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69 von 75 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen F...
Okay, ein wenig skeptisch war ich ja schon. Rund einunddreiviertel Stunden jemandem dabei zusehen, wie er auf dem Meer treibt? Kann einen sowas fesseln? Meine Meinung: Es kann!

Ungewöhnlich ist die Inszenierung auf jeden Fall. Lediglich ein einziger Darsteller, keine Dialoge, ein einziger Schauplatz. Und man erfährt absolut nichts über die...
Vor 11 Monaten von hamburg-2005 veröffentlicht

versus
23 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wide open Sea
(Kinoversion)

J.C. Chandor hat mit seinem Debütfilm "Der große Crash - Margin Call" mit dem großartigen Kevin Spacey 2011 einen intelligenten, hochspannenden und dialoglastigen Film hingelegt. In "All is Lost" nun besinnt sich der Regisseur und Drehbuchautor auf das Wesentliche und schickt Altstar Robert Redford im Segelboot aufs weite Meer,...
Vor 11 Monaten von MissVega veröffentlicht


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69 von 75 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen F..., 9. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: All Is Lost [Blu-ray] (Blu-ray)
Okay, ein wenig skeptisch war ich ja schon. Rund einunddreiviertel Stunden jemandem dabei zusehen, wie er auf dem Meer treibt? Kann einen sowas fesseln? Meine Meinung: Es kann!

Ungewöhnlich ist die Inszenierung auf jeden Fall. Lediglich ein einziger Darsteller, keine Dialoge, ein einziger Schauplatz. Und man erfährt absolut nichts über die Hauptfigur, außer das er verheiratet ist oder war. Er trägt zumindest einen Ehering. Der Segler ist sogar namenlos. So wird er im Abspann auch nur "Our Man" genannt. Und das passt auch ganz gut, denn irgendwie leidet man gemeinsam mit dem Helden.

Gesprochen wird nur ganz am Anfang aus dem Off. Und das könnte etwas verwirren. Mehr dazu sage ich jedoch nicht, da Ihr den Film ja vielleicht noch selbst anschauen wollt.

Fazit: Was eine todlangweilige Angelegenheit hätte werden können, ist Dank Robert Redford zu einem sehenswerten Film geworden. Wer mal nicht den üblichen Klamauk oder Action-Schrott aus den USA sehen möchte, sollte sich diesen Film unbedingt anschauen.
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25 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Meer ist grandios aber gnadenlos, 25. Mai 2014
Von 
Peer.Gynt (Gudbrandsdal) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: All Is Lost (DVD)
Kein Film für Segler, oder doch?

Eigentlich sollte ein Film, der nur auf See spielt, jeden Segler in seinen Bann ziehen, selbst wenn der Titel schon vermuten lässt, dass es nicht alles positiv sein wird.

Hat man sich wie ich einige Jahre mit Wassersport und Segeln im Allgemeinen, im Speziellen aber auch mit Einhandsegeln (als Eigner eines Zweimasters) beschäftigt, dann sieht man vieles mit anderen Augen und fühlt sich durch diese Produktion manchmal arg verschaukelt oder zumindest enttäuscht. Wenn einen das stört und man gute Seemannschaft sehen will, dann sollte man sich den Film besser nicht ansehen. Am Ende habe ich mal ein paar schwache Punkte aufgelistet, die keiner lesen sollte, der den Film doch noch sehen will.

Es ist schon erstaunlich, wie riesig die See ist, wenn man mitten drin steckt. Leider spreche ich da aus eigener Erfahrung, weil ich mit einer Crew im (ja nicht soooo riesigen) Mittelmeer havariert bin. Durch einen fahrlässigen Fehler (fehlender Sicherungssplint) bei einer Wartung verloren wir die Propellerwelle mitten in der Nacht auf halbem Wege zwischen Sardinien und Sizilien. Die Wellenbuchse konnten wir nach Aufschwimmen der Bodenbretter mitten in der Nacht mit einem Leckpfropfen abdichten. Die herausgerutschte Welle selbst blockierte aber das Ruder, so dass es sich nur in eine Richtung bewegen lies, was Manöver extrem schwierig machte. Wäre jetzt nicht so schlimm gewesen, wenn wir nicht mitten in ein Unwetter/Sturm gesteuert hätten. Ganze 18 Stunden quälten wir uns mit gerefften Segeln mit so wenig Manövern wie möglich (gesteuert haben wir im Grunde durch Fieren und Dichtholen der Segel) bis Castellammare del Golfo, um dort die Jacht an einer Trawler-Mooring mit den Trawler-Trossen auf den Winschen zu sichern, nachdem bereits sämtliche Klampen aus dem Deck gerissen wurden (und das hinter der 6 Meter hohen Schutzmauer). Vor diesem Background habe ich mir einige Gedanken über sinnvolle Ausrüstung und Verhaltensweisen gemacht. Aber genug von mir.

Im Film scheint der (namenlose) Einhandsegler in vielen Situationen sehr besonnen vorzugehen, in anderen aber eher etwas konfus. Das sei aber der Situation geschuldet, denn eine solche Havarie ist keine Situation, die man sich wünscht oder gezielt vorbereitet (in vielen Häfen ist es ein Ereignis, wenn sich ein Skipper von seiner vor Jahren abgelaufenen Rettungsinsel verabschiedet und endlich mal das Entfalten live zu sehen ist und sich ggf. sogar noch ein paar Freizeitskipper mal die Mühe machen sich in die Gummiwurst hinein zu quälen).

Der Film selbst beeindruckt durch tolle Bilder (ja, das Meer sieht so majestätisch aus und Crews versammeln sich auch nach Wochen auf See noch beim Sonnenuntergang an der Reling), einem gut dokumentierten und ins Bild gesetzten Ablauf der Geschehnisse. Die Ausrüstung und das Boot selbst durchaus akzeptabel und gut in Szene gesetzt.

