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am 2. April 2013
Rancher John Benedict (William Holden), ein hochdekorierter Kriegsveteran von einigem Ansehen, wird während eines Jagdausflugs von Indianern überrascht, die nicht nur sein Pferd stehlen, sondern auch seinen Hund erschiessen. Als er ihnen folgt, führt ihn der Weg zur heimischen Ranch, die soeben von derselben Bande überfallen wurde. Was er nun vorfindet, lässt ihn innerlich zerbrechen. Seine ganze Familie wurde massakriert, eine Herde Zuchtpferde gestohlen. Er kann nur noch seine Angehörigen zur letzten Ruhe betten. Da kommt ein Aufgebot des Sheriffs mit einem Gefangenen. Der Gesetzeshüter berichtet, das eine Gruppe Comancheros eine blutige Spur aus Raub und Mord durchs Land zieht und das sie eines Täters habhaft werden konnten. Gemeinsam mit Benedict wird der Mann verhört bis er verrät, wer der Anführer der Bande ist. Es handelt sich um einen Mann namens Tarp (Warren Vanders). John Benedict geht wieder auf die Jagd. Nur dieses Mal jagt er Menschen. Das Aufgebot begleitet ihn bis zur Staatsgrenze. Von hier an reitet er allein weiter. In Mexiko erfährt er irgendwann, wo er die Verbrecher finden kann. In einem Banditendorf in den Bergen heißt es. Benedict weiß, das er ohne Hilfe keine Chance hat, die Banditen zu stellen. In einem Gefängnis kauft er sich eine Gruppe von sechs Schwerverbrechern (u.a. Ernest Borgnine und Woody Strode), denen er zwar nicht trauen kann, die ihm aber gegen das Freiheitsversprechen etwas schuldig sind. Doch appelliert er dabei an die Ehre von Männern, die keine Ehre haben. Nach einigen vorprogrammierten Konflikten reitet diese Wild Bunch von Halsabschneidern auf eine Odyssee, die nicht alle überleben werden.

Wild Bunch Reloaded ?

Hollywoods einstiger "Golden Boy" William Holden spielt in diesem Exploitation-Western nicht nur das letzte Mal in einem Film dieses Genres, sondern auch eine seiner letzten Hauptrollen in einer beispielhaften Karriere, die bereits im Goldenen Zeitalter der Film-Industrie begann. Auch bringt ihn der Film unter der Regie von Hollywood-Routinier Daniel Mann, der hiermit seinen ersten und einzigen Western inszenierte, wieder mit Ernest Borgnine zusammen, seinem Partner aus dem legendären THE WILD BUNCH (1969) von Sam Peckinpah. Doch ist das nicht der einzige Bezug zum großen Vorbild. Peckinpah wird in einigen Szenen überdeutlich zitiert. Ein weiterer Film, der als Ideengeber genannt werden muss, ist sicherlich DAS DRECKIGE DUTZEND (1967) von Robert Aldrich, jenem Kriegsfilm-Klassiker in dem ebenfalls eine Gruppe von Schwerverbrechern auf ein Himmelfahrts-Kommando geschickt wird. THE REVENGERS ist beileibe nicht der erste und ganz sicher nicht der letzte Film, der sich dieser Vorbilder bedient. Die dritte Fortsetzung des Über-Western DIE GLORREICHEN SIEBEN (John Sturges, 1960), mit dem schönen deutschen Titel DER TODESRITT DER GLORREICHEN SIEBEN (George McCowan, 1972) hat im Prinzip die gleiche Handlung. Viele Vergleichsmöglichkeiten also, die sich REVENGERS (1972) gefallen lassen muss.

