Kundenrezensionen


3 Rezensionen
5 Sterne:
 (2)
4 Sterne:
 (1)
3 Sterne:    (0)
2 Sterne:    (0)
1 Sterne:    (0)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Transgender Dysphoria Blues, 21. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Transgender Dysphoria Blues (Audio CD)
Wow, was gab es im Mai 2012 für ein mediales Echo nach dem "Coming Out" von Tom Gabel, der im Rolling Stone erklärte, fortan als Laura Jane Grace weiterzuleben. Angesichts bereits vor mehreren Jahren auf Against Me! Alben erschienener Songs wie "The Ocean" oder "Searching For A Former Clarity" sollte es doch bereits dem geneigten Hörer, der auch Wert auf die Texte legt, aufgefallen sein, dass sich die heutige Sängerin im falschen Körper geboren fühlt.

Wie dem auch sei, mit "Transgender Dysphoria Blues" schlägt Laura ein neues Kapitel der -hoffentlich noch lange bestehenden- Band auf. Musikalisch orientiert man sich am letzten Album, dem vor 4 Jahren (!) erschienenen "White Crosses", wenngleich die aktuelle Scheibe, nicht zuletzt aufgrund diverser Personalwechsel sowie der von Grace selbst vorgenommenen Produktion, wesentlich roher und kantiger klingt.

Im Opener, sogleich dem Titeltrack, wird einem ein treibender Drum-Beat um die Ohren gehauen, der mich strukturell ein wenig an "Pints Of Guinness Make You Strong" vom Debütalbum erinnert. Der Song macht Lust auf mehr, insbesondere der, sogar für AM! Verhältnisse, ungewöhnlich offene und direkte Text, der sich wie ein roter Faden auch durch das restliche Album zieht.

"True Trans Soul Rebel" und "Unconditional Love" (bei Letzterem übrigens mit Fat Mike von NOFX am Bass) hätten problemlos auch auf die "New Wave" gepasst. Klasse Melodien und Refrains, die sofort ins Ohr gehen, bevor man mit "Drinking With The Jocks" erstmal aus dem Sessel geblasen wird. Ein richtig dreckiges Stück Punkrock, das den Vergleich mit Brechern wie "White People For Peace" oder "From Her Lips To God's Ears" nicht zu scheuen braucht.

"Osama Bin Laden As The Crucified Christ" geht musikalisch in eine etwas andere, experimentelle, Richtung. Woanders habe ich von einem Vergleich mit Wolfmother gelesen, das kann man so stehen lassen. Geht gut nach vorne, will aber nicht so recht ins Konzept passen, finde ich. Ähnlich wie "Americans Abroad" auf der "New Wave", hätte das Stück eher auf die "Searching For A Former Clarity" gepasst. Obwohl des lahmen Textes zu einem höchst spannenden Thema in positivster Weise interessant!

Mit "F...MYLIFE555" (die Vorabversion dieser Rezension wurde auf Amazon wohl aufgrund der richtigen Schreibweise dieses Titels nicht freigegeben...) kommt für mich der absolute Höhepunkt des Albums. Eine Hymne vor dem Herrn (sic!), wie sie nur aus der Feder von Laura Jane Grace stammen kann. Auch dieses Lied ist unfassbar persönlich und bedrückend geschrieben, und nicht zuletzt deshalb wohl DAS Highlight und glücklicherweise auch eine Single geworden.

Ein Song, der hoffentlich ab sofort zum unverzichtbaren Live-Repertoire der Band zählen wird, ist "Dead Friend". Das Ding wird live mit Sicherheit abgehen wie Bolle! [EDIT: ging ab wie Bolle!] Der Refrain mit der markanten Stimme James Bowman's im Hintergrund hat absolutes Mitgröhl- und Headbang-Potenzial. Der nächste Song ist "Two Coffins", eine Akkustik-Ballade, die Laura im Bezug auf ihre Frau geschrieben hat. Sehr sphärisch, eher untypisch für AM!, aber gut. Fällt nicht groß auf.

Sollte jemand während dieses Songs die Aufmerksamkeit verloren haben, dürfte er sie spätestens mit "Paralytic States" wiedererlangt haben. Bitte, liebe Hörer, werft unbedingt mal ein bis zwei Blicke auf den Text! Zwar sehr deprimierend und pessimistisch geschrieben, treibt dieses Stück einem die Gänsehaut auf den ganzen Körper. Mit "Black Me Out", dem Abschluss des Albums, wird eine andere Grundstimmung hörbar. Wütend und angepisst singt Laura von ignoranten Dummköpfen, und was sie gerne mit ihnen anstellen würde.

