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TOP 1000 REZENSENTam 18. März 2014
Mehr muss man zu Teil 11 der Erik-Winter-Reihe eigentlich nicht mehr sagen. Ich brauchte nur wenige Sätze, dann war ich schon wieder ganz bei ihm. Sämtliche Erik-Winter-Krimis habe ich gelesen und nach dem letzten („Der letzte Winter“) war nicht klar, ob es jemals eine Fortsetzung geben würde. Winter war ausgebrannt – genau so wie wahrscheinlich sein Autor nach 10 Büchern der Krimireihe. Also ließ er ihn eine Auszeit nehmen in Spanien und keiner wusste, ob man jemals wieder etwas von Erik Winter hören würde.

Für mich als alteingesessenen Winter-Leser war es deshalb wie nach Hause kommen, dieses Buch aufzuschlagen. Man ist sofort wieder drin in Edwardsons unverwechselbarer Sprache, man liest und philosophiert gleichzeitig ein bisschen – so wie es Winter gern tut, wenn er seine „Momente“ hat. Mittlerweile hat man das Gefühl, die Figuren schon ewig zu kennen, es sind alte Freunde, die sich wieder einmal melden und einem ihre neuesten Erlebnisse erzählen. Angela, die beiden Mädchen Elsa und Lilly, und Winters Team: Halders, Aneta und – man könnte fast sagen sein bester Freund – Bertil Ringmar. Wie sehr Winter ihn offenbar vermisst hat, wird zwischen den Zeilen deutlich: „Im nächsten Jahr würde Bertil in Pension gehen oder erst im übernächsten. Oder ein Jahrzehnt später. Bertil war größer als das Leben, ihn würde es immer geben.“ Ich hatte gleich ein bisschen Gänsehaut, als ich das gelesen habe, so schön fand ich es (auch wenn „schön“ in einem Krimi angesichts der Handlung vielleicht komisch klingt).

Aber bei all meiner Begeisterung: Neu-Lesern würde ich das Buch auf keinen Fall empfehlen. Wer die Entwicklung Winters nicht über mehrere Jahre/Bücher verfolgt hat, wird den Roman wahrscheinlich merkwürdig, zäh und die Figuren und ihre Beziehungen undurchsichtig finden. Dazu kommen die oftmals verwirrenden Gedankenspiele zwischen Winter und seinem Team, die Stammleser nicht mehr aus der Ruhe bringen, aber einen neuen Leser vielleicht vergraulen würden.

Für mich war der Krimi herausragend wie immer – wohl wissend, dass Neu-Leser diese Einschätzung höchstwahrscheinlich überhaupt nicht teilen werden.
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am 8. April 2014
Es begann mit dem Buch „Tanz mit dem Engel“ als Ake Edwardson mit seinem jungen Kommissar Erik Winter eine ganz neue und in der Folge immer tiefgründiger werdende Ermittlerpersönlichkeit in die Krimilandschaft einführte. Ich habe die dann noch folgenden neun Bände alle gelesen und schrieb nach dem vorletzten:

"Wieder einmal geht es bei Edwardson um die lange nachhaltige Wirkung von Schuld. Darum, wie etwas, was in der Vergangenheit geschehen ist, und nur mühsam an die Oberfläche der Erinnerung und Erkenntnis gelangt, das Leben von Menschen in der Gegenwart, eben auch das der Polizisten, berührt, beeinflusst und beeinträchtigt, das sie an den Rand ihrer körperlichen und seelischen Kraft bringt. Und in Einzelfällen auch um ihr Leben...

Ake Edwardson hat in meisterhaft geschriebenen, manchmal quälend zu lesenden Dialogen, die Unfähigkeit beschrieben, wirklich miteinander zu kommunizieren. Und weil diese Kommunikation nicht mehr gelingt, bleibt der Fall beinahe ungelöst und gehen die Beziehungen und Familien von Winter, Halders und Bergenhem fast in die Brüche. Das Leben der Protagonisten verliert immer mehr, mit jedem Band mehr, an Sinn, Tiefe und Qualität. Ausdruck eines pessimistischen Autors oder Beschreibung erlebter Realität ?"

Als Erik Winter nach dem zehnten Band ausgebrannt nach Spanien zieht, dachte ich, die Serie sei nun zu Ende:

„Das Buch ist ein meisterhafter Abschluss einer Krimireihe, die den Vergleich mit den großen Vorbildern nicht scheuen muss, ganz im Gegenteil. Von Buch zu Buch hat Ake Edwardson seine Kunst verfeinert, die langweilige Wirklichkeit in ein Mysterium zu verwandeln, ohne sie zu verlassen.“

Dass er ihn noch einmal zurückkehren lassen würde und mit ihm alle die aus den früheren Büchern bekannten Kollegen, auch die aus der DDR stammende Gerda Hoffner, hätte ich nicht für möglich gehallten. Umso schneller habe ich das Buch gelesen, in dem Erik Winter, kaum dass er nach Göteborg zurückgekehrt ist ( er braucht offenbar den Thrill), mit einem Fall konfrontiert ist, bei dem eine junge Frau mit ihren beiden kleinen Kindern ermordet worden sind.

Mitten im schwedischen Winter führt dieser Fall Erik Winter schon sehr bald wieder an seine körperlichen und psychischen Grenzen, zumal er zwischendrin mehrmals nach Marbella fliegt um seiner sterbenden Mutter beizustehen.

Ich wage mittlerweile keine Prognose mehr, ob die Serie nun mit diesem elften Band abgeschlossen ist, oder ob Ake Edwardson jenen grübelnden, teuren Whiskey trinkenden und permanent mit sich selbst und der Welt diskutierenden Erik Winter, der auch langsam in die Jahre kommt, weiter ermitteln lässt. Vielleicht wird es doch noch einmal etwas mit dem eigenen Haus an dem Strand, den er mit seiner Frau schon vor langer Zeit in Schweden gekauft hat.
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TOP 500 REZENSENTam 19. März 2014
Winter hält es in Marbella nicht mehr aus, es zieht ihn zurück nach Göteborg in seinen alten Job, auch wenn er deswegen Albträume hat. Seine Familie ist jedoch nicht bereit, mitzugehen. So ist Winter im Verlauf des Buches nicht nur von dem brutalen Mordfall an einer Frau und zwei Kindern gefangen, sondern auch von seiner Zerrissenheit zwischen Schweden und Spanien.

Der Mord erweist sich als komplexer als zunächst angenommen. Als Täter kommen etliche Personen in Frage, aber keine so wirklich richtig. Die Ermittlungen gehen in alle Richtungen und kommen nur langsam voran, wirken aber sehr authentisch. Wobei ich zugeben muss, dass Winter zum Teil recht eigenartige Methoden hat. Aber er ist auch nur ein Mensch, und das kommt in diesem Kriminalroman sehr deutlich zum Ausdruck. Mir gefällt dieser Ermittler mit seinen Ecken und Kanten, mit beruflichen und privaten Problemen ausgezeichnet. Seine Darstellung ist sehr gut und glaubwürdig gelungen. Man bekommt als Leser einen tiefen Einblick in seine Gedanken und Gefühle. Winter wird zwar als etwas Besonderes dargestellt, aber nicht als Übermensch.

Da es sich um einen Kriminalroman und nicht um einen Thriller handelt, spielt das Drumherum auch eine große Rolle, zum Beispiel Winters Privatleben. Auch seine Kollegen, die an den Ermittlungen beteiligt sind, werden kurz angerissen.

Spannung ist unterschwellig durchgehend vorhanden, wenn auch nicht gerade atemberaubend. Doch das muss ja nicht sein. Mir war es wichtiger, dass die typisch schwedische Atmosphäre, das Düstere des nordischen Winters, das einen Menschen depressiv machen kann, gut zum Ausdruck kam. Diese Düsternis spiegelt sich auch in dem Mordfall und den beteiligten Personen wider.

Besonders gut fand ich, dass es Edwardson immer wieder gelang, mich auf eine falsche Spur zu führen. 10 Seiten vor dem Ende weiß man quasi noch nicht, wer der Täter war. Dabei wirkt am Ende alles ganz logisch. Überrascht war ich trotzdem.

Der Schreibstil ist außergewöhnlich, aber ich hatte mich schnell daran gewöhnt. Winter macht öfter mal ein Brainstorming ohne Punkt und Komma. Ein Perspektivwechsel wird nicht deutlich angezeigt und muss durch den Zusammenhang erkannt werden. Dialoge verlaufen manchmal Schlag auf Schlag, sodass man leicht den Überblick verlieren kann, wer was gesagt hat. Oft sind auch die Dialoginhalte etwas kryptisch. Hier hilft nur aufmerksames Lesen und sich auf das Buch einlassen.

„Das dunkle Haus“ ist bereits der 11. Band der Reihe um Kommissar Erik Winter. Man kann ihn unabhängig von den anderen lesen, das heißt, man braucht kein Vorwissen. Wenn man allerdings die früheren Bände danach lesen möchte, sollte man wissen, dass in diesem Band kurz darauf eingegangen wird, warum Winter mit seiner Familie nach Spanien gezogen ist.

Die Reihenfolge:
- Tanz mit dem Engel
- Die Schattenfrau
- Das vertauschte Gesicht
- In alle Ewigkeit
- Der Himmel auf Erden
- Segel aus Stein
- Zimmer Nr. 10
- Rotes Meer
- Toter Mann
- Der letzte Winter
- Das dunkle Haus
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am 22. Juli 2014
Die Leseprobe hat mein Interresse an dem Buch und der Geschichte geweckt. Es geht um Kommissar Erik Winter, der nach einer Auszeit in Marbella nach Göteborg zurückkommt. Dort wartet ein grauenvoller Mord auf ihn. Eine Mutter und zwei ihrer Kinder sind in ihrem Haus ermordet worden, das dritte, jüngste Kind ist am Leben gelassen worden. Viele Verdächtige tummeln sich in diesem Krimi. Der Vater der Mutter, der Vater der Kinder, der Liebhaber der Mutter, der Nachbar, ein Rassist oder vielleicht sogar der Zeitungsausträger? Außerdem hatte ich noch Probleme mit dem häufigen Wechsel zwischen den Orten der Handlung und den vielen unterschiedlichen Namen, mal wird der Vorname mal der Nachname einer Person genannt. Die philosophischen Anwandlungen Winters waren mir eindeutig zu viel und auch das Privatleben Winters fand ich nicht sonderlich interressant, vielleicht lag das aber auch daran, dass dies der erste Band der Kommissar Winter Reihe ist, den ich gelesen habe und mir der Hintergrund der privaten Geschichte nicht bekannt ist. Der Fall an sich und die Aufklärung des Mordes waren lesenswert. Die Dialoge, teils abgehackt und unrealistisch, mußte ich oft zweimal lesen um einigermaßen durchzublicken. Man muß schon ein Fan des Schriftstellers sein, um diesen gewöhnungsbedürftigen Schreibstil zu mögen. Fazit: Ein spannender Krimi mit gewöhnungsbedürftigen Schreibstil!
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am 7. September 2014
Der schwedische Kommissar Erik Winter lebt mit seiner Ehefrau und seinen beiden kleinen Töchtern seit 2 Jahren in Spanien. Er hat eine Auszeit auf unbestimmte Zeit genommen. Seine lezten Fälle, die er bearbeiten mußte, haben ihn damals sehr mitgenommen. Es ging um sein Leben. Nun mitten im Winter, wo es in Spanien noch sehr schön ist, zieht Kommissar Erik Winter etwas sehr stark zurück in die kalte Heimat im Norden. Es ist praktisch wie eine Vorahnung, daß er dort gebraucht wird. Seine Ehefrau kann dies nicht so recht verstehen, schon allein wegen der Kinder bleibt sie in Spanien zurück. Schon zu Beginn seines Dienstes steht ein neuer grausamer Fall für Winter und seine Kollegen an. In einem einsam gelegeneren Haus wurden eine junge Frau und ihre 2 kleinen Kinder, ein Junge und ein Mädchen ermordet. Das 3. Kind, ein Säugling, überlebte. Es ist eine wirklich schreckliche Tat, zumal die Frau allein mit so vielen Messerstichen getötet wurde. Winter und seine Kollegen haben schon viel erlebt, doch dieser Fall nimmt alle sehr mit. Die Ermittlungen in dem Haus sind für das gesamte Polizeiteam düster und belastend. Der Ehemann der Toten, der beruflich bedingt, sehr selten zu Hause war, gerät automatisch sofort unter Verdacht, aber es tauchen nach und nach andere verwirrende Hinweise auf. Kurz vor ihrem Tod hatte die junge Mutter einen Welpen, auf den sie allergisch regaierte, verkauft. Der Käufer verhält sich seltsam. Auch die Zeitungsboten, die dort morgens die Zeitung austragen, scheinen, nicht alles was sie wissen, auszusagen. Ebenfalls wirkt der Nachbar, ein pensionierter Seemann, der die Polizei verständigt hatte, manchmal recht verstockt. Vielleicht aber ist dies alles nur Einbildung, immerhin muß die Polizei alles in Zweifel ziehen. Wirklich seltsam ist auf jeden Fall, daß der Mörder nach seiner Tat zurückgekommen sein muß, um den Säugling am Leben zu halten. Winter beschäftigt der Fall sehr, zudem muß er sich mit schrecklichen Alpträumen herumplagen. Dann erfährt er auch noch von einer tödlichen Krankheit seiner Mutter, die ebenfalls bei seiner Familie in Spanien lebt. Für Winter beginnt eine sehr belastende Zeit, die Ermittlerarbeit, die so zäh vorangeht und die Sorge um die sterbende Mutter setzen ihm zu. Dieser Kriminalroman hat mir sehr gut gefallen. Er ist zwar sehr traurig, aber spannend und das auf eine ruhige Weise. Es werden keine unnötigen blutigen Einzelheiten über die Ermordung der Familien erwähnt und der Schriftsteller legt wohl durchdacht viele Spuren zum Täter, die einen als Leser immer in eine andere Richtung tappen lassen. Die Schreibweise gefiel mir ebenso sehr gut. Die Verzweiflung und Unfassbarkeit der schrecklichen Tat werden gut beschrieben. Die unheimlichen Alpträume von Winter lassen den Leser mitleiden und spüren fast, wie er sich zwischen der Angst, nun auch noch die Mutter zu verlieren und seiner Angst vor dem Täter und einer neuen Gefahr, windet und gleichzeitig den starken Druck verspürt, endlich die Tat aufklären zu können. Der Titel "Das dunkle Haus" ist sehr gut gewählt. Während des ganzen Buches wird immer wieder darauf Bezug genommen. Das Haus wirkt nach der Tat dunkel und unheimlich. Es ist kein Ort, an dem man mehr glücklich sein kann oder Kinder fröhlich spielen können. Diese Stimmung bringt der Schriftsteller sehr wirkungsvoll herüber. Das einzige Manko ist der Klappentext, der meiner Meinung nach etwas verwirrend ist. Es beginnt zu keiner Zeit des Romans eine Hetzjagd auf den Ehemann. Unter Hetzjagd versteht man doch eigentlich etwas anderes. Es liegt in der Natur der Sache, daß der Ehemann immer tatverdächtig ist und auch von Zeit zu Zeit immer wieder vernommen wird. Ich liebe die Kriminalromane aus dem hohen Norden, aber diesen Schriftsteller kannte ich noch nicht. Nun aber werde ich in Zukunft gerne weitere Bücher von dem Schriftsteller Ake Edwardson lesen wollen, da mir seine Schreibweise und gut durchdachte Handlung hier sehr zugesagt haben.
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TOP 1000 REZENSENTam 16. März 2014
Kommissar Winters Rückkehr nach Göteborg ereignet sich zeitgleich mit einer grausamen Tat: Eine junge Frau wird gemeinsam mit ihren zwei kleinen Kindern ermordet, nur das jüngste bleibt verschont. Doch warum?
Wer Krimis und Thriller mit überraschenden Wendungen und rasanter Action liebt, wird bei diesem Buch wohl nicht so auf seine Kosten kommen. Kommissar Winter ist ein Protagonist, der sich hauptsächlich intuitiv und mit Einfühlungsvermögen in die Persönlichkeit des Täters hineinversetzt. Und wie so viele seiner nordischen Kolleginnen und Kollegen immer am Rande einer möglichen Depression steht. Einen Großteil der Lektüre nehmen daher seine Gedanken und Überlegungen zu diesem Fall ein, sodass es lediglich wenige Möglichkeiten zu dramatischen Momenten gibt. Dennoch konnte ich das Buch nur schwer aus der Hand legen. Wie sich die Gedankenfetzen zu tatsächlichen Spuren entwickeln, wie aus einem verbalen Schlagabtausch mit einem Kollegen am Tatort die Beiden dem tatsächlichen Ablauf auf die Spur kommen, wie aus Intuition Realität wird - für mich hochspannend, sodass ich das Buch nach zwei Tagen durch hatte.
Ärgerlich ist nur mal wieder der Umschlagtext: Es gibt keine Widerstände gegen die Winter ermitteln muss (ausser seine eigenen). Und der Mann des Opfers ist nicht stärker verdächtig als andere Personen. Zudem besteht zu keiner Zeit die Gefahr einer Treibjagd. Was soll das?
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am 10. März 2014
Erik Winter kann nicht in Spanien bleiben. Er muss zurück nach Göteborg, ein wichtiger Fall lockt ihn zurück in seine winterliche Heimat. Ein Spaziergänger, ein älterer Mann, kommt auf seiner morgendlichen Runde an einem Haus am Stadtrand von Göteborg vorbei. Er wundert sich, dass die Zeitungen seit Tagen nicht ins Haus geholt wurden, obwohl das Auto der Familie in der Einfahrt steht. Er klingelt und lauscht, aber nichts regt sich. Oder doch? War da etwas? Ja, er hört das Schreien eines Säuglings. Schließlich beschließt er, die Polizei zu informieren. Die hinzugerufenen Polizisten zögern nicht lang und öffnen die Tür. Was sich ihnen zeigt, ist ein grausames Bild. Die Mutter und auch die beiden großen Kinder wurden brutal mit einer großen Anzahl an Messerstichen hingerichtet. Aber im Nebenraum liegt der schreiende Säugling. Dafür, dass er wohl mehrere Tage allein dort lag, geht es ihm gut. Er lebt. Wer kann eine solche Tat begehen? Und wieso lässt er das Kleinkind leben? War es eine Tat aus Eifersucht? Oder aus Rache? Oder die Tat eines Verrückten? Kommissar Winter und seine Kollegen tun alles, um eine Spur zu finden. Aber dies stellt sich als schwieriger raus als erwartet.

Der 11. Fall von Kommissar Winter ist zugleich der erste, den ich gelesen habe. Spannend war er, das steht außer Frage, aber doch eher auf dem Niveau eines guten Tatorts, nicht auf dem eines Thrillers. Actiongeladene und brutale Szenen sind hier kaum anzutreffen. Der Großteil des Romans besteht aus guter, alter Ermittlungsarbeit und einer großen Anzahl an Verhören.
Die Geschichte hat mir gut gefallen, obwohl sie nicht zu den kreativsten gehört, die ich gelesen habe. Manche Wendungen kann man leicht erahnen, andere kommen überraschend. Um am Ende vollständig die Hintergründe zu verstehen, muss man schon die Gedanken gut zusammen nehmen.
Die Rolle des Kommissar Winter hat mich angesprochen, gefallen mir doch solche kantigen, düsteren Ermittler.
Vom Leseverständnis finde ich dieses Buch nicht ganz leicht. Immer wieder wechseln die Szenen unvermittelt, ohne dass gesagt wird, wer „Er“ gerade ist. Diesen Teil muss man oft aus dem Kontext erschließen, manchmal wird auch erst später klar, was eine Szene eigentlich genau zu bedeuten hatte. Besonders störend sind diese unvermittelten Sprünge dann, wenn eine Szene am Seitenende endet und die auf der nächste Seite eine ganze andere beginnt. Dies kam recht häufig vor und ich hätte mir gewünscht, diese Wechsel mit einem Trennzeichen zu kennzeichnen.

Das Buch hat mir letztendlich gut gefallen. Aufgrund der spannend erzählten Geschichte vergebe ich eine Schulnote 2, beziehungsweise 4 Sterne. Abzüge gibt es für den schwierigen Schreibstil.
Empfehlen würde ich dieses Buch für Freunde klassischer Krimis. Die etwas hartgesotteneren Thrillerfans könnten hier weniger auf ihre Kosten kommen.
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TOP 500 REZENSENTam 10. Mai 2014
„Das dunkle Haus“ ist der elfte Roman der Krimi-Reihe um den Ermittler Erik Winter aus Göteborg. Winter kehrt nach ca. zwei Jahren wieder nach Göteborg aus Andalusien zurück, wohin er sich zurückgezogen hatte, von wo er aber wieder zurückkehrt, weil ihn offenbar der Zwang zur Arbeit treibt. Gerade zurück wird er in einen aktuellen Mordfall einbezogen und muss sich dazu erst einmal wieder in sein altes Team einfinden und inzwischen stattgefundene Beförderungen und Umorganisationen verarbeiten. Der Fall hat es aber in sich: eine junge Mutter und zwei ihrer drei Kinder werden bestialisch erstochen und zuerst gibt es keine heiße Spur. Das kleinste Kind wurde leben gelassen und jemand muss es in Anwesenheit der Leichen versorgt haben - schon die Vorstellung ist wahnsinnig genug. Winter nimmt sich den Ehemann vor, hat ein Auge auf einen alten Nachbarn, findet einen psychisch auffälligen Verdächtigen, der kurz zuvor von der ermordeten Mutter einen jungen Hund abgekauft hat, untersucht das Arbeitsumfeld der Ermordeten, ermittelt in ihrem Freundeskreis, erhält Hinweise von Postboten usw. In der Zwischenzeit muss er auch noch zweimal nach Spanien zurückfliegen, weil seine Mutter im Sterben liegt, und muss sich nebenbei auch noch mit der Planung seiner eigenen Zukunft befassen: will er auf einem Grundstück am Meer ein dauerhaftes Zuhause für seine Familie schaffen oder doch in Spanien bleiben. Dabei kommen auch immer wieder Rückblenden auf frühere Erlebnisse, sodass der kundige Leser ebenfalls Erinnerungen aufrufen kann. Wer aber die früheren Romane nicht kennt, hat keinerlei Informationsdefizit, eine tolle Leistung des Autors. Die Ermittlungen gehen mit der gebotenen Langsamkeit voran, es passieren Fehler und Auslassungen, das Team muss sich finden, Spuren müssen verfolgt und verworfen, Denkansätze durchdacht und verdreht werden. So wird der Leser die ganze Zeit unter Spannung gehalten und die Geschichte wirkt absolut realistisch. Für Spannung sorgen zudem der tolle Aufbau der Geschichte, ständige und abrupte Perspektivwechsel, gute Dialoge. Vor der Auflösung des Falles hat der Leser noch einige Nuancen, Finten und Wendungen zu überwinden, natürlich gerät Winter in Gefahr, aber am Ende bekommt man eine plausible Auflösung des Ganzen. Und das Ende ist so beschaffen, dass es einen nächsten Roman geben kann. Deshalb eine ganz klare Leseempfehlung.
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am 9. April 2014
Es sind diese wenig fassbaren, intuitiven, oft dunklen Ahnungen, die Erik Winter immer wieder vorantreiben.
Die ihn zu Beginn dieses düsteren Kriminalromans fast wie in einem Gleichnis aus dem „sonnigen“ Spanien (wo er sich mit Familie seit zwei Jahren aufhält, auch um „innerlich zu gesunden“) in das Februar-dunkle und düstere Göteborg zurücktreiben.

Wo er umgehend in die Ermittlungen zu einem blutigen, furchtbaren Mord an einer Frau und zweien ihrer Kinder einbezogen wird.
Das Winter nahtlos sich wieder einreiht, dass keiner der alten Mitarbeiter und Kollegen auch nur ein kurzes Verweilen benötigt, um gleitend wieder in die alten Verbindungen und Verhältnisse mit Winter einzutreten, das Winter umgehend ohne Anlaufzeit oder Eingewöhnung vom Flughafen weg die zentrale Rolle der Ermittlungen übernimmt, das ist in diesem Roman das einzig wenig realistische Element.

Ansonsten schafft Edwardson eine durchweg beklemmende, irritierende Atmosphäre mit ebenso beklemmenden und wenig durchschaubaren Figuren.

Der beflissene Nachbar, der die Polizei holt, weil er seit Tagen kein Lebenszeichen aus dem Haus der Nachbarin erlebt hat außer dem kläglichen Schreien eines Säuglings. Der Ehemann, der seit längerer Zeit das Haus nicht mehr betreten hat. Ein Zeitungsausträger, der nicht die ganze Wahrheit sagt. Der Käufer des kleinen Hundes der Familie, der diese wohl als Letzter lebend gesehen hat. Oder, falls er nicht der Mörder ist, als Vorletzter.

Ermittler, die, jeder für sich, ihren Packen im Leben zu tragen haben.
Ein Erik Winter, der von Ahnungen getrieben kaum mehr schläft, hier und da und öfter ein Glas Whiskey zu viel trinkt. Verhöre, die nicht in Gang kommen. Motive, die vorhanden sind, Alibis, die fehlen und hinter allem immer wieder die düstere Intuition Winters, die ihn zwar in die richtige Richtung leiten will, die er nur lange Zeit nicht zu entschlüsseln vermag.
Und zudem mitten drin im Fall muss er sich der Sterblichkeit und der eigenen Trauer stellen.

„Er sah die Gestalt … vor sich, aber sie war immer undeutlicher geworden, wie in Auflösung begriffen und sie war immer noch genauso undeutlich, als würde die verschärfte Erinnerung nicht helfen“.

Ein Verschwimmen des Lebens, das Edwardson auch in kleinen Szenen (der Junge, der alleine gegen nackte Torpfosten schießt) ständig präsent hält. Hier ist kein Raum für Helden, keine Lichtgestalten, hier treten eher gebeugte Menschen als mögliche Täter und getriebene Ermittler gegeneinander an in ihrer lähmenden Schwäche, nicht ihrer überlegenen Tatkraft.

„„Er kommt näher, alles kommt näher“, sagte sie“.
„Hoffentlich sprichst du nicht vom Bösen“.
„Ich weiß nicht, wie ich es nennen soll“.
„Es wird das Böse genannt, aber ich weiß nicht, was das Böse ist. Ich habe mein Leben damit verbracht, es verstehen zu wollen, aber es ist mir nicht gelungen“.

Gelingen aber wird die Aufklärung des Falles, mit dramatischen Umständen, hoher Gefahr für Winter, einem vorläufigen Ende und einem rigiden, endgültigen Schluss.

Nach einer langen Reise durch die Dunkelheit der Seele, die sich im eigentlichen Motiv dann eher fast trivial auflösen, in dem, was und wie es passiert aber lange nachgehen. Dem Leser, dem auch der intuitive, langsame und tiefsinnige Stil Edwardson in Sprache und Herangehensweise an seine Figuren als Herausforderung gerade recht kommt.
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am 30. März 2014
"Das dunkle Haus" ist der elfte Fall für den Göteborger Kommissar, der einst als jüngster Kriminalist mit seinen Ermittlungen begann und durch herausragende Erfolge und auffällige Designerklamotten bekannt geworden ist. Doch zermürbende Jahre voller Arbeit und erschreckend anzusehende Tatorte haben dem gedankenstarken Ermittler ordentlich zugesetzt und zu einer Pause gezwungen. Nun aber ist Winter wieder da und stürzt sich mit gewohnter Akribie in einen beklemmenden Fall, bei dem er gleich mehreren Verdächtigen auf den Zahn fühlen muss. Und auch diesmal lässt ihn seine Intuition nicht im Stich. Denn während er erneut nach Spanien reist, um seine todkranke Mutter zu besuchen, gelingt es ihm, neue Ermittlungsansätze zu überdenken.

Gelesen wird der gewohnt ruhige, erschreckend düstere und mit stoischer Polizeiarbeit einhergehende Kriminalroman von Boris Aljinovic, dessen besonnene und ausdrucksstarke Lesung gut zu der gediegenen Erzählweise des schwedischen Autors Ake Edwardson passt. Mit viel Einfühlungsvermögen geht er dabei vor und bringt zum einen die dunkle und ernüchternd wirkende Atmosphäre gekonnt zum Ausdruck, zum anderen schafft er es, die Figuren im Kopf des Hörers aufleben zu lassen. So streift er als Nachbar besorgt um das dunkle Haus, erschrickt als Polizist beim Anblick der Toten oder findet sich als Erik Winter mit dem nahenden Tod der Mutter ab. Interpretationen, die sehr authentisch sind und viel zum Verständnis der verzwickten Vorfälle beitragen.

Fazit:
"Das dunkle Haus" ist die gelungene Fortsetzung einer Reihe von Fällen mit dem schwedischen Kommissar Erik Winter, die mit einer gut durchdachten und erschreckend tiefgründigen Mordermittlung zu unterhalten versteht. Eine gute Empfehlung für Krimifreunde, die von akribischer Ermittlungsarbeit und atmosphärischen Schauplätzen nicht genug bekommen können.
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