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5.0 von 5 Sternen Dicht erzählt und intensiv gespielt
Ein Familienepos voller Liebe und Tragik. Die Kinder, die sich an der Mutter abarbeiten, verlorenens Glück und verhinderte Chancen. Das alles geht sehr zu Herzen, umrahmt von tollem Kostümbild und hervorragender Ausstattung. Schöner Soundtrack.
Hat uns sehr gut gefallen!
Vor 5 Monaten von Allan Schmidt veröffentlicht

versus
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Soapopera über den WagnerClan zum Jubiläumsjahr !!!
Die Geschichte ist plump, billig ohne seriösen Hintergrund erzählt à la Denverclan. Als Wagnerkenner kommt bei mir solch ein (frecher, blöder, von Laien für Laien)gedrehter "Film"?, eine "Dokumentation"? sofort in den Abfall. Das einzige was der Film wirklich darstellt ist ein Ärgernis. Der Kenner ärgert sich, der Laie versteht nichts...
Vor 1 Monat von Tonleiter veröffentlicht


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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Soapopera über den WagnerClan zum Jubiläumsjahr !!!, 4. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Wagner-Clan. Eine Familiengeschichte (+ Soundtrack-CD) [2 DVDs] (DVD)
Die Geschichte ist plump, billig ohne seriösen Hintergrund erzählt à la Denverclan. Als Wagnerkenner kommt bei mir solch ein (frecher, blöder, von Laien für Laien)gedrehter "Film"?, eine "Dokumentation"? sofort in den Abfall. Das einzige was der Film wirklich darstellt ist ein Ärgernis. Der Kenner ärgert sich, der Laie versteht nichts von dem Wirr-Warr oder wird, was das Schlimmste ist, falsch eingeführt. Das Casting ist weitgehend mißlungen und Iris Berben als Cosima ist so weit von der Cosima entfernt wie der Elefant vom Spitzentanz.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Huldigung oder Entthronisierung eines Meisters?, 25. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Wagner-Clan. Eine Familiengeschichte (+ Soundtrack-CD) [2 DVDs] (DVD)
Der Wagner Clan ist alles andere als eine Huldigung des "Meisters" und dessen Werk, das seine Gemahlin Cosima (Iris Berben ohne die berühmt/berüchtigte Hakennase derselben) rücksichtslos auf die eigenen Kinder durchsetzt. Ihre beiden Töchter aus der ersten Ehe wurden übrigens völlig weggelassen, dabei waren sie Bestandteil der Familie!
Was bleibt ist eine Witwe, die alles ihr mögliche dafür tut, ihrem verstorbenen Mann den ihm in ihren Augen gehörigen Platz in der Musik zu verschaffen, sich selbst und den Kindern ein Einkommen zu sichern. Aber eigentlich kämpft sie darum, ihren Mann unsterblich zu machen, indem sie die Festspiele weiterführt. Dabei ist sie nicht zimperlich, verstößt die talentiertere Tochter und gibt sie als Kind aus erste Ehe aus, was sogar vor Gericht endet. Der im Vergleich untalentierte, heimlich homosexuell lebende Sohn soll das Erbe antreten und der "Kampf um die Macht" entbrennt und entzweit wohl bis in heutige Zeit die Familie Wagner.
Glanz und Gloria dieser Familie wird mir etwas zu dick aufgetragen umgesetzt, vielzusehr ähnelt alles Dallas und Denver Clan als der Familie Wagner. Sex, Drogen, Homosexualität, ein erzwungener Selbstmord (oder doch eher sogar Mord?) und kaum wirklich die Musik Wagners, um die es eigentlich gehen sollte, füllen diesen opulent ausgestatteten, aber leider viel zu schwülstig umgesetzten Film.
Zum Schluss bis hin zu Adolf Hitler, der die Wagners wohl zeitlebens als seine Familie betrachtete und deren Festspiele als Rahmen für seine Propaganda nutzte und auch kräftig finanzierte, wird alles zu abgehackt geschildert und "Onkel Wolf" sieht man lediglich als Schatten vor der Haustür, um dem Film ein unheilvolles Ende zu geben, das mich ziemlich ratlos zurück ließ und erst die anschließende Doku klärte mein Fragezeichen über dem Kopf.
Schade!
Etwas mehr Klarheit, auch in den familiären Verbindungen, wäre wünschenswert gewesen. In Bayreuth wurde überhaupt nicht gedreht (keine Genehmigung?) und das Dirigieren von Sohn Siegfried empfand wie seinen Auftritt in Unterhosen dabei mehr als peinlich.
Auch Wagner selbst gefiel mir überhaupt nicht, wie er dargestellt wurde.
Dieser Film dürfte sogenannte "Wagnerianer" wohl eher abstoßen, als dass sie ihn als Hudigung sehen und sonst eher langweilen, da man keinerlei Bindung an die Personen entwickelt und vieles allzu melodramatisch und überzogen dargestellt wird, als sei das Leben des "Wagner Clans" selbst eine Oper.
Ein sehenswerter Film ist der Wagner-Clan dennoch, aber man sollte sich nicht zuviel erwarten!
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ohne Vorkenntnisse um den Wagner Clan unverständlich, 16. März 2014
Von 
callisto (Freiburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Der Wagner-Clan. Eine Familiengeschichte (+ Soundtrack-CD) [2 DVDs] (DVD)
Diese ZDF Verfilmung beginnt mit dem Tode Richard Wagners 1883 in Venedig. Es geht hauptsächlich darum, wie seine Frau Cosima Wagner mit Verbissenheit das Erbe ihres angebeteten Mannes bewahren und zementieren will. Sie zerstört das Leben ihrer Kinder, indem sie deren Leben dem Andenken des Vaters unterordnet.

Prinzipiell durchaus Stoff, aus dem Dramen sind. Leider ist die Erzählweise dermaßen sprunghaft, dass man ohne Vorkenntnisse um die Familiengeschichte der Wagners und ohne Hintergrundwissen um die Personen, der Handlung nur schwer bis kaum folgen kann. Zudem versucht man sehr krampfhaft, den Stoff mit unnötigen Liebeszenen und nackter Haut aufzupeppen, was böse schief geht.
Die Ausstattung, die Kostüme und Kulissen sind außerordentlich gelungen. Die Schauspieler OK, teilweise ein wenig steif, aber soweit erträglich. All das kann jedoch die verhunzte, sprunghafte und nichts erklärenden Erzählweise voller Logiklücken, die mit weiteren Szenen und Dialogen dringend erklärend hätten gestopft werden müssen, die nahezu komplett auf echte Charakterentwicklung verzichtende Erzählweise, nicht aufwiegen.
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5.0 von 5 Sternen Dicht erzählt und intensiv gespielt, 20. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Wagner-Clan. Eine Familiengeschichte (+ Soundtrack-CD) [2 DVDs] (DVD)
Ein Familienepos voller Liebe und Tragik. Die Kinder, die sich an der Mutter abarbeiten, verlorenens Glück und verhinderte Chancen. Das alles geht sehr zu Herzen, umrahmt von tollem Kostümbild und hervorragender Ausstattung. Schöner Soundtrack.
Hat uns sehr gut gefallen!
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5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannende Intrigen, interessante Erzählweise plus Soundtrack CD!, 24. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Wagner-Clan. Eine Familiengeschichte (+ Soundtrack-CD) [2 DVDs] (DVD)
Normalerweise lasse ich mich nicht so schnell von historischen Filmen begeistern. Doch dieses Mal war anders.
Dass ich beim Wagner Clan mit Drama konfrontiert werde, war mir bereits beim Kauf der DVD klar. Im Gegensatz zu den meisten immer gleichen Deutschen ZDF-Filmen konnte ich mich hier aber dank unerwarteter Wendungen und zweifelsohne origineller Inszenierung seit langem wieder wirklich auf die Handlung einlassen und mitfiebern.
Das 19. Jahrhunderts ist hervorragend in Szene gesetzt. Passende Kulissen, Kleidung, Musik und Sprache unterstreichen die schauspielerischen Leistungen der Akteure und wirken insgesamt sehr authentisch. Zur Handlung möchte ich nicht zu viel verraten, doch eins sei gesagt: Historisch, interessant und spannend zu sein, schaffen leider nur die wenigsten. Der Wagner Clan hat es geschafft. Ich denke, als Drama-Liebhaber wie auch als Einsteiger ist es leicht, diesem Film zu verfallen. Man sollte sich aber darüber bewusst sein, dass es sich hier nicht um einen einfachen Nachmittags-Film handelt, den man im Hintergrund mal eben laufen lassen kann. Ich lege deshalb den Wagner Clan jedem ans Herz, der packende Intrigen und fesselnde Handlung zu schätzen weiß. Wer sich darüber hinaus mit Historik auseinandersetzt und auch in der Lage ist sich mit einer realen Problematik auseinanderzusetzen wird diese DVD mehr als nur lieben.

