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4,1 von 5 Sternen
Comeblack
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 17. November 2011
Vor nicht allzu vielen Jahren war die Welt noch viel einfacher und simpler. Da war es einfach so, dass man die Scorpions als Altherrenband, Schnulzenkapelle und Chartshow-Peinlichkeitsfaktor abschreiben konnte. Über die glorreiche Vergangenheit der Band konnte man natürlich kaum mehr sprechen ohne das gleich irgend ein Schuft im Hintergrund hämisch den 'Wind Of Change'-Anfang pfiff oder sich einen halblustigen Gerhard Schröder-Witz aus dem Ärmel leierte.
Aber seit dem Comeback 'Unbreakable' und erst recht mit dem grandiosen 'Sting In Your Tail' ging den Spöttern die Grundlage aus und wer den Wacken-Auftritt mitbekommen (oder allgemein sich in letzter Zeit auf einen Gig der Jungs getraut) hat, an dem werden weitere Schmähungen lockerst abprallen und man sieht auch wieder urige Heavy Metal-Fans mit Scorpions-Patch auf der Kutte angeben. Nicht schlecht für eine Gruppe die schon Musikgeschichte geschrieben hat als ein Groß der heutigen Hard- und Heavy-Szene noch nicht mal einen Oberlippenbart sich hätte wachsen lassen können.
Dementsprechend Tränen in den Augen hatte man als bekennender Fan, dass die letzte Scheibe auch das kreative Servus bedeuten sollte und die Abschiedstournee (so lange sie auch ausfallen mag) wirklich einen Schlussstrich bedeuten muss.
Aber noch ist es nicht so weit und Meine, Schenker und Co. spendieren ihren Anhängern noch ein letztes Schmankerl aus dem Studio. Nicht eine schnöde Best Of oder Greatest Hits sonder etwas, das dem alteingesessenen Scorpionisten genau so zusagen soll wie dem erst kürzlich hinzugewonnenen Jungrocker. 'Comeblack'!!!
Und hierbei ist es wie bei einem Eishockeyspiel, also dreigeteilt. Vorneweg das Hauptaugenmerk: Die Rocker!
Was da aus den Klassikern gemacht wurde gehört ja schon fast mit einem "Obacht geben"-Siegel versehen. Ohne die Seele und den Charakter der Originale zu verlieren wurden die Nummern nochmals produktionstechnisch aufgepimpt. Man sieht sich Luftgitarre spielend in die 80er zurückversetzt, als 'World Wide Live' noch den Plattenteller gerult hat. Es macht Spaß zu hören, dass die moderne Studiotechnik nicht eingesetzt wurde um zu verfälschen und zu pervertieren sondern um die kraftvolle Basis der Lieder noch mal aufzuwerten. Da bin ich mir sicher, dass dem Hausmütterchen, auf deren Gabentisch 'Comeblack' eventuell landen könnte, die Falten aus dem Gesicht gebügelt werden dürften. Und in der Metaldisco dürfen sich die DJs schon darauf gefasst machen, dass die Kids nachfragen werden von wem dieser Heavy Mattenrüttler jetzt gerade war.
Zwischen drin bekommt man das unvermeidliche 'Wind Of Change' und das aus heutiger Sicht noch immer epochale 'Still Loving You' geboten, welche ausgesprochen wenig umarrangiert wurden. Durch die differenzierte Klangaufnahme kann man sich bei diesen Nummern auch mal auf die Komposition an sich konzentrieren und man gesteht sich ein, dass da schon große Kunst betrieben wurde. Ja, ich gestehe sogar ein, dass das Gitarrensolo von 'W.O.C.' richtig geil und passend ist.
Der Coverversionen-Anteil zum Schluss steht stellvertretend für Songs, welche die Band über die Jahre geprägt haben. Was musste mein entzündetes Auge da als erstes lesen? 'Tainted Love'? Och neee,lass mal stecken, ey!
Dabei hat die deutsche Rocklegende dem Song jetzt gar so was wie einen metallischen Anstrich verpasst. Ebenso 'Children Of The Revolution', wobei ich gerade hier finde, dass es nicht ganz so passend und gut klingt. Aber bei den Coverversionen von den Beatles, Stones, Small Faces usw. kann man durchaus von einem geglücktem Experiment sprechen, vor allem weil hier Produktion, handwerkliches Können, das Verständnis für die Essenz der Songs und vor allem die Topform von Klaus Meines Stimme die Mosaiksteinchen zu einem fähigen Hardrockbild zusammensetzen.
Insgesamt bleibt bei 'Comeblack' ein äußerst positiver Gesamteindruck bestehen, welcher das mit 'Sting In Your Tail' geschmiedete Eisen im Feuer noch auf ein Weiteres bearbeitet. Der Abschied von den Scorpions wird dadurch nicht wirklich erleichtert, aber die Gier nach weiteren Livekonzerten zusätzlich angefacht.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 22. Januar 2012
Also vorab: Ich selber bin absoluter Scorpions-Fan, allerdings auch kritikausübend, wenn diese denn berechtigt ist.
Was ich absolut nicht verstehen kann sind Kritiken wie "Kein 80er-Sound mehr" oder "erinnert gar nicht an den damaligen Scorpions-Sound". Wir leben schließlich im 21. Jahrhundert. Scorpions-Stil bleibt immer Scorpions-Stil und das letzte offiziell eigene Studio ist "Sting in the Tail". Comeblack lässt die alten Hit-Songs der Jungs noch einmal neu aufblühen und ich finde: Besser hätte man es nicht treffen können, von mir aus könnte sie 10 davon machen! Die Coversongs: Ich selber bin 16 Jahre alt, kannte die meisten der Cover nicht. Jedoch finde ich den Grundgedanken ("Tribute to ...") sehr passend zur Band-Philosophie der Scorpions. Wer das nicht nachvollziehen kann, sollte ersteinmal beginnen Rudolf Schenkers "Rock Your Life" zu lesen, bevor er sich an Kritik wagt. Comeblack ist also auch nicht gedacht neue Scorpions-Songs zu präsentieren, wer genau hinschaut wird merken: Es sind keine vorhanden :D ! Wer dann meint, er stehe doch eher auf laffen 80er Sound kann sich ja die Original-Alben wie "Love At First Sting" oder "Crazy World" reinpfeiffen. Gefallen mir persönlich auch sehr gut, besitze sie alle, aber meiner Meinung nach kann Sound einfach nicht fett genug sein. Kritiker am fetten Sound haben die Scorpions wohl noch nie live gesehen.........
Einziger Schandfleck: Es wurden mehr Songs recorded, als letztendlich auf dem Album sind, schade, kann nicht genug bekommen.
RYL!
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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 4. April 2012
Die Scorps wollten sich nach ihrem letzten Album "Sting in the Tail" und anschließender Welttournee aus dem aktiven Geschehen zurückziehen. Hätten sie mal! Mit dem genannten Album hätten wir sie in recht guter Erinnerung behalten, und auch der Live-Nachschlag "Get Your Sting & Blackout" hätte daran nichts geändert. Was nun aber diese Veröffentlichung soll, wird wohl nicht mal der Gehirnchirurg von Schenker, Meine und Jabs jemals herausfinden. Sieben (eine Exclusive edition hat noch einen achten) Songs wurden von den fünf (neben den Genannten noch James Kottak, dr, und Pavel Maciwoda, b) neu eingespielt, dazu noch sechs Rock/Pop-Klassiker aus anderer Herstellung.

Kein einziger der Eigen-Neuauflagen kann den Originalen irgend etwas Substanzielles hinzufügen, die wenigsten ihnen überhaupt das Wasser reichen. Gut, "Rhythm of Love" klingt nicht ganz so überproduziert wie das 1988er Original, und "The Zoo" hat ein paar zusätzliche Gitarrenparts. Dafür klingt Meines Gesang beim Letzteren nicht halb so gut und der schwere stampfende Beat, der das Original zu etwas Besonderem machte, kommt hier nicht rüber. Der Rest ist routiniert aber ohne Esprit nachgespielt und man hat das Gefühl, hier wurde einfach nur auf Anweisung der Plattenfirma ein Pflichtwerk eingespielt. Und die Berliner Mauer braucht man nun wirklich nicht noch mal niederpfeifen.

Hier wurde eine Chance verspielt! Hätte man Songs der Prä-Jabs-Ära (mit Michael Schenker bzw. Uli Roth) genommen und sie in einem aktuellen Gewand präsentiert, hätte es wirklich interessant sein können. Bei den hier enthaltenen Songs sind dieselben Köpfe (abgesehen vom Rhythmusduo), die sich nicht nur die Schinken ausgedacht haben, sondern sie auch schon jahrzehntelang live spielen, am Werk. Fazit: überflüssig!

Kommen wir zu den Fremdwerken: Hier war man zumindest etwas mutiger. Eine Überraschung ist sicherlich "Tainted Love". Der vom Pop-Duo Soft Cell bekannte Song stammt, wie wohl nur wenige wissen, aus dem Jahr 1965 und wurde damals von Gloria Jones (der späteren Freundin von Marc Bolan) im Motown-Sound eingespielt. Die Scorpions machten daraus jetzt einen echten Rocksong. Gar nicht mal schlecht und wohl der interessanteste Teil des gesamten Werks. "Children of the Revolution" von T. Rex bietet nichts Neues außer einer im Hintergrund eingespielten Radioreportage. Hätt's nicht wirklich gebraucht! "Across the Universe" stammt vom letzten Beatles-Album "Let It Be" und ist der zweite Lichtblick auf "Comeblack". Schön arrangiert, und die Herkunft kann man gut heraushören, was aber eher für Lennon und McCartney spricht. Die Zinnsoldaten der Small Faces erklingen hier im Scorp-Sound. OK, aber nicht mehr. Die Kinks sind mit "All Day and All of the Night" vertreten. Nichts Neues zu vermelden! Dann ist da noch "Ruby Tuesday" von den Stones. Gut gelungen, würde sogar sagen, besser als von Nazareth 1985! Macht drei lohnenswerte Songs out of 13 bzw. 14 (je nach Version).

Was die Hannoveraner hier geritten hat, wissen wohl nur sie selbst. Wir hätten sie in guter Erinnerung behalten können (siehe oben). So endet ihr Vermächtnis mit einem Downer.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 30. Dezember 2011
Warum lassen so viele kein gutes Haar (wenn noch vorhanden...) an den Scorps?! Weil vor 25 Jahren auf den Kommerz-Zug aufgesprungen?! Der finanzielle Erfolg gibt Meine & Co. sicher recht!
Den meisten "wirklichen" Rockfans wäre eine Weiterführung des "unsterblichen" BLACKOUT-Stils sicher lieber gewesen, anstatt seine Mucke plötzlich mit Mutti und Tante teilen zu müssen...
Aber wenn man ehrlich ist (auch als "Hard"-Rocker):
Eine schlechte Platte haben die Scorps nie gemacht, egal ob zu soft, kommerziell oder was auch immer...
Daß nach so vielen Jahren der Ofen langsam aus ist und man deshalb eine unendliche Abschieds-Tour samt "Bonus-/Farewell-/Best of- oder was auch immer -Album macht...wer würde es nicht tun...wenn er könnte?!
Aber müssen es nach dieser Karriere Cover Songs oder neu eingespielte Klassiker sein? Ein "echtes" Abschieds-Livealbum hätte manch einen versöhnt...so wird leider mehrheitlich verhöhnt...damit muss der "erfolgsbewusste" Künstler leben!
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am 8. April 2013
Eigentlich sollte "Sting in the Tail" das letzte Studioalbum der Scorpions sein, aber weil die Herren um Klaus Meine und Rudolf Schenker soviel Spaß am musizieren haben, sind sie einfach so nebenbei doch noch mal ins Studio gegangen und haben einige ihrer Klassiker neu eingespielt und das ganze um ein paar Coversongs ergänzt. Damit ist ein zweigeteiltes Album entstanden. Auf der einen Seite stehen die Eigen-Coverversionen, auf der anderen die Fremd-Coverversionen. Zu ersteren ist nicht viel zu sagen, die Auswahl beschränkt sich leider auf die üblichen Verdächtigen, die ich schon in meiner Rezi zum Mediamarkt-Livealbum erwähnt habe. Immer wieder tauchen in solchen Werken die gleichen Stücke auf: Rock you like a Hurricane, Still loving you, Wind of Change. Hier noch erweitert um Blackout, No one like you und einige weitere Stücke, die alle aus den 80er Jahren stammen. Und hier setzt auch ein erster Kritikpunk ein. Es werden nur Songs aus dieser, der erfolgreichsten Zeit der Scorpions gecovert. Mutiger wäre es vielleicht gewesen sich auch mal wieder ältere Stücke aus der Roth-Ära zu wagen. Waren es rechtliche Probleme, die davon abgehalten haben oder wollte man die Tantiemen nicht mit anderen Komponisten teilen? Wer weiß. Die Fremd-Coverversionen glänzen nun im scorpionseigenen gitarrennlastigen Sound, der ihnen mehr oder weniger bekommt. Tainted Love war als Single leidlich erfolgreich, die anderen Versionen kann man sich ganz gut anhören - wirklich brauchen tut man sie nicht. Fazit: nichts Neues auf gutem Niveau neu eingespielt, insgesamt verzichtbar, da die Originale meist besser sind.
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am 31. Juli 2014
Ich habe mir die CD auch mal gegönnt da ich nicht so viel von den Scorpions habe und jetzt auch nicht zu den größten Fans gehöre, mir schien das Konzept aber ganz interessant und der Preis war auch ok!
Nun bin ich allerdings bin ich sehr enttäuscht, Klaus meine singt nicht wirklich gut und die ganzen Klassiker klingen schlechter, kälter und emotionsloser als damals. Der Sound der Gitarren ist viel kälter, passt aber zum emotionslosen Gesang von Klaus Meine.

Für mich war das ein Fehlkauf, zum Glück war der Preis erträglich. Schade, hatte mehr erwartet, 2 Sterne weil es wirklich schlechteres gibt, aber mehr auch nicht.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 30. März 2013
Statt ihre wohlverdiente Rock-Pension zu geniessen, veröffentlichten die deutschen Rock-Legenden "Scorpions" 2011 ein neues Studio-Album, das neben Neuaufnahmen von eigenen Band-Klassiker der Achtziger sechs Cover-Songs im modernen Sound-Gewand enthält. Verfügen die sieben Band-Klassiker noch über gewohnte Scorpions-Qualität in aktueller Technik angepassten Aufnahmen, so reichen die sechs Cover-Songs nicht einmal annähernd an die Originale heran. Schlimmer noch erreicht ihre künstlerische Qualität nicht einmal banale Durchschnittlichkeit, und ist somit wirklich nur allen Die-Hard-Fans zu empfehlen. Eine Veröffentlichung, die die Welt nicht gebraucht hat, und der erfolgreichsten deutschen Hardrock-Band unwürdig ist.
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 8. November 2011
In den letzten Zügen ihrer ruhmreichen, über 40-jährigen Karriere veröffentlichen die Scorpions eine abschließende Best of Platte. "Comeblack" heißt das Teil und bereits im ironischen Titel wird klar, dass es definitiv keinen Abschied auf Zeit geben wird, wie so oft in der Fachpresse vermutet. Die Entscheidung ist endgültig, der letzte Vorhang fällt und Deutschlands erfolgreichste Rockband aller Zeiten verschwindet für immer im Dunkel. Klaus Meine, Rudolf Schenker, Matthias Jabs, Pavel Maciwoda und James Kottak treten in Topform ab, das unterstreicht die ausgedehnte, furiose Abschiedstournee. Beeindruckt von den finalen Erfahrungen mit den Fans entschließt sich die Band ein letztes Mal im Studio zusammen zu kommen und ihre größten Hits neu einzuspielen. Zusätzlich gibt es sechs Coversongs, die sie über die Jahre besonders beeindruckt und geprägt haben.

Der Sound der LP wird modernen Standards gerecht, allerdings gelingt es den Scorpions nicht ganz, die Energie der alten Songs in den Neuauflagen zu reproduzieren. Alles klingt satter und klarer im Vergleich zu den soundtechnisch teils doch sehr angestaubten Originalen, aber von den beiden Schweden Mikael Nord Anderson und Martin Hansen auch recht glatt und profillos produziert. Besonders auffällig bei "The Zoo" von "Animal Magnetism" (1980). Die Entscheidung, das tonnenschwere Hauptriff in den Strofen wegzulassen, nimmt der Nummer den Drive und war letztlich unglücklich. Ich habe mich sehr darüber gefreut, eine klangtechnisch ans 21. Jahrhundert angepasste Aufnahme dieses Klassikers zu hören zu bekommen, doch vom Resultat bin ich ehrlich gesagt enttäuscht. Einem grandiosen Stück Musik wurde leider vieles von seinem Zauber genommen. Ganz im Gegensatz zu "Rhythm of love". Hier wurde alles richtig gemacht, der Titel klingt schön kräftig und dynamisch. Die beste Neuauflage der CD.

Interessant auch die Umsetzung von "Rock you like a Hurricane". Obwohl schon tausendmal gehört überzeugt sie voll und ganz. Etwas weniger roh als das Original, aber immer noch ein unverschämter Ohrwurm und eine ewige Hard Rock Hymne. "No one like you" hingegen wird auch in der aktualisierten Version nicht mein Lieblingssong werden. "Blackout" hat Druck, wirkt aber nicht ganz so energiegeladen wie anno 1982. Die beiden großen Balladen-Hits "Wind of Change" und "Still loving you" werden ebenfalls routiniert dargeboten. Insgesamt ist das alles sehr professionell, in der Gesamtschau aber irgendwie auch etwas müde und teilweise sogar lustlos.

Leider ändert sich das auch mit den Covers nur geringfügig. "Ruby Tuesday" von den Rolling Stones, "Across the Universe" von den Beatles und "Tainted love" von Soft Cell gefallen mir am Besten. Man hört auch hier, dass Vollprofis am Werk sind, die den Titeln durchaus Flair verleihen können.

Richtig verunglückt ist keine der Aufnahmen auf "Comeblack", besonders herausragend aber auch nicht. Es ist ein solides Abschiedsgeschenk für die Fans, die ihre alten Helden noch ein letztes Mal auf Platte bewundern dürfen. Bei aller Liebe für die Scorpions - alles in allem wirkt das Ganze wenig liebevoll und schnell produziert. Ich hätte es gut gefunden, wenn sie gewartet hätten bis nach ihrem allerletzten Konzert, um dann mit mehr Zeit ins Studio zu gehen. Die einzigartige Musik dieser Band hat es verdient, leidenschaftlicher umgesetzt zu werden. Wer hören will, wie es besser geht, dem sei das 2000er "Moment of Glory" Best of mit den Berliner Phillharmonikern ans Herz gelegt. Aus nostalgischen Sammlergründen ist "Comeblack" sicherlich eine sinnvolle Anschaffung. Mehr aber leider nicht. Hier wurde die große Chance verpasst, der jungen Generation eine aktualisierte Neuauflage der größten Scorpions-Hits nahe zu bringen, die deren Klasse auch angemessen ist.
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9 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 12. November 2011
Ja, da wollten die alten Herren in Rente gehen, nehmen während ihrer ausgedehnten Abschiedstour noch ein paar eigene und fremde Coversongs auf und - geben ab Frühjahr 2012 wieder Konzerte - alles Abzogge???