Es ist ein Robert Redford Film, denn er ist zu 99% im Bild. Die Kamera folgt überall hin, in den Mast für die Reparatur des Anschlusses der Antenne für das längst verstorbene Funkgerät und auch in die Tiefe, wenn er gurgelnd an der Lifeline mitgeschleppt wird. Das lässt einen die Situation in allen Facetten miterleben, wenn man sich auch manchmal mit den getroffenen wortlosen Entscheidungen etwas schwer tut.

*** Der Film ***
Durch eine eher ruhige Erzählweise, die etwas im Kontrast zu den eigentlich dramatischen Ereignissen steht, wird ein gleichmäßiger Spannungsverlauf erzielt, der keine extremen Spitzen, aber dafür auch keine unnötigen Längen hat. Durch die fehlenden Dialoge ist man ein wenig gezwungen, sich selbst in die Situation zu versetzen und über die nötigen Schritte nachzudenken. Das funktioniert sehr gut, ist aber nichts für Action-Junkies.

*** Das Bild ***
Zu jeder Zeit ist das Bild scharf und kontrastreich. Für einen wackeligen Joghurtbecher auf hoher See ist (dank Dreh in gigantischen Wasserbecken) das Bild äußerst ruhig und stabil. Gerade die Unterwasseraufnahmen sind verblüffend, im "Making of" sieht man die Arbeit der Kamera-Taucher, sehr beeindruckend!

*** Der Ton ***
Deutsch DD 5.1 und Englisch DD 5.1
Ohne Dialoge ist für den Toningenieur schon mal ein Problem weniger zu lösen. Die Tonmischung und -Kulisse ist extrem zurückhaltend, für meinen Geschmack deutlich zu wenig. Weder die unbeabsichtigte Kollision noch das beabsichtigte Auffahren auf den Container ist akustisch auch nur annähernd der erwartete Knall, vom Durchkentern und dem Mastbruch inklusive Bruch aller Wanten hört man nur ein sachtes Gurgeln, wo gewaltige Schläge durch den Kunststoffrumpf gehen müssten.

*** Die Extras (DVD) ***
- Featurettes:
+ Die Geschichte
+ Der Schauspieler - Robert Redford
+ Der Filmemacher - J.C. Chandor
+ Grosser Film, kleiner Film (im Grunde das "Making of", leider zu kurz!)
+ Noch ist nichts verloren: Post Produktion (auch zu kurz)
- Interviews mit Cast & Crew
- B-Roll (naja...)
- Trailer
- 6 Trailer von anderen Filmen

*** Fazit ***
Es ist ein schöner und intensiver Film, den ich sicher auch nochmal ansehen werde!
Ich vergebe fünf Sterne, weil der Film toll ist und einer der wenigen, bei denen Meer, Sturm oder auch das Boot nicht nur Beiwerk sind, sondern die zentralen Elemente und alles sehr real und eindrucksvoll dargestellt wird, nur eben die Reaktionen in der Notsituation sowie die nicht immer sinnvolle Ausstattung lassen Robert Redford nicht als Übermensch sondern als den normalen gealterten Segler erscheinen, der mit seinem Joghurtbecher leider dummes Pech hat, während andere mit noch deutlich schlechterer Ausrüstung mit weniger Problemen rund um die Welt kommen.
Dazu empfehle ich die Lektüre von Im Grenzbereich des Möglichen: Als Einhandsegler um die Welt von Norbert Sedlacek, einem österreichischen Straßenbahnfahrer, der mittlerweile viel dazu gelernt hat und deutlich weniger Pech hatte...

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*** Achtung, jetzt kommt der SPOILER ***
(nicht weiterlesen, wenn man den Film noch vor sich hat)

Seemännische Unklarheiten:
- ein Leck auf der Wasserlinie wird souverän durch Krängung entschärft und provisorisch geflickt, ein Loch im Deck, durch das Regenwasser dringt, führt dann aber zur Aufgabe des Bootes
- der abgetrennte Mast lässt sich durch Zerschneiden eines einzelnen Taues vom Boot trennen. Wozu habe ich immer einen Wantenschneider mitgeführt?
- gute Idee einen Sextanten auf eine nicht manövrierbare Rettungsinsel mitzunehmen. Die dann benutze Anleitung würde mich mal interessieren, mit der man durch spontane Messung des Sonnenwinkels die genaue Position ermitteln kann. Alle anderen brauchen dafür noch eine sternenklare Nacht...
- tja... und natürlich kann man, wenn einem der Sturm um die Ohren pfeift, ein nasses Segel mal eben aus dem Wasser und über die Reling ziehen. In Natur schafft es keine ganze Crew das Segel auch nur an Deck zu halten, wenn der Steuermann nicht perfekt in den Wind gefahren ist...
- warum musste ich den Pyroschein machen, wenn andere dann doch so fahrlässig mit den wenigen zur Verfügung stehen Signalmitteln umgehen?
- die Verbindungsleine zwischen untergehendem Boot und Rettungsinsel nicht zu kappen ist schon dumm fahrlässig, ermöglicht unserem Helden aber sich beinahe noch ein zweites Mal in die Tiefe reißen zu lassen
- hoffentlich lernen es jetzt einige, dass die elastischen Lifelines nur zum Leichenschleppen geeignet sind, denn mit vollgesogener Montour schafft es nur ein Robert Redford sich an Bord und über die Reling zu ziehen. Die meisten Einhandsegler verzichten sogar auf Lifelines, weil man ohne Hilfe nicht mehr an Bord kommt und an Bord sehr behindert wird. Meist wird stattdessen eine lange Schwimm-Leine am Heck nachgeschleppt, mit der man sich wieder zur Badeleiter ziehen kann, wenn das Boot gerade abhauen will.
- alleine mitten im indischen Ozean (1700sm von Sumatra entfernt) aber kein EPIRB (Notfunkbake) dabei? Hatte ich ja selbst in der Ostsee immer dabei...
- Lenzen (Abpumpen des eingedrungen Wassers) scheint eher uninteressant zu sein, wenn man sich den Hebel für die Lenzpunpe dann erst mal selbst schnitzen muss. Da hat sich wohl einer zu sehr auf die elektrische Lenzpumpe verlassen und die Manuelle nie gecheckt. Man(n) hätte übrigens gleich beim ersten Aufschwimmen der Bodenbretter die Lenzpumpe anschmeissen können, denn da war die Elektrik noch in Ordnung, statt Spaziergänge auf dem Container zu machen, bis an Bord alles abgesoffen war...
- ein Notruf wird mit "Mayday, Mayday, Mayday" eingeleitet, um sofortige Aufmerksamkeit zu erhalten und wird nicht wie ein nettes Bord-zu-Bord-Geplauder begonnen.
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21 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen wirkt lange nach - ein sehr packender Film, 14. Januar 2014
Von 
Rezension bezieht sich auf: All Is Lost (DVD)
Seit der Film All is lost in den diversen Kulturteilen der Zeitungen das erste Mal (früher Herbst 2013) besprochen wurde, habe ich darauf gewartet, ihn zu sehen. Als Redford-Fan ohnehin für mich ein Muss.