Obendrauf gibt es die Soundtrack CD dazu. Darauf befinden sich die Stücke, die im Film gespielt wurden. Mit der Musik empfindet man auch später noch das Gefühl das man beim Sehen der Machenschaften der großen Wagner Familie hatte. Für mich deshalb der (gedachte) Sechste Stern :-)

Alles in Allem ein großartiger, absolut sehenswerter Film mit Kaufempfehlung!
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12 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Unerträglich kitschig, nicht mal als Unterhaltung gut, 25. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Wagner-Clan. Eine Familiengeschichte (+ Soundtrack-CD) [2 DVDs] (DVD)
2013 war Wagner-Jahr, denn der Meister hätte seinen 200. Geburtstag gefeiert. An sich deswegen auch keine schlechte Idee, einen Film über ihn bzw. seine Familie zu machen (auch wenn man da ein bisschen zu spät kommt, mittlerweile haben wir ja 2014), interessante Charaktere und eine bewegte Geschichte bietet diese zweifellos – insbesondere vor dem Hintergrund, dass Wagner selbst Antisemit war und seine Nachkommen zum Großteil unverhohlen hinter der Nazidiktatur standen und sogar persönliche Freunde Adolf Hitlers waren.

Dies ist nach wie vor unentschuldbar und umso trauriger, da die Musik des gebürtigen Leipzigers nun einmal das wohl genialste an Kompositionskunst überhaupt darstellt, und deren Makellosigkeit und Schönheit kann durch Wagners verquere politische und antisemitische Ansichten zwar nicht wirklich getrübt werden (seine musikalischen Werke sind ja inhaltlich nicht in dem Sinne politisch), aber Diskussionen gibt es nicht ganz unverständlicherweise eben doch immer wieder, auch wegen des propagandistischen Missbrauchs von Wagners Musik im Dritten Reich. Die Frage allerdings, ob Richard Wagner selbst eine solch skrupellose Abscheulichkeit wie den grausamen Genozid an den europäischen Juden gutgeheißen hätte, ist müßig, denn er starb sechs Jahre bevor Hitler überhaupt geboren wurde – wahrscheinlich ist es im Endeffekt auch gut so, dass man es nie erfahren wird, vielleicht täten sich noch mehr Abgründe als ohnehin (und somit mehr Diskussionen) auf.

Doch zum Film: Wie gesagt, die Geschichte birgt jede Menge Potential – die Homosexualität Siegfried Wagners, die zu damaligen Zeiten gesellschaftlich völlig inakzeptabel und mit der er daher erpressbar war, der Druck, unter dem der Sohn angesichts der übermächtigen Fußstapfen seines Vaters stand, die Intrigen, das knallharte Regime, das die Witwe Cosima führte, die zum Teil erschreckend radikalen antisemitischen Ansichten, das Ein- und Ausgehen von Nazigrößen im Familiensitz Villa Wahnfried; zweifellos wäre da einiges möglich gewesen.

Schon allein aus diesem Grund wäre ein Fernsehmehrteiler wohl reiz- und auch sinnvoller gewesen als ein knapp zwei Stunden langer Film. So jedoch bleibt die Zeichnung der Charaktere sehr oberflächlich und vieles wird viel zu schnell abgehandelt: Zum Beispiel als Siegfried Winifred beim gemeinsamen Kaffeetrinken im Garten kennenlernt; vorher hat er sie kaum gesehen und weiß praktisch nichts über sie – doch dann küsst er sie sofort und macht ihr einen Antrag. Überhaupt hätte man gerade Winifred näher beleuchten sollen. Sie war erwiesenermaßen eine überzeugte Nationalsozialistin, die auch nach dem Krieg nie ein Wort des Bedauerns oder der Einsicht verloren hat, es wäre interessant zu sehen gewesen, wie sie als gebürtige Engländerin in diesen Kreis geraten ist. Dasselbe gilt für Houston Chamberlain, der ja völlig vom Rassenwahn verblendet war. Die Rückblenden wurden ebenfalls misslungen und verwirrend eingesetzt.

Was den Streifen jedoch nahezu unerträglich macht, ist der zur Schau gestellte Kitsch. Da sieht man in einer Rückblende, wie Richard Wagner der noch blutjungen Cosima einen Antrag macht und zwischen ihnen schweben märchenhaft Glühwürmchen hin und her. Oder dass Richard Wagner quasi als Geist kurz vor Cosimas Tod auftaucht und sie dazu auffordert, ihm zu folgen (nach Walhall, oder was?) Und dass von Generation zu Generation teilweise im gleichen Wortlaut Geschichten, die sich auf die Situation der Familie interpretieren lassen, weitergegeben werden, dürfte ebenso der Fantasie der Macher entsprungen sein wie Siegfrieds Liebhaber Dorian und vor allem der Tod des Meisters, unmittelbar nachdem er sich mit einer seiner Sängerinnen vergnügt und Cosima daraufhin den Flügel als Wuttherapie benutzt. Er bekommt einen Herzinfarkt, weil sie Klavier spielt? Wie lächerlich ist denn das? Und Isolde Wagner soll eine Fixerin gewesen sein?

Dass in einem Film nicht immer alles hundertprozentig historisch korrekt sein muss, ist klar, und es mag schon sein, dass Wagner in seinem unfassbaren Egoismus außereheliche Affären hatte (sein Verhältnis zu Mathilde Wesendonck beispielsweise war höchstwahrscheinlich nicht ausschließlich platonischer Natur), aber hier wurde in unerträglicher und effekthascherischer Weise überdramatisiert. Trauriger Höhepunkt dann das Ende, wo Winifred die Kinder den Hitlergruß üben lässt, dann klopft es an die Tür und sie sagt: „Onkel Wolf ist da!“ – Sorry, aber dämlicher und klischeehafter hätte man den Film nicht enden lassen können.

Was die schauspielerischen Leistungen angeht, so ist ebenfalls nicht alles Gold was glänzt. Petra Schmidt-Schaller als Isolde Wagner vermag noch am ehesten zu überzeugen, Heino Ferch (der ja nun wirklich ein renommierter Schauspieler ist) bleibt als rechtsextremer und intriganter Engländer Chamberlain, der von den Nazi-Ideen mindestens so begeistert war wie die Wagner-Familie, viel zu blass. Man müsste den Kerl wegen seines widerwärtigen Rassismus und Nazismus eigentlich hassen, aber Ferch spielt den Typen so, dass er einem einfach nur egal ist.

Lars Eidinger als Siegfried hingegen ist nicht wirklich schlecht, holt aber letztlich auch zu wenig aus der Rolle heraus, die Zerrissenheit dieses Mannes hätte man auch mit mehr als zwei verschiedenen Gesichtsausdrücken darstellen können. Und meine Güte, musste es schon wieder Iris Berben als Matriarchin einer berühmten Familie sein? – So langsam wird ihre Omnipräsenz in diesem Sektor zum reinsten Treppenwitz! Klares Fazit insgesamt: Zu sagen, dass das zweifellos vorhandene Potential des Ganzen nicht ausgeschöpft wurde, wäre noch untertrieben. Die Verrisse so mancher Medien noch vor der Ausstrahlung waren leider absolut gerechtfertigt – der Film ist sowohl für Wagnerianer als auch geschichtlich allgemein Interessierte nicht empfehlenswert und als Unterhaltung nicht einmal Durchschnitt. Schade!
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5 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großes Wagner-Kino, 24. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Wagner-Clan. Eine Familiengeschichte (+ Soundtrack-CD) [2 DVDs] (DVD)
Mitdenken soll helfen. Ich kann nicht von mir behaupten, ein großer Wagner-Kenner zu sein. Man bekam die Streitigkeiten der Enkel, Geschwister und sonstigen Wagnernachkommen um die Inszenierungen mit, das war's aber auch. Dieser Film hat mir große Lust auf die Aufdröselung der Familienverhältnisse gemacht. Ich möchte herausfinden, was Wahrheit und was Fiktion ist. Die anschließende Dokumentation stellte fest, dass wohl das allermeiste in der Oliver-Berben-Produktion wahr ist, Lücken werden dementsprechend aufgefüllt und das ziemlich plausibel und gut.

Worum geht es? Als Einstieg dient uns ein Palazzo in Venedig, wo das Musikgenie Richard Wagner im Jahre 1883 sein Leben aushaucht. Seine Frau Cosima liegt vor Gram zerschmettert auf ihm und wird ihn auch während der kommenden 48 Stunden nicht loslassen. Ein Zeichen für die kommenden Jahrzehnte.

Richard Wagner taucht nur in Erinnerungen auf und dieser Kunstgriff hat mir gefallen. Wer nicht den Sprüngen zwischen Gestern und Heute gedanklich folgen kann, sollte einfach besser aufpassen, denn schwer fällt es ganz und gar nicht. Oliver Berben besetzte die Hauptrolle der Cosima Wagner mit seiner Mutter Iris. Was schon im älteren Clan-Event "Krupp" funktionierte, funktioniert auch hier (auch, wenn ich einen kleinen Minuspunkt für die Wiederholung der Todesszene verteilen muss). Cosima war ihrem Gatten bis über den Tod hinaus ergeben und wollte auf Biegen und Brechen seinen Mythos auf dem Grünen Hügel erhalten. Noch heute wirkt der Zauber. Einmal Wagnerianer, immer Wagnerianer. Der Kult wurde früh geboren und Wagner hat ihn quasi selbst erschaffen mithilfe des Bayernkönigs Ludwig des Zweiten, der Tannhäuser, Lohengrin, Parsifal, Tristan und Isolde und natürlich den Ring überaus liebte und den Maestro abgöttisch verehrte - "Neuschwanstein" ist Zeuge dieser Leidenschaft.

Die zweite Stütze erfuhr Richard Wagner erst nach seinem Tod: Onkel Wolf. Der Wolf im Schafspelz, der sinnigerweise am Ende an die Türe der Villa Wahnfried klopft. Der Name sei Omen. Wollte Wagner senior noch mit dem Namen den Wahn befrieden, so schwärmt er nach seinem unerwarteten Tode unkontrolliert aus, denn Cosima nimmt ihren gemeinsamen Kindern das Versprechen ab, ihr Leben dem Mythos und Werke des Meisters zu widmen, es zu wahren und zu schützen. Die Nachkommen handeln wohl noch heute danach.

Der wahre Unhold aber ist der Meisterintrigant Houston Chamberlain - Engländer, Wagnerianer und Rassenideologe. Aber was wäre eine Familie ohne den Kronsohn, derjenige der alles erbt? Der Verantwortung hat, das Erbe fortzusetzen in Ton und Lendenkraft? Dumm nur, dass Siegfried sich mehr für Malerei, Architektur und den schönen Dorian interessiert. Durch eine scheußliche Intrige des Emporkömmlings Houston gerät die gesamte Familie in Schräglage, von der sie sich bis heute nicht erholt hat.

Kritiker werfen Oliver Berbens Inszenierung Verharmlosung der Wagnerischen Judenfeindlichkeit vor. Dem möchte ich widersprechen. Auch in der nachfolgenden Doku wurde klar, dass man den Antisemitismus der Nazis nicht mit den europaweiten Ressentiments gegen die jüdische Bevölkerung gleichsetzen kann. All das kam erst später und wurde durchaus von den Nachfahren Richard Wagners hingebungsvoll "gepflegt". Aber das wäre schon wieder ein anderer Film.

Apropos: Ich hätte gerne einen Mehrteiler gehabt. Trotzdem ist die Verknappung und Verdichtung von Drehbuch und Regie beeindruckend, das Ensemble spielt hervorragend auf, besonders wären Petra Schmidt-Schaller als Isolde und Lars Eidinger als Siegfried zu erwähnen. Kulissen und Kostüme sind ansprechend zeitgemäß, die Sprache offen und manchmal von gesalzener Pfeffrigkeit. So mag ich das. Die Musik bleibt ein wenig im Hintergrund, ist aber stets präsent. Ich freue mich, dass die DVD zusammen mit einer Soundtrack-CD vertrieben wird. Wagner ist schwer, Wagner ist nicht immer harmonisch, aber manchmal von einer durchtriebenen Zärtlichkeit, die mich schwelgen lässt.

Bleibt nur die Frage, was der alte Wagner von den modernen Neuinszenierungen seiner Werke halten würde.
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2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wenn man den Titel liest, weißt man, was man hat, 20. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Wagner-Clan. Eine Familiengeschichte (+ Soundtrack-CD) [2 DVDs] (DVD)
Mich interessiert die Geschichte rund um den Wagner-Clan nicht die Bohne. Aber die Leute, die es interessiert, werden ihre helle Freude daran haben.
Ich habs meiner Mutter geschenkt und die hat sehr viel Spaß dran. Diese DVD ist eben die klassische ZDF Produktion mit Schauspielern wie Heino Ferch und Iris Berben. Ich denke, wenn man das weiß, sollte man auch wissen, ob man diese DVD kaufen möchte oder nicht.

Empfehlenswert für: Freunde der ZDF-Produktionen, bei denen altgediente Schauspieler wie Ferch und Berben mitmachen, in denen es um irgendwelche historischen Ereignisse/Familiengeschichten/etc. geht
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9 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Götterdämmerung, 24. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Wagner-Clan. Eine Familiengeschichte (+ Soundtrack-CD) [2 DVDs] (DVD)
Zugegeben - der Film beginnt - für eine deutsche Fernsehproduktion - recht verwegen mit einer Kamerafahrt. Der Rest ist allerdings unerfreulicher Einheitsbrei aus dem Zentrum der Finsternis (ZDF). Die üblichen Verdächtigen spielen sich uninspiriert durch die Familiensaga. Schon der Name "Oliver Berben" hält, was er verspricht: die Mutti Iris darf mitmachen und auch recht oft recht betroffen in die Runde schauen, ebenso wie die anderen Teilnehmer des Ensembles. Lars Eidinger ist etwas inspirierter als der Rest. Allerdings geht auch seine Darstellung des Siegfrieds in der plumpen Erzählung unter. Ängstlich- vermeidende Persönlichkeitsstörung des deutschen Fernsehens. Bitte keine Innovation, bitte nichts Mutiges, wir könnten den Zuschauer wecken.

Deutsche Fernseh"unterhaltung" eben. Synapsenschlaf für alle Sinne oder Urlaub vom eigenen Gehirn.
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10 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Wehe Wagners Wehe!, 24. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Wagner-Clan. Eine Familiengeschichte (+ Soundtrack-CD) [2 DVDs] (DVD)
Ein schrecklich kitschiger Film, der neben optischen Fehlbesetzungen. (Richard Wagnerdarsteller ) auch noch unter einer
aufgezwungen wirkenden Regie leiden muss. Wer die Verhältnisse innerhalb dieser Familie nicht kennt; hat kaum durchgeblickt
wer da mit wem was und warum zu tun hat. Vieles wird hier als selbstverständlich zu wissen vorausgesetzt und dann ist es noch immer schwer dem zu folgen. Auch die vielen Zeitsprünge vorwärts wie rückwärts trugen nur noch mehr zur Verwirrung bei. Als Sonntagabendfamilienfernsehunthaltung im ZDF zur besten Sendezeit taugt dieses Machwerk wenig.
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