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111 von 113 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Beklemmend, traurig, faszinierend
Alice ist 50 und erfolgreiche Harvard-Professorin. Auch ihr Mann John ist dort Professor. Die 3 Kinder sind inzwischen alle aus dem Haus, Alice geht gerne Laufen, liest Bücher und liebt Ihre wissenschaftliche Arbeit mit Kollegen und Studenten über alles.

Das Buch beginnt damit, dass John seine Brille nicht findet - wie üblich. Alice ist genervt...
Veröffentlicht am 11. Oktober 2011 von Nele Tuscher

versus
12 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Emotionalität als Lebensqualität für Demenzkranke
Was dieser (sehr amerikanische) Roman dankenswerter Weise beschreibt, ist die natürliche "Ressource" der Alzheimerkranken, Emotionalität ungefiltert, pur auszuleben. Alle kognitiven Fähigkeiten vergehen nach und nach, ebenso das von uns allen praktizierte ständige mentale "Mikromanagment".Wenn die Umgebung es zulässt oder gar fördert,...
Veröffentlicht am 2. Januar 2010 von J. P. Düssel


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111 von 113 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Beklemmend, traurig, faszinierend, 11. Oktober 2011
Von 
Rezension bezieht sich auf: Mein Leben ohne Gestern: Roman (Taschenbuch)
Alice ist 50 und erfolgreiche Harvard-Professorin. Auch ihr Mann John ist dort Professor. Die 3 Kinder sind inzwischen alle aus dem Haus, Alice geht gerne Laufen, liest Bücher und liebt Ihre wissenschaftliche Arbeit mit Kollegen und Studenten über alles.

Das Buch beginnt damit, dass John seine Brille nicht findet - wie üblich. Alice ist genervt bis amüsiert, typisch Mann eben, nie finden die etwas. Doch dann erinnert sie sich daran, wie sie selbst neulich das Ladegerät für ihr Blackberry verlegt hat - sie hatte schließlich ein neues gekauft, nur um das alte abends an seinem gewohnten Platz in der Steckdose zu finden.

So geht es los, und es wird nicht besser. Alice fallen plötzlich einfache Wörter nicht mehr ein, und beim Laufen findet sie den Heimweg nicht mehr, obwohl sie genau benennen kann, wo sie gerade ist. Sie schiebt es auf die Wechseljahre und geht erst zum Arzt, als es nicht besser wird und sogar vergisst, zu einem Seminar zu fliegen. Die niederschmetternde Diagnose: Alice hat Alzheimer, eine früh einsetzende Form der schrecklichen Krankheit.

In der Folge muss nicht nur sie mit dem Verlust ihres Gedächtnisses leben, sondern auch ihr Ehemann, ihre drei Kinder und ihre Arbeitskollegen und Studenten. Denn obwohl sie die Krankheit vor letzteren zunächst verbirgt, ist es doch offensichtlich, dass sie nicht mehr unterrichten kann. Ihr Mann, John, selbst ja Wissenschaftler und äußerst intelligent, fällt es sehr schwer, seine Frau so zu sehen - er sucht fieberhaft nach neuen Behandlungsmethoden. Die Kinder wissen nicht, ob sie die Krankheit geerbt haben (und treffen unterschiedliche Entscheidungen). Und Alice selbst hat das Gefühl, den Verstand zu verlieren, wenn sie die Toilette im eigenen Haus nicht mehr findet, den Blackberry ins Tiefkühlfach legt oder das Thema der Vorlesung vergisst, auf die sie sich gerade eine Stunde vorbereitet hat. Sie weiß - das ist erst der Anfang. Eines Tages wird sie vergessen, wer ihr Mann ist, wird sie ihre Kinder nicht mehr erkennen - ja, wird sie sich selbst vergessen.

Das Buch habe ich mir nur wegen der guten Rezensionen bei Amazon ausgesucht. Das klappt nicht immer, aber irgendwie muss man ja in der Bibliothek aus den Hunderten von Exemplaren etwas heraussuchen. Dieses hier war ein Treffer. Es ist nicht hochliterarisch geschrieben und hätte es ein anderes Thema behandelt, wäre ich sicher nicht so gefesselt gewesen. So aber habe ich wirklich Rotz und Wasser geheult. Die Vorstellung, plötzlich nicht mehr zu wissen, wer man ist, und so vieles nicht mehr zu wissen, von dem man aber wiederum noch weiß, dass man es wissen müsste... Schrecklich, wirklich fürchterlich!

Das Buch war perfekt passend nüchtern geschrieben. Und vor allem: Es ist durchgehend aus Alice' Sicht geschrieben. So werden ihre Handlungen, die den anderen Menschen wirr erscheinen, für den Leser völlig nachvollziehbar. Da gibt sie einen wissenschaftlichen Rat, der anerkannt wird - sie ist stolz auf sich und denkt sich, so schlimm kann es doch gar nicht um mich stehen, auch wenn ich Alzheimer habe, kann ich immer noch logisch und analytisch denken. Und wenige Minuten später gibt sie den selben Rat noch einmal und ärgert sich darüber, dass sie nicht richtig ernst genommen wird (niemand macht sich Notizen etc.) - obwohl sie doch noch immer logisch und analytisch denken kann und ihr Rat ganz offenbar richtig ist. Diese Perspektive hat mir sehr gut gefallen, denn sie zeigte, dass es nicht nur für das Umfeld des Menschen schwer ist, sondern dass es auch für den Patienten selber unglaublich schwierig ist, zu verstehen, was da gerade passiert. Es erklärt damit meiner Ansicht nach auch, wieso Alzheimer-Patienten häufiger aggressiv werden. Aus ihrer Perspektive sind nicht sie die "Komischen" - sondern die anderen.

Die Geschichte von Alice' Kampf gegen die Krankheit (sie will nicht aufgeben, sie hat sich sogar einen Plan dafür zurechtgelegt, was passiert, wenn sie sich an bestimmte Dinge wie die Anzahl ihrer Kinder nicht mehr erinnern kann) hat mich berührt und beeindruckt. Also spreche ich hier gerne eine Lese-Empfehlung aus für alle, die sich für menschliche Schicksale interessieren. Wirklich viel "Handlung" hat das Buch nicht, es beschreibt den ganz normalen Alltag, der nicht mehr normal sein kann. Ich habe es an einem Abend durchgelesen und konnte nicht ins Bett gehen, bis es zu Ende war. Danach habe ich mich ganz komisch gefühlt und alles um mich herum mit ganz anderen Augen betrachtet. Ich musste meine Teetasse noch in die Spülmaschine stellen - was, wenn ich eines Tages nicht mehr weiß, wo die Spülmaschine ist? Oder wenn ich morgens aufwache und keine Ahnung habe, wo ich bin? Gruselig...

Sehr bezeichnend fand ich einen Satz von Alice, als es schon ziemlich schlimm war mit der Krankheit: "Ich vermisse mich". Sehr traurig. Fünf Sterne von mir.
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43 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein bewegendes Debüt..., 18. November 2009
Von 
S. Kapper (Niedersachsen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Wie wäre es wohl, wenn man merkt, dass man immer wieder Dinge vergisst? Zunächst nur Sachen wie Namen, Uhrzeiten, Wörter? Aber dann Sachen wie den Nachhauseweg, den man seit 30 Jahren täglich geht oder die Namen der eigenen Kinder?
Das macht Angst. Angst, dass etwas nicht stimmen könnte, dass man krank sein könnte.
Wenn man dann noch die Diagnose Alzheimer bekommt, bricht sicher erstmal das ganze Leben vor einem zusammen. Unaufhaltsam verliert man seine Fähigkeiten, kann einfachste Dinge nicht mehr ausüben, wiederholt sich, ohne es zu merken, kann sich nicht mehr ausreichend konzentrieren, um ein Buch zu lesen. Man verliert sich selbst.

Alzheimer ist eine Krankheit, die (noch) nicht aufzuhalten ist. Eine Krankheit, gegen die man nicht ankämpfen kann, wie z.B. gegen Krebs. Trotz Medikamenten, die lediglich den Fortschritt der Krankheit verlangsamen, bleibt einem nichts anderes übrig, als sich mit seinem Schicksal abzufinden.

Alice' Geschichte und die ihrer Familie erzählt uns, wie es sich anfühlt, wenn diese Krankheit plötzlich das Leben bestimmt. Wie schrecklich es ist, wenn dieser unsichtbare Feind Zukunftspläne zerstört und Menschen voneinander entfremdet. Wie ein wissbegieriger, intelligenter Mensch langsam, aber stetig in sich selbst versinkt, ohne zu wissen, dass er noch er selbst ist. Man erfährt, wie schwer es ist, sich mit den neuen Spielregeln abzufinden, aber auch, wie viele schöne Momente man noch erleben kann, wenn man das geschafft hat.

Dieses Buch hat mich auf vielfältige Weise berührt...
Einerseits war ich erschrocken, wie schnell diese Krankeheit alles verändern kann. Andererseits kann man Betroffene und deren Familien nur bewundern, wenn sie es schaffen, sich ein schönes Leben MIT der Krankheit zu gestalten und nicht aufzugeben. Man trauert mit Alice um den Verlust ihrer Selbstständigkeit, freut sich aber über den Zusammenhalt der Familie Howland.

Ein tolles, bewegendes Debüt, das ein Thema aufgreift, das für viele Menschen einfach nur Alltag ist.
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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein schöner Roman - kein Anspruch auf Wirklichkeit, 21. April 2010
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Man muss das Buch als Roman auffassen, denn ich denke, die Wirklichkeit einer Alzheimerpatientin sieht anders aus.
Trotzdem : Ich habe das Buch in fast einem Anlauf verschlungen. Die Problematik, dass ein gebildeter Mensch in der Lebensmitte, durch diese Krankheit aus der Realität des Alltags driftet und - was am Schlimmsten ist - es auch erkennt und mitverfolgt, hat mich sehr bewegt. Auch das Mutter-Tochter-Verhältnis, das dem Ende eine positive Wende gibt, fand ich sehr anrührend. Manchmal haben Menschen eben eine andere Ebene, in der sie sich verständigen und kommunizieren. Ich will nicht zu viel verraten, aber ich fand das Buch sehr lesenswert, aber wie gesagt: Es ist ein Roman, der zum Nachdenken anregt und man kann nicht erwarten, dass alles den Tatsachen und der medizinischen Realität entspricht.
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37 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ich bin nicht jemand der im Sterben liegt, ich bin jemand der mit Alzheimer lebt, 30. Juli 2011
Rezension bezieht sich auf: Mein Leben ohne Gestern: Roman (Taschenbuch)
"Die Diagnose "Alzheimer" zu bekommen, ist als würde man mit einem scharlachroten A gebrandmarkt werden. Bitte sehen Sie nicht auf unser scharlachrotes A und schreiben Sie uns nicht ab! Sehen Sie uns in die Augen und reden Sie direkt mit uns. Werden Sie nicht panisch und nehmen Sie es nicht persönlich, wenn wir Fehler machen, denn das werden wir. Wir werden uns wiederholen, wir werden Dinge verlegen und wir werden uns verlaufen. Wir werden Ihren Namen vergessen und was Sie vor 2 Minuten gesagt haben. Wir werden aber auch unser Bestes tun, um kognitive Verluste auszugleichen und zu überwinden."
S. 276 u. 277

Dies sind Teile einer bewegenden Rede, die Alice Howland schon im fortgeschrittenen Stadium ihrer Alzheimer-Erkrankung auf der Jahreskonferenz für Demenzpflege hält.

Im Jahre 2003 mehren sich für Alice, Professorin der Psychologie und Linguistik in Harvard, die Anzeichen, das mit ihrem Gedächtnis etwas nicht stimmen könnte. Sie fängt an Dinge zu vergessen, bei ihren Vorträgen, die sie immer frei und ohne Manuskript vortragen konnte, kann sie das Wort Lexikon nicht mehr ausdrücken und beim täglichen Joggen steht sie im Park und die Erinnerung an den Weg nach Hause ist in ihrem Kopf wie gelöscht. Panik bricht in ihr aus, ist sie doch erst 49 Jahre alt und kann sich diese Dinge zunächst nicht erklären. Ihre Hoffnung es könnten die Wechseljahre sein werden nach einiger Zeit und dem Termin bei einem Neurologen zerschlagen, der ihr die Diagnose einer frühzeitigen Alzheimer Erkrankung mitteilen muß.

So beginnt dieser Roman und man erlebt Alice und ihre Familie und den Dingen, denen sie sich nun stellen müssen...
Alice versucht ihre Lehrtätigkeit noch bis zum Ende des Semesters aufrechtzuerhalten und doch fällt es ihr immer schwerer. Ihr Mann John weigert sich zunächst die Diagnose anzuerkennen und ihre 3 Kinder sind anfangs nur sprachlos.
Doch Alice ist eine Kämpferin, die versucht so lange wie möglich ein eigenständiges Leben zu führen und so nimmt sie diese Herausforderung an und als Leser begleitet man sie durch ihre Krankheit und die verschiedenen Stadien derer, die mit großer Sensibilität und Takt beschrieben werden.

Lisa Genova hat einen Roman geschrieben, der zutiefst berührt und der sich gänzlich aus der Sicht von Alice liest. Es gibt ja schon einige Romane zu diesem Thema, doch meistens wird darin die Sicht der Außenstehenden beschrieben und nicht die Gefühle und inneren Vorgänge der Betroffenen selbst. Hier ist das anders und wie die Autorin es geschafft hat, Alice`s innere Gedanken- und Gefühlswelt auszudrücken und aufzuzeigen, während die Krankheitsstadien sich verändern, ist wirklich beeindruckend, beklemmend und aufwühlend.
Es gibt viele Situationen in diesem Buch die erschüttern, aber auch von einem unbändigen Willen und großer Liebe sprechen, denn je mehr Alice ihre kognitiven Fähigkeiten verliert, desto sensibler wird sie für Gefühle und Stimmungen in ihrer Umwelt und denen der Menschen um sie herum.

Ich habe dieses Buch an einem Tag gelesen, denn ich wollte Alice Howland, nachdem ich sie kennengelernt habe nicht mehr verlassen. Ich wollte sie begleiten in diesem Buch, denn Alice verliert sehr viel von ihrem Leben, wenn ihr Gestern verschwindet und ihr Morgen unsicher ist und sie nur noch für den Augenblick lebt...
Die Krankheit Alzheimer ist weit verbreitet und doch fühlen wir uns immer noch unsicher, wenn wir gerade Patienten im Anfangsstadium gegenüberstehen. Dieses Buch kann helfen, diese Unsicherheit zu überwinden und vielleicht mehr Mitgefühl aufkommen zu lassen. Mehr Verständnis und weniger Berührungsängste!

Ich kann nur sagen: Bitte lesen Sie dieses Buch, denn es ist einfach wunderbar und kann die Sichtweisen auf viele Dinge nachhaltig verändern!
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Beim lesen hat sich mir des Öfteren die Kehle zugeschnürt, 12. April 2010
Von 
Chaostante - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Gleich am Anfang wird uns Alice Howland als ehrgeizige und höchst Intelligente Frau vorgestellt. Sie ist auf sich stolz, hält ihre Vorträge aus dem Kopf und arbeitet in Harvard als Professorin.
Dann kommen die ersten Gedächtnislücken, bei einem Vortrag verliert sie den Faden und kann Gegenstände nicht benennen, findet die einfachsten Worte nicht mehr. Trotz allem ist sie immer noch so gut, dass keiner etwas zu merken scheint.
Dann kommt der nächste Schlag, nach dem Joggen findet sie nicht mehr nach Hause - anscheinend hat sie sich verlaufen, auf einem Weg den sie schon seit Jahren kennt.

Vorerst gelingt es Alice noch die Aussetzer zu überspielen. Sie schiebt die Gedächtnislücken auf die hormonelle Umstellung, denn immerhin befindet sie sich mit 50 schon in den Wechseljahren.
Mit der Zeit häufen sich die Lücken und was hat der Eintrag Eric" in ihrem Terminkalender zu bedeuten?
Beunruhigt sucht sie ihre Hausärztin auf und wird daraufhin an die Neuropsychologin Dr. Davis überwiesen.
Die Diagnose - die frühe Form der Alzheimer-Krankheit.

Was nun beginnt ist der Kampf gegen das Fortschreiten der Krankheit. Alice versucht weiterhin als Professorin zu arbeiten, gibt aber das Reisen auf. Sie nimmt an einem Forschungsprojekt teil bei dem ein neues Medikament getestet wird.

Für Alice bricht eine Welt zusammen. Sie wird sterben.
Ihr Mann John vergräbt sich in seinen Forschungen, er will nicht mit ansehen wie Alice Zerfall voranschreitet. Doch viel schlimmer ist die Situation, dass dieses Gen das die frühe Form des Alzheimer auslöst, eines ihrer drei Kinder haben könnte, wer von den dreien wird auch Alzheimer bekommen?

Das Buch wurde in der Sendung WDR Westart vorgestellt. Das Thema klang für mich von der ersten Sekunde an interessant. Von der Autorin Lisa Genova hatte ich bis dahin noch nie etwas gehört.
Lisa Genova hat Neurowissenschaften studiert und dort promoviert, wo auch ihr Roman spielt: an der Universität Harvard in Cambridge.
Der hoch emotionale Debütroman der Autorin erschien vorderhand im Eigenverlag, wurde flügge und mauserte sich zum internationalen Bestseller.

Der Roman wird aus der Sicht von Alice erzählt. Sie lässt uns kein einziges Mal los. Bis zum unausweichlichen gehen wir den Weg mit ihr. Leiden mit ihr, denn sie bekommt ihren Zerfall anfangs noch mit. Auf ihrem PC gibt es eine Datei und auf ihrem Black Barry stellt sie sich jeden Monat die gleichen Fragen, sollte sie diese nicht mehr beantworten können soll sie die Datei in ihrem PC öffnen und dort den Anweisungen folgen. Das Buch ist in Kapiteln eingeteilt, die monatlich einen Zeitraum von 1 œ Jahren umfassen.
Beim lesen hat sich mir des Öfteren die Kehle zugeschnürt. Dennoch ist das Buch keinesfalls rührselig und trotz der Nähe die wir zu Alice entwickeln, wirkt der Roman doch eher distanziert.
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34 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wenn man sich selbst verliert..., 26. Oktober 2009
Alzheimer ist, wenn das Gestern verschwindet und das Morgen unsicher ist...

Mit 50 Jahren hat Alice Howland viel erreicht. Sie blickt auf eine langjährige, intakte Ehe zurück, ihre drei erwachsenen Kinder haben privat und beruflich ihren Weg gefunden und sie unterrichtet als Professorin für kognitive Psychologie an der Harvard Universität.
Ihre beginnende Vergesslichkeit versucht Alice mit den Wechseljahren zu erklären. Da sich dieser Verdacht nicht bestätigt, die Symptome dagegen immer schlimmer werden, befürchtet sie einen Gehirntumor. Ein Besuch bei dem Neurologen Dr. Davis bringt die schreckliche Gewissheit: Alice leidet an einer frühen Form der Alzheimer-Krankheit.
Doch die Professorin stellt sich diesem unsichtbaren Feind und kämpft gegen ihre Krankheit. Sie schmiedet einen "Notfallplan", versucht, ihr Leben so zu organisieren, dass die immer häufiger werdenden Aussetzer kaschiert werden und gründet eine Selbsthilfegruppe für Demenzkranke im Frühstadium.

Trotz allem ist Alice auf die Dauer den Anforderungen ihres Berufes nicht mehr gewachsen und muss ihren Lehrstuhl aufgeben.
Ihren letzten, gut vorbereiteten Vortrag hält sie allerdings nicht dort, sondern vor einer großen Gruppe von Fachleuten aus dem Gesundheitswesen, die sich der Behandlung und Pflege von Demenzkranken gewidmet haben.
Diese Rede ist berührend, ohne rührselig zu sein, ausdrucksvoll, aber ohne Pathos und hat bei mir eine Gänsehaut verursacht.

Die promovierte Neurowissenschaftlerin und Autorin Lisa Genova, hat mit ihrem Debütroman eine gut recherchierte und bewegende Geschichte um das Thema der Alzheimer-Krankheit gewoben und dem Leser Einblick in die Gedanken- und Gefühlswelt einer Erkrankten gewährt. Sie macht aber auch klar, welcher Belastung die betroffenen Familien ausgesetzt sind.
Alices Familie hat dieser Belastung standgehalten und auch als die inzwischen Einundfünfzigjährige ihren Mann John und die Kinder nicht mehr erkennt, fühlt sie sich in ihrer Mitte so geborgen, dass ihr nur auffällt: "Ich vermisse mich selbst".

Ein lesenswerter Roman!
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26 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Ich lebe im Augenblick", 1. November 2009
Über zwei Jahre verfolgt der Leser in Episoden das Leben der 50-jährigen Alice Howland, Professorin für kognitive Psychologie an der Harvard-Universität.
Alice kann auf eine geglückte Karriere auf dem Gebiet der Psycholinguistik zurückblicken, ihr geliebter Ehemann John hat ebenfalls eine beeindruckende wissenschaftliche Laufbahn vorzuweisen. Die drei erwachsenen Kinder Anna, Tom und Lydia sind erfolgreich ins Leben gestartet, auch wenn Alice mit Lydias Berufswunsch, Schauspielerin zu werden, nicht ganz glücklich ist.

Im September 2003 fällt Alice erstmals auf, dass sie zunehmend unter Vergesslichkeit leidet. Immer häufiger verlegt sie Dinge, vergisst einen Termin mit ihrem Doktoranden und in der Vorlesung will ihr partout ein bestimmtes Wort nicht einfallen. Alice führt diese Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen auf Stress und ihre Wechseljahre zurück.
Als sie jedoch eines Tages auf ihrem üblichen Heimweg plötzlich nicht mehr weiß, wie sie nach Hause kommen soll, beschließt Alice, sich untersuchen zu lassen. Nach zahlreichen Tests erhält sie im Januar 2004 eine schockierende Diagnose: sie leidet an der früh einsetzenden Alzheimer-Krankheit.
Alice lässt sich zunächst allerlei Tricks einfallen, um ihre "Ausfälle" zu kaschieren. Doch mit Fortschreiten der Erkrankung kann sie keine Vorlesungen mehr halten, kann nicht mehr reisen und muss ihren Lehrstuhl in Harvard aufgeben.

Lisa Genova beschreibt auf sehr einfühlsame Weise, was sich in Alices Gedanken- und Gefühlswelt abspielt, sowohl zu Beginn ihrer Erkrankung als auch mit fortschreitendem Verlust ihres Gedächtnisses.
Nachdem zuerst vor allem das Kurzzeitgedächtnis betroffen ist und Alice alles in ihrem Blackberry vermerkt, erlebt man mit, wie schmerzhaft es für Alice ist, nach und nach auch alte, lieb gewonnene und wertvolle Erinnerungen zu verlieren.

Sehr beeindruckend schildert die Autorin nicht nur die Verluste und die Entfremdung, sondern auch "Gewinne", die erhöhte Sensibilität Alices für das Ungesagte und die unausgesprochenen Gefühle.
Nicht zuletzt gelingt es Lisa Genova die schwere Belastung, die diese Erkrankung auch für die Familie bedeutet, beeindruckend deutlich zu machen. Dabei sind ihre Schilderungen klar, ausdrucksstark, aber ohne Pathos.

Lisa Genova gewährt in ihrem Roman einen Einblick in das nicht leichte Leben eines Alzheimer-Patienten, in dem das Gestern verschwindet und das Morgen unsicher wird. Trotzdem und gerade deswegen benötigen diese Menschen Empathie, denn die Gefühle bleiben - oder wie Alice am Schluss sagt: "Ich fühle Liebe."
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Plötzlich hatte ich Sorge um meine eigene Gesundheit, 3. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Mein Leben ohne Gestern: Roman (Taschenbuch)
Plötzlich hatte ich Sorge um meine eigene Gesundheit. Ich war mir sicher, Symptome beginnender Alzheimer bei mir zu spüren. Es wurden Abläufe beschrieben, wie ich sie gelegentlich an mir feststellen konnte.

Das Buch hat mich fasziniert. Es hat mich gefesselt und traurig gemacht. Ich lese sehr gerne Bücher, die mich in ein Wechselbad der Gefühle tauchen. Noch nie hat jemand dieses Schreckgespenst Alzheimer so intensiv und verständlich beschrieben.

Ich bin froh, dieses Buch gelesen zu haben und bin sicher, dass meine alltäglichen "kleinen Stolperer" keine Vorboten dieser Krankheit sind.

Dieses Buch muss man gelesen haben, egal ob Mann oder Frau.
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24 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schon die Ausschnitte..., 25. Oktober 2009
Von 
...die ich gelesen und im WDR gehört habe, zeigen Einschnitte in eine Persönlichkeit...

Wer sich nicht scheut an Herbstabenden eine schonungslos ernste Geschichte zu lesen, die sich so wahrscheinlich tausendfach in unserer nächsten Umgebung abspielt, gegen die niemand gefeit ist und welche auf einer ausgezeichneten Recherche basiert, der sollte zugreifen.

Wer leichte Lektüre mit wohl dosiertem Herzschmerz und Happy End sucht, der sollte die Finger davon lassen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Liebe Alice, du hast den Brief an dich selbst geschrieben, als du noch bei klarem Verstand warst ..., 22. Mai 2011
Von 
SA.M.T - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Alice Howland ist 50 Jahre jung und angesehene Professorin an der Havard Universität. In ihrem Fachgebiet - der kognitiven Psychologie - ist sie brilliant und vielgebuchte Vortragende. Bei einer ihre Vortragsreisen steht sie eines Tages am Rednerpult und ein mehr als triviales Wort will ihr nicht einfallen - "Lexikon". Das kann jedem passieren, denkt man als Leser um sogleich atemlos mitzuverfolgen, wie sie kurz darauf bei ihrer täglichen Joggingrunde an der Kreuzung steht und nicht mehr weiß, ob sie links oder rechts die Straße rauf wohnt. Es folgen kleine Aussetzer, wie z.B. Vorlagen, die sie vergaß an einen Kollegen zu schicken (weil sie nicht mehr wußte, wer der Kollege war), sie stellt sich einer Dame vor, mit der sie gerade mal 5 Minuten zuvor ein kurzes Gespräch geführt hat, sie setzt sich in den volle Hörsaal in die Reihe der Schüler und wartet geduldig auf den Vortragenden, ohne zu ahnen, dass SIE die Vortragende ist usw. Bald wird ihr klar, dass mit ihr etwas nicht stimmt und nach einigen medizinischen Tests, liegt das erschreckende Ergebnis am Tisch: frühzeitiges Alzheimer, eine Erkrankung, die genetisch bedingt ist! Nicht nur, dass sie selbst also sukzessive den Verstand verliert, auch ihre drei Kinder sind potenziell gefährdet.

So beschließt Alice sich selbst möglichst viele Eselsbrücken zu bauen und ihre Merkfähigkeit täglich zu prüfen. Ihr Blackberry wird ihr wichtigster Begleiter und der tägliche Fragen-Check gibt ihr Gewissheit. "Welchen Monat haben wir?" "Wo wohnst du?" "Wo arbeitest du?" Wann ist Annas Geburtstag?" "Wieviele Kinder hast du?" Als Leser wird man alle paar Seiten Zeuge ihres schwindenden Verstandes, denn da, wo zu Beginn alle Daten exakt angeführt werden, steht am Schluss nur mehr Fragmentarisches.

Das Erstlingswerk von Lisa Genova ist atemberaubend dramatisch und real aus der Sicht der Erkrankten geschrieben. So wiederholen sich plötzlich im Text ganze Passagen, eben weil die Protagonistin Alice selbst von einem Moment auf den anderen vergessen hat, dass sie diesen Satz gerade von sich gab. Mit jeder Seite, schwindet das Leben aus Alice' Gedächtnis ein Stückchen mehr und man kann bereits schaudernd erahnen, wo es enden wird.
Dieses Buch wird jenen gefallen, die Arno Geigers "Der alte König in seinem Exil" gelesen haben. Dieses Buch hat mich persönlich sogar noch tiefer berührt, weil es keinen wirklich alten Menschen trifft, sondern eine Frau, die in der Blüte ihres Lebens ihrer Intelligenz beraubt wird.
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