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650
3,9 von 5 Sternen
Cloud Atlas
Format: Amazon Instant VideoÄndern
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106 von 110 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 8. August 2014
...ja wenn man in der glücklichen Lage ist, sich in ihn hineinversetzen zu können. Ich habe diesen Film im Kino zweimal gesehen, auf BlueRay bisweilen 3 Male. Erwähnt sei hierzu, dass das erste Betrachten des Films für mich sehr anstrengend war. So brauchte es etwa die erste Filmstunde, bis ich langsam begriff, was zum Teufel da überhaupt los ist. Viele der tieferen Bedeutungen bzw. der Zusammenhänge verstand ich auch nach Verlassen des Kinos noch nicht. Aber Cloud Atlas wagt mit seiner Thematik und teilweise arg vorhandenen Hektik etwas, was zur Zeit so garnicht im Kino angesagt ist: Reflektions- und Epathie-Bereitschaft einzufordern. Leider hat der kursierende Trailer es nicht geschafft diese Grundvorraussetzungen zu vermitteln. Wie sollte er auch innnerhalb ein paar Minuten einen 3-Stunden-Brocken wie Cloud Atlas beschreiben?!
Nach dem ersten Kinobesuch verbrachten meine Frau und ich noch viele Stunden damit uns über unsere Eindrücke des Films auszutauschen. Gerade, wenn man es zulassen kann, dass die Figuren und ihr Schicksal einen persönlich berühren und man sich zwangsläufig fragen muss: "Wieviel von mir steckt dieser und jener Figur?" und "Wie hätte ich in dieser Sitation gehandelt und wie würde ich es mir wünschen?" Denn genau das bewirkt Cloud Atlas, wenn man sich in seiner persönlichen Lebenssituation bzw. seiner Persönlichenkeit darauf einlassen kann. Es war für mich eine wirklich bereichernde Erfahrung, etwas, dass ich äußerst selten durch einen Kinofilm angetriggert erlebt habe.
Allerdings liegt auch genau hier der Haken: Der Film nimmt keine Rücksicht auf Gemüter, die (in ihrer derzeitigen Lebenssituation) nicht bereit sind, sich und den Lauf der Welt zu hinterfragen. Es wird schon klar deutlich, dass die Grund-Eszenz des Films verheisst: "Es gibt keine Schwarz oder Weiss, es gibt keine Konvention auf dieser Welt, die nicht aufgehoben werden könnte. Das Leben ist NICHT entweder / oder!" Vielmehr entlarvt Cloud Atlas diejenigen, die blindlinks einer bestimmten "Weltordnung" folgen als Sklaven eben jener. Diese Figuren sind im Film oft Täter aus Angst, ohne sich selbst als solche zu empfinden. Angst gleichermaßen vor den (unbekannten) Schöpfern ihres Hamsterrades, als auch vor dennen, die aus diesem Hamsterrad abspringen könnten und sie allein zurücklassen könnten...
Dies macht der Film aber teils auf eine derart verschachtelte Weise kund, dass es bei vielen Menschen (so vermute ich) eher Verwirrung, Abneigung und eine diffuse Angst auslöst. Denn philosophisch liegt der Film voll in unserer Zeit. Hinzu kommt noch die bereits erwähnte erste Stunde, die beim ersten Betrachten eher Kopf-Arbeit, denn Entspannung erzwingt. So kam es auch wohl im Kino dazu, dass viele den Saal noch vor Ablauf der besagten Stunde verließen. Mit dem Gedanken "Meine Güte, was für ein absurd schlechter Film!" Schade, sehr, sehr schade!
Ich fürchte, Cloud Atlas wird niemals ein Film, den die Mehrheit der Menschen mag. Er ist auch überhauptnicht Massen-Kompatibel, obwohl seine optische und klangliche Orpulenz eben jenes vermuten lassen möchten. Es ist kein "Kopf aus und Entspannen"-Film wie genügend andere Blockbuster. Im Idealfall nistet er sich im Kopf und im Herzen ein und lässt einen auch nach dem dritten und vierten Mal des Betrachtens nicht los!

Für alle diejenigen, die gerne leicht und harmonisch unterhalten werden wollen: Finger weg von diesem Film! Für andere, die sich gerne dieser Herausforderung stellen möchten und auch bereit sind über sich und ihr Leben nachzudenken: Zugreifen!!! Es gibt wohl zur Zeit filmisch kaum vergleichbares.

Für alle, die bis hierhin gelesen haben: Vielen Dank! ;-)
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544 von 586 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 7. April 2013
Hab den Film bis jetzt nur im Kino gesehen. Über die Heimausgabe kann ich also (noch) nichts berichten.
Das Wichtigste zuerst: Dieser Film polarisiert und es ist kein Action Film trotz Wachowski Beteiligung. Als ich im Kino war sind die meisten Leute nach ungefähr der Hälfte gegangen - das hab ich auch noch nie erlebt.
Cloud Atlas erzählt verschiedene Geschichten diverser Personen in verschieden Epochen. Erstmal ist das ein wenig verwirrend, aber da die einzelnen Geschichten nur langsam in Fahrt kommen, hat man eigentlich keine Probleme damit den Überblick zu verlieren oder überfordert zu sein. Ausserdem scheinen die einzelnen Geschichten, trotz der zeitlichen Distanz, irgendwie zusammen zu hängen. Das ganze wird noch dadurch unterstrichen, dass die verschiedenen Charaktere der jeweiligen Epoche von den gleichen Schauspielern gespielt werden. Hautfarbe, Alter ,Wesen und sogar das Geschlecht spielen dabei keine Rolle, diese Faktoren wechseln von Epoche zu Epoche.
Auch die schauspielerische Leistung ist genial, Tom Hanks, Halle Berry, Hugo Weaving, Hugh Grant... und alle anderen Hauptdarsteller machen jeden Epoche zu ihrem eigenen Erlebnis, mit jeweils verschiedenem Unterton (manche Rollen sind nahezu Grenzgenial). Von humorvoll und locker, bis hin zu rasant und dramatisch oder auch rührend und einfühlsam - mMn eine Meisterleistung der Regisseure so viele Stimmungen in einem Film zu vereinen. Und gerade dieses Zusammenspiel aus Zeitebenen, Charakteren und der Geschichte machen diesen Film so spannend und einzigartig.
Klar, Cloud Atlas behandelt Themen die den philosophischen Horizont vieler Menschen überschreiten (Tod, Gleichberechtigung, Gewissen, Wiedergeburt, etc.). Und das soll nicht negativ gemeint sein, sondern ich meine damit nur, dass der Film Themen anspricht mit denen viele Leute sich noch nie auseinander gesetzt haben bzw. keine gar Relevanz für sie haben.
Hauptsächlich dürfte das Thema Reinkarnation den eher christlich geprägten Menschen (auch die nicht religiösen, sind nun mal mit dem Kulturgut groß geworden) fremd vorkommen. Doch in vielen anderen Religionen und Kulturen ist das Thema Alltag. Von daher will ich niemanden vorwerfen er wäre zu blöd für den Film, sondern glaube eher viele verstehen den Film anders, als jemand der zB buddhistisch geprägt aufgewachsen ist.
Auch ein Grund warum der Film so polarisiert ist, dass manche vielleicht mit falschen Erwartungen den Film anschaut. Anfangs habe ich ja geschrieben dass bei meinem Kinobesuch viele Leute die Vorstellung verlassen haben. Es waren zufällig einige alte Schulkollegen dabei, die einfach einen Actionfilm ala Matrix erwartet haben. Mir war schon im Voraus klar das die im falschen Saal sitzen. Cloud Atlas hat zwar ein paar fetzige und sogar echt heftige Szenen dabei, aber die Action ist in diesem Film wirklich nur Mittel zum Zweck. Die Gewalt steht nicht im Vordergrund, sonder ist nur eins: gewaltig. Ausserdem kommt diese Art von Action nur in einer Epoche vor, alle anderen sind eher ruhig.

Wer also nichts mit Themen wie Reinkarnation, Schicksal und vor allem Liebe in einem Film Anfangen kann sondern Matrix 4 erwartet, der sollte einen weiten Bogen um diesen Film machen.
Alle anderen sollten alle Vorurteile über Bord fallen lassen, die Augen aufmachen und sich drei Stunden lang in eine andere Welt entführen lassen, die einen sicher weit über den Abspann hinaus beschäftigen wird. Und seis nur um alle Handlungsfäden zusammen zu führen ^^
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27 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 23. April 2014
Heutzutage bietet das Kino ja kaum noch intelligente Filme. Alles ist nur Action, Rambazamba und Hirnfreie Unterhaltung. Aber dieser FIlm zeigt uns, dass wir Intelligenz nicht nur in unzugänglichem ArtHouse suchen müssen. Nein, endlich gibt es wieder Intelligenz im selben Film wie Unterhaltung und sogar Action.

Schon der Roman von Mitchell, der diesem Film als Vorlage diente, hat eine gute Gesellschaftskritische und Politkritische Substanz und spielt durchaus in einer Liga mit 1984 und Schöne Neue Welt.

Dass ein Film ein gutes Buch toll umsetzen kann, beweisen uns hier Tom Tykwer, Andy und Lana Wachowski. Ein paar Änderungen gibt es zwar, doch Kenner des Buches müssen nicht befürchten, es im Film nicht mehr wiederzuerkennen.

Die Filmumsetzung ist mit sehr guten Schauspielern und intelligenten und erfahrenen Starregisseuren gesegnet. Es gelang ihnen 6 verschiedenen Genres und Geschichten die durchgezogene selbe Aussage zu schenken, ohne dass die Erzählung holprig oder unverständlich wird.

Die Altersangabe sollte dringend eingehalten werden, da der Film durchaus auch brutale Szenen zeigt. Jedoch ist es meiner Ansicht nach ein gutes Zweck-Umsetzung-Verhältnis. Brutalität wird nicht beschönigt und auch nicht übermäßig eingesetzt. Und das sage ich als Person, die grundsätzlich relativ empfindlich gegen gezeigte Brutalität reagiert.

Alle, die intelligentes Kino mögen und sich trotzdem gern auch unterhalten lassen, sollten sich diesen Film ansehen.
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14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Nachdem ich »Cloud Atlas« im Kino gesehen hatte und dabei nur einen Teil der vielen Fäden, die mir in die Hand gespielt wurden, verknüpfen konnte, war ich ebenso verwirrt wie fasziniert. Deshalb habe ich mich der Sogwirkung des Streifens nach vielen Monaten erneut im Heimkino ergeben – und dies gleich zwei Mal hintereinander!

Fasziniert war und bin ich von dem Werk aufgrund seiner Vielschichtigkeit und der Neugierde, die bei mir geweckt wurde, wie denn die verschiedenen Figuren in Zeit und Raum zusammenhängen. Dies auf Anhieb zu verstehen, fällt schwer, denn durch diverse, teilweise harte Schnitte wird der Zuschauer immer wieder in ein gänzlich anderes Szenario katapultiert, statt sauber mit der Zeitmaschine von Stockwerk zu Stockwerk zu reisen. Recht schnell wird jedoch deutlich, dass der scheinbare Wahnwitz der Erzählung einer Methode folgt, über einen starken roten Faden verfügt und eine klare Struktur aufweist.

Phantastisches Puzzle

Gedanklicher Zusammenhalt des Filmepos ist eine Melodie – das »Wolkenatlas Sextett«, das von einem Komponisten in Gedanken an seine von ihm getrennt lebende große Liebe geschrieben wird. Es verkörpert die Vorstellung, dass Menschen sich in verschiedenen Leben und verschiedenen Epochen immer wieder begegnen – und sei es durch die Konsequenzen ihres Handelns. Im Film klingt diese Musik mal in einem diesseitigen Schallplattenladen, mal in einem futuristisch-alptraumhaften Café an, in der alle Kellnerinnen dasselbe Gesicht haben.

Der gesamte Film dreht sich nun um unsere Taten, seien sie gut oder schlecht und um die Auswirkungen, die jede einzelne von ihnen und damit jeder Einzelne von uns auf den Fortgang der Weltgeschichte bis hin zum Fortbestand unseres Planeten hat. Unsere Leben gehören uns nicht allein, wird in sechs verschachtelten Geschichten behauptet. Vielmehr seien wir alle miteinander verbunden mit anderen Menschen aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Glaube und Liebe seien maßgebliche Kräfte, die ihren Ursprung weit vor unserer Geburt nehmen und unser Leben bestimmen. Kurz: Was auch immer wir tun, es hat Auswirkungen auf das, was folgt, mag es auch noch so unbedeutend scheinen.

Um dies zu veranschaulichen, werden sechs Geschichten erzählt, die eng miteinander verwoben sind und immer wieder Bezug aufeinander nehmen.

Verwobene Geschichten

Da durchpflügt der amerikanische Anwalt Ewing 1849 im Auftrag von Sklavenhändlern den Pazifik, wo er mit der Unterdrückung der Maori konfrontiert und von einem geldgierigen Arzt mit Gift »behandelt« wird. Der Anwalt verfasst auf der Heimreise ein Tagebuch, dessen eine Hälfte dem Komponisten und späteren »Wolkenatlas-Sextett«-Schöpfer Robert Frobisher 1936 in die Hände fällt. Dieser wird durch die Lektüre des Berichts derart angeturnt, dass er seine verflossene große Liebe Rufus Sixsmith bittet, den zweiten Teil des Buches für ihn zu suchen.

Sixsmith wiederum begegnet Jahrzehnte später in einem steckengebliebenen Aufzug einer jungen Reporterin namens Luisa Rey, die einem Geheimnis um einen defekten Atom-Meiler auf der Spur ist. Er hinterlässt ihr die Briefe seiner Jugendliebe Frobisher. Nach einer spannenden Verfolgungsjagd trifft die Journalistin Sixsmiths Nichte und tauscht die Briefe gegen einen Hintergrundbericht über den defekten Reaktor.

Luisa Reys Reportage fällt 2012 dem Verleger Timothy Cavendish auf, der sie als Buch verlegt, nachdem er auf wundervolle Weise aus einem geschlossenen Altenheim flieht, in das ihn sein rachsüchtiger Bruder gesteckt hat. Bei seinem Ausbruch aus dem Seniorengefängnis erklärt er: »Das ist Verstoß gegen die Bestimmungen des Freiheitsschutzgesetzes. Ich werde diesen kriminellen Missbrauch nicht tolerieren.« Er schreibt sein Leben auf, es wird verfilmt.

Anno 2144 sieht diesen Spielfilm in einer futuristischen Welt ein Klonsklavin namens Sonmi-451, die von Rebellen vor der Verarbeitung zu Biomasse gerettet wird. Inspiriert durch den rebellischen Aufruf von Cavendish verfasst Somni selbst einen Appell zur Freiheit und klärt über die Verbrechen der Herrschenden auf. Noch während ihre Rede ausgestrahlt wird, stürmen Regierungssoldaten die Sendestation. Das Mädchen wird verhaftet und vor ihrer Hinrichtung von einem Archivar über ihre Erlebnisse befragt. Die Veröffentlichung der Wahrheit macht sie zu einer gottgleichen Heldin, an die viele Menschen glauben.

Im Jahr 106 nach der Apokalypse, mit der die Erde in die Eisenzeit zurückgebombt wurde, trifft der Ziegenhirte Zachary auf Meronym, eine der letzten Vertreterinnen der einstigen Hochkultur, die zu Handelszwecken mit seinem Volk Kontakt hält. Er führt sie auf ihr Bitten durch ein von Menschenfressern beherrschtes Gebiet auf die Spitze eines heiligen Berges. Dort steht die Kommunikationsstation, von der Somni einst ihren Freiheitsaufruf ins Weltall schickte. Mittels dieser Anlage gelingt es, Kontakt zu anderen bewohnten Planeten aufzunehmen, die Hilfe schicken, um die beiden von der verseuchten Erde abzuholen.

Der Film klingt aus, wie er begann: Ein alter Mann, eben der einstige Ziegenhirte Zachary, erzählt Kindern seine Geschichte und zeigt ihnen am Sternenhimmel, von welchem blauen Planeten er stammt. Eine anfangs scheinbar heillos verworrene Geschichte fügt und rundet sich auf wundervollste Weise.

Grandiose Schauspieler

Nach drei bisweilen verwirrenden Stunden wird im Abspann des Filmes verraten, welche unglaublichen Leistungen die Schauspieler samt ihrer Kostüm- und Maskenbildner in dem Opus geleistet haben. Denn alle Hauptdarsteller verkörpern jeweils sechs verschiedene Rollen und spielen in jedem der sechs Teile der Geschichte mit. Männer spielen Frauen und umgekehrt, sie schlüpfen in verschiedene Rassen, Klassen und Nationalitäten.

Hugh Grant ist einmal der Anführer der Kannibalen, dann der kriminelle Reaktorboss und auch der Bösewicht, der seinen eigenen Bruder in ein Altengefängnis sperrt. Halle Berry interpretiert mal Meronym, mal die Journalistin Luise Rey, mal einen sadistischen Doktor, dann eine deutsche Jüdin. Hugo Weaving brilliert als sadistische Oberschwester, Doona Bae verkörpert Somni. Tom Hanks spielt einen Hoteldirektor in einer Absteige in Edinburgh, aber auch den Eingeborene Zachary. Jim Broadbent, Hugh Weaving, Ben Wishaw – sie alle tragen dazu bei, ein vielschichtiges Kunstwerk zu entwerfen, das – ohne Übertreibung – seinesgleichen sucht.

Genretechnisch gibt es einen klassischen Krimi im Stil des Film Noir, ein Science-Fiction-Abenteuer, eine wundervolle Komödie, einen packenden Historienfilm. Es gib wilde Verfolgungsfahrten, Ballerszenen und furiose Kämpfe, Hetzjagden, Szenen voller Melancholie und Wehmut … Man könnte aus dem Film bequem mehrere Spielfilme schneiden.

Mein Fazit

»Cloud Atlas« ist nicht nur der teuerste deutsche Film aller Zeiten. Er ist auch einer der anspruchsvollsten und verschlungensten Streifen, den ich je gesehen habe. Schauspielerisch hochkarätig besetzt, meisterhaft inszeniert und in jedem Augenblick für eine Überraschung gut. Die Regisseure Andy und Lana Wachowski im Gespann mit Tom Tywker haben Unvergleichbares geleistet. Wer bereit ist, sich auf ein gänzlich neues Sehen einzulassen, der wird mit diesem Film reich beschenkt.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 16. Januar 2015
Meinen "Vorrednern" ist eigentlich kaum etwas hinzuzufügen....
Jeder muß sich die Frage stellen, was er von einem Film eigentlich "erwartet". Für Leute, die eine klare Vorstellung davon haben, was Sie im Kino sehen wollen ("Action", "Liebesfilm",...etc), die gerne in klar definierten Kategorien denken und für die Entspannung und Genuss bedeutet Bekanntes in gut gemachter etwas aufgehübscht-neuer Aufmachung zu erleben ist der Film sicher nichts. Für alle, die von Neugierde geprägt sind und sich überraschen lassen wollen ist der Film sicher eine große Schatzkiste und ein Feuerwerk und in diesem Sinne wirklich ein außergewöhnlicher Film, wie man ihn nur sehr, sehr selten zu sehen bekommt.
Sicher kann man diskutieren ob man das ein oder andere hätte anders oder "besser" machen können. Und ich selbst bin mir gar nicht sicher, ob er mich ultimativ "beeindruckt" hat. Dennoch bleibt er absolut sehenswert- nein, wennn man der oben beschriebene Typ ist MUSS man ihn gesehen haben...
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
TOP 500 REZENSENTam 14. Mai 2015
Diese deutsche Filmproduktion mit seinen anglo-amerikanischen Akteuren, seinem Regie- und Drehbuchautoren-Trio, dem Deutschen Tom Tykwer und den amerikanischen Geschwistern Lana und Andy Wachowski, basiert auf dem Roman Der Wolkenatlas des britischen Schriftstellers David Mitchell.

ALLERGISCH GEGEN DAS DENKEN DER ZUSAMMENHÄNGE?
Der renommierte Filmkritiker Georg Seeßlen hat den Film für die Wochenzeitung DIE ZEIT halb zürnend, halb ins Lächerliche ziehend verrissen. Das ist ganz aufschlußreich. Sein Verriß trägt die Überschrift "Surück in die Sukunft?" Das beste an diesem Film sei sein Größenwahn. Was in Mitchells Romanvorlage eine einsichtig-aufklärerische moralische Haltung sei, das werde in diesem Film zu einer etwas verquasten Mischung aus Esoterik, Sonntagsschule und halb verdauten Philosophiebrocken. Der Film Cloud Atlas erzähle eine große Geschichte von Erlösung, von der Macht der Liebe, von der Einsicht. Mitchells Roman dagegen habe eher eine Struktur der Macht entworfen.
Wie muß man diesen Verriß verstehen? Ist diese allergische Reaktion in der bürgerlichen Presse ein Einzelfall oder hängt sie vielleicht damit zusammen, daß die Vorstellung des Widerstandes gegen Machtstrukturen durch alle Jahrhunderte den Leitmedien einfach mißfällt, weil es sie an ihre eigenen Defizite erinnert und sie als Teil des Problems ausweist? Nachweislich sind die großen Leitmedien ja bestenfalls zögerlich bereit, den Machtmißbrauch unserer Tage aufzudecken. Wer davon noch nichts gehört hat, lese einmal Kapitel 5 in Glenn Greenwalds Buch Die globale Überwachung: Der Fall Snowden, die amerikanischen Geheimdienste und die Folgen über das Versagen der "Vierten Gewalt" in den westlichen Demokratien. Eine Dysfunktion der Demokratie heute, die totalitäre Tendenzen vor dem Publikum verbirgt, und eine filmische Vision einer Dystopie, einer totalitären Gesellschaft in der Zukunft, ist das denn kein verstörender Zusammenhang?

AUFKLÄRUNG ÜBER DIE MACHT
Und sowieso wird es vom jeweiligen Zuschauer abhängen, mit welchen Teilen der sechs ineinander verschränkten Geschichtselementen er in Resonanz kommt. "Ich werde mich diesem verbrecherischem Mißbrauch nicht beugen", ruft es unüberhörbar im Film in jedem Jahrhundert und so insistiert im Jahre 2144 die Sklavin Sonmi-030, bevor ihr Besitzer sie liquidiert. Wie im Sci-Fi-Klassiker Soylent Green - Jahr 2022 ... die überleben wollen werden in jener repressiven Zukunftsgesellschaft Menschen zu Nahrung verarbeitet. Und was, wenn niemand deine Version der Wahrheit glaubt, fragt in einer beeindruckenden Dialogszene ein staatsbediensteter Herrenmensch (James D'Arcy) die entflohene Sklavin Sonmi-451 (Doona Bae), nachdem sie ihm ihre Geschichte erzählt hat und nun kurz vor ihrer Hinrichtung steht. Sie blickt dem Offizier, der ihr zugehört hat, fest ins Gesicht und antwortet ihm: "Einer glaubt sie bereits".

AUSSTATTUNG
Der einzige echte Nachteil dieser großartigen Literaturverfilmung ist vielleicht, daß man beim erneuten Anschauen wieder drei Stunden einplanen muß ;-). Etwas enttäuschend ist die Ausstattung der DVD im Hinblick auf die Extras, die deutsche Zwangsuntertitelung der englischen Tonspur und daß sich nicht per Fernbedienung zwischen den Tonspuren wechseln läßt.

FAZIT
Die Vorstellung der ewigen Wiederkehr, daß die Seelen die Ewigkeit durchkreuzen, daß alles miteinander zusammenhängt, das läßt sich - wenn ein Kritiker es denn partout will - mißverstehen, als religiöser oder philosophischer Kitsch nämlich. Aber selbst Naturalisten können beruhigt in den Bilder- und Erzählfluß dieses filmischen Kunstwerks eintauchen, wenn sie erkennen, daß letztlich nur Andeutungen gemacht, Ahnungen formuliert und Vermutungen aufgestellt werden. Zumal manche Hypothesen ja sowieso nur auf die anscheinend ewigen Strukturen der Macht zielen. An diesem Aspekt des Films können sich ernsthaft nur die stören, die heute schon in diese Strukturen verstrickt sind ;-).
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287 von 335 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 9. Dezember 2012
Es war einer dieser Trailer, den man nicht vergisst ! Für 5 Minuten verschwand die Realität und man konnte in eine Welt eintauchen, die faszinierender nicht sein kann. Die Rede ist von Deutschlands teuerster Kinoproduktion "Cloud Atlas", die sowohl von den Wachowski-Geschwistern (Matrix-Trilogie), als auch vom deutschen Kinomeister Tom Tykwer sowohl produziert, als auch dirigiert wurde. Das Ergebnis ist das Meisterwerk, das man schon seit so langer Zeit vergeblich im Kino gesucht hat. Um dem Film gerecht zu werden, wird im Folgenden jede einzelne der sechs Episoden ausführlich besprochen, um dann ein Fazit zu ziehen. Eins kann ich aber jetzt schon verraten : "Cloud Atlas" ist so anders, so erfrischend und so magisch, dass sich der Film schon jetzt den ersten Platz in meiner persönlichen Rankingliste geschnappt hat.

Episode 1 : "1849" (Regie : Wachowski-Geschwister)

Der amerikanische Anwalt Adam Ewing bereist den Pazifik, wo er mit der Unterdrückung der Maori und der Moriori konfrontiert wird. Auf einer seiner Erkundungstouren freundet er sich mit dem Arzt Henry Goose an. Während der Rückreise rettet der erkrankte Ewing den Moriori Autua, der sich in seiner Kabine versteckt hat, vor der Mannschaft. Sein Zustand allerdings verschlechtert sich zusehends....

Bereits in dieser Episode, die dem Genre des Abenteuerfilms zuzuordnen ist, findet sich das Motiv, das sich durch den kompletten Film zieht. Die Verbeugung vor der Menschlichkeit und die Wichtigkeit des gerechten Handels spiegeln sich in der Figur des Anwalts Adam Ewing wider und ziehen sich wie ein roter Faden durch die verschiedenen Episoden. Inszenatorisch allerdings bietet diese Episode wenig Neues. Die Kulissen, Kostüme usw. sind zwar mehr als gelungen, aber wirkliche Innovation sucht man vergebens. Aber wer braucht die schon, wenn das Ganze so perfekt umgesetzt wurde ?

Episode 2 : "1936" (Regie : Tom Tykwer)

Der junge, unerfahrene Komponist Robert Frobisher schreibt seinem Freund Rufus Sixsmith, wie er eine Anstellung als künstlerischer Gehilfe für den alten Komponisten Vyvyan Ayrs findet. Im Laufe der Zeit entwickelt sich eine künstlerische Symbiose zwischen den beiden. In Ayrs' Villa findet Frobisher Ewings Tagebuch; ab Seite 57 fehlen jedoch die Seiten. Er beauftragt Sixsmith, den fehlenden Teil zu finden. Der homosexuelle Frobisher kommt auch Ayrs Frau Jocasta näher, wobei er dies gegenüber Sixsmith als rein „physischen“ Akt ohne Liebe entschuldigt. Das Verhältnis zwischen Ayrs und Frobisher leidet jedoch bald, da der alte Komponist eine geniale Schöpfung seines Schülers, das „Wolkenatlas-Sextett“, für sich selbst beansprucht. Mit fatalen Folgen.......

Tom Tykwer hatte schon immer ein Händchen für berührende Dramen. Nach seinem Beziehungsdrama "Drei" leistet Tykwer auch hier wieder ausgezeichnete Arbeit. Die Ausweglosigkeit seines homosexuellen und weltoffenen Hauptcharakters berührt und man folgt diesem tragischen Liebesdrama mit Spannung und Berührtheit. Mit seiner ruhigen und dezenten Inszenierung unterstreicht Tykwer die Tragik des Geschehens und liefert ebenfalls eine gelungene Episode. Wer bis jetzt gelesen hat, der wird sich sicher die Frage stellen, ob denn "Cloud Atlas" überhaupt auch nur irgendwie zusammenhängt. Diese Frage muss man eindeutig mit ja beantworten, denn die Frage, was nach unserem Ableben bleibt und welche Taten unser Leben und auch das Anderer späterer Generationen bestimmen sind das zentrale Thema des Bestsellers von David Mitchell. Die Verfilmung bleibt diesem Thema ebenfalls treu und realisiert diese Verbundenheit durch eine Mehrfachbesetzung der Schauspieler und durch die Verknüpfungen einzelner Episoden durch gewisse Gegenstände bzw. Taten von vorherigen Episoden, die in den anderen grundlegende Veränderungen bewirken. So z.B. ist das "Wolkenatlas-Sextett" auch in der nächsten Episode "1973" vorzufinden. Skurill : Durch die Mehrfachbesetzung der Schauspieler kommt es vor, dass weibliche Darsteller männliche Rollen übernehmen und vice versa. Wenn beim Abspann dann letztlich die einzelnen Rollen vorgestellt werden, muss man dadurch nicht nur selten schmunzeln, sondern auch zugeben, dass die Kostümbildner großartige Arbeit geleistet haben.

Episode 3 : "1973" (Regie : Tom Tykwer)

Die aufstrebende Journalistin Luisa Rey steckt in San Francisco in einem Fahrstuhl zusammen mit Rufus Sixsmith fest, der inzwischen Atomphysiker geworden ist. Im Gespräch mit ihm erhält sie Hinweise auf eine Top-Story über einen fehlerhaften Atommeiler.

Viel mehr soll hier nicht verraten werden, denn Episode Nummer 3 überzeugt als klassischer Verschwörungsthriller, mit der durchaus ein oder anderen Wendung. Und auch hier findet man wieder Motive bzw. Thematiken, die sich durch den ganzen Film ziehen : Der Kampf gegen das Unrecht wird nicht nur bei Luisa Rey verwendet. All diese Motive verbinden sich zu einer humanistischen, fast ethischen Weltansicht, denn gutes und aufopferungsvolles Handeln führt zur Gerechtigkeit bzw. zur Veränderung der nächsten Episode. Wir Menschen bzw. die Figuren im "Wolkenatlas" definieren uns somit über ethisch gerechtfertigtes Handeln, wohingegen diejenigen die gegen diesen ethischen Kodex Handeln zum Scheitern verurteilt sind. Das ist wahrlich interessanter Stoff, dem die drei Regisseure nur zu oft gerecht werden.
Zwar überzeugt diese Episode mal wieder nicht unbedingt durch Innovation, dafür aber mit einem gelungenen Spannungsbogen und einer hervorragenden Halle Berry.

Episode 4 : "2012" (Regie : Tom Tykwer)

Wer sich jetzt fragt, warum die Inhaltsangabe fehlt, dem kann ich nur antworten, dass ich eigentlich nicht viel mehr über die Handlung verraten möchte, da das Kinoerlebnis sonst darunter leiden könnte. Fest steht aber, dass Episode 4, um eine Rebellion der Rentner, die ihren zweiten Frühling erleben, eine der besten des Films ist. Die komödiantische Auflockerung des Geschehens und eine clever witzige Rollenbesetzung machen aus Tykwers dritter und letzter Regiearbeit zum Thema "Cloud Atlas" eine mehr als gelungene Komödie. Und auch hier glänzen, wie im kompletten Film, die Schauspieler : "Tom Hanks", "Hugh Grant" und "Jim Broadbent" sah man selten mit so viel Herzblut im Kino.

Episode 5 : "2144" (Regie : Wachowski-Geschwister)

Nachdem Vergangenheit und Gegenwart ihren Abschluss gefunden haben, geht es auf zu den wohl experimentellsten Episoden des Gesamtwerks. Episode Nummer 5 spielt in Neu-Seoul, das vom steigenden Meeresspiegel bedroht ist und in dem große Ungerechtigkeit herrscht. Man folgt einem Klon bzw. "Halbblut" namens Sun-Mi (Doona Bae) und erlebt mit ihr und ihrem Befreier so einige verstörende Momente. Mit an "Matrix" erinnernden Special-Effects und einem packenden Handlungsstrang, kommt ordentlich Action in das ansonsten eher starre Filmgeschehen. Die "Matrix" - Macher liefern hier definitiv die schockierendste Episode und bleiben dem Genre des Science-Fiction Films treu. Unterstützt von zwei herausragenden Hauptdarstellern machen im Großen und Ganzen alle Beteiligten das Beste aus einem faszinierenden Stück Film.

Episode 6 . "2346" (Regie : Wachowski-Geschwister)

Die sechste und letzte Episode gefällt als gelungene Mischung aus Abenteuer und postapokalyptischer Science-Fiction. Hier folgt man dem Ziegenhirten Zachary (Tom Hanks) , wie er die "Presciant" Meronym (Halle Berry) auf einen alten Berg führt, der so einige Geheimnisse birgt. Begleitet wird Zachary dabei vom Teufel höchstpersönlich, der ihn immer wieder in Versuchung führt, anders zu handeln als er für richtig hält. Dieser Teufel stellt nach meiner Interpretation das Dilemma des Menschen dar, die richtige Entscheidung zu finden. Soll ich jetzt derart handeln, dass alle davon profitieren oder denke ich doch eher an meine Vorteile ? Schade ich damit aber nicht Anderen ? Solche Fragen hat sich bestimmt jeder schonmal gestellt und somit auch Zachary, der letztendlich selber nach seinen Werten entscheidet und sich von seiner negativen Seite (Teufel) loslöst und sozusagen diese Schizophrenie aus "guten" und "schlechten" Entscheidungen überwindet. Ebenfalls interessant ist, dass Zachary anfangs nach einer Prophezeiung handelt, die ihm verspricht gegen den Teufel zu bestehen, gegen Ende aber gegen diese verstößt und dennoch zur "Erlösung" kommt. Dies zeigt auch das jede Entscheidung positive Folgen haben kann, auch wenn sie anfangs falsch erscheint. Diese Interpretation muss nicht richtig sein, entspricht aber meiner persönlichen Ansicht und beschreibt das Ganze als eher ethische Angelegenheit. Abgesehen davon ist den Wachowski-Geschwistern aber eine interessant inszenierte Episode gelungen, die vor allem von der Harmonie zwischen Halle Berry und Tom Hanks lebt.
Ein mehr als würdiger Abschluss !

Fazit : Für derartige Filme ist das Kino gemacht. Die Harmonie, die Magie und die Botschaft, die "Cloud Atlas" vermittelt ist gigantisch und wirken wie ein Sog auf den Zuschauer. Das faszinierende Experiment unter der Regie von Tom Tykwer und Lana und Andy Wachowski ist ein Mammutwerk, an das man sich noch viele Jahre erinnern sollte. Die perfekte Symbiose aus sechs verschiedenen Genres und das perfekte Zusammenspiel der unterschiedlichsten Schauspieler üben eine Faszination aus, die man so noch nie erlebt hat, trotz kleineren Startschwierigkeiten, die sich aber im späteren Verlauf des Films im Nichts auflösen. "Cloud Atlas" ist ein Sieg der Menschlichkeit, ein grandios bebildertes Epos über gerechtes Handeln und der Natur des Menschen.
Kurz : Ein epochales Meisterwerk, das trotz seiner Länge von kolossalen 3 Stunden nie langweilig wird.

(Wie alle meine Kritiken, lassen sich diese auch auf meinem Kritikerblog nachlesen : mov-critics.blogspot.de)
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am 20. April 2014
Einmal schauen reicht nicht. Es reicht nicht, um den ganzen Film in seiner Vollständigkeit zu erfassen. Es reicht aber auch nicht, um diesen Film entsprechend zu würdigen.

So einen Film habe ich noch nicht gesehen. Sechs unterschiedliche Geschichten aus unterschiedlichen Epochen der Menschheit auf eine Weise verknüpft, die ich im Moment gar nicht in Worte fassen kann, um dann zu einem Ganzen auf grandiose Weise zusammengefügt zu werden. Bei einem Grand an Detailverliebtheit, der mich regelrecht staunen lässt - das meine ich durch und durch positiv.

Zu den vielen unglaublichen Details nur ein Beispiel, das mich am allermeisten beeindruckt hat: Wie sich in der ganz fernen Zukunft die Menschheit verändert hat, so hat sich auch die Sprache verändert. Man hat wirklich die Sprechweise der Menschen variiert und dem Zustand der Gesellschaft angeglichen. So was findet man üblicherweise - und wenn überhaupt - nur in Büchern vor, nicht aber in Filmen.

Der Film ist voller Philosophie/Religion: Soziale Gerechtigkeit, Wiedergeburt, Ethik des Klonens, Sklaverei und Freiheit, Umgang mit Älteren und Bedürftigen, Kapitalismus und seine Folgen und noch so vieles mehr, dass ich es hier gar nicht alles zusammenkriege...

Ich frage mich, ob es nicht besser gewesen wäre, zwei Filme draus zu machen. Wäre, so denke ich, schwer zu verkaufen gewesen, da nicht jeder den Film verstanden hat oder ihn zu schätzen weiß. Ich habe schon Verständnis dafür, dass man es dann lieber in einem Film durchzieht, da man befürchtet, dass der einfache Pöbel einen zweiten Teil nicht mehr sehen wird wollen. Ja, die Matrix-Regisseure kennen das gut. Die haben eine phänomenale Trilogie hingelegt, bei der die letzten beiden Teile (offenbar wegen zu viel Philosophie) nicht gut weg gekommen sind.

So: da haben wir also einen Film, der es schon längst in meine erlesene Filme-Sammlung, meine persönliche Hall of Fame, geschafft hätte, wäre die BlueRay sprachlich nicht so schlecht ausgestattet.

Ich schaue gerne Filme in Originalfassung an. Wenn ich dann gelegentlich was nicht verstehe (Akustik, Slang, Wortschatz, alles Faktoren bei einer Fremdsprache), schalte ich nicht auf Deutsch um, sondern schalte mir kurz den Untertitel in der Originalsprache hinzu, lese nach, was ich nicht gehört oder Verstanden habe und recherchiere nötigenfalls nach der Bedeutung. Das ist hier nicht möglich. Untertitel gibt's nur auf Deutsch. Schlimmer noch: sieht man sich den Film in der Originalfassung an, kann man die deutschen Untertitel nicht abschalten! Na ja, ich werde wohl auf eine Neuauflage des Films auf BlueRay hoffen und warten müssen.

Von mir eine klare Empfehlung zum Anschauen. Aber auch eine Klare Empfehlung dazu, die BlueRay nicht zu kaufen. Schade eigentlich, denn einmal schauen reicht nicht!
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90 von 106 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Die Story: In Cloud Atlas geht es um sechs verschiedene Schicksale, die einen Zeitraum von 500 Jahren spielen. Jede der einzelnen Geschichten sind miteinander verbunden. Der Film beginnt mit einer kurzen Vorstellung der einzelnen Epochen. 1849: Adam Ewing ist im Pazifik unterwegs und lernt dort den Arzt Goose sowie den Moriori Autua kennen. Kurz vor der Abreise entdeckt Goose bei Adam den "Polynesischen Wurm", der ihn zunehmend immer mehr schwächt.
1936: Robert Frobisher ist ein unbekannter Komponist, der von seiner Familie verstoßen wurde. Er schreibt seinem Liebhaber Rufus Sixsmith seine Erlebnisse, als er bei dem bekannten Komponisten Vyvyan Ayrs anfängt zu arbeiten. Dabei entdeckt er ein Buch über eine Seefahrt von Adam Ewing. Als Robert das "Wolkenatlas-Sextett" entwickelt, entbrennt ein Machtkampf zwischen ihm und Vyvyan.
1973: Luisa Rey ist eine aufstrebende Journalistin und lernt nach einem Interview Rufus Sixsmith kennen, der Informationen über die Machenschaften einer Firma hat. Dabei gerät Luisa in einen Strudel aus Verrat und Mord.
2012: Nachdem Dermot Hoggins einen Wutausbruch hatte, verkauft sich sein Buch unbeschreiblich gut, was natürlich seinem Verleger, Timothy Cavendish, ebenso gefällt. Da Timothy schulden nicht bezahlen kann, hilft ihm sein Bruder mit einem Versteck. Auf dem Weg dort hin, liest er ein Manuskript von Luisa Reys.
2144: Der Klon Sonmi-451 wird zu jüngsten Vorfällen befragt und es stellt sich heraus, dass Sie anders ist, als die anderen Klone. Der Rebelle Hae-Joo Chang steht Ihr zur Seite und zusammen wollen Sie die Welt ändern. Dabei spielt der Film über das Leben von Timothy Cavendish eine Rolle.
106. Winter nach der Apokalypse: Der Ziegenhirte Zachary hat ein Problem, er kann sich schlecht entscheiden und lässt sich durch den Teufel beeinflussen. Als Meronym, eine Botschafterin des Volkes "Prescients" seine Heimat besucht, ändert sich alles. Er erfährt die Wahrheit über die Göttin Sonmi.
Alles ist miteinander verbunden - das ist die Kernaussage des Filmes und es stimmt. Der Film muss öfters angeschaut werden, um jedes einzelne Detail immer wieder in den Epochen zu erkennen. Die Erzählstränge und Zeitebenen wechseln sich im Film ständig ab. Die Musik, die Darsteller und die Story machen Cloud Atlas zu etwas Besonderes. Hier gibt es nur die Möglichkeit, dass man den Film mag oder nicht.
Dafür das der Film von der FSK eine Freigabe ab 12 Jahre erhalten hat, sieht man viel Blut und die Gewaltdarstellungen sind nicht gerade zimperlich, vor allem im 106. Winter! 5 Sterne

Das Bild: Perfekt! Die Farben sind kräftig, farbintensiv und wirken natürlich. Der Schwarzwert, der Detail- sowie Schärfegrad ist perfekt und bietet in jeder einzelnen Filmsekunde ein perfektes Bild. Hier gibt es nichts zu bemängeln. 5 Sterne

Der Ton: Dieser liegt in Deutsch und Englisch in DTS-HD MA 5.1 vor. Der Sound ist die meiste Zeit sehr gut abgemischt aber ab und zu sind die Stimmen zu leise bzw. einfach schwer zu verstehen. Sonst hat man eine tolle Soundkulisse, egal ob bei ruhigeren Szenen oder bei Actionszenen. 4,5 Sterne

Die Extras: Ein Wendecover ohne FSK-Logo und eine windige Blu-ray-Hülle sind das erste was auffällt. Der Film beginnt ohne Eigenwerbung des Labels. Dies kann man sich bei den Extras anschauen. Hier findet man auch - zum Glück - den 5-minütigen Trailer sowie den Kinotrailer. Das Making-of dauert ca. 18 Minuten und ist in Rubriken unterteilt. Nicht besonders viel aber es gibt einige Infos. Es gibt noch ein vier-minütiges Special über die Europapremiere in Berlin. Nicht besonders interessant. 3 Sterne
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 9. Mai 2015
Die Verfilmung des Bestsellers von David Mitchell erfreut alle Fans von tiefgründigen Filmdramen.

Die sechs verschiedenen Geschichten, die in sechs verschiedenen Zeitaltern spielen und doch miteinander verbunden sind, sind großartig in Szene gesetzt. Wechselnd vom 19. Jahrhundert bis hin zu einer postapokalyptischen Welt wird der Zuschauer katapultiert. Menschen, Schicksale, Gefühle und die Hoffnung auf Menschlichkeit. Sind wir wirklich miteinander verbunden und hat jede Tat, ob gut oder böse, Einfluss auf die Zukunft? Gehören unsere Leben nicht wirklich uns?

Die Hauptdarsteller Tom Hanks (Star aus Filmen, wie "Philadelphia" und "Forrest Gump"), Halle Berry (Star aus Filmen, wie "X-Men" und "Monster’s Ball"), Jim Broadbent ("Harry Potter"-Fans kennen ihn in der Rolle des Professor Horace Slughorn), Hugo Weaving (Star aus "Matrix" und "Der Herr der Ringe"), Jim Sturgess (Star aus "Die Schwester der Königin" und "Crossing Over"), Doona Bae (Star aus "Sympathy for Mr. Vengeance" und "The Host"), Ben Whishaw (der Star aus "Das Parfum - Die Geschichte eines Mörders"), James D’Arcy (Star aus "Master & Commander" und "Der Fluch der Betsy Bell"), Zhou Xun (Star aus "Suzhou River" und "Balzac und die kleine chinesische Schneiderin), Keith David (Star aus "Pitch Black" und "Requiem for a Dream"), David Gyasi, Susan Sarandon (Star aus Filmen, wie "Dead Man Walking", "Verwünscht" und "In meinem Himmel") und Hugh Grant (Star aus "Vier Hochzeiten und ein Todesfall", "Notting Hill" und "Bridget Jones - Schokolade zum Frühstück") spielen ihre Rollen mit großer Glaubwürdigkeit, vor allem weil sie die verschiedenen Charaktere der verschiedenen Jahrhunderte spielen.

Man soll keinen actiongeladenen Science-Fiction-Thriller erwarten, sondern ein großes Filmdrama mit tiefgründigen Inhalten.

Natürlich gibt es da ein paar Unterschiede gegenüber der Romanvorlage, die ja weitaus komplexer ist, doch das mildert die Faszination in keinster Weise.

Ein Film, der die philosophisch veranlagten Cineasten in seinen Bann ziehen kann.

Einfach ansehen und sich von den verschachtelten Geschichten verzaubern und zum Nachdenken anregen lassen.
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