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681 von 793 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Prepared to burn
Der zweite Teil der Hobbit-Trilogie gewinnt an Schwung und Unterhaltungswert, und wahrscheinlich auch an Fans, verliert jedoch J.R.R. Tolkien.

Eines wird sehr bald klar: „Eine unerwartete Reise“ und „Smaugs Einöde“ sind zwei Brüder, die sich nicht annähernd in ihrem Wesen so ähneln wie Kili und Fili, sondern sich...
Vor 8 Monaten von Gwenya veröffentlicht

versus
981 von 1.254 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Au weia! Der arme Herr Beutlin..
Rezension enthält Spoiler, also seit gewarnt ^^

Ich habe es von Anfang an sehr skeptisch gesehen, dass aus dem vergleichsweise kurzen Buch eine ganze 9-stündige Filmtrilogie gemacht werden sollte. Mit dem zweiten Teil Smaugs Einöde kristallisiert sich noch mehr als beim ersten Film heraus, dass dies einfach nicht wirklich gut funktioniert...
Vor 8 Monaten von Steve veröffentlicht


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681 von 793 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Prepared to burn, 17. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Der Hobbit: Smaugs Einöde (DVD)
Der zweite Teil der Hobbit-Trilogie gewinnt an Schwung und Unterhaltungswert, und wahrscheinlich auch an Fans, verliert jedoch J.R.R. Tolkien.

Eines wird sehr bald klar: „Eine unerwartete Reise“ und „Smaugs Einöde“ sind zwei Brüder, die sich nicht annähernd in ihrem Wesen so ähneln wie Kili und Fili, sondern sich unterscheiden wie Tag und Nacht.Ihre Gemeinsamkeit ist zum einen der Titel, der sich auf den Roman „Der Hobbit“ von Tolkien beruft, obgleich es sich keines Falls um eine Verfilmung dieses Werks handelt, das der Altmeister der Fantasy damals für seine Kinder schrieb. Schon der erste Teil war weniger eine Romanverfilmung, als eine Aufzeichnung all der weltbewegenden Ereignisse und Verwicklungen, die, wie man in Tolkiens anderen Werken nachlesen kann, zur Zeit von Bilbos Reise stattfanden und alle direkt oder indirekt damit verknüpft waren. „Eine unerwartete Reise“ hielt sich vordergründig lose an „Der kleine Hobbit“ und hintergründig an Schriften wie „Das Silmarillion“ oder „Nachrichten aus Mittelerde“; „Smaugs Einöde“ hält sich vordergründig lose an den kleinen Hobbit und hintergründig an nichts und niemanden.

Um aus einem Kinderbuch einen Film für Erwachsene zu machen, wurde sich mehr auf die großen Zusammenhänge konzentriert, die im Roman unsichtbar bleiben, die Ereignisse am Ende, sowie die Geschichte des Herrn der Ringe zu verstehen helfen. Die Verknüpfung der verschiedenen Handlungsstränge ist dabei tatsächlich sehr gelungen, sie gibt zu verstehen, dass nichts auf Bilbos Reise Zufall war, und dass es Gandalf, als er Bilbo und die Zwerge zusammenführte, um weitaus mehr ging, als um die Widergewinnung Erebors für den thronlosen König unter dem Berg. Entgegen dem Buch gewinnt der Ring schon mehr an Bedeutung und an Gefahr; die Zusammenhänge zwischen jenem Schatz, dem Drachen und der Schattengestalt in Dol Guldur, die sich (SPOILER) als Sauron zu erkennen gibt, werden mit verschiedenen, teils subtilen Mittel unmissverständlich gemacht.

Gegenüber dem ersten Film verliert „Smaugs Einöde“ an Humor und Leichtigkeit, die augenzwinkernden Vorgänge, wie das Eintreffen in Beorns Haus wurden zugunsten panischer Fluchten aus dem Script gelöscht, der Gesang und die Witze verschwanden aus der Gemeinschaft, und selbst das Lied zum Abspann, „I see fire“ verbreitet eine ganz andere, melancholischere, wehmütigere Stimmung als noch „The song oft he lonely mountain“, rühmt die Treue der Gemeinschaft und die Ehre in einem aufrechten Tod im Feuer.

Außerdem wurden im Zuge dieser Umwandlung der Kindergeschichte viele der im Buch sehr einfachen Vorgänge verkompliziert. Der Zuschauer erfährt nie gekannte Hintergründe einzelner Handlungen und Geschehnisse, wie bereits in Teil Eins die Ursache für den Zwist zwischen den Zwergen und den Elben, sowie hier nun den Grund dafür, dass die Bürger (SPOILER) der Seestadt das Vorhaben der Zwerge, trotz aller Gefahren, feiern, oder dass der Arkenstein eine so enorme Auswirkung auf die Beteiligten hat. Damit wird wieder die Thematik der Macht und ihrer Verunreinigung des Einzelnen in die Geschichte miteingesponnen, die im „Herr der Ringe“ so an Bedeutung gewinnt und auch immer wieder durch die Anwesenheit des einen Ringes vorausgedeutet wird.

Man lernt des Weiteren die Welt der Menschen besser kennen, ihre dunkleren, zwielichtigeren Seiten, in Form der vergessenen, verkommenen Seestadt, die sich von bisher bekannten Orten wie Minas Tirith unterscheidet, durch ihre bunt gemischte Bevölkerung, und durch den Schmutz, die Armut, den Hunger, die Korruption, Gier und Furcht, die vorherrschen unter der Fuchtel des schmierigen, selbstherrlichen, tyrannischen Bürgermeisters, in dessen Rolle Stephen so Fry war zu brillieren.

Auch auf die Elben wird hier ein anderes Licht geworfen; die Waldelben unterscheiden sich von jenen, denen man in Bruchtal begegnet ist. König Thranduil in seinem Stolz und Eigensinn ist ein blondes Spielgelbild von Thorin. Anders als im Herr der Ringe, begegnen sich hier die verschiedenen Rassen von Beginn mit Misstrauen, das sich im Laufe der Zeit (SPOILER) bloß noch festigt – mit Ausnahme des Hoffnungsträgers Bilbo, dessen Rolle als Mittler zwischen den starrköpfigen Parteien sich mehr und mehr entwickelt.

Als Stimme der Vernunft zwischen den Rivalen soll offenbar auch die Elbin Tauriel fungieren, die schon sehr bald auf das im „Herr der Ringe“ ausgeführte Prinzip verweist, dass alle Teile der Welt zusammenarbeiten müssen, um sie sich von dem drohenden Übel des Bösen befreien können. Dennoch erweist sich der völlig frei erfundene Charakter jener Elben-Lara-Croft, der wohl als Schönheitsfleck das Angesicht des Filmes zieren sollte, als eindeutiger Schönheitsfehler und als feiges Nachgeben gegenüber einem Kinoklischee. Die Dominanz der männlichen Charaktere in Tolkiens Werken ist eine Tatsache, wird es dennoch für notwendig gehalten eine Frauenquote für die Geschichten aus Mittelerde einzuführen, so ist die Erfindung einer prügelnden, Haken schlagenden, kampflustigen Wildkatze aus dem Finsterwald nicht der richtige Weg. Schließlich gibt es eine Reihe starker Frauen in Tolkiens Romanen, die sich jedoch, insbesondere wenn sie einer fantastischen Rasse angehören, durch ihre würdevolle, stille Macht auszeichnen, die der der Männer ihres Volkes weit überlegen ist, so wie es in „Eine unerwartete Reise“ in Galadriels Zusammentreffen mit Gandalf angedeutet wird. Tauriel hingegen gibt sich gleich als Charakter erkennen, der ein Kinopublikum unterhalten soll, und niemals in ihrer Form von Tolkien erdacht worden wäre.
Sie ist der Beginn all jener Elemente in „Smaugs Einöde“, für die sich keine Grundlage in Tolkiens zahlreichen Schriften finden, und die man dem alten Mann zuliebe besser einfach verworfen hätte. Als größtes Vergehen ist dabei wohl die (SPOILER) angedeutete romantische Verbindung zwischen Tauriel und Kili zu nennen, die man einfach als … bezeichnen will und aus dem Film fort wünscht. Sie ist nichts als eine Süßigkeit für die Kinozuschauer, die sich als billige Kalorie erweist, keinen Hunger stillt und bloß Fettgewebe erzeugt. Der Film mag vielleicht für den ein oder anderen dadurch an Unterhaltungswert gewinnen, er verliert jedoch seinen durch Tolkien vorgegebenen Charakter.

Die Wiedereinführung des Charakters Legolas hingegen ist zwar sinniger, wenn auch nicht unbedingt in dieser Form notwendig. Es erscheint unvermeidlich, ihn, als Prinz der Waldelben bei seinem Volk im Finsterwald anzutreffen, und selbst seine weitere Verwicklung in den Geschehnisse erklärt die Involvierung der Waldelben in den Ereignissen am Ende der Geschichte, in (SPOILER) der großen Schlacht, und hilft erneut, die Zusammenhänge der Machtverhältnisse und gefahrvollen Entwicklungen in Mittelerde zu verstehen. Dennoch wird er, der noch mehr als gewohnt wie ein blondierter Winnetou wirkt, auch mehr als Unterhaltungsfaktor genutzt, und lenkt mit seinem Skating auf Orkgliedmaßen, Polo mit Feindesschädeln und Ballett auf Zwergenköpfen unnötigerweise von den eigentlichen Handlungen ab. Das beste Argument für sein Dasein war jene winzige, charmante Szene, in der er Gloin nach dem Orkwechselbalg fragt, dessen Bild der Zwerg mit sich trägt und dieser ihm empört zu verstehen gibt, dass es sich dabei um seinen kleinen Jungen handle; Gimli.