Zum Album: es ist kein Best Of und kein neues Album - also irgendwie überflüssig - und im Ganzen für die Zukunft eher rufschädigend. Die Songauswahl der eigenen Titel ist o.k., aber nicht wirklich kreativ (vielleicht bis auf den Opener

1. "Rhythm Of Love": war auf dem 1988-Album Savage Amusement drauf, klingt in der Neueinspielung perfekter - allerdings war die technische Qualität des Albums damals eh weit hinter den Möglichkeiten (hierfür gibt's schon fast den ersten*)

2. "No One Like You": klingt etwas platt, kann mit dem eigenen Original keineswegs mithalten (=Ausschuss)

3. "The Zoo": vom 1980er Album Animal Magnetism. Daran ist zu erkennen, dass es während der Tour eingespielt wurde: bei diesem Lied fand Klaus Meine erst allmählich seine Stimme, zuvor war es beinah grauenvoll. Dank der Möglichkeiten im Studio ist das hier nicht der Fall, überzeugen kann es auch nicht. Das Original verdient nach wie vor 5*

4. "Rock You Like A Hurricane": eines ihrer bekanntesten Rocksongs, mit dem sie 1984 den Rockolymp erklommen - hier ist es eher der Abstieg ...

5. "Blackout": klingt sehr "amerikanisch" gegenüber dem rohen "Garagensound" des Original und taugt fast nur noch für die Tonne, die in selbiger steht.

6. "Wind Of Change": kaum Unterschied bis auf den Schlussakkord (und Gejammer)

7. "Still Loving You": im Original auch von 1984er Album Love At first Sting. Wurde für das 1992er Album "Still Loving You" schon mal neu eingespielt - hier und heute fehlt jegliche Emotion - und genau dies hat das Lied zur Powerballade werden lassen.

"Neue" Cover von anderen Künstlern:

8. "Tainted Love" (1981 Soft Cell): Nette Idee, hatte aber Marilyn Manson 2001 schon gemacht - und wesentlich rotziger und rockiger. Klingt nicht viel besser als von der Coverband im Nachbardorf.

9. "Children Of The Revolution" (1972 T-Rex): Kauf dir einen günstigen (=billigen) Party-Sampler mit tollen Song. Beim Auspacken und Anhören merkst Du, das sind ja keine Originale, sondern nur eine Studioband, die das alles spielt - so ein sche..! Viel anders ist das hier auch nicht.

10. "Across The Universe" (1969 The Beatles): war vielleicht als ehrerbietende Verbeugung vor dieser großartigen Band und John Lennon (hat's geschrieben) gedacht - rausgekommen ist ein Katzenbuckel!

11. "Tin Soldier" (1967 Small Faces): "Radiobrei" für den amerikanischen Markt - wem' gefällt, der Sixtie-Sound ist komplett raus (und das macht das Lied doch aus?!)

12. "All Day And All Of The Night" (1964/65 The Kinks): Bis auf Klaus Meine's Stimme (ok, er kann's halt nimmer so gut) noch ein Lied, der sich fast einen * sich erbettelt. Brauchbar und hörbar.

13. "Ruby Tuesday" (1966 Rolling Stones / 1984 Nazareth / 2002 Gotthard): absolut unterirdisch, ja sogar grottenschlecht. Hier neben den Stones nur zwei Beispiele (Nazareth, Gotthard), wie sich dieser wunderbare Song musikalisch über 40 Jahre weiter entwickeln konnte. Was die Scorps aber hier abliefern, ist schon beleidigend. Gerade wer den Song modern und rockig mag, sollte auf Gotthard zurückgreifen.

Mein Fazit: Dieses Album ist ent-täuschend. Als Chef würde ich das für das Unternehmen "Scorpions" sogar als geschäftsschädigend einstufen - auch wenn sie nach wie vor gute Musiker sind!
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am 17. Juni 2013
Schöne neue Interpretationen nicht nur von eigenen Titeln wie meine Favoriten No one like You und Still loving You, sondern auch "fremder Titel", die ich sonst gar nicht mochte wie tainted love oder Ruby Tuesday.
Rock You baby
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