Bevor der Film richtig losgeht, hört man eine Stimme aus dem Off, die so Einiges vorwegnimmt. "Our Man" Robert Redford, im Film ohne Namen, segelt im Indischen Ozean. Er hat geschlafen, wird von seltsamen Geräuschen und vom Wasser wach. Ein Container, der sozusagen herrenlos auf dem Meer getrieben hat, hat ein Loch in die Bootswand geschlagen. Der Container steckt nun im Boot fest. Der Segler löst ihn mit einem beweglichen Anker, steuert danach den Container nochmals an, besteigt dieses rostige rote Teil, um den Anker einzuholen und beobachtet dabei, wie sich allerhand Kindersportschuhe aus dem Containerloch ins Meer verteilen. Der Segler baut eine handgetriebene Pumpe, um das Wasser aus dem Bootsinnenraum zu pumpen, flickt das Loch außen am Boot, das alles bei schönstem Sonnenschein. Wir sehen ihm dabei zu, wie er professionell und ohne aus der Ruhe zu geraten, diese Reparaturen vornimmt, jeder Handgriff sitzt. Als alles erledigt ist, hört man den ersten Donner. Ein Sturm zieht auf.

Mehr möchte ich hier gar nicht schreiben. Mich hat der Film sehr beeindruckt. Sehr wenig Worte, eigentlich nur ein paar, wenig Musik, und wenn, dann melancholisch. Die Geräusche des Sturms, des Wassers und die der Tätigkeiten des Seglers sind bald die einzigen, die dem Zuschauer eine Hörkulisse bieten. Ist der Segler anfangs noch ganz Herr über die Dinge, hat also die Kontrolle, wird Schritt für Schritt deutlich, wie er eben diese Kontrolle verliert. Trotzdem spielt Redford so, dass man immer noch mit ihm hoffen möchte. Egal, was er tut, er tut es überlegt, kontrolliert, bis zum Schluss. Kein emotionales Drama nimmt den Zuschauer gefangen, es wird nicht gejammert, mit dem Schicksal gehadert, es werden keine verzweifelten Selbstgespräche geführt, sondern dieser Film besticht durch eine Sachlichkeit, die man dem Segler ohne weiteres abnimmt.

Ein für mich ganz empfehlenswerter Film, der die Kinoleinwand benötigt.
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23 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wide open Sea, 13. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: All Is Lost (DVD)
(Kinoversion)

J.C. Chandor hat mit seinem Debütfilm "Der große Crash - Margin Call" mit dem großartigen Kevin Spacey 2011 einen intelligenten, hochspannenden und dialoglastigen Film hingelegt. In "All is Lost" nun besinnt sich der Regisseur und Drehbuchautor auf das Wesentliche und schickt Altstar Robert Redford im Segelboot aufs weite Meer, und zwar ganz allein und mit lediglich einer Handvoll Worte ausgestattet. Konträrer könnten diese zwei Filme von Chandor kaum sein. Zwar ist "All is Lost" durch seine fast stumme Inszenierung (auch Musik wird nur an zwei, drei Stellen im Film eingesetzt) nicht so emotional und erschütternd wie manch anderes Drama, dennoch ist es Chandor gut gelungen, einen recht spannenden Film nahezu ohne Worte und mit einem souverän agierenden Robert Redford zu drehen, so dass in den immerhin 106 Filmminuten kaum Langeweile aufkommt.

