Kundenrezensionen


22 Rezensionen
5 Sterne:
 (12)
4 Sterne:
 (4)
3 Sterne:
 (2)
2 Sterne:
 (3)
1 Sterne:
 (1)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen unbedingt lesen!
Der Autor schreibt sehr verständlich und fundiert. Mir gefällt es, wenn jemand aus der Praxis kommt und sein Wissen und seine Erfahrungen weitergibt, ohne theoretisches Spekulieren. Er behauptet nicht wie viele andere, dass er schon alles weiß, sondern nimmt den Leser mit auf Entdeckungsreise. Dabei gelingt es ihm meiner Meinung nach, zu informieren, dabei...
Vor 6 Monaten von Jutta Burmester veröffentlicht

versus
93 von 104 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wundermittel Neurofeedback?
In diesem Buch wird die These vertreten, dass sich Depressionen, Epilepsie, Schlaganfälle, ADHS, Traumata, Phobien und sogar Psychopathen kontrollieren lassen. Und zwar ganz ohne Medikamente. Da meine Tochter ebenfalls an einer starken Epilepsie litt und neuste Erkenntnisse aus der Hirnforschung ohnehin meine Aufmerksamkeit wecken, machte ich mich mit großem...
Vor 10 Monaten von Fuchs Werner Dr veröffentlicht


‹ Zurück | 1 2 3 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

93 von 104 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wundermittel Neurofeedback?, 12. Mai 2014
Von 
Fuchs Werner Dr (Zug Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)    (REAL NAME)   
In diesem Buch wird die These vertreten, dass sich Depressionen, Epilepsie, Schlaganfälle, ADHS, Traumata, Phobien und sogar Psychopathen kontrollieren lassen. Und zwar ganz ohne Medikamente. Da meine Tochter ebenfalls an einer starken Epilepsie litt und neuste Erkenntnisse aus der Hirnforschung ohnehin meine Aufmerksamkeit wecken, machte ich mich mit großem Interesse an die Lektüre.

Nachdem Niels Birbaumer im Vorwort immerhin anmerkt, dass nicht alles heil- und machbar ist, erklärt er im ersten Kapitel, was er unter „Persönlichkeit“ versteht. Mit Erstaunen entnahm ich seinem Resümee, dass es überhaupt keine Persönlichkeit gibt, sondern nur eingeübte Verhaltensweisen und Situationen. Als Beleg für diese These führt Niels Birbaumer unter anderem Birbaumers seinen eigenen Lebenslauf an.

Die Überschrift des zweiten Kapitels lautet: „Alles möglich? Das plastische Gehirn“. Dass dies eine rhetorische Frage ist, wird schnell klar. Weniger klar geht für den Leser hervor, dass der Streit über die Plastizität des Gehirns eher fiktiver Natur ist. Denn es gibt kaum einen renommierten Neurologen, der die Veränderbarkeit unseres Gehirns bestreitet. Gestritten wird lediglich über das Ausmaß und die Zeitperioden, in denen das menschliche Gehirn neue Mustervorlagen bildet. Aber das bekannte Milgram-Experiment, Studien aus der Zwillingsforschung, der vergrößerte Hippocampus eines Londoner Taxifahrers und andere „Beweismittel“ reichen nicht aus, um Birbaumers „enorm erweiterte Plastizität“ auch empirisch zu belegen.

Da der Autor an der Universität Tübingen mit Locked-in-Patienten arbeitet, widmet er diesem Thema verständlicherweise viel Raum. Seine anschaulichen Beschreibungen der erzielten Erfolge machen betroffen und werfen gleichzeitig viele Fragen auf. Was ist mit den Patienten, deren Angehörige weder die Zeit noch die Kraft aufbringen, fast rund um die Uhr am Krankenbett zu stehen? Wer stellt die notwendigen Infrastrukturen und Gelder für die vom Autor vorgeschlagenen Therapien bereit? Was heißt, sich mit dem Leben arrangieren zu können? Sind Patientenverfügungen tatsächlich so sinnlos, wie es Niels Birbaumer seinen Lesern weismachen will?

