Fashion Sale Hier klicken Kinderfahrzeuge 1503935485 Cloud Drive Photos Learn More Pimms saison Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Autorip Summer Sale 16

Kundenrezensionen

4,0 von 5 Sternen102
4,0 von 5 Sternen
Format: Blu-ray|Ändern
Preis:8,99 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 22. Mai 2014
Irgendwie ist das die Welt von Jasmine(Cate Blanchett). Nach ihrem High-Society-Snob-Leben als Gattin des Imobilienhais Hal(Alec Baldwin) ist Jasmine bis auf den Bodensatz im Glas des Lebens abgestürzt. Pleite, kein Kontakt mehr zum Stiefsohn, der Ex verhaftet und mittlerweile tot, dazu keine Perspektive und ein respektables Tabletten- und Alkoholproblem. Jasmine ist am Ende. Der Wunsch, das Studium wieder anzufangen ist nicht mehr als eine letzte Lüge gegen sich selbst. So verlässt Jasmine New York und zieht bei ihrer Schwester Ginger(Sally Hawkins) in San Francisco ein Ginger ist das genaue Gegenteil von Jasmine. Kassiererin im Supermarkt, einfach, mit dem Autoschrauber Chili(Bobby Cannavale) zusammen. Als Jasmine noch reich war, wollte sie mit Ginger nichts zu tun haben. Jetzt sieht das anders aus. Ginger will Jamsine helfen. Aber mehr als ein Job beim Zahnarzt springt da nicht heraus. So muss sich die Upper Class Frau vergangener Tage durch den „Dreck des Alltags“ wühlen. Ein Experiment, das eigentlich nicht gut gehen kann...

Das Cate Blanchett für diese Rolle den Oscar abgeräumt hat, dürfte nicht verwundern. Der Charakter Jasmine bietet einer guten Schauspielerin unglaubliche Möglichkeiten, ihr Talent zu zeigen. Cate Blanchett tut genau das. Ansonsten ist Woody Allens Ausflug in die Welt der Schönen und Reichen New Yorks, mit dem Nebenschauplatz des „wirklichen Lebens“ in San Francisco, ein gelungener Abriss des alltäglichen Wahnsinns geworden. Natürlich ist -Blue Jasmine- dialoglastig; so wie die meisten Allen-Filme. Unterlegt werden Allens Bilder von feinster Blues- und Jazzmusik. Es gibt skurrile Momente und die Einsicht, dass Lügen kurze Beine haben. Neben Blanchett sind es für mich vor allem Bobby Cannavale und Alec Baldwin, die in ihren Rollen überzeugen.

Wer Woody Allen Filme mag, wird mit -Blue Jasmine- seine Freude haben. Wem der Altmeister des gepflegten Smalltalks viel zu kopflastig ist, der wird dieses Problem auch bei -Blue Jasmine- haben. Ein Meisterwerk, wie z.B. -Manhatten- ist -Blue Jasmine-, jedenfalls meiner Meinung nach, nicht. Aber: Ein Stück guter Unterhaltung mit einer feinen, detaillierten Beobachtung all unserer Schwächen und Stärken ist der Film alle mal.
0Kommentar|3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Now, I'm no longer alone
Without a dream in my heart
Without a love of my own

Cate Blanchetts Auftritt als Jasmine im neuen “Woody Allen” ist fulminant. Knapp 100 Minuten dauert ihr Parforceritt aus der Welt der Superreichen, die über der Upper East Side schweben, bis hin zum glanzlosen Aufenthalt im kleinbürgerlich-schnuggeligen Appartement ihrer bis zur Blödheit großzügigen Schwester, bei der sie flügellahm unterkriecht und in etwa so gut hinpasst wie ein zerzauster weißer Schwan, den man den natürlichen Lebensraum entzogen hat. Immerhin hat ihr Mann Schwester und Exschwager um viel Geld gebracht, wenn auch 200.000 Dollar für den Millionenbetrüger nur Peanuts waren. Häufige Rückblenden zeigen ihre parasitäre Existenz in New Yorks Penthäusern mit Blick auf das Grün des Central Parks oder in Hamptons-Villen, wo man sich mit Seinesgleichen mit einem Drink, immer mit einem Drink, am Pool räkelt, reitet und Kunst sammelt, vielleicht auch Oldtimer oder beides, bis das Interesse erlahmt und Neues angesagt ist. Soziales Engagement als Feigenblatt ist die Sache der Ehefrauen, das Business der Charity-Ladies. Auf den Bühnen von Benefizveranstaltungen haben sie einmal mehr Gelegenheit, in exklusiven Klamotten, erworben auf Shoppingtouren in Paris und anderswo, zu glänzen. Nun, für Jasmine ist auch das vorbei. In ihren mit Monogrammen verzierten Louis-Vitton-Koffern befinden sich noch ein paar Chaneljäckchen und andere Klamotten, die jede haben kann, wenn sie die richtige Kreditkarte in die Fingerchen bekommt und jeder stehen, die das passende oder passend gemachte Figürchen dafür mitbringt. Und schon macht man etwas her, das Auge dominiert gerne über den Verstand. Jasmine ist nichts und war jahrelang nichts weiter als ein hohles Anhängsel ihres Mannes, eines Finanzhalunkens, der mit heißen, gierigen Händen Schneebälle aus veruntreuten Geld formte und damit jonglierte, bis sie schmolzen und er sein Leben lieber wegwarf als die Zeche zu bezahlen. Wer will schon 150 Jahre im Gefängnis zubringen, unkomfortabel und auf einer Fläche, die dem Gärtner noch nicht einmal fürs Gartengerät ausreichend erschienen wäre? Pech für Jasmine, die nicht erkannte, nicht erkennen wollte, dass ihr goldener Mond nur eine Scheibe Blech war, die fernes Licht reflektierte. Aber ohnehin war der aalglatte Gatte schon vor dem Zusammenbruch aus den üblichen Gründen auf dem Sprung in ein anderes Leben, was seinen Absturz nur beschleunigte. Bis zu diesem Punkt war die goldfarbene Jasmine eine banale Gestalt. Dass sie zu Blue Jasmine wurde, zur tragischen Figur, hat sie der Persönlichkeit und der facettenreichen Kamerapräsenz Cate Blanchetts zu verdanken und Woody Allen, dass sein Film nicht ins Tragisch-Kitschige abrutscht. Die klischeebefrachtete Handlung hätte das durchaus hergegeben.

Keine Frage, Woody Allen hat ein Händchen für seine Besetzungen, insbesondere für seine weiblichen Hauptdarsteller. Und, klar, schon lange hat er die Qual der Wahl. In einem Interview bekannte Cate Blanchett, dass sie sofort zusagte, als Woody Allen bei ihr anrief, ohne auch nur eine Ahnung vom Drehbuch zu haben. Woody Allen und seine Frauen, das bedeutet oft, nicht immer, großes Kino. Et voilà, dies ist Kate Blanchetts Show. Alle anderen, durchweg gut besetzte Rollen, sind dazu da, ihr den Ball zuzuspielen. Und sie ist die Frau am Rande des Nervenzusammenbruchs, die mit viel Alkohol und Psychopharmaka ihr total aus dem Ruder gelaufenes Leben unbeholfen zu meistern versucht. Cate Blanchetts Darstellung der Jasmine ist sehenswert. Die Bandbreite reicht von der schönen Gastgeberin über die Furie bis hin zu einer so zerbrechlich wirkenden Frau, dass man es nicht einmal wagen würde, sie mit dem Finger anzutippen. Ihr Gesicht leuchtet, ist schön und fotogen und dann wieder matt und durchsichtig bis zur Unscheinbarkeit. Sie ist die Frau, die das Leben, das sie hat, nicht meistern und das Leben, das sie hatte, nicht bezahlen kann. Noch nie konnte, den Jasmines Fähigkeiten stehen in keinem auch nur annähernd vernünftigen Verhältnis zu ihren Ansprüchen. Früher genügten fatale Unterschriften auf Verträgen, mit denen ihr Mann ihr beiläufig vor der Nase herumwedelte und gefällige Repräsentation der Luftschlösser, in denen sie lebte. Nicht nur sie kokettiert mit ihrem Unwissen über die finanziellen Machenschaften ihres smarten Tycoons, das tun die anderen Weibchen auch, aber sie trifft es und puff – ist das edle Umfeld verschwunden, als ob es nie existiert hätte. Noch einmal scheint sie Glück zu haben, schafft es beinahe, sich mit Lügen, Anmaßung und Selbstverleugnung einen ehrgeizigen Diplomaten zu angeln, der vermögend und noch dazu jung und charmant genug ist, darüber hinaus Witwer und kinderlos. Noch einmal scheint sie das große Los gezogen zu haben, das sie von den Zumutungen der realen Welt schützen kann. Aber natürlich wird daraus nichts, das hätten wir Woody auch fürchterlich übel genommen. Wie die Zukunft von Jasmine aussieht, wissen wir nicht. Vielleicht kommt sie durch, vielleicht auch nicht. Woody Allen und wir verlassen sie, als sie, immerhin noch in Edelklamotten, aber mit wirrem, nassem Haar, auf einer Parkbank sitzt und wieder einmal redet und redet. Aber es ist niemand da, der ihr zuhört. Sie ist alleine und hat noch nicht einmal sich selbst.

Mit diesem Film ist Woody Allen nach Amerika zurückgekehrt, das für ihn immer New York ist. Virtuos verlagert er in seiner Figur Jasmine die Upper East Side, die auch er bevölkert, an die Westküste Amerikas. Das hat Charme und das gelingt ihm ausgesprochen gut. Seine Ironie ist in kleinen Details versteckt. Die Golden Gate Bridge ist da, aber die Perspektive ist nicht die übliche. Man sieht sie aus einem touristisch ungewöhnlichen Blickwinkel, halb verdeckt von Felsen, gleicht sie einer Fata Morgana. Der Stadt wird keine dominierende Rolle eingeräumt. Hübsch auch das Bücherregal in der Partyszene, in dem ein Buch über Alfred Hitchcock auffällig präsentiert wird. Eine elegante Verbeugung vor einem ebenbürtigen Kollegen. Allens latent fatalistischer Blick fällt zeitgeistgemäß auf die Schicht der Superreichen, die bereits im negativem Focus seines Publikums steht. Hier kann er sich seiner Zustimmung sicher sein, falls das für ihn noch wichtig ist. Die Anspielung auf den Fall Madoff, der einst auch in der Gesellschaft der Upper East Side mitmischte, dürfte gewollt sein, wenn auch Madoff sich nicht das Leben nahm, (wohl aber sein Sohn). Dieser tiefe Fall in unmittelbarer Nachbarschaft dürfte für manche Erschütterungen in den Penthäusern gesorgt haben. Es fällt schwer, Woody Allens diesbezüglichen Dementis Glauben zu schenken.

Was zudem auffällt, ist eine gewisse pittoresk anmutende Sozialromantik oder auch nur Unbedarftheit im Hinblick auf die Stilisierung der „Unterschicht“, von der Allen gewiss nur ein paar wolkige Vorstellungen hat. Aber vielleicht wollte er seine Jasmine dann doch nicht dahin schicken, wo alleinerziehende Supermarkt-Verkäuferinnen tatsächlich wohnen. Es ist eben doch nur Kino, aber unterm Strich eben lohnenswertes.

Helga Kurz
7. Januar 2014
55 Kommentare|72 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 5. Dezember 2013
Woody Allens Filme (wie z.B. Match Point) haben gerne eine zentrale Figur, die eine Entwicklung durchmacht, in welche Richtung auch immer.

So auch in Blue Jasmine, gespielt von der hervorragenden Cate Blanchett. Jasmine ist nicht ihr richtiger Name, aber sie fand ihn schöner, passender als ihren eigenen, womit schon viel gesagt ist über sie. Anfangs sitzt sie im Flieger und textet ihre Sitznachbarin über ihr vergangenes Leben zu, dass diese am Ende kopfschüttelnd flüchtet. Jasmine sitzt natürlich in der Ersten Klasse, obwohl sie sich diese gar nicht mehr leisten kann. Die Geschichte ihres Untergangs wird in Rückblenden erzählt. Ihr Mann, Hal, (immer wieder gut der etwas schmierige Alec Baldwin) hat ein Vermögen gemacht und wieder verloren. Im Gefängnis begeht er Selbstmord. Nun steht Jasmine da, und das einzige, was ihr einfällt, ist, zu ihrer Schwester an die Westküste zu fliegen. Die ist Kassiererin in einem Supermarkt, kann sich nicht entscheiden, mit ihrem Freund zusammen zu ziehen und lebte bisher in einer anderen Welt als ihre Schwester Jasmine, deren Hauptanliegen es während ihrer komfortablen Ehe war, Dinnerparties auszurichten. Da prallen nicht nur zwei grundverschiedene Charaktere aufeinander, sondern auch Welten.

Jasmine ertränkt ihren Kummer in einer Menge Alkohol, trotzdem gelingt es ihr, bei einem Zahnarzt einen Job zu ergattern. Für sie eine Sache, die sie sich früher in ihrem schlimmsten Träumen nicht gedacht hätte. Dann lernt Sie Dwight kennen, einen vielversprechenden Mann, der Aussichten hat auf eine Politikerkarriere.

Die Kamera ist Jasmine immer auf den Fersen, erfasst jede Regung im Gesicht, jedes Drama, das sich hinter der lange gefassten Mine abspielt. Für mich gibt es zwei Geschichten in diesem Film: Die erste ergibt sich aus den Rückblenden und ist fast wie beiläufig erzählt, hat es aber in sich. Die zweite ist die der Jasmine in der erzählten Gegenwart.

Sehr gutes Kino, tolle Schauspieler auch für die kleineren Rollen. Wunderbarer Film. Empfehlenswert.
22 Kommentare|16 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Jeanette Francis (Cate Blanchett), die sich seit Jahren Jasmine nennt, landet sichtbar verwirrt auf dem Flughafen von San Francisco. Sie hat durch die betrügerischen Machenschaften ihres Gatten Harold (Alec Baldwin) ihr Vermögen und ihre Wohnung in New York verloren und will bei ihrer Schwester Ginger ein neues Leben beginnen. In Rückblenden und Selbstgesprächen reflektiert Jasmine ihr bisheriges Leben. Der Alltag der als Kassiererin in einem Supermarkt arbeitenden Ginger gerät nun auch durcheinander - und ein "Neuanfang" ist für eine ehemalige High-Society-Lady nicht wirklich einfach ...

BLUE JASMINE fasziniert den Zuschauer durch die kunstvolle Montage von Gegenwart und Vergangenheit bis zur letzten Minute. Cate Blanchett, die für diese Rolle 2014 mit dem Oscar für die beste weibliche Hauptrolle ausgezeichnet wurde, lässt mit Jasmine Erinnerungen an die Blanche in Tennessee Williams' A STREETCAR NAMED DESIRE aufkommen, die ebenso dramatisch an ihrer neuen Umgebung scheitert. Nach dem in London spielenden MATCH POINT (2005) enttarnt Woody Allen (*1935) in diesem vergleichbar bösartigen Melodram wieder einmal die amerikanischen Gesellschaft hinter dem schönen Schein.

Die Blu-ray von WARNER präsentiert den Film in hervorragender Bild- und Tonqualität. Als Extra sind Presseinterviews mit Cate Blanchett, Andrew Dice Clay und Peter Sarsgaard anlässlich der Premiere enthalten (30 min, deutsch untertitelt), in denen einiges über den genialen Inszenierungsstil von Woody Allen zu erfahren ist. Der Kinotrailer wurde leider nicht berücksichtigt. Thematisch für ein erwachsenes Publikum konzipiert, ist der Film entgegen der FSK 6-Freigabe für unter 12-jährige Zuschauer mit Sicherheit ungeeignet - nicht wegen sittlicher Gefährdung, sondern hinsichtlich der Verständlichkeit.

Ein Pflichtkauf für jede anspruchsvoller sortierte Sammlung!
0Kommentar|Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 1. November 2014
Die elegante New Yorker Hausfrau Jasmine steht vor einem schier unlösbaren Problem, als ihre Ehe mit dem reichen Geschäftsmann Hal zerbricht. Plötzlich muss die “Diva” ihr Leben komplett neu ordnen, zumal das Geld auch nicht mehr so grenzenlos verfügbar ist. Dennoch versucht Jasmine krampfhaft, ihre aristokratische Fassade mit aller Gewalt aufrechtzuerhalten. Als Jasmine dann notgedrungen zu ihrer Schwester zieht, beginnt tatsächlich ein neuer Lebensabschnitt für sie. Doch die Lügen, die sie weiterhin allen Beteiligten weismachen will, zerstören nach und nach Jasmines Leben. Und Jasmine selbst auch …

*

Die einen mögen Woody Allen, die anderen nicht. Ich mag einige seiner Filme, andere eher nicht so.
“Blue Jasmin” fällt aber eindeutig in die Kategorie “Mag ich”!
Cate Blanchett ist einfach nur zauberhaft in diesem Film. Ihr Spiel ist es auch zum größten Teil, das den Film ausmacht und trägt. Alec Baldwin tritt da eher in den Hintergrund. Sally Hawkins, die Jasmins Schwester darstellt, und der eher als Comedy-Star bekannte Louis C.K., kommen da schon etwas näher an Blanchetts Schauspielkunst heran.
Diese drei Darsteller (Blanchett, Hawkings und C.K.) waren es auf jedem Fall, die Woody Allens Sozialdrama für mich zu einem sehr sehenswerten und authentischen Erlebnis machten.

Einfühlsam wird Jasmins “Abstieg” von der High Society in die “normale” Gesellschaftsschicht dargestellt, mit all ihren Ängsten und Hoffnungen. Beeindruckend meistert Cate Blanchett die Darstellung eines zerrissenen Charakters, der erfüllt ist von Unsicherheit und Hilflosigkeit. Zielstrebig wird eine einfache Geschichte ohne viel Aufhebens erzählt, die einen dennoch mitreisst und auf gewisse Art und Weise auch mitfiebern lässt. Man nimmt den Darstellern ihre Handlungsweisen ab und kann so manches durchaus nachvollziehen, sind die Probleme doch so richtig aus dem Leben gegriffen.

Woody Allen hat es eindeutig noch immer drauf und wird aus meiner Sicht, ähnlich wie Clint Eastwood, im Alter auf gewisse Weise besser. “Blue Jasmin” ist ein Film ohne jegliche Spezialeffekte. Das Augenmerk ist vollkommen auf die Schauspieler und die Story gerichtet. In Zeiten von computergenerierten Effekteorgien stechen solche Filme wohltuend ab und bringen uns dem Medium Film, wie es einmal war, wieder ein Stückchen näher. Solche schauspielerischen Filmjuwelen sind aus meiner Sicht die wahren Blockbuster, auch wenn sie den Geschmack der meisten Menschen (leider) nicht mehr treffen.

*

Fazit: Einfühlsam und authentisch zeigt “Blue Jasmin”, mit einer hervorragenden Cate Blanchett in der Hauptrolle, was es heißt, einen gesellschaftlichen Abstieg verkraften zu müssen. Unbedingt anschauen!

© 2014 Wolfgang Brunner
0Kommentar|5 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 8. Mai 2014
Der Plot ist schlicht: Park Avenue Frauchen Jasmine, gespielt von Cate Blanchett, sieht sich plötzlich mit dem Verlust ihres gesamten Vermögens konfrontiert und muss notgedrungen bei Schwester Ginger in San Francisco einziehen. Die arbeitet als Kassiererin im Supermarkt, turtelt mit vermeintlichen Losern und kann der Luxus gewohnten Jasmine nur ein Klappbett in der ohnehin beengten Bude anbieten. Cate Blanchett spielt diese Gefallene als überhebliches Irrlicht, das den Schock, sich mit einem Mal in der Welt der Normalsterblichen zu befinden, partout nicht verdauen will. Bis zuletzt hält sie an der naiven Hoffnung fest, alles könne sich wieder zum Guten wenden. "Blue Jasmine" erfindet das Rad nicht neu. Dennoch gelingt Woody Allen hier ein fabelhafter Film. Das Kunststück ist, wie Allen den gnadenlosen Sturz seiner Hauptfigur mit charmantem Dialogwitz abzufedern weiß. Zudem trumpft der Streifen mit einer fantastischen Cate Blanchett auf: Die müden, ewig tränengefüllten Augen lassen erahnen, wie schwer Jasmine an ihrer Situation trägt. Die drohende Verzweiflung ist ein ständiger Begleiter, den sie mit ordentlich Tabletten und Alkohol im Zaum zu halten versucht. Ihre Jasmine ist ein Wrack. Ein derartiges Eingeständnis käme jedoch der Kapitulation gleich. Daher bemüht sie die letzten Kräfte, schmeißt sich in die spärliche Auswahl an Haute Couture, die ihr geblieben ist, und zieht in die aussichtslose Schlacht, ihr altes Leben zurückzugewinnen. "Blue Jasmine" ist fraglos einer der besten, weil überraschend kompromisslosesten Allen-Filme der letzten Jahre. Eine heitere Tragödie und eine sensationelle One-Woman-Show für Cate Blanchett.
0Kommentar|5 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 13. Juni 2014
Das Ehepaar Jasmine und Hal lebte mit ihrem Sohn in der New Yorker Upper Side im Wohlstand. Hal war Investmentbanker und verdiente gut. Nach der Verhaftung von Hal geht das gesamte Vermögen verloren und Jasmine sucht Unterschlupf bei ihrer Adoptivschwester Ginger in San Francisco. Der erwachsene Sohn geht eigene Wege und verschwindet aus Jasmines Leben.

Das neue Leben in der enge spartanischen Wohnung mit einer Schwester, die gänzlich anders tickt, ist nicht einfach für Jasmine. Ihre ersten Gehversuche in der realen Welt scheitern. Dann trifft sie auf einer Party den Diplomaten Dwight mit politischen Ambitionen und sieht in ihm die Chance in ihr altes Leben zurück zu kehren.

Die traurige Geschichte wird mit einer wohldosierten Portion Humor etwas erträglicher. Dialoge und schlüssige Handlungen erschaffen interessante Charakteren. Überraschende Ereignisse sorgen für Aufmerksamkeit. Gut ausgestattete Szenenbilder verwöhnen das Auge und generieren Atmosphäre. Regie und Schauspieler liefern eine sehenswerte Tragikomödie.
0Kommentar|Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 7. Dezember 2013
Woody Allen hat wieder zu alter Größe zurückgefunden. Mit diesem Film ist ihm das, was ihn zu einem ganz Großen gemacht hat, erneut gelungen. Viel Wortwitz und Situationskomik, die immer wieder durch psychologischen Tiefgang unterbrochen werden. Menschlich anrührende Erkenntnisse bewegen den Zuschauer zu verständnisvollem Kopfnicken. Die Figuren, vor allen Dingen die großartige Titelheldin Cate Blanchett (eigentlich eine Anti-Heldin), liegen quasi bei Woody auf der imaginären Couch. Was Cate hier abliefert ist der Höhepunkt ihrer bisherigen schauspielerischen Karriere. Eine Seelenschau, in der sie immer wieder gegen Wände läuft, weil sie sich selbst im Weg steht. Die großartige Mimik gekennzeichnet von Alkohol- und Tablettenkonsum verdeutlicht ihren Tunnelblick.
Das geniale Drehbuch vergleicht die kapitalistische Luftblase an der Börse, der ihr Ehemann Alec Baldwin zu Opfer fällt, weil seine verbrecherischen Methoden von einer gewissen Zockermentalität bestimmt werden, mit dem ganz persönlichen menschlichen Fiasko dieser Frau. Ihr wäre fast ein erneuter Aufstieg zu gesellschaftlicher Anerkennung geglückt. Geplatzt!
Überraschend gut gecastet ist hier Sally-Happy-Go-Lucky-Hawkins als ihre Schwester Ginger. Sie ergänzt als Antipode in hervorragender Weise Jasmine, weil sie noch etwas mehr geerdet ist, obwohl auch nicht gerade vom Erfolg verwöhnt. Bleibt noch die Feststellung, dass Woody Allen hier nicht nur präzise sondern hoch aktuell ist. Genial nahe am Puls der Zeit.
0Kommentar|22 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 2. April 2014
Ein Film mit starker Betonung der verschiedenen Charakterzüge. Die Charaktere sind wirklich sehr gut dargestellt und gespielt, jede Seite wird schön beleuchtet: Die rücksichtslose, die psychologisch angeschlagene, die arglose, naive, skrupellose, lügnerische, unehrliche, überforderte, ungeduldige, offene und einfältige. Der Film springt zwischen Gegenwart und Vergangenheit hin und her, was einem schnell einleuchtet. Dadurch kommt eine eigenes Tempo in den Film und die Spannung der Vergangenheit wird erst ganz am Ende gelüftet.
Der Film ist nicht witzig, allerdings sind manche doch sehr subtil - bei z.B. "Seit Sie hier in der Praxis arbeiten, trage ich buntere Krawatten" musste ich mich echt wegschmeißen, denn die Krawatte war doch sehr gedeckt.
0Kommentar|Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 5. Juli 2015
Ich gestehe. lange auf der Leitung gestanden zu haben, erst mit Beginn des Nachdenkens über diese Rezension fiel es mir wieder ein. Ungefähr 1970 mußte ich als Abschlußarbeit für den Englischunterricht (damals gab es auf den Gymnasien das Kurssystem noch nicht) "Lady Chatterley's Lover" lesen und darüber eine Zusammenfassung schreiben. Dim , dull, blue ..... , ich war erstaunt, wieviele Wörter es im Englischen für traurige, melancholische, bedrückte Stimmungen gibt. Jasmine is blue.

Jasmine (zu Recht mit Oscar und weiteren Auszeichnungen bedacht Cate Blachett) sucht Unterschlupf bei ihre Schwester Ginger (Sally Hawkins) und fliegt, natürlich Erster Klasse, von New York nach San Francisco. Die Lebensläufe der Schwestern, die beide adoptiert und nicht blutsverwandt sind, könnten unterschiedlicher kaum sein.
Jasmine, Ex-Frau eines betrügerischen Finanzjongleurs (Alec Baldwin), hat fast alles verloren. Er hat sich nach Auffliegen seiner Machenschaften im Gefängnis erhängt, sie besitzt nur noch edle Klamotten, die sie in Louis-Vutton-Koffern mitbringt, sowie einen Berg von Schulden.
Ginger ist einfache Verkäuferin, ihr Handwerker-Gatte hat sie verlassen, nachdem der Lotteriegewinn von 200.000 $ von Jasmine's Ex verspekuliert worden war. Jetzt hat sie einen neuen Freund, aber zwischendurch auch andere Liebschaften, ist aber mit ihrem Leben nicht unzufrieden und nimmt Jasmine wie selbstverständlich auf.
Nach Erholung von einem Nervenzusammenbruch sucht Jasmine jetzt ihren neuen Platz im Leben. Das College hatte sie abgebrochen, sie hat einen Sohn in die Welt gesetzt, der sich von den Eltern losgesagt hat, außer ihrem guten Aussehen und geschliffen-überheblichen Umgangsformen als Society-Lady, Gastgeberin von Prominenten-Parties und dekoratives Anhängsel eines Milliardärs hat sie nichts vorzuweisen. Von den Geschäften ihres Mannes will sie keine Ahnung gehabt haben.
Ginger stellt Jasmine ihrem Freund und einem Bekannten vor, damit sie wieder unter Menschen kommt, doch diese sind natürlich völlig unter ihrem Niveau, ein Schrauber und ein Schrauberfreund. Dementsprechend spröde und unnahbar gibt sie sich, schlürft Martinis, während die anderen profan Bier trinken. Sie mischt sich in das Liebesleben von Ginger ein, verachtet deren Umgang und meint, sie habe etwas Besseres verdient.

Sie muß sich aber eingestehen,daß sie ihren Lebensunterhalt verdienen muß, und da ihr die Schwester einen guten Geschmack attestiert, will sie nicht mehr, wie vor der Heirat geplant, Anthropologie, sondern Innenarchitektur studieren, per Fern-Uni, wofür sie zunächst einen Computerkurs beginnt. Ihren Job als Vorzimmerdame bei einem Zahnarzt verliert sie, als dieser ihr heftige Avancen macht.

Die Rettung scheint nahe, als sie einen Botschaftsangestellten kennenlernt, der nach Wien gehen und später eine politische Karriere machen will. Ihr Lügengebäude bricht jedoch zusammen, kurz vor dem Kauf des Velobungsringes. Sie verläßt den Wagen und geht auf dem Mittelstreifen einer großen Straße perspektivlos, aber noch nicht gebrochen, in eine ungewisse Zukunft.

Woody Allen zeigt in diesem Drama das Schicksal und Psychogramm einer Frau, die außer Repräsentieren, sich verwöhnen und (als Ablenkungsversuch des Mannes von seinen zahlreichen Affären) reich beschenken lassen, nichts gelernt hat. Sie rechtfertigt ihr bisheriges Luxus-Dasein mit Spenden, die reichlich geflossen seien, anders als verwöhntes Luxusweibchen kann man sie sich gar nicht vorstellen.
Hämische Freude über ihren tiefen Fall kommt bei uns jedoch nicht auf. Woody allen mit seinem Film und vor allem der grandiosen Darstellung von Cate Blanchett gelingt es, mit dieser verwöhnten Frau aus der Oberschicht, dem Geldadel, Mitleid zu empfinden. Sie bemüht sich weiterhin um Etikette, gibt sich freundlich und verständnisheischend, wenn die Neffen lärmen und die Schwester laute Parties feiert, wodurch Jasmine sich nicht auf ihren Computer konzentrieren kann.

Erträglich wird ihr ihre Situation nur durch zunehmenden Konsum von Tabletten, die mit Alkohol heruntergespült werden. Sie flüchtet sich häufig in Erinnerungen an Glanzzeiten, durch die wir im Verlauf des Filmes ihre Biographie erfahren, führt die Mitmenschen irritierende laute Selbstgespräche, sie scheint mir auch einen zunehmenden Realitätsverlust zu erleiden. Sie belügt ihren neuen Freund, aber sie geht auch schnell in ihrer Lügenrolle auf, neben kaltem Kalkül empfinden wir durch Blanchett's Spiel, daß sie gar nicht anders kann, als sich schon als Ehefrau eines Kongressabgeordneten zu sehen und eine ihr standesgemäß "zustehende" Position in der feinen Gesellschaft einzunehmen.

Der Ehemann Hal wird überzeugend von Alec Baldwin darsgestellt, der oft von Anwälten und Beratern umgeben ist und mit ihnen plant, wie Gelder auf noch zu gründende Firmen im Ausland zu transferieren sind, immer "juristisch einwandfrei". Vergnügungen sucht er außer Haus, seine Frau wird dekoriert, teuer geschmückt und darf ihre Unterschrift auf Papiere setzen.

Die Schwester Ginger und der Verlobte Chili sind Sally Hawkins und Bobby Cannavale, einfache, etwas leichtlebige, aber eigentlich warmherzige Figuren, deren Streitereien gelegentlich auch für amüsante Momente sorgen.

Cate Blanchett ist nicht nur die Hauptfigur des Dramas, mit ihrer mit Superlativen kaum ausreichend zu würdigenden Darstellung der Blue Jasmine hat sie einen weiteren glanzvollen Meilenstein einer großartigen Karriere gelegt, eine geeignetere (und schönere) Schauspielerin für diese schwierige Rolle hätte Woody Allen nicht finden können. Blanchett's Spiel ist es zu verdanken, daß der "gestürzte Engel" Jasmine wahrscheinlich bei der Mehrheit der Zuschauer statt Schadenfreude Mitleid erregt. Ich habe, auch wenn ich es besser wußte, doch kurz gehofft, daß sie ein neues Glück finden würde.

Der Film ist ein MEISTERWERK, und CATE BLANCHETT'S Darstellung eine STERNSTUNDE der Schauspielkunst, an eine bessere und fesselndere Darstellung kann ich mich kaum erinnern. Gute Rollen vorausgesetzt, dürften weitere Oscars für diese Ausnahmeschauspielerin nicht lange auf sich warten lassen.

Doc Halliday

Nachbemerkung: CATE BLANCHETT erinnert mich stark an die von mir sehr verehrte, ein Jahr ältere deutsche Schauspielerin und Regisseurin INA WEISSE, Fotos der beiden auf Wikipedia nebeneinandergestellt legten mir nahe, die beiden solten gemeinsam als Schwestern ......... .
77 Kommentare|6 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden