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432 von 509 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen 4 Sterne als durchschnittliche Kundenbewertung sind das Ergebnis, wenn....
...ein grandioser Film, massenwirksam im mainstream vermarktet wird. Da prallen naturgemäß Welten aufeinander. Die einen erwarten einen Ballett-Film und sind enttäuscht weil das Ballett-Milieu bloß die Kulisse für eine tiefgreifende Handlung ist. Die Saw-Generation erwartete einen Psycho-Thriller und langweilte sich schon nach 10 Minuten. Der...
Veröffentlicht am 3. März 2011 von James Joyce

versus
4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen eher ein halbes Hühnchen als ein stolzer Schwan
Vorschusslorbeeren sind immer eine schwere Bürde für einen Film, da sie eine gewisse Erwartungshaltung auslösen.
Was hat man über diesen Film nicht alles im Vorfeld lesen können, von einem Thriller der Extraklasse war da die Rede, von überragenden Schauspielleistungen, spektakulären Ballettszenen und und und...
Ich habe mir...
Veröffentlicht am 23. Februar 2011 von Berlinoise


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432 von 509 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen 4 Sterne als durchschnittliche Kundenbewertung sind das Ergebnis, wenn...., 3. März 2011
Rezension bezieht sich auf: Black Swan (DVD)
...ein grandioser Film, massenwirksam im mainstream vermarktet wird. Da prallen naturgemäß Welten aufeinander. Die einen erwarten einen Ballett-Film und sind enttäuscht weil das Ballett-Milieu bloß die Kulisse für eine tiefgreifende Handlung ist. Die Saw-Generation erwartete einen Psycho-Thriller und langweilte sich schon nach 10 Minuten. Der solide Thriller-Seher erwartet eine rationale Auflösung und geht angesichts der surrealen Szenen angefressen aus dem Kino, tja und ich bin völlig ohne Erwartungen (schon fast ein bisschen gezwungenermaßen) ins Kino gegangen und war baff mit welcher Genialität und Einfühlsamkeit Aranofsky den psychischen Kollaps dieses Mädchen porträtiert. Ich war von der Handlung, den Bildern, der grandiosen Schauspielerei Portmans (die den Oscar mehr als verdient hat) gefesselt und berührt und als sich gegen Ende schließlich der schwarze Schwan in ihr zeigte, hatte ich das Gefühl das Böse höchstpersönlich hätte seinen Schleier über das Kino gelegt. Das Ende war dann ein grandioses (wenngleich natürlich vorhersehbares), emotionales Feuerwerk, bei dem auch ich als Mann, der noch bei keinem Film geweint hat, die Tränen unterdrücken musste, während meine Freundin daneben die ersten Minuten gar nicht fähig war, aufzustehen, weil der Film sie so sehr mitgenommen hatte.
Aranofskys "Requiem For A Dream" zählte schon bisher zu meinen ganz persönlichen Top 20-Filmen der besten Filme aller Zeiten, wird aber von Black Swan eindeutig übertrumpft. Anschauen!
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einfach genial, 26. August 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Black Swan (DVD)
Als ich den Film das erste Mal bei Freunden gesehn hab,
blieb mir der Mund offen.

Der Film ist aufregend, ästhetisch, intelligent, gefühlvoll und toll gespielt.
Die Regieeinfälle und die Musik sorgten bei mir für Gänsehaut
und das Finale für feuchte Augerln und einen Kloß im Hals ;)

Trotz aller Unkenkritiken kann ich garantieren:
Wer nur ein bisschen ein Gefühl für Kunst hat, wird von dem Film
begeistert sein!
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mord im Spiegel (reine Filmrezension; andeutungsweise Spoiler), 25. August 2014
Von 
Klein Tonio - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Black Swan (DVD)
Das Mädchen ward in einen Schwan verwandelt, und nur die Liebe konnte es erlösen. Letztlich scheiterte diese aber an der dunklen Seite des Mädchens/Schwans. Am Ende scheitert es - findet aber mutmaßlich gerade in diesem Scheitern die ersehnte Erlösung. Das klingt nach schwermütiger Romantik des 19. Jahrhunderts, nach einem saftigen Melodram, nach der Konzentration auf die beiden Themen, die Marcel Reich-Ranicki einmal als die universellen, ewigen Themen der Weltliteratur bezeichnet hatte: die Liebe und der Tod. Es geht aber auch um das Leben und um die nicht minder zeitlose Frage nach dem Selbst im Dickicht zwischen Schein und Sein. Darum ist es passend, wenn die Schwanensee-Geschichte zunächst nur Projektionsfläche für eine Ballett-Company ist, die dieses Stück in New York aufzuführen gedenkt. Natürlich IST eine der Tänzerinnen dieser Schwan, statt ihn nur zu spielen: die junge Nina (Natalie Portman). Sie ist eindeutig genauso unerlöst wie ihre Ballettfigur - und irgendwie auch noch nicht geboren bzw. nicht gereift: Zwischen ihrer überehrgeizigen Mutter (Barbara Hershey) und ihrem Ballettmeister Thomas (Vincent Cassel), fehlt ihr eine eigenständige Persönlichkeit. Muttern hält sie - allein die Kinderzimmerausstattung ist ein Graus in Plüschrosa - wie ein Kleinkind. Thomas nötigt sie bis zur sexuellen Impertinenz, aus sich herauszugehen. Nur sie selbst hat nicht mitzureden. Entsprechend scheint ihr Wesen: Sie möchte "perfekt" sein, schindet sich im Hochleistungsballett seit Jahren - aber in dem metaphorisch-surreal hochinteressant gestalteten Film können ihre Füße einmal blutig, einmal mit zusammengewachsenen Zehen erscheinen. Nina gibt das Äußerste und bleibt doch verschlossen, verklemmt. Den weißen Schwan wird sie perfekt tanzen können, aber auch den schwarzen?

Dabei begegnet sie immer wieder im bildlichen wie übertragenen Sinne ihrer dunklen Seite. Bis es zu einem vieldeutigen Finale kommt, bei dem das Leben und die Kunst sich nicht nur vermischen, sondern auch vereinigen. Nina musste erst ihre dunkle Seite töten, um wahrhaft enthemmt eine nach anfänglichem Straucheln großartige tänzerische Darbietung bei der Premiere zum Besten zu geben. Doch zu dem selben Preis wie das Schwanenmädchen, so ließe es sich deuten...

Ein Film, der viele Einflüsse vereint, sie zu einem geschlossenen Ganzen verarbeitet und nicht nur Kopfkino, sondern sehr sinnliches, bisweilen surreales und/oder verstörendes Gefühlskino ist. Da gibt es beispielsweise die Persönlichkeit Ninas, die nicht unbedingt im schizophrenen Sinne eine Spaltung ist, sondern Schwarz und Weiß, zwei Seiten zwar, aber zur selben Medaille gehörig. Nicht nur im Titel und in der Schwanensee-Handlung, auch in den nicht ballettbezogenen Szenen farblich mit auffälligen Schwarz-Weiß-Kontrasten untermauert. An vielen Orten scheint es kaum andere Farben mit Ausnahme der Gesichtsfarben der Figuren zu geben - sieht man einmal von der nicht minder schrägen rosa Kleinmädchenausstattung Ninas` Zimmers ab. Erinnerungen an die großen psychologischen Films Noirs werden wach; "Der schwarze Spiegel", "Desert Fury" und (obwohl eher nur am Rande ein Noir) "A Stolen Life"; Filme mit zwei Menschen, die doch nur zwei Seiten ein und derselben Persönlichkeit sind (in "Der schwarze Spiegel" und "A Stolen Life" als Zwillingsschwestern von Olivia de Havilland bzw. Bette Davis gespielt). Ansonsten schleicht sich nur noch das Rot des Blutes in das Ensemble aus Schwarz und Weiß. Ob Nina ihre geschundenen Zehen und Hände sieht, sich an Letzteren auch noch selbst verletzt um einen "unperfekten" hängenden Hautfetzen zu entfernen, oder ob sie es mit unerklärlichen Verletzungen zu tun hat: Blut ist Leben, aber auch Schmerz; sie "öffnet" sich und muss bluten, aber kann dadurch und damit auch (auf)leben, zumindest für einen Moment (insoweit sei mir noch eine Assoziation zu einem weiteren Zwillingsschwesterfilm neueren Datums gegönnt, dem genial-abgründigen "Sisters" von Brian de Palma, in dem die gewaltsame Trennung zweier siamesischer Zwillinge ebenfalls halb Rettung, halb Tod ist und man nie weiß, was die Oberhand gewinnt).

Nina weiß das alles noch nicht. Sie sieht den Teil ihrer Persönlichkeit, vor dem sie sich fürchtet, noch als andere Person, die ihr erst eine lockende und auflockernde Freundin ist, die sie dann aber als bedrohlich empfindet. Die eigenen Begrenzungen zu überwinden, als Verlockung und Gefahr - für Regisseur Aronofsky nicht ganz untypisch, dass er dies ein Mal mit einem Drogentrip assoziiert.

Nina ist zuvor eine Dame ohne Unterleib in jeglichem Sinne: Natalie Portman hat hammerhart für die Tanzszenen trainiert und man sieht ihr dies am intensiven Ausdruck ihres gesamten Oberkörpers an, aber ihre Beine sehen wir bei den Ballettszenen fast nie. Meines Erachtens nicht den Notwendigkeiten des Doubelns geschuldet, denn man sieht ab und an, dass der direkte Übergang oder zumindest der nicht sichtbare Schnitte auf die Beine sehr wohl möglich war. Nein, der Aronofsky, der immer ein sehr visueller Regisseur ist, wird schon gewusst haben, was er da macht. Nina ist nur eine halbfertige Persönlichkeit, ist nur der weiße Schwan, das unmündige Kind, und unter der Gürtellinie spielt sich nicht viel bei ihr ab. Thomas fragt sie das recht direkt. Jungfrau ist sie zwar nicht mehr, aber ein Freund ist nicht in Sicht und was sie beim Sex empfindet, kann sie kaum sagen. Als sie die "Hausaufgabe" bekommt, selbst Hand anzulegen, ist sie davon überraschend schnell überraschend heftig erregt. Hier ist der Film aber kein Pseudo-Softporno: Unter der scheinbar Frigiden schlummert halt der unterdrückte schwarze Schwan. Aronofskys Kino ist immer auch eines der Körperlichkeit: In einer Fantasiesequenz wollen die schwarzen Schwanenfedern tatsächlich aus Ninas Körper heraus durch die Haut dringen. Die dunkle Seite des Schwans will an die Oberfläche.

Man sieht, dass es um viel mehr geht als nur um eine interessant gefilmte Künstlerinnengeschichte, die konstruiert ist um Klischees wie die Schinderei, die Übermutter, die fiese Konkurrentinnenzicke und den allzu einnehmenden wie fordernden Chef. Kunst ist hier wohl nur ein Sinnbild für etwas, das einerseits offiziell nichts als Show ist, bei der man aber gleichwohl sein Innerstes nach außen krempelt. Ausgerechnet Aronofskys Vorgängerfilm hat insoweit einiges mit "Black Swan" gemeinsam: "The Wrestler". Man kann innehalten und sich fragen, was denn vom klassischen Ballett weiter weg sein sollte als Showkämpfe. Doch auch dort ist es so, dass man alles im gegenseitigen Einverständnis zelebriert, dass alles ein Fake ist, aber dass es tiefer geht (bei Aronofsky: unter die Haut...) und man sich mehr schindet, als das Publikum ahnt. Mickey Rourke hat es als abgehalfterter Wrestler gezeigt! Damals ein Has-Been, der noch einmal zu sich finden muss, jetzt eine junge Frau vor dem großen Durchbruch, die erstmals erwachsen werden muss. Beide steuern von verschiedenen Seiten auf einen Kern zu, ihren eigenen. Beide stehen zunächst neben sich; auch kameratechnisch, wenn die unruhige Handkamera sie umkreist, sie von vorne, vor allem aber vom unvorteilhaften Hinten zeigt. Beide gehen nicht auf etwas zu, sondern scheinen Verlorene, die dem Glück / der Erkenntnis hinterherrennen müssen. Beide finden dies in ihrer Performance, in der ihnen etwas Bedeutendes gelingt, das auch für das Vordringen zu ihrem Persönlichkeitskern steht. In beiden Fällen ist dies die letzte Einstellung des Filmes und müssen sie den gleichen Preis zahlen.

Während der Wrestler immerhin noch weiß, wer er einmal war, macht Nina eine Neuentdeckung, entpuppt sich, wird sozusagen zum schönen und nicht nur weißen Schwan, obwohl sie zuvor alles andere als ein hässliches Entlein war. Weil sie noch nicht verstehen kann, was da mit ihr passiert, können auch wir nie ganz sicher sein, ob alle Personen, die in "Black Swan" mitspielen, real sind. Kleiner Tipp, auch darin dem Film Noir wie z.B. dem erwähnten "Der schwarze Spiegel" verwandt: Spiegel sind wichtig, sind Metaphern der Persönlichkeitsspiegelung. Man sieht hinein und sieht die andere. So wird es schließlich zu einem Mord im Spiegel kommen. Oder des Spiegelbildes?

Neben allem Genannten wäre zu erwähnen, dass Aronofsky die gesamte wuchtige Sinnlichkeit der klassischen Musik, vor allem natürlich derjenigen von Tschaikowskys "Schwanensee", voll auskostet. Und dass er sehr charismatische Darsteller hat, wobei er Natalie Portman gleichzeitig noch sehr stilisiert in Szene setzt. Sie ist zwar, wie sich das für eine Primaballerina gehört, sehr dünn. Aber sie hat sinnliche volle, deutlich in Szene gesetzte Lippen und hohe Wangenknochen, die angesichts der Beleuchtung und der Schminke in manchen Szenen einen wunderbaren Neo-Noir-Kontrasteffekt ergeben. Perfekt, aber auch voller Leben. Kunstkino, aber nicht künstlich oder gar weltentrückt, sondern mit allen Sinnen zu genießen. Eine uneingeschränkte Empfehlung!
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72 von 91 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Des Wahnsinns wilde Schönheit, 15. Juni 2011
Rezension bezieht sich auf: Black Swan (DVD)
Ich bin aus anderen Gründen als vielleicht die meisten anderen auf diesen Film gestoßen - nicht weil ich Ballett liebe oder mir einen spannenden Thriller erhofft habe, sondern weil ich mich brennend für Psychologie interessiere. Und ich war von dem Film restlos begeistert. Portman verleiht der psychisch kranken Nina so unglaublich viel Tiefe und Menschlichkeit, und es wurde wundervoll sensibel dargestellt, was passieren kann, wenn ein empfindsamer Mensch mit seelischer Gewalt dazu getrieben wird, seine eigenen Grenzen zu durchbrechen.
Ninas Wunsch, in einer grandiosen Vorstellung zu glänzen, kostet sie eins ihrer kostbarsten Güter -den eigenen Verstand. Denn, schüchtern und künstlerisch vergeistigt wie sie ist, ist sie nicht dazu geschaffen, die Massen auf der Bühne sexuell zu verzaubern. Doch genau das ist es, was sie ersehnt, und am Ende gelingt es ihr. Sie sprengt die Fesseln ihrer Persönlichkeit und setzt eine erotische Ausstrahlung frei, die sämtliche Zuschauer, die im Film und uns, in ihren Bann zieht.
Doch das Glück darüber währt nur eine kurze Sekunde, denn auf ihrem Weg zum Ziel hat sie alles vernichtet, was noch von dem übrig war, was sie ausmachte. Zu schnell und brutal verlief ihre Metamorphose von der zarten Pflanze zur Bühnengöttin, um vor der Realität bestehen zu können. "Black Swan" ist ein hinreißendes, lehrreiches Düstermärchen über die Zerstörung einer Psyche, die makabererweise in ihren letzten Zügen atemberaubender ist alles, was sie zuvor dargestellt hat.
Lohnt sich dieser Preis? Nein. Darüber braucht man nicht zu diskutieren. Daher ist der Film im besten Sinne abschreckend, und dennoch behält man danach sehr viel Verständnis für die Betroffenen zurück. Wie vielen mag ähnliches geschehen sein, in weniger drastischer Form (letztlich ist Übertreibung im Film ein stilistisches Mittel), ohne dass jemand es gemerkt hat. Denn an Ninas Schicksal sieht man, wie blind und gleichgültig die Menschen gegenüber dem Leiden derer sind, die sie nach oben pushen oder als Beute an sich reißen wollen ...

Black Swan ist ein unvergleichliches Meisterwerk, inhaltlich, darstellerisch und optisch, dazu von einer dunklen, kalt glühenden Sinnlichkeit, wie ich sie nie zuvor in einem Film gesehen habe. Nicht nur Portman hat den Oskar verdient, sondern der Film selbst hätte es ebenfalls.
Mehr möchte ich dazu nicht sagen, das wäre bei mittlerweile über 80 Beiträgen schlicht überflüssig.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine schwanenhafte Veröffentlichung!, 9. April 2015
Herausgezogen aus dem coolem Wackelbild-Schuber (der FSK-Flatschen ist nur aufgeklebt), warten folgende Extras:

1. Die DVD (leider ohne Bonusmaterial)
2. Die Blu-ray, Bonus: 3-teilige Dokumentation und weitere interessante Extras (mit deutschen Untertiteln) - laßt Euch überraschen!
3. Digital Copy
4. Die Musik-CD, 52:38 minütiger Film-Soundtrack

BEWERTUNG:
5 "Ballet On Stage"-Sterne für diese edle Veröffentlichung. Für mich ist DARREN ARONOFSKYs BLACK SWAN ein bildgwaltiger Psychothriller, der zwar mit den bekannten und ausgelutschten Ballettklischees spielt, aber auch den Ehrgeiz nach Perfektion lebhaft und verstörend in Szene setzt.

Die Ballerina Nina (Natalie Portman) erhält vom Ballettdirektor Thomas (Vincent Cassel) die Chance, nicht nur den weißen Schwan, Prinzessin Odette, zu tanzen, sondern auch den schwarzen Schwan, Odile. Um die Verruchtheit des schwarzen Schwans zelebrieren zu können, flüchtet sich Nina in Odile's dunkle Materie. Wahn und Wirklichkeit werden Eins!

FAZIT:
"Der Sterbende Schwan" wird in diesem Thriller Wirklichkeit!

Freigegeben ab 16 Jahren
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen eher ein halbes Hühnchen als ein stolzer Schwan, 23. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: Black Swan (DVD)
Vorschusslorbeeren sind immer eine schwere Bürde für einen Film, da sie eine gewisse Erwartungshaltung auslösen.
Was hat man über diesen Film nicht alles im Vorfeld lesen können, von einem Thriller der Extraklasse war da die Rede, von überragenden Schauspielleistungen, spektakulären Ballettszenen und und und...
Ich habe mir daher nach "Genuss" dieses Machwerkes die Frage gestellt, ob es mich mehr hätte überzeugen können, wenn ich es ohne Vorinformation gesehen hätte.
Die Antwort ist leider eindeutig ausgefallen: Nein.

Die Geschichte ist schnell erzählt:
Eine junge Balletttänzerin will in einer Schwanensee-Inszenierung die Doppelrolle des guten weißen und des bösen schwarzen Schwanes verkörpern.
Vom Typ her eher der unschuldige weiße Schwan, weckt die Identifikation mit dem schwarzen Schwan eine bereits zuvor latent in ihr schlummernde Schizophrenie.

Es mag sein, daß die Darstellung eines schizophrenen Charakters gewisse Anforderungen an Schauspieler stellt und die guten Kritiken für die Leistung von Natalie Portman in diesem Film daher eine zumindest gewisse Berechtigung haben, zumal die Konkurrenz in der Sparte weibliche Hauptdarstellerin im Oscarjahr 2010 nicht allzu überragend ist.

Das ändert aber nichts daran, daß "Black Swan" ein schwacher Film ist.
Geschichte: vorhersehbar
Ballettszenen: unspektakulär
Darsteller: durchweg gut, aber leider an diesen Film verschwendet

Dazu wird wirklich kein Klischee ausgelassen, die nicht nur psychisch labile, sondern natürlich auch essgestörte Ballerina, die ehrgeizzerfressene Mutter, die an ihrem mit Gewalt "klein" gehaltenen Töchterchen die eigenen unerfüllten Karriereträume von einst ausleben will, der tyrannische Trainer, die undurchsichtige sexy Konkurrentin, mittels der hier auch noch schnell ein paar möglicherweise publicityförderliche homoerotische Fantasien präsentiert werden, ein paar splatterartige Ekelsequenzen mit aufgerissenen Nagelbetten, aufgekratzter Haut und ähnlichem...

Selbst die wunderschöne Musik von Tschaikowski rettet da nicht viel, zumal der Soundtrack nicht mit interessanten Neuarrangements oder -interpretationen aufwarten kann

Winona Ryder überzeugt in einer kleinen, aber feinen Nebenrolle als Exballerina.
Auch Mila Kunis als schwarzer Schwan ist eine interessante Entdeckung.
Umso enttäuschender, daß sich der sonst oft so großartige Vincent Cassel für diesen Film hergegeben hat.
Die Darstellungen von Natalie Portman und Barbara Hershey, die ihre Mutter spielt, mögen nicht schlecht sein, erschienen mir persönlich aber allzu überzeichnet.

Alles in allem ein für mich leider enttäuschend oberflächliches, oft unfreiwillig komisches kleines Splatterfilmchen und auf gar keinen Fall der tiefgründige große Wurf, als den die Macher und die amerikanischen Kritiker uns dieses zu verkaufen versuchen.
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16 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Seelendrama einer Ballerina, 24. Februar 2013
Von 
Dodo (Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)   
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Rezension bezieht sich auf: Black Swan (DVD)
Als ich noch zur Schule ging, war ich total ballettbegeistert und habe auch zig Bücher über große Stars wie Nijinsky, Nurejew, die Pawlowa und Fonteyn immer wieder gelesen und bestaunt (ich liebte auch die Bilder darin). Meine Freundin und ich waren die einzigen im Jahrgang, die regelmäßig in alle Ballettaufführungen an unserer Staatsoper gingen. Auch Schwanensee haben wir dort mal vom Bolshoi-Theater in einer Gastaufführung gesehen.
Weder wir, noch andere, die Ballett machten, wären aber jemals auf die Idee gekommen, das ernsthaft zu verfolgen. Wir wussten alle, was das bedeutet. Und das eben sieht man in diesem Film recht gut, vielleicht sogar etwas zu heftig.

Die Hauptfigur Nina wird von Anfang an als labil gezeigt: sie wirkt sehr unsicher und empfindsam, hat als einzige der Mädchen Mitleid mit der gefeuerten alten Primaballerina, sitzt in den Pausen immer allein in einer versteckten Ecke und grübelt, während die anderen schwatzend und lachend in kleinen Grüppchen ihren Stress abbauen. Die extrovertierte Lily, die neu in der Gruppe ist, möchte sich mit ihr anfreunden, doch Nina missversteht in ihrem krankhaften Minderwertigkeitsgefühl die Bemühungen um Freundschaft als Rivalität und Intrige.
Denn in Nina brodelt ein nicht weniger krankhafter Ehrgeiz, sie möchte schlicht "perfekt" sein, darunter erträgt sie es kaum. Deshalb nagt es an ihr, dass ihr Choreograph Leroy der Meinung ist, ihr fehle die innere Leidenschaft für den schwarzen Schwan. Leroy kann nicht ahnen, was er damit in Nina anrichtet: eine Besessenheit bis zur Selbstverletzung.

"Black Swan" ist trotz einiger Tanzszenen nicht einfach ein "Ballettfilm", er ist mehr das Psychogramm einer manischen Persönlichkeit, die unaufhaltsam tiefer und tiefer in eine Parallelwelt des Wahns versinkt, ohne dass ihre Umgebung wirklich wahrnimmt, was mit ihr geschieht. Zwar erkennt zumindest die sonst herrschsüchtige und überfürsorgliche Mutter am Ende, dass es ihrer Tochter "nicht gut geht", doch an diesem Punkt ist es schon viel zu spät.

Lässt man sich darauf ein, dass man Ninas Halluzinationen ohne Verfremdungseffekte sieht, also manchmal vielleicht zunächst nicht wissen kann, ob eine Szene echt oder nur eingebildet ist, zieht einen der Film sehr bedrückend in die Scheinrealität einer psychisch Labilen und schließlich sogar Kranken. Dabei gibt es auch sicher die eine oder andere Szene, die man als sehr heftig empfinden kann, wenn man den Schmerz regelrecht mitspürt.

Ein Film, den man vielleicht nicht immer wieder sehen möchte, aber ruhig einmal ansehen sollte, unabhängig von Interesse an Tanz und speziell Ballett.

Abschließend möchte ich einfach noch sagen, dass ich rein zufällig ein paar Tage vorher auf youtube sah, wie Anna Pawlowa eben diese Szene des schwarzen Schwans in schwereloser Eleganz tanzt, und dass es mich sehr berührte, wie gut Natalie Portman, eben als Nicht-Profi, diese Verkrampftheit und verzweifelte Perfektionssucht Ninas auch beim Tanzen spielt.
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5.0 von 5 Sternen Die trügerischen Illusionen einer Primaballerina!, 15. Juni 2011
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Rezension bezieht sich auf: Black Swan (DVD)
Tschaikowskys Ballett "Schwanensee" erzählt die tragische Geschichte von Odette, die von dem bösen Zauberer Rothbart in einen weißen Schwan verwandelt wurde und nur von demjenigen von ihrem Bann erlöst werden kann, der ihr die ewige Liebe schwört. Prinz Siegfried kann sein gegebenes Versprechen nicht einhalten, weil er irrtümlich einem schwarzen Schwan verfällt, der Odette täuschend ähnlich sieht, in Wahrheit aber nur ihr dämonisches Gegenbild ist, das von Rothbart kreiert wurde, um den Prinzen zu verführen. Im ursprünglichen Schluss von Tschaikowskys Stück stirbt letztendlich der weiße Schwan. In dem morbiden Thriller "Black Swan" greift die dramatische Handlung des Balletts immer stärker auf die Filmrealität über, so dass beide Ebenen mit Fortschreiten des Plots zunehmend miteinander verschachtelt werden, bis sich eine einzigartige Symbiose aus der Musik, dem sagenhaften Mythos von der Schwanenprinzessin und den Filmfiguren ergibt.

Die Verkörperung des weißen und des schwarzen Schwans stellt hohe Anforderungen, an denen schon so manche Solistin zerbrochen sein soll. Was nicht nur den Schwierigkeiten der tänzerischen Technik oder dem Ausdruck der darstellerischen Ästhetik geschuldet ist, sondern auch der Schizophrenie der Rolle selbst, die es erfordert, zwei Seiten einer Seele darzustellen, die Tugendhaftigkeit des Guten und die Verwerflichkeit des Bösen, die in einem unversöhnlichen Konflikt miteinander ringen. Die Balletttänzerin Nina stößt in "Black Swan" ebenfalls an ihre körperlichen und psychischen Grenzen. Ihr Traum von der großen Chance hat sich endlich erfüllt, als Solistin löst sie in "Schwanensee" die alternde Primaballerina Beth ab, die von dem Choreographen Thomas eiskalt aufs Abstellgleis versetzt wurde. Doch für die perfektionistisch veranlagte Nina werden die knallharten Proben unter dem erbarmungslosen Erfolgsdruck zum quälenden Alptraum, der in ihr intensive Versagensängste schürt und erste physische Deformationen an ihrem Körper hinterlässt. Sie verliert an Gewicht, ihre wunden Füße fangen in den Spitzenschuhen an zu bluten, ein Ausschlag bildet sich auf ihrem Rücken und einen glaubhaften charismatischen Ausdruck für den schwarzen Schwan kann sie trotz ihrer tänzerischen Fähigkeiten im Gegensatz zu ihrer vermeintlichen Konkurrentin Lily nicht finden. Zum Leidwesen ihres Choreographen, der mit allen Mitteln versucht, den schwarzen Schwan in Nina zu entfesseln, denn der dunkle Impuls dafür muss aus den finsteren Abgründen der eigenen Seele kommen, die Nina in ihrem kontrollierten Leben bislang noch nie erfahren hat.

In Darren Aronofskys Filmen geht es fast immer um Menschen, die sich für ihre Leidenschaften bedingungslos aufopfern, weil sie in ihrer manischen Sucht von ihren Obsessionen nicht loslassen können und deshalb bereit sind, sich seelisch zugrunde zu richten. Dieser selbstzerstörerischen Hingabe verfielen Marion und Harry in "Requiem For A Dream" als sie ihrer Drogenabhängigkeit erlagen und auch Randy The Ram hat in "The Wrestler" den richtigen Zeitpunkt für den Ausstieg in ein normales Leben verpasst. Nicht anders ergeht es der vom Ehrgeiz zerfressenen Nina in "Black Swan", weil sie in ihrem isolierten Dasein aus der abgeschotteten Welt des Balletts einfach keinen Ausweg mehr findet und unfähig ist, rechtzeitig die Reißleine zu ziehen. Allen Warnungen ihrer Mutter zum Trotz, die sich ebenfalls einst als Tänzerin versuchte, es allerdings nie so weit brachte, weil sie nur eine von denjenigen war, die in der Bedeutungslosigkeit der zweiten Reihe verharrten. Ein Schicksal, das sich Nina unbedingt ersparen möchte. In ihrer Verzweiflung bricht sie aus der wohlbehüteten Obhut ihrer Mutter aus, gibt sich den teuflischen Verlockungen der Drogen hin und riskiert den hedonistischen Blick auf die Faszination des Grauens, weil sie als Preis für ihren großen Traum einen Teil ihrer Identität aufgeben muss und den weißen Schwan in sich tötet, um den Schwarzen tanzen zu können. Bis sie schließlich in eine schizophrene Paranoia fällt, die in Ninas subjektiv verzerrtem Bewusstsein die Grenzen zwischen Einbildung und Wirklichkeit immer mehr auf surreale Weise verschwimmen lässt.

"Black Swan" zeigt den extremen Gegensatz zwischen der anmutigen Schönheit des Balletts und dem verdrängten Anderen, das hinter dem extrovertierten Traum von der Primaballerina lauert: die egozentrischen Neurosen der Solisten, die arroganten Eitelkeiten der Choreographen, die argwöhnische Eifersucht im Ensemble, die unterdrückten Begierden und unerfüllten Sehnsüchte, die in eine gnadenlose Rivalität münden. Nicht zuletzt ist "Black Swan" deshalb auch ein Film über die narzisstische Veranlagung der Kunst selbst und die trügerischen Illusionen, die sie von der Bühne herab schürt. Wer wie Nina den ganzen Tag in Pirouetten vor lauter Spiegeln entlang wandelt, fängt irgendwann an zu glauben, dass sich die Welt nur noch um das eigene Ego dreht. Am Ende hat sie die Transformation vollzogen, Nina zelebriert ihren perfekten Moment, doch an ihrer Rolle ist sie längst kaputtgegangen. Der Kreis zu Odette in "Schwanensee" schließt sich nun. Das Böse hat triumphiert!

Der Film konzentriert sich im Wesentlichen auf das Geschehen hinter den Kulissen, das in kalten Bildern mit diffuser Ausleuchtung abgefilmt wurde. Der verspiegelte Ballettsaal, die leeren Flure, die Enge von Ninas Wohnung und die aufgewühlten Garderoben werden zum Sinnbild für die prekäre Kehrseite zur schillernden Kunst auf der Bühne. Die Sequenzen der Ballettproben sind schnell geschnitten, wobei sich die Bildführung meist der Choreographie anpasst. Die Handlung wird ausschließlich aus der Perspektive von Nina geschildert, indem die Protagonistin penetrant vom Auge der Kamera verfolgt wird, das sich mindestens genauso nervös gibt wie Nina selbst. Ein tolles Cast hat Darren Aronofsky um Natalie Portman und Mila Kunis aufgebaut. Vincent Cassel spielt den unerbittlichen Choreographen Thomas, Barbara Hershey brilliert als Ninas Mutter und Winona Ryder mimt die runtergekommene Startänzerin Beth. Das Bild der DVD ist etwas grobkörnig, weil Aronofsky bis auf die Horror-Effekte auf eine visuelle Nachbearbeitung zugunsten einer authentisch erscheinenden Atmosphäre weitgehend verzichtet hat. Bonusmaterial ist auf der Einzel-DVD nicht vorhanden.
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5.0 von 5 Sternen Eine intensive Metamorphose, auch für die Zuschauer, 26. März 2011
Von 
junior-soprano - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Black Swan (DVD)
Hat der Film eine eindeutige "Auflösung"? Ich denke er lässt sich auf mehrere Weisen interpretieren. Wer mit solch schwammigen Aussagen nichts anfangen kann könnte von Black Swan enttäuscht werden. Ok, es gibt einige Szenen mit lesbischer Erotik, einige Schockeffekte und eine bezaubernde Natalie Portman wie noch in keinem Film zuvor, aber meist ist der Film alles andere als Popcorn-Kino.
Es ist ein Kunstfilm, noch dazu einer mit recht grobkörnigem Bild (zumindest in meinem Heimkino namens KINO). Eine grosse Bedeutung hat der Surround-Sound für Darren Aronofskys Film über den Schwanensee. Nicht nur ist es erhebend dieses sehr populäre Stück klassischer Musik in voller Lautstärke zu erleben, wichtiger sind die Soundeffekte, die mich mehrfach zusammenzucken liessen und besonders in den letzten Momenten des Films sehr beeindruckt haben.

Nina (Natalie Portman) ist eine aufstrebende Ballettänzerin, die unter psychischen Problemen leidet und sich eine Wohnung mit ihrer Mutter teilt, die früher ebenfalls Ballettänzerin war. Ihr Kinderzimmer ist voller Stofftiere, Selbstverletzungen am Rücken deuten aber bereits an, dass Ninas heile Welt bröckelt.
Der gefeierte Choreograph Tomas (Vincent Cassel, mit einem zumindest für mein Empfinden unfreiwillig komischen französischen Akzent) will mit einer Neuinterpretation des Schwanensees wieder mehr Zuschauer ins Ballett locken. Die Auslese ist hart und das Scheitern aufgrund mangelnden Talents oder zu hohen Alters ist gewiß. Ninas Konkurrentin (Mila Kunis) verkörpert zudem viel besser den schwarzen, verführerischen Schwan als die unberührt wirkende Nina, deren grosser Traum den weißen und den schwarzen Schwan tanzen zu dürfen weckt Assoziationen wie: sei vorsichtig was du dir wünscht, denn es könnte wahr werden. Oder auch: Genie und Wahnsinn liegen dich beieinander. Oder: wer schön sein will muss leiden. Zwei sehr verschiedene Frauentypen treffen hier aufeinander: die eine wirkt sehr knabenhaft (die in Israel geborene Portman), die andere sieht sehr weiblich aus (die in der Ukraine geborene Kunis). Zwei Seelen wohnen, ach, in Ninas Brust, oder so. ;-) Zu sehr sollte man es nicht übertreiben mit diesem Film, weder mit dem Lob noch mit der Kritik, es ist ein hervorragender Film, aber eben nur ein Film.

Shutter Island und The Game sind Filme die mich ein wenig an Black Swan erinnern, dennoch ist es ein ganz eingenständiges Kunst- und Meisterwerk geworden. Was ist real und was sind Sinnestäuschungen? Wichtiger als der rationale Verstand sind Black Swan das Unbewusste, die Gefühle und die Bilder. Wenn im LSD-Rausch plötzlich Bilder zu sprechen beginnen dann ist das visuell höchst beeindruckend und dem Zuschauer wird eine weitere Erklärung für Ninas verstörende Erlebnisse geboten.

Black Swan vermittelt eine kalte, beklemmende Atmosphäre. Der Film ist durchgängig spannend, bringt es den Zuschauern sehr eindrucksvoll nahe, wie fordernd es sein kann sich voller Leidenschaft in etwas, hier ist es die Kunst des Tanzens, zu verlieren. Die sehr intensive Möglichkeit sich als Zuschauer in Ninas Welt hineinzuversetzen, ihren physischen und psychischen Schmerz zu spüren ist brillant umgesetzt worden! Ein kluger, sehr aufwühlender Film!
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5.0 von 5 Sternen In dunkle Farben getauche Bilder von Schönheit und Tod, 22. Januar 2011
Von 
Ophelia (Helsingör) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
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Rezension bezieht sich auf: Black Swan (DVD)
GENREMIX: Das ist kein romantischer Film über Mädchen in der Welt des Balletts und doch ist es durchaus ein Film von starker, wenn auch düsterer Romantik, welche jedoch nicht unbedingt in der Handlung zu finden ist, eher in den Bildern, dem Setting, den Masken und vor allem DEM, dem, was dahinter liegt ... Natürlich ist das in erster Linie ein Psycho-Drama, ein wenig Tanzfilm, es finden sich aber auch Thriller- und Märchenmotive und zwischendrin ist Black Swan schlicht Body-Horror. Ich habe so etwas noch nie gesehen.
Die Doppelbödigkeit, Projektionen, Zerrbilder und die zahlreichen Metaphern und märchenhafte Symbole (v.a.Spiegel) laden unbedingt ein, sich von der vordergründig erzählten Geschichte zu lösen und sich im Tanz mit dem dämonischen Rotbart in viel tiefere Sphären hineinzubegeben. Allerdings widersetzt sich der Film erfolgreich einer wirklich klärenden Interpretation, was ich nicht als Makel empfinde - im Gegenteil.
Der Film balanciert / unglaublich wackelig / zwischen fast abgedroschenen Genreklischees und übersteigerter Psychodramatik und das mit einer emotionalen WUCHT, die mir schlicht den Atem raubte!
Jedenfalls, ob man sich für Ballett interessiert, oder nicht, spielt nicht im geringsten eine Rolle. Hier geht es um psychotische, albtraumartige Strukturen, Erwachsenwerden und Sexualitätsfindung. Ballett und Schwanensee ist nur die Verpackung.
The Wrestler, ebenfalls von Regisseur Darren Aronofsky, war 2009 für mich einer der Top Filme des damaligen Jahres. (Ich und Wrestling?? Pf!!) Mickey Rourke hat sich damals wider Erwarten ganz nah an mich rangeschlichen und sich tief in mich reingefressen.
Ich bin ohne vorher auch nur ein Fitzelchen über "Black Swan" zu lesen ins Kino gegangen, er wirkt erst mal ein ganz klein wenig "typisch Tanzfilm"... und dann kommt er... diesmal von hinten... und greift dich am Genick!!

Die Ballerina. Ein fast widersprüchliches Wesen, denn sie ist die wahrscheinlich HÄRTESTE und zugleich ZARTESTE weibliche Figur, die man sich vorstellen kann. Unerbittlich dem eigenen Körper gegenüber, eisern in der Disziplin, ein ungeheurerer Willen peitscht den Kampfgeist. Und dann... anmutig...scheinbar mühelos, federleicht und körperlich unendlich filigran im Tanz und auch innen drinne, in der Seele, erscheint sie uns doch fragil und verletzlich.

Zur Handlung: Die neue Saison des New York City Balletts, soll mit einer Aufführung von Tschaikowskis "Schwanensee" eröffnet werden.
Der Choreograf Thomas Leroy (Vincent Cassel) hat die in die Jahre gekommene Primaballerina Beth (Winona Ryder) abgesägt. Für die Rolle sucht er ein frisches Blut.
Die fleißige und technisch versierte Ballerina Nina (Natalie Portman) hat den ehrgeizigen Wunsch in der neuen Produktion die Doppelrolle als weißer und schwarzer Schwan zu bekommen. Dieser Kompanie-Leiter, dieser Leroy, macht ihr jedoch klar, dass sie zwar ein perfekter weißer Schwan wäre, sie sich aber für den Erhalt der begehrten Rolle ihrer dunklen Seite zu nähern habe. Verruchtheit, Hingabe und dunkle Triebe müssten nach außen treten, um auch den schwarzen Schwan überzeugend darstellen zu können. Er provoziert sie, nennt ihre tänzerische Ausstrahlung frigide und asexuell. Übt Druck, weckt Ehrgeiz und Verunsicherung, paart Demütigungen mit grenzüberschreitenden verführerischen Avancen.
SCHWANENSEE: <<<Eine Prinzessin wird in einen weißen Schwan verwandelt, nur die Liebe eines Prinzen kann sie retten und ihr ihre Freiheit zurückgeben. Doch das düstere Ebenbild der Prinzessin, der schwarze Schwan, verführt den Prinzen. Am Ende stirbt in den meisten Versionen die Prinzessin den Freitod.>>>
Ich denke es ist kein gespoilere, wenn ich "Black Swan" als eine Art doppelbödige Spielart des Schwanenseestoffes nenne, es ist mehr als offensichtlich und wird dem Zuschauer, alles andere als subtil, schon zu Beginn des Filmes klar gemacht.
Klar, Nina ist der weiße Schwan und nun soll sie auch in die Federn des schwarzen Schwans schlüpfen. Noch lebt die Mittzwanzigerin allerdings (alles ist hier stets etwas überzeichnet) in einem mit rosa Stofftieren vollgestopften Teeniezimmer, welches von der ehrgeizigen überbehütenden Mutter beherrscht wird. "Mein liebes Mädchen...!" Mutter lässt ihr keinen Raum, ihre Überpräsenz wirkt erstickend und kappt der jungen Frau sogar die Sexualität.
Und nun folgt man Nina in die Abgründe, die sich durch den ehrgeizigen Versuch die schwarz/weiße Doppelrolle auszufüllen, in ihrer Seele auftun. Was eignet sich als BILD dafür besser als die verschlungenen Räume hinter dem Vorhang eines großen Theaters. Seine Windungen, die einsamen Gänge, die Künstler-Garderoben, die Trainingsräume, man ahnt überall den Geruch/die Abdrücke von Schweiß, Blut und Tränen.

Die Erzählperspektive bleibt ganz und gar bei Natalie Portmans Nina. Die Hand-Kamera klebt förmlich an deren Nacken, so folgt ihr der Zuschauer durch die weitläufigen Gänge hinter der Bühne und man hält mir ihr Schritt, verfolgt sie gar dann und wann, bisweilen sieht man DURCH IHRE Augen, vertraut also Ninas Wahrnehmung. Man ist genauso überrascht wie sie, wenn sich eine vermeintliche Tatsache plötzlich als ganz anders herausstellt. Die Kamera-am-Nacken kennen wir aus dem Wrestler. Auch sonst scheint "Black Swan" ein ziemlich genau passendes Gegenstück zu "The Wrestler" zu sein. Dort ging es zwar um einen ausgedienten, abgetakelten Showkämpfer, der bei trashigen Gröl-Events seine Auftritte hatte, und hier im Gegensatz, um eine junge aufstrebende Tänzerin des klassischen Balletts, ein edler Ausdruck der Hochkultur. Aber beide - Mickey Rourke und Natalie Portman - verkörpern einen zutiefst einsamen Charakter, beide sind eingesperrt im eigenen Körper, dem Konkurrenzdruck ausgeliefert und beide schlussendlich sich zerstörend.
Nina ist eine Gefangene. Gefangen in ihrem Körper, den sie für den Tanz malträtiert, ihn hungern lässt ... bluten. Hier geht das aber schon über das "normale" Ballerinaschicksal hinaus. Nina lässt ihren Körper manches Mal absichtlich bluten, im Klo würgt sie aus Gewohnheit, aber der Magen ist ohnehin fast leer. Sie ist auch zu Hause in der engen Wohnung gefangen, die Übermutter hat sie unter ihrem Flügel/in ihren Klauen.

OPTIK: Kameramann Matthew Libatique experimentiert gekonnt und stilvoll mit der Kamera und erzeugt bisweilen eine fast klaustrophobische Wirkung. Mal wirkt sie wie eine Doku-Wackelkamera, in anderen Szenen kredenzt sie uns schlicht breite & prächtige Bilder, dann wirkt sie wieder lauernd und beobachtend, um im nächsten Moment direkt auf Ninas Position zu sein ...und der Zuschauer blickt durch IHRE Augen! Einmal sogar, während sie eine Pirouette dreht. Die Kamera ist ganz und gar Ninas Partner und dient eigentlich allein der Darstellung ihrer kaputten Psyche. Es geht um Nähe. Sie lässt uns fast körperlich mitleiden und zieht dem voyeuristischen Zuschauer -zunehmend wackelnd - mehr und mehr den Boden unter den Füßen weg. (Das mag nicht jeder, da muss man sich darauf einlassen, eine dynamische Handkamera ist einfach anstrengend für die Augen. Aber sie ist eben lange, lange nicht so steril und distanziert, wie eine statische, oder auf Schienen bewegte.)
Auch in Aronofskys unglaublich visuellem Requiem for a Dream agiert die Kamera eigentlich wie ein Schauspieler. SIE zeigt dort durch Splits, Raffer und immer schneller werdende Schnitte den Niedergang vierer Drogensüchtiger.
Auch hier: Jede Emotion ist extrem, ebenso die Farbe und der Stil.
Trotzdem empfand ich "Black Swan" bisweilen gleichzeitig als sehr zurückhaltend.
Die Kamera spielt eine ROLLE in diesem Film. Für mich war sie fast eine zweite Protagonistin. Sie zoomt, rückt Puzzleteile ins Bild, immer wieder Untersichten, Großaufnahmen der Gesichter, bisweilen lange verharrend ... zerbröckelnder Puder.. sie scheint in die Poren Ninas, in ihr Innerstes dringen zu wollen, versinkt in den Augen. Immer wieder rückt sie die mädchenhafte Anmut in den Fokus, dann die Verletzungen einer Ballerina. Immer wieder Füße und Hände. Die malträtierten Füße, die Knochen knackend in die glänzenden Spitzenschuhe gleiten, die blutenden Zehen, die abgefressenen Fingernägel, sich abschälende Nagelhaut, der verletzliche Nacken.
Und... in den Gängen des Theaters schließlich, das Lauernde ... Bedrohliche ... ganz hinten.

+ Vincent Cassel, als Lehrer und Choreograf, wirkt wie ein kalter Vulkan, mit seiner animalischen Schmierigkeit. Wie er aus Nina das herauslocken will, was sie als schwarzer Schwan braucht, sie zu Dingen auffordert, um endlich ihre dunkle Seite zu wecken, sie jedoch langsam in den Wahn(sinn) treibt. Er hat das perfekte Gesicht, den richtigen Akzent und diese gewisse körperbetonte Geschmeidigkeit, um diese Rolle zu spielen. Cassel hatte eine siebenjährige Tanzausbildung in klassischem Ballett.
+ Schade, dass Winona Ryder so selten zu sehen ist. Fast scheint es mir, als ob ihre Rolle als alternde Tänzerin Beth passgenau zu ihrem Schauspielerschicksal steht. Leider.
+ Mila Kunis (The Book Of Eli) verstärkt mit ihrer Rolle als Ninas Tanzkollegin Lily die Thrillerelemente. Sie IST unverkennbar der schwarze Schwan und eine würdige Gegenspielerin Portmans. Auch sie ließ sich für die Tanzszenen nicht doubeln, sondern hungerte und trainierte hart.
+ Natalie Portman, über sie brauche ich nicht viel zu schreiben. Manche sagen, der Oscar sei ihr gewiss. Mag sein, ich halte nicht viel von Oscars. Aber sie hat einen Preis verdient. Sie arbeitete jahrelang sehr hart für diesen Film. Seit 2002 bereitete sie sich auf diese Rolle vor. Nicht nur tänzerisch kann sie hier glänzen. Sie dominiert nicht nur durch ihr Schauspiel - sie IST "Black Swan" und in fast jeder Szene zu sehen, wir erleben alles durch ihre verzerrte Wahrnehmung. Es ist fesselnd, wie sie im Tanz als Schwan verzweifelt mit den Flügeln schlägt, ihr Gesicht unter Angst und Druck verzerrt.... versucht... sich ENDLICH fallen zu lassen, sich unwillkürlich an der Tanztechnik und an der Kontrolle festklammert, nicht loslassen kann. Ein Orgasmus soll ihr helfen, verordnet vom Chef: "Geh nach Haus ... mach es dir selbst." - als sie ihn schließlich hat, ihren vielleicht ersten Orgasmus, ist alles schon ganz anders ... und sowieso anders, als man denkt.

(Ich bin so angetan, dass ich sogar Lust habe, mir noch mal Aronofskys The Fountain anzugucken. Und dann womöglich sogar meinen überaus kritischen Eindruck überarbeite und das Mäntelchen der Liebe darüber breite. ;-) Aronofsky hat jedenfalls bei mir einen dicken Stein im Brett. :-D)

Das ist ein Film für die große Leinwand, also ab ins Kino, Leute, denn auch der Ton hat es in sich. Nicht nur die Musik (wunderschöne Abarten von Schwanensees bekannter Melodie) auch die GERÄUSCHE!
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Black Swan
Black Swan von Darren Aronofsky
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