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21 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein neuer Blick auf die DDR
Jens ist 23, als er Marie kennenlernt. Ein verrückter Typ mit Ideen im Kopf, die er in der DDR eigentlich nicht haben sollte. Er forscht über Umweltskandale, hält politische Vorträge und trifft sich mit Studentengruppen aus dem Westen. Als er die 24-jährige Marie kennenlernt, zieht er sie in seine Welt hinein.

Doch die Enge, in der sie...
Vor 6 Monaten von Sonnenblume veröffentlicht

versus
6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Mehr Zurückhaltung durch den Autor hätte dem Buch gutgetan
Peter Wensierski kann getrost als DDR-Experte bezeichnet werden, zeichnet er doch als Reporter und Buchautor zum Thema seit Jahrzehnten verantwortlich. Als er „am Rande eines Gesprächs vage davon hörte“, war sein Interesse an dieser Geschichte geweckt: der Geschichte von zwei Ostberliner Studenten, die Ende der 80er Jahre mit viel Abenteuerlust,...
Vor 4 Monaten von dreamjastie veröffentlicht


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21 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein neuer Blick auf die DDR, 2. März 2014
Jens ist 23, als er Marie kennenlernt. Ein verrückter Typ mit Ideen im Kopf, die er in der DDR eigentlich nicht haben sollte. Er forscht über Umweltskandale, hält politische Vorträge und trifft sich mit Studentengruppen aus dem Westen. Als er die 24-jährige Marie kennenlernt, zieht er sie in seine Welt hinein.

Doch die Enge, in der sie leben, wird für sie bald unerträglich. Jens und Marie drängt es fort, sie wollen ausbrechen und reisen, möglichst weit weg.

Mit einem gefälschten Visum reisen sie über Polen in die Sowjetunion, durchqueren die Weiten der Mongolei, bis sie schließlich in China landen. Von dort aus könnten sie nach Westdeutschland ausreisen. Jetzt müssen Jens und Marie sich entscheiden: Wollen sie nach Ostberlin zurückkehren oder im Westen ein neues Leben beginnen?

„Die Verbotene Reise“ nimmt uns mit in den Alltag von Jens und Marie, nach Berlin-Prenzlauer Berg, in die späten 80er Jahre. Ihre Reise ist nicht nur ein großes Abenteuer. Sie stellt Jens und Marie letztlich vor die Frage, was mehr wert ist: der Drang nach Freiheit oder der Wunsch, doch irgendwo eine Heimat zu haben? „Die verbotene Reise“ erzählt eine wahre Geschichte. Es ist eine sehr persönliche Geschichte, und gleichzeitig eine politische, da sie die großen Fragen ihrer Zeit reflektiert.