Wenn der Autor die Angehörigen von behinderten Patienten in liebevolle und grausame unterscheidet, finde ich das ziemlich problematisch. Zumal Schuldzuschreibungen nun wirklich das letzte sind, was die Betroffenen in solche schwierigen Lebenssituationen brauchen. Und genau das lösen Kapitelüberschriften wie „Epilepsie ist kein Schicksal“, „Auch halbe Hirne funktionieren“ oder „Auch Hundescheisse kann heilen“ aus. Da nützt es auch nichts, dass Niels Birbaumer den Grund der Verweigerung gegen seine Methode primär bei den Krankenkassen und der mangelnder Zusammenarbeit unter Wissenschaftlern sieht.

Im Zentrum des siebten Kapitels stehen die Psychopathen. Und damit der Leser einschätzen kann, wie weit die folgenden Ausführungen auch auf ihn zutreffen, gibt es einen Selbsttest. Entwickelt hat ihn der 1934 geborene Kriminalpsychologe Robert D. Hare. Aber aufgepasst! Laut Niels Birbaumer ist es bereits ein Hinweis auf Psychopathie, wenn man beim Beantworten der 14 Fragen lügt. Die Chance ist also groß, dass sich mancher Leser damit anfreunden muss, dass verschiedene Regionen seines Gehirns eine Unterfunktion haben und er deshalb weder Angst noch Sorge kennt. Diese saloppe Zusammenfassung erlaube ich mir, weil sich Niels Birbaumer häufig ebenso undifferenziert ausdrückt.

Trainieren lässt sich laut Niels Birbaumer auch das Gehirn eines Patienten, der unter Parkinson oder Demenz leidet. Und selbstverständlich ist Neurofeedback auch die richtige Methode, um Menschen mit ADHS ohne Medikamente zu behandeln. Dass der Autor den Produzenten von Ritalin als Nürnberger Unternehmen bezeichnet, ist zwar nicht gravierend, aber irgendwie bezeichnend. Denn auch bei seinen wissenschaftlichen Beweisführungen lässt Niels Birbaumer die notwendige Sorgfalt oft vermissen. Es erstaunte mich deshalb nicht, dass unter den Literaturhinweisen fast alle Werke fehlen, die bei diesen Themen normalerweise zitiert werden.

