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am 28. Januar 2014
Es ist jetzt über 30 Jahre her, dass HRK "Der schwere Mut" veröffentlichte, und mit dem Album auf Tour ging. Auf dieser Tour wurden bereits so viele neue, also nicht auf DSM enthaltene Songs gespielt, dass das Livealbum zur Tour eine echte Schatzkiste war. Eine Schatzkiste allerdings, die man auf vier Vinylscheiben nur sehr bedingt unterbringen konnte. In diesem Set ist nun die alte Live-Doppel-LP/2-CD um sage und schreibe 11 Tracks ergänzt worden. Damit aber nicht nicht genug. Die erste CD dieses Dreier-Sets, enthält nicht nur "Der schwere Mut", sondern weitere sechs Bonus-Titel, die es in sich haben und die Disc auf 76 Minuten steigern.
Wem das noch nicht reicht, der sei auf die wunderbare digitale Bearbeitung von Heiner Lürig hingewiesen (der übrigens erst 1985 zu Kunze stieß, und an diesen Aufnahmen noch nicht beteiligt war), die ein frisches und druckvolles Flair schafft, und den Songs mehr Dynamik verpaßt. Dazu liefert Rakete neu gestaltete Booklets mit Linernotes, allen Texten und neuem Bildmaterial.

Zu den Ausgangsalben schreibe ich mal nichts, da dürften genug Rezis vorhanden sein. Sie sind Klassiker des Deutschrock und verdienen auch ohne Beigaben die Höchstwertung. Aber diese Neueditionen bekommen nun einen Mehrwert verpaßt, der den langjährigen Kunze-Liebhaber und Sammler jubeln läßt.

Niemals erschienen, lediglich auf Uralttapes einer NDR-Radiokonzertaufnahme unter Hardcorefans getauscht, ist "Peter Paletti", der völlige Hammer. Der fast neunminütige Song mit mehr denn je frappierender Aktualität erzählt die Geschichte eines Produzenten, der über den Versuch, den einen perfekten Song zu schaffen, in den Wahnsinn getrieben wird. Heinz bringt in diesem Song bereits 1981 die Vision unter, Käuferverhalten anhand von Marktsegmentierung zu erforschen, was heute tatsächlich absolut üblich ist. Da der Song seinerzeit für das zweite Album zu lang war, wurde er nur live gespielt, und liegt hier in einem One-Man-Piano-Demo vor, das aber auch ohne den dramaturgischen Aufbau der Livefassung ein Traum ist.
"Sicherheitsdienst" gibt es hier in der raren Studiofassung, von der es seinerzeit eine Vinyl-Single gab, und die Pianoballade "Lebensabend" war die B-Seite dieser Single. Völlig unbekannt sind das groovige "Eines Besseren belehrt" und das schräge, durchaus Talking Heads-beeinflußte "Wir gratulieren", in dem Mick Franke in seinem Element ist.
Dazu kommt noch "Deutschland (Verlassen von allen guten Geistern), in einer dezenten Studiofassung.

Die ersten drei Seiten "Die Städte sehen aus wie schlafende Hunde" befinden sich in diesem Set nun auf der zweiten Disc, womit für Disc 3 viel Platz frei wird, und die Albumspielzeit sich mal eben um eine schlappe Stunde auf knapp 140 Minuten erhöht. Mein absoluter Favorit der Bonus-Titel ist die tolle Version von "Lamm Gottes" mit fantastischem Keyboardsolo. Und hier merkt man wirklich mit allen Sinnen, was Heiner Lürig aus den uralten Bändern rausgeholt hat. Ich hätte dieses Resultat nie für möglich gehalten. Ganz Ähnlich ist es bei "Hilfe von Außen", "Keine Reaktion", der überlangen, düster wavigen "Fütterung", einem glasklaren "7. Juli vormittags" (mit ergänztem Text), und der wunderbaren "Romanze". "Der letzte Dreck", eine Nummer die erst auf dem nächsten Studioalbum erschien, gibt es übrigens als ebenfalls unveröffentlichtes Klaviersolo, hier dageboten als vierte oder fünfte Zugabe.

Übrigens war die "Schwere Mut"-Tour die erste, die ich von HRK gesehen habe. Und wie viele Andere, habe ich den Abend im Göttigner Jugendfreizeitheim weitgehend mit offenem Mund verfolgt. Dass es von der Tour ein Livealbum gab, war damals ein riesiges Geschenk. Dass nun, über 30 Jahre später, eine technisch deutlich verbesserte und um eine Stunde ergänzte Version in den Handel kommt, ist zum Heulen schön.

Schaut auch mal nach den anderen vier Special Editions aus dieser Serie. Die sind einen Hauch weniger nostalgisch, aber mit genausoviel Hingabe und rarem Stoff gefertigt. Und mit Geld sowieso nicht zu bezahlen.
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