ausgabe)
Ein absolut klasse Roman. Und ich kann mich wieder mal nur wundern, warum dieser Roman nicht auf die Shortlist des deutschen Buchpreises gekommen ist bzw. warum es den Preis am Ende nicht gewinnen konnte. Ich finde so gut wie keine Schwächen. Die Story ist glaubhaft, kurzweilig und spannend, wirkt nicht konstruiert. Die Sprache ist auch überaus gelungen und Urspring, der Ministerpräsident wird einem schnell vertraut, obwohl er selbst nur wenig über sich erzählt.
Die Handlungsstränge sind schön aufgebaut, das Buch liest sich wie in einem Guss.
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12 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Komisch und realistisch, 27. August 2010
Von 
Treulieb "Umamibücher" (Frankfurt/Main) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der Ministerpräsident (Gebundene Ausgabe)
Protagonist des knapp 200 Seiten starken Romans ist Claus Urspring, Ministerpräsident. Nach einem schweren Autounfall liegt er im Krankenhaus. Er erinnert sich weder an seine Frau, noch an den Namen seiner Partei - nicht einmal der schwäbische Dialekt ist ihm geblieben.

Der Unfall kommt zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt, denn der Wahlkampf steht vor der Tür. Für einen neuen Kandidaten fehlt die Zeit. Also versucht März, der persönliche Referent des Ministerpräsidenten, alles, um Urspring Wahlkampf-tauglich erscheinen zu lassen. Was sich die Wahlkampfstrategen hierzu alles einfallen lassen, beschreibt Zelter komisch, aber realistisch. Die politische Führungskraft erscheint als Marionette, weil der Wähler nur noch den geschliffenen, perfekten, fehlerfreien Menschen akzeptiert. Das Buch regt zum Nachdenken an, auch über unsere Mediengesellschaft, in der jeder kleine sprachliche Schnitzer eines Politikers gleich tausendfach im Internet verbreitet wird. Dass Reden nur noch aus inhaltsleeren Floskeln bestehen, darf dann nicht verwundern.

Doch Urspring macht seinen politischen Beratern einen Strich durch die Rechnung und flüchtet (vorübergehend) in ein neues Leben.

Der Autor Joachim Zelter ist für den Deutschen Buchpreis 2010 nominiert.

Mehr zum Buch in meinem Bücherblog umamibuecher.wordpress.com
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4.0 von 5 Sternen fiktive Geschichte mit Realitätsbezug, 26. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die Darstellung von aktueller "Politikindustrie", die den Schein und die Wirkung über die Inhalte stellt, ist gelungen.
Absolut lesenswerter Roman.
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5.0 von 5 Sternen Die selbstvergessene Stille eines Politikers, der das Leben wieder entdeckt, 5. November 2010
Von 
Happyx - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Der Ministerpräsident (Gebundene Ausgabe)
Und er muss in der Klinik von seinen Beratern und Parteifreunden wieder auf Vorder-Mann gebracht werden. Klingt irgendwie bekannt und lebensnah.

Die dabei auftretenden Verwicklungen haben mich mehr als amüsiert. Dieser Roman ist ein Feuerwerk höchster Unterhaltung auf kabarettistisch witzig bis literarisch hochwertigem Niveau. Ohne etwas von der Spannung vorwegnehmen zu wollen, kann ich feststellen, dass alle Füll-, Dehn-, Wohlfühl-, Beruhigungs- und Nachhall-Wörter trefflich ausgewählt wurden und man im Grunde am Schreibtisch eines Redenschreibers mit-lesen kann. Der arme MP ohne Gedächtnis muss diese Worte und wohlgespreizten Satzhüllen alle aufsprechen, die dann von einer Tonmeisterin und seinen Redenschreibern zu gehaltvollen Ansprachen gedrechselt bzw. zusammengeschnitten werden.

Überraschenderweise hat der MP sein hopriges, schießend-zischendes Schwäbisch verloren und spricht jetzt ein angenehmes Hochdeutsch. "Früher sei mein Sprechen ein Unding gewesen. Ein hölzernes Stakkato. Ein ständiger Fehlklang und Fehltakt. So als wären die Sätze vor sich selbst davongelaufen. Jeder Satz eine Flucht. Oder ein gehetztes Stolpern. Ein rastloses Zuendebringen; in sich überschlagender Unbeholfenheit. So habe das geklungen. Verwaschen, verkrampft und gepresst. Rechthaberisch und kleinlich. Auf jeder Kleinigkeit insistierend. Ein Sprechen, das von Satz zu Satz hastete, ganze Sätze verschluckend, vor lauter rechthaberischer Eile und gehetzter Rechthaberei."

Die köstlich befremdlichen Äußerungen des MP, wenn er die neuen Wortkaskaden interpretieren möchte, sind genial. Der Trick, um den hinkenden MP vor seinem Wahlvolk wieder Dynamik zu verleihen, ist, ihn Rennrad fahren zu lassen, damit der Partei ein "hinkender Offenbarungseid" erspart bleibt. Er fährt damit sogar auf die Bühne, so dass er nur noch einen Schritt zum Rednerpult hat, an dem er dann seinen Mund still auf und zumacht, während die Rede "abgespult" wird.

Der engste Mitarbeiter des MP (März, sein unerbittlicher Trainer) vergleicht Blutwerte mit Umfragewerten, er entwickelt den gedächtnis- und verständnisleeren MP zu einer Sprechmaschine, die rhetorische Mühen auf sich nehmen muss: so lässt er ihn das A so klar und schön wie bei "Abraham a Sanct Clara" trainieren und der fette Parteifreundfeind darf sich - Mann neben Mann - in der Klinik auf höchstem Trainingsniveau auf einem Fahrrad mit dem MP unterhalten. Dies schafft der Beleibte nicht lange und muss erkennen, dass seine Zeit noch nicht gekommen ist.

Der Roman treibt mit dem Wahlkampf einem Höhepunkt zu, den man mit Spannung erwartet. Schon lange nicht mehr habe ich neben Unterhaltung so viel feinsinnig schärfend Bissiges gelesen, über Politiker, ihre Worthülsen, Berater und das entfremdete Leben voller Feindschaften und Freudlosigkeiten. Konzeptionell lebt der Roman von diesem entrückten Leben in der Projektion auf die Sehnsüchte, die der gedächtnisvergessene MP auf das ganz einfache Leben hat.

Sehr gelungen, höchst amüsant, unbedingt lesen.
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Auf, zurück in den Wahlkampf. Zelters fragwürdige Politiksatire., 1. Juli 2011
Rezension bezieht sich auf: Der Ministerpräsident (Gebundene Ausgabe)
Joachim Zelters Roman "Der Ministerpräsident" bewegt sich gefährlich nah am realen Geschehen. Der konservative Ministerpräsident Claus Urspring steht kurz vor der sichergeglaubten Wiederwahl als er (eventuell selbstverschuldet) mit dem Auto verunglückt. Nach Tagen im Koma erwacht Urspring, kann sich aber nur eingeschränkt an die Zeit vor dem Unfall erinnern. Mühsam muss er alltägliche Begriffe neu lernen, die Menschen in seiner Umgebung sind ihm alle fremd, insbesondere die Frau, die ihm als seine Ehefrau vorgestellt wird. Fragwürdige Berater haben aber schon längst nicht mehr seine Genesung im Auge, sondern den Erfolg im anstehenden Wahlkampf. Zunächst fügt sich Urspring willenlos in seine neue Rolle als Ministerpräsidenten-Marionette. Zwar versteht er vieles von dem, was er in seinen Wahlkampfreden im Vollplayback von sich gibt, nicht, aber zumindest sind alle mit ihm zufrieden. Dass er sich nur noch auf dem Fahrrad fortbewegen darf, um so sein unfallbedingtes Hinken zu kaschieren, nimmt er ebenfalls widerstandslos hin. Doch schon bald beginnen die Umfragewerte trotz aller Anstrengungen zu fallen ...

Da der Roman ausschließlich aus der Sicht Ursprings erzählt wird und dieser sich an sein früheres Ich nicht erinnern kann, erfährt der Leser verhältnismäßig wenig über die Person des Ministerpräsidenten vor dem Unfall. Allenfalls in Andeutungen (schwäbischer Dialekt, ein eher langweiliger Redner) zeichnet Zelter das alte Ich Ursprings nach. Zelter beraubt sich durch seine einschränkende Erzählperspektive der Chance auch weitere Sichtweisen auf den alten und neuen Urspring einzubauen. Überhaupt versandet die durchaus romanhafte Grundidee Zelters auf den zweiten einhundert Seiten des Romans. Es fehlen die ausschmückenden Ideen, mehr als das Fahrrad, auf dem Urspring den Wahlkampf bestreitet, sind an originellen Einfällen nicht mehr zu finden.

Es folgt der von der ersten Seite an zu erwartende Ausbruchsversuch Ursprings aus dem goldenen Politikkäfig. Zum Glück bekommt Zelter zumindest erzählerisch auf den letzten 20 Seiten des Romans noch einmal die Kurve, indem er die zwischenzeitlich langweilig dahinmäandernde Erzählung doch noch zu einem Spannungsbogen mit gelungenem Abschluß zurückführt.

Die Darstellung des politischen Betriebes ist in vielem durchaus zutreffend, wenn auch stark vereinfacht. Ich halte die thematische Nähe zum Schicksal des ehemaligen thüringischen Ministerpräsidenten Dieter Althaus dennoch für gefährlich. Zwar hat Zelter "seinen" Ministerpräsidenten nach Baden-Württemberg verpflanzt und aus einem Ski- einen Autounfall gemacht, dennoch sind die Parallelen so augenscheinlich, dass jeder Leser während der Lektüre das Bild von Althaus vor dem inneren Auge mit sich führen dürfte. Ungerechtfertigte Übertragungen literarischer Hinzufügungen Zelters auf die reale Person Dieter Althaus sind somit vorgezeichnet. Allein die extreme zeitliche Nähe der Veröffentlichung des Romans zum Geschehen um Althaus macht dieses unvermeidlich. Mehr literarische Verfremdung des Romanstoffs wäre daher angebracht gewesen.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen vielleicht, sagte hannah, und streichelte ihr bein, so als wäre ihr bein gar nicht ihr bein, sondern mein bein. wer weiß, 3. April 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Ministerpräsident (Gebundene Ausgabe)
glaubhaft, wie ein rezensent schreibt, ist wohl das letzte attribut, das mir zu zelters texten einfiele. und glaubhaftigkeit ist für literatur vielleicht auch kein entscheidendes kriterium. dass ein ministerpräsident sein gedächtnis verliert, sich kaum rühren, aber fahrrad fahren kann, dass das wahlkampfteam daraufhin beschließt, ihn all seine öffentlichen termine auf dem rad absolvieren zu lassen, dass er während des wahlkampfes nur bergab fahren muss, dass er reden mit playback hält, weil er ja eh nicht weiß, was er sagt, dass er mit einer jungen frau reißaus nimmt, in schwimmbädern übernachtet und mit dem rad die alpen überquert, das alles ist nicht im mindesten glaubhaft, aber das soll es auch nicht sein. gerade diese absurdität macht zelters texte, die sich stets irgendwie um lebenslügen, hochstaplerei, vorspiegelung falscher tatsachen etc drehen, aus. und seine genialität liegt genau darin, in all diese absurdität und abseitigkeit, diese flapsigkeit und wortspielerei, gleichzeitig diese verlorenheit und trostlosigkeit (die niemals pathetisch, vielmehr immer völlig nüchtern ist), immer wieder regelrecht verträumte, sehnsüchtige und ergreifende (wenn auch kein bisschen glaubhafte) liebesgeschichten einzuflechten, die den protagonisten, bei denen es sich stets um langsam alternde, eigentlich hoch gebildete und begabte, dennoch nichts auf die reihe kriegende versager handelt, geradezu wiederfahren, ohne dass sie selbst wüssten, wie ihnen geschieht.
all das findet man auch in diesem roman von zelter, der hoffentlich nie aufhört zu schreiben.
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4 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Who is it?, 8. September 2010
Von 
Rezension bezieht sich auf: Der Ministerpräsident (Gebundene Ausgabe)
Die Fachwelt überschlug sich geradezu mit Superlativen vor Erscheinen dieses Buches: "Kokett und britisch unterkühlt, verspielt wie Jean Paul und geistreich wie Oscar Wilde", "von den Worten geliebt", "Spannung am Limit", "psychologisches Raffinement", "ein genialer Erzähler"...!
Und sie haben allle Recht! Mit einer erneuten Besprechung müßte ich mich also damit begnügen, nach Synonymen für die bereits verwendeten Lobesworte zu suchen. Deshalb, hier und heute nur ein paar Zitate zur Hauptperson dieser Politsatire, die durch einen Unfall nicht nur eines Teils ihres Gedächtnisses, sondern auch ihres schwäbischen Dialekts verlustig ging:

"Früher sei mein Sprechen ein Unding gewesen... Ein hölzernes Stakkato. Ein ständiger Fehlklang und Fehltakt. ...ein gehetztes Stolpern. Ein Sprechen das von Satz zu Satz hastete, ...abgehackt, abgehetzt, und überstürzt. Nahezu roboterhaft. Wie ein aufgezogener Blechsoldat. ... wie ein geduckter Mann, der zu einer Straßenbahn hetzt. Sowohl mein Deutsch, und viel schlimmer noch mein Englisch."

Ähnlichkeiten mit real ...

Der Fernsehgast. Oder Wie ich lernte die Welt zu sehen
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Der Ministerpräsident: Roman
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