Ich habe das Buch vor allem deswegen gern gelesen, weil ich die DDR nur aus Geschichtsbüchern und Filmen kenne. Als die Mauer fiel, war ich ein kleines Kind im Westen. Das Buch hat mir einen neuen, unbefangenen Blick auf die Zeit eröffnet, die viel zu oft entlang derselben klischeehaften Schemata erzählt worden ist.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Mehr Zurückhaltung durch den Autor hätte dem Buch gutgetan, 23. Mai 2014
Von 
dreamjastie (Dresden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 1000 REZENSENT)   
Peter Wensierski kann getrost als DDR-Experte bezeichnet werden, zeichnet er doch als Reporter und Buchautor zum Thema seit Jahrzehnten verantwortlich. Als er „am Rande eines Gesprächs vage davon hörte“, war sein Interesse an dieser Geschichte geweckt: der Geschichte von zwei Ostberliner Studenten, die Ende der 80er Jahre mit viel Abenteuerlust, Freiheitsdrang und Chuzpe in die Mongolei und von dort nach China reisten.
Was sich in der Verlags-Ankündigung wie ein nüchterner Reisebericht liest, ist jedoch weit mehr: eine emotionale Abrechnung mit dem Honecker-System, das dem Studenten Jens mehr und mehr Steine in den Weg legt und ihm schließlich die Existenzgrundlage raubt. Auch wenn diese Hintergründe natürlich wichtig sind, um zu verstehen, wie es zu der beneidenswerten Reise kam, war ich doch überrascht, dass bis zum Beginn der Reise schon die Hälfte des Buches weggelesen war.
Ich empfehle das Buch allen Freunden von belletristischer Reiseliteratur, auch wenn der Schreibstil weniger in den Spiegel-Buchverlag als zur Bildzeitung passt: gar zu suggestiv werden hier die Informationen an den Leser gebracht. Auch liest der Text sich eher wie ein Roman als wie ein Bericht. Mehr Nüchternheit beim Erzählen wäre den Protagonisten Jens und Marie m. E. gerechter geworden, zumindest habe ich die beiden Reisenden als nicht so pathetisch kennengelernt, wie es der Text leider immer wieder ist. Und dann – sicher eine Kostenfrage – fand auch ich es enttäuschend, dass von dreitausend unveröffentlichten Dias („kaum ein anderer dürfte im China der achtziger Jahre derart viele Fotos im Format 6x6 gemacht haben“) letztlich nur eine Handvoll im Buch abgedruckt wurden.
Das Buch ist kurzweilig und bereichert das Jahr des Mauerfall-Jubiläums ohne Zweifel um eine schillernde Facette, doch hätte ich mir bei diesem Stoff ein bisschen mehr Zurückhaltung durch den Autor gewünscht, denn in der vorliegenden Fassung, in der auffallenden Raffung der Ereignisse, der Detailtreue beim Wiedergeben von Gesprächen (nach 25 Jahren! und dann auch noch alles kursiv!) und schließlich in der beständigen Wertung von Ereignissen wirkt der Text oft fiktional, der wirkliche Reiz besteht aber doch – und deshalb habe zumindest ich das Buch gelesen – darin, dass die Geschichte vollkommen wahr und belegt ist.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Umfassende und interessante Reportage aus anderen Zeiten, 17. März 2014
Zurück in das Jahr 2014, in den Osten Deutschlands, genauer zunächst Berlins, führt Peter Wensierski den Leser mit diesen Erinnerungen eines (damaligen) Liebespaares mit einem sehr ausgeprägten und sehr speziellen „Fernweh“.

Die freie, wilde Natur, ferne Länder, Bergsteigen, das sind die Momente, in denen Jens glücklich ist, die er versucht, im Rahmen der Enge des Systems der DDR zu erlangen und das sind ebenfalls jene Momente, die Marie ebenfalls ins ich trägt und durch ihre Bekanntschaft (und bald Liebe) zu Jens immer stärker ins ich spürt.

Sehr genau zunächst allerdings lässt Wensierski in seiner sachlichen und flüssigen Sprache zunächst die Welt des Prenzlauer Bergs in Ost Berlin vor den Augen des Lesers wiedererstehen. Die zerfallenen Häuser, die einfache Lebensweise, der schwere Geruch von Kohle in der Luft, die Bedrängung der Unfreiheit (die den Studenten Jens seinen Studienplatz kosten wird), aber auch die „kleinen Fluchten und Freiheiten“ auf den Dächern der Häuser und in der kleinen Gemeinschaft Gleichgesinnter.

Wäre das, was dann so innerlich fundiert vorbereitet auch durch die Form der Darstellung, als reine „Flucht in den Westen“ von Beginn an angedacht gewesen, dann wäre dieses Vorhaben mit seinen insgesamt zurückgelegten 10806 Kilometern sicherlich die weitest mögliche Fluchtroute gewesen.

Aber tatsächlich, und das versteht Wensierski gut und plastisch hervorzuheben, es geht um das Fernweh, die Lust an der Freiheit, am Fremden, an der Entdeckung anderer Welten, Landschaften und Lebensweisen,

Wie nun Jens und Marie mit kreativen Tricks, mit kleinen Schlupflöchern, mit Chuzpe und, vor allem, mit auch dreister Offensive „verbotene Räume“ betreten, durch die damalige Sowjetunion einen Weg hindurch, ja überhaupt hinein finden, mit welchem aufwand (und klopfendem Herzen) dann der Weg über die Grenze nach China gefunden wird, bis beide letztendlich in Peking vis a vis der bundesdeutschen Botschaft stehen (und dann eine Entscheidung zu fällen haben, die den Leser letztlich überraschen wird), das füllt ohne weiteres interessant die Seiten des Buches.

Gerade die Eindrücke, illustriert von einigen Fotografien, welche Jens damals auf der Reise erstellte, hallen nach. Nicht nur im Leser, gerade Marie wird durch ihre Zeit in der Mongolei, im ein Stück weit Leben mit den Menschen dort, sich entwickeln, einen wichtigen Teil von sich erst finden und damit für den Rest ihres Lebens geprägt werden.

„Die meisten geben als Erwachsene zu früh auf. Selbst wenn sie etwas wollen, probieren sie es nicht. Ich denk' da anders. Wenn Du etwas willst, mach es einfach, probiere es mit aller Kraft. Vielleicht klappt's, vielleicht nicht, aber man muss es doch wenigstens versucht haben“.

So denkt es Jens, so lebt er es, so macht es Marie im gleich. Ob im Zelt in wilder Natur oder mit einem Rucksack voller Filmrollen direkt neben einem sowjetisch-militärischen Stützpunkt versteckt im Wald, diese innere Haltung ist die treibende Kraft, mit der den beiden in der damaligen Zeit und im damaligen System unmöglich scheinendes gelingt.

Erlebnisse, die durchaus auch heute noch den Leser animieren und die mit Staunen zu lesen sind.
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17 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen äußert ungewöhnliche Fluchtgeschichte, 2. März 2014
Von 
Christian Döring "leseratte" - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)   
25 Jahre nach dem Fall der Mauer kommt dieses Buch gerade zur rechten Zeit. Aber Vorsicht, es ist die Geschichte einer Flucht, wie ich sie vorher nie zuvor gelesen habe und ich kenne einige Fluchtgeschichten.

Von Berlin aus starten Marie und Jens vom Prenzlauer Berg in die sozialistische Volksrepublik der Mongolei. Allein diese Reise war nichts alltägliches. Aber Einfallsreichtum ermöglichte sie. Beide erleben die Menschen und die Natur der Mongolei. Das Buch nimmt sich Zeit und schaut genau auf Land und Leute und die Spannung besteht darin, wie die beiden DDR-Bürger dies alles erleben.

Die Reise der Beiden geht weiter in die VR China. Und genau dort passiert es. Jens setzt sich über Hong Kong in den Westen ab. Die Wege der beiden trennen sich. Wie es dazu kommt und wie das so viele Jahre später aufs Papier gebracht wurde, ist beeindruckend.

Die Stimmung, nachdem Marie in die DDR zurückgekehrt ist, wird sehr schön eingefangen. Sichtbar wird die Arbeit von Stasi und Partei.

Diese ungewöhnliche Flucht über den Osten in den Westen, sollte vor allem deshalb gelesen werden, damit man den Wert unserer Demokratie zu schätzen lernt, auch wenn diese immer weiter entwickelt werden muss!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannende Geschichte, 24. Mai 2014
Tolles Buch und aufgrund der sehr langen Reise hätte es ruhig noch 200 Seiten mehr haben können, welche ich gerne noch gelesen hätte. Der literatische Anspruch könnte ein wenig höher sein, aber dennoch möchte ich die vollen 5 Sterne vergeben.
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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen tolle Sache, 29. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Habe zu dieser Zeit als Student in Halle und Dresden gelebt - genauso war es, und wir hätten nicht zu träumen gewagt , dass sich alles ändern wird. Umso wichtiger, dass wir uns immer wieder bewusst machen, welch großen Schatz wir mit unserer Freiheit in der Hand halten.
Die gesamte Situation ist äußerst spannend, und fast mit etwas Neid erlebt man die Reise mit.

1 Punkt Abzug für den eher geringen literarischen Anspruch des Buches.

Insgesamt aber sehr lesenswert.
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3.0 von 5 Sternen Weniger Mut zur Lücke wäre schön gewesen (und wirklich mutig), 3. August 2014
Von 
Die Geschichte der Reise, die Jens und Marie (ihre Nachnamen erfahren wir nicht) unternehmen, bietet ausreichend Stoff für einen Abenteuerfilm. Umso bedauerlicher ist es, dass der Tonfall von Peter Wensierskis Rekonstruktion der mehr als 10.000 km langen Reise von Ostberlin nach Peking über die ganzen 256 Seiten des Buches sehr nüchtern bleibt.

Als Marie und Jens sich im Ost-Berlin der ausgehenden 1980er Jahre kennen lernen, sind sich die beiden Freigeister auf Anhieb sympathisch. Es dauert nicht lang, bis der Biologiestudent und die angehende Bühnenbildnerin zusammenziehen. Den passionierten Vogelkundler und seine Freundin verbindet der Drang, die weite Welt zu sehen; und tatsächlich ist es Jens verschiedentlich gelungen, die Ostgrenze der DDR weiter hinter sich zu lassen, als ihm das der Staatsapparat wohl je gestattet hätte. Dem jungen Mann fällt es offenbar nicht schwer, Kontakte zu knüpfen, und mit List und Einfallsreichtum ist es Jens in der Vergangenheit gelungen, unter Angabe von sehr offiziös wirkenden Gründen auf eigene Faust den Kaukasus zu bereisen. Berge besteigen, das Verhalten von Vögeln beobachten, seinem Forscherdrang und seiner Wanderlust frei von Reglements und Repressalien nachgehen - mehr will der junge Mann nicht, und in dem Versuch, sich auszuleben, scheut er auch vor Schwierigkeiten mit der Staatsmacht nicht zurück.

Das bleibt nicht ohne Folgen - irgendwann wird Jens zunächst exmatrikuliert, später macht man es ihm außerdem die Vorträge unmöglich, mit denen der junge Mann sich finanziell über Wasser hält. Was nun? Aussichten, später einmal in dem Bereich zu arbeiten, der ihm zusagt, hat Jens nicht mehr, aber die Eltern stehen voll hinter ihrem Sohn und bestärken den, seinen eigenen Weg zu gehen - wo immer der hinführt und ohne Rücksicht auf sie, die Eltern, denen ohnehin nichts mehr passieren könne. Gemeinsam mit Freundin Marie schmieet Jens den abenteuerlichen Plan, über Polen und Rissland in die Mongolei zu reisen. Als der Plan glückt, fassen die beiden ein noch ferneres Ziel ins Auge: Einmal auf der Chinesischen Mauer stehen - das wär's. Von einer Flucht in den Westen ist zunächst nicht die Rede, aber vor allem Jens möchte den Geschmack der grenzenlosen Freiheit nicht mehr missen ...

Ich liebe Reisebeschreibungen. Durch einen Artikel im "SPIEGEL" auf das Buch aufmerksam geworden, habe ich mir "Die verbotene Reise" kurz nach Erscheinen zugelegt. Inzwischen habe ich das rund 250 Seiten starke Buch zu Ende gelesen und kann ein Resümee ziehen. Das fällt bei mir zwiespältig aus: Ich habe das Buch mit Interesse gelesen, hatte mir tatsächlich aber etwas mehr davon erhofft.

Dass ich das fest gebundene Buch heute nachmittag mit einem Gefühl leiser Enttäuschung zugeschlagen habe, ist in erster Linie der Art der Schilderung geschuldet: Der um Objektivität bemühte Tonfall von Wensierskis Buch mag journalistisch ohne Tadel sein, aber für meine Begriffe ist ihm die anhand von Interviews mit den Protagonisten rekonstruierte Reisebeschreibung allzu sachlich geraten. Für meinen Geschmack liest sich die Beschreibung dessen, was für die beiden jungen DDR-Bürger fraglos die Reise ihres Lebens war, durch die Bank viel zu distanziert. Ich kann den teils geradezu spröden Tonfall umso weniger nachvollziehen, als der Autor im Epilog darauf hinweist, dass er für das, was im Buch wie eine zusammenhängende Reise wirkt, die Erlebnisse verschiedener von den beiden Studenten zwischen den Jahren 1985 und 1987 unternommenen Reisen erzählerisch zu einem einzigen Trip verdichtet habe. Wenn soviel dichterische Freiheit sein darf (und ich finde, sie darf) - warum hat Wensierski sich nicht noch etwas mehr davon eingeräumt?

Ich gebe zu, dass ich, was beschreibende Literatur angeht, verwöhnt bin. Es kann auch sein, dass es im angelsächsischen Bereich eine längere Tradition gibt, Fakten so aufzubereiten, dass daraus Erzählungen werden, die es mit jedem Roman aufnehmen können - spontan fällt mir Truman Capotes stilbildender Tatsacheroman "Kaltblütig" ein, auch Sebastian Jungers "Der Sturm" habe ich als spannende Lektüre in Erinnerung, die gut recherchierte Fakten mit plausiblen Annahmen geschickt zu einem Ganzen verwebt, das den Leser schnell in seinen Bann zieht und bis zur letzten Seite nicht mehr loslässt. Auch Paul Theroux' Reisebeschreibungen, die, zugegeben, die Messlatte für diese Art von Literatur ziemlich hoch hängen, müssen an dieser Stelle genannt sein.

Wensierski protokolliert gewissenhaft - zumindest wirken seine Aufzeichnungen so, als sei die Recherche gewissenhaft gewesen -, dabei aber leider reichlich phantasielos. Vieles wird in einer Weise verkürzt, die dem Thema des Buches in meinen Augen auf geradezu absurde Weise widerspricht. Ich glaube, die Reise von Marie und Jens hätte Stoff für ein sehr viel längeres Buch geboten, und genau dieses Buch hätte ich gern gelesen. In dem, was vorliegt, gibt es leider nur vergleichsweise wenige Momentaufnahmen, die den Leser wirklich ins Geschehen eintauchen lassen. Es leuchtet mir ein, dass die Schilderung von Geschehnissen, die mehr als 20 Jahre zurückliegen, kein einfaches Unterfangen sind, vor allem nicht dann, wenn sie durch einen Ghostwriter erfolgt. Trotzdem hätte ich mir gewünscht, der Autor hätte weniger Mut zur Lücke gehabt, sondern mehr Chuzpe, die bestehenden Lücken unter Ausschöpfung der künstlerischen Freiheit mit Leben zu füllen.

R e s ü m e e

Das, was eine ungemein spannende viermonatige Reise gewesen sein muss, wie man sie höchstens einmal im Leben unternimmt, gerinnt in Wensierskis Buch zu einer für meinen Geschmack allzu emotionslos wirkenden Aneinanderreihung von Fakten. Gerade gegen Ende hin wirkt das Ergebnis allzu papiern und, für meine Begriffe, geradezu atemlos verkürzend - die letzten Seiten wirken auf mich so, als sei der Abgabeschluss fürs Buchmanuskript schneller in Reichweite geraten, als es dem Verfasser des Buchs lieb war. Nichts gegen journalistische Sorgfalt, aber für meinen Geschmack ist "Die verbotene Reise" erzählerisch allzu unaufgeregt und unfarbig geraten, als dass ich das Buch so rundheraus empfehlen könnte, wie mir das lieb gewesen wäre - mehr als drei Sterne ist mir die streckenweise arg punktuell und schlaglichtartig geratene Rekonstruktion der Abenteuerreise durch die Weiten der Mongolei nicht wert.
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5.0 von 5 Sternen Die verbotene Reise, 3. August 2014
In den achtziger Jahren, das Ende der DDR ist noch nicht absehbar, verlieben sich die Ost-Berliner Studenten Jens und Marie ineinander und ziehen zusammen in eine Wohnung in Prenzlauer Berg. Sie eint die Sehnsucht nach fernen Ländern und nach wilder Natur. Sie fälschen die Einladung eines mongolischen Bergsteigervereins und schaffen das Unmögliche. Sie erhalten Visa für die Mongolei und sogar Pässe, die sonst nur verdienten DDR-Bürgern zustehen. Mit Mut, einer Portion Frechheit, dazu einem Zelt, Kamera und Hunderten Filmen im Gepäck brechen sie im Sommer 1987 auf in Richtung Sowjetunion und Mongolei, um ihren großen Traum zu erfüllen, den fernen Osten zu sehen. In Jens, der wegen seiner Unangepasstheit und seines unerwünschten Engagements als Biologe und Naturschützer schon seinen Studienplatz verloren hat, reift bald der Gedanke, noch einen Schritt weiterzugehen. Damit begeben sie sich allerdings endgültig auf verbotenes Gebiet. Peter Wensierski erzählt die spannende Geschichte einer außergewöhnlichen Reise, wie sie nur ganz wenigen DDR-Bürgern gelang. Das Buch ist im DVA Verlag Verlag erschienen.. Es ist die Geschichte einer abenteuerlichen Flucht. Nach einer Reise von 10806 Kilometern stehen sie in Peking vor der Westdeutschen Botschaft. Auf der anderen Straßenseite gibt es die Pässe zur Ausreise in den Westen. Sie gehen nicht über die Straße, sie laufen weiter durch Peking ohne Ziel. Die Stadt ist heiß und voller fremder Geräusche. Sie gehen Hand in Hand, sie reden nicht viel. Im Schatten der Bäume sehen sie Frauen beim Thai-Chi. Zwei alte Männer auf dem vertrockneten Rasen bewegen sich beim Schattenboxen langsam , wie in Zeitlupe. Auf einem langen Spaziergang in einem der Parks im Zentrum treffen Marie und Jens ihre endgültige Entscheidung. Diese Geschichte der verbotenen Reise ist ein wehmütiger Roman . Ich kann ihn nur weiterempfehlen.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Hintergründe der Flucht?, 28. April 2014
Im Buch wird ein interessanter Spannungsbogen aus Stasi-Bespitzelung und einstigem Leben in der DDR aufgebaut, der sich jedoch nach der Hälfte im Nichts verliert. Das Paar Jens und Marie beantragt schließlich ein Visum für die Mongolei, woraufhin ihnen ein Reisepass ausgestellt wurde. Damit bekommen sie in Ulan Bator ganz legal ein Visum für China. War es denn überhaupt möglich in den Besitz eines Passes zu gelangen, wenn man sich derart im Netz der Stasi-Ueberwachung befand ??????? Es hatte doch quasi niemand die Chance, einen Reisepass zu bekommen.
Die Punkte vergebe ich für die detailreiche teils "ostalgisch"-liebevolle Beschreibung der späten DDR-Zeit.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen sehr spannend, 18. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Sehr gut recherchiert,bechreibt sehr gut die Zustände in der Ex-DDR.

Sehr spannend geschrieben,habe das Buch in 2 Tagen genossen und

und meinen Bekannten gleich weiterempfohlen.
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