Tatsächlich lenken die an allen Ecken und Kanten eingebauten Kämpfe, Prügeleien, Köpfereien ziemlich von den Charakteren ab, die unter Schwierigkeiten versuchen sich während der 161 Minuten weiter zu entwickeln. So zum Beispiel Thorin, der (SPOILER), als shakespearehafter, tragischer Held zwischen seiner Ehre und Treue und dem aufkeimenden Wahn zu schwanken beginnt. Dies, sowie sein Verhältnis zu seinen Gefährten kann allerdings nur eher kurz und oberflächlich angerissen werden; offenbar vertraut er Bilbo inzwischen wie einem seiner Mitstreiter und sorgt sich um seine Zöglinge Kili du Fili, ist zugleich jedoch noch immer der blind entschlossene, stolze und bittere König ohne Volk, dem kein Opfer für das Erlangen seines Ziels zu groß ist. Für Balins Sorge um Thorin und seinen Charakter lässt sich nicht allzu viel Begründung finden, da die Personen während des ganzen Films bloß von einer Schwierigkeit in die nächste hecheln und dabei wenig Zeit finden Entwicklung zu zeigen oder zu reflektieren. Auch die gewisse Romantik und Nachdenklichkeit, die immer wieder in Tolkiens Werken zu finden war, durch das innerhalten in der hektischen, beschwerlichen Handlung, das Grübeln, Erinnern, Träumen, geht beinahe gänzlich verloren. Der schnelle, schwungvolle Erzählstil widerspricht der weitschweifigen und beinahe poetischen Erzählweise die Tolkien verwendet.

Die Darstellung von Galdalfs Handlungsstrang, seinen Geschäften, Befürchtungen und Entdeckungen ist hingegen sehr gelungen. (SPOILER) Saurons Rückkehr auf die Kinoleinwand ist geradezu beeindruckend, Gandalfs Wanderungen durch enge, finstere, verwinkelte Ruinen schürt die Gewissheit einer fatalen, verborgenen Gefahr, und die Darstellung des körperlosen Bösen, als es sich dem Zauberer schließlich zeigt, ist atemberaubend. Der Kampf, in dem Gandals weißes Licht den dichten schwarzen Schatten zerfetzt offenbart ein finsteres, bösartiges Geschwür, das im Herzen Mittelerdes sitzt und den Körper dieser Welt vergiftet. Alle Größe und Schrecknis des Dunklen Lords offenbart sich in dem Moment, in dem dann die Schatten verfliegen und sich sein Schemen wiederholt und wiederholt aus den Flammen schält, und dabei stark an das Bild des feurigen Auges erinnert, das über dem Schicksalsberg hängt und immer wacht. Diese Darstellung vermittelt unmissverständlich die Idee einer uralten, übermächtigen Bosheit. Außerdem hat der Zuschauer die Möglichkeit die Unendlichkeit seines (Saurons) Lebens und seiner Macht zu sehen, sowie zu erahnen, wie Mut und Kraft des Guten vor ihm und seinem Feuer zerschmelzen müssen.

Die Darstellung Bilbo Beutlins ist auch immer wieder lobend zu erwähnen. Martin Freeman gelingt es, die Art der Hobbits perfekt zu verkörpern und nun sowohl die von Gandalf oft erwähnte zähe, abenteuerlustige Tuk-Seite, mit der wohlbekannten gutmütigen, liebenswerten, friedliebenden Seite von Bilbos Persönlichkeit zu vereinigen. Mit seiner Einfachheit und Freundlichkeit sorgt er für Erleichterung zwischen den düsteren Momenten, garstigen Gestalten, hoffnungslosen Zerwürfnissen und seine unschuldige, unwissende Naivität lässt den Zuschauer immer wieder schmunzeln oder erstarren in dem Wissen mit welchem Feuer der Hobbit nichts ahnend während seiner Abenteuern spielt.

Auch Smaug verfehlt seine Wirkung nicht, langsam enthüllt sich mehr und mehr seine Größe und Grausamkeit, und gesellt sich zu ungemeinem Stolz, Größenwahn, Spott und Sadismus, der so klar wie die Massen seines Goldes hervor blitzt, als er sich daran ergötzt (SPOILER) mit Bilbo zu spielen wie eine hungrige Katze mit einer Maus. Der Dialog zwischen dem Hobbit und dem Monster ist auf seine eigene Art zauberhaft und unterhaltsam, trotz durchaus passabler Synchronisation muss ich an dieser Stelle ebenso den Originalton auf das Wärmste empfehlen; man muss einfach einmal Benedict Cumberbatch’s ehrfurchtsgebietende Stimme durch die riesigen Hallen des Zwergenreichs schallen hören!

Das Motiv des Feuers zieht sich durch den ganzen Film, als Symbol der Zerstörung und des Zerfalls, sowie der Gier und dem Stolz, der die einzelnen Beteiligten ins Elend stürzen wird. Eingeleitet von Thorins Vorhersage „If this ist o end in fire – then we will all burn together“ wird die letzte halbe Stunde des Filmes von Flammen und glühender Lava verzerrt, sowie von der üppigen Pracht und dem Reichtum Erebors überschwemmt, dass dem Zuschauer die Augen übergehen. Zum Ende hin laufen alle verschiedenen Handlungsstränge zusammen und vereinigen sich zu einem festen Knoten, der den Zuschauer fest einschließt. Bevor er platzt wird schließlich der Film platzen gelassen, (SPOILER) mit einem zornigen Smaug, der sich aufmacht, die Seestadt zu zerstören und Bilbos unheilschwangeren Worten „Was haben wir getan?“

Dabei ist es tatsächlich nicht er, das sich diese Frage stellen muss, viel mehr die Drehbuchautoren, die beschlossen haben die im Buch sorgfältig geschilderten Ereignisse zugunsten eines aus der Luft gegriffenen Subplots um eine frei erfundene Person zu kürzen, der nicht nur keinerlei Basis in den zahlreichen Schriften Tolkiens hat, sondern auch völlig unpassend sich von den regulären Handlungen und Charakteren abstößt wie ein entgegengesetzter Magnet. Die Erzählweise wurde zugunsten von Spannung und Sensation zurechtgestutzt und beschleunigt, bekannte und neue Charaktere wurden hineingeworfen, doch weniger um zu der Handlung beizutragen, als um das Publikum durch spektakuläre Kampfakte zu unterhalten. Dabei bleibt ihnen keine Zeit für Entwicklun und der Film gewinnt zwar an Spannung und an Unterhaltungswert, doch all dies auf eine oberflächlichere und alltägliche Weise, die sich nicht allzu sehr wie gewohnt durch die Charakteristika Tolkiens von üblichen Abenteuerfilmen zu unterscheiden weiß. Alles in allem lässt sich sagen, dass der Film zwar durchaus gute Unterhaltung bietet, jedoch auf die Kosten von Tolkiens Handschrift.
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140 von 175 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Hobbit: Smaugs Einöde [3D/2D Blu-ray Review], 4. April 2014
Von 
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Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Wer des öfteren mal einen Blick auf meine Rezensionen geworfen hat, weiß mittlerweile sicher das ich vorzugsweise auf die technische Umsetzung der Blu-ray und deren Extras eingehe. Wer hier also auf der Suche nach einer weiteren Kritik zum Film selbst ist, der sucht leider vergebens, denn bei mir geht es ausschließlich um die Film-Disk. So, soviel dazu. "Der Hobbit – Eine unerwartete Reise" war anno dazumal ja bereits ein technisches Feuerwerk auf Blu-ray, denn sowohl die Bild- als auch die Soundqualität war überragend und ganz klar Referenzwürdig. Nicht weniger erwartete ich nun schließlich auch von "Schmaugs Einöde". Und eines lässt sich schon einmal sagen: meine Erwartungen wurden übertroffen.

\\\ VERPACKUNG ///

Wer zur standardmäßigen drei-dimensionalen Fassung von "Schmaugs Einöde" greift, bekommt ein etwas dickeres (üblich für die meisten 3D-Versionen) Amaray-Case geboten. Erfreuliche Nachricht: Das Dingen bietet ein Wendecover ohne FSK-Siegel. Auf einen schicken Pappschuber wie beim Einser wurde hier jedoch leider verzichtet. Im Innern verbergen sich dann vier Disk`s, bestehend aus der 3D-Version (zwei Blu-ray`s), der 2D-Fassung (eine Blu-ray) und einer Disk welche die vielen Specials beinhaltet.

\\\ 3D/2D-BILD ///

"Schmaugs Einöde" ist Bildtechnisch wieder einmal brillant. Ach was rede ich denn da, er ist überwältigend! Das Bild dieser Blu-ray präsentiert sich im 2.40:1 - 16:9 Format und ist an Schärfe und Klarheit einfach nicht zu übertreffen, und das über die gesamte Laufzeit von 161 Minuten. Was Warner hier vom Stapel lässt ist ganz ganz großes visuelles Heimkino, was jeden HD-Fan glücklich stimmen dürfte. Jedes kleine Detail, jedes schief liegende Haar, jede Falte, jedes Schmutzkörnchen, jedes Blatt, jeder Grashalm, jede noch so kleine Hautunebenheit - das Bild verschluckt nichts! Hinzu gesellen sich dann auch noch ein tadelloser Schwarz- sowie Kontrastwert und eine Farbgebung zum niederknien, was zur Folge hat, das "Schmaugs Einöde" durch seine vielen faszinierenden Kulissen und Aufnahmen an Epic kaum zu toppen ist. Das gesamte Bild wirkt butterweich, harmonisch, sehr plastisch, perfekt ausgeleuchtet, ohne jegliche Fehler. Keinerlei Körnchenbildung, keine Unschärfen abseits des Bildzentrums, keine Artefakte, nichts, aber wirklich gar nichts lässt sich dieses Bild zu Schulden kommen. Diese Blu-ray tut es seinem Vorgänger also gleich und reiht sich mühelos in die Riege der besten Blu-ray`s am Markt ein. Und sie macht vor allem eins: verdammt nochmal Spaß! SO müssen Blu-ray`s aussehen.

Das 3D-Bild watet mit den selben Stärken auf wie die 2D-Fassung, glänzt zusätzlich jedoch durch einen schönen 3D-Effekt. Die Macher spielen hier häufig gekonnt mit den unterschiedlichen Ebenen der vielen Kulissen und erzielen so einen meist hervorragenden Tiefeneffekt. Selbst Pop-Outs erheitern hin und wieder das Bild (allerdings nur sehr selten). Ghosting oder Doppelkonturen sucht man hier übrigens weit und breit vergebens. Das Bild ist also wie das des Erstlings, rasiermesserscharf und gehört vor allem in punkto Sauberkeit und Schärfe ganz klar zu den Vorzeigescheiben.