Chandor wirft uns dann auch gleich hinein in die Handlung. Ohne seinen namenlosen Protagonisten vorzustellen oder ihm eine irgendwie geartete Biographie zu verpassen, landen wir mit Redford auf einem Segelboot im Indischen Ozean, ca. 1.700 km entfernt von Sumatra. Was der Segler dort macht, wo er hin will, ob er verheiratet ist und Kinder hat oder wie lange er schon unterwegs ist, all dies erfährt der Zuschauer nicht. Es erweist sich allerdings auch als unwichtig, denn hier geht es lediglich um den Überlebenskampf eines Mannes allein auf hoher See. Bereits in den ersten Filmminuten geschieht das Unglück. Des Seglers Boot wird von einem umhertreibenden Container gerammt und schlägt Leck. Zwar kann der Mann dieses Leck vorübergehend abdichten, doch der nächste Schicksalsschlag lässt nicht lange auf sich warten…und der nächste und der nächste. Funkgerät und Navi sind kaputt, dann zieht ein schwerer Sturm auf, dann…passieren noch viele weitere Dinge, und zwar immer genau dann, wenn man zusammen mit dem Segler wieder etwas Hoffnung schöpft, dass es nun vorbei ist mit der Pechsträhne. Aber nein, hier geht wirklich alles schief, was schief gehen kann und irgendwann gehen auch dem erfahrenen Segler die Ideen aus, wie er sich und sein Boot oder auch nur sein Leben noch retten kann. Der Plan, sich irgendwie auf eine von Handelsschiffen befahrene Seeroute zu manövrieren, rückt in unerreichbare Nähe…

"All is Lost" ist ein Experiment für den Kinogänger der heutigen Zeit. Chandor enthält ihm nämlich fast alles vor, was gemeinhin einen "guten", aber vor allem spannenden Film ausmacht. Eine dramatische, emotionale Geschichte, rasante Action und Stunts, taffe Dialoge und eine vielschichtige Interaktion der Charaktere. All dies fehlt "All is Lost" und dennoch ist der Film über weite Strecken spannend und gelungen. Wofür einerseits Chandors souveränes Drehbuch und andererseits das erfahrene und routinierte Spiel des 77jährigen Robert Redford verantwortlich ist. Chandor gelingt es, seinen Protagonisten immer neuen Verkettungen unglücklicher Umstände auszusetzen und so die fortwährend hochgehaltene Hoffnungsfahne immer wieder heftig flattern zu lassen. Jedes Mal, wenn man denkt, der Segler hätte das Ruder, das sein Schicksal nun endgültig zu besiegeln scheint, wieder herumgerissen, geschieht ein neues Unglück. Und auf so eine Reihe von teuflischen Zufällen muss man erstmal kommen, wenn man nur Wasser und ein Boot zur Verfügung hat. Aber Chandor lässt hier wirklich alles schiefgehen, was überhaupt nur schiefgehen kann, und das ist mehr, als man sich anfangs vorstellen kann. So erhält "All is Lost" eine erstaunlich spannende Handlung, obwohl nicht gesprochen wird und Chandor sich somit voll und ganz auf die Bildsprache seines Films und Redfords jahrzehntelange Schauspielerfahrung verlässt.

Den Kritikern, die nun gleich wieder nach einem Oscar für Redfords fulminante Darstellung krakeelen, sei nicht allzu viel Gehör geschenkt. Redford beeindruckt eher durch sein unfassbar gelassenes, pragmatisches und versiertes Spiel als durch eine wirklich oscarreife Darstellung. Dafür gibt seine Rolle dann doch nicht genug her bzw. er legt sie nicht so spektakulär an, als dass man von seinem ausdrucksstarken Spiel überwältigt wäre. Anstatt den Zuschauer in emotionalen Aufruhr ob seines unglückseligen Schicksals zu versetzen, erreicht Redford erstaunlicherweise genau das Gegenteil. Seine ruhige und überlegte Art, mit den immer neu auftauchenden Problemen umzugehen, beruhigt den Zuschauer und wiegt ihn in der trügerischen Sicherheit, dass schon alles gut werden wird. Oft wird man sich der Gefahr, in der der Segler schwebt, gar nicht recht bewusst, weil er so kontrolliert und besonnen vorgeht, dass man fast meinen könnte, das alles wäre doch gar nicht so schlimm. Redford spielt seinen Part erfrischend unsentimental, unerschütterlich und gelassen, so dass die Verzweiflung bis fast zum Ende nie ganz greifbar wird. Auch körperlich ist der 77jährige noch in erstaunlich guter Form und meistert die offensichtlich anstrengenden und kräftezehrenden Dreharbeiten so pragmatisch wie sein Schicksal als verunglückter Segler.

Als Tüpfelchen auf dem I gelingt es Chandor dann noch, den Zuschauer erst buchstäblich in der allerletzten Filmminute über das Schicksal seines Helden aufzuklären. Das macht einige doch sehr ruhige Passagen, in denen man Redford ruhig mal mit sich selbst hätte reden oder fluchen oder weinen lassen können, wieder wett. Denn da "All is Lost" nicht nur die Dialoge, sondern auch ein mitreißender oder traurig-emotionaler Soundtrack fehlen (bis auf einige wenige Ausnahmesequenzen), wird es ab und an dann doch ein wenig zu ruhig oder bleibt oberflächlich.

"All is Lost" braucht nicht unbedingt die große Leinwand. Außer dem Boot, dem Segler und ab und an dem sturmgepeitschten oder trügerisch ruhigen Meer und dem Himmel gibt es hier nicht viel zu sehen. Man muss sich "All is Lost" also nicht unbedingt im Kino ansehen, die heimische Fernsehleinwand dürfte dafür ausreichen. Auch wenn der Film jetzt nicht der ganz große Wurf ist, ist er spannend und gut inszeniert und verfügt in 106 Minuten nur über wenige Längen. Und es freut einen zu sehen, dass Robert Redford ein Darsteller ist, der immer noch top in Form ist und der auch ohne Worte überzeugend abliefern kann. Nicht phänomenal, aber sehr fundiert und gut. Ergo sehr gute drei von fünf Segeltörns, die ganz anders enden als geplant.
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4.0 von 5 Sternen Der alte Mann und das Meer, 22. Dezember 2014
Rezension bezieht sich auf: All Is Lost [Blu-ray] (Blu-ray)
Nach langen Jahren einmal wieder Robert Redford zu sehen war vorneweg ein willkommener Grund, sich für "All is lost" zu entscheiden. Und es ist aller Ehren wert, dass Redford - der jugendliche schöne Held aus Filmen wie Butch Cassidy oder Jenseits von Afrika - nicht als solcher als reine Erinnerung in den Köpfen der Menschen bleiben möchte. Dass er sich sichtbar gealtert seinem Publikum präsentiert in einer nicht ganz leichten Rolle. Nicht ganz leicht deshalb, weil es praktisch keine Dialoge oder besser Monologe gibt, das Spiel des Akteurs voll auf das Äußere konzentriert ist, auf Mimik, Ausdruck, Gestik. Und gerade unter diesem Aspekt finde ich Redfords Entscheidung für diese Rolle noch bemerkenswerter, da sein Körper mit den Spuren des Alters noch mehr im Fokus steht, denn bei einer Sprechrolle. Insofern Chapeau für den Haupt- und Einzeldarsteller von "All is lost".

Böserweise könnte man andererseits auch mit Recht behaupten, dass es nicht Redford für diese Rolle hätte sein müssen. Da eben nicht gesprochen wird, keine Interaktion mit anderen Schauspielern dramarturgisches Können verlangt, hätten die Macher des Films praktisch jeden beliebigen Mann oder Frau für die Rolle besetzen können, selbst einen Laien.

Denn "All is lost" wird nicht vorangetragen von Dialogen, von Aktion und Reaktion auf Gesprochenes. Der Film lebt von der Abfolge von getroffenen Entscheidungen auf äußere Umstände. Entscheidungen, die der Logik folgen und zur Rettung führen sollen. Ganz nach Fortschritt der äußeren Umstände, nach der Zuspitzung der Gefahr, passen sich diese Entscheidungen stringent den Umständen an. Und hier sehe ich den Film deutlich in Kapitel unterteilt - Achtung SPOILER.

Kapitel 1:
Der Film beginnt wie er später endet, mit einer extremen und in keinem Plan vorkommenden Unwahrscheinlichkeit inmitten des endlosen Ozeans. Ein im Meer treibender Container rammt das Segelboot des Protagonisten und schlägt es seitlich leck. Nach der Beschädigung des Bootes durch den Container ist die Gefahr erstmal noch keine; nur ein unschöner Zwischenfall, auf den "der Segler" nach gelerntem Vorgehen routinemäßig reagiert. Das Boot mit Bordmitteln sichern und im nächsten Hafen reparieren lassen ist der logische Plan. Für Angst oder Hektik gibt es keinen Anlass, DAS ist kein ernsthaftes Problem, eher eine kleines Abenteuer, das man später als Anekdote zum besten gibt.

Kapitel 2:
Dann verschärft ein Sturm die Lage, der das Boot schwer beschädigt und ihm den Mast nimmt. Mit Bordmitteln nicht zu reparieren. Ohne Mast kein Vorankommen, keine Navigation. DAS ist fern jeder Küste ein ernsthaftes Problem, zumal das Boot zusehends mit Wasser vollläuft und "der Segler" nüchtern feststellt, dass das Boot nicht zu halten ist. Auch hier noch kein Platz für Angst; auf die verschärfte Lage wird die logisch richtige Entscheidung getroffen, in die aufblasbare Rettungsinsel zu wechseln. Fürs erste ein kleiner sicher Hafen, von dem aus "der Segler" schauen kann wie es mit seinem Boot weitergeht, ob es sinkt oder ob es - bzw. der Seenotrettung dienende Teile von ihm - hernach noch verwendbar sind. Für jeden Seefahrer sicher der einschneidendste Moment, als das Boot schließlich sinkt, "der Segler" es durch das Loslassen der Lifeline zwischen Boot und Rettungsinsel freigibt und die Aufgabe damit akzeptiert. Nun ist die Lage durchaus ernst geworden, doch durch das besonnene Vorgehen "des Seglers" birgt die Rettungsinsel alles an Vorräten, um die vermutlich benötigte Zeit bis zur Auffindung zu meistern. DAS ist ein Problem, aber ein nach menschlichem Ermessen zu meisterndes. Angst macht sich auch hier nicht beim "Segler" breit, der moderne Mensch wird danke Ratio und Technik diese Aufgabe meistern.

Kapitel 3:
Doch dann erweist sich der gerettete üppige Vorrat an Trinkwasser als ungenießbar. Und das ist kein Problem, DAS ist eine Katastrophe und mit nicht geringer Wahrscheinlichkeit das Todesurteil auf hoher See. Genau das registriert der nüchtern kalkulierende "Segler" sofort und genau hier verliert er erstmals seine Besonnenheit, kommt blanke Angst zum Vorschein, die den "Stummfilm" in Form eines Aufschreis durchbricht. Aber der aufgeklärte Mensch lässt den Verstand regieren und findet Lösungen - hier die Generierung von Süßwasser durch Kondensation mittels nach Survivalhandbuch gebautem Wasseraufbereiter. Die Gefahr des Dehydrierens und Verdurstens ist durch Einschalten des Verstandes erstmal entschärft. Aufkommende Angst kann noch zurück gedrängt und beruhigt werden.

Kapitel 4:
In Notlagen kühlen Kopf bewahren, einen Rettungsplan entwickeln - "der Segler" ist äußerst diszipliniert und dank eines vorhandenen Sextantens erkennt er, dass sein nicht steuerbares Rettungsfloß von der Meeresströmung auf eine stark befahrene Seefahrtsstraße zugetrieben wird. DAS ist die Chance auf Rettung, die größte und zugleich vermutlich die einzige. Ein schmales Band der Hoffnung/Wahrscheinlichkeit inmitten der schier unendlichen Weite der Hoffnungslosigkeit/Unwahrscheinlichkeit.

Der Plan funktioniert, die Seefahrtsstraße wird erreicht und tatsächlich taucht kurz darauf das erste Schiff auf. Doch registriert wider jeden Erwartens weder dieses seine Hilfesignale, noch scheint irgendjemand auf einem weiteren vorbeiziehenden Schiff seine weithin leuchtenden Signalraketen zu bemerken. DAS ist kaum zu glauben, widerspricht jeder Wahrscheinlichkeit und verpasst dem menschlichen Verstand eine heftige Watschen. "Der Segler" konsterniert völlig auf seiner Rettungsinsel, die nun der Strömung weiter folgend wieder aus der Seefahrtsstraße hinaus getrieben wird und damit hinaus aus der einzigen Kreuzung von Hoffnungslosigkeit und Hoffnung. Und nun ist es zu Ende mit den Plänen des "Seglers", alle menschenmögliche Versuche zur eigenen Rettung, aller scharfer Verstand und alle beherrschte Vernunft, alle Selbstdisziplin und aller Durchhaltewille münden doch nur ins große Nichts der See jenseits der Schiffahrtsstraße, ins sichere Verderben. Der Mensch denkt, das Meer lenkt.

Kapitel 5:
Dieses Kapitel unterscheidet sich von den vorhergehenden eindeutig durch eines: Planlosigkeit. "Der Segler" weiß, dass es ab hier keine Pläne mehr geben kann, dass sein Überleben auf einen Zufall angewiesen ist, dessen Kommen gleich null angesehen werden muss. Der Verstand kapituliert, Angst macht sich breit - und schieres Hoffen, der bittende Glaube an eine Unwahrscheinlichkeit.

Und ab hier bin ich mir als Zuschauer nicht ganz sicher, ob das was folgt die Realität abbildet oder nicht nur ein Trugbild des Hoffens, des glauben Wollens. Denn bar jeder Wahrscheinlichkeit meint "der Segler" unweit seines Floßes ein Licht in der Nacht zu sehen, eine kleine Fischerbarke, die so weit draußen auf offener See eigentlich gar nicht sein kann. Entgegen jeder Vernunft entzündet "der Segler" auf seiner Gummiinsel ein offenes Feuer. Nicht nur führt er damit wissentlich das Sinken seiner Überlebensoase herbei, auch opfert er für das Feuer die Seiten seines Navigationsbuches. Nach dem früheren Aufgeben seines Bootes gibt er damit nun sich selbst auf, unterwirft sich der Macht des Schicksals, übergibt sein Los dem Meer. Seine letzte bewusste Entscheidung nach dem Sprung aus dem flammenden Inferno ins Meer ist das Versinken in den Fluten als erlösender Freitod. Immer tiefer sinkend blickt "der Segler" nach oben zur Wasseroberfläche, wo sein immer noch brennendes Floß einen "Ring of fire" bildet. Und just in diesem Moment des Sterbens dringt ein Licht der Hoffnung zu ihm; der Schein einer Suchlampe, gehalten von einem Mann auf einem Boot, welches sich der brennenden Rettungsinsel nähert. Mit letzter - oder neuer - Kraft schwimmt "der Segler" auf das Licht zu, wo ein rettender Arm den seinen greift - Film Ende. SPOILER Ende.

Dieses letzte Kapitel scheint für mich religiöse Aussagen in sich zu tragen. Der Mensch denkt und glaubt an das Geplante aber letztlich bestimmt die Vorhersehung sein Dasein. Der Mensch stirbt in Verzweiflung aber im Tode findet er Hoffnung und Rettung im Licht, auf das er zustrebt. Rettung und Erlösung können somit nicht von Menschen Hand kommen, nur von Gottes Hand. Vielleicht eine von weit her geholte Interpretation, aber man kann sie vielleicht durchaus im Kontext von "All is lost" finden. Vor Gericht und auf hoher See…das Sprichwort kommt nicht von ungefähr.

Zur filmischen Umsetzung:
Ich bin nun alles andere als Fachmann auf dem Gebiet des Wassersports, aber mir erschien das Vorgehen des "Seglers" sehr stringent richtig, logisch, rational und quasi wie aus dem Lehrbuch. Es wurden ja von fachmännischer Seite in anderen Rezis gewisse Unstimmigkeiten angemerkt, die sehr interessant und sicherlich korrekt sind. Aber für den Laien würde ich sagen, dass "der Segler" in seiner Situation alles richtig gemacht hat und man selbst es ganz ähnlich tun würde. Meine Partnerin fragte mich während des Films, warum denn "der Segler" nie eine Schwimmweste tragen würde, das würde man doch zuerst tun. Glaube ich aber nicht, denn auf offener See mit Weste ins eiskalte Wasser und dann langsam erfrieren, dehydrieren oder gefressen werden - da ertrinke ich lieber gleich. Aber das sagt sich leicht vom trockenen Sofa aus.
Wirklich sehr eindrucksvoll und schön ist die Bildsprache des Films, es gibt wundervolle Kameraeinstellungen, die das Meer in seiner majestätischen Schönheit ebenso einfangen, wie in seiner todbringenden Gnadenlosigkeit. Die Filmmusik ist zwar da aber kaum merklich, sie drängt sich nie in den Vordergrund und dramatisiert auch nie künstlich das, was man sowieso als dramatisch erkennt. Der Ton ist ok, eine Effektorgie darf man aber nicht erwarten, eher dümpelt er ruhig vor sich hin wie das Rettungsfloß des "Seglers".

Fazit:
Ein sehr schöner Film, ruhig aber nicht langweilig, eine interessante Fall- und Charakterstudie eines denkenden Menschen in bedrohlicher Not und beileibe kein Film nur für Wassersportfreunde. Eher eine Parabel über das, was das Leben bestimmt - Verstand oder Schicksal, Planung oder Hoffnung, Technik oder Bestimmung. Ganz sicher ein Film zum Nachdenken, der dazu anregt, sich eine eigene Interpretation zu bilden.
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen an den Haaren herbeigezerrte Handlung...., 1. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: All Is Lost [Blu-ray] (Blu-ray)
.....wenn jemand alleine im indischen Ozean herumschippert würde ich davon ausgehen, dass er sich auf dieses Unternehmen ausreichend vorbereitet, und mögliche Gefahren vorbereitet ist.Es gibt jede Menge Geräte mit denen sich Kollisionen vermeiden lassen und man im Notfall Hilfe herbeirufen kann. Ein totaler Stromausfall sollte das letzte sein, was auf so einem Boot passieren kann. Spannender wäre es gewesen einen Film darüber zu machen wie jemand trotz bester Voraussetzungn, Vorbereitung und Ausrüstung scheitern kann und nicht an seiner eigenen Ahnungslosigkeit. Wenn jemand mitten im Sturm anfängt das Sturmsegel zu setzen, hat er auf See nichts verloren ! Das Schiff wäre übrigens schon viel früher gesunken, weil die erste harte Welle das Leck wieder aufgerissen hätte und das Durchkentern mit offener Luke auch nicht gut gegangen wäre. Abgesehen davon...im Film ist der indische Ozean immer entweder flach wie ein Fischteich oder stürmisch gepeitscht. Die auf einem offenen Meer vorherrschende Dünung sieht man nie.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Es passiert einfach zu wenig...., 30. November 2014
Rezension bezieht sich auf: All Is Lost (DVD)
Oh, was ist Robert Redford für ein begnadeter Schauspieler. IMO kann er sein großes Können aber nur zeigen, sofern er andere Figuren zum interagieren hat.

Es tut fast weh, wie dieser Mann dabei gefilmt wird, wie er manchmal minutenlang nichts anderes macht als Plasikfolien, Kanister und sontiges Gerümpel zu bearbeiten.

Eine richtige Handlung gibt es in diesem Film nicht. Deshalb schaut man diesem Ausnahmekönner über 100 Minuten bei profanen technischen Reparautrversuchen usw. zu.

Die Story trägt einfach keinen Film über 100 Minuten. Wer mag, kann sich gerne philosophisch etwas hineininterpretieren. Mich hat das Thema und Redford in der Rolle leider nicht berührt.

Ich gebe zwei Sterne, weil einer bei Robert Redford gegen meine Prinzipen geht. Das bringe ich nicht über's Herz ;)
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4.0 von 5 Sternen Redford kanns, 28. Dezember 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: All Is Lost [Blu-ray] (Blu-ray)
Dieser Film hätte mit seiner reduzierten Story und vor allem dem mangelnden personal alle Voraussetzungen gehabt,in die Hose zu gehen.
Stattdessen habe ich mich nie gelangweilt,obwohl kaum gesprochen wird und Robert Redford praktisch der einzige Darsteller ist.
der Film ist auch nicht wirklich spannend,sondern einfach nur gut gemacht,indem er still und unspektakulär die Problematik und Dramatik dieses Seglers nach seinem unglücklichen Crash aufzeigt und wie er dies bewältigt.
Nichts für Actionfans.
Aber ein Kleinod für alle Kinoliebhaber,die einfach mal nur zuschauen wollen.
Schade,dass der Film nicht erfolgreicher war.
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4.0 von 5 Sternen Der alte Mann und das Meer, 25. September 2014
Rezension bezieht sich auf: All Is Lost [Blu-ray] (Blu-ray)
Kann ein Film funktionieren, dessen Drehbuch ganze 30 Seiten umfasst? Mit einem einzigen Schauspieler? Der, abgesehen von einem kurzen Brief an die Nachwelt zu Anfang und einem langgezogenem „Fuuuuuuuuuuuuuuuck“ kein einziges Wort spricht? Um es kurz zu machen: Es kann nicht nur funktionieren. Es funktioniert. Wenn dieser einzige Schauspieler Robert Redford heißt.

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13. Juli, 16.50 Uhr
Es tut mir leid.

Ich weiß, das spielt jetzt keine Rolle mehr. Aber ich meine, ich habe wirklich alles versucht. Ich glaube, ihr würdet mir alle zustimmen, dass ich es versucht habe…ehrlich zu sein…und...stark zu sein.

Gütig zu sein... und zu lieben. Also das Richtige zu tun. Aber das hab ich nicht.

Und ich weiß auch, das war euch klar.
Jedem auf seine Art.
Und es tut mir ehrlich leid.

Alles ist verloren. Außer Seele und Körper...oder was davon noch übrig ist. Und eine halbe Tagesration.

Es ist eigentlich unverzeihlich, das weiß ich jetzt. Ich habe keine Ahnung, warum es so lange gedauert hat, das zuzugeben. Aber so war’s nun mal.

Ich habe bis zum Ende gekämpft…ich bin nicht sicher, ob das einen Sinn hatte...aber ich weiß, dass ich es getan habe.

Ich habe mir immer mehr für Euch alle gewünscht. Ihr werdet mir fehlen.

Es tut mir leid.

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Nach diesem Brief, der zu Beginn von „All is Lost“ aus dem Off vorgelesen wird, können Sie ganz beruhigt auf den O-Ton umschalten. Denn das nächste Wort ist mindestens so weit, wie das Meer, auf dem die „Virginia Jean“ treibt.

