Kundenrezensionen


69 Rezensionen
5 Sterne:
 (32)
4 Sterne:
 (9)
3 Sterne:
 (7)
2 Sterne:
 (8)
1 Sterne:
 (13)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


57 von 62 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen F...
Okay, ein wenig skeptisch war ich ja schon. Rund einunddreiviertel Stunden jemandem dabei zusehen, wie er auf dem Meer treibt? Kann einen sowas fesseln? Meine Meinung: Es kann!

Ungewöhnlich ist die Inszenierung auf jeden Fall. Lediglich ein einziger Darsteller, keine Dialoge, ein einziger Schauplatz. Und man erfährt absolut nichts über die...
Vor 8 Monaten von hamburg-2005 veröffentlicht

versus
21 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wide open Sea
(Kinoversion)

J.C. Chandor hat mit seinem Debütfilm "Der große Crash - Margin Call" mit dem großartigen Kevin Spacey 2011 einen intelligenten, hochspannenden und dialoglastigen Film hingelegt. In "All is Lost" nun besinnt sich der Regisseur und Drehbuchautor auf das Wesentliche und schickt Altstar Robert Redford im Segelboot aufs weite Meer,...
Vor 8 Monaten von MissVega veröffentlicht


‹ Zurück | 1 27 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

57 von 62 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen F..., 9. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: All Is Lost [Blu-ray] (Blu-ray)
Okay, ein wenig skeptisch war ich ja schon. Rund einunddreiviertel Stunden jemandem dabei zusehen, wie er auf dem Meer treibt? Kann einen sowas fesseln? Meine Meinung: Es kann!

Ungewöhnlich ist die Inszenierung auf jeden Fall. Lediglich ein einziger Darsteller, keine Dialoge, ein einziger Schauplatz. Und man erfährt absolut nichts über die Hauptfigur, außer das er verheiratet ist oder war. Er trägt zumindest einen Ehering. Der Segler ist sogar namenlos. So wird er im Abspann auch nur "Our Man" genannt. Und das passt auch ganz gut, denn irgendwie leidet man gemeinsam mit dem Helden.

Gesprochen wird nur ganz am Anfang aus dem Off. Und das könnte etwas verwirren. Mehr dazu sage ich jedoch nicht, da Ihr den Film ja vielleicht noch selbst anschauen wollt.

Fazit: Was eine todlangweilige Angelegenheit hätte werden können, ist Dank Robert Redford zu einem sehenswerten Film geworden. Wer mal nicht den üblichen Klamauk oder Action-Schrott aus den USA sehen möchte, sollte sich diesen Film unbedingt anschauen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


16 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Meer ist grandios aber gnadenlos, 25. Mai 2014
Von 
peer.gynt (Gudbrandsdal) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: All Is Lost (DVD)
Kein Film für Segler, oder doch?

Eigentlich sollte ein Film, der nur auf See spielt, jeden Segler in seinen Bann ziehen, selbst wenn der Titel schon vermuten lässt, dass es nicht alles positiv sein wird.

Hat man sich wie ich einige Jahre mit Wassersport und Segeln im Allgemeinen, im Speziellen aber auch mit Einhandsegeln (als Eigner eines Zweimasters) beschäftigt, dann sieht man vieles mit anderen Augen und fühlt sich durch diese Produktion manchmal arg verschaukelt oder zumindest enttäuscht. Wenn einen das stört und man gute Seemannschaft sehen will, dann sollte man sich den Film besser nicht ansehen. Am Ende habe ich mal ein paar schwache Punkte aufgelistet, die keiner lesen sollte, der den Film doch noch sehen will.

Es ist schon erstaunlich, wie riesig die See ist, wenn man mitten drin steckt. Leider spreche ich da aus eigener Erfahrung, weil ich mit einer Crew im (ja nicht soooo riesigen) Mittelmeer havariert bin. Durch einen fahrlässigen Fehler (fehlender Sicherungssplint) bei einer Wartung verloren wir die Propellerwelle mitten in der Nacht auf halbem Wege zwischen Sardinien und Sizilien. Die Wellenbuchse konnten wir nach Aufschwimmen der Bodenbretter mitten in der Nacht mit einem Leckpfropfen abdichten. Die herausgerutschte Welle selbst blockierte aber das Ruder, so dass es sich nur in eine Richtung bewegen lies, was Manöver extrem schwierig machte. Wäre jetzt nicht so schlimm gewesen, wenn wir nicht mitten in ein Unwetter/Sturm gesteuert hätten. Ganze 18 Stunden quälten wir uns mit gerefften Segeln mit so wenig Manövern wie möglich (gesteuert haben wir im Grunde durch Fieren und Dichtholen der Segel) bis Castellammare del Golfo, um dort die Jacht an einer Trawler-Mooring mit den Trawler-Trossen auf den Winschen zu sichern, nachdem bereits sämtliche Klampen aus dem Deck gerissen wurden (und das hinter der 6 Meter hohen Schutzmauer). Vor diesem Background habe ich mir einige Gedanken über sinnvolle Ausrüstung und Verhaltensweisen gemacht. Aber genug von mir.

Im Film scheint der (namenlose) Einhandsegler in vielen Situationen sehr besonnen vorzugehen, in anderen aber eher etwas konfus. Das sei aber der Situation geschuldet, denn eine solche Havarie ist keine Situation, die man sich wünscht oder gezielt vorbereitet (in vielen Häfen ist es ein Ereignis, wenn sich ein Skipper von seiner vor Jahren abgelaufenen Rettungsinsel verabschiedet und endlich mal das Entfalten live zu sehen ist und sich ggf. sogar noch ein paar Freizeitskipper mal die Mühe machen sich in die Gummiwurst hinein zu quälen).

Der Film selbst beeindruckt durch tolle Bilder (ja, das Meer sieht so majestätisch aus und Crews versammeln sich auch nach Wochen auf See noch beim Sonnenuntergang an der Reling), einem gut dokumentierten und ins Bild gesetzten Ablauf der Geschehnisse. Die Ausrüstung und das Boot selbst durchaus akzeptabel und gut in Szene gesetzt.

Es ist ein Robert Redford Film, denn er ist zu 99% im Bild. Die Kamera folgt überall hin, in den Mast für die Reparatur des Anschlusses der Antenne für das längst verstorbene Funkgerät und auch in die Tiefe, wenn er gurgelnd an der Lifeline mitgeschleppt wird. Das lässt einen die Situation in allen Facetten miterleben, wenn man sich auch manchmal mit den getroffenen wortlosen Entscheidungen etwas schwer tut.

*** Der Film ***
Durch eine eher ruhige Erzählweise, die etwas im Kontrast zu den eigentlich dramatischen Ereignissen steht, wird ein gleichmäßiger Spannungsverlauf erzielt, der keine extremen Spitzen, aber dafür auch keine unnötigen Längen hat. Durch die fehlenden Dialoge ist man ein wenig gezwungen, sich selbst in die Situation zu versetzen und über die nötigen Schritte nachzudenken. Das funktioniert sehr gut, ist aber nichts für Action-Junkies.

*** Das Bild ***
Zu jeder Zeit ist das Bild scharf und kontrastreich. Für einen wackeligen Joghurtbecher auf hoher See ist (dank Dreh in gigantischen Wasserbecken) das Bild äußerst ruhig und stabil. Gerade die Unterwasseraufnahmen sind verblüffend, im "Making of" sieht man die Arbeit der Kamera-Taucher, sehr beeindruckend!

*** Der Ton ***
Deutsch DD 5.1 und Englisch DD 5.1
Ohne Dialoge ist für den Toningenieur schon mal ein Problem weniger zu lösen. Die Tonmischung und -Kulisse ist extrem zurückhaltend, für meinen Geschmack deutlich zu wenig. Weder die unbeabsichtigte Kollision noch das beabsichtigte Auffahren auf den Container ist akustisch auch nur annähernd der erwartete Knall, vom Durchkentern und dem Mastbruch inklusive Bruch aller Wanten hört man nur ein sachtes Gurgeln, wo gewaltige Schläge durch den Kunststoffrumpf gehen müssten.

*** Die Extras (DVD) ***
- Featurettes:
+ Die Geschichte
+ Der Schauspieler - Robert Redford
+ Der Filmemacher - J.C. Chandor
+ Grosser Film, kleiner Film (im Grunde das "Making of", leider zu kurz!)
+ Noch ist nichts verloren: Post Produktion (auch zu kurz)
- Interviews mit Cast & Crew
- B-Roll (naja...)
- Trailer
- 6 Trailer von anderen Filmen

*** Fazit ***
Es ist ein schöner und intensiver Film, den ich sicher auch nochmal ansehen werde!
Ich vergebe fünf Sterne, weil der Film toll ist und einer der wenigen, bei denen Meer, Sturm oder auch das Boot nicht nur Beiwerk sind, sondern die zentralen Elemente und alles sehr real und eindrucksvoll dargestellt wird, nur eben die Reaktionen in der Notsituation sowie die nicht immer sinnvolle Ausstattung lassen Robert Redford nicht als Übermensch sondern als den normalen gealterten Segler erscheinen, der mit seinem Joghurtbecher leider dummes Pech hat, während andere mit noch deutlich schlechterer Ausrüstung mit weniger Problemen rund um die Welt kommen.
Dazu empfehle ich die Lektüre von Im Grenzbereich des Möglichen: Als Einhandsegler um die Welt von Norbert Sedlacek, einem österreichischen Straßenbahnfahrer, der mittlerweile viel dazu gelernt hat und deutlich weniger Pech hatte...

.
.
.
.

*** Achtung, jetzt kommt der SPOILER ***
(nicht weiterlesen, wenn man den Film noch vor sich hat)

Seemännische Unklarheiten:
- ein Leck auf der Wasserlinie wird souverän durch Krängung entschärft und provisorisch geflickt, ein Loch im Deck, durch das Regenwasser dringt, führt dann aber zur Aufgabe des Bootes
- der abgetrennte Mast lässt sich durch Zerschneiden eines einzelnen Taues vom Boot trennen. Wozu habe ich immer einen Wantenschneider mitgeführt?
- gute Idee einen Sextanten auf eine nicht manövrierbare Rettungsinsel mitzunehmen. Die dann benutze Anleitung würde mich mal interessieren, mit der man durch spontane Messung des Sonnenwinkels die genaue Position ermitteln kann. Alle anderen brauchen dafür noch eine sternenklare Nacht...
- tja... und natürlich kann man, wenn einem der Sturm um die Ohren pfeift, ein nasses Segel mal eben aus dem Wasser und über die Reling ziehen. In Natur schafft es keine ganze Crew das Segel auch nur an Deck zu halten, wenn der Steuermann nicht perfekt in den Wind gefahren ist...
- warum musste ich den Pyroschein machen, wenn andere dann doch so fahrlässig mit den wenigen zur Verfügung stehen Signalmitteln umgehen?
- die Verbindungsleine zwischen untergehendem Boot und Rettungsinsel nicht zu kappen ist schon dumm fahrlässig, ermöglicht unserem Helden aber sich beinahe noch ein zweites Mal in die Tiefe reißen zu lassen
- hoffentlich lernen es jetzt einige, dass die elastischen Lifelines nur zum Leichenschleppen geeignet sind, denn mit vollgesogener Montour schafft es nur ein Robert Redford sich an Bord und über die Reling zu ziehen. Die meisten Einhandsegler verzichten sogar auf Lifelines, weil man ohne Hilfe nicht mehr an Bord kommt und an Bord sehr behindert wird. Meist wird stattdessen eine lange Schwimm-Leine am Heck nachgeschleppt, mit der man sich wieder zur Badeleiter ziehen kann, wenn das Boot gerade abhauen will.
- alleine mitten im indischen Ozean (1700sm von Sumatra entfernt) aber kein EPIRB (Notfunkbake) dabei? Hatte ich ja selbst in der Ostsee immer dabei...
- Lenzen (Abpumpen des eingedrungen Wassers) scheint eher uninteressant zu sein, wenn man sich den Hebel für die Lenzpunpe dann erst mal selbst schnitzen muss. Da hat sich wohl einer zu sehr auf die elektrische Lenzpumpe verlassen und die Manuelle nie gecheckt. Man(n) hätte übrigens gleich beim ersten Aufschwimmen der Bodenbretter die Lenzpumpe anschmeissen können, denn da war die Elektrik noch in Ordnung, statt Spaziergänge auf dem Container zu machen, bis an Bord alles abgesoffen war...
- ein Notruf wird mit "Mayday, Mayday, Mayday" eingeleitet, um sofortige Aufmerksamkeit zu erhalten und wird nicht wie ein nettes Bord-zu-Bord-Geplauder begonnen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


17 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen wirkt lange nach - ein sehr packender Film, 14. Januar 2014
Von 
Rezension bezieht sich auf: All Is Lost (DVD)
Seit der Film All is lost in den diversen Kulturteilen der Zeitungen das erste Mal (früher Herbst 2013) besprochen wurde, habe ich darauf gewartet, ihn zu sehen. Als Redford-Fan ohnehin für mich ein Muss.

Bevor der Film richtig losgeht, hört man eine Stimme aus dem Off, die so Einiges vorwegnimmt. "Our Man" Robert Redford, im Film ohne Namen, segelt im Indischen Ozean. Er hat geschlafen, wird von seltsamen Geräuschen und vom Wasser wach. Ein Container, der sozusagen herrenlos auf dem Meer getrieben hat, hat ein Loch in die Bootswand geschlagen. Der Container steckt nun im Boot fest. Der Segler löst ihn mit einem beweglichen Anker, steuert danach den Container nochmals an, besteigt dieses rostige rote Teil, um den Anker einzuholen und beobachtet dabei, wie sich allerhand Kindersportschuhe aus dem Containerloch ins Meer verteilen. Der Segler baut eine handgetriebene Pumpe, um das Wasser aus dem Bootsinnenraum zu pumpen, flickt das Loch außen am Boot, das alles bei schönstem Sonnenschein. Wir sehen ihm dabei zu, wie er professionell und ohne aus der Ruhe zu geraten, diese Reparaturen vornimmt, jeder Handgriff sitzt. Als alles erledigt ist, hört man den ersten Donner. Ein Sturm zieht auf.

Mehr möchte ich hier gar nicht schreiben. Mich hat der Film sehr beeindruckt. Sehr wenig Worte, eigentlich nur ein paar, wenig Musik, und wenn, dann melancholisch. Die Geräusche des Sturms, des Wassers und die der Tätigkeiten des Seglers sind bald die einzigen, die dem Zuschauer eine Hörkulisse bieten. Ist der Segler anfangs noch ganz Herr über die Dinge, hat also die Kontrolle, wird Schritt für Schritt deutlich, wie er eben diese Kontrolle verliert. Trotzdem spielt Redford so, dass man immer noch mit ihm hoffen möchte. Egal, was er tut, er tut es überlegt, kontrolliert, bis zum Schluss. Kein emotionales Drama nimmt den Zuschauer gefangen, es wird nicht gejammert, mit dem Schicksal gehadert, es werden keine verzweifelten Selbstgespräche geführt, sondern dieser Film besticht durch eine Sachlichkeit, die man dem Segler ohne weiteres abnimmt.

Ein für mich ganz empfehlenswerter Film, der die Kinoleinwand benötigt.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der alte Mann und das Meer im Angesicht des Todes, 10. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: All Is Lost (DVD)
"All Is Lost" (2013) ist ein harter Actionfilm und handelt von einem Mann, der einen Zweikampf mit der Naturgewalt austrägt. Antagonist ist hier die Natur, die sich in ihrer grausamsten und unerbittlichsten Weise in der Unberechenbarkeit des Meeres und der Gewalt des Wassers offenbart. Der Film beeindruckt und überzeugt vor allem durch seine stille Dramatik. Es macht keinen Spaß, dem ausweglosen Überlebenskampf des Protagonisten gegen die übermächtige Natur beizuwohnen. Vielmehr empfindet man so etwas wie Bestätigung, vielleicht sogar auch Bewunderung, auf jeden Fall aber einen sehr großen Respekt für diesen Mann. Die Menschen können zusammen leben wenn sie wollen, aber sterben tut letzten Endes jeder für sich alleine. Man versucht im Leben immer irgendetwas und manchmal hat man vielleicht auch Erfolg und erntet - je nachdem in welchem Lebensbereich man nach etwas strebt - Anerkennung oder Erwiderung. Aber ganz am Ende eines jeden Menschenlebens steht früher oder später ganz unausweichlich der Tod. Der Autorenfilmer J. C. Chandor hat mit diesem Film der Schauspiellegende Robert Redford ein filmisches Denkmal gesetzt, das dem Charakter des Schauspielers und dem wofür er mit seinen Rollen in früheren Filmen oftmals einstand, gerecht wird. Man kann nicht behaupten, dass es irgendeinen anderen Schauspieler gibt, der ihm hier die Show stiehlt, zumal Redford in diesem Film das einzige menschliche Wesen weit und breit ist. Er hat einfach das Zeug, einen Film mit seinem Charisma auch ganz mutterseelenallein zu tragen und zu beherrschen, und das obwohl er schon fast 80 ist. "All Is Lost" ist für ihn ein würdiges Alterswerk und einer seiner besten Filme, eine Allegorie auf das menschliche Leben an sich. Das Argument, der Schluss sei zu konstruiert und unwahrscheinlich, lasse ich so nicht gelten, denn selbst das Filmende kann man allegorisch interpretieren. Daran erkennt man wahrhaft großes Kino, nämlich dass es seinem Publikum die Möglichkeit bietet eigene Erfahrungen und Erkenntnisse auf die Filmhandlung zu projizieren, so dass ein persönliches Verhältnis zwischen Film und Zuschauer entsteht.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mitreißend!, 19. August 2014
Rezension bezieht sich auf: All Is Lost (DVD)
Endlich mal wieder in richtiger guter Film, der sich was traut.
Endlich mal wieder in Lichtblick im Mainstream-Kino á la lauter, schneller und wer hat die meisten Stars.

Der Film ist unglaublich spannend und fesselnd. Ich war keine Sekunde gelangweilt, obwohl es nur ein Boot, das Wasser und einen Hobbysegler gibt.
Redford spielt unglaublich gut. Warum er keinen Oscar für diese Leistung bekommen hat, will sich mir nicht erschließen.

Sicherlich kann nicht jeder mit einem stillen und einfachen Film etwas anfangen. Da sind die Geschmäcker wohl verschieden.
Aber alle, die sich beschweren, dass der Mann an Bord vielleicht Fehler bei seiner Segelreise macht und den Film deshalb schlecht bewerten, haben, meines Erachtens, den Film nicht verstanden: wir erfahren nichts über den Mann an Bord, wir wissen nicht woher her kommt, warum er unterwegs ist, ob er vielleicht grade erst angefangen mit dem Segeln, ob er bisher immer einen Profi an Bord hatte und das erste Mal alleine unterwegs ist, der andere vielleicht plötzlich nicht mehr da ist und er alleine zurecht kommen muss, er das Segeln vor langer Zeit einmal gelernt hat oder oder oder.
Aber das ist genau dass gewisse Etwas, was den Film ausmacht: wir begleiten jemanden bei einer ganz persönlichen Erfahrung, von dem wir NICHTS wissen. Jeder kann sich seine eigene Geschichte dazu denken.
Und wenn es jemand besser weiß und sich denkt: das sollte er lieber anders machen/ nicht tun/ tun, dann bleibt der Film trotzdem was er ist:
eine herausragende Leistung und ein außergewöhnliches Filmerlebnis.

Ich kann allen nur anraten, sich nicht von den schlechten Kritiken der vielen "Profisegler" hier täuschen zu lassen. ;)
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


21 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wide open Sea, 13. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: All Is Lost (DVD)
(Kinoversion)

J.C. Chandor hat mit seinem Debütfilm "Der große Crash - Margin Call" mit dem großartigen Kevin Spacey 2011 einen intelligenten, hochspannenden und dialoglastigen Film hingelegt. In "All is Lost" nun besinnt sich der Regisseur und Drehbuchautor auf das Wesentliche und schickt Altstar Robert Redford im Segelboot aufs weite Meer, und zwar ganz allein und mit lediglich einer Handvoll Worte ausgestattet. Konträrer könnten diese zwei Filme von Chandor kaum sein. Zwar ist "All is Lost" durch seine fast stumme Inszenierung (auch Musik wird nur an zwei, drei Stellen im Film eingesetzt) nicht so emotional und erschütternd wie manch anderes Drama, dennoch ist es Chandor gut gelungen, einen recht spannenden Film nahezu ohne Worte und mit einem souverän agierenden Robert Redford zu drehen, so dass in den immerhin 106 Filmminuten kaum Langeweile aufkommt.

Chandor wirft uns dann auch gleich hinein in die Handlung. Ohne seinen namenlosen Protagonisten vorzustellen oder ihm eine irgendwie geartete Biographie zu verpassen, landen wir mit Redford auf einem Segelboot im Indischen Ozean, ca. 1.700 km entfernt von Sumatra. Was der Segler dort macht, wo er hin will, ob er verheiratet ist und Kinder hat oder wie lange er schon unterwegs ist, all dies erfährt der Zuschauer nicht. Es erweist sich allerdings auch als unwichtig, denn hier geht es lediglich um den Überlebenskampf eines Mannes allein auf hoher See. Bereits in den ersten Filmminuten geschieht das Unglück. Des Seglers Boot wird von einem umhertreibenden Container gerammt und schlägt Leck. Zwar kann der Mann dieses Leck vorübergehend abdichten, doch der nächste Schicksalsschlag lässt nicht lange auf sich warten…und der nächste und der nächste. Funkgerät und Navi sind kaputt, dann zieht ein schwerer Sturm auf, dann…passieren noch viele weitere Dinge, und zwar immer genau dann, wenn man zusammen mit dem Segler wieder etwas Hoffnung schöpft, dass es nun vorbei ist mit der Pechsträhne. Aber nein, hier geht wirklich alles schief, was schief gehen kann und irgendwann gehen auch dem erfahrenen Segler die Ideen aus, wie er sich und sein Boot oder auch nur sein Leben noch retten kann. Der Plan, sich irgendwie auf eine von Handelsschiffen befahrene Seeroute zu manövrieren, rückt in unerreichbare Nähe…

"All is Lost" ist ein Experiment für den Kinogänger der heutigen Zeit. Chandor enthält ihm nämlich fast alles vor, was gemeinhin einen "guten", aber vor allem spannenden Film ausmacht. Eine dramatische, emotionale Geschichte, rasante Action und Stunts, taffe Dialoge und eine vielschichtige Interaktion der Charaktere. All dies fehlt "All is Lost" und dennoch ist der Film über weite Strecken spannend und gelungen. Wofür einerseits Chandors souveränes Drehbuch und andererseits das erfahrene und routinierte Spiel des 77jährigen Robert Redford verantwortlich ist. Chandor gelingt es, seinen Protagonisten immer neuen Verkettungen unglücklicher Umstände auszusetzen und so die fortwährend hochgehaltene Hoffnungsfahne immer wieder heftig flattern zu lassen. Jedes Mal, wenn man denkt, der Segler hätte das Ruder, das sein Schicksal nun endgültig zu besiegeln scheint, wieder herumgerissen, geschieht ein neues Unglück. Und auf so eine Reihe von teuflischen Zufällen muss man erstmal kommen, wenn man nur Wasser und ein Boot zur Verfügung hat. Aber Chandor lässt hier wirklich alles schiefgehen, was überhaupt nur schiefgehen kann, und das ist mehr, als man sich anfangs vorstellen kann. So erhält "All is Lost" eine erstaunlich spannende Handlung, obwohl nicht gesprochen wird und Chandor sich somit voll und ganz auf die Bildsprache seines Films und Redfords jahrzehntelange Schauspielerfahrung verlässt.

Den Kritikern, die nun gleich wieder nach einem Oscar für Redfords fulminante Darstellung krakeelen, sei nicht allzu viel Gehör geschenkt. Redford beeindruckt eher durch sein unfassbar gelassenes, pragmatisches und versiertes Spiel als durch eine wirklich oscarreife Darstellung. Dafür gibt seine Rolle dann doch nicht genug her bzw. er legt sie nicht so spektakulär an, als dass man von seinem ausdrucksstarken Spiel überwältigt wäre. Anstatt den Zuschauer in emotionalen Aufruhr ob seines unglückseligen Schicksals zu versetzen, erreicht Redford erstaunlicherweise genau das Gegenteil. Seine ruhige und überlegte Art, mit den immer neu auftauchenden Problemen umzugehen, beruhigt den Zuschauer und wiegt ihn in der trügerischen Sicherheit, dass schon alles gut werden wird. Oft wird man sich der Gefahr, in der der Segler schwebt, gar nicht recht bewusst, weil er so kontrolliert und besonnen vorgeht, dass man fast meinen könnte, das alles wäre doch gar nicht so schlimm. Redford spielt seinen Part erfrischend unsentimental, unerschütterlich und gelassen, so dass die Verzweiflung bis fast zum Ende nie ganz greifbar wird. Auch körperlich ist der 77jährige noch in erstaunlich guter Form und meistert die offensichtlich anstrengenden und kräftezehrenden Dreharbeiten so pragmatisch wie sein Schicksal als verunglückter Segler.

Als Tüpfelchen auf dem I gelingt es Chandor dann noch, den Zuschauer erst buchstäblich in der allerletzten Filmminute über das Schicksal seines Helden aufzuklären. Das macht einige doch sehr ruhige Passagen, in denen man Redford ruhig mal mit sich selbst hätte reden oder fluchen oder weinen lassen können, wieder wett. Denn da "All is Lost" nicht nur die Dialoge, sondern auch ein mitreißender oder traurig-emotionaler Soundtrack fehlen (bis auf einige wenige Ausnahmesequenzen), wird es ab und an dann doch ein wenig zu ruhig oder bleibt oberflächlich.

"All is Lost" braucht nicht unbedingt die große Leinwand. Außer dem Boot, dem Segler und ab und an dem sturmgepeitschten oder trügerisch ruhigen Meer und dem Himmel gibt es hier nicht viel zu sehen. Man muss sich "All is Lost" also nicht unbedingt im Kino ansehen, die heimische Fernsehleinwand dürfte dafür ausreichen. Auch wenn der Film jetzt nicht der ganz große Wurf ist, ist er spannend und gut inszeniert und verfügt in 106 Minuten nur über wenige Längen. Und es freut einen zu sehen, dass Robert Redford ein Darsteller ist, der immer noch top in Form ist und der auch ohne Worte überzeugend abliefern kann. Nicht phänomenal, aber sehr fundiert und gut. Ergo sehr gute drei von fünf Segeltörns, die ganz anders enden als geplant.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Große Überraschung - Bravo Robert Redford!, 2. Juni 2014
Von 
Ramones 16 (Absurdistan) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: All Is Lost (DVD)
Aufgrund der für mich überraschend vielen negativen Rezensionen, möchte ich zuerst betonen, vom Segelsport absolut keine Ahnung zu haben. Ich würde mich niemals in einem kleinen Segelboot mitten ins Meer trauen, das ist definitiv nicht mein Ding.
Ich kann daher die ganze Kritik an der fehlenden Realitätsnähe nicht beurteilen, aber sicherlich steckt da viel Wahres darin.

Nur - ich wollte einen spannenden Film sehen und keine Fachdokumentation über den Segelsport.

Alleine die Tatsache, dass sich die Story auf genau EINEN Schauspieler stützt, und dieser inzwischen 77 (!) Jahre alt ist, scheint mir bereits äußerst bemerkenswert. Und Redford spielt, meiner unmaßgeblichen Meinung nach, ganz, ganz hervorragend. Es wird in diesem Film so gut wie nichts gesprochen, die übliche Geschwätzigkeit durchschnittlicher Hollywood-Produktionen fehlt komplett. Das fand ich ganz hervorragend.

Wir begleiten also diesen alten Herrn durch 100 Minuten schweigsamen und immer verzweifelteren Überlebenskampf irgendwo inmitten des Indischen Ozeans. Dabei gelingt es ihm durch unbeugsamen Willen wieder und wieder sich aus schier aussichtslosen Situationen zu befreien. Darin liegt für mich der Mehrwert von "All Is Lost" - der Film ist eine treffende und berührende Parabel über den Mensch und seinen unbedingten Willen zu überleben.

Doch nach langem, verzweifelten Kampf muss sich der alte Mann langsam mit dem scheinbar unaufhaltsamen Ende seiner Existenz abfinden. Nur noch der einsame Tod wartet auf ihn. Er hat alles versucht, er hat gekämpft, aber jetzt ist es aus.
All Is Lost. Oder doch nicht?

Für mich eine gnadenlose Tour De Force eines überragenden Darstellers, beklemmend, aufregend, hart, nüchtern.

Ich fand "All Is Lost" einen absolut bemerkenswerten Film und war begeistert.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5.0 von 5 Sternen Empfehlenswerter Geheimtipp, 5. September 2014
Von 
Michael Huber "michaelhuber15" (Lauf a. d. Pegnitz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: All Is Lost [Blu-ray] (Blu-ray)
All is lost ist kein einfach zu greifender Film. Anfangs muss man sich stark konzentrieren und wird erstmal davon abgeschreckt, es könne der nächste Captain Philipps Film sein. Es wird noch schwieriger, da Musik erst zu Mitte des Films ablaufen und keine Konversationen geschehen, nicht mal Monologe und man sich auf eine einzige Figur konzentrieren muss. Gestört hat mich, dass Robert Redford als sehr alter Mann, der sich schwer bewegen kann dargestellt wird, Logikfehler dabei sind, wie z.B. das es im Notboot keine Paddel gibt oder 2 Schiffe gleich mal an ihm vorbei düsen. Aber das fällt kaum ins Gewicht, da die vorhersehbaren Haiangriffe ausbleiben. J.C. Chandor schafft es, Bilder anstatt Musik sprechen zu lassen. Die Unterwasseraufnahmen, welche das Boot mit den folgenden Fischen filmt sind so großartig in Szene gesetzt, dass es ein Genuss ist. Auch merkt man mit Einsetzen der Musik, dass der Spannungsbogen hochgezogen wird. Für mich ist dieser Film kein einfacher, den ich wie Transformers zig Mal sehen kann, aber er lohnt sich. Es ist kein Sonntagnachmittagsfilm, den man sich reinzieht und danach nicht irgendeine Emotion zeigt. Der Film berührt und lässt zum Schluss ein Happy End erahnen, ob das die Hauptfigur aber nicht nur geträumt hat wird in Frage gestellt. Teilweise für mich etwas kleinere Fehler noch beinhaltet, wie ich z.B. nicht sehe, dass das Messer nach Benutzung zugeklappt wird oder das der Hut erst benutzt wird, dann aber gar nicht mehr und der Sonnenbrand zunimmt. Die Kondenswasseraktion ist natürlich klasse und ich finde, dass der Film so vieles richtig macht, was andere Filme vermissen lassen. Wir werden von Chandon noch mehr hören und Sie sollten sich dieses, meiner Meinung nach, aussergewöhnliches Meisterwerk nicht entgehen lassen !
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Volltreffer!!!, 5. Juni 2014
Von 
Rezension bezieht sich auf: All Is Lost (DVD)
Im Kino geschaut und mir überlegt, ob ich weiter segeln sollte… :-)

Nun gibt es einige Rezensionen, die davon ausgehen, dass man sich bei einem solchen Törn intensiv vorbereitet, das man den Umgang mit dem Sextanten beherrscht, dass die Handgriffe eines Seglers, der sich in offene Gewässer begibt, sitzen sollten… Ja! Wäre meine Antwort gewesen! Wer selber segelt und in ähnlichen Situationen war bzw. ein Unwetter auf offener See mit Windstärken über 100 h/km kennen gelernt hat, weiß wovon ich spreche. Man sollte nicht vergessen: Die meisten Segler machen früh ihren Segelschein und sind dann privat unterwegs und auf dem Wasser. Viele Dinge werden Routine aber auch vieles braucht man nicht, da man auf einem bestimmten Revier segelt und es kennt wie seine Westentasche. Kommt man dann in Situationen wo man Dinge abrufen muss die man vor 40 Jahren vielleicht mal gelernt hat und eigentlich mit Navi und Funk ausreichend die ganzen Jahre versorgt war und plötzlich darauf nicht mehr zugreifen kann, na dann Mahlzeit! (Robert, Dein frischverpackter Sextant hat Dir nach zögerlichem, mühevollem Handling, ja doch etwas Lebenswillen zurückgegeben…)
Nun ist Segeln im hohen Alter (mit über 70) schon eine Herausforderung; da ist man nicht mehr so fit wie vor 30 oder 40 Jahren. Oft kommen Naturgewalten unberechenbar, wo die "Vorboten" nicht ganz soviel Stress erwarten lassen. Es reicht in der Regel schon ein Binnensee und ein schnell aufziehendes Unwetter und man ist Situationen ausgesetzt, wo man relativ schnell an seine Grenzen kommt. Man hofft dann nur noch, dass das Material hält! Letztes Jahr verunglückte ein mir bekannter renommierter, erfahrener Regatta-Segler tödlich auf dem Schweriner See! Weitere Worte sind überflüssig!
Der Film ist für mich authentisch und einen besseren als Robert Redford kann ich mir in dieser Rolle nicht vorstellen, obwohl er kein erfahrener Segler ist.
Für mich stellt sich nur eine Frage: Warum segelt man in diesem Alter noch allein auf Ozeanen? Redford wirkt auf mich verlassen, Trost suchend, in sich gekehrt. Ich kann mir diese Situation nur so erklären, dass er vor einer einschneidenden Situation Abstand sucht um wieder zu sich selbst zu finden. Vielleicht Tod eines nahestehenden Menschen oder Verlust seiner Existenzgrundlage! Ich segle, um mich zu erholen und wieder aufzutanken, auch manchmal allein raus. Zum Glück ging bisher immer alles gut!

Also alle, die noch nicht gesegelt sind, sollten daher erstmal in sich gehen, bevor sie eine Rezension zu diesem Film verfassen oder einmal mit jemanden ab Windstärke 5 (Vielleicht reicht auch schon 4!) mit segeln, um die Kraft der Natur in Form des Windes zu spüren.

Topp Film ohne überdrehte Action! Danke!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen packender und intensiver Spielfilm mit einem hervorragend spielenden Robert Redford bei sehr guter Blu-ray Umsetzuzng, 21. Mai 2014
Von 
Sascha Hennenberger "SasH" (Renchen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: All Is Lost [Blu-ray] (Blu-ray)
Der mittlerweile 77-jährige Robert Redford hat sich bereits seit mehreren Jahrzehnten als herausragender Schauspieler profilieren können. In Filmen wie „Die 3 Tage des Condor“, „Die Unbestechlichen“, „Brubaker“, „Sneakers – Die Lautlosen“, „Der Pferdeflüsterer“, „Spy Game – Der finale Countdown“, „The Company You Keep – Die Akte Grant“… die Liste ließe sich endlos fortführen. Alles herausragende Film mit einem sehr hohen Unterhaltungswert, auf Redford ist eben Verlass. Seiner Vorliebe für Independent Filme kommt es zu Gute (schließlich richtet er jährlich in seiner Wahlheimat Utah das Sundance Filmfestival aus) dass er auf den Nachwuchs Regisseur und Drehbuchautor J. C. Chandor, der ihn wohl mit seinem vorherigen Film „Der große Crash – Margin Call“ mächtig beeindruckte. So erklärte er sich bereit bei dessen neuer Produktion die Hauptrolle und tatsächlich auch die einzige Rolle zu übernehmen. Richtig gelesen, denn außer Robert Redford spielt ansonsten niemand anderes vor der Kamera mit. Das Drehbuch zu „All is lost“ umfasste dabei lediglich 31 Seiten. Abgesehen von einem etwas längerem Kommentar aus dem Off sind meistens nur einsilbige Fluchworte zu hören. Darüber hinaus ist Redford als namenloser Segler in mitten der unendlichen Weiten des indischen Ozeans still und konzentriert sich auf seine Darstellung. Diese ist außerordentlich überzeugend und authentisch ausgefallen. Ohnehin ist es faszinierend, dass bei einer Spielzeit von ca. Ein dreiviertel Stunden so gut wie keine Langeweile aufkommt. Wenn man den Film kennt, wundert das aber nicht weiter, denn dem Zuschauer wird konsequent was geboten. So muss der Namenlose zu Beginn erst einmal sein Boot flicken, das von einem Container getroffen wurde, damit es nicht sinkt. In der weiteren Geschichte muss der Segler sich weiteren heimtückischen Gefahren von Mutter Natur stellen, die ihn zu einem Kampf ums Überleben drängen. Erstaunlicherweise fällt beim Anschauen des Filmes nicht einmal wirklich auf, dass so gut wie keine Charakterzeichnung vorhanden ist. Woher kommt der Namenlose? Wo will er hin? Hat er Familie? Was haben die wenigen Worte, die von ihm zu hören sind zu bedeuten? Die tatsächliche Handlung beschränkt sich lediglich auf die Ereignisse nach dem Zusammenstoß des Segelschiffs mit einem herrenlos umhertreibenden Frachtcontainer. Dem Kampf ums Überleben. Dafür hätte man aktuell wohl kaum jemand Besseren finden können als Robert Redford; zumindest in der Altersklasse. Dabei dürfte jeder Zuschauer auf die Darstellung anders reagieren. Manch einer wird sich mit dem unbekannten Protagonisten identifizieren, der andere lediglich mit ihm fühlen, ein anderer ihm das Beste wünsche, während manch einer vielleicht sogar enttäuscht ist, dass lediglich eine Momentaufnahme geboten wird, vom Unfall bis… ja… bis zum Schluss, der an dieser Stelle nicht verraten wird. Diese Spielzeit über wird eine außerordentlich intensiv gespieltes Kammerspiel dargeboten, dass den Film auf seine Wurzeln, den Schauspieler reduziert. In diesem Fall so stark reduziert, dass Robert Redford alleine mit seinem herausragenden Schauspieltalent die Geschichte komplett alleine beherrscht. Wirklich großes Kino!

Das Bild:
Das Bild (2,35:1) ist bis auf wenige Ausnahmen wirklich hervorragend ausgefallen. Lediglich einige Momente sind etwas weicher geraten und aufgrund des erhöhten Kontrastes machen sich hier und da leichte Durchzeichnungsprobleme bemerkbar. Abgesehen davon ist das Bild wirklich sehr gut ausgefallen und bietet eine wirklich tolle Schärfe nebst hohem Detailgrad sowie durchweg kräftige und natürliche Farben. Aufgrund des Settings erscheinen diese zwar manchmal etwas monochrom, aber dennoch ist wie gesagt die Darstellung wirklich natürlich. Kompressionsspuren sind indes nicht aufgefallen.

Der Ton
Der Ton liegt in Deutsch und Englisch verlustfrei komprimiert in DTS HD Master Audio 5.1 vor. Die Bewertung lässt sich eigentlich recht kurz fassen: Referenz! Trotz der Tatsache, dass wirklich (ich wiederhole mich) so gut wie nichts in dem Film gesprochen wird, könnte die Abmischung nicht besser klingen. Durchweg sind sämtliche Kanäle im Einsatz, so dass der Zuschauer sich akustisch inmitten des Geschehens befindet. Durch die umfangreiche Dynamik und den natürlichen Klang wird eine authentische Atmosphäre erweckt. Der Subwoofer kommt auch häufig zur Geltung, z.B. wenn mal ein Sturm tobt und die Wellen brechen, machen sich mächtig fette Bässe bemerkbar, die aber stets präzise bleiben und nicht wummern.

Ausstattung:
• Featurettes (HD; 17:49 Minuten)
• Interviews mit Cast & Crew (HD; 66:40 Minuten)
• B-Roll (HD; 11:02 Minuten)
• Trailer (HD; 2:22 Minuten)
• Trailershow (HD)

An Bonusmaterial wurde nicht gespart, auch wenn im Vergleich zur US-Fassung ein Featurette zur Filmmusik sowie einen Audiokommentar weggelassen wurde. Sämtliche Beiträge liegen komplett in HD vor. Insgesamt werden 5 informative Featurettes, 10 aufschlussreiche Interviews mit robert Redford und etlichen Crew Mitgliedern, ein B-Roll Featurette mit Einblicken in die Produktion und dem Original Kinotrailer zum Film geboten, wohlbemerkt bis auf den B-Roll komplett deutsch untertitelt. Eine Trailershow sowie ein Wendecover runden das gesamte Angebot ab.

Fazit:
Robert Redford legt eine wirklich beeindruckende Ein-Mann Show ab, die von der ersten bis zur letzten Sekunde den Zuschauer in seinem Heimkino fesselt. Mit minimalistischen Monologen ausgestattet reduziert sich die packende Geschichte lediglich auf die herausragende schauspielerische Leistung des sympathischen Darstellers. Das darüber hinaus auch die Blu-ray in technischer Hinsicht inklusive unübertrefflichem Ton wirklich super ausgefallen ist, macht die Anschaffung somit zugleich doppelt lohnenswert.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


‹ Zurück | 1 27 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

All Is Lost
All Is Lost von Robert Redford (DVD - 2014)
EUR 12,27
Auf Lager.
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen