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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Erfreuliche Weltpremiere zum Gluck-Jahr, 16. Mai 2014
Von 
Ein kritisches Ohr "Jommelli" (Bavaria) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: La Clemenza di Tito (Audio CD)
Zum 300. Geburtstag erscheint nun endlich die erste Gesamteinspielung einer der wichtigsten Gluckopern vor der Reform 1762. Die 10 Jahre zuvor für Neapel geschriebene Clemenza di Tito" stellt mit ihrem überbordenden Reichtum an Formen, Klangfarben und Affekten einen absoluten Höhepunkt der Gattung Opera seria in ihrer Spätphase dar und so ist die Weltpremiere ein diskographisches Ereignis, zumal die sehr großzügig auf 4 CDs untergebrachte völlig ungekürzte Edition mit Einleitungstext und viersprachigem Libretto erfreulich der immer weiter grassierenden billigen Downloadpraxis trotzt.
Werner Erhardt konnte für die vier Hauptrollen erstrangige Kräfte verpflichten. Die beiden größten Rollen Sesto (1752 für den Kastraten Caffarelli geschrieben und derzeit stimmlich optimal nur von Franco Fagioli ausführbar, der aber leider für diese Produktion nicht gewonnen werden konnte) und Vitellia erfahren in ihrer Interpretation durch Raffaella Milanesi und Laura Aikin eine technisch und musikalisch ausgezeichnete Umsetzung, obwohl die Künstlerinnen in den exorbitant schweren Bravourarien des 2. Aktes gelegentlich an ihre stimmlichen Grenzen geraten. Rainer Trosts leicht baritonal gefärbter, sehr flexibel und individuell klingender Tenor eignet sich trotz minimaler Probleme in der Höhe hervorragend für die Titelrolle. Das einmalig schöne Timbre von Valer Barna-Sabadus in der etwas kleineren, aber äußerst fein gestalteten Rolle des Annio erzielt die größtmögliche Wirkung und macht den erst 27-jährigen Sänger zum heimlichen Star dieser Einspielung.
Leider muss man bei der Servilia von Arantza Ezenarro aufgrund eines viel zu starken Tremolos und nicht immer 100% souveräner Koloraturtechnik deutliche Abstriche machen. Ein echter Ausreißer nach unten ist leider der Publio von Countertenor Ferri-Benedetti, der weder über die Höhe noch die Technik für diese nachrangige, aber trotzdem sehr anspruchsvolle Partie besitzt und teils sehr unschöne, schrille und manchmal sogar regelrecht falsche Töne von sich gibt.
Kritisch angemerkt werden sollte auch die mit nur 13 Streichern recht kleine Kernbesetzung des Ensembles, die den Quellen über eine sehr viel größere Anzahl von Spielern am Teatro San Carlo klar zuwiderläuft und bei den Arien mit Blechbläsern keine optimale Balance gewährleistet. Hier wurde definitiv an der falschen Stelle gespart.
Alles in allem kann die Aufnahme aber in jedem Fall zum Kauf empfohlen werden, da die Kritikpunkte deutlich hinter den Vorzügen zurücktreten.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Was wollte Gluck eigentlich reformieren...?, 17. Mai 2014
Von 
Claus Fischer "clausfischer" (Lampertheim, Hessen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: La Clemenza di Tito (Audio CD)
Klassiker-Jubiläen sind immer ein willkommener Anlass, weniger bekannte Facetten eines vermeintlich bekannten alten Meisters zu beleuchten. Im modernen Gluck-Gesamtbild fehlen noch viele Mosaiksteine. Einen sehr wichtigen fügt nun die vorliegende Gesamtaufnahme von "La clemenza di Tito" hinzu. Die liebevoll edierte Vier-CD-Box beschert das paradoxe Vergnügen, ein Meisterwerk aus der Hochblütezeit der Opera Seria kennenzulernen, das ausgerechnet aus der Feder jenes Komponisten stammt, der später zum radikalsten Reformer dieses Operngenres werden sollte. (Falls es in dieser laut dem Mozartbiographen Alfred Einstein "von Apoll verfluchten Gattung" überhaupt Meisterwerke geben kann, was einige Musikhistoriker hartnäckig bestreiten.) Aber, wie auch schon die wenigen anderen Ausgrabungen von Werken aus Glucks "vorreformatorischer" Periode (zu nennen wären der Prager "Ezio" von 1750, die Wiener Festa teatrale "L'innocenza giustificata" und nicht zuletzt das Gluck-Album von Cecilia Bartoli) gezeigt haben: Es ist noch kein Reformer vom Himmel gefallen. Zehn Jahre vor dem epochalen "Orfeo" kreuzt Gluck mit vollen Segeln im Fahrwasser der metastasianischen Oper, wobei nicht zu überhören ist, dass er im Rahmen ihrer fest umrissenen Konventionen eine durchaus eigene Handschrift entwickelt hat. Niemand hatte hierfür ein sensibleres Ohr als der Libretto-Kaiser Metastasio selbst, der Gluck schon anlässlich der 1748 in Wien aufgeführten Vertonung von "Semiramide riconosciuta" für leicht verrückt erklärt hatte ("ha un fuoco maraviglioso, ma pazzo"). Neben koloraturenschäumenden Bravournummern und schmelzenden "Schokoladearien" (um mit Wilhelm Heinse zu reden) in bester neapolitanischer Tradition finden sich auch eigentümlich rustikale Klänge, aus einem Holz geschnitzt, das nur Gluck zu bearbeiten wusste.

Der klanglich einwandfreie Livemitschnitt aus dem Konzerthaus Dortmund bietet überwiegend erfreuliche gesangliche Leistungen. Raffaella Milanesi in der für den Starsopranisten Caffarelli maßgeschneiderten Rolle des Sesto gelingt es nicht ganz, den "Caffarelli redivivus" Franco Fagioli als mutmaßliche Idealbesetzung aus der Phantasie des wunschträumenden Rezensenten zu verdrängen, nüchtern betrachtet meistert sie die hochvirtuose Partie aber mehr als achtbar. Laura Aikin als Vitellia zeigt sich noch etwas koloraturgewandter und besitzt dazu das nötige Tröpfchen Gift in der Stimme, um die mörderische Intrigantin glaubhaft darzustellen - ein gelegentliches leichtes Übertouren in den Extremhöhen fällt da nicht weiter ins Gewicht. Der mozarterfahrene Rainer Trost verkörpert mit warmer Tenorstimme auf überzeugende Weise einen milden, aber nicht weichlichen Titus. Uneingeschränkt Referenzstatus beanspruchen darf Valer Sabadus in der überdurchschnittlich reich bedachten Secondo-Uomo-Rolle des Annio, die er betörend schön singt. Da somit die wesentlichen Wünsche erfüllt sind, lässt sich verschmerzen, dass die Besetzungen der Servilia (Arantza Ezenarro) und des Publio (Flavio Ferri-Benedetti) daneben mehr oder weniger stark abfallen. Besonders ein Vergleich der beiden männlichen Soprane verdeutlicht die aktuelle qualitative Spannweite innerhalb dieses Stimmfaches auf eindrückliche Weise.

Die Umsetzung der orchestralen Seite dieser Partitur, deren technische Anforderungen manche Sinfonie der Gluck-Zeit in den Schatten stellen, ist ebenfalls weitgehend gelungen. Werner Ehrhardt und sein Ensemble "l'arte del mondo" haben sich hörbar von Glucks frühklassischem Feuer anstecken lassen und bieten eine ebenso temperamentvolle wie detailgenaue Exekution der zahlreich vorhandenen Noten. Lediglich in einigen Bravourarien wäre eine größere Streicherbesetzung als Gegengewicht zum starken Bläsereinsatz wünschenswert gewesen. Unterm Strich ist die Aufnahme aber unbedingt die Anschaffung wert!
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3 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wunderbar, 1. Juli 2014
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Rezension bezieht sich auf: La Clemenza di Tito (Audio CD)
Diese CD höre ich rauf und runter. Wunderbare Musik und schöne Stimmen. Vor allem Valer Sabadus ist hier DIE Entdeckung!
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La Clemenza di Tito
La Clemenza di Tito von Rainer Trost (Audio CD - 2014)
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