Rückblende: Vor acht Tagen rammte ein im Meer treibender Container die Segelyacht. Durch ein großes Loch in der Rumpfseitenwand dringt Wasser ins Boot. Und legt die komplette Elektronik lahm. Kein Laptop, keine GPS-Navigation und vor allem: Kein Funkgerät funktioniert mehr. Dafür treiben hunderte Turnschuhe im Wasser ...

Dem Skipper, dessen Namen wir nie erfahren - er wird im Abspann nur mit „Our Man“ bezeichnet - gelingt es, das Loch im Rumpf notdürftig zu flicken und das Wasser abzupumpen. Er setzt die Reise fort. Kurzfristig meldet sich sogar das Funkgerät noch einmal. Aber es gelingt ihm nicht, einen Notruf abzusetzen. Beim anschließenden Reparaturversuch der Funkantenne an der Mastspitze sieht er das Aufziehen eines Unwetters. Er schafft es grade noch, das Boot sturmfest zu machen, was aber leider nicht ausreicht. Die Yacht kentert und wird dabei so schwer beschädigt, dass sie sinkt.

Es gelingt dem Segler noch, ein Rettungsfloß auszubringen und sich darin für’s erste zu retten. Mit Sixtant und Seekarten ermittelt er seine Position und erkennt, dass er auf eine viel befahrene Schifffahrtsroute zutreibt. Ob es eine Rettung gibt....

106 Minuten dauert „All is lost“. Dabei fällt kaum ein Wort. Dennoch: Mir wurde es keine Sekunde langweilig. Der Kampf des einsamen Skippers ums nackte Überleben wird von Redford, der übrigens 90 Prozent der Stunts im Film selbst absolviert hat, einzigartig gespielt. Der zum Zeitpunkt der Drehabreiten 75-jährige Schauspieler liefert auch ohne Text eine sensationelle Leistung ab. Seine Mimik, Gestik, Präsenz sind es, die den Film zu einem bemerkenswerten Kammerspiel auf See machen.

Auch Peter Zuccarini, wohl einer der besten Unterwasserkameramänner der Welt, zeigt sein Können in eindrucksvollen Aufnahmen. Der Ton wurde für’s Kino in Dolby SRD aufgezeichnet, das 5.1-System zu Hause ist die ganze Zeit gut beschäftigt und vermittelt viel Atmosphäre.
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6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Volltreffer!!!, 5. Juni 2014
Von 
Rezension bezieht sich auf: All Is Lost (DVD)
Im Kino geschaut und mir überlegt, ob ich weiter segeln sollte… :-)

Nun gibt es einige Rezensionen, die davon ausgehen, dass man sich bei einem solchen Törn intensiv vorbereitet, das man den Umgang mit dem Sextanten beherrscht, dass die Handgriffe eines Seglers, der sich in offene Gewässer begibt, sitzen sollten… Ja! Wäre meine Antwort gewesen! Wer selber segelt und in ähnlichen Situationen war bzw. ein Unwetter auf offener See mit Windstärken über 100 h/km kennen gelernt hat, weiß wovon ich spreche. Man sollte nicht vergessen: Die meisten Segler machen früh ihren Segelschein und sind dann privat unterwegs und auf dem Wasser. Viele Dinge werden Routine aber auch vieles braucht man nicht, da man auf einem bestimmten Revier segelt und es kennt wie seine Westentasche. Kommt man dann in Situationen wo man Dinge abrufen muss die man vor 40 Jahren vielleicht mal gelernt hat und eigentlich mit Navi und Funk ausreichend die ganzen Jahre versorgt war und plötzlich darauf nicht mehr zugreifen kann, na dann Mahlzeit! (Robert, Dein frischverpackter Sextant hat Dir nach zögerlichem, mühevollem Handling, ja doch etwas Lebenswillen zurückgegeben…)
Nun ist Segeln im hohen Alter (mit über 70) schon eine Herausforderung; da ist man nicht mehr so fit wie vor 30 oder 40 Jahren. Oft kommen Naturgewalten unberechenbar, wo die "Vorboten" nicht ganz soviel Stress erwarten lassen. Es reicht in der Regel schon ein Binnensee und ein schnell aufziehendes Unwetter und man ist Situationen ausgesetzt, wo man relativ schnell an seine Grenzen kommt. Man hofft dann nur noch, dass das Material hält! Letztes Jahr verunglückte ein mir bekannter renommierter, erfahrener Regatta-Segler tödlich auf dem Schweriner See! Weitere Worte sind überflüssig!
Der Film ist für mich authentisch und einen besseren als Robert Redford kann ich mir in dieser Rolle nicht vorstellen, obwohl er kein erfahrener Segler ist.
Für mich stellt sich nur eine Frage: Warum segelt man in diesem Alter noch allein auf Ozeanen? Redford wirkt auf mich verlassen, Trost suchend, in sich gekehrt. Ich kann mir diese Situation nur so erklären, dass er vor einer einschneidenden Situation Abstand sucht um wieder zu sich selbst zu finden. Vielleicht Tod eines nahestehenden Menschen oder Verlust seiner Existenzgrundlage! Ich segle, um mich zu erholen und wieder aufzutanken, auch manchmal allein raus. Zum Glück ging bisher immer alles gut!

Also alle, die noch nicht gesegelt sind, sollten daher erstmal in sich gehen, bevor sie eine Rezension zu diesem Film verfassen oder einmal mit jemanden ab Windstärke 5 (Vielleicht reicht auch schon 4!) mit segeln, um die Kraft der Natur in Form des Windes zu spüren.

Topp Film ohne überdrehte Action! Danke!
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All Is Lost [Blu-ray]
All Is Lost [Blu-ray] von J.C. Chandor (Blu-ray - 2014)
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