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am 27. Januar 2013
Als Freund von Robert Zemeckis' bisherigen Werken, war es für mich schnell entschiedene Sache "Flight" im Kino zu sehen. Obendrein handelt es sich nach über einem Jahrzehnt sowie drei Ausflügen in die Welt der computeranimierten Filme um die Rückkehr des Regiesseurs zum Realfilm.

Die Handlung dreht sich um den alkoholabhängigen Pilot William Whip" Whitaker, der nach einer durchzechten Nacht und der Einnahme einer Dosis Kokain zum Aufmuntern ohne Sorge zum Starts des SouthJet-Fluges 227 von Orlando nach Atlanta antritt. Nach anfänglichen Turbulenzen scheint der Flug normal zu verlaufen, doch kurz vor erreichen des Ziels treten technische Probleme in der Steuerung auf. Whitaker gelingt es die Maschine heldenhaft zu landen, sodass 96 der 102 Menschen an Bord überleben.
Whitaker kommt erst in einem Krankenhaus wieder zu sich und erfährt von dem Erfolg seiner Rettungsaktion. Doch die Situation schwenkt urplötzlich um als dank einer Blutprobe, die nach dem Vorfall abgenommen wurde, entdeckt wird, dass Whitaker vor dem Flug massenhaft Alkohl sowie Kokain eingenommen hatte. Whitaker wird neben seinem alten Freunden Harling Mays und Charlie Anderson außerdem der gerissene Anwalt Hugh Lang an die Seite gestellt um zu verhindern, dass der vermeintliche Held während einer baldigen NTSB-Anhörung zum Schuldigen für den Tod der Opfer des Absturzes gemacht wird und Whitaker unter Umständen eine lebenslängliche Gefängnisstrafe verhängt bekommt.
Doch all dies hilft nur wenig, solange Whitaker den Alkohol nicht aufgibt und somit seine Dämonen besiegt. Trotz Einreden seiner Geliebten Nicole Maggen, seiner ehemaligen Familie sowie seines gesamten Umfelds scheint die Sucht allerdings stärker zu sein und Whitaker immer mehr in Schwierigkeiten zu bringen.

Regiesseur Robert Zemeckis zeigt mit diesem Film nach dem Drehbuch des Autors John Gatins einmal mehr, dass er der perfekte Mann für außergewöhnliche Filme ist. Schon mit der "Zurück in die Zukunft"-Triologie begeisterte er, schuff mit "Forrest Gump" einen einmaligen Klassiker und präsentierte mit "Cast Away" eine wunderbare One-Man-Show.
Danach begab er sich auf neue Pfade und imponierte mit den drei technisch revolutionären Motion-Capture-Blockbustern "Der Polarexpress", "Beowulf" und "Disney's Eine Weihnachtsgeschichte".
Nun also kehrte er zum Realfilm zurück und liefert mit "Flight" ein Werk ab, dass aufgrund seiner Vermischung von Genres ein wenig an "Forrest Gump" erinnert und eindeutig Zemeckis Signatur trägt.
Lose angelehnt ist die Handlung übrigens neben weiteren ähnlichen Vorfällen an den Flugzeugabsturz des Alaska-Airlines-Flugs 261, bei dem versucht wurde das dargestellte Manöver durchzuführen. Allerdings hatte der Vorfall keinen einzigen Überlebenden.
"Flight" beginnt wie ein Katastrophenfilm und schenkt uns dabei den wohl intensivsten, realistischten und beklemmendsten Flugzeugabsturz der Filmgeschichte. Man merkt hierbei auch wie intensiv sich die Filmcrew mit der Technik eines Flugzeuges und dem Ablauf eines Fluges beschägtigt hat um diesen originalgetreu auf die Leinwand zu bannen.
Nach dieser spektakulären und wirklich erstklassig inszenierten, animierten sowie geschnittenen Szene wandelt sich der Film zu einer Mischung aus gefühlvoll tiefgreifender Charakterstudie und spannendem Justizdrama abgeschmeckt mit der ein oder anderen komödiantischen Passage.
Dieser aprupte Umschwung kommt unerwartet und ist überhaupt nicht hollywoodkonform. Es scheint aber nicht so, dass der Film durch die Action seinen Höhepunkt gleich zu Beginn verspielt und anschießend abflacht.
Ganz im Gegenteil, den Machern gelingt es vorzüglich die ernste Hauptthematik um den Konflikt des Piloten packend sowie einfühlsam zu präsentieren und den Restfilm nach dem Absturz nicht hinter eben diesem uninteressant wirken zu lassen. Überhaupt fasziniert die Frage ob Whitaker Held oder Schuldiger sein sollte. Der Zuschauer kann sich durch die, aufgrund von Whitaker's Uneinsichtigkeit, dauernd neu auftetenden Probleme an manchen Stellen nur schwer für oder gegen den Trinker entscheiden oder sich mit ihm identifizieren. Damit ist der Zuschauer aber nicht der einzige, denn dem Umfeld des Piloten stellt sich im Film immer wieder das gleiche Dilema.
Desweiteren bietet "Flight" einen intensiven sowie beängstigenden Einblick, was es bedeutet einer Alkoholsucht oder einer Sucht im Allgemeinen zu unterliegen.
Man wird sich durch diese so real wirkende Darstellung des Zwangs erst bewusst, wie frei man eigentlich lebt und wie man jeden Tag des Lebens geniesen sollte. So abgedroschen dies auch klingen mag, die Botschaft ist wichtig und wahr.
Besonders in den USA ist gerade der Umgang mit Alkoholismus eine heikle Angelegenheit und der Schritt einen Film darüber zu drehen nebenbei erwähnt sicherlich als mutig anzusehen.
Auch weitere Ideen des Regiesseurs z. B. sehr freizügige Szenen einzubauen, Nicole detailiert beim Einnehmen der Drogen zu filmen oder allgemein den Mut zu haben das Hässliche zu zeigen und somit ein R-Ratin zu erhalten, fordern eine gewisse Risikobereitschaft des Regiesseurs und des Studios in Bezug auf den Kassenerfolg des Films.
Obwohl Whitaker in vielen Fällen aufgrund seiner Uneinsichtigkeit selbst Schuld an den Problemen ist, schafft der Film und vor allem sein Darsteller es die Sympathie des Zuschauers für den abhängigen Piloten schlußendlich zu gewinnen.
In der Betrachtung der Thematik ist es nun auch lohnend den Titel des Films einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. "Flight" bedeutet im Englischen nämlich keineswegs nur "Flug" sondern auch "Flucht".
Neben dem Hauptplot runden Subplots wie eine Liebesgeschichte, die Zemeckis sowieso wie kein anderer unaufdringlich schön zu inszenieren weiß, und Whitakers familären Komplikationen den Film gekonnt ab.
Desweiteren werden wie von Zemeckis gewohnt zahlreiche weitere ernste Thematiken wie der Glaube zu Gott, die Bedeutung von Familie und Freunden, etc. zumindest angeschnitten ohne dass diese zusammenhanglos zum Hauptkontext wirken.
Hierbei ist vor allem die Raucherszene im Krankenhaus zu nennen, denn in solchen Kinomomenten entfaltet sich das ganze Können Zemeckis.
Um die feine Melancholie des Films etwas aufzulockern und diese nicht in eine schwer tragische Stimmung umschwenken zu lassen, entschied man sich dafür die Figur des Harling Mays samt lässigen One-Linern einzubauen und hatte damit genau das richtige Gespür für angebrachte Komik.
Das Werk enthält im Mittelteil ein, zwei zu lang geratene Szenen, gleicht dies aber mit seiner fulminatnen Darstellerriege ohne Frage vollkommen aus. Auch ansonsten lässt man sich in den einzelnen Szenen viel Zeit, schneidet nicht gleich zum nächsten Part sondern gibt dem Zuschauer den Raum die Figuren nocheinmal genauer zu betrachten, ihnen beim Denken zuzusehen. Bis auf die bereits genannten ein, zwei zu langen Szenen stellt dies eine angenehm abwechslungsreiche Maßnahme dar, der Hektik unserer heutigen Welt etwas an Geschwindigkeit zu nehmen.
Die schönen Bilder der Gegend um Atlanta sowie der gefühlvolle Soundtrack von Alan Silvestri tragen nicht zuletzt ihr übriges zur Stimmung bei.
Das Ende von "Flight" empfinde ich als gelungen. Es ist nicht zu vorhersehbar und gleitet keineswegs ins Kitschige sodass die wichtige Moral der Selbsterkenntnis ungestört vermittelt werden kann.
So beweist Zemeckis, auch wenn er nicht die Qualität seines "Forrest Gump" erreicht, dass er sein Handwerk auch im Realfilm-Sektor noch mehr als versteht. Sein Comeback macht Freude auf kommende Projekte und lässt mich vielversprechend auf seine berufliche Zukunft blicken.
Wie bereits angeklungen ist sorgen aber neben Zemeckis zweifelsohne die hochkarätigen Darsteller für das meiste Lob am Film.
Denzel Washington brilliert allen voran in der anspruchsvollen, wie auch vielschichtigen Rolle des William Whip" Whitaker und spielt diese preiswürdig überzeugend.
Auch die Nebenrollen sind sehr gut bis gut besetzt. So sind John Goodman als Harling Mays, Kelly Reilly als Nicole Maggen, Don Cheadle als Hugh Lang, Bruce Greenwood als Charlie Anderson, Tamara Tunie als Margaret Thomason, Melissa Leo als Ellen Block, Brian Geraghty als Ken Evans, Nadine Velazquez als Katerina "Trina" Marquez und James Badge Dale als Gaunt Young Man zu sehen.
Der bekannte CNN-Journalist Piers Morgan hat außerdem ein Himself-Cameo.