\\\ SOUND ///

Selbst beim Sound schöpft Warner diesmal tatsächlich aus den vollen und serviert nicht nur dem englischsprachigen Publikum, sondern auch den deutschen Zuhörern eine astreine 7.1 DTS-HD Master Audio-Tonspur, die an Detailreichtum und Raumklang kaum zu toppen ist. Die Rears werden hervorragend bedient, Bässe sind satt und tief, Dialoge sind stets sauber und verständlich zu vernehmen und die Klangkulisse ist im Gesamtpaket durchweg Raumfüllend und dynamisch. TOP!

SPRACHEN:
7.1 DTS-HD MA. – Deutsch, Englisch
5.1 DD – Spanisch

UNTERTITEL:
u.a. Englisch, Deutsch, Spanisch, Dänisch, Portugiesisch

\\\ EXTRAS ///

Die Extras sind wie bei Teil 1 wieder einmal sehr umfangreich ausgefallen. Hier werden unter anderem auch die Video-Blogs aus "Eine unerwartete Reise" fortgeführt, welche damals bei Blog 10 endeten.

2D BLU-RAY:
- Neuseeland: Heimat von Mittelerde Teil 2 (7:11min.)

SPECIALS BLU-RAY:
- In Begleitung des Hobbits (18:10min.)
- Die tägliche Arbeit (22:25min.)
- I see Fire Musikvideo
- Das Live-Event 2013 – im Schneideraum (37:52)
- Blog 11: Einleitung zu den Nachdrehs (9:06min.)
- Blog 12: Zusammenfassung des Nachdrehs Teil 1 (8:20)
- Blog 13: Zusammenfassung des Nachdrehs Teil 2 (8:46)
- Blog 14: Die Filmmusik (10:28min.)
- Trailer (u.a. Extended Edition Trailer, Lego: Der Hobbit Trailer, Kingdoms of Middle-Earth Trailer)

Abschließend bleibt nicht viel zu sagen, außer: Wer "Schmaugs Einöde" auf dem Wunschzettel hat (oder einfach nur neues Demomaterial sucht), dem empfehle ich unbedingt und ohne wenn und aber zur Blu-ray zu greifen, vollkommen egal ob 3D oder 2D, denn dieser Film ist in HD ohne Frage ein echtes Highlight für`s heimische Kino. Hier hat das Studio einfach mal alles richtig gemacht, denn diese Blu-ray ist und das wage ich kaum zu schreiben, schlicht und ergreifend...perfekt! 6 Sterne
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981 von 1.254 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Au weia! Der arme Herr Beutlin.., 22. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Der Hobbit: Smaugs Einöde [Blu-ray] (Blu-ray)
Rezension enthält Spoiler, also seit gewarnt ^^

Ich habe es von Anfang an sehr skeptisch gesehen, dass aus dem vergleichsweise kurzen Buch eine ganze 9-stündige Filmtrilogie gemacht werden sollte. Mit dem zweiten Teil Smaugs Einöde kristallisiert sich noch mehr als beim ersten Film heraus, dass dies einfach nicht wirklich gut funktioniert.

Ich bin Tolkien-Fan und kenne nicht nur den Hobbit und den Herrn der Ringe, sondern habe auch das Silmarillion und die Anhänge und Register gelesen, außerdem die Kinder Hurins. Ich liebe den Stoff und Jacksons Ring-Trilogie, ich liebe Fantasy und ich habe mit wirklich großer Neugier und Vorfreude die Hobbit-Filme erwartet. Optisch und atmosphärisch sind sie der erwartete Knaller. Kitschig, detailreich und mit großem Aufwand realisiert - genau so habe ich es nach der Ring-Trilogie erwartet und wurde nicht enttäuscht. Das Problem ist der Inhalt. Nicht nur ist dieser einfach nicht auf drei Filme ausgelegt, es wurde bei vielen Dingen enorm viel geändert, hinzugedichtet oder unnötig aufgeblasen, wohingegen andere Dinge zu kurz kommen. Beorn beispielsweise wird in etwa zwei Minuten abgehandelt, dafür gibt es aber später im Erebor eine unglaublich lange und ermüdende Verfolgungsjagd zwischen Smaug und den Zwergen (+Bilbo), inklusive Schubkarren-Flüssiggoldsurfen und Drachenschnauzen-Balancieren. Diese Szenen sind, genauso wie die total mit Slapstick überfrachtete Fässerfahrt im Fluss, eine reine Anbiederung an das Popcorn-Action-Kino. Ganz offensichtlich traut man dem heutigen Filmgucker nicht zu, Gefallen an einer Fantasygeschichte wie dem Hobbit zu finden, wenn darin nicht irgendwelche völlig abgedrehten, selbst der Logik eines Fantasyuniversums spottenden Szenen vorkommen.
Kämpfe und Verfolgungsjagden werden hier kaum bedrohlich und angsteinflößend dargestellt, sondern eher klamaukhaft und comicartig. Die Orks sind keine ernstzunehmenden Gegner mehr (wie noch in der Ring-Trilogie), die man fürchten und respektieren muss, sondern Kanonenfutter für jeden nur erdenklichen Slapstick. Soll ich das als Fan der Tolkien-Welt interessant finden? Und was ist mit diesem Kratos-Ork, der soll seit Neuestem Saurons Armee anführen? Da ist ja die Niederlage vorprogrammiert..
Und warum wird aus Radagast, wenn er denn schon entgegen der Vorlage im Film dabei sein soll, eine absolute Witzfigur gemacht, die ein Vogelnest auf dem Kopf und Vogelkacka im Gesicht hat?
In der Seestadt Esgaroth werden ein Dutzend Orks in einer 10 m2-Wohnung gekillt. Dort müsste es also wimmeln vor Leichen. Aber schon fünf Sekunden später ist dort nichts mehr zu sehen von einem Kampf, wenn die Elbin Tauriel den Zwerg Kili heilt, der übrigens auch noch verliebt in sie ist...
Und dann ist da natürlich noch Smaug, der ungeschickteste Drache aller Zeiten mit dem kältesten Feueratem aller Zeiten, das nicht mal dazu in der Lage ist, einem Zwerg die Barthaare anzusengen. Sein Bauch ist hier nicht mit Gold und Edelsteinen überzogen. Nein, hier hat man ihn während der Eroberung des Erebors eine Schuppe am Bauch verlieren lassen, die nicht nachgewachsen ist und deshalb eine verwundbare Stelle hinterlässt. Na Prost! Nach all dem übertriebenen Special-Effects-Klamauk wählt man ausgerechnet hier eine so unspektakuläre - wenn auch nachvollziehbare - Lösung.
Enttäuschend ist außerdem, dass etwas anderes enorm wichtiges unter all dem begraben wird: die Charaktere. Bilbo hat nur noch wenige Szenen, und noch viel weniger wirklich gute. Thorin ist nicht annähernd so ambivalent dargestellt wie er sein müsste bzw. Tolkien ihn ausgearbeitet hat. Die meisten anderen Zwerge bleiben dem Zuschauer völlig fremd, sind halt der Vollständigkeit halber dabei. Legolas wurde im Vergleich zu Jacksons HdR-Trilogie komplett verändert. Dort war er intelligent und vorausschauend, hier ist er verbittert und fast schon bösartig.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass der Film durchaus Unterhaltung bietet, vor allem optischer Natur. Inhaltlich fehlt mir der Respekt zu dem Material der Vorlage, denn selbige wurde äußerst frei adaptiert, auch unter Berücksichtigung der Zusatzinhalte aus dem Silmarillion. Smaugs Einöde ist nicht spannend. Smaugs Einöde ist in sich nicht logisch. Smaugs Einöde ist kein Film für Fans anspruchsvoller Fantasy. Im Grunde genommen ist er lediglich ein Zeitvertreib für einen Nachmittag/Abend, an dem einem sonst nichts anderes einfällt, was man tun könnte. Und das ist ein trauriges Urteil. Man spürt beim Schauen nicht mehr die Magie, wie sie noch bei der Ring-Trilogie allgegenwärtig war. Hier hat man eher das schwer zu erklärende Gefühl, sich über die Dauer des Films "hindurcharbeiten" zu müssen. Irgendwie beschlich mich der Gedanke, dass die Produktion auch für Jackson und seine Crew viel mühsamer und schwerfälliger als beim Herrn der Ringe war. Optisch ist alles da, aber es fehlt die Seele.

Update (16.01.14):
Aufgrund der vielen bösartigen Kommentare möchte ich doch um eines bitten: Nicht jedes Wort aus dieser Rezension drei Mal umdrehen, analysieren und zu viel hinein- oder falsch interpretieren.
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81 von 107 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen 37,5 Grad - 'Der Hobbit' leidet noch immer an erhöhter Prequelitis, 9. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Hobbit: Smaugs Einöde (DVD)
--- SPOILERWARNUNG für 'Der Hobbit' und 'Der Herr der Ringe' ---

Ein guter Film zeichnet sich u.a. dadurch aus, dass er noch Jahre später nachdem der 'Eye Candy' seiner Action Szenen verblichen ist, weiterhin durch das Drama der Geschichte und seiner Figuren das Publikum zu unterhalten vermag. Ob "Smaugs Einöde" auch so ein Film ist? Drehbuchautorin Phillipa Boyens erwähnte bereits im 'Making of' zu "Eine unerwartete Reise", dass der zweite Teil einer Trilogie immer am schwersten zu schreiben ist. Das trifft besonders auf "Smaugs Einöde" zu dessen Dramaturgie offensichtlich gelitten hat, als die ursprünglichen zwei Hobbit Filme zu einer Trilogie ausgebaut wurden.

- Die Reise geht weiter, jedoch treten die Charaktere auf der Stelle -

Es ist nicht leicht sich für 13 Zwerge zu interessieren, die untereinander nicht nur optisch sondern auch in ihrem Handeln schwer zu unterscheiden sind. Manche Zwerge treten als Charakter immer noch nicht in Erscheinung, sondern sind nur für Lacher zuständig (Bombur). Wie schon bei der Flucht aus den Goblin Höhlen im Vorgänger, können die Zwerge bei der Flucht in den Fässern die tollsten Kunststücke vollführen und sind nahezu unverwundbar. Oh, halt! Ein Zwerg wird verwundet, nämlich Kili ... zu einem bestimmten Zweck. Mehr dazu später. Die Erzfeinde der Zwerge - die ewig hinterher laufenden Orks - werden reihenweise und allzu leicht dezimiert und lassen so keine echte Gefahr oder Bedrohung aufkommen. Warum sollte das Publikum mitfiebern, wenn den Figuren sowieso nichts von Substanz passiert?

Ganz besonders Thorin Eichenschild - der wichtigste Zwerg überhaupt - schwächelt an dramaturgischer Zugkraft und Charisma. Mit der im Vorgänger angedeuteten "Drachenkrankheit" wird leider nichts gemacht. Will Thorin seinem Volk den Erebor zurückgeben oder will er im tiefsten Herzen nur den Arkenstein zurück bekommen? Das Zeigen dieser inneren Zerrissenheit wäre ein Faktor, wo man als Zuschauer mitfiebern könnte. Thorin schwärmt zwar bedeutungsschwanger hier und da vom Erebor, aber das war es dann auch schon - sein Charakter ist reduziert auf pathetische Reden und grimmige Blicke. Am Ende von "Eine unerwartete Reise" gab es diese schöne Szene als Thorin zugibt sich in Bilbo getäuscht zu haben und ihn als vollwertiges Mitglied seiner Gemeinschaft akzeptiert. In "Smaugs Einöde" gibt es leider kaum Momente, die diese neue Freundschaft vertieft. Was sehr schade ist, denn Kenner des Buches wissen, dass Thorins und Bilbos Freundschaft noch auf eine harte Probe gestellt wird.

Und Bilbo? Der titelgebende Hobbit tritt oft in Aktion, indem er den Zwergen mal wieder mehrere Male aus der Patsche hilft (Spinnenbefreiung, Fässerflucht, Lösung des Türrätsels). Und natürlich der Dialog mit dem Drachen Smaug (das Highlight des gesamten Films) zeigt Bilbos Cleverness, die er schon beim Rätselspiel mit Gollum unter Beweis stellen durfte. Aber anscheinend hat die Reise zum Erebor kaum noch Auswirkungen auf Bilbo. Anstatt seiner besseren Charakterentwicklung im Buch zu folgen, lässt Peter Jackson ihn lediglich Frodo-artige Ringsucht Symptome spüren, die wir alle schon aus den "Herr der Ringe"-Filmen kennen. Warum? Im Buch bleibt Bilbos Ring relativ unscheinbar. Womit wir beim nächsten Punkt wären.

- Gandalf ächzt 'Sauron!' ... und das Publikum zuckt mit den Schultern -

Tolkien hat so manche Begebenheit aus gutem Grund in den sogenannten "Anhängen" abgelegt. Sie trugen zur Handlung der Bücher wenig bei und lenkten mitunter von der Geschichte ab. Die "Anhänge" dienen in erster Linie als Hintergrundmaterial, wenn man sein Wissen bezüglich einiger Charaktere und Geschehnisse vertiefen möchte. Und genau aus diesen Anhängen schöpft Peter Jackson zusätzliches Material um seinen Hobbit-Mehrteiler mit mehr Laufzeit zu füllen. Ob das wirklich effektiv ist, veranschaulicht die Nebenhandlung um den Nekromanten.

Was wäre das schön gewesen für die Zuschauer, die sich nicht so sehr mit den Büchern auskennen: da steckt ein gruseliger Hexer mit den Orks unter einer Decke und baut in einer ebenso gruseligen Festung eine Armee auf. Wow, das könnte spannend werden! Und vielleicht am Ende des dritten Teils gibt es einen kleinen Fingerzeig, der den Zuschauern die Scheuklappen von den Augen blässt und alle schreien erstaunt: "Dieser Hexer ... das war Sauron!". Aber leider entzauberte bereits "Eine unerwartete Reise" das Potential einer mysteriösen und spannenden Nebenhandlung. Wir alle sahen den Hexenkönig in seiner Ringgeistform, als er den Zauberer Radagast angriff. Jeder halbgescheite Kinogänger brauchte nur 1 + 1 zusammen zu zählen, wer sich da in Dol Goldur als Nekromant eingenistet hatte. Mit dem bereits entlarvten Wissen verpufft jegliche Spannung bzw. Enthüllung sämtlicher diese Nebenhandlung betreffenden Szenen. Stattdessen gibt es optisch nur alt Bekanntes: Bilbo spürt den Einfluss des Einen Ringes, das lidlose Auge wird mehrmals eingeblendet, Gandalf verteidigt sich erneut mit seinem Balrog-bewährten weissen Schutzschild und Sauron darf sich kurz in seiner bekannten Rüstung aus dem Prolog von "Die Gefährten" zeigen.

Durch die Miteinbeziehung Saurons verliert die Reise von Bilbo und den Zwergen an Bedeutung und Fokus. Anstatt sich stärker auf die Charaktere und Geschehnisse des Buches einzulassen bzw. ihnen mehr Platz einzuräumen, wird eine Menge Laufzeit mit dem uninteressanten Aufbegehren Saurons als Nekromant verschwendet. Gleichzeitig werden die interessanten Passagen des Buches wie z.B. Beorn und der Düsterwald viel zu schnell abgehakt und hastig zu den Elben und weiter in die Seestadt gehetzt. Mehr von der eigentlichen Geschichte und weniger überflüssige und teils sogar plumpe Referenzen an die "Herr der Ringe"-Filme täte Jacksons Hobbit-Mehrteiler gut.

- Das Studio wollte es so: die Tauriel / Kili / Legolas Liebelei -

Von diesen drei Charakteren taucht eigentlich nur Kili im Buch auf. Was machen also die beiden anderen hier? Wie schon unlängst bekannt, ist die weibliche Elbin "Tauriel" eine Schöpfung von Peter Jackson um sagen wir es mal ganz banal: um der frauenlosen Kinderbuchgeschichte eine Frauenquote zu verpassen. Was Legolas angeht ist es schon zwielichtiger. Vielleicht sollte es anfangs nur ein kleiner Cameo-Auftritt werden. Einerseits ist er zweifelsohne der Sohn des Königs der Waldelben, andererseits war Legolas in "Herr der Ringe" besonders beim weiblichen Publikum sehr beliebt. Als "Der Hobbit" auf drei Filme ausgedehnt wurde, benötigte Jackson ein zusätzliches Drama in seinem hobbit'schen Mittelstück. Was hat sich im zweiten Teil einer jeden Trilogie schon immer am Besten bewährt um die Zuschauer zu unterhalten? Richtig, ... Liebe! Evangeline Lilly, die Darstellerin von Tauriel, bestätigte in einem Interview, dass diese Dreiecksbeziehung auf Wunsch des Studios bei den im Jahr 2012 stattgefundenen Re-Shoots hinzugefügt wurde. Das Ganze beginnt so: als Tauriel den Zwerg Kili im Verließ einsperrt, gibt dieser einen "Ich könnte was in meiner Hose haben"-Spruch zum Besten. Tauriel antwortet: "Oder auch gar nichts." Unglaublich aber wahr, Peter Jackson ist auf das Niveau abgerutscht in Mittelerde Unterhosenwitze zu benötigen! Ein paar Szenen später darf Legolas auch noch "eifersüchtig" mitlauschen. Oh la la, durch simple Daily-Soap Mechanismen ist der Film gleich viel interessanter geworden! Später eilt Tauriel Kili zu Hilfe und heilt ihn von seiner Morgul Vergiftung mit Königskraut. Sanft greift Kili nach Tauriels Hand und der Romantik Nonsens ist perfekt.

Warum ist das ein Problem? Studiobosse verstehen vom Drehbuch schreiben meistens soviel, wie eine Kuh vom Eier legen. In erster Linie sind sie an den Einspielergebnissen interessiert und das ein Film (besonders aus dem Fantasy Genre) möglichst alle Zuschauerschichten bedienen kann. Getreu ihrer Konstruierung und ohne Rücksicht auf die ursprüngliche Konstellation der Figuren, wirkt das Liebesdreieck gezwungen und fehl am Platz. Darüber hinaus wird der Charakter von Legolas "beschädigt": der exzellente Bogenschütze und "zarte" Elb ("Es liegen grausame Stimmen in der Luft."/"Eine rote Sonne geht auf. Heute Nacht ist Blut vergossen worden.") aus "Herr der Ringe" verkommt hier zu einem arroganten Schnösel, der nur over-the-top Bewegungsvariationen seiner Olifanten Tötung aus "Die Rückkehr des Königs" zum Besten geben darf. Legolas fühlte sich wie ein echter Charakter an, als sich über drei Filme hinweg eine Freundschaft zwischen ihm und Gimli entwickelte und beide so ihre gegenseitigen Vorurteile überwanden. In "Smaugs Einöde" ist Legolas leider nur Mittel zum Zweck.

Tauriels ursprüngliche Charakterisierung für die Zweifilmstruktur kann man nur erahnen. Man bedenke: es gibt im Film keine eindeutige Aktion seitens Legolas, die den Zuschauern deutlich macht, dass er tatsächlich in Tauriel verliebt ist. Lediglich Thranduil erwähnt es ihr gegenüber, dass Legolas Gefühle für sie hat. Blendet man diesen Dialog aus, erhärtet sich der Verdacht, dass Legolas und Tauriel ursprünglich als Geschwister konzipiert waren! Und die Sache mit Kili bekäme somit eine "großer-Bruder-mag-nicht-den-neuen-Freund-der-kleinen-Schwester"-Dynamik. Alle Szenen mit Legolas, Tauriel und Kili funktionieren in dieser Konstellation. Als das Studio eine zusätzliche Liebelei im Film haben wollte, bedurfte es lediglich der Änderung weniger Dialogzeilen im Drehbuch - z.B. aus: "Dein Bruder macht sich große Sorgen. Er sagte mir, Du wanderst zu oft ausserhalb der Grenzen unseres Reiches bla bla bla" wurde: "Legolas hat Gefühle für Dich." Und sofort bekam dieses Figurendreieck einen anderen Kontext.

- Aus Zwei macht Drei: wir brauchen ein neues Ende! -

Ein weiteres "Opfer" des Hobbit-Trilogie-Umbaus ist das Finale von "Smaugs Einöde". Das Ende des ersten Hobbit Films markierte ursprünglich die Flucht in den Fässern. Durch die neue Drei-Film-Struktur verschoben sich massiv die Spannungsbögen in der Handlung. Für "Smaugs Einöde" benötigte Peter Jackson jetzt ein oder zwei "neue" Höhepunkte, bevor das Licht im Kinosaal wieder angeht: die Erebor Verfolgungsjagd und die Ork Scharmützel in Seestadt. In der ehemaligen Zwei-Film-Struktur, waren diese Szenen nicht vorhanden. So unglaubwürdig wie diese Szenen aussehen und choreographiert sind (besonders die Verfolgungsjagd), wurden sie nahezu komplett vor einem Green Screen im Jahr 2012 bei den oben erwähnten Re-Shoots gedreht. Einige Passagen sind eindeutig in dem online gestellten Re-Shoot Production Blog zu erkennen.

Und erneut rennen und hüpfen die Zwerge unverwundbar durch die Szenerie und Smaug ist erstaunlich leicht auszutricksen - Smaug der Unbeholfene! Es entsteht kaum Spannung und nur der pure 'Eye Candy' der Effekte hält die Zuschauer bei Laune. Das Ganze mündet in einem Versuch den Drachen mit einem riesigen Zwerg (!) aus Gold zu ertränken. Parallel dazu darf sich Legolas an einer Strassenecke (wie episch) mit dem CGI-Ork Bolg prügeln. Smaug befreit sich aus dem flüssigen Gold und "wäscht" sich mit wenigen Flügelschlägen komplett davon rein. Aber anstatt weiter die paar Zwerge und den "Fassreiter" im Erebor zu jagen ... fliegt er lieber Richtung Seestadt. Warum? Dieses unlogische Verhalten von Smaug ist ein verräterisches Anzeichen für die ursprüngliche Zwei-Film-Struktur: Smaug hätte nach Bilbos Verschwinden und ohne zu wissen wo sich die Zwerge verstecken, aus Frust und Rache das nächstbeste Ziel angegriffen: die "Fassverhökerer" vom See. Klingt nachvollziehbar. Die jetzige Fassung wirkt so, als ob Smaug nach der Golddusche spontan einfach keine Lust mehr auf die Zwergenjagd hat.

Was bleibt sonst noch? Bilbo darf mal wieder den letzten Satz sprechen und dann Schnitt, Dunkelheit, Abspann. Insgesamt fühlt sich das Ende zusammengestückelt, übertrieben und vor allem unbefriedigend an. Am Schluss von "Die Zwei Türme" wurden die Zuschauer belohnt: Rohan wurde von der Unterdrückung Sarumans befreit. Das Thema bzw. der Konflikt innerhalb des zweiten Film wurde gelöst und die Sorge um liebgewonnene Charaktere hatte sich ausgezahlt. "Smaugs Einöde" hingegen belohnt die Zuschauer mit nichts außer Schauwerten und vertagt (oder sollte man sagen "verjährt") alle etablierten Konflikte auf den dritten "Hobbit"-Film.

- FAZIT -

Es ist schon faszinierend, wenn ein Regisseur zum zweiten Mal das gleiche Material anfasst. Er schafft es nicht vollends die Magie des Erstlingswerks erneut einzufangen, sondern eher den Ruf der Filmreihe und seiner eigenen Reputation in Zweifel zu ziehen - vergleichbar mit Steven Spielberg und "Indiana Jones 4", Ridley Scott und "Prometheus" und den "Star Wars Prequels" von George Lucas. Zugegeben ist Peter Jackson weit von den Regieschwächen eines George Lucas entfernt, jedoch kranken die ersten beiden Filme seiner "Hobbit"-Trilogie an ähnlichen Symptomen, wie die "Star Wars Prequels": wenig bis gar keine Charakterentwicklung (Bombur), der Hang zu albernen Elementen (Radagast), statt praktischer Effekte verstärkt auf CGI zu setzen (Orks) und der Drang den Zuschauern die Verbindung zur ersten Trilogie unmissverständlich unter die Nase zu reiben (Sauron).

Peter Jackson vermeidet in "Smaugs Einöde" größtenteils die Albernheiten und den Slapstick des Vorgängers, liefert aber im Gegenzug nur spannungsarme und übertriebene Action Szenen ab. Erneut versucht er die epische und emotionale Tiefe der "Herr der Ringe"-Filme zu erreichen, scheitert jedoch daran die kleine Kinderbuchgeschichte zu etwas Größerem aufzublasen. 'Der Hobbit' darf nicht er selbst sein, sondern wird dazu genötigt die viel zu großen Fussstapfen der ersten Trilogie zu füllen. Es wäre interessant zu erfahren, wer für die Ausdehnung des Hobbits auf drei Filme verantwortlich ist. War es das Studio, um (Achtung Klischee) mehr Geld an den Kinokassen zu verdienen? Oder war es Peter Jackson der annahm, dass der Hobbit Geschichte ein vergleichbar episches Potential innewohnt wie den "Herr der Ringe"-Filmen?

Eine Sache hat mich von Anfang an irritiert: das Erste was wir in "Smaugs Einöde" sehen ist ... Peter Jackson. Wie damals in "Die Gefährten" futtert er in Bree eine Karotte. Vielleicht ist es ein augenzwinkernder Cameo-Auftritt für die Fans ... oder aber die filmische Visualisierung eines Regie Egos, welches mittlerweile etwas zu selbstsicher mit Tolkiens Vermächtnis herum hantiert. Subtil sieht anders aus.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Bild u. Ton Referenz, Film spannend, abrubtes Ende unschön, 6. August 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Hobbit: Smaugs Einöde [Blu-ray] (Blu-ray)
ZUm Inhalt ist hier bereits genug gesagt worden. Bild und Ton sind hervorragend und wohl Referenz. Ein Augenschmaus und ein Genuss für die Ohren. Insgesamt kommen die Filme in puncto Spannung aber nicht an "Der Herr der Ringe" heran. Sehr unschön auch ist das plötzliche und unerwartete Ende des Films. Dachte erst, man müsse eine zweite BD einlegen, aber ist nicht. Das hätte man besser lösen können. So wird mitten im Kampf abgebelndet und Schluss. Sehr unschön. Beim "Herr der Ringe" wurde auf solche Macken verzichtet, da endeten die Teile immer mit dem erfolgreichen Bestehen einer Schlacht oder eine Gefahr und nicht mittendrin.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein sehr Guter Fim, 19. Juli 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Hobbit: Smaugs Einöde (DVD)
Die Landshaftsaufnahmen super, der Film ist auch sehr gut.
Un daher die volle 5 Sterne von mir und meiner Frau
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16 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Nur geliehen.., 13. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Hobbit: Smaugs Einöde (DVD)
... Glück gehabt.

Diese Nummernrevue von Slapstickeinlagen ist eher ärgerlich.Mr. Jackson ist der gleichen Versuchung erlegen wie G. Lucas mit den "Prequels" zu Starwars. Die neuen technischen Möglichkeiten werden gnadenlos genutzt um den Figuren Fähigkeiten zu verleihen, die sie vor Jahren nicht hatten (haben konnten).

Als Beispiel der nunmehr finstere Legolas. Ein metzelnder Flummi ohne sympathische Züge. Mein liebster Sport ist Orkmord... Alberne Einlagen wie: ein Ork liegt im Boot und ein anderer katapultiert ihn vor die Schneiden des Elben - Rübe ab, das Kino kichert... das ist das Niveau des gesamten Streifens, da wird kein schwacher Joke ausgelassen inkl. Cameo-Auftritt des Regisseurs. Wers braucht.

Okay, ich fange bei einem Fantasyspektakel sicher nicht an, den mangelnden Realismus zu beschwören, aber wenn Smaug es nicht schafft eine Horde Zwerge zu grillen hat er kein Mitleid verdient. Die Männchen wuseln durch ein flammendes Inferno und haben nicht mal angebrannte Bärte. Glückwunsch.
Auch die Idee, einen 100 Tonnen Tigel Goldes in 5 Minuten zu verflüssigen und auf der glühenden Schmelze zu surfen wäre klasse, wenn es sich um Scary Movie handelte.

Typisch, dass die Orks sofort tot umkippen, wenn Legolas und Tauriel (zu der sag ich erst garnichts) sie mit ihren Waffen streifen und der Anführer nicht nur eine Schwertattacke inkl. übler Prügel übersteht, sondern anschliessend auf seinem Wargen davonprescht...

Und und und... man kann es kaum besser zusammenfassen als Bilbo selber: "Was haben wir getan?"
Die Optik wäre vor 10 Jahren wieder bahnbrechend gewesen. Inzwischen ist das Post Processing so weit, dass jede Nachmittagsserie so aussehen kann. Leider wirkt Der Hobbit über weite Strecken wie ein Computergame. War sicher billiger. Sieht aber künstlich aus.

Ja und ganz übel am Ende. Da fängt Mr. Sheran völlig unmotiviert und absolut unpassend zur Stimmung des Klamaukstreifens sein melancholisches "I see Fire" zu singen an. Hä?... hab ich einen anderen Film gesehen? Das hätte bei HdR noch Sinn gehabt, da hätte die Chemie gestimmt.
Zum letzten Mal hab ich so gewürgt als bei "The killing Fields" im Abspann "Imagine" von J. Lennon anfing. Völlig deplaziert.
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33 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Solide, steigerungsfähige Popcornunterhaltung, 18. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Hobbit: Smaugs Einöde [Blu-ray] (Blu-ray)
*** ACHTUNG: REZENSION ENTHÄLT SPOILER ***

Die Vielzahl dessen, was ich zu diesem Film zu sagen hätte, hielt mich bisher von einer Rezension ab. Nun möchte ich mich dennoch dazu überwinden, und hoffe, mit meiner Meinung die Ansichten manch Anderer widerzuspiegeln, zu ergänzen, oder gar gegenteilig darstellen zu können.

