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am 13. September 2014
Die Autorin hat in Harvard Ökonomie studiert, sie schrieb für den Economist und Independent. Zur Zeit sitzt sie u.A. im Aufsichtsrat der BBC und berät Vodafone. Sie kann schreiben und ist tief im (ökonomischen) Establisment zu Hause. In den Glanzzeiten der New Economy schrieb sie ein Buch mit dem Titel: Paradoxes of Prosperity: Why the New Capitalism Benefits All (2001).
Wie sie in diesem Buch betont sieht sie inzwischen den schönen neuen Kapitalismus nicht mehr ganz so rosig. Von einer wirklichen Kritikerin des ökonomischen Mainstreams ist die Autorin aber auch heute meilenweit entfernt. Im Buch fallen dann auch so Sätze wie "For all our faults, economists do pay attention do evidence".
Die Theorie der rationalen Erwartungen oder der effizienten Märkte haben mit Evidenz wohl soviel zu tun wie die jungfräuliche Geburt Mariens. Es ist auch bekannt, dass der maximale Horizont von Wirtschaftsprognosen 3 Monate beträgt. Nachdem die Daten zumindest diesen lag haben geht sich bestenfalls eine "Nowcast" (es heisst wirklich so) aus. Trotzdem tretten die sogenannten Wirtschaftsweisen regelmässig vor die Kamera und verkünden der staunenden Menschheit die ökonomische Zukunft. Karl Aiginger, der Chef des Österr. WIFO, sieht seit 3 Jahren einen Silberstreif am Horizont. Der Mann braucht offensichtlich einen Doktor.
Die Ökonomen schaffen sich aber auch ihre "Evidence" selbst. Das Buch ist dafür eine sehr gute Illustration. Die Autorin betont mehrmals, dass das GDP einerseits die zentrale Zahl im politisch-ökonomischen Diskurs darstellt. Andererseits ist es eine weitgehend willkürliche Festlegung. So wurden ursprünglich die Staatsausgaben abgezogen. Der Staat wurde damit implizit als Parasit am ökonomischen Körper einer Gesellschaft definiert. Das passte aber nicht zu Roosevelts "New Deal" und insbesondere zu den Ausgaben für den 2. Weltkrieg. Also drehte man das Vorzeichen um. Die im privaten Haushalt erbrachten ökonomischen Leistungen werden aber bis heute mit dem Argument, sie hätten keinen Marktpreis und man kann daher nicht wissen wieviel sie wert sind, ignoriert. Es haben jedoch auch die meisten staatlichen Leistungen keinen Marktpreis. Die Autorin merkt zur Hausarbeit an:
"It can be measured by surveys, like many other economic statistics, but generally official statistical agencies have never bothered - perhaps because it has been carried out mainly by women".
Es geht hier um die allgemeine Frage der "Production boundary". Was gilt als ökonomische Aktivität und was nicht. "The border also becomes a self-fullfilling, though, as being included in the national accounts definition of GDP is taken as the mark of productiveness".
Es kommt jedoch nicht nur darauf an was, sondern auch wie man zählt. Ein Beispiel ist die Finanzindustrie
"The Original SNA (Standard-Zählweise C.D.) in 1953 had shown the financial services industry as making either a negative or a small positive contribution to GDP. Finance was a more or less unproductive activity."
Das entsprach dem damaligen Keynesianischen Zeitgeist. Mit dem Aufkommen des Monetarismus wurde eine unglaublich künstliche Zählweise eingeführt damit der Finanzsektor seinen in dieser Weltsicht gebührenden Platz im GDP einnimmt.
"That is correct: an imaginary industry supplying no products or services was theoryed into being as the 'buyer of banks' intermediation. The UK adopted this approach in 1973, France in 1975. This change started to turn finance from a conceptually unproductive into a productive sector".
Im Jahr 2001 hat die Autorin - dem Zeitgeist entsprechend - den Finanzsektor noch hymnisch besungen. Nun findet sie, dass man die Zählweise überarbeiten sollte.
Diane Coyle betont im Buch mehrmals dass das GDP und social-welfare zwei verschiedene Paar Schuhe sind. Sie verteidigt jedoch den "Hedonic-Price-Index". Dabei geht es um die simple Frage wie man das Mooresche Gesetz zur Schönung des GDP verwenden könnte. Die entscheidene Grösse beim GDP ist das inflationsbereinigte reale Wachstum. Neben dem Output ist daher die Inflationsrate die zweite wesentliche Schraube beim Drehen am GDP. Eine niedrigere Inflationsrate ergibt einen höheren realen GDP-Zuwachs. Der schöne neue New Capitalism war GDP mässig nur so la la. Der Hedonic-Price-Index lösste das Problem. Mein erster PC hat 40.000 ATS (3.000 Euro) gekostet. Der aktuelle 1.500 Euro. Der aktuelle ist jedoch ca. 10.000x so leistungsfähig. Also ist er nach dem Hedonic-Price-Index nicht nur halb so teuer. Er hat per alter Leistungseinheit den Preis einer Semmel. Meine Freude am neuen PC ist jedoch sicher nicht 10.000x so gross. Sieht man einmal vom "it's never as good as the first time" Effekt ab, dann habe ich damals und heute einen PC am Stand der Technik erworben. Es sind einfach die Ansprüche was ein PC können muss mitgewachsen. Man erstarrt auch nicht in ehrfürchtiges Staunen wenn man am Abend das Licht im Zimmer aufdreht und es tatsächlich auf Knopfdruck taghell wird. In früheren Epochen wäre das ein Wunder gewesen. Heute fällt es einem nur mehr auf wenn das Licht ausfällt.

Die Haltung der Autorin zum GDP lässt sich so zusammen fassen: Ja, er hat einige Schwächen, ja, es ist letztendlich ein willkürlich festgelegtes Mass. Aber der GDP ist da und spielt die zentrale Rolle in der ökonomischen Debatte. Und weil er wichtig genommen wird ist er wichtig.

Wie aus den obigen Ausführungen (hoffentlich) hervorgeht ist das Buch relativ affirmativ. Es enthält aber auch eine Reihe von interessanten Informationen. Zweifellos ist es sehr gut geschrieben. Wenn man es etwas gegen den Strich liest ist es durchaus brauchbar.
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am 19. Juli 2014
Eine kleine geschichte von GDP, aber über die Geschichte auch eine gute und leicht verständliche Introduktion. Sollte Grundwissen sein für jeder der gern über Wachstum redet oder dagegen ist, weil Wachstum durch GDP gemessen wird.

Diane Coyle erklärt wie GDP gemessen und berechnet wird (es ist ein ziemlich artifiziel Konzept), was daran nützlich ist, und auch wo es fehlt.
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