Daniel Mann, eigentlich Spezialist für Dramen wie TELEFON BUTTERFIELD 8 (1960), fällt einem nicht als erster ein wenn man an einen Western denkt. Sein berühmter Namensvetter Anthony Mann schon eher. Von ihm jedoch, wie auch von den anderen genannten Regie-Größen ist Daniel Mann bei seinem Western leider meilenweit entfernt. Ihm gelingen die Szenen in denen es um zwischenmenschliches geht, am besten. Besonders hervorzuheben ist eine lange, vormals geschnittene Passage mit Susan Hayward. Hier wird seine ganze Erfahrung auf diesem Gebiet deutlich, die Szene hat Tiefgang und Herz. Aufgrund der Seltenheit des Werkes war die Erwartungshaltung vor der nunmehr erfolgten DVD-Veröffentlichung natürlich groß, schon allein wegen der Besetzung. Eine Erwartungshaltung die durch den Eintrag in Joe Hembus Western-Lexikon um einiges gebremst werden konnte. Er beschrieb den Film als „Eine abstoßend hässliche Rache-Odyssee.“. Da muss er allerdings einen sehr schlechten Tag gehabt haben, denn so schlecht ist REVENGERS wahrlich nicht. Nur leider auch nicht wirklich gut.

Die aufregende Prämisse und die starke Besetzung der Hauptrollen heben das Action-Abenteuer leicht über den Durchschnitt. Holdens Charisma und Borgnines Schauspielkunst halten den Genre-Fan bei Laune, auch Woody Strode weiß zu überzeugen. Der Film ist schnell, hält sich an ein zwei Stellen mit überflüssigen Szenen auf, welche die Charaktere vertiefen sollen aber leider zu undifferenziert und banal geschrieben sind, um die erhoffte Wirkung zu erzielen. Die sechs Schwerverbrecher werden zwar ausreichend gezeichnet, gewinnen aber mit Ausnahme von Ernest Borgnine nur wenig an Profil. Ihm gelingt das eindrucksvolle Portrait einer miesen Ratte, die am Ende immer wieder die Kurve kriegt. Der Franzose Roger Hanin und der deutsche Rene Koldehoff verfügen über eine gewisse Präsenz, die aber weitgehend ungenutzt bleibt. Die beiden Mexikaner werden noch mit am besten eingeführt, jedoch nicht genug weiterentwickelt. Das der Spannungsaufbau immer wieder scheitert hat ebenfalls mehrere Gründe. Zum einen wäre da der Soundtrack von Pino Calvi zu nennen. Das Haupt-Thema gefällt im ersten Moment, nutzt sich dann mit zunehmender Laufzeit ab, da es zu häufig wiederholt wird. Viele Szenen werden durch die oft an den falschen Stellen eingesetzte Musik „überkleistert“ und verlieren so ihre Wirkung. Die Inszenierung der Action wirkt erstmal knallig und aufregend, ist in einigen Szenen, wie der Erstürmung des Banditen-Kaffs, gut gelungen, in anderen völlig planlos (Showdown) oder gar unmotiviert. Manche Szenen wirken unfertig, entweder schlecht geschnitten oder nicht zu Ende gedacht. Das ist sehr schade, waren doch die Voraussetzungen gegeben.

Da wir es aber mit einem reinen Unterhaltungs-Western zu tun haben, dürfen natürlich nicht die gleichen Maßstäbe gesetzt werden, wie an die Meisterwerke des Genres. So taugt der Film für einen unterhaltsamen Abend allemal, hält die Story doch mindestens zwei überraschende Twists parat, die man wirklich nicht kommen sieht, von denen einer in besagter Passage mit Susan Hayward mündet, die es fast schafft den gesamten Film zu retten. Aber nur fast. Nach der zweiten Sichtung lässt sich sagen, das die englische Originalfassung, der synchronisierten Version vorzuziehen ist, da die Figuren so etwas "lebendiger" wirken, obgleich der Film nicht schlecht ins Deutsche übertragen wurde. Leider gibt es keinerlei Untertitel, es wird aber recht deutlich gesprochen.

Fazit: Als unterhaltsamer Action-Western alter Schule dem geneigten Genre-Fan geeignet, bei genauerer Betrachtung schwächelndes Werk, welches aber mit einer Top-Besetzung punkten kann.
1010 Kommentare8 von 9 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 1000 REZENSENTam 11. Februar 2013
Beinharter Western über eine Rache-Odyssee.

Für John Benedikt (William Holden) ein Rancher und Veteran des Bürgerkriegs könnte es nicht besser sein. Der Krieg ist vorbei und er ist ein friedlicher Viehzüchter mit Familie geworden.
Als er eines Tages von einem Jagdausflug nach Hause kommt, gerät plötzlich alles aus den Fugen. Seine Familie wurde von einer Bande Comanchen und Comancheros, unter der Führung des abtrünnigen weißen Tarb (Warren Vanders), massakriert und sein Sohn in der Scheune aufgehängt.
Der Sheriff organisiert ein Team, dass die Täter suchen und stellen soll. Doch John Benedikt ist das nicht genug, er will die Sache selbst in die Hand nehmen und kauft in einem mexikanischen Gefängnis sechs verurteilte Sträflinge frei. Mit diesem schmutzigen halben Dutzend macht er sich auf den Weg um den Tod seiner Familie zu rächen.

"The Revengers" ist einer der letzten US-Western nach alter Tradition, nachdem dieser bereits 1972 in den letzten Zügen lag, hat aber mit dem modernen New-Hollywood noch nichts gemeinsam.
Es ist die Geschichte des Ranchers John Benedikt dessen Familie von Comancheros abgeschlachtet wurde. Also versammelt er eine Wild Bunch um sich, von der ihn jeder töten könnte. Sein zusammengewürfeltes Team sind Gesetzlose aus verschiedenen Ländern, ein Franzose (Roger Hanin), ein Deutscher (Reinhard Kolldehoff), ein Mexikaner (Jorge Hoyas), ein Mestize (Jorge Luke), ein Ex-Sklave (Woody Strode) und ein Amerikaner (Ernest Borgnine). Auch wenn diese Wild Bunch eine blutige Spur durch Mexiko zieht und einen großen Aderlass an Menschen zurück lässt, sind es doch Charaktere die im laufe des Films ihre menschliche und zerbrechliche Seite zeigen. Eines der Highlight's des Film sind die Szenen zwischen William Holden und Susan Hayward, die mit ihrer letzten Kinorolle als Krankenschwester einen würdigen Abschied hatte.

Bild: 2.35:1 16:9.
Extras: Booklet,Fotogalerie,Trailer und Wendecover.

Fazit:
Der brutale Western bietet viel Action, explosive Gewalt und wurde wunderbar fotografiert.

Nachtrag am 22.03.
Bild und Tonqualität sind einwandfrei geworden, kann man bedenkenlos kaufen.
Die DVD befindet sich in einem Schuber und das FSK-Logo ist außen auf der Folie.
Der Film ist ungekürzt, fehlende Szenen sind mit deutschen UT eingefügt.
77 Kommentare13 von 15 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 26. März 2013
Hier können Sie sich auf ein richtig gutes Highlight des Westernfilms freuen.
Die DVD wurde hier mit einem perfektem Bild und Ton und einiges an Extras,wie einer Bildergalerie + einem tollem Booklet herausgebracht.
Während Rancher John Benedict auf der Jagd ist, bringen gesetzlose Comancheros seine Familie um.
Der Witwer schwört Rache. Zusammen mit sechs Sträflingen sucht er nach den Mördern.
Bis zum finalen Showdown muss der wilde Haufen zusamen wachsen und einige brenzliche Situationen meistern.
Wird John Benedict die Mörder seiner Familie fassen können ?
Grandioser Rachewestern der auf gängige Formlen zurückgreift, wenn Rächer William Holden ein halbes dreckiges Dutzend um sich schart.
Es erwartet den Zuschauer ein spannendes und bleihaltiges Finale, welches am Ende aber noch eine große Überraschung bereit hält.
Action und Westernfans werden mit dem Western "Revengers" höchst zufrieden sein.
"Sie haben an die Ehre von Männern appelliert, die gar nicht wissen, was Ehre überhaupt ist"
Sehr unterhaltsamer Western mit vielen Schauspielergrößen des Genres.
Es gibt hier alle 5 Sterne für diesen überwältigenden Edelwestern.
Wünschen würde ich mir noch den Western "Missouri" ebenfalls mit William Holden.
11 Kommentar7 von 8 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 5. April 2014
I have no review as it is so long since I have seen this film. This is a site comment. Amazon Germany appears to release a huge number of good quality western (as in genre) films. Yet far too many have insufficient language information for me to purchase. I do not mind if the cover details are in German - or any other language for that matter. What matters to me is that the film has an English audio track. Nowhere on the Amazon site is the language audio stated - for this film (Revengers) and many others. Is it too much to ask that such simple information - supplied on many other films - is supplied on all?
Now I find in trying to send this comment, the website will not accept these comments without me rating the film. How can I honestly rate a film I saw so long ago? I have tried my best.

Thank you
22 Kommentare2 von 2 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 2. August 2015
Namenvetternschaft birgt nicht für Kongenialität. Daniel Mann – immerhin für solch frühe Erfolge des jungen Burt Lancaster wie COME BACK, LITTLE SHEBA (1952) oder THE ROSE TATTOO (1955) verantwortlich – kann mit dem vorliegenden Western seinem klingenden Nachnamen leider nicht die Ehre erweisen, auch nur annähernd an die Genrebeiträge Anthony Manns heran zu reichen. Mehr noch: Vergliche man noch dessen schwächere Werke, wie vielleicht THE MAN FROM LARAMIE (1955), mit diesem hier, fiele auf, um wie viel moderner, genauer, dynamischer sie sind. Es lässt sich daran leider auch sehr genau ablesen, was einen bestenfalls durchschnittlichen Western von einem guten oder gar sehr guten unterscheidet.

[ACHTUGN: SPOILER]
Nachdem die Familie des Ranchers John Benedict (William Holden) in seiner Abwesenheit von sogenannten ‚Comancheros‘ ermordet wurde, heuert sich dieser in einem mexikanischen Gefängnis eine Söldnertruppe an, der u.a. Ernest Borgnine, Woody Strode und der Deutsche Reinhard Koldehoff angehören, um die Mörder mit deren Hilfe zu verfolgen. Nach einigem Hin und Her haben sich die ehemaligen Gefangenen und ihr vermeintlicher Befreier zusammengerauft, doch selbst nach Jahren der Suche, können sie ihre Beute nicht auftreiben. In dieser Zeit ist Benedict zusehends verroht. Als einer seiner Männer, ein junger Mexikaner, der Benedict verehrt, der Meinung ist, dieser könne sein Vater sein, kommt es zu einer Auseinandersetzung, die Benedict fast nicht überlebt. Mit Hilfe der Krankenschwester Elizabeth Reilly (Susan Hayward) kann er genesen und seine Suche fortsetzen, die ihn schließlich als Gefangenen in eben jenes Gefängnis führt, aus dem er einst seine Spießgesellen befreite. Als seine früheren Kompagnons dies erfahren, befreien sie ihn und schließen sich ihm erneut an. Benedict vergibt sogar seinem vermeintlichen Mörder. Als sie schließlich den Gesuchten aufstöbern, als Gefangenen einer Einheit der US-Kavallerie, die von Indianern belagert wird, kann Benedict seine Rache nicht ausüben, merkt er doch, daß Vergeltung nicht ausreicht, das Verlorene zu ersetzen. So verläßt er nach erfolgreicher Abwehr der angreifenden Indianer seinen „wilden Haufen“ und reitet los, seine Krankenschwester zu finden.

Verlust, Rache, Gesetzlose, wildgewordene Indianer, furchterregende Mexikaner, Schießereien, zünftige Prügeleien, Yippie-Geschrei – eigentlich hat der Film alles, was der geneigte Westernliebhaber nur erwarten würde. Und doch funktioniert dies alles nicht, oder nicht wirklich. Abgesehen von Ernest Borgnine, der zumindest eine routinierte Performance liefert (und die beste Rolle im Film hat), kann das gesamte Ensemble, Holden eingeschlossen, nicht überzeugen. Damit fängt die Crux schon an. Daß dieser „Wild Bunch“ – es wird auf den Verweis zurückzukommen sein – schlicht nicht funktioniert und etwas hüftsteif durch ein in New Mexico verortetes Original-Mexico stolpert, hat seinen Grund im Drehbuch, womit man beim zentralen Problem des Streifens wäre. Wendell Mayes Script fällt nichts, wirklich: nichts, Originelles ein, was der altbekannten Story hinzuzufügen wäre. Wusste Anthony Mann - so etwas wie der Pate des klassischen Rachewestern - seinen Geschichten Essenzielles und Existenzielles abzugewinnen, führte er uns Männer vor, die an ihrer Tragik zu ersticken drohten, bot er uns weit über das Gezeigte hinausweisende Erklärungsmuster für das Werden der Vereinigten Staaten, oft durchaus kritisch und skeptisch gegenüber der Geschichte dieses Landes, so wird uns hier einfach ein Mann vorgeführt, der, bar aller Trauer, so wirkt es, ein Racheprogramm abspult, das nicht aus ihm selbst herauszubrechen scheint, sondern welches ihm schlicht die Regeln des Genres auferlegen. John Benedict erinnert in seiner Aufmachung, seinem Aussehen und auch seinem (späteren) Auftreten im Film an Pike Bishop. Der wiederum ist die Hauptfigur in Sam Peckinpahs Klassiker THE WILD BUNCH von 1969, der also gerade einmal drei Jahre vor THE REVENGERS entstanden war. Jener Pike Bishop wurde ebenfalls von William Holden – vielleicht die beste Rolle seiner gesamten Karriere – gespielt und steht exemplarisch für die Männer des sogenannten ‚Spätwestern‘, der amerikanischen Antwort auf die Verkrustungen des Genres einerseits, die Herausforderungen des Italowestern andererseits. Diese Männer haben sich überlebt, ihre Zeit ist abgelaufen, sie suchen – gerade in Mexico – nach einem Rückzugsort, der ihnen ein ihrem Leben angemessenes Altern oder einen gnädigen Tod erlaubt. John Benedict ist diesen Männern also eigentlich schon voraus gewesen, als Rancher. Doc h meint er, alles aufgeben zu müssen, um „zu tun, was ein Mann tun muß“. Sicher ist es nicht fair gegenüber irgendeinem Film, ihn mit den herausragenden Vertretern seines Faches zu konfrontieren, doch Vergleiche, die sich aufdrängen, müssen eben gezogen werden. Und ein Film, der so tut, als sei er fünfundzwanzig Jahre älter als er es nun mal ist, ein Film, der sich schlicht weigert, die zeitgenössischen Entwicklungen seines eigenen Genres wahrzunehmen, ein Film, der sich weder um die Kohärenz seiner Handlung, die Psychologie der Figuren oder überhaupt darum kümmert, seinem Publikum interessante Figuren mit nachvollziehbaren Handlungen anzubieten, zugleich jedoch durchaus Erinnerungen an Klassiker evoziert, wird sich diese Vergleiche eben gefallen lassen müssen.

In einem Punkt allerdings ist THE REVENGERS dann doch ganz auf der Höhe seiner Zeit, zumindest versucht er es: In Fragen der Gewalt läßt Daniel Mann es krachen. Blutig getränkte Hemden, riesige Austrittswunden, herrliche Durchschüsse – anhand dieser Darstellungen zeigt sich der Film dann eben doch ganz zeitgenössisch. Nur: wo Sam Peckinpah (‚Bloody Sam‘) seine Todesballette einsetzt, um einerseits den klassischen Western zu dekonstruieren, andererseits die Tragik seiner Antihelden noch einmal extra zu veranschaulichen, hat man es hier mit reiner Exploitation zu tun. Die Gewalt (und der Dreck, den es in diesem Mexico natürlich hat, ebenso) dient hier dem Spektakel, ist reiner Schauwert. Und ist zudem auch noch schlecht gemacht, vergleicht man sie mit dem, was eben Peckinpah und andere, wie Ralph Nelson, bereits vorgeführt hatten.

Es ist schade, dies alles über einen Film sagen zu müssen, der ja durchaus gute Anlagen hat. Die Idee, Holden zu besetzen und ihn so einzukleiden, daß er zwangsläufig an Bishop erinnert und damit eine Art „Vorgeschichte“ zu THE WILD BUNCH zu liefern, eine Erklärung, wie ein Mann wie Bishop wurde, was er ist, ist an sich ein guter Einfall. Doch ist es weder dem Buch gegeben, diesen John Benedict als Figur auch nur ansatzweise mit der Tiefe und Tragik Bishops auszustatten, noch ist es Holden gegeben, diese eindimensionale Rolle auch nur annähernd so gut auszufüllen, wie er die des Pike Bishop seinerzeit ausfüllte. Gerüchteweise hatte der Schauspieler eine seiner härteren Trinkphasen zur Zeit des Drehs und so oder so scheinen ihm Rolle und Film recht egal gewesen zu sein, so wenig Mühe gibt er sich, hier auch nur irgendwas zu retten. Daß Holden ein durchaus guter Schauspieler war, ist unbestritten, doch der späte William Holden hatte nur noch gelegentlich die Kraft, die den jüngeren so dynamisch wirken ließ. Ernest Borgnine, der einst ebenfalls zu Peckinpahs ‚Wild Bunch‘ gehörte, darf hier wenigstens eine ambivalente Figur geben, jemanden, der vorn heraus freundlich und bemüht, der aber sofort jeden zu verraten bereit ist, sobald es für ihn selber brenzlig wird. Damit gibt er eine Art maximalen Widerpart zu seiner Rolle in THE WILD BUNCH, wo er lange der einzige ist, der Pike bedenkenlos folgt.

Nein, man kann es drehen und wenden, wie man will, trotz seiner Anlagen, trotz einer Reihe interessanter Verweise und an sich ausbaufähiger Konflikte, gelingt es THE REVENGERS nicht, den Zuschauer zu überzeugen. Zuviel Kolportage, zu viel Behauptung, zu wenig Substanz. Zu viele Wendungen des Drehbuchs, die wenig glaubwürdig vermittelt werden (Benedict wurde von einem seiner Männer praktisch umgebracht, beim Wiedersehen ist es den beiden ein müdes Lächeln wert), gerade bei der Psychologie der Figuren hapert es gewaltig. Bedenkt man, was für vortreffliche Western gerade in jenen Jahren produziert wurden – MONTE WALSH (1970), PAT GARRETT AND BILLY THE KID (1973), SOLDIER BLUE (1970) oder WILD ROVERS (1971) seien exemplarisch genannt – fällt THE REVENGERS gnadenlos ab. Zu altbacken, zu gewollt, zu aufdringlich, ohne dem Genre oder der Idee der Rache irgendetwas Eigenes hinzuzufügen. Der ganze Film mutet ab eines gewissen Punktes wie ein Potpourri der schönsten Einfälle aus den Western seit 1950 an. Diese Einzelteile finden dann jedoch leider nie zu einem kohärenten Ganzen zusammen: Fahrlässig verschenkte Möglichkeiten.

Dafür dann eben auch nur zwei Sterne.
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am 7. April 2013
Im 21. Jahrhundert zaubert die Hollywood Unterhaltungsindustrie einen millionenschweren Superheldenfilm nach dem anderen auf die Leinwand. Die perfekt durchtrainierten und gestylten Schauspieler kämpfen nebenbei zu ihren alltäglichen Leben mit coolen Masken gegen das Böse. Im Gegensatz dazu stehen die Western Filme der späten 60er und frühen 70er Jahre. Statt Avengers heißt es Revengers. Ein alter Mann und seine Truppe von unrasierten Gefängnisausbrecher ziehen los um Mörder zu fassen, aber werden dabei selber zu solchen. Kann es im Westen überhaupt Helden geben? Schon die späten John Ford Filme stellten es zunehmend in Frage und in "Revengers" spielt William Holden eine Figur, die den Revolverhelden in ein neues Licht rückt.

Kurz und präzise baut der Film seine Ausgangslage auf: Einen ehrlichen und guten Mann wird durch Banditen die Familie genommen. Vor dem Leichnam des grausam massakrierten Sohnes schwört er Rache und da ihm der Sherrif dabei nicht helfen will, befreit er einige der ärgsten Sträflinge und macht sie zu seiner eigenen kleinen Armee.

Spannend ist wie William Holdens Charakter John Benedict es schafft diesen eigentlich völlig egoistischen Haufen durch seine bestimmte und kompromisslose Art auf sein Ziel einzuschwören. Die von der Gesellschaft ausgestoßenen Männer sehen in ihm eine Vaterfigur, die ihrer verkorksten Existenz einen neuen Sinn zu geben vermag. Obwohl die Rache nicht die ihre ist, folgen sie ihm bereitwillig in die aussichtslosesten Situationen. Aber die Zeit der makellosen Anführer war in den 70ern schon vorbei und John Benedict vergisst bei seiner Mission bald selber auf jede Moral. Um sein Ziel zu erreichen raubt er selbst andere aus und seine früheren Freunde erkennen ihn nicht wieder.

Natürlich gewinnt der Film viel von seiner Faszination durch das große Ensemble unter dem sich so tolle Stars wie Borgnine und Strode befinden. Die seltsame Art von Gemeinschaft der ungehobelten Männer ist für einige lustige Szene gut. Ziemlich ernst wird der Film allerdings wenn es um die charakterliche Wandlung des John Benedict geht und wie er darum kämpft einen Weg zu finden mit seiner Wut richtig umzugehen. Obwohl William Holden eine absolut großartige Leistung erbringt, um das darzustellen, wünscht man sich stellenweise doch noch etwas mehr Hintergrund zu seiner Figur. Und außerdem fehlt es dem Film an visueller Stärke. Die langweilige und völlig unauffällige Art der Regie hebt Revengers überhaupt nicht vom Durchschnitt ab. Was hätte eine Sergio Leone aus diesem Stoff machen können?

Im Gegensatz zu den stellenweise auch interessanten Avengers liefert Revengers allerdings einen realistischeren Blick auf das Thema Rache. In einem guten Western hagelt es nicht nur Kugeln sondern auch bittere Wahrheiten. "Revengers" hat einiges von beiden.

Zur DVD: Prinzipiell sehr gut gelungen. Am Anfang gibt es aber schon ein paar Momente wo das Bild flackert. Gemessen an der hohen Qualität die das Label mit Veröffentlichungen wie "Der Gehetzte der Sierra Madre" vorgelegt hat, doch ein leichter Makel. Und wo sind die Untertitel geblieben?
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am 3. Juni 2014
This blu-ray is region free and so will play in any blu-ray player worldwide. This was William Holden's last Western and reunited him with his co-star from The Wild Bunch Ernest Borgnine. The two of them once again are part of a group of outlaws that head south of the border for a bit of murder and mayhem. Obviously meant to be a film like The Wild Bunch or The Dirty Dozen...in this case a sort of dirty half dozen...the plot has Holden's character assembling a group of misfit convicts to help him track down and kill the men who slaughtered his family. This film is done in more of a Spaghetti Western style and while it does not have as great a cast as the films it is trying to emulate it is a fun ride and a gritty western. Recommended for fans of Holden, Borgnine, or Spaghetti Westerns this has been a hard film to come by over the years so it is well worth picking up if you have an interest.
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Manchmal anscheinend aber schon. Und dann sollte man weise wählen. Daniel Manns Spätwestern „The Revengers“ aus dem Jahre 1972 handelt von Verlust und Rache, von Vätern und Söhnen und anderen Ersatzfamilien, und er wäre – vor allem angesichts der eindrucksvollen Besetzungsliste – vielleicht sogar richtig gut geworden, hätte da nicht gerade ein Bühnendirektor seine Hand im Spiel gehabt, sondern ein gestandener Westernhaudegen.

Der Rancher und Bürgerkriegsveteran John Benedict (William Holden) steht vor den Trümmern seiner Existenz, als er eines Tages nach Hause kommt und seine gesamte Familie von Comancheros und Komantschen niedergemetzelt findet. Da er in seinem Leben keinen anderen Sinn mehr sieht, als Rache an den Mördern zu nehmen, fällt er schnell aus der Gemeinschaft, der er bislang angehörte, heraus und sucht sich in einem mexikanischen Strafgefangenenlager eine sechsköpfige Mannschaft von Desperados, mit deren Hilfe er die fällige Vergeltung vollstrecken will. Unter ihnen ist auch der junge Killer Chamaco (Jorge Luke), der in Benedict mehr und mehr den Vater, den er, der „Bastard“ niemals hatte, sieht. Als die sieben Männer, nachdem sie bis auf den Anführer der Mordbande jeden Schurken ausgelöscht haben, mehr oder weniger frustriert in die Stadt zurückreiten, stellt der Sheriff als ehemaliger Freund Benedicts diesen für die Gesellschaft, mit der er sich umgibt, zur Rede und spuckt ihm seine Verachtung ins Gesicht. Benedict sucht Vergessen im Alkohol und wird in dieser Situation von Chamaco darauf angesprochen, daß er ja wirklich sein Vater sein könnte. Angewidert und entsetzt weist der ehemalige Familienvater dieses Ansinnen zurück und demütigt den orientierungslosen jungen Mann dadurch so sehr, daß Chamaco ihn kaltblütig niederschießt. Die Bande zerstreut sich in alle Winde, doch Benedict ist glücklicherweise nur schwer verletzt. Die Krankenschwester Elizabeth Reilly (Susan Hayward) pflegt ihn wieder gesund und versucht, ihm seinen Rachefeldzug auszureden, doch letzten Endes treibt Benedict der Wunsch nach Vergeltung wieder auf die Fährte des letzten Comancheros. Als er bei seinem Alleingang in Schwierigkeiten gerät, erhält er Hilfe von unerwarteter Seite …

[Ab hier kommen Spoiler]

Wie ich bereits schrieb, hätte „The Revengers“ mit einem westernaffinen Regisseur durchaus ein herausragender Film werden können, denn der Konflikt, in dem Benedict sich befindet, bietet einigen Zündstoff: Er verliert einen Sohn, der gerade im Begriff war, sich eine militärische Karriere zu erschließen und somit das Erbe eines stolzen Vaters weiterzuführen, und gewinnt statt dessen wider Willen einen orientierungslosen jungen Verbrecher, der schon unzählige Menschen auf dem Gewissen hat. Auch optisch sind die beiden jungen Männer natürlich diametral gegensätzlich. Hinzu kommt, daß William Holden seine Rolle mit der stoischen Entschlossenheit eines altgedienten Westernhelden spielt, wobei er Unterstützung von einem ebenso prinzipientreuen Woody Strode bekommt, der in seiner Rolle als ehemaliger Sklave Job zwar keine Gefolgschaft und Treue gelobt, diese jedoch mit edler Verläßlichkeit hält. Im Gegensatz hierzu steht der verschlagene, unterwürfig-schurkische Hoop, der von einem grandiosen Ernest Borgnine gespielt wird, welcher trotz der Verderbtheit seiner Figur auch für Comic Relief sorgt. Die anderen drei Männer werden leider nur ansatzweise entwickelt, wobei der Franzose – hier wird recht stereotyp verfahren – im dichtesten Bleihagel immer noch Zeit findet, einen Weiberrock zu besuchen.

Der Film bietet viele spannende Szenen, die teilweise auch durch die verschiedenen Interessen der Männer herbeigeführt werden, doch werden viele Effekte durch einen stümperhaften Schnitt oft schlichtweg vermasselt. Auch die deutsche Tonspur, die zwar sehr deutlich ist, wirkt irgendwie künstlich, so daß ich trotz der fehlenden Untertitel (deutsch wie englisch) zur Originalversion raten würde.

In der Gesamtschau würde ich „The Revengers“ sicherlich nicht als Pflichtkauf betrachten und ihn deshalb eher den eingefleischten Westernfans und Komplettisten, aber auch Freunden des temporeichen Actionwesterns empfehlen.

3,5 Sterne.
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am 5. Juni 2014
TOP 5 Sterne. Würde den Artikel jederzeit wieder kaufen. TOP Qualität auf Bluray. Die Filme wurden für Bluray anscheinend überarbeitet. Man Merkt die bessere Qualität einfach.
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am 18. Juni 2014
Good to see this great westerns are coming out on blu ray at last and good transfer from Germany recommended
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