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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein tolles, anrührendes Debüt
Maud ist um die 80 Jahre alt und lebt noch in ihrer alten Wohnung allein. Regelmäßig schauen ihre Tochter Helen und eine Pflegekraft bei ihr nach dem Rechten. Mit kleinen Zettelbotschaften versucht sie, ihr Gedächtnis auf Trab zu halten. Doch das klappt auch nicht immer so gut. Manchmal findet sie sich irgendwo wieder und weiß gar nicht, wie sie...
Vor 9 Monaten von Tere Layee - SchreibLust Leselust veröffentlicht

versus
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Vergessen
Maud ist ca. 80 Jahre alt und gleitet in die Demenz.
Sie lebt noch alleine in ihrem Haus.
Beaufsichtigt wird sie mehrmals täglich von Pflegekräften und ihrer Tochter.
Um in Alltag klarzukommen, lebt sie mit zig Notizzettelchen, die sie an alles
erinnern sollen.
Ihre grosse Sorge gilt ihrer Freundin Elizabeth, die von ihr vermisst...
Vor 7 Monaten von Silke Ingenbold-kowanda veröffentlicht


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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein tolles, anrührendes Debüt, 20. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Elizabeth wird vermisst: Roman (Taschenbuch)
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Maud ist um die 80 Jahre alt und lebt noch in ihrer alten Wohnung allein. Regelmäßig schauen ihre Tochter Helen und eine Pflegekraft bei ihr nach dem Rechten. Mit kleinen Zettelbotschaften versucht sie, ihr Gedächtnis auf Trab zu halten. Doch das klappt auch nicht immer so gut. Manchmal findet sie sich irgendwo wieder und weiß gar nicht, wie sie dorthin gekommen ist, ein anderes Mal fällt ihr gar nicht mehr ein, was sie in der letzten Minute noch gedacht hat. Aber eins ist für Maud sicher: Ihre Freundin Elisabeth, etwa im gleichen Alter, wird vermisst! Und das kümmert keinen etwas! Obwohl Maud sicher seit Wochen nicht mehr mit ihr telefoniert oder sie gesehen hat, interessiert die Polizei sich nicht im Geringsten für den Fall. Maud beschließt, auf eigene Faust zu ermitteln.

„Elisabeth wird vermisst“ ist ein anrührender Roman, komplett aus Mauds Perspektive geschrieben. Und das macht ihn so besonders. Alzheimer-Romane aus Sicht der pflegenden Angehörigen gibt es viele, aus Sicht der Betroffenen allerdings nur wenige. Das Debüt der erst 28-jährigen Emma Healey wirkt einfühlsam, aber direkt. Es gibt zahlreiche Szenen, die ans Herz gehen, aber auch was zu lachen. Denn Maud verliert ihren eigenen Humor nur selten. Und weicht einmal der Verzweiflung, lässt sich selbst diese gut nachempfinden.

Elisabeths Verschwinden sorgt für kleinere spannende Szenen im Roman. Oft tappt man mit Maud gemeinsam im Dunkeln über ihren Verbleib, häufig ist man allerdings auch schlauer und kann sich ein Schmunzeln über ihre Gedankengänge nicht verkneifen. Parallel läuft die eigentlich spannende Handlung um das Verschwinden von Mauds eigener Schwester in der Nachkriegszeit. Sukey ist über Nacht mit einem Koffer verschwunden und nie mehr aufgetaucht. Auch damals, mit 15 Jahren, ermittelte Maud auf eigene Faust. Hier kommt man weitreichenden Geheimnissen auf die Spur und lernt die andere Maud kennen. Eine Maud, die sich klar erinnert und Details der Vergangenheit so unverfälscht wiedergeben kann, als wäre es gestern gewesen.

Ein ganz großer, zugleich anrührender und amüsanter Roman über Alter und Alzheimer. Diese tolle Autorin wird sicher noch von sich hören lassen!
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Vergessen, 18. Mai 2014
Von 
Silke Ingenbold-kowanda "Büchermurmel" (Oberhausen, Ruhrgebiet) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Elizabeth wird vermisst: Roman (Taschenbuch)
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Maud ist ca. 80 Jahre alt und gleitet in die Demenz.
Sie lebt noch alleine in ihrem Haus.
Beaufsichtigt wird sie mehrmals täglich von Pflegekräften und ihrer Tochter.
Um in Alltag klarzukommen, lebt sie mit zig Notizzettelchen, die sie an alles
erinnern sollen.
Ihre grosse Sorge gilt ihrer Freundin Elizabeth, die von ihr vermisst wird.
Immer wieder macht sich Maud noch selbst auf die Suche nach ihrer Freundin.
Parallel lebt sie viel in ihrer Vergangenheit.
Eine Vergangenheit, in der auch eine Person vermisst wurde. Wer dies war, verrate ich
nicht. Wurde diese Person jemals gefunden? Und wird Elizabeth wieder auftauchen?

Mich hat dieser Roman von Emma Healey sehr berührt.
Ich finde es beachtlich, wie sich ein junger Mensch wie diese Autorin, gerade mal mit
28 Jahren in das Schicksal "Demenz" dermassen sensibel einfühlen kann und dem Leser
diesen Zustand so einfühlsam und schonungslos übermitteln kann.

Ich habe mit Mauds steigender Hilflosigkeit mitgelitten und der Zustand "Demenz"
fordert wohl von allen Familienmitgliedern eines Betroffenen sehr sehr viel ab.
Gegenwart und Vergangenheit wird immer häufiger, wie auch hier bei der Protagonistin,
miteinander vermischt und oftmals können die Gedankengänge von Betroffenen nicht mehr
nachvollzogen werden.

Das rätselhafte Verschwinde zweier Personen sowie das Auffinden von ihnen, empfand ich
persönlich in diesem Roman als nebensächlich.
Gerade Elizabeths Vergangenheit empfand ich streckenweise als etwas langatmig und
unspektakulär erzählt.
Jedoch war dies notwendig, um Maud verstehen zu können.

Trotz Kritikpunkte ein Roman der berührt und der mich ängstlich vor dem Zustand
"Demenz" zurückgelassen hat!
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schleichendes Vergessen des eigenen Lebens, 13. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Elizabeth wird vermisst: Roman (Taschenbuch)
Die 82jährige Maud Horsham leidet an Alzheimer. Wir begleiten sie ein Stück durch ihren Alltag und erleben, wie sich ihr Leben und sie selbst angesichts des Fortschreitens der Krankheit verändern. Da sind die zeitliche und örtliche Desorientiertheit, die Verwechslung und sogar das Nichterkennen nahestehender Personen, Wortfindungsstörungen bzgl. alltäglicher Dinge, Aggressivität gegenüber Angehörigen, die Unfähigkeit zur Verrichtung alltäglicher Dinge. Vor allem aber zwei Krankheitssymptome spielen in der Geschichte eine herausragende Bedeutung. Zum einen erinnert sich Maud detailliert an Begebenheiten aus ihrer Vergangenheit, insbesondere ihre Jugend zu Ende des Zweiten Weltkrieges und das in diese Zeit fallende plötzliche und niemals aufgeklärte Verschwinden ihrer großen Schwester, das sie selbst seinerzeit aufzuklären versuchte. Zum anderen ist Maud von einer inneren Unruhe ergriffen, die sich darin äußert, dass sie ihre beste Freundin Elizabeth für vermeintlich verschwunden hält, weil sie sie eine ganze Weile nicht mehr gesehen haben will. Maud teilt jedem und immer wieder mit, dass Elizabeth vermisst wird. Aber niemand scheint ihr zu glauben. Deshalb verwendet Maud ihr ganzes Denken und Tun darauf, Elizabeth zu finden, was in nahezu detektivischer Ermittlungsarbeit geschieht.

Erzähltechnisch wird diese letzten beiden Aspekte betreffend so vorgegangen, dass Maud jeweils einen Umstand aus der Gegenwart zum Anlass nimmt, sich gedanklich an früher zu besinnen. Es wechseln sich Passagen aus der Gegenwart und Rückblenden ab und wir haben es quasi mit zwei abgeschlossenen Geschichten zu tun, von denen die eine Züge eines Krimis hat. Letztendlich klären sich Elizabeths Verbleib und das Schicksal der Schwester auf. Allerdings versteht Maud es krankheitsbedingt nicht und so beginnt der Kreislauf um die Suche von Elizabeth von neuem.

Das Besondere an dieser Geschichte ist, dass sie in der ersten Person aus Mauds Perspektive geschrieben ist. So erhält der Leser einen Einblick in die Gedankenwelt einer Alzheimerkranken. Es berührt zutiefst zu lesen, wie Maud unter ihrer Krankheit leidet, z.B. wenn sie weint, weil sie einnässt, oder sich hilflos fühlt, als sie den Tisch falsch eindeckt. Fast schon kommen Ängste in einem auf, im Alter ebenso sich und sein Leben zu vergessen.

Auch die Einstellung Dritter zu Mauds Erkrankung wird gut beleuchtet. Ihre Tochter zeigt sich in bewundernswerter Weise äußerst geduldig mit Maud, wenngleich ihr oftmals überhaupt nicht danach zumute ist, was sich in häufigen Seufzern äußert, etwa wenn sie ihrer Mutter zum x-ten Mal die immer selben Fragen beantworten muss. Leute, die Maud nicht kennen, sind unsensibel und machen sich lustig über sie (der Polizist bei ihrer wiederholten Vermisstenanzeige auf dem Revier oder fremde Kinder, die sie einen geriatrischen Einbrecher nennen).

Die Thematik hat gelegentlich tragikomische Züge, welche einen eigentlich zum Lachen bringen könnten, etwa als Maud ihre Enkelin für das schlecht arbeitende Dienstmädchen ihrer Tochter hält, oder die Mitarbeiterin der Zeitung, die Maud bei der Aufgabe des Vermissteninserats behilflich ist, einen gesunden Menschen vor sich zu haben glaubt.

Angesichts der immer mehr an Bedeutung gewinnenden Demenzerkrankungen ein Buch, das sich unbedingt zu lesen empfiehlt. Ein gelungener Debütroman einer jungen englischen Autorin.
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20 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wunderschön, todtraurig und sehr anrührend!, 10. März 2014
Von 
Janie (Köln) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Elizabeth wird vermisst: Roman (Taschenbuch)
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Elizabeth hat mich den gestrigen sonnigen Tag begleitet und obwohl ich tausend andere Dinge hätte tun sollen, konnte ich mich von ihr und Maud einfach nicht losreißen. Sehr berührend, glaubwürdig und ernsthaft, schildert die junge Autorin das Abdriften von Maud in die Demenz. Die Schwierigkeiten, das Zweifeln, die Angehörigen, die hilflos mitansehen müssen und natürlich auch nicht immer alles richtig machen. Manchmal möchte man die alte Darme einfach nur in den Arm nehmen, ein andermal möchte man sie ein wenig schubsen, damit ihre Denkmaschine wieder angestoßen wird.
Mit vielen tausend Zetteln versucht sie dem Vergessen zu entgehen und verstrickt sich so nur noch tiefer. Am Herd der Zettel, daß sie nichts kochen soll, der kurz darauf um den Satz "auch keine Eier!!" ergänzt wird und was von Mauds launigen Gedanken begleitet wird, daß sie doch wohl schließlich noch Wasser kochen kann, daß sie kurz zuvor den Gashahn aufgedreht und vergessen hat, ist aus ihrer Welt schon wieder verschwunden. Allein diese kleine Altagsgeschichte um Maud und ihre Tochter und Enkelin hätte mich begeistert und sehr angerührt. Leider versucht die Autorin dann ein wenig in Richtung Kriminalroman zu gehen, ein dunkles Geheimnis, an das sich Maud nur noch bruchstückhaft erinnert, eine Freundin, die ihr bei der Klärung helfen wollte... alles sehr mysteriös und für mich leider nicht so richtig schlüssig aufgelöst, daher erhält meine Begeisterung ob des wunderschönen und sehr einfühlsamen Schreibstils hier einen kleinen Dämpfer. Natürlich trägt das Rätsel auch zum Spannungsbogen bei, der wäre aber auch ohne den Part in der Vergangenheit da gewesen und ich hatte zeitweise auch das Gefühl, daß die Autorin sich ein wenig im Kreis drehte und zu Beginn des Buches noch nicht ahnte, in welche Richtung, sie die Geschichte laufen lassen wollte. Das macht es für mich eben ein wenig kaputt.
Da ich aber die Schilderungen von Mauds Alltagsleben so wunderbar, anrührend und auch witzig fand, möchte ich da Buch dennoch empfehlen, denn es ist ein Genuß und es läßt einen selbst darüber nachdenken, wie man mit älteren Menschen umgeht, wie schnell man genervt ist, wenn es langsamer ist und wie oft man hinter dem Rücken der Mutter oder Großmutter die Augen verdreht... trotz der für mich also etwas weit hergeholten Endauflösung würde ich sagen, LESEN!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen eher ein Thriller!?, 30. Mai 2014
Von 
CogitoLeider - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Elizabeth wird vermisst: Roman (Taschenbuch)
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Sehr eindrucksvoll beschreibt Emma Healey in diesem Buch, wie sich das Denken bei einer Alzheimer-Erkrankung verändert und hat mir so das Thema als solches sehr eindringlich nahe gebracht. Was sich erst liest wie die ein wenig verwirrten Gedankengänge einer alten Frau, die Gegenwart und Vergangenheit gerne mal etwas vermischt, entwickelt sich dabei zu einer sehr rasanten, beinahe thrillermäßigen Geschichte, die auch aufgrund der Erzählweise beinahe unerträglich spannend wird. Besonders auch durch das Zwischenmenschliche, das oft verzweifelt wirkt – und es in Wahrheit oder in der Realität auch ist. So wird der Leser fast Teil der aus den Fugen geratenen Welt der Maud, die versucht, eine Sache zu erledigen, die ihr keine Ruhe lässt.

Was mich beeindruckt hat war der Scharfsinn, mit dem die Autorin in die Gedanken ihrer Protagonistin eintaucht und so ein wohl seltenes Bild zeichnet. Bücher zum Thema Demenz und Alzheimer gibt es zuhauf, doch geht es da wohl eher um die Erlebnisse mit einem Erkrankten und weniger um das, was sich in dem Erkrankten abspielt. Für mich ist es absolut authentisch und zeigt damit einmal mehr und auf andere Art und Weise, was geschieht, wenn sich das Gehirn langsam aber beständig verabschiedet. Beängstigend.

Auf der anderen Seite ist da natürlich auch noch die Geschichte von Elizabeth, die verschwunden ist – ich will hier nicht zuviel verraten – und die als Kernfrage sehr viel mehr beinhaltet.

Stilistisch hat mich dieses Buch völlig überzeugt, es lässt sich gut lesen und wirkt auch in der Ausdruckweise sehr authentisch.
Der Aufbau ist raffiniert und sehr gut durchdacht, auch wenn sich das erst nach und nach erschließt.

Fazit?
Ein Buch von erschreckender Tiefe und Erkenntnis, das mir zum Teil große Angst gemacht hat.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine wirklich beeindruckende Geschichte, sehr sensibel erzählt, 16. Mai 2014
Von 
Nicole W. - lilstar.de "N.W." (NRW) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Elizabeth wird vermisst: Roman (Taschenbuch)
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Maud Horsham ist bereits über achtzig Jahre alt und leidet an Alzheimer. Jeden Tag bekommt sie Besuch und Hilfe von ihrer Tochter Helen und ihrer Pflegekraft, die für sie die wichtigsten Dinge regeln, einkaufen, Essen vorbereiten und ihr auch immer wieder Notizen schreiben. Maud hält sich selbst allerdings noch für recht selbstständig und merkt aufgrund ihrer Erkrankung zum Teil gar nicht wirklich, was mit ihr geschieht und versucht so manches mal selbst sich irgendwie aus unangenehmen Situationen raus zu reden. Hinzu kommt noch, dass sie ihre beste Freundin Elizabeth für verschollen hält ...

Dieser Roman konnte mich doch ziemlich begeistern. Zugegeben, ich hatte nur anhand des Covers und des Titels eigentlich einen Krimi erwartet und ab und an hatte dieser Roman ja auch gaaaaanz leichte Krimi-Züge, aber eigentlich ist er so ganz anders als erwartet.

Die Geschichte wird komplett aus der Sicht von Maud erzählt. Das ist deswegen so besonders, weil diese Erzählung aus der Sicht eines Alzheimer-Patienten doch recht merkwürdig scheint, aber der Autorin ist dieses Experiment hier wirklich beeindruckend gut gelungen. Obwohl die Autorin hier selbst erst 28 Jahre alt war, hat sie es doch geschafft die Sicht einer alten und kranken Dame authentisch darzustellen. Jedenfalls so authentisch, wie ich es mir vorstellen würde. Allein wegen dieser schreiberischen Leistung ist dieses Buch schon das lesen wert, finde ich.

Man kann sich vielleicht vorstellen, dass die Geschichte selbst auch sehr emotional erklingt. Wir erleben Maud hier oftmals sehr hilflos, komisch, auch resolut und überhaupt sehr nah. Zumindest im gegenwärtigen Erzählstrang. Ein weiterer Strang erzählt noch Mauds Erinnerungen aus der Vergangenheit, die die Handlung so manches mal richtig spannend werden lassen und zu unterhalten wissen.
Für mich war aber dennoch der Teil in der Gegenwart der eigentlich wichtige, der für den sich dieses Buch zu lesen lohnt.

Von mir gibt es für diese tolle und sensible Geschichte gute fünf Sterne!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen sehr traurig, 13. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Elizabeth wird vermisst: Roman (Taschenbuch)
Maud ist inzwischen sehr vergesslich, denn sie leidet an Alzheimer. Betreut wird Maud zunächst in ihrem eigenen Haus durch eine Pflegerin, die täglich kommt. Aber auch ihre Tochter Helen kümmert sich um sie. Nicht nur Mauds Gedanken sind durcheinander, sondern auch ihr Tagesablauf funktioniert nicht mehr richtig. Sie isst, wann es ihr gerade einfällt. Sie kocht sich ein Ei, vergisst es und wundert sich später über den seltsamen Geruch, kann aber nicht feststellen, wo er herkommt. Beim Einkauf ist plötzlich der Einkaufszettel in ihrem Kopf verschwunden und sie kauft Pfirsiche in Dosen, nur um sich keine Blöße zu geben.
Maud weiß, dass ihre beste Freundin Elisabeth verschwunden ist. Insgeheim verdächtigt sie deren Sohn Peter. Maud will ihre Freundin wiederfinden, aber keiner will ihr dabei helfen. Die Polizei nimmt sie auch nicht ernst. Aber Maud versucht immer wieder, Elisabeth zu finden.
Auch verliert sich Maud immer wieder und mit der Zeit verstärkt in der Vergangenheit und erinnert sich an ihre Schwester Sukey, die eines Tages verschwand und nicht wieder auftauchte, und an deren Mann Frank, der irgendwelche komischen Geschichten am Laufen hatte.
Die verworrenen Gedankengänge und Handlungen lassen einen manchmal schmunzeln, machen aber auch traurig. Wir erleben, wie ein Mensch sich gegen das Vergessen wehrt und wir erleben, wie die Angehörigen mit der Situation konfrontiert werden. Dabei ist es nicht immer leicht, geduldig und nachsichtig zu bleiben.
Es ist eine Geschichte die berührt und nachdenklich macht. Jeder kann in diese Situation kommen, sei es als Angehöriger oder als Demenzpatient und es gibt immer noch keine Möglichkeit der Heilung. Wenn man das Buch liest, überlegt man immer wieder: Wie würde ich mich verhalten? Aber gibt es darauf wirklich eine Antwort, wenn man nicht betroffen ist?
Das Buch ist aus der Sicht von Maud geschrieben, so das es manches Mal sehr bedrückend war, ihr Empfinden zu erleben. Der Schreibstil ist fesselnd und die Geschichte sehr einfühlsam geschrieben, aber es gab auch einige Längen. Trotzdem durchaus empfehlenswert.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wunderschön und zutiefst traurig!, 18. Juli 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Elizabeth wird vermisst: Roman (Kindle Edition)
Maud vermisst ihre beste Freundin, bekommt Besuch von einer seltsam fröhlichen Dame, überall kleben so komische Postits und dann noch die Pfirsichkonserven, die v.a. ihre Tochter so eigenartig böse stimmt.

Maud gleitet in die Demenz und ist felsenfest davon überzeugt, dass ihre beste Freundin Elizabeth
vermisst wird. Obwohl ihr immer wieder ein Grund geliefert wird, warum dies nicht stimmen kann,
hört sie nicht auf zu suchen.... und entdeckt dabei ein grausames Geheimnis.

Der langsame Abbau einer Demenzerkrankung und die Welt aus den Augen einer an demenz erkrankten
wird sehr gut beschrieben. Man kann sich gut hineinfühlen und ich bekam manchmal regelrecht Wut auf jene
Mitmenschen, die Maud das Gefühl geben, nicht normal zu sein.

Absolut lesenswert!!!!
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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Berührende Geschichte mit einigen Längen, 16. März 2014
Von 
Rezension bezieht sich auf: Elizabeth wird vermisst: Roman (Kindle Edition)
In unserer alternden Gesellschaft werden Krankheiten wie Alzheimer und Demenz immer wichtiger, immer präsenter. Und so findet dieses Thema auch immer häufiger Eingang in Filme oder Bücher. Erst im vergangenen Jahr hat sich die talentierte Schriftstellerin Lisa Genova mit ihrem überaus berührenden Roman „Mein Leben ohne gestern“ in meine persönliche Bestellerliste geschrieben. Umso gespannter war ich nun auf das Werk der jungen Schriftstellerin Emma Healey, in dem es um eine Frau Anfang 80 geht, die an Alzheimer erkrankt ist und nun versucht, sich im Alltag zurechtzufinden.

Maud schreibt zahlreiche Zettel, die als Orientierung im Alltag dienen sollen, dies aber nicht schaffen, da Maud nie weiß, wann sie eigentlich welchen Zettel geschrieben hat. Als roter Faden durch ihren verwirrten Alltag zieht sich die Frage nach ihrer besten Freundin Elizabeth, denn die scheint verschwunden zu sein. In ihrem Haus ist sie jedenfalls nicht. Maud stellt Nachforschungen an, kann Elizabeth aber einfach nicht finden. Auch in Mauds Vergangenheit gibt es einen Vermisstenfall: Ihre eigene Schwester Sukey ist von einem Tag auf den anderen verschwunden.

Diese zwei Vermisstenfälle ziehen sich als roter Faden durch das Buch. „Elizabeth wird vermisst“ ist aus Mauds Sicht geschrieben, was dieses Buch sehr lebendig macht und einem als Leser die Möglichkeit eröffnet, sich in einen an Demenz erkrankten Menschen hineinzuversetzen. Wir erleben hautnah mit, wie Maud versucht, sich im Alltag zurechtzufinden: Sie steht im Supermarkt und weiß nicht mehr, was sie eigentlich kaufen wollte. Also nimmt sie Pfirsiche in Dosen mit, denn die kann man immer gebrauchen. Zuhause allerdings türmen diese Dosen sich. Als sie schließlich glaubt, neben einer fremden Frau zu sitzen, die sie wenige Minuten später doch als ihre Tochter wiedererkennt, ist es bereits sehr weit gekommen.

Es ist ein Trauerspiel, das sich einem beim Lesen eröffnet. Da das Buch aus Mauds Sicht geschrieben ist, kann man sich ein wenig in einen dementen Menschen hineinversetzen. Allerdings bringt dies auch einen großen Nachteil mit sich: Denn das Buch ist entsprechend wirr geschrieben. Nirgends finden sich Zeitangaben, sodass man weder weiß, wie viel Zeit im Buch vergeht noch weiß man immer sofort, in welcher Zeit Maud sich gedanklich gerade befindet. Oftmals denkt sie über ihre Vergangenheit nach, über Sukey, deren Ehemann, den Mitbewohner und die Suche nach Sukey. So muss man sich in jedem Abschnitt neu orientieren, was den Lesefluss doch etwas stört.

Hinzu kommen einige Längen. Zwar gefiel mir die Idee sehr gut, die Suche nach Elizabeth als roten Faden zu nehmen, doch strapaziert Emma Healey diese Frage aus meiner Sicht zu sehr. Immer wieder fragt Maud nach Elizabeth und kommt doch keinen Schritt weiter. Das Buch dreht sich daher über weite Strecken im Kreis, wodurch der Spannungsbogen stark leidet. Auch die Geschichte um Sukey wird zu sehr ausgebreitet.

Ich habe das Buch über weite Strecken sehr gerne gelesen und finde auch, dass es viel Verständnis weckt für Menschen, die an Demenz erkranken. In diesem Buch steht mal nicht jemand im Mittelpunkt, der einen dementen Angehörigen pflegen muss, sondern es geht um den Kranken selbst. Das gefiel mir sehr gut. Allerdings wird diese Idee zu sehr ausgebreitet und immer wieder von allen möglichen und auch gleichen Seiten beleuchtet. Kürzungen hätten dem Buch schon gut getan, dennoch kann ich es weiterempfehlen, auch wenn es längst nicht die gleiche Dramatik entfaltet wie „Mein Leben ohne gestern“ - ein Buch, das auf diesem Themengebiet aus meiner Sicht kaum zu übertreffen ist.
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5.0 von 5 Sternen Jahreshighlight, 2. November 2014
Von 
josbookcorner (Espa) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Elizabeth wird vermisst: Roman (Taschenbuch)
Dieses Buch war eines meiner Highlights der ersten Jahreshälfte.

Die 82jährige Maud Horsham leidet an Alzheimer im fortgeschrittenen Stadium, doch sie ist sich trotz allem sicher, dass ihre Freundin Elizabeth vermisst wird. Oder doch nicht? Wieso glaubt ihr nur keiner? Oder sollte sie sich selbst nicht glauben?

Alzheimer ist eine schreckliche Diagnose. Man vergisst die Welt, seine Familie, sein Leben und irgendwann kommt unweigerlich der Punkt, an dem man sich selbst nicht mehr trauen kann.

