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16 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Jazz auf Pop gebürstet oder umgekehrt oder beides?
Auf jeden Fall ist alles was tönt und Geräusche macht von Hand gespielt; die Instrumente stammen nach wie vor aus dem Jazz-Baukasten und die Musiker in Ciceros Band lassen die Jazz-Schule bei allem deutlich durchklingen - gut so! Schon beim Einstieg ins Album mit dem Titelsong "Was immer auch kommt" raschelt relaxt ein Schlagzeug ein paar Sekunden allein los,...
Vor 5 Monaten von Christian Günther veröffentlicht

versus
22 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Roger Cicero: Ein Großer auf der Suche nach dem "Wohin"
In weitreichendem Konsens mit den meisten Musikkennern dürfte ich mich mit der Aussage befinden, dass Roger Cicero nicht nur über eine exzellente Stimme, sondern auch über ein fein nuanciertes, stets stilsicheres musikalisches Gespür verfügt, mit fantastischen Entertainerqualitäten brillieren kann, kurzum: Einen Künstler darstellt, wie...
Vor 5 Monaten von Ulrich Groh veröffentlicht


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22 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Roger Cicero: Ein Großer auf der Suche nach dem "Wohin", 1. April 2014
Von 
Ulrich Groh (Mittelhessen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Was immer auch kommt (Audio CD)
In weitreichendem Konsens mit den meisten Musikkennern dürfte ich mich mit der Aussage befinden, dass Roger Cicero nicht nur über eine exzellente Stimme, sondern auch über ein fein nuanciertes, stets stilsicheres musikalisches Gespür verfügt, mit fantastischen Entertainerqualitäten brillieren kann, kurzum: Einen Künstler darstellt, wie es ihn hinsichtlich seiner zweifellos vorhandenen Kompetenzen nur sehr wenige(!) im deutschsprachigen Raum gibt.
Dennoch stellt sein neues Album "Was immer auch kommt" für mich das bisher einzige dar, das mich etwas ratlos zurücklässt. Stimme, Phrasierung wie besagte Stilsicherheit befinden sich auf gewohnt hohem Niveau; die Produktion ist perfekt und ausgefeilt. Man spürt, dass viel Arbeit und noch mehr Feinschliff im vorliegenden Endergebnis stecken, dass der Sänger mit Herzblut bei der Sache ist - und dennoch: Dieses Album kann nicht voll befriedigen. Kann nicht vollends zufriedenstellen, da es den Wortwitz, mit dem Cicero seinerzeit fulminant reussierte, auf weiten Strecken vermissen lässt sowie kaum zündende Melodienbögen bereithält, kann nicht wirklich begeistern, da es partiell dem Versuch gleicht, die jüngst erlebten privaten Turbulenzen musikalisch zu bewältigen. Obwohl völlig legitim, geht dies zu Lasten der Spielfreude, dem Funken, der bislang von allen Vorgängeralben übersprang sowie der Leichtigkeit im niveauvoll Angesiedelten, das Roger zur Ausnahmeerscheinung (nicht nur für mich) geraten ließ.

Um Missverständnissen vorzubeugen: Jeder Künstler muss sich weiterentwickeln, sofern er nicht riskieren will, zu stagnieren und eine ehedem erfolgreiche Masche totzureiten. Dieser Gefahr wäre er gewiss mit einer 1 zu 1-Weiterführung des luftig-krachenden Big-Band-Stils nach "Artgerecht" erlegen, das prägende Elemente der beiden Erstlinge doch auf sehr ähnliche Weise weiterspann. Daher habe ich auch "In diesem Moment", mit dem erstmals auf leisere, jazzige Töne gesetzt wurde, freudig und angetan begrüßt - handelt es sich doch um ein in sich stimmiges Album, mal melancholisch-tiefsinnig, mal vor Lebenslust berstend und voller Wortwitz, doch stets stilvereinend, variabel melodiös, "rund".

Hartgesottene Cicero-Fans (und dessen bin ich mir bewusst) werden mich mit Verachtung sowie den entsprechenden "Klicks" strafen. Dennoch komme ich im Bewusstsein aller Subjektivität um folgendes Fazit nicht herum: "Was immer auch kommt" lässt ebendieses Einheitsgefühl, dieses "Runde" im Vielseitigen vermissen, für das Roger Cicero bisher wie kaum ein Anderer stand und gewiss auch weiterhin figurieren möchte. Zudem kann ich ich mich des Eindrucks, dass er nach einer neuen Ausrichtung seiner musikalischen Zukunft sucht, nicht erwehren. Für sich alleine gesehen kann die aktuelle Scheibe als gelungen bezeichnet werden. Im Kontext der Vorgänger jedoch schwächelt sie.

"Frag nicht wohin", so der Titel des letzten Songs, einer ungemein berührend-intimen, pianodominierten Ballade, mit der der stimmgewaltige Cicero - hier verhalten zurückgenommen - jedes empfindenkönnende menschliche Wesen mitten in die Seele zu treffen vermag - vielleicht der Wegweiser in die richtige Richtung?
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16 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Jazz auf Pop gebürstet oder umgekehrt oder beides?, 28. März 2014
Von 
Christian Günther - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Was immer auch kommt (Audio CD)
Auf jeden Fall ist alles was tönt und Geräusche macht von Hand gespielt; die Instrumente stammen nach wie vor aus dem Jazz-Baukasten und die Musiker in Ciceros Band lassen die Jazz-Schule bei allem deutlich durchklingen - gut so! Schon beim Einstieg ins Album mit dem Titelsong "Was immer auch kommt" raschelt relaxt ein Schlagzeug ein paar Sekunden allein los, bevor dann Klavier und Sänger hinzukommen. Lupenreinen Jazz für Puristen bietet das Album, wie auch schon der Vorgänger "In diesem Moment" vor zweieinhalb Jahren, dennoch nicht, jedenfalls nicht in Gänze.

Den Weg in Richtung Pop für Erwachsene mit etwas weniger Bigband Sound, der seine früheren Produktionen prägte, geht Roger Cicero mit diesem Album noch einen Schritt weiter, doch auch das ebenfalls nicht in Gänze. Die Vorab-Single "Wenn es morgen schon zu ende wär'" hat mit Jazz eigentlich nicht mehr viel zu tun, was die Nummer aber nicht weniger brillant macht. Dem Nachdenken über die Unvorhersehbarkeit des Zeitpunkts des eigenen Ablebens mit derartiger Leichtigkeit eben nicht nur in der Melodieführung sondern auch im Sound zu begegnen, macht das Lied besonders. Da ist keine Schwermut, kein großes Pathos, sondern einfach nur klares lebensbejahendes Bekennen gerne zu leben und die Motivation, die Zeit nicht zu vergeuden. Ein großes Bigband-Arrangement hätte vor Überschwang vermutlich die Aussage verschütt gehen lassen; ein zartes Jazz-Klangkleid wiederum, der Nummer wohl zu viel Melancholie eingehaucht. Sie ist so genau richtig.

Derlei Stücke finden sich einige auf "Was immer auch kommt". Besonders gelungen "Glück ist leicht" und "Wenn du die Wahl hast". Substanzielle Gedanken in federleichtem Groove, musikalisch fein ausgearbeitet - kein Jazz ist manchmal eben auch eine Lösung. So ist es Cicero gelungen sein Spektrum klanglich und thematisch zu erweitern, ohne seine Liebe zum Jazz und handgemachter Live-Musik zu verraten. Eingängiger Pop mit reichlich Jazz-Anleihen ist vielleicht nicht die hohe Kunst, die in verqualmten Jazz-Kellern für enthusiastische Beifallsstürme sorgt, aber es bringt erheblich mehr musikalisches Niveau in die großen Mehrzweckhallen, die Cicero auf seinen Tourneen füllt, im Vergleich zu dem, was dort sonst häufig akustisch von der Rampe fällt. Er macht das gut. Man sollte die Messlatte dort lassen, wo sie hingehört.

Und der Jazz findet ja auf seinem neuen Album auch nach wie vor statt. Vor allem diesmal wieder mehr in kleiner Besetzung, also nicht unbedingt immer die ganze Bigband auf einmal und auch an nicht unbedingt erwarteten Stellen.
So z.B. bei dem Stück "Straße"; nach der Adaption von "König von Deutschland" auf "Männersachen - Live" (2007) nun schon die zweite Reminiszenz an Rio Reiser. Beim Original von Reisers letztem Album "Himmel und Hölle" (1995) rutscht eine Gitarre etwas schief durch die Melodie und ein männlich-bärenstimmiger Gospelchor grummelt in wortlosen Lauten den Background. Reiser schrieb viele zweifellos wirklich großartige Songs, seine Klangästhetik war zuweilen aber doch sehr eigen. Cicero und seine Musiker nahmen nur Melodie und Text und trugen das Stück in den oben erwähnten verqualmten Jazz-Keller, wo das Album sich insgesamt nicht allzu häufig aufhält. Ein knarzender Bass, ein besenbespieltes Schlagzeug und ein deprimiertes Klavier hieven das Stück in eine lupenreine Blue-Hour-Atmosphäre; klischeehaft und einfach wunderbar.

Insgesamt öffnet Cicero auf seinem neuen Album den Fächer seiner stilistischen Möglichkeiten weiter als bisher. Ob nun all jene, die im Vergleich zum letzten Album gern doch wieder etwas mehr Jazz, und jene die durchaus gern noch mehr Pop gehabt hätten, sich auf diesen Spagat einigen können, wird sich zeigen. Musikalisch hochwertig ist alles, egal welchem Gefilde er von Song zu Song auch gerade näher ist; er trennt die Stile nicht, er vereint sie zu etwas ganz eigenem, ausgesprochen gelungen.
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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gelungenes Konzeptalbum über Trennung, Selbstreflektion und Neubeginn, 6. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Was immer auch kommt (Audio CD)
Mit der neuen Roger Cicero CD „Was immer auch kommt“ wird zumindest der „swinggwohnte/swingliebende“ Fan nach „In diesem Moment“ (2011) abermals gefordert, sich schon wieder auf ein gänzlich neues Sound- und Textkonzept einzulassen. Tiefgreifende Ereignisse in Ciceros Leben sind die Motivation für ein Album, welches von neuen Sichtweisen, spirituellem Bewusstsein gepaart mit Selbsterkenntnis und natürlich auch von Trennung und der damit verbundenen Melancholie handelt.

Aber trotzdem ist diese CD keineswegs von durchdringender Traurigkeit geprägt - wie das zunächst klingen mag. Es stimmt - in vier Songs thematisiert Cicero Trennung, - aber es gibt kein „sich im Kreise der Trauer oder des Unabwendbaren drehen“. Jeder dieser 13 neuen Songs unterscheidet sich textlich und musikalisch und eröffnet Aussichten auf nötige Änderungen, optimistischen Neuanfang, aber auch auf kritisches Überdenken der eigenen Lebensthematik.

„Transformation“ nennt Cicero dies in einigen aktuellen Interviews. Ich nehme ihn ernst, nachdem ich die neuen, gemeinsam im Cicero-Team erarbeiteten Songtexte kenne: niemals zuvor waren sie persönlicher, differenzierter, klarer, ehrlicher und ironieabweisender als auf dieser neuen CD. Auch der Humor fehlt nicht! Natürlich seltener und der oft gerühmte „Wortwitz“ scheint mir im Gegensatz zu früher klischeefreier und weniger „zwingend“ die Erwartungen erfüllen zu wollen.

Es gefällt mir außerdem, dass hier nicht mit Lösungen geprahlt wird. Wie immer ein Neubeginn sich gestaltet - eine Restskepsis, ein Zweifel oder eine fast unbezwingbare Sehnsucht nach dem alten Zustand taucht realitätsnah auf: In einem seiner besten „Trennungs-Songs“ „Endlich wieder frei“ bekennt Cicero im Refrain des Songs:
„endlich wieder frei - ich bin obenauf - und ich sag' es in den Spiegel - solang' bis ich's selber glaub - endlich wieder frei - leb' ohne jeden Kompromiss - aber dann kommt zum Schluss: Gott wie ich dich vermiss' "

Nicht nur wegen Benny Browns Flügelhorn-Solo hat dieser Song gemeinsam mit „Hollywood“ die deutlichsten Jazzakzente. Dass die neue Cicero CD in den Jazzcharts bei Amazon auf Platz 1 schon länger steht (oder stand) wird beim ersten Anhören der CD nicht gleich plausibel. Hört man die CD öfter - am besten über Kopfhörer - offenbaren sich hier und da feine Jazzakzente, die unauffällig in den Arrangements fast „versteckt“ liegen. Ich war auch erstaunt, was ich an Instrumenten (z. B. die wunderbar eingesetzte Hammondorgel) und Ideen in den Arrangements gehört habe. Fast auf allen Songs sind Bläser zu hören - allerdings meistens leise und weich im Mix des Soundkokon integriert.

Ich denke, würde man Songs wie „Endlich wieder frei“ und besonders „Hollywood“ von Cicero mit englischen Lyriks hören, wäre die Einsortierung in die Jazzcharts überhaupt nicht bestreitbar, denn der Jazzgehalt ist definitiv vorhanden: So könnte eine Jazzballade der Jetztzeit klingen. Ohne Ciceros jazzerfahrene Musiker, die immer wieder auf dieser CD mit ihren akustischen, handgespielt-jazzigen Kostbarkeiten unaufdringlich auffahren, würde sich diese CD mit Sicherheit anders anhören.

„Unaufdringlich“ passt zu dem Album, bei dem Musik und Ciceros Gesang überwiegend zurückgenommener und dezenter eingespielt wurde als man es von Cicero-Aufnahmen sonst gewohnt ist. Cicero arbeitet auf dieser CD außerdem noch öfter mit Chorstimmen als auf früheren Alben. Oder er lässt seine Stimme im Hintergrund multiplizieren. Aber das ist sehr feinfühlig abgemischt und wird vordergründig kaum wahrgenommen. Generell gefällt mir die unverfälschte Solostimme, besonders wenn sie so gut ist wie bei Roger Cicero - immer besser als die Vervielfältigung einer Stimme. Jedoch ist der Wechsel von diesem Stimm-Mischklang zu Ciceros Singstimme „pur“ sehr reizvoll. Das Ganze ist vielleicht eine auf Mainstream angepasste Soundangelegenheit, die zudem eine gut hörbare Radiotauglichkeit aufweist - was hauptsächlich bei der Single „Wenn es morgen schon zu Ende wäre“ zutrifft. Aber trotzdem kann ich deshalb nirgendwo "seichte“ Instrumentierung entdecken.

Bei diesem Album entdeckt man die vielen sorgfältigen Details und musikalischen Kostbarkeiten in den Arrangements erst nach mehrmaligem Hören, aber dann um so nachhaltiger und wirkungsvoller. Mit Gesangsexkursionen, in denen Cicero seine Stimme ausreizt wie zum Beispiel bei „Von Dunkelheit zu Licht“ (CD „In diesem Moment“ 2011) wird man auf dieser neuen CD nicht bedient. Sei es die klangtechnische Ausführung oder bewusste Intention von Cicero: hier ging es nicht vorrangig um eine kraftvolle, umfassende Präsentation seiner Ausnahmestimme, sondern darum, für die subtilen Texte ein angepasstes Klangbild zu schaffen: den Songs tut dieses gewisse Understatement sehr gut. Deshalb ist diese CD so völlig anders geworden als seine vier Vorgänger. Und deshalb bin ich mit dem Pressetext zur CD einverstanden, wenn es da heißt: “Intensität durch Reduktion“

Beim einzigen Cover der CD - Rio Reisers Song „Strasse“ - erreicht Cicero mit seinen Musikern eine geradezu kongeniale Verschmelzung von textlicher Aussage mit der Musik. Intensiver, tiefer Bass gleich zu Beginn, sanft schleichen sich Keyboard/Percussionklänge, Gitarre, und später ein Bläserensemble ein. Die Drums bleiben in diesem Song im Gegensatz zu allen anderen Songs zurückhaltender. Die Melodie ist einfach, fast monoton - die immer gleichen Akkorde wiederholen sich.

Aber das hat was - der Hörer vollzieht intensiv dieses immer „weitergehen“ auf der Strasse, dazu die Gedankengänge, die Reflexionen über die gewesene Beziehung von denen der Song erzählt. Trotz dieser „Einfachheit“, (oder gerade deswegen?) hat der Song etwas „sperriges“ und man findet nicht auf Anhieb Zugang. So ging es Cicero nach eigenem Bekunden - und mir ebenso. Der Song ist auch ein gutes Beispiel für dieses Albums, dass sich einem die musikalische Schlüssigkeit nicht sofort erschließt. Die durchweg guten Texte dürften dagegen sofort überzeugen.

Vom Neubeginn und sprühend lebensbejahenden Gefühlen handeln die Songs „Du bist mein Sommer“, und „Wenn es morgen schon zu ende wär“. Auch „Durch deine Augen“ erzählt enthusiastisch die Geschichte einer neuen Beziehung. Klanglich inspiriert hat man sich hier am Sound der Beatles - nach meinem Gehör so etwa um die Zeit von „Abbey Road“ herum. Der Höhepunkt des Songs ist ein eindrucksvolles, längeres Gitarrensolo von Ulrich Rode. „Du bist mein Sommer“ könnte ich mir als einzigen Song auch gut auf dem Vorgängeralbum „In diesem Moment“ vorstellen. Der Song wirkt auf mich wie ein Pendant zu „Erste Liebe“.

„So sieht man sich wieder" behandelt humorvoll und deshalb etwas durch die rosarote Brille gesehen, was nach der Trennung passieren kann, wenn sich Patchworkfamilien bilden. Hier sehe ich vor meinem geistigen Auge lustige Bilder einer typisch überdrehten Hollywood-Komödie ablaufen.

Das realistische Gegenstück ist dann ganz klar der Song „Hollywood“, ein Glanzlicht mit Saxophon und Orgel, in dem es heißt: “.. und zum Abschied fällt kein Regen - es gibt keinen letzten Kuss - kein Orchester zum Finale - komm, wir machen keine Szene - das hier ist nicht Hollywood“.

Das wirkliche Drama findet VOR einer Trennung statt und auch noch danach hat jeder für sich daran zu nagen. Der tatsächliche Moment der Trennung scheint oft so erschreckend banal und undramatisch. Weder verdüstert sich der Himmel, die Erde öffnet sich nicht, kein Sturm erhebt sich - höchstens ein Hund bellt, ein Kind schreit auf dem Supermarktparkplatz an einem Dienstagnachmittag , wo ein Paar sich gerade endgültig trennt. So beschreibt es der Song in guter Beobachtung. Die Szene wirkt nicht filmgerecht, das ist wahrlich nicht Hollywood.

Wunderbar gelungen und musikalisch schwebend „leicht“ ist der Song „Glück ist leicht“ Poppiges Arrangement mit starken Drums und immer wieder mehrstimmig abgemischt. Ein rundum perfekter Song.

Sehr interessant ist „Knapp daneben“ mit schönen Harmonien, weichen Bläsern und großartigem Text. Als Gegenpol zu den Pop- und Jazzakzenten finden wir bei den zuletzt erwähnen Titeln auch stark die Singer/Songwriter Seite dieses Albums.

Wirklich ernst und herzzerbrechend traurig ist der 13. Song des Albums „Frag nicht wohin“. Für wen dieser Song geschrieben wurde, ist klar. Hier kommt sinngemäß Entschuldigung, Wiedergutmachung, Besänftigung, Abbitte, Fürsorge und Liebe in einem Lied sehr berührend zum Ausdruck. Roger Cicero singt diese lyrische Ballade im Klavier- und Streichersound überaus gefühlvoll mit klarer, unvermischter Stimme. Trotz starker Emotionen wirkt der phantasievolle Text mit seinen Bildern und Metaphern wenig sentimental.

Was das künstlerische Verarbeiten seiner persönlichen Gefühlszustände betrifft, ist dieses nicht neu bei Roger Cicero. Er hat den wunderbaren Song "Ich hätt so gern noch Tschüß gesagt" für seinen Vater geschrieben. Oder "Für 'nen Kerl" behandelt die Freude über die Geburt seines Sohnes. Berühmte Künstler wie Eric Clapton , Reinhard Mey haben ihren Schmerz in Liedern über ihren Sohn ausgedrückt und Grönemeyer hat den Tod seiner Frau thematisiert. Die Liste der Künstler, die ihre privaten Befindlichkeiten, ihre Sorgen und Nöte in ihren Werken ausgedrückt haben ist endlos. Ob sie damit nur ihre Plattenumsätze befeuern wollten, ist ein sehr einseitige Unterstellung.
Zum Song von Clapton "Tears IN Heaven" habe ich niemals Kritik gehört, die in diese Richtung ziehlt. Warum sollte man einem Roger Cicero weniger glauben?

Den ersten, schwungvollen Titelsong der CD „Was immer auch kommt“ kann man eigentlich als Resümee und Schlüssel aller nachfolgenden sehen. Eine Erfahrung hat sich vollzogen, ein Bewusstseinswandel ist eingetreten und der bestimmt eine Neuordnung der eigenen Lebensumstände. Melancholie ist verflogen!

Jetzt gilt, was Cicero in Interviews zum Album seinen Hörern mitgibt: "Das Leben zu leben - und zwar jetzt "

Trotz mancher Enttäuschung einiger Cicero - Fans die dem Swing-Sound immer noch nachtrauern, stelle ich für mich fest, dass Roger Cicero mit diesem ersten und sehr persönlichen Konzeptalbum eine thematische Dichte und musikalisch adäquate Form erreicht, die bemerkenswert ist. Ich finde es positiv, dass er etwas ganz anderes gewagt hat - auch wenn es aus seiner Lebenssituation heraus entstanden ist.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wunderbares vielseitiges Album, 13. April 2014
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Was immer auch kommt (Audio CD)
Ich finde das Album wirklich total gelungen und ganz wunderbar! Dass aufgrund der persönlichen Lebensumstände des Künstlers auch nachdenklich, melancholische Titel auf dem Album zu finden sind, macht es für mich nur umso ehrlicher und authentischer, als wenn er jetzt all seine eigenen Empfindungen und selbst gemachten negativen Erfahrungen durch ausschließlich beschwingt, fröhliche Songs überspielen und somit verleugnen würde! Außerdem kann er ja nicht ständig „auf der Stelle treten“ und immer nur die gleiche musikalische Stilrichtung bedienen. Mut zur Veränderung!

Das Cover von Rio Reisers Song Straße ist so leichtfüßig in Rogers Interpretation, dass ich es richtig gerne höre. Der positive Hit „Du bist mein Sommer“ ist schon jetzt der Lieblingssong meiner kleinen Tochter (auch ich finde ihn großartig), „Endlich wieder frei“ ist jazzig und anspruchsvoll arrangiert. Überhaupt kommt seine so einzigartige Stimme auf der CD total präzise rüber und daher ganz nah an einen ran. Die Texte sind so ausgefeilt, reif und bestechend ehrlich und die Melodien und Arrangements so leichtfüßig bei den fröhlicheren Titeln und so überzeugend und gefühlvoll bei den ernsteren Songs („Hollywood“ und „Frag nicht wohin“). Ich finde das Album wahnsinnig vielfältig und mag tatsächlich jeden einzelnen Titel! Während einer CD so viele verschiedene Stimmungen zu durchleben, ist schon eher selten - also dass man wirklich so mitfühlt und von beschwingt optimistisch bis zu tieftraurig sämtliche Stimmungslagen ehrlich nachempfindet und sich empathisch da hineinfühlen kann, ist schon die ganz hohe Kunst, die nur so qualitativ gute und erfahrene Musiker, die auch etwas zu sagen haben und wissen, was sie tun und zudem noch einen total ehrgeizigen und hohen Anspruch an sich selbst haben wie Roger, erreichen.
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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Roger ganz neu und doch immer gleich.... gut!, 29. März 2014
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Rezension bezieht sich auf: Was immer auch kommt (Audio CD)
Ganz neue, ruhigere Töne von Roger. Auch wenn viele Lieder von Trennung zeugen, so klingen sie doch alle nach ungebrochener Lebensfreude und Optimismus. In meinen Ohren ein ganz wunderbares Album, gerade auch nachdem mir das letzte Album nicht so zugesagt hat. Ich liebe seine Stimme, die soviel Gefühl ausdrücken kann. Hoffentlich kommen noch ganz viele Songs von Roger!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ohrwurm-Qualität, 25. Juli 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Was immer auch kommt (MP3-Download)
Ich habe mich sehr auf das Erscheinen dieser CD gefreut und war zunächst etwas enttäuscht über die etwas weniger swingende Musik als bei der Vorgänger CD. Aber nach mehrmaligem Hören taugen doch viele Lieder als Ohrwurm ( vor allem "Du bist mein Sommer") und man hört sich in den etwas neuen Stil schnell ein.Sicher sind viele Lieder geprägt von persönlichen Erlebnissen und dienen der Verarbeitung, aber das Thema ist ja bei vielen Hörern durchaus auch ein Thema.
Alle Texte lassen sich gut merken, die Musik macht gute Laune und Vorfreude auf das nächste Konzert.
Das nächste Mal bitte wieder etwas mehr Swing!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Toll, 10. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Was immer auch kommt (Audio CD)
Wie immer von Roger Cicero, einfach super Texte und tolle Musik. Immer weiter so. Ich werde alles kaufen von diesem Musiker.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Für Cicero Fans, 9. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Was immer auch kommt (Audio CD)
Ich besitze alle Roger-Cicero-CD's, da mich seine Musik immer in eine gute Stimmung versetzt. Ich mag dabei neben seiner Stimme und seiner Art zu Singen insbesondere auch den Jazz, den er für seine Lieder nutzt. Die Musik kommt auf dieser CD für mein Gefühl etwas zu kurz, da kenne ich von ihm interessantere Stücke, daher ziehe ich einen Punkt ab. Die Texte sind trotzdem wie immer sehr hörenswert und machen Spaß.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nett, 30. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Was immer auch kommt (Audio CD)
Bisher habe ich mir alle Alben von Roger gekauft und war jedesmal erneut begeistert: Leichte, lockere Pop-Musik mit vielen Swing- und Jazz-Elementen, dazu pfiffige Texte und eine grandiose Stimme!

Nur was ist mit ihm jetzt los? Die Stimme ist die gleiche, aber die Musik ist viel zurückhaltender, eher melancholisch als lustig oder optimistisch. Dass passt für mich nicht ganz zur Intention der CD, denn er bricht ja nach seiner privaten Trennung auch musikalisch zu neuen Ufern auf. Aber dieser Start wirkt sehr gebremst. Man könnte denken, der Titel des Albums "Was immer auch kommt" geht weiter mit "... ich werde es ertragen" und nicht mit "... ich freue mich darauf".

Also bitte Roger: beim nächsten Album wieder mehr Swing/Jazz und Fröhlichkeit!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen gut wie gewohnt, 15. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Was immer auch kommt (Audio CD)
erwachsener von den texten, weniger jazzig, gefällt mir trotzdem gut, die stimme ist und bleibt ein genuss bin schon auf das nächste album gespannt
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Was immer auch kommt
Was immer auch kommt von Roger Cicero (Audio CD - 2014)
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