Insgesamt ist "Transgender Dysphoria Blues" ein eingängiges, melodisches Album. Meiner Meinung nach kommt es musikalisch sehr nah an das perfekte "New Wave" ran, jedoch sprengen die hier vorzufindenden Texte jeden zuvor dagewesenen Rahmen. Persönlich aber offen und direkt, mutig, und vor allem: wichtig! Gerade im Punk-Genre, dessen Szene sich oft durch falsche Toleranz auszeichnet, wird hier einem ein Thema nähergebracht, dem oftmals keine oder keine ausreichende Beachtung, und wenn dann nur eine reaktionärer bzw. regressiver Natur, zuteil wurde.

Insofern: "Transgender Dysphoria Blues" könnte als eines der wichtigsten Alben der Musikgeschichte eingehen. Die Musik und Melodien bleiben im Kopf hängen, die Texte berühren einen. Weiter so, Laura! Highlights bzw. Anspieltipps: Paralytic States, True Trans Soul Rebel, Black Me Out und dieses eine mit dem bitterbösen Namen. ;-)

Zu guter Letzt noch einige Worte zum Artwork: eigentlich bin ich großer Fan des minimalistisch gehaltenen Stils. Das Cover sieht auch recht gut und vor allem passend aus, leider aber lässt das Booklet etwas zu wünschen übrig. Lediglich eine kleine Doppelseite mit viel zu klein aufgedruckten Texten ließ mich anfangs etwas aufstoßen, gerade Against Me! haben sich stets durch mindestens zufriedenstellende, identifizierende Artworks ausgezeichnet. Aber das tut diesem fantastischen Album keinen Abbruch, deshalb natürlich auch volle 5 Sterne.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Tom ist jetzt Laura...ansonsten business as usual!, 31. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Transgender Dysphoria Blues (Audio CD)
Was wurde ein Aufhebens darüber gemacht, dass Tom Gabel nun eine Frau sein möchte und zu Laura Jane Grace "geworden" ist. Klar, auch ich war überrascht, aber es ist sein/ihr Leben und wenn sie diese Entscheidung für sich getroffen hat und sich damit wohl fühlt, kann ich nur meinen Respekt zollen.

An der Band AGAINST ME! ist diese Veränderung scheinbar spurlos vorbei gegangen.
"Transgender Dysphoria Blues" schließt nahtlos an den Vorgänger "White Crosses" an.

Wer hier immer noch Sellout vermutet, hat die Band nicht verstanden und die letzten Jahre wohl verschlafen. Die Entwicklung vom folkig-akkustischen Punk Frühwerk zu den eingängigeren Sachen der Jetztzeit war eine stringente und absehbare.

Ich bin seit der "As The Eternal Cowboy" dabei und finde die Entwicklung absolut nachvollziehbar. Ob das noch Punk ist finde ich absolut zweitrangig. Die Musik ist klasse, die Texte sind intelligent und Ohrwürmer schafft die Band am laufenden Band. Alles im Lack also.

Das aktuelle Album bringt 10 brandneue Tracks in knapp 30 Minuten. Mancher mag das zu kurz finden, meiner Aufmerksamkeitsspanne kommt das aber sehr entgegen. Lieber 30 Minuten Hits als 60 Minuten und die Hälfte sind Füller...

Die CD kommt im Digi-Pack, mit einem etwas knappen Booklet. Die Texte sind zwar abgedruckt, aber recht klein. Brillenalarm... ;D

Insgesamt kommt das Album leider nicht an mein Fave Album "Searching For A Former Clarity" heran. Trotzdem bleibt ein sehr gutes Rockalbum abseits des Mainstream.

Against Me! Fans kaufen es wahrscheinlich eh, alle Anderen sollten mal ein Ohr riskieren. Die Band ist viel mehr, als der Hype um die Gendergeschichte des/der Sängerin!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


4 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Laura erzählt ihre Geschichte, 18. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich höre wieder, wie schon bei den letzten beiden AM! Platten White Crosses und New Wave, die Stimmen die sagen sie wünschen sich doch die alten rohen Against Me! der ersten Alben zurück und die Band sei nicht mehr so ein "Geheimtipp" wie früher usw. usw. Ich sage, lasst sie doch ihre Entwicklung gehen, denn die ist gut! Tolles Album mit tollen Geschichten und toller Musik. Schade ist natürlich daß Andrew Seward die Band verlassen hat, ne Bombe auf der Bühne der Typ.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Transgender Dysphoria Blues
Transgender Dysphoria Blues von Against Me! (Audio CD - 2014)
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen