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Kundenrezensionen

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Format: Taschenbuch|Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
Maud ist um die 80 Jahre alt und lebt noch in ihrer alten Wohnung allein. Regelmäßig schauen ihre Tochter Helen und eine Pflegekraft bei ihr nach dem Rechten. Mit kleinen Zettelbotschaften versucht sie, ihr Gedächtnis auf Trab zu halten. Doch das klappt auch nicht immer so gut. Manchmal findet sie sich irgendwo wieder und weiß gar nicht, wie sie dorthin gekommen ist, ein anderes Mal fällt ihr gar nicht mehr ein, was sie in der letzten Minute noch gedacht hat. Aber eins ist für Maud sicher: Ihre Freundin Elisabeth, etwa im gleichen Alter, wird vermisst! Und das kümmert keinen etwas! Obwohl Maud sicher seit Wochen nicht mehr mit ihr telefoniert oder sie gesehen hat, interessiert die Polizei sich nicht im Geringsten für den Fall. Maud beschließt, auf eigene Faust zu ermitteln.

„Elisabeth wird vermisst“ ist ein anrührender Roman, komplett aus Mauds Perspektive geschrieben. Und das macht ihn so besonders. Alzheimer-Romane aus Sicht der pflegenden Angehörigen gibt es viele, aus Sicht der Betroffenen allerdings nur wenige. Das Debüt der erst 28-jährigen Emma Healey wirkt einfühlsam, aber direkt. Es gibt zahlreiche Szenen, die ans Herz gehen, aber auch was zu lachen. Denn Maud verliert ihren eigenen Humor nur selten. Und weicht einmal der Verzweiflung, lässt sich selbst diese gut nachempfinden.

Elisabeths Verschwinden sorgt für kleinere spannende Szenen im Roman. Oft tappt man mit Maud gemeinsam im Dunkeln über ihren Verbleib, häufig ist man allerdings auch schlauer und kann sich ein Schmunzeln über ihre Gedankengänge nicht verkneifen. Parallel läuft die eigentlich spannende Handlung um das Verschwinden von Mauds eigener Schwester in der Nachkriegszeit. Sukey ist über Nacht mit einem Koffer verschwunden und nie mehr aufgetaucht. Auch damals, mit 15 Jahren, ermittelte Maud auf eigene Faust. Hier kommt man weitreichenden Geheimnissen auf die Spur und lernt die andere Maud kennen. Eine Maud, die sich klar erinnert und Details der Vergangenheit so unverfälscht wiedergeben kann, als wäre es gestern gewesen.

Ein ganz großer, zugleich anrührender und amüsanter Roman über Alter und Alzheimer. Diese tolle Autorin wird sicher noch von sich hören lassen!
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TOP 1000 REZENSENTam 10. März 2014
Format: Taschenbuch|Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
Elizabeth hat mich den gestrigen sonnigen Tag begleitet und obwohl ich tausend andere Dinge hätte tun sollen, konnte ich mich von ihr und Maud einfach nicht losreißen. Sehr berührend, glaubwürdig und ernsthaft, schildert die junge Autorin das Abdriften von Maud in die Demenz. Die Schwierigkeiten, das Zweifeln, die Angehörigen, die hilflos mitansehen müssen und natürlich auch nicht immer alles richtig machen. Manchmal möchte man die alte Darme einfach nur in den Arm nehmen, ein andermal möchte man sie ein wenig schubsen, damit ihre Denkmaschine wieder angestoßen wird.
Mit vielen tausend Zetteln versucht sie dem Vergessen zu entgehen und verstrickt sich so nur noch tiefer. Am Herd der Zettel, daß sie nichts kochen soll, der kurz darauf um den Satz "auch keine Eier!!" ergänzt wird und was von Mauds launigen Gedanken begleitet wird, daß sie doch wohl schließlich noch Wasser kochen kann, daß sie kurz zuvor den Gashahn aufgedreht und vergessen hat, ist aus ihrer Welt schon wieder verschwunden. Allein diese kleine Altagsgeschichte um Maud und ihre Tochter und Enkelin hätte mich begeistert und sehr angerührt. Leider versucht die Autorin dann ein wenig in Richtung Kriminalroman zu gehen, ein dunkles Geheimnis, an das sich Maud nur noch bruchstückhaft erinnert, eine Freundin, die ihr bei der Klärung helfen wollte... alles sehr mysteriös und für mich leider nicht so richtig schlüssig aufgelöst, daher erhält meine Begeisterung ob des wunderschönen und sehr einfühlsamen Schreibstils hier einen kleinen Dämpfer. Natürlich trägt das Rätsel auch zum Spannungsbogen bei, der wäre aber auch ohne den Part in der Vergangenheit da gewesen und ich hatte zeitweise auch das Gefühl, daß die Autorin sich ein wenig im Kreis drehte und zu Beginn des Buches noch nicht ahnte, in welche Richtung, sie die Geschichte laufen lassen wollte. Das macht es für mich eben ein wenig kaputt.
Da ich aber die Schilderungen von Mauds Alltagsleben so wunderbar, anrührend und auch witzig fand, möchte ich da Buch dennoch empfehlen, denn es ist ein Genuß und es läßt einen selbst darüber nachdenken, wie man mit älteren Menschen umgeht, wie schnell man genervt ist, wenn es langsamer ist und wie oft man hinter dem Rücken der Mutter oder Großmutter die Augen verdreht... trotz der für mich also etwas weit hergeholten Endauflösung würde ich sagen, LESEN!
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Format: Taschenbuch|Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
Maud ist ca. 80 Jahre alt und gleitet in die Demenz.
Sie lebt noch alleine in ihrem Haus.
Beaufsichtigt wird sie mehrmals täglich von Pflegekräften und ihrer Tochter.
Um in Alltag klarzukommen, lebt sie mit zig Notizzettelchen, die sie an alles
erinnern sollen.
Ihre grosse Sorge gilt ihrer Freundin Elizabeth, die von ihr vermisst wird.
Immer wieder macht sich Maud noch selbst auf die Suche nach ihrer Freundin.
Parallel lebt sie viel in ihrer Vergangenheit.
Eine Vergangenheit, in der auch eine Person vermisst wurde. Wer dies war, verrate ich
nicht. Wurde diese Person jemals gefunden? Und wird Elizabeth wieder auftauchen?

Mich hat dieser Roman von Emma Healey sehr berührt.
Ich finde es beachtlich, wie sich ein junger Mensch wie diese Autorin, gerade mal mit
28 Jahren in das Schicksal "Demenz" dermassen sensibel einfühlen kann und dem Leser
diesen Zustand so einfühlsam und schonungslos übermitteln kann.

Ich habe mit Mauds steigender Hilflosigkeit mitgelitten und der Zustand "Demenz"
fordert wohl von allen Familienmitgliedern eines Betroffenen sehr sehr viel ab.
Gegenwart und Vergangenheit wird immer häufiger, wie auch hier bei der Protagonistin,
miteinander vermischt und oftmals können die Gedankengänge von Betroffenen nicht mehr
nachvollzogen werden.

Das rätselhafte Verschwinde zweier Personen sowie das Auffinden von ihnen, empfand ich
persönlich in diesem Roman als nebensächlich.
Gerade Elizabeths Vergangenheit empfand ich streckenweise als etwas langatmig und
unspektakulär erzählt.
Jedoch war dies notwendig, um Maud verstehen zu können.

Trotz Kritikpunkte ein Roman der berührt und der mich ängstlich vor dem Zustand
"Demenz" zurückgelassen hat!
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am 13. März 2014
Die 82jährige Maud Horsham leidet an Alzheimer. Wir begleiten sie ein Stück durch ihren Alltag und erleben, wie sich ihr Leben und sie selbst angesichts des Fortschreitens der Krankheit verändern. Da sind die zeitliche und örtliche Desorientiertheit, die Verwechslung und sogar das Nichterkennen nahestehender Personen, Wortfindungsstörungen bzgl. alltäglicher Dinge, Aggressivität gegenüber Angehörigen, die Unfähigkeit zur Verrichtung alltäglicher Dinge. Vor allem aber zwei Krankheitssymptome spielen in der Geschichte eine herausragende Bedeutung. Zum einen erinnert sich Maud detailliert an Begebenheiten aus ihrer Vergangenheit, insbesondere ihre Jugend zu Ende des Zweiten Weltkrieges und das in diese Zeit fallende plötzliche und niemals aufgeklärte Verschwinden ihrer großen Schwester, das sie selbst seinerzeit aufzuklären versuchte. Zum anderen ist Maud von einer inneren Unruhe ergriffen, die sich darin äußert, dass sie ihre beste Freundin Elizabeth für vermeintlich verschwunden hält, weil sie sie eine ganze Weile nicht mehr gesehen haben will. Maud teilt jedem und immer wieder mit, dass Elizabeth vermisst wird. Aber niemand scheint ihr zu glauben. Deshalb verwendet Maud ihr ganzes Denken und Tun darauf, Elizabeth zu finden, was in nahezu detektivischer Ermittlungsarbeit geschieht.

Erzähltechnisch wird diese letzten beiden Aspekte betreffend so vorgegangen, dass Maud jeweils einen Umstand aus der Gegenwart zum Anlass nimmt, sich gedanklich an früher zu besinnen. Es wechseln sich Passagen aus der Gegenwart und Rückblenden ab und wir haben es quasi mit zwei abgeschlossenen Geschichten zu tun, von denen die eine Züge eines Krimis hat. Letztendlich klären sich Elizabeths Verbleib und das Schicksal der Schwester auf. Allerdings versteht Maud es krankheitsbedingt nicht und so beginnt der Kreislauf um die Suche von Elizabeth von neuem.

Das Besondere an dieser Geschichte ist, dass sie in der ersten Person aus Mauds Perspektive geschrieben ist. So erhält der Leser einen Einblick in die Gedankenwelt einer Alzheimerkranken. Es berührt zutiefst zu lesen, wie Maud unter ihrer Krankheit leidet, z.B. wenn sie weint, weil sie einnässt, oder sich hilflos fühlt, als sie den Tisch falsch eindeckt. Fast schon kommen Ängste in einem auf, im Alter ebenso sich und sein Leben zu vergessen.

Auch die Einstellung Dritter zu Mauds Erkrankung wird gut beleuchtet. Ihre Tochter zeigt sich in bewundernswerter Weise äußerst geduldig mit Maud, wenngleich ihr oftmals überhaupt nicht danach zumute ist, was sich in häufigen Seufzern äußert, etwa wenn sie ihrer Mutter zum x-ten Mal die immer selben Fragen beantworten muss. Leute, die Maud nicht kennen, sind unsensibel und machen sich lustig über sie (der Polizist bei ihrer wiederholten Vermisstenanzeige auf dem Revier oder fremde Kinder, die sie einen geriatrischen Einbrecher nennen).

Die Thematik hat gelegentlich tragikomische Züge, welche einen eigentlich zum Lachen bringen könnten, etwa als Maud ihre Enkelin für das schlecht arbeitende Dienstmädchen ihrer Tochter hält, oder die Mitarbeiterin der Zeitung, die Maud bei der Aufgabe des Vermissteninserats behilflich ist, einen gesunden Menschen vor sich zu haben glaubt.

Angesichts der immer mehr an Bedeutung gewinnenden Demenzerkrankungen ein Buch, das sich unbedingt zu lesen empfiehlt. Ein gelungener Debütroman einer jungen englischen Autorin.
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Format: Taschenbuch|Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
Maud Horsham ist bereits über achtzig Jahre alt und leidet an Alzheimer. Jeden Tag bekommt sie Besuch und Hilfe von ihrer Tochter Helen und ihrer Pflegekraft, die für sie die wichtigsten Dinge regeln, einkaufen, Essen vorbereiten und ihr auch immer wieder Notizen schreiben. Maud hält sich selbst allerdings noch für recht selbstständig und merkt aufgrund ihrer Erkrankung zum Teil gar nicht wirklich, was mit ihr geschieht und versucht so manches mal selbst sich irgendwie aus unangenehmen Situationen raus zu reden. Hinzu kommt noch, dass sie ihre beste Freundin Elizabeth für verschollen hält ...

Dieser Roman konnte mich doch ziemlich begeistern. Zugegeben, ich hatte nur anhand des Covers und des Titels eigentlich einen Krimi erwartet und ab und an hatte dieser Roman ja auch gaaaaanz leichte Krimi-Züge, aber eigentlich ist er so ganz anders als erwartet.

Die Geschichte wird komplett aus der Sicht von Maud erzählt. Das ist deswegen so besonders, weil diese Erzählung aus der Sicht eines Alzheimer-Patienten doch recht merkwürdig scheint, aber der Autorin ist dieses Experiment hier wirklich beeindruckend gut gelungen. Obwohl die Autorin hier selbst erst 28 Jahre alt war, hat sie es doch geschafft die Sicht einer alten und kranken Dame authentisch darzustellen. Jedenfalls so authentisch, wie ich es mir vorstellen würde. Allein wegen dieser schreiberischen Leistung ist dieses Buch schon das lesen wert, finde ich.

Man kann sich vielleicht vorstellen, dass die Geschichte selbst auch sehr emotional erklingt. Wir erleben Maud hier oftmals sehr hilflos, komisch, auch resolut und überhaupt sehr nah. Zumindest im gegenwärtigen Erzählstrang. Ein weiterer Strang erzählt noch Mauds Erinnerungen aus der Vergangenheit, die die Handlung so manches mal richtig spannend werden lassen und zu unterhalten wissen.
Für mich war aber dennoch der Teil in der Gegenwart der eigentlich wichtige, der für den sich dieses Buch zu lesen lohnt.

Von mir gibt es für diese tolle und sensible Geschichte gute fünf Sterne!
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Format: Taschenbuch|Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
Sehr eindrucksvoll beschreibt Emma Healey in diesem Buch, wie sich das Denken bei einer Alzheimer-Erkrankung verändert und hat mir so das Thema als solches sehr eindringlich nahe gebracht. Was sich erst liest wie die ein wenig verwirrten Gedankengänge einer alten Frau, die Gegenwart und Vergangenheit gerne mal etwas vermischt, entwickelt sich dabei zu einer sehr rasanten, beinahe thrillermäßigen Geschichte, die auch aufgrund der Erzählweise beinahe unerträglich spannend wird. Besonders auch durch das Zwischenmenschliche, das oft verzweifelt wirkt – und es in Wahrheit oder in der Realität auch ist. So wird der Leser fast Teil der aus den Fugen geratenen Welt der Maud, die versucht, eine Sache zu erledigen, die ihr keine Ruhe lässt.

Was mich beeindruckt hat war der Scharfsinn, mit dem die Autorin in die Gedanken ihrer Protagonistin eintaucht und so ein wohl seltenes Bild zeichnet. Bücher zum Thema Demenz und Alzheimer gibt es zuhauf, doch geht es da wohl eher um die Erlebnisse mit einem Erkrankten und weniger um das, was sich in dem Erkrankten abspielt. Für mich ist es absolut authentisch und zeigt damit einmal mehr und auf andere Art und Weise, was geschieht, wenn sich das Gehirn langsam aber beständig verabschiedet. Beängstigend.

Auf der anderen Seite ist da natürlich auch noch die Geschichte von Elizabeth, die verschwunden ist – ich will hier nicht zuviel verraten – und die als Kernfrage sehr viel mehr beinhaltet.

Stilistisch hat mich dieses Buch völlig überzeugt, es lässt sich gut lesen und wirkt auch in der Ausdruckweise sehr authentisch.
Der Aufbau ist raffiniert und sehr gut durchdacht, auch wenn sich das erst nach und nach erschließt.

Fazit?
Ein Buch von erschreckender Tiefe und Erkenntnis, das mir zum Teil große Angst gemacht hat.
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Format: Taschenbuch|Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
Wie mag es sein, wenn man vergisst, dass man schon gegessen hat und sich deshalb eine zweite Portion macht? Oder wenn man im Laden vergisst, wie die Dinge aussehen, die man sich vorsorglich auf die Einkaufsliste geschrieben hat?

Maud vergisst immer öfter etwas. Sie ist inzwischen über achtzig und kann sich an ihre Kindheit und Jugend besser erinnern als an letzte Woche. Manchmal merkt sie, dass sie etwas vergessen hat, das ist ihr dann furchtbar peinlich. Um nicht dauernd in unangenehme Situationen zu kommen, notiert sie alles, was ihr wichtig erscheint auf Notizzetteln. Als sie einen Zettel mit dem Satz “Kein Wort von Elizabeth” findet, versucht sie sich zu erinnern, wann sie das letzte Mal mit ihrer Freundin gesprochen hat. Als sie anruft, geht ihre Freundin nicht ans Telefon. Elizabeth wird vermisst, doch niemand scheint ihr zu glauben…

Emma Healy hat diesen bemerkenswerten Roman aus der Sicht von Maud geschrieben, die an Alzheimer erkrankt ist. Erschreckend nahe ging mir die Erkenntnis, wie man sich mit dieser Krankheit fühlen muss, gänzlich hilflos, etwas dagegen zu tun. Maud kann sich gut an ihre Kindheit erinnern, an die schwere Zeit nach dem Krieg und wie ihre Schwester Sukey verschwand. Doch je neuer die Erlebnisse sind, desto weniger kann sie davon behalten. Die Rückblenden in die Vergangenheit sind in Mauds Erinnerung sehr klar, doch die gegenwärtigen Ereignisse werden für Maud und somit auch für den Leser immer konfuser.

Ein ergreifender, nachdenklich machender, aber auch wunderschön geschriebener Roman. Ich habe beim Lesen so manches Taschentuch verbraucht. Die Geschichte wird sehr einfühlsam erzählt ohne in Gefühlsduselei abzudriften. An einigen Stellen konnten ich auch schmunzeln und herzhaft lachen. Ich kann das Buch nur nachdrücklich empfehlen!
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Format: Taschenbuch|Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
Maude ist über 80 Jahre und das Vergessen beginnt, ihr Leben aufzufressen. Immer häufiger fehlen ihr Worte, Tage, Zusammenhänge. Und Maude merkt das. Sie kämpft dagegen an, indem sie immer Notizzettel schreibt und überall verteilt und bei sich trägt. Beim Einkauf stellt sie fest, dass ihr das nicht mehr hilft, denn sie kann mit den Worten nichts anfangen: sie weiß nicht mehr, was "Milch" oder "Eier" bedeutet. Zur "Tarnung" kauft sie Unmengen Pfirsiche in Dosen.

Daheim schimpft ihre Tochter Helen über die Einkäufe, denn auch das steht auf einem der Zettel: "Nicht einkaufen!". Da gibt es sogar Zettel: "Nichts essen!", denn Maude vergisst sogar, dass sie schon gegessen hat und isst deshalb zu viel.

Maude leidet. Besonders leidet sie, weil sie Elizabeth vermisst. Sie kann sie nicht finden, muss aber unbedingt mit ihr sprechen, denn sie ist doch ihre beste Freundin. Niemand will Maude, wie ihr scheint, denn alle sind genervt. Auch der Polizist, bei dem sie Elizabeth als vermisst melden will. Und Peter, Elizabeths Sohn, tut so, als wäre sie verrückt. Maude flüchtet sich mehr und mehr in ihre Kindheit. Da erinnert sie sich ganz klar. Schön sind die Erinnerungen nicht wirklich, denn damals ist ihre Schwester Sukey verschwunden. In den Nachkriegsjahren hat das allerdings nicht unbedingt viele interessiert, denn sehr viele Menschen sind einfach weggegangen, um anderswo ihr Glück zu finden. Doch Maude konnte und wollte das nicht glauben, Sukey musste etwas passiert sein.

Über lange Strecken kämpft der Leser mit Maudes Vergessen ähnlich stark, wie Helen und alle anderen im Umfeld von Maude. Da die Story jedoch aus Maudes Sicht geschrieben ist, leidet man auch stark mit Maude. Ihre Verlorenheit und ihre Angst, sie sind so greifbar und gehen dermaßen nahe, dass ich das Buch nicht am Stück habe lesen können, so sehr ging es mir unter die Haut. Besonders schlimm ist für mich die Vorstellung, mich könnte diese Krankheit auch einmal in ihre Fänge bekommen. Man kann sich nicht schützen, nicht wehren, nicht absichern - man ist dann ganz genau so verloren, wie Maude. Deshalb sind die Längen, die ab und an auftauchen, quasi schon ein Muss. Nur so ist der Leser wirklich authentisch mit Maudes Krankheit konfrontiert.

So ruhig und leise dieses Buch ist, das Ende ist packend, laut, schreiend und atemberaubend. Ein Show-Down, wie man ihn niemals hätte vermuten können. Alles ist anders, als gedacht, alles rückt an seinen Platz und ergibt ein stimmiges Bild. Ganz genau, wie ein Fünftausend-Teile-Puzzle: erst ist es ein heilloses Chaos, dann ein wunderschönes Bild, aber wenn man es endlich gelegt hat, ist es auch schon wieder ..... Vergangenheit!

Emma Healey schafft es, den Leser über Alzheimer und Demenz nachdenken zu lassen, sich damit auseinanderzusetzen und Betroffene zu verstehen. Leichter wird der Umgang mit der Krankheit dadurch nicht. Aber die Einstellung dazu ändert sich doch, wage ich zu behaupten. Einen besonderen Stellenwert hat dabei eine gewisse Besonderheit, die das Buch mitbringt, aber diese möchte ich nicht verraten, die muss man selbst herausfinden.

Ein Buch, das lange nachhallt. Ich empfehle es wirklich JEDEM, denn niemand kann sich sicher sein, niemals selbst betroffen zu sein. Fünf Sterne für ein Buch, das anstrengt und diese Anstengung absolut wert ist.
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am 13. März 2014
Maud ist inzwischen sehr vergesslich, denn sie leidet an Alzheimer. Betreut wird Maud zunächst in ihrem eigenen Haus durch eine Pflegerin, die täglich kommt. Aber auch ihre Tochter Helen kümmert sich um sie. Nicht nur Mauds Gedanken sind durcheinander, sondern auch ihr Tagesablauf funktioniert nicht mehr richtig. Sie isst, wann es ihr gerade einfällt. Sie kocht sich ein Ei, vergisst es und wundert sich später über den seltsamen Geruch, kann aber nicht feststellen, wo er herkommt. Beim Einkauf ist plötzlich der Einkaufszettel in ihrem Kopf verschwunden und sie kauft Pfirsiche in Dosen, nur um sich keine Blöße zu geben.
Maud weiß, dass ihre beste Freundin Elisabeth verschwunden ist. Insgeheim verdächtigt sie deren Sohn Peter. Maud will ihre Freundin wiederfinden, aber keiner will ihr dabei helfen. Die Polizei nimmt sie auch nicht ernst. Aber Maud versucht immer wieder, Elisabeth zu finden.
Auch verliert sich Maud immer wieder und mit der Zeit verstärkt in der Vergangenheit und erinnert sich an ihre Schwester Sukey, die eines Tages verschwand und nicht wieder auftauchte, und an deren Mann Frank, der irgendwelche komischen Geschichten am Laufen hatte.
Die verworrenen Gedankengänge und Handlungen lassen einen manchmal schmunzeln, machen aber auch traurig. Wir erleben, wie ein Mensch sich gegen das Vergessen wehrt und wir erleben, wie die Angehörigen mit der Situation konfrontiert werden. Dabei ist es nicht immer leicht, geduldig und nachsichtig zu bleiben.
Es ist eine Geschichte die berührt und nachdenklich macht. Jeder kann in diese Situation kommen, sei es als Angehöriger oder als Demenzpatient und es gibt immer noch keine Möglichkeit der Heilung. Wenn man das Buch liest, überlegt man immer wieder: Wie würde ich mich verhalten? Aber gibt es darauf wirklich eine Antwort, wenn man nicht betroffen ist?
Das Buch ist aus der Sicht von Maud geschrieben, so das es manches Mal sehr bedrückend war, ihr Empfinden zu erleben. Der Schreibstil ist fesselnd und die Geschichte sehr einfühlsam geschrieben, aber es gab auch einige Längen. Trotzdem durchaus empfehlenswert.
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am 13. März 2014
Rezension über Elisabeth wird vermisst

ELISABETH WIRD VERMISST ist das Erstlingswerk der erst 28 jährigen Emma Healey und ist im Lübbe Verlag erschienen.

Emma wuchs in London auf und machte eine Ausbildung zur Buchbinderin. 2011 machte sie ihren Master im Kreativen Schreiben an der Universität of East Angelina.

Das Buch spielt in England und handelt von der an Alzheimer erkrankten Maud , ihrer Tochter ,einem wichtigen Ergeigniss in ihrer Jugend und insbesondere um die beste Freundin Elisabeth die verschwunden zu sein scheint.

Die 82 jährige Maud lebt in einem kleinen Haus in England und wird dort aufgrund ihrer Alzheimer Erkrankung von einer Pflegerin und ihrer Tochter Helen betreut.
Sie versucht ihr bisheriges Leben aufrecht zu halten und sich selbst zu versorgen So versucht sie zB einkaufen zu gehen, vergisst aber im Laden ihren Zettel anzuschauen und kauft Pfirsiche ( von denen sie allerdings schon 20 Dosen daheim hat) Sie stösst an ihre Grenzen da sie aufgrund ihrer Vergesslichkeit nicht mehr in der Lage ist Dinge zu Ende zu bringen.
Maud ist sehr verzweifelt ob ihrer Situation denn sie merkt das etwas nicht stimmt.
Die einzige Freundin die sie noch hat ist Elisabeth aber diese hat sie auch schon eine ganze Weile nicht mehr gesehen.
Sie beschliesst Elsabeth zu besuchen und stellt fest das diese nicht zu Hause ist und niemand scheint zu wissen wo sie ist .
Elisabeth wird vermisst und Maud teilt es jedem mit aber niemand scheint ihr zu glauben denn es tut niemand etwas .

In die Gedanken um Elisabeth mischen sich immer wieder Erinnerungen um Mauds Vergangenheit . In ihrer Jugend verschwindet nämlich die grosse Schwester Sukey von einem auf den anderen Tag . Sie und ihr Ehemann Frank leben in einem Haus das einem Warenlager ähnelt Sukey scheint sich dort nicht immer wohl zu fühlen und einige der Gegenstände ängstigen sie sogar. Frank handelt mit allerlei Ware und scheint ein eher zwielichtiger Typ zu sein.

Er und Sukey verschwinden über Nacht und die Eltern sowie Maud läßt das keine Ruhe. Sie suchen immer und überall nach Sukey.

Maud erfährt auch heute keine Ruhe und so mischen sich die Ereignisse um Elisabeth und die um ihre Schwester in einem lustigen Gedankenpotpuri.

Ihre Tochter Helen nimmt ihre Mutter zu sich weil sie es nicht mehr verantworten kann das Maud alleine lebt . Sie und ihre Tochter Katy haben nun alle Hände voll zu tun denn natürlich sucht sie auch von hier aus nach Elisabeth und fährt zB mit dem Bus in die Stadt um in der Zeitung eine Anzeige aufzugeben.

Im Laufe des Buches klären sich beide Vermisstenfälle auf allerdings wird es Maud nicht verstehen und immer weiter suchen.

Es war ein durchaus rührendes Buch wenn auch das Thema an mancher Stelle einen kleinen Schmunzler zulässt.

Ich habe viel mit der Tochter Helen gelitten die selbstverständlich oft am Ende mit den Nerven war wenn sie die Ein oder andere Sache zum gefühlten tausendsten Mal erklärt, und immer die selben Fragen beantwortet.

Ich war mit Maud zornig weil ihr niemand helfen will Elisabeth zu finden.

Die Thematik hat mich sehr berührt weil es glaube ich die Urangst eines jedem ist plötzlich sich und sein Leben zu vergessen.

Ich finde das Buch klasse und empfehle jedem der sich dem Thema gewachsen fühlt es zu lesen.
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