Doch womit fange ich an?
Die vielfach kritisierten schlecht gemachten CGI`s kann ich schon einmal bei normalem Sehen des Films nicht erkennen. Erst wenn man tatsächlich darauf achtet, erkennt man die Effekte als solche. Doch dies war bereits in Herr der Ringe so und hat das Sehvergnügen damals auch nicht geschmälert. Schaut man sich die Moriaszenen oder die Rohirrim auf dem Pelennor an (zum Beispiel), erkennt man ebenso den digitalen Ursprung der Szene und der Darsteller. Natürlich sind inzwischen einige Jahre in das Land gezogen. Aber statt ständig State-of.the-Art-Animationen zu erwarten, sollte man sich auch daran erinnern, welch simple Mittelchen noch vor einiger Zeit genügt haben. Ich komme aus einer Generation, die sich trotz offensichtlicher Effekte in eine Geschichte fallen lassen konnte. Gezwungenermaßen auch musste. Alien, Enemy Mine, die unendliche Geschichte. Es war und sollte immer noch die eigene Vorstellung sein, die unterstützend zu den Filmeffekten ein Gesamtbild generiert. Ich denke, es ist eine Frage der Generationen, und ich kann den gewünschten Perfektionismus bezüglich Special-Effects im Ansatz verstehen und nachvollziehen. Dennoch sehe ich CGIs (auch die schlecht gemachten") als halb so wild an und konnte bei Smaugs Einöde" auch mit Azog und Bolg sehr gut leben. Im Gegenteil: Azog gefiel mir - wenn auch nicht im Buch enthalten - von Anfang an als Figur und Konzept und mit seiner Mischung aus Arroganz, Brutalität, aber auch Feigheit sehr gut. Der Charakter wurde in eine unerwartete Reise" von vielen Bekannten in meinem Umfeld als unlogisch kritisiert. Weshalb tötet er Thorin am Ende nicht selbst, wo er doch so auf Rache aus ist? Ich konnte mir dies immer mit Feigheit erklären: Der große Azog musste vor den Osttoren Morias erleben, wie ihn ausgerechnet ein Zwerg beinahe getötet hätte. Er ist Azog, der Brutale, geblieben. Dennoch ist er seitdem vorsichtiger und feiger geworden, wenn es hart auf hart kommt, und schickt lieber seine Lakaien vor. Hat ja auch etwas, dieses Auskosten der Macht über Andere.
Am Anfang von Smaugs Einöde" ist diese Eigenschaft wieder zu sehen, als die Orks von einem Angriff absehen, da die Zwerge Unterschlupf bei Beorn suchen. Auch hier dachte ich zunächst: Weshalb greifen sie nicht an? Immerhin erzählt Beorn einige Szenen später, dass die Gestaltenwandler früher von Orks gefangen gehalten und gefoltert wurden. Das Kräfteverhältnis scheint also eher auf Orkseite zu überwiegen. Doch dann erkennt man kleine Details wie eine gesprengte Armfessel um Beorns Handgelenk, und fragt sich, ob es da noch eine Vorgeschichte geben wird. Einen Rückblick in There and back again" etwa - in dem Beorn laut Jackson eine wesentlich größere Rolle zugeteilt wird - in dem deutlich gemacht wird, weshalb die Orks Angst vor ihm haben?
Beorn hat zumindest in Smaugs Einöde" einen eher kurzen und für den Tolkienfan entäuschenden Auftritt. Nur wenige Minuten ist er zu sehen. Die komplette Einführungssequenz des Buches, in dem die Zwerge von Gandalf einzeln dem Gestaltenwandler vorgestellt werden, ist einer actionhaften und unglaubwürdig wirkenden (eine handvoll Zwerge stemmt eine Tür zu, hinter der ein wütender 4 Meter Bär tobt, der in vollem Galopp angerast kam?) Szene gewichen, die von Anfang an klar macht, in welche Richtung sich der Film entwickeln wird: Action, Action, Action. Oft auch zu Lasten der Physik, gerne natürlich zu Lasten der literarischen Vorlage.
Jacksons Entscheidung, die beliebte Anfangsszene zu ändern, kann ich dennoch nachvollziehen: Dies hätte dem Anfang von eine unerwartete Reise" zu sehr geähnelt, und zu viele Nichtleser Tolkiens waren bereits hier gelangweilt und fragten sich, wann der Film denn nun endlich losginge. Was bei den Gefährten", die ein ähnlich langes Vorspiel hatten, noch als neu und daher interessant anzusehen war, wirkte bei der unerwarteten Reise" zu sehr in die Länge gezogen. Für den Nichtleser versteht sich. Der Leser allerdings wäre von einer langen Anfangssequenz in Beorns Hütte gewiss angetan gewesen, und war es auch schon beim ersten Hobbitteil aufgrund der detailverliebten Widergabe der Dialoge. Hier wird Jacksons Dilemma überdeutlich: Eine zu straffe Verfilmung der Vorlage verwirrt die Nichtleser, eine zu lasche Adaption die Leser. Bei Smaugs Einöde" werden eindeutig eher die Ersteren bedient. Der Tolkienfan düfte wohl - besonders auch im Hinblick auf Beorn - in der Extended Edition, die wahrscheinlich traditionell im November erscheinen wird und hoffentlich genügend extra Material bieten wird, etwas Besänftigung finden. Einige bereits im Netz kursierende, im Film nicht verwendete Bilder Beorns lassen zumindest auf einiges an Zusatzmaterial hoffen.

Es folgen mit Mirkwood und den Waldelben zwei durch und durch gelungene Kapitel des Films. Der ehemalige Grünwald (jetzt Düsterwald) wird herrvorragend umgesetzt. Die halluzinatorische Wirkung, derer die Wanderer im Unterholz unterworfen sind, wird durch hallende und überlagerte Stimmen sowie einigen absurden Szenen glaubhaft auf die Leinwand gebracht. Als Bilbo auf einen Baum klettert und über dem Blätterdach frische Luft atmet, fühlt man förmlich mit. Eine wunderbare Szene, die sogleich von einem Horrortrip in die Welt der Insekten und Arachniden jäh unterbrochen wird. Aber ich möchte nicht allzu sehr ins Detail gehen. Klar wird hier nur, aus welchem Genre Jackson ursprünglich kommt, und der Kampf gegen die Spinnen gehört eindeutig zu den positiven Seiten des Films. Auch hier sind einige nicht verwendete Szenen bekannt, die ihren Weg in die Extended Edition finden und vor Allem Kennern des Buches zusagen könnten.

Das Waldelbenreich weiß nach einer - natürlich - actionlastigen Einführung ebenso zu begeistern. Lee Pace als König Thranduil spielt seine Rolle einfach grandios, der gesamte Look im Elbenreich ist absolut sehenswert. Hier gibt es nichts auszusetzen, außer einer Sache:
Die Liebesgeschichte" zwischen Kili und Tauriel, die hier ihren Anfang nimmt, ist gewöhnungsbedürftig und mag nicht so Recht in das tolkiensche Universum vor dem Hintergrund der Buchvorlage passen. Dennoch muss man bedenken, dass Kili bereits in Eine unerwartete Reise" in Richtung der Elben charakterisiert werden sollte: In der Extended Edition macht er einer Elbin in Bruchtal schöne Augen, er wehrt in den Orkhöhlen des Nebelgebirges auf ihn geschossene Pfeile mit dem Schwert ab - eventuell eine Verbindung zur reflexartigen Kampfweise der Elben und ein Gegenpol zu den sonst eher grob draufklopfenden Zwergen. Meinem Eindruck nach wird durch solch kleine Details versucht, den Charakter Kili rund zu gestalten und die dem Mainstream geschuldete Beziehung zwischen Zwerg und Elb in die Geschichte zu integrieren, indem dem Zwerg Kili ein Hauch Elbentum bzw. Interesse" für das Volk verliehen wird. Schaut man den ersten Hobbit in der Extended Edition und behält Kilis Entwicklung hin zu Tauriel im Hinterkopf, so wird deutlich, dass die angeblich fehlende Charakterisierung der Zwerge nicht in diesem Maße aussteht, wie man glauben mag. Oftmals verlieren sich diese Charakterpunkte auch einfach im Wust der Zwergengemeinschaft. Man kann daher von Glück reden, dass Jackson die Zwerge derart unterschiedlich gestaltet hat, auch wenn er mit diesem Entschluss wohl den ein oder anderen Zwergenfan verwirrt haben mag: 13 Zwerge, wie sie im Prolog zu den Gefährten" zu sehen sind, hätten unmöglich als hauptdarstellende Gruppe funktioniert. Auch wenn es eindeutig tolkienhafter und näher an Mittelerde dran gewesen wäre.
Die Beziehung zwischen Zwerg und Elb mag daher sperrig, jedoch im Zusammenhang der Filme nicht wirklich fehl am Platz wirken. Tolkien selbst war der Idee von Mischbeziehungen" nicht abgeneigt, und auch wenn die Konstellation in dieser Form nicht in seinen Werken zu finden ist, dürfte der Gedanke einer rassenübergreifenden Einheit gewiss in seinem Geiste sein. Hätte man mit Tolkien diskutiert, hätte er eine Liebesbeziehung zwischen Elb und Zwerg nicht kategorisch ausschließen können und wollen. Bereits bei Beren und Luthien ging Tolkien der Liebe Willen große Kompromisse bezüglich der eigenen Nachtodvorstellungen von Elb und Mensch ein. Gewiss hätte in seinen Augen auch eine Romanze zwischen Elb und Zwerg ihre Berechtigung.
Das Jackson diese Liebelei quasi ungefragt und unnötig in seinen Film integriert und damit gewiss auch finanzielle Aspekte bedient, bleibt natürlich diskussionswürdig.

Und wie sieht es mit Elben aus, die absurde Akrobatik abliefern und allem Anschein nach direkt aus einem Jump-and-Run importiert wurden, auf den Köpfen der Gegner Pirouetten drehend eine Pfeilsalve nach der Anderen durch die Hirne der Gegner bohren, um danach elegant auf ihren Leichen gen Tal zu surfen? Passt dies in das Tolkienuniversum? Kann man dies mit jahrhundertelangem Training, mit Millenien der Orkjagd begründen? Eventuell könnte man dies. Doch was ist mit Zwergen, die in einem Fass rollend zig Orks plattwalzen, sich einem durchgedrehten Kreisel gleich durch Scharen von Gegnern metzeln und Sprungeinlagen par excellence darbieten? Training? Gewiss nicht. Es gibt eine wesentlich einfachere und logischere Erklärung: Jackson tobt sich aus und macht einen auf den Michael Bay des Fantasygenres, will uns mit einer Anhäufung fantastischer Bewegungsfolgen und wild choreografierten Absurditäten amüsieren. Da spielt es keine Rolle, woher der Morgulpfeil kommt, der einen der Zwerge trifft, und ebenso wenig sollte man darüber nachdenken, was ein Morgulpfeil eigentlich sein soll. Immerhin wird man in Smaugs Einöde" oft genug mit solchen Szenen konfrontiert: Orks, die katzengleich auf Dächern schleichen. Belustigende Enthauptungen. 08/15-Charaktere, die den schwarzen Anhauch mit Athelas zu heilen vermögen. Etwas später die Krönung der lachhaften Szenen: Ein Zwerg, der mittels eines Schubkarren auf flüssigem Gold surft.
Damit muss man klarkommen. Da muss man fähig sein, die Toleranzgrenze etwas auszudehnen, sich zurück zu lehnen, das Denkvermögen auszuschalten und einfach nur die Bilder zu genießen. Smaugs Einöde" ist visuell. Smaugs Einöde" ist temporeich. Smaugs Einöde" ist allerdings auch leichte Kost im Sinne des Unterhaltungskinos. Die atmosphärische Stimmung Mittelerdes weicht zumeist einer visuell beeindruckenden Interpretation actionreichen Popcornkinos mit all seinen Schwächen und Unzulänglichkeiten. Das Fatale: Oftmals erscheinen die Logikfehler gewollt, beinahe forciert - sowie vermeidbar. Ein Beispiel? Gerne: Der bereits angesprochene Surf auf flüssigem Gold. Weshalb hat man Thorin nicht einfach in der Rinne, in der später das flüssige Gold entlang lief, rennen lassen? Meinetwegen sogar vom Goldfluss verfolgt. Mit dieser Version hätte man ebenso viel Action mit einer extra Portion Spannung haben können und müsste sich nun nicht mit der Frage, wie um Himmels Willen ein Schubkarren auf flüssigem Gold bestehen soll, konfrontiert sehen.
Ich denke, diese unlogischen Details sind tatsächlich so gewollt und bedienen den Spieltrieb Jacksons. So genial und erwachsen er ist, so albern und kindisch kann er im nächsten Moment sein. Und er hat Spaß daran. Denkt man an die Dinostampede in King Kong, wird einem dies bewusst. Und so müssen die Tolkienfans seit den Gefährten" mit Jacksons Art klarkommen, sieht sich die mittelalterlich anmutende Welt Tolkiens mit der Experimentierfreudigkeit eines Neuseeländers konfrontiert. Mit dem zweiten Teil der Hobbittrilogie erreicht dieser Konflikt nun seinen vorläufigen Höhepunkt und wird hoffentlich im dritten Teil nicht noch mehr überstrapaziert.

Apropos überstrapaziert: Der Titelheld Smaug hätte keine Minute länger auf dem Bildschirm bleiben dürfen. Der Dialog mit Bilbo glänzt durch eine buchgetreue Widergabe, die Sequenz im Erebor wird allerdings im Verlaufe des Finales auf die bekannte Actionspitze getrieben und kippt beinahe wieder in`s Lächerliche ab. Wenn der ach so furchtbare Drache minutenlang Bilbo und den Zwergen hinterher jagt und es nicht zustande bringt, auch nur einem der Protagonisten ein Barthaar anzusenken, ist man schnell versucht, die geflügelte Echse als dämlich zu bezeichnen. Ein Umstand, der niemals hätte passieren dürfen, und der zum Glück auch nicht wirklich eintritt. Ein dämlicher, nicht bedrohlich wirkender Drache wäre gleich einem Todesstoß gewesen und hätte die gesamte Trilogie bedeutend abgewertet. Aus diesem Grund: Bitte, Herr Jackson, kein zusätzliches Smaugmaterial in der Extended Edition!
So haben wir es noch mit einem beeindruckend dargestellten Bösewicht zu tun, wunderbar per Motion Capture von Benedict Cumberbatch gespielt und in der englischen Fassung gesprochen, dessen Größe und Anmut die Herzen der Fantasyfans höher schlagen lässt. Wenn Smaug erwacht, scheint etwas Großes, etwas Gewaltiges und Unbegreifliches zu passieren. Die Reise der Gesellschaft hat ein Ende, und auch der nichtbelesene Zuschauer spürt, dass nun ein anderes, düsteres, und zerstörerisches Kapitel seinen Anfang nimmt. Diesen Übergang scheint Jackson noch einmal zelebrieren zu wollen und kostet die Möglichkeiten der alten Zwergenstadt Erebor voll aus. Inklusive Action, Action, Action. Und Popcorn. Und dem legendären Schubkarren-Surf. Aber spätestens am Ende des Films hat man sich an diesen Umstand gewöhnt. Oder eben auch nicht.

Und wo wir gerade bei den Bösewichten sind: Die Geschichte des Nekromanten wird auch im zweiten Teil des Hobbits vertieft und ausgebaut. Der Plot um Dol Guldur weiß dabei durch und durch zu gefallen, beeindruckt durch eine visuell unheimlich stark gestaltete Atmosphäre, deren Bösartigkeit in jeder einzelnen Sekunde zu spüren ist. Gandalf hat hier im wahrsten Sinne des Wortes seine stärksten Auftritte bisher und lässt den Zuschauer zum ersten Mal in geballter Ladung erfahren, was es heißt, ein Zauberer zu sein. Ein fesselnder Magiekampf zwischen Giganten folgt, ehe dem Nichtleser und noch nicht gespoilerten Kinobesucher eine schreckliche Wahrheit enthüllt wird. Trotz immensen CGI-Einsatzes haben mir die Szenen in Dol Guldur durchweg sehr gut gefallen, und man darf gespannt sein, wie Jackson diesen Handlungsfaden weiter spinnt. Abseits der Literaturvorlage gestaltet sich hier ein beeindruckend düsterer, spannender und episch angelegter Plot, der im dritten Teil gewiss die gesamte Handlung tragen und mitbestimmen wird. Gerne würde ich hier weitere Szenen in der Extended Edition sehen, die mit den Dol Guldur Thema in Verbindung stehen.

FAZIT:

Die größten Kritikpunkte an Smaugs Einöde" sind und bleiben Logiklöcher, Widersprüche und unnötig aufgebauschte Actionsequenzen, die besonders in Zusammenhang mit den Orks auftauchen.
Als größte Pluspunkte sind vor Allem die hervorragende Optik, die Gestaltung der Settings, schauspielerische Leistungen (Freeman, McKellen, Pace, Cumberbatch) sowie einzelne Szenen und das hervorragend inszenierte Auftauchen eines alten Bekannten zu nennen.

Die Änderungen zur literarischen Vorlage sind prägnant und tief, reichen von komplett neuen Charakteren bis hin zu Handlungssträngen und gar neuartigen Ideen innerhalb der Welt Mittelerdes. Ebenso wird der Begriff Popcornkino" mit dem zweiten Teil des Hobbits angehoben. Weder der erste Teil der Hobbittrilogie noch irgendein Teil der Herr der Ringe Trilogie hatten derartig viele Actionszenen und aberwitzige sowie unglaubhafte Situationen. Jackson treibt bei den Kampfszenen sein Faible für teils slapstickhafte, teils überbordende Kettenreaktionen auf die Spitze und verlangt vom Zuschauer diesbezüglich einiges an Toleranz.
Dennoch weiß Smaugs Einöde" zu unterhalten und zu gefallen. Der Grundton wird im Allgemeinen düsterer als es noch bei dem ersten Hobbit der Fall war. Man sollte das Buch jedoch außen vor lassen und keine Adaption der Vorlage erwarten, sowie offen für Jackson-typische Action sein. Dann wird der tolerante Kinogänger vom Film nicht enttäuscht sein.

3,5 Sterne für die KINOVERSION. Macht abgerundet 3 Sterne, da die Extended Edition den Film gewiss auf 4 Sterne anheben wird und zwischen beiden Versionen unterschieden werden sollte. Ich habe zwar das Gefühl, 3 Sterne wären zu wenig - doch sieht man 5 Sterne als Meisterwerk an und bedenkt besagte Extended Edition, erscheint diese Bewertung richtig.
Dennoch besteht eine klare Empfehlung meinerseits, sich diesen Film anzusehen.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bild- und Ton vom Feinsten, 6. August 2014
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Rezension bezieht sich auf: Der Hobbit: Smaugs Einöde [Blu-ray] (Blu-ray)
Der Hobbit - ein Evangelium für die einen, für die anderen ein Film wir jeder andere….
Die BD ist von Bild und Ton super - das gibt's nix zu bemängeln (lief auf PS/3).
Habe vor einigen Jahren das Buch gelesen und konnte mich doch gut zurechtfinden, das eine oder andere wurde etwas "freier" interpretiert, aber insgesamt stimmig. Einpaar Trick-/Effekt-Szenen sind wohl mangels Budget etwas sparsamer umgesetzt worden, aber das stört nicht weiter. Die 160 Minuten verfliegen wieder wie im Fluge - viel zu schnell. Was hätten wir nur getan, wenn Peter Jackson den Hobbit nicht verfilmt hätte,,,,,ohje welch schreckliche Vorstellung!!!! Teil 3 wird heiß ersehnt und
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73 von 106 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Auf den zweiten Blick ein toller zweiter Teil, 20. Dezember 2013
Von 
Oliver Arnold (Hannover) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der Hobbit: Smaugs Einöde [Blu-ray] (Blu-ray)
Tendenziell gehöre ich zu der Fraktion, die Peter Jacksons Filmen und seiner Interpretation von Tolkiens Werken sehr wohlwollend gegenübersteht und auch so manche Buchabweichung gerne verzeiht. Von daher liebe ich die alte Trilogie, und beinahe ebenso sehr habe ich im letzten Jahr "Der Hobbit - Eine unerwartete Reise" ins Herz geschlossen. Klar, Ausschmückungen wie den Azog-Plot oder Radagast und Dol Goldur gab es auch dort, für meine Begriffe hat sich das aber alles super in die Geschichte eingefügt und mir sehr viel Spaß gemacht. Somit war ich bereit, auf ein Neues in die Welt von Mittelerde einzutauchen, wieder dieses typische Herr-der-Ringe-Feeling zu genießen, bis irgendwann der Abspann über die Leinwand läuft und man rundum zufrieden ausatmet. Leider wurden meine (realistischen) Erwartungen dieses Mal nicht voll und ganz erfüllt.

Insgesamt habe ich einen gelungenen zweiten Teil gesehen, einen tollen Fantasyfilm, der jedoch dramaturgische Schwächen aufweist. Einen großen Anteil hieran hat der ungewöhnlich höhepunktarme Soundtrack, der im Vergleich zum Herrn der Ringe und selbst zum ersten Hobbit-Teil stark abfällt und über weite Strecken sehr, sehr passiv wirkt. Das kenne ich so gar nicht von Peter Jackson und Howard Shore! Die HdR-Soundtracks haben die Filme förmlich getragen, haben eine Atmosphäre versprüht, die regelmäßig für Gänsehaut gesorgt hat. Bei "Smaugs Einöde" überkam mich dieser angenehme akustische Schauer vielleicht ein bis zwei Mal - am ehesten noch in der Szene, als Tauriel mit Kili über die Sterne philosophiert (schönes Thema). Doch nehmen wir als Beispiel einmal die Fässerflucht: Die Szene hat mir persönlich gut gefallen - jedoch hätte sie einen wirklich bleibenden Eindruck hinterlassen können, wenn sie akustisch entsprechend in Szene gesetzt worden wäre. Anstelle einer packenden in sich geschlossenen Klangkulisse wechseln die Themen hin und her, werden dabei immer nur kurz angerissen, bevor die Musik alsbald wieder in eine unerwartete Ruhephase verfällt. Diese Disharmonie zieht sich durch viele Passagen des Soundtracks, dessen Hauptthemen oftmals sehr unspektakulär im Hintergrund verflachen und irgendwie umständlich dahin plätschern. Im Vergleich dazu ist der Soundtrack von "Die Rückkehr des Königs" überaus abwechslungsreich und gespickt mit vielen wunderbaren Themen, die bereits beim ersten Hören sofort ins Ohr gehen. Ein Unterschied wie Tag und Nacht.

Ein weiterer Kritikpunkt ist das Pacing des Films, generell sein Timing, das dieses Mal nicht immer passt: In 150 Minuten passiert zwar relativ viel, und dennoch wollte der Funke nicht auf Anhieb bei mir überspringen. Ob der Spinnenangriff im Düsterwald, die Fässerflucht, Ork-Action in Seestadt oder nicht zuletzt der Kampf mit Smaug - all das bietet hohe Schauwerte, aber es fesselt mich diesmal nicht, weil immer ein Schuss Dramaturgie fehlt. Beim Finale von dem ersten Hobbit-Teil standen mir die Nackenhaare hoch, als Thorin, begleitet von spannungsgeladener Musik an brennenden Bäumen vorbei mit dem Schwert in der Hand, bereit für ein letztes Duell, auf Azog zumarschiert. Das war packend!! Eine vergleichbar dramatische Szene gibt es in Smaugs Einöde nicht. Klar, Smaug selbst ist super und der Dialog mit Bilbo im Drachenhort total gut eingefangen. Die hinzu erfundene Drachenjagd im Erebor flasht mich jedoch nur bedingt, und man macht sich hier zu keinem Zeitpunkt wirklich Sorgen, dass den Zwergen irgendwas passieren könnte. Gut, laut Buch überleben sie den Drachen ja auch. Aber dennoch könnte sich ja beim Zusehen das Gefühl einstellen, dass sie hier echt was durchmachen, so wie Thorin eben am Ende vom Vorgänger. Vielleicht ist auch hier wieder der schwache Soundtrack mitverantwortlich dafür, dass Spannung nur bedingt aufkommt.

Inhaltlich hat mir die Geschichte mit all seine Ausschmückungen im Großen und Ganzen gut gefallen. Den Aufenthalt bei Beorn hätte man sich jedoch beinahe sparen können. Der Pelzwechsler kommt derart kurz, dass man den Eindruck gewinnt, Peter Jackson war von der Figur und ihrem ziemlich behämmerten Look selbst nicht mehr so recht überzeugt gewesen. Dieses Kapitel fühlt sich extrem gestaucht an, so als habe man bewusst viel Material für die Extended Edition aufgehoben. Bin ich mit dem Charakterdesign bislang immer sehr glücklich gewesen, haben die Schöpfer von Beorn diesmal kräftig in die Tonne gegriffen. Was soll das sein? Ein Werwolf mitten in der Verwandlung eingefroren? Im Idealfall hätte ich mir Beorn als eine athletische, grimmige Ausgabe von Hagrid gewünscht. Der finale Look jedoch, die Frisur, das Gesicht, passt irgendwie gar nicht in das bisher von Peter Jackson geschaffene Mittelerde.
Düsterwald fand ich toll; die Spinnen gefielen mir weitaus besser als die gute, alte Kankra und Bilbos Einsatz des Ringes war genial eingefangen. Letztlich fehlte mir aber auch bei dieser Sequenz wieder ein Schuss Dramaturgie. Selbst in der kindlichen Buchvorlage wird beschrieben, dass sich die Zwerge einen hitzigen Kampf mit den Spinnen liefern ("...wieder und wieder schlugen sie die Spinnen zurück..."). Doch irgendwie ist die Gefahr recht schnell gebannt und das Einschreiten der Elben kommt, als nur noch wenige Kreaturen übrig sind. Schade - diese bereits gute Szene hätte durchaus Potenzial für noch mehr Spannung und Verzweiflung geboten.
Das Waldelbenreich ist optisch schön designt, wirkt aber dezent CGI-lastiger als seinerzeit Lothlórien. Mit Thranduiel und Tauriel wurden zwei interessante Figuren eingeführt. Insbesondere die umstrittene Elbin hat mir sehr gut gefallen. Klar, die Figur wandelt auf schmalen Hollywoodklischeepfaden, kommt aber dennoch sehr sympathisch rüber. Was die Optik betrifft, hat das Casting hier ganze Arbeit geleistet! So habe ich mir als alter Mers-Spieler immer eine wunderschöne Elbin vorgestellt.
Dass Legolas hier als unterkühlter, beinahe unbesiegbarer Orkslayer dargestellt wird, trägt nicht unbedingt zur Spannung bei. Selten macht man sich um diesen Charakter Sorgen, da ihm beinahe alles mit überirdischer Leichtfertigkeit gelingt.
Die Beziehung zwischen Kili und Tauriel finde ich bis jetzt in Ordnung, gibt sie beiden Figuren doch ein wenig Tiefe. Jedoch muss Peter Jackson aufpassen, dass es im dritten Teil nicht in allzu großem Kitsch ausartet.
Der Handlungsstrang rund um Gandalf und den Nekromanten gefiel mir beinahe am besten, nur wurde auch dieser zum Teil sehr schnell abgehandelt und wirkte in manchen Szenen (die Grabstätte der Nazgul) irgendwie stark gekürzt. Die Extended Edition wird 's hoffentlich richten.
Der Schauplatz Seestadt war ebenfalls klasse, auch wenn ich sie mir beim Lesen nie ganz so herunter gekommen vorgestellt habe. Hatte ich schon erwähnt, dass der Soundtrack ein Schwachpunkt des Films ist? Auch hier reißt er wieder einmal ein interessantes neues Thema an, nur um nach ein paar Sekunden gleich wieder komplett zu verflachen.
Luke Evans als Bard gefällt mir sehr gut. Bleibt die Figur im Buch ziemlich blass, verleiht er ihr mit seinem tollen Spiel einiges an Profil.
Der Drache, seine Mimik, seine (deutsche) Stimme, sein Auftritt - alles super gemacht!! Doch ist er das Highlight des Films? Jein! Vor zehn Jahren hätten wir von nichts anderem gesprochen als von diesem genialen Drachen. Doch mittlerweile ist man als Kinogänger schon beinahe verwöhnt, was gutgemachte CGI-Ungeheuer angeht. Harry Potter, Alice im Wunderland, Eragon - das waren alles gut gemachte Drachen, und man hat sich daran gewöhnt, dass mittlerweile jeder zweite Drache im Film sensationell aussieht. Smaug kann also nichts dafür, dass sein Look einen nicht mehr komplett aus den Stiefeln zu hauen vermag. Allerdings punktet er mit viel Charme und Arroganz, wie sie kein anderer Leinwanddrache bisher gezeigt hat. Seine Szenen mit Bilbo sind fantastisch - die Jagdszenen mit den Zwergen wirken dagegen aufgebläht und nur bedingt spannend.

Fazit: Für einen Berufsoptimisten und toleranten Tolkienfan wie mich sind es diesmal ungewohnt viele Kritikpunkte bei einem Peter Jackson-Mittelerdefilm. Insgesamt hat "Smaugs Einöde" viel Sehenswertes zu bieten, lässt aber phasenweise Dramaturgie vermissen. Der Soundtrack ist leider nur Durchschnitt - brillante Themen wie zu Zeiten der Gefährten bis hin zur Rückkehr des Königs sind Mangelware und stellen für mich den größten Kritikpunkt dar. Schauplätze, Darsteller, Effekte und auch die deutsche Synchronisation sind nach wie vor großartig. Nachdem ich den Film ein zweites Mal gesehen habe, hat er mir schon deutlich besser gefallen, und die genannten Schwachpunkte habe ich nicht mehr als ganz so gravierend empfunden, so dass ich auf den zweiten Blick schon wesentlich mehr Spaß mit dem zweiten Hobbit-Teil hatte. Insgesamt ist dies also ein wirklich toller Fantasyfilm mit kleinen Mängeln, der immer noch sehr viel Mittelerdefeeling versprüht, so man sich denn darauf einlässt und die ein oder andere Buchabweichung verzeiht.
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