Wenn ein Mensch anfängt zu vergessen, wird er verletzlich. Die Umwelt wird für ihn zur Gefahr, die Verwandten sind hin und hergerissen zwischen genervt und voller Mitleid und der Betroffene selbst merkt, wie er sich nach und nach ganz verliert. Auch Maud erkennt, dass sie die Welt nicht mehr so wahrnimmt wie sie ist. Die Krankheit schreitet immer weiter fort. Sie verirrt sich in einstmals bekannten Straßen, sie vergisst, dass sie zum fünften Mal eine Tasse Tee gekocht hat, sie vergisst, dass sie eigentlich schon zu Abend gegessen hat, sie vergisst Worte und an ganz schlimmen Tagen vergisst sie sogar ihre Familie. Um sich zumindest einen kleinen Überblick zu bewahren, schreibt sie sich ständig Notizen und stopft sie in alle verfügbaren Taschen, doch allzu oft vergisst sie auch die Bedeutung auf den kleinen gelben Zetteln. Ihre Tochter macht sich große Sorgen, ist fast rund um die Uhr für sie da und muss doch hilflos zusehen, wie sich ihre Mutter immer weiter von ihr entfernt. Dazu kommt Mauds ständige Behauptung, dass ihre Freundin verschwunden ist. In diesem Fall ist sie sich nämlich ganz sicher: Elizabeth ist nicht mehr da! Wahrscheinlich ist ihr etwas Schreckliches zugestoßen. Immer wieder macht sie sich daher auf und versucht herauszufinden, was mit der Freundin passiert ist. Und so muss ihre Tochter sie mal von der Polizeiwache, mal aus fremden Häusern oder aus verschiedenen Ecken der Stadt abholen.

Das Einzige, woran sich Maud gut erinnern kann, ist ihre Jugend am Ende des Zweiten Weltkriegs. Damals ist ihre große Schwester einfach verschwunden und nie wieder aufgetaucht – es ist ein Ereignis, das sie nie richtig verarbeitet hat.

Emma Healey vermischt in ihrem Buch zwei Zeitebenen auf sehr geschickte Arte und Weise. Auf der einen Seite Maud, die die Ereignisse von damals wieder erlebt, auf der anderen Seite eine Maud, die unbedingt herausfinden will, was mit ihrer Freundin von heute passiert ist – und zwischendrin diese heimtückische Krankheit.

Am Anfang stand für mich vor allem Mauds Leben und die Handlung der Geschichte im Mittelpunkt. Nach und nach aber nahm die Krankheit immer mehr Platz ein. Dadurch, dass die Geschichte komplett aus Mauds Sicht geschildert wird, hat die Autorin es geschafft, sie als so zerbrechlich und dennoch so voller Leben darzustellen, dass es mir als Leser teilweise die Kehle zugeschnürt hat. Maud hat sich einfach in meine Seele geschlichen. Am Anfang hat mich ihr ständiges “Elizabeth wird vermisst” genervt, aber im Laufe der Zeit tat sie mir nur noch leid. Sie wirkt so verloren in der Welt.

Unweigerlich musste ich mir die Frage stellen, wie es wäre, wenn ich selbst alles vergessen würde. Wer bin ich denn noch, wenn ich mich nicht mehr an mein Leben erinnern kann? Wenn ich nicht weiß, wer meine Familie ist, meine Freunde? Wie lebt man damit, wenn es schon lebensgefährlich ist, den Herd anzuschalten, einfach, weil man vergisst, ihn wieder auszumachen? Wie geht man mit der Angst um, wenn man merkt, dass man sich immer mehr verliert?

Trotz der tragischen Umstände kommt der Humor in diesem Buch nicht zu kurz. Oft musste ich angesichts Maud trockener Art schmunzeln, sie ist ein durch und durch liebenswerter Charakter. In ihren klaren Momenten erkennt man ihren wachen Geist und die starke Frau, die sie einst war. Umso tragischer wirkt ihr Schicksal, umso berührender das Buch.

Es ist beeindruckend wie die 28 jähriger Autorin es versteht, diese sensible Thematik mit einer interessanten und spannenden Geschichte zu verweben. Gerade das Ende ist einfach nur clever und so gut. “Elizabeth wird vermisst” ist eines dieser Werke, das einem das Herz bricht und dabei trotzdem Spaß macht. Es ist bewegend und so einfühlsam geschrieben, das man Mauds Geschichte nicht einfach so zwischendurch lesen und dann zum nächsten Buch übergehen kann, sie bleibt bei einem.

Fünf begeisterte, gerührte und bewegte Sterne für die alte Dame und ihre Freundin, die vermisst wird – oder doch nicht?
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