Robert Zemeckis konnte mit "Flight" nach vielen Jahren auch endlich wieder einen Film drehen, der sich unterm Strich als profitabel erweist.
Durch das für Robert Zemeckis recht kleine Budget von $ 30 Millionen und trotz der heiklen Thematiken sowie einem R-Rating in den USA verzeichnete man einen äußerst lohnenden Verlauf an den Kassen.
Alleine in den USA konnten 2012 mit $93,772,375 Kasse mehr als das dreifache der Kosten wieder eingenommen werden.
In den restlichen Ländern kam man immerhin auf $68,000,000, sodass ein weltweites Einspielergebnis von $161,772,375 daraus resutliert. Es gelang somit die Budgetkosten um das mehr als fünffache wieder einzunehmen, eine Zahl die er in Relation gesehen schon lange nicht mehr erreichte.
Doch nicht nur bei den Zuschauern stieß der Film auf Interesse, denn auch Filmkritiker lobten den Film in höchsten Tönen und so ließen die Auszeichnungen nicht mehr lange auf sich warten.
Neben zwei Nominierungen beim Academy Award in den Kategorien "Best Writing, Original Screenplay" und "Best Performance by an Actor in a Leading Role" wurden außerdem folgende Ehrungen vergeben: eine Nominierung beim Golden Globe Award in der Kateforie "Best Actor - Motion Picture Drama", eine Nominierung bei den AACTA Awards, eine Nominierung beim Art Directors Guild Award, drei Nominierungen sowie ein Gewinn ("Best Actor") beim Black Reel Award, zwei Nominierungen beim Broadcast Film Critics Association Award, eine Nominierung beim Chicago Film Critics Association Award, eine gewonnene Trophäe ("Founder's Award")beim Chicago International Film Festival, eine Nominierung beim Dallas-Fort Worth Film Critics Association Award, eine gewonnene Trophäe ("Spotlight Award") beim Hollywood Film Festival, drei Nominierungen und ein Gewinn ("Outstanding Actor") beim NAACP Image Award, eine gewonnene Trophäe ("Spotlight Award") bei der National Board of Review, eine Nominierung beim Online Film Critics Society Award, eine gewonnene Trophäe ("Director of the Year") beim Palm Springs International Film Festival Award, fünf Nominierungen und ein Gewinn ("Best Visual Effects") beim Satellite Award, eine Nominierung beim Screen Actors Guild Award, zwei Nominierungen bei der St. Louis Gateway Film Critics Association, eine Nominierung bei der Visual Effects Society, eine Nominierung beim Washington DC Area Film Critics Association Award sowie eine Nominierung beim Writers Guild of America Award.
Sowohl für Aufsehen als auch für Lacher sorgte Oscar-Host Seth MacFarlane, als er während der Verleihung eine von ihm gedrehte und sehr witzige "Flight"-Parodie mit Sockenpuppen zeigte.

Die Blu-ray Disc lässt technisch in Bild und Ton nahezu keine Wünsche übrig, wobei vor allem beim spektakulären Einstiegspart aber auch bei den darauf folgenden Nahaufnahmen die Vorteile einer BD zum tragen kommen.
Die Extras mit Making Of, Q & A, etc. sind wie bei nahezu jedem Film von Robert Zemeckis ebenso ausführlich wie interessant.

Bewertung:
Film:
Story: 4/5 Sterne
Schauspieler/Regie/Soundtrack: 4/5 Sterne
Humor: 1/5 Sterne
Action: 1/5 Sterne
Spannung: 3/5 Sterne
Gefühl: 3/5 Sterne
Anspruch: 3/5 Sterne
Effekte: 1/5 Sterne
Blu-ray Disc:
Bild/Ton: 5/5 Sterne
Extras/Menü/Cover: 5/5 Sterne
Gesamt: 4/5 Sterne

Fazit: Robert Zemeckis' Rückkehr zum Realfilm besticht nach spektakulärem Start als spannendes Drama mit mutiger Thematik und bietet intensive Einblicke in das Leben eines, von Denzel Washington großartig gespielten, Trinkers.

Vielen Dank für das Lesen meiner Rezension.
1616 Kommentare|144 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 26. Mai 2016
Super Film. Tolle schauspielerische Leistung. Bester Film mit Denzel Washington. Absolut logische Geschichte. Spannend und dabei tiefgründig. Schon dreimal gesehen.
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am 12. Januar 2016
Ich habe mir den Film bestellt da ich die Handlung interessant fand. Es geht um den Captain Whip der ein Flugzeug vor dem Absturz bewahrt. Geschichte wäre interessant, aber hat man erst mal die ersten 10 Minuten des Filmes gesehen hat man keine Lust mehr. Es gibt sehr, sehr viele unanständige Inhalte die nicht in einen Film ab zwölf gehören und das macht den ganzen Film kaputt, 10 Minuten und ich habe ausgeschaltet. 1 Stern, mehr kann ich leider nicht geben.

Nicht zu Empfehlen!
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am 27. April 2016
Mit denzel washington kann man nix falsch machen,von Anfang bis Ende sehr gute Geschichte , kann den Film nur weiter empfehlen einfach anschauen ..!
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am 19. August 2013
Kann eine Heldentat heldenhaft sein, ist sie weniger wert wenn sie unter Drogeneinfluss zustande kam? Darf allein ein cleaner Retter die zweifellos angebrachte Anerkennung für sein Meisterstück erhalten? Ist der Drogenkosum des Pilot unwichtig oder ursächlich für das Desaster, aus dem er zig Menschen durch großes fliegerisches Können führt? Hat er im Moment der Wahrheit Leben gerettet oder durch seine Sucht permanent latent Leben gefährdet?

Aus diesem nachdenkenswerten Ansatz, bei dem man durchaus verschiedene Standpunkte vertreten kann, machen Regisseur Robert Zemeckis und eine Riege erstklassig agierender Schauspielerinnen und Schauspieler ein fesselndes Absturz-Drama, das zwei Aspekte aufgreift und verfolgt (Achtung SPOILER). Im Mittelpunkt steht die starke Drogenabhängigkeit des von Denzel Washington verkörperten Piloten und dessen schwierigem Umgang mit der Sucht und deren negativen privaten wie beruflichen Folgen. Der zweite Aspekt ist der versicherungstechnische, rein rechtliche des Absturzes, und damit die Fragestellung des Eingangsabsatzes dieser Rezension. Wer bezahlt für den Absturz? Bei wem liegt die Schuld? Natürlich spricht gänzlich unbestreitbar rein alles für einen mechanischen, technischen Defekt des Flugzeugs. Somit müsste der Flugzeughersteller bezahlen und der Pilot wäre ein Held. Leider aber macht sich eben jener Held durch seinen nachweisbaren Alkoholkonsum während des Fluges angreifbar und wird zur willkommenen Zielscheibe, zum argumentativen Schlupfloch der Versicherungs-Gegenpartei. Es spielt dabei rein faktisch überhaupt keine Rolle ob der angetrunkene Captain das fliegerische Meisterstück trotz oder vielleicht sogar wegen seines Zustandes fertig brachte oder ob der Absturz durch mechanisches oder aber menschliches Versagen verursacht wurde. Der Pilot war während des Vorkommnisses angetrunken und dieses Argument sticht für die Versicherungen und die untersuchende Kommission alles andere aus - mit dem Recht auf ihrer Seite aber auch zu Recht?

Ganz hervorragend dargestellt ist der fast schon naive Versuch des Piloten, nach dem ersten Auftauchen von Verdachtsmomenten für seine Trunkenheit während des Absturzes alle Missbrauchsspuren zu beseitigen und trocken zu wirken. Als ob es eine Rolle spielen würde wenn er damit Erfolg hätte - es wurde ihm direkt nach dem Absturz im Krankenhaus Alkohol im Blut nachgewiesen und nur der Absturz zählt für die versicherungstechnische und kriminalistische Aufarbeitung. Zudem zeigen die Ermittlungen, das ein Mitglied der Crew einige später unter den Trümmern der Maschine gefundene Wodkafläschchen während des Fluges geleert haben muss. Es steht also schlecht um den Piloten Whip Whitaker. Wenigstens stellt ihm ein gütiges Schicksal einen fähigen Anwalt zur Seite, der mit großem Geschick die Werte der genommenen Blutprobe anzweifeln und entwerten kann. Für Whip Whitaker die unbezahlbare Chance aus der Sache als Held und nicht als wegen Totschlags verurteilter Junkie hervorzugehen. Doch dazu bräuchte der Anwalt, um seinen Klienten nach Außen glaubhaft clean scheinen zu lassen, einen trockenen Whip Whitaker. Und die dazu nötige Willenskraft bringt der Mann, der durch Willenskraft und Befähigung fast 100 Menschenleben rettete, trotz manch schwacher Versuche des Kampfes nicht auf. Auch nicht als er die Hilfe und Liebe einer ebenfalls drogenabhängigen Frau erfährt, die er während seines Krankenhausaufenthalts im Rahmen einer klasse gespielten Treppenhausszene kennenlernt. Diese Frau kämpft sich mit viel Willenskraft aus ihrer eigenen Heroinsucht heraus - so viel Willenskraft, dass sie genug davon übrig hat um auch Whip Whitaker mit aus dem Strudel ziehen zu wollen. Letztlich aber reichen alle Kraft und alle Liebe nicht aus einen Mann zu retten, dem Kraft und Willen zur Rettung fehlen, bei dem scheinbare kleine Erfolge nur riesige Rückschläge nach sich ziehen.

Am Ende erleidet der Pilot zwei Abstürze. Den fliegerischen meistert er mit Bravour, dem menschlichen hat er nichts entgegen zu setzen. Und doch landet er selbst auf diesem Feld einen kleinen Erfolg. Denn im alles entscheidenden Moment vor der Kommission, die den Unfallhergang der von Whitaker gesteuerten Maschine untersucht, wählt der dank guten Anwalts fast schon reputiert scheinende Pilot nicht den sich auftuenden leichten Weg der juristisch rettenden Unwahrheit sondern den schweren Weg heraus aus dem immer größer werdenden Berg der Lügen und Selbstlügen. Er bekennt sich vor dem Ausschuss schuldig als Alkoholiker, was in diesem Fall einem schuldig als Unfallverursacher gleichkommt, auch wenn die Wahrheit völlig anders aussehen mag. Doch will Whitaker nicht leben mit einer weiteren Lüge, welche den während des Fluges nachgewiesenen Wodkakonsum posthum auf eine beim Absturz getötete Stewardess abgewälzt hätte. Nicht irgendeine Stewardess sondern seine Geliebte. Der Film endet mit einem unehrenhaft suspendierten Piloten im Gefängnis. Gefangen und doch frei - frei von seiner Sucht und frei von einer auf Selbstlügen aufgebauten Welt. Schließlich sogar versöhnt mit seinem Sohn, der sich mitsamt seiner Mutter lange zuvor vom drogenabhängigen Vater distanzierte. Insofern bietet Flight ein kleines und bescheidenes happy end. Ob die Rolle des Piloten Whitakers nun heldenhaft oder unverantwortlich zu bewerten ist, dafür lässt Flight dem Zuschauer Platz für verschiedene Ansichten. Der Pilot Whitaker jedenfalls bewältigt seine schwerste Prüfung ganz am Anfang, der Mensch Whitaker erst ganz am Ende.