Mein Fazit: Der an der Universität Tübingen wirkende Niels Birbaumer gilt als einer der engagiertesten Vertreter der These, dass im menschlichen Gehirn nur wenig festgelegt ist. Der Autor erzielte mit seinen Behandlungsmethoden selbst bei Locked-in-Patienten erstaunliche Erfolge. Aber Neurofeedback und ähnliche Therapien als Wundermittel für Hirnschädigungen verschiedenster Arten anzupreisen, überschreitet die Grenze wissenschaftlicher Seriosität. Wie weit Jörg Zittlau als Co-Autor die oft mangelhaften Beweisführungen mitverantwortet, entzieht sich meiner Kenntnis. Ich finde es einfach schade, dass man es den Kritikern der Neuroplastizität so leicht macht, neue Methoden abzulehnen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen unbedingt lesen!, 18. September 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Der Autor schreibt sehr verständlich und fundiert. Mir gefällt es, wenn jemand aus der Praxis kommt und sein Wissen und seine Erfahrungen weitergibt, ohne theoretisches Spekulieren. Er behauptet nicht wie viele andere, dass er schon alles weiß, sondern nimmt den Leser mit auf Entdeckungsreise. Dabei gelingt es ihm meiner Meinung nach, zu informieren, dabei aber nicht zu dozieren, zu langweilen oder abzuschweifen. Insgesamt ist der Stil locker, positiv und bodenständig.Er beschreibt den Stand der Forschung und zeigt die derzeitigen Möglichkeiten und Grenzen innerhalb der unterschiedlichsten Forschungsgebiete. Sehr empfehlenswert.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erhellende Wahrnehmung, 9. Juni 2014
Macht das Leben von Locked-in-Patienten noch Freude? Kaum vorstellbar, wenn man sieht, wie sie zwischen medizinischen Geräten völlig hilft- und regungslos gegen die Decke starren. Birbaumer zeigt jedoch, dass man auch mit diesen völlig Eingeschlossenen in Kontakt treten kann. Und dabei erfährt man, dass sie durchaus Freude, und oft sogar mehr Freude am Leben empfinden als ein gesunder Mensch. Das Buch ist ein eindrucksvolles Plädoyer dafür, dass wir nicht reflexhaft das "Abstellen" fordern sollte, wenn jemand nicht mehr funktioniert. Denn das Gehirn ist flexibel genug, auch in dieser für uns unvorstellbaren Situation einen Ausweg zu finden.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Über Neuroplastizität, Wollen, Glück und Schopenhauer, 1. Januar 2015
Von 
Benedictu - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Leider ist der Buchtitel unnötig auf publikumswirksam getrimmt. Sinnvoll formuliert müßte er lauten: In deinem Gehirn sind mehr Informationen abgespeichert, als dem bewußten Denken zugänglich sind. Allerdings wußte das auch schon Sigmund Freud. Solche Marketingmätzchen des Verlages einschließlich der Neuheitsbehauptung der präsentierten Forschungen tun dem aufschlußreichen Inhalt allerdings keinen Abbruch. Es geht um die Plastizität des Gehirn, das nach den Erfahrungen des Psychologen und Neurobiologen Niels Birbaumer mit der Methode des Neurofeedbacks therapeutisch gezielt genutzt werden kann.

Vor allem erweckt der Neuropsychologe Birbaumer den sympathischen Eindruck eines unorthodoxen Querdenkers und lustvollen Extremtherapeuten, der empathisch und energisch mehr bzw. Ungewöhnlicheres für seine Patienten versucht als andere.

Bemerkenswert ist Birbaumers Plädoyer für Interdisziplinarität. So habe der Arzt und Neurologe gelernt, daß körperliche Erkrankungen körperliche, also medizinische (meist pharmakologische) Therapien benötigen. Der Psychologe lerne, daß seelische Störungen des Verhaltens geistige, und damit soziale und psychologische Behandlungen benötigen. Diese simple Logik klinge bestechend, sei aber falsch. Sie diene vor allem dazu, Disziplin- und Berufsstandesgrenzen künstlich aufrechtzuerhalten. Dabei sprechen viele körperliche Erkrankungen des Nervensystems wie die Epilepsie häufig besser auf lernpsychologische Eingriffe an, während geistige und seelische Störungen besser auf organmedizinische Therapien reagieren (z. B. die Schizophrenien auf Medikamente oder die Depressionen auf Elektrokrampftherapie). Die Grenzen zwischen körperlichen und seelisch-sozialen Ursachen seien fließend und meist nur schwer zu ziehen.

Gewinnbringend und originell sind auch Birnbaumers klinisch-philosophische Reflektionen zum Ende des Wollens, dem damit verbundenen Glück und was Arthur Schopenhauer schon dazu wußte.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Super-Brain kann alles!, 30. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Das Gehirn ist nicht egoistisch. Das Gehirn ist ein Effekthascher.
Birbaumer vertritt zwei Grundthesen: 1. Das Gehirn ist neutral. Es möchte lediglich Effekte erzielen. Welche Effekte das sind, ist ihm egal und 2. Das Gehirn ist beinahe grenzenlos lernfähig. Daraus folgert Birnbaumer, dass man unerwünschte Verhaltensweisen, die das Gehirn als "effektvoll" gespeichert hat, umlernen kann. Außerdem kann man das Gehirn von Patienten, die keine Effekte mehr erzielen können, weil sie gelähmt sind, durch Vorgaukeln von Effekten wieder zum Lernen animieren. Birbaumer hat dazu mit seinen Kollegen die Methode des Biofeedbacks entwickelt. Dabei bekommt der Patient mittels eines Computers Rückmeldung über seine Gehirnaktivität und soll lernen, sie umzulenken. Durch diesen Lernprozess können, so Birbaumer, viele psychische Leiden gelindert werden.