Kurz zur Technik der BluRay: super scharfes und sauberes Bild, schön natürlich wirkende Farben, nur manchmal zu erkennende CGI-Effekte. Die Kameraarbeit ist geprägt von angenehm ruhigen Einstellungen und Schnitten ohne Hektik. Ausgenommen davon ist natürlich die famos umgesetzte Absturzsequenz am Anfang des Films, bei der man nur hofft so etwas nie selbst erleben zu müssen. Zum tollen Film passt der hervorragende Soundtrack, der sich nie aufdrängt sondern nur dort unterstreicht wo er soll. Alles in allem ein prima Gesamtpaket von Film: gute und interessante Story, klasse Schauspieler (John Goodman erinnert in seiner Rolle als Dealer lustigerweise sehr an Walter aus The Big Lebowski) bis in die Nebenrollen, gute Dialoge bei denen man gerne zuhört, schöne Kameraeinstellungen, toll abgestimmter Soundtrack und Bild sowie Ton ohne jeden Makel.
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am 24. Mai 2016
Sehr guter Film, Denzel Washington spielt die Rolle sehr glaubwürdig. Der Film ist teilweise spannend, kurzweilig und sehr zu empfehlen.
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am 7. Dezember 2014
Eine atemberaubende Flugzeuglandung bildet den Auftakt einer tiefgründigen Charakterstudie von Captain Whip Whitaker (Denzel Washington).Dabei bezieht sich der Filmtitel weniger auf den Flug, sondern schildert das ständige auf und ab im Leben eines Drogen und Alkoholabhängigen Menschen.Von totaler Selbstüberschätzung bis kompletter Hilflosigkeit verkörpert Denzel Washington ein riesiges und facettenreiches Spectrum an Emotionen.Der Hauptdarsteller erscheint dabei als perfekte Besetzung für diese Figur.( In meine Augen eine seiner bewegensten Rollen neben Training Day,John Q und Man under Fire) Neben ihm kann auch John Godmann in einer untypischen Nebenrolle als Drogendealer glänzen.Der ganze Film steigt und fällt mit den Launen und Befindlichkeiten der Hauptfigur. Kurz vor der Klippe stehend wird "ein Flug" sein ganzes Leben verändern und prägen.

Ein großartig gespieltes Drama mit einem überragendem Hauptdarsteller. Jeden Stern wert.
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am 9. Dezember 2014
Wie auch viele andere, und dies sicherlich nicht zu Unrecht, hält der Film in keiner Weise, was die Trailer oder gar der Titel erwarten lässt.
Im Grossen und Ganzen geht es im Wesentlichen um den Alkoholismus des Piloten. Zudem werden zahlreiche Nebenkriegsschauplätze eröffnet, die aber alle nicht groß zur Storybildung beitragen.
Komplett überzogen bis hin zur best ausgestattetsten Minibar in einem Hotel, die ich je gesehen habe ;-)

Hier hat man sich komplett in der Alkoholabhängigkeit der Hauptfigur verloren, die mit der Zeit einfach nur nervt und man nur denkt: Ja, wir wissen jetzt, er ist abhängig...aber was ist mit der eigentlich interessanten Story und den damit verbunden Gegensätzen eines Helden und einem Verkehen, das geahndet werden muss..

Warum der Ausflug ins Pornogenre, warum eine drogenabhängige neue Freundin und und und...alles Dinge, die den Film in die Länge ziehen und all das, was ihn interessant hätte machen können, in den Hintergrund stellen...der Streit zwischen Airline, Besitzer, etc...die Kontroverse zwischen einer Heldentat, egal, ob realitstisch oder nicht, und einer unverzeihbaren Handlung, die auch in das Gegeteil jederzeit führen könnte...

Hier wurde eine spannende Story nach kurzer Zeit komplett fallengelassen und der Film zeiht sich in die Länge und bringt nicht wirklich konstuktive Neuerungen, ausser dass man mit Drogen Drogen bekämpfen kann.

Wer diesen Film ab 12 freigegeben hat, gehört auch einmal untersucht nach Drogen oder einer fraglichen Zurechnungsfähigkeit.

Eine der größten filmischen Zeitverschwendungen, die ich je erlebt habe!
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am 27. Juni 2014
Captain Whip Whitaker ist Pilot – und Alkoholiker!
Als einer seiner Linienflüge abzustürzen droht, schafft es Whitaker, die Maschine in einem atemberaubenden, nicht zu glaubenden Manöver wieder unter Kontrolle zu bringen und notzulanden. Viele Menschenleben werden gerettet und Whitaker wird als Held gefeiert. Bis dann ein Untersuchungsausschuss in Whitakers Leben herumwühlt und so einiges zu Tage fördert, das seinen Ruf als Held zerstören könnte.

*

Robert Zemeckis als Regisseur und Denzel Washington als Hauptdarsteller, da musste eigentlich ein guter Film dabei herauskommen. Und in der Tat: “Flight” ist außergewöhnlich spannend und schauspielerisch auf höchstem Niveau.

Auch wenn der dramatische (und durchaus sehenswerte) Absturz der Maschine beziehungsweise die daraus resultierende Rettungsaktion des Piloten im Nachhinein unglaubwürdig und an den Haaren herbeigezogen wirkt, im Film funktioniert sie auf jeden Fall. Man hält den Atem an und fiebert mit. Ob das Ganze technisch in der Realität überhaupt möglich wäre, vergisst man in jenen Momenten.
Aber der Absturz der Maschine und deren Rettung ist schließlich nur der Auslöser für einen bestechenden Film über einen Mann, der bereits alles verloren zu haben schien und dennoch weiterkämpft.

Denzel Washington läuft während des Films zur Höchstform auf. Es pasiert nicht sehr oft, dass man einem Schauspieler den Spaß und die Freude am Dreh derart ansieht. Washington spielt seine Rolle so gut, dass man oft vergisst, dass es nur ein (Schau-)Spiel ist. Überzeugend zeigt er uns, wie es ist, dem Alkohol verfallen zu sein und dagegen anzukämpfen.

Es gibt die ein oder andere Szene, die nicht glaubwürdig wirkt (was aber nicht an Washington, sondern eher am Drehbuch liegt), über die man aber gerne hinwegsieht, wenn man an das Gesamtwerk denkt.

“Flight” ist einer jener Filme, die einem alleine schon aufgrund der hohen Schauspielkunst des Hauptdarstellers im Gedächtnis haften bleiben. Hier wird ein menschliches Drama geboten, das fesselt und unterhält. Was will man von einem Film mehr?

*

Fazit: Oskarreife Schauspielerleistung von Denzel Washington in einem beeindruckenden Drama von Robert Zemeckis, das leider an ein paar wenigen Drehbuchschwächen leidet, die man aber allzu gerne übersieht. Absolut empfehlenswert!

© Wolfgang Brunner
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am 18. Dezember 2013
Ob ich mich mit einem Film anfreunden kann, oder nicht, entscheidet sich bei mir ofz schon bei den ersten Szenen. Dieser Film beginnt damit, dass ein alter Alkoholiker mit Wampe neben seiner jungen Gespielin aufwacht, woraufhin dieselbe dann einige Minuten ziemlich unmotiviert splitternackt herumläuft und uns die Gelegenheit gibt, uns an einer perfekt gebauten Mitt-Dreissigerin zu erfreuen. Völlig unwesentlich für die Handlung (ausser dass damit die edlen Gefühle des "Helden" am Ende erklärt werden sollen), auch nicht passend zum Film, weil der eigentlich mit Erotik nichts am Hut hat, aber offensichtlich haben das die alten Säcke Washington und Zemeckis einfach irgendwie genossen. Das erinnert schon ein wenig an die völlig unnötige Lesbenszene in "Vicky Christina Barcelona", die der tattrige Lustgreis Allen ja auch nur zur persönlicen Erbauung eingebaut hat. Mein Gott, was sind alte Männer peinlich! - hoffentlich bleibt mir das erspart...
Passend dazu macht der Film auch noch einen kleinen, ebenfalls unmotivierten Ausflug ins Porno-Millieu - offenbar für die Generation Internet, die mit 5 Jahren schon den hundersten Ar..fi. gesehen hat, und da muss man das Thema doch mindestens einmal in den Film einbauen. Man ist ja immer noch auf Höhe der Zeit, gell?
Nächster Tiefpunkt: der ewig-präsente John Goodmann (Publikum: "Oh, schau, das wird jetzt sicher lustig!") darf einen überdrehten Koksdealer mit goldenem Herz spielen. Ja, richtig gelesen: in einem Film, der sich mit dem Problem des Alkoholismus beschäftigt, ist ein Drogendealer der "comic relief". Später übrigens wird das geheiligte Kokain sogar zur (vorübergehenden) Rettung unseres armen Helden, weil es die Verwüstungen des Teufels Alkohol dank seiner wundertätigen Eigenschaften in Sekundenschnelle kuriert. Falls die kolumbianische Drogenmafia vorhat, einen Koks-Werbefilm für den gehobenen Mittelstand zu veröffentlichen, kann sie sich bedenkenlos bei diesen Szenen bedienen. Lieber Gott, lass Hirn regnen - und nicht nur auf die Macher, auch aufs Publikum...
Ach ja, dazwischen liegt ja noch der allseits gelobte, furchtbar realistische Flugzeugabsturz - in der das Flugzeug nach dem Start ca. 45° steil abhebt (suggeriert zumindest der Kamerawinkel), normale wetterbedingte Turbulenzen die Passagiere ungefähr so stark durchschütteln wie der Einschlag einer Rakete, diese Turbulenzen in bester Cowboy-Manier mit Full-Speed durchflogen werden (das Gegenteil wäre richtig, aber unser Held ist ja so furchtbar unkonventionell, und hat dabei immer recht), der Ausfall des Höhenruders letztlich die Triebwerke zum Brennen bringt, ein ober-cooler Pilot ohne die geringsten Zeichen von Anspannung einfach ALLES richtig macht (das lass ich mir vielleicht noch in einem Action-Reisser unterjubeln, aber nicht im "Problem-Drama mit inkludierter Charakterstudie"), ein unkontrolliert nach unten gedrücktes Flugzeug sich beim Rückenflug plötzlich PERFEKT stabilisiert, nach den Zurückdrehen plötzlich immer noch sehr hübsch segelt (jetzt schon ohne Motore), und bei der Bruchlandung auf einer Wiese keine hundert Meter rutscht bevor es zum Stillstand kommt (mein Gott, womit haben diese Deppen das ausprobiert - indem sie ein 30cm-Modell auf den Rasen geworfen haben?).
Nebenbei: einen wirklich "guten" Flugzeugabsturz gabs bei "The Grey" - der konnte einem Zuseher wirklich Paranoia bescheren, auch wenn der restliche Film Schrott war. Bei "Flight" sind die Ereignisse eher nur überzogener Hollywood-Kitsch.
Der nach dem Absturz gemessene Blutalkohol ist übrigens lächerlich niedrig - nach einer versoffenen Nacht, Alkohol zum Frühstück, und zwei kleinen Wodkas zwischendurch. Aber das Bild vom armen Alki, der mit seiner Sauferei überhaupt und gar nicht und sicher absolut nicht zum Ablauf des Unglücks beigetragen hat, war offenbar ein so zentrales Thema des Drehbuchs, dass man sich hier auch nicht erst lange mit Logik herumgeschlagen hat.
Washington spielt seine Rolle dabei routiniert, leider ist die Figur nicht wirklich glaubhaft. Gesund, potent, erfolgreich im Beruf (Reflexe, Koordination, Konzentration - alles top), keine Verwahrlosung (Wohnung), und das trotz einer jahrelangen Karriere als schwerer Alki - auch hier wieder: der simplen Story geschuldet, aber sicher nicht realistisch.
Merkwürdig diffus bleiben dabei auch die religiösen Anspielungen im Film: das Flugzeug köpft einen Kirchturm und überfliegt eine Gebets-Truppe, der Co-Pilot is ein christlicher Fundi, der Absturz wird unterschwellig als göttliche Fügung hingestellt, um den Helden wieder auf den rechten Weg zu bringen (ich weiss schon, dass "act of god" auch ein juristischer Begriff ist), aber so unentschlossen, dass das alles weder Fisch noch Fleisch ist. Einfach nur ein paar Meter mehr für einen eh schon überlangen Film.
Letztlich bleibt das Bild eines langatmigen, unentschlossen, oberflächlichen und mit sehr simplen Charakterisierungen arbeitenden Films, dessen Vermarktung voll auf den Hauptdarsteller zugeschnitten ist. Damit bleibt er Dutzendware, der man den prominenten Regisseur nicht anmerkt.
Die allgemeine Lobhudelei über diesen Film ist für mich ein Hinweis, dass die "anspruchsvolle" Seherschaft ihr Gehirn im Kino auch nicht intensiver benutzt, als der durschnittliche Popcorn-Kinogeher. Andere Zielgruppe, gleicher Schrott. Aber das gilt ja für die meisten medialen "Qualitätsprodukte".
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