POSITIV
Das Buch ist leicht verständlich, unterhaltsam und verfranst sich nicht in wissenschaftlichen Kleinigkeiten, die für den Laien irrelevant sind. Über weite Teile des Buches staunt man über die unglaublichen Fähigkeiten des Gehirn. Mit Spannung verfolgt man, wie viele bisher als hoffnungslos geltende Erkrankungen durch Birbaumers Methode offenbar eine Linderung erfahren.

NEGATIV
Im Buch sind gelegentlich Skizzen des Gehirns oder auch Beschreibungen von Hirnregionen enthalten, die ich völlig überflüssig fand. Sie haben wenig direkten Bezug zum Text und erwecken den Eindruck, Lückenfüller zu sein. Außerdem läuft sich das Buch auf Dauer tot. Spätestens ab der Mitte hat man den Aufbau der Kapitel begriffen und weiß, worauf sie hinauslaufen. Zunächst wird eine psychische Erkrankung beschrieben, dann die damit einhergehenden Probleme und klassische Behandlungsmethoden, um schließlich dahin zu kommen, dass mit Biofeedback viel bessere Therapie möglich sei. Am Ende bleibt ein fader Nachgeschmack, dass das Buch für verzweifelte Angehörige von Epileptikern, Autisten, Psychopathen, Depressiven geschrieben sein könnte, die nun alle zu ihren Krankenkassen gehen sollen, um diese auf die Biofeedback-Methode aufmerksam zu machen.

FAZIT
Inhaltlich ein hoch interessantes Buch, das dazu animiert, sich nie wieder hinter vermeintlichen persönlichen Charakterschwächen zu verstecken, denn Super-Brain kann alles. Allerdings bringt das Buch zuletzt wenig Neues, sondern handelt vielmehr noch ein paar Erkrankungen ab.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


20 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen PATIENTENVERFÜGUNG: SEGEN ODER FLUCH?, 21. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Dein Gehirn weiß mehr, als du denkst: Neueste Erkenntnisse aus der Hirnforschung (Kindle Edition)
Niels Birbaumer, weltweit anerkannter Hirnforscher aus Tübingen, hat ein neues Werk vorgelegt, um das man nicht herumkommt, wenn man sich privat oder beruflich mit der Frage Patientenverfügung ja oder nein auseinandersetzt. In »Dein Gehirn weiß mehr als du denkst: Neueste Erkenntnisse aus der Hirnforschung« schildert er neueste, auch in der Hirnforschung erfahrene Leser verblüffende Erkenntnisse aus der mittels Brain-Machine-Interface möglichen Kommunikation mit durch Schlaganfall oder aus anderen Gründen total gelähmten Patienten. So z.B. den Fall eines Stuttgarter Richters, dessen im Nachtschrank liegende Patientenverfügung niemand kannte und der als einer der ersten Locked-In-Patienten in Tübingen die Kommunikation mittels Computer erlernte. Alles das, was er strikt abgelehnt hätte, war mit ihm gemacht worden. Er selbst hatte zu der Verfügung auch geschwiegen, als er sich wieder äußern konnte. Als Birbaumer ihn Jahre später auf die inzwischen gefundene Verfügung ansprach, antwortete er: »Auch Richter können irren.«

Birbaumer ist aufgrund seines ständigen Umgangs mit Locked-In-Patienten davon überzeugt, dass diese eine durchaus hohe Lebensqualität empfinden, was sie durch die Bank alle sich allerdings zu gesunden Zeiten nicht hätten vorstellen können. Nach Beginn der künstlichen Beatmung könne es allerdings bis zu einem Jahr dauern, bis das Gefühl des »Es geht mir gut, ich habe Freude am Leben« wieder hergestellt sei. Nahezu alle Patienten bäten dann darum, ihre früheren Verfügungen zu vernichten.

Birbaumer: »Was hat es mit freier Entscheidung zu tun, wenn ein 40-Jähriger bei voller Gesundheit eine Patientenverfügung verfasst, die dann dreißig Jahre später nur deshalb in Kraft tritt, weil er – beispielsweise als fortgeschrittener Alzheimer- oder ALS-Patient – keine Chance mehr hat, seine Verfügung zurückzunehmen, obwohl er eigentlich ganz zufrieden mit seinem Leben ist?« Und: »Vor allem jüngere Ärzte können bei einem vollständig gelähmten Patienten oft keine Lebensqualität erkennen, sie denken – wie viele andere Menschen auch – eher daran, ihn »von seinem qualvollen Zustand zu erlösen«. Mit der Konsequenz, dass sie jegliche Begegnung und Beschäftigung mit ihm vermeiden. ... Die meisten von uns haben wohl schon einmal von regungslosen Schlaganfallpatienten gehört und vielleicht sogar mit eigenen Augen gesehen, dass sie ständig gepflegt werden müssen und ihre körperliche Autarkie verloren haben. Doch wer weiß schon, wie es tatsächlich in ihrem Kopf aussieht? Und wer hat schon ernsthaft in Betracht gezogen, dass diese Menschen möglicherweise glücklich sind und ihr Leben als erfüllend empfinden? Da klafft eine erhebliche Wissenslücke, die jeder Einzelne eigentlich erst einmal schließen müsste. Doch viele folgen lieber ihren spontanen Ängsten – und unterschreiben eine Verfügung, die ihnen später eher ein Fluch als ein Segen sein wird.«
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


23 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wissenschaftler nähern sich immer mehr dem Geheimnis Gehirn!, 10. April 2014
Von 
Christian Döring "leseratte" - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)   
Wissenschaftler nähern sich immer mehr dem Geheimnis Gehirn!

Was ich in diesem Buch gelesen habe, hat meine ohnehin schon vorhandene Faszination vom menschlichen Gehrin noch verstärkt. Nach Ansicht von Niels Birbaumer und Jörg Zittlau ist unser Gehirn nicht darauf angelegt dafür zu sorgen, dass ein Mensch gut oder böse handelt und lebt. Das Gehirn ist demnach kein starres Gebilde mehr, sondern beeinflussbar. Allein diese Tatsache wird Auswirkungen auf viele Gebiete haben. Mediziner und Juristen werden umdenken müssen.

Noch verrückter wird es beim Thema Locked-in-Patient. So bezeichnen die Autoren Menschen die nicht mehr in der Lage sind zu kommunizieren, nicht mit Mund oder Hand, nicht Mal mehr mit einem Augenzwinkern. Die Wissenschaftler sind gerade dabei eine Form neuer Kommunikation zu erfinden. Das alles mag furchtbar nach Jules Verne klingen, aber man weiß inzwischen, dass diese Patienten nicht todtraurig sind, sondern man stuft ihre Lebensqualität viel mehr als sehr hoch ein.

Diese neue Möglichkeit mit solchen Patienten zu "reden" steckt noch in den Kinderschuhen, aber sehr deutlich wird bereits, dass unser allgemein verbreitetes Denken über diese Patienten völlig falsch ist. Dies wiederum hat Auswirkungen auf das oft viel zu schnelle Abstellen lebenserhaltender Maßnahmen. Birbaumer & Zittlau schätzen die Zahl solcher Patienten allein in Deutschland auf viele Tausend ...

Weit mehr an Themen streift dieses Buch. Für mich stellt es so etwas wie einen Quantensprung in der Forschungsarbeit zum menschlichen Gehirn dar. Es wird für viel Gesprächsstoff sorgen, hoffentlich wird es bald betroffenen Menschen und deren Angehörigen wirksam helfen!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gedankenanstoß, 23. Juli 2014
Wer weiß schon, wie es uns gehen würde, wenn wir plötzlich eingeschlossen, im Lockend-in-zustand wären? Niemand. Birbaumer füllt nun diese Wissenslücke. Er zeigt uns: Das Leben im Locked-in kann erfüllend sein, sogar glücklich. Eigentlich, so zieht er am Ende Bilanz, wäre es sogar so ähnlich wie das Nirwana. Aber auch andere Passagen des Buchs fand ich wirklich lesenswert. Wie etwa über Epilepsie, die hierzulande total ignoriert wird. Und natürlich über ADS und Psychopathie, zu denen hierzulande sehr viele Vorurteile kursieren. Eine ebenso spannendes wie informatives Buch, über das man noch lange nachdenkt.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Das sind keine 'Neuesten Erkenntnisse aus der Hirnforschung' sondern viel alter Tobak, 19. Juli 2014
Der Inhalt hält nicht, was der Titel verspricht. Es scheint, als wenn ein übereifriger Lektor sich da an dem Titel einer RTL 2 - Sendung orientiert hat.

Insgesamt wirkt Birbaum recht selbstherrlich in seinem Buch - vielleicht hat Journalist Jörg Zittlau (der auf der vorletzten Seite auch vorgestellt wird, dessen Rolle jedoch unklar bleibt) dem Hauptautor auch nur ab und an falsche Wörter in den Mund gelegt. Aber Aussagen wie 'Meine Mitarbeiter' oder 'ausgebildetes Personal gibt es nur bei mir' wirken wie ein professorales Gehabe alter Schule - unzeitgemäß und hierarchisch.

Dass sich Birbaumer im Jahr 2014 als Hirnforscher tatsächlich noch der alten Studien Londonder Taxifahrer bedient wirkt nun schon etwas jämmerlich. Von einen 'Mann von der Front' erwartet man etwas mehr als das Aufkochen solcher Studien. Was Milgrams Experimente in einem Buch eines Hirnfoschers verloren haben, ist auch schwer verstehbar.

Der Kern seiner Arbeit - die Brain-Machine-Interface - widmet er dann ein doch interessantes Kapitel, das er ärgerlicherweise mit dem Hinweis auf die mehrfach erwähnte Neuroplastizität beendet. Leider passt beides an der Stelle nicht zusammen und es wirkt eher wie ein 'Cliffhanger' für das folgende Kapitel
Wer fundiertere Forschungen möchte, sollte Sharon Begley lesen oder direkt Michael Merzenich. Birbaumers Inhalt und der Stil sind leider nicht das, was ich mir gewünscht hätte. Ich habe den Eindruck, der Co-Autor tat ihm nicht gut.

Der Untertitel 'Neueste Erkenntnisse aus der Hirnforschung' ist irreführend. Die Erkenntnisse dieses Buchs sind teils Jahre bzw. Jahrezehnte alt.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Nicht viel Neues, 8. August 2014
Wer sich bereits ein wenig mit Hirnforschung befasst wird hier nicht viel neues finden. Man hat den Eindruck, dass der Autor vor allem das darstellt, was er in seiner jahrzehntelangen Tätigkeit als Neurowissenschaftler vollbracht hat. Ein Überblick sieht anders aus. Dazu passt auch, dass vielfach Forschungsergebnisse (so z.B. zur Therapie des AD(H)S) nuranhand einzelner Fallbeispiele nicht aber mit publizierten Studien belegt werden und das gesamte Buch nur 19 wissenschaftliche Quellen für die vielen Thesen und Behauptungen nennt.

Als positiv empfinde ich die Grundhaltung des Autors (die er auch regelmäßig engagiert vertritt), dass Veränderung möich ist und dass die Chancen auf solcbe Veränderungen wohl kaum in den Heilsversprechen der pharmazeutischen Industrie liegen. Und auch die klare Ablehnug der Sterbehilfe findet meine Zustimmung. Trotzdem in der Summe eher keine Kaufempfehlung.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


‹ Zurück | 1 2 3 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen