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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein hinreißender Roman
Mit “Die andere Seite des Himmels” ist Jeannette Walls ein hinreißender Roman gelungen. Sie erzählt aus der Sicht einer pfiffigen Zwölfjährigen die etwas ungewöhnliche Geschichte der beiden Schwestern Bean und Liz, die in einer Südstaaten-Kleinstadt lernen, wie Gerechtigkeit funktioniert - oder eben nicht. Ähnlichkeiten zur...
Vor 15 Monaten von Silke Schröder, hallo-buch.de veröffentlicht

versus
21 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Bean und Liz gegen den Rest der Welt
In Walls drittem Buch verschlägt es die Geschwister Bean und Liz vom sonnigen Westen Kaliforniens in den kauzigen Süden Virginias. Ähnlich wie in "Schloss aus Glas" haben die 12-jährige Bean, eigentlich Jean und ihre 15-jährige Halbschwester Liz eine Mutter, die zu sehr mit sich selbst beschäftigt ist, um eine 'gute Mutter' sein zu...
Vor 15 Monaten von Isabelle Klein veröffentlicht


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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein hinreißender Roman, 5. November 2013
Mit “Die andere Seite des Himmels” ist Jeannette Walls ein hinreißender Roman gelungen. Sie erzählt aus der Sicht einer pfiffigen Zwölfjährigen die etwas ungewöhnliche Geschichte der beiden Schwestern Bean und Liz, die in einer Südstaaten-Kleinstadt lernen, wie Gerechtigkeit funktioniert - oder eben nicht. Ähnlichkeiten zur Figur der kleinen Scott aus Harper Lee’s Klassiker “Wer die Nachtigall stört” sind von der Autorin zweifellos gewollt, denn wer nicht von selbst drauf kommt, erhält direkt Nachhilfeunterricht: Bean muss das bekannte Buch über die Rassendiskriminierung in der Schule lesen, gemeinsam mit ihren soeben erst in die Klasse aufgenommenen, schwarzen Mitschülern. Wobei Bean sich natürlich vor allem für ihr Pendant Scott interessiert, während ihre schwarze Klassenkameradin nicht versteht, was das Positive an einem Roman sein soll, in dem ein weißer Anwalt erfolglos einen Schwarzen verteidigt. So gelingt es Walls in ihrer Story immer wieder, die großen Themen der Jahre um 1968, vom Vietnamkrieg über Rassismus bis zum Feminismus, den ganz anderen, realen Verhältnissen einer konservativen kleinen Stadt in Virginia entgegenzusetzen. Jeannette Walls wunderbare Geschichte zeigt, wie ein mutiges junges Mädchen sich mit entwaffnender Logik und unbeirrbarem Gerechtigkeitssinn in der Erwachsenenwelt behauptet - und durchsetzt.
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21 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Bean und Liz gegen den Rest der Welt, 6. November 2013
Von 
Isabelle Klein "vintage books" (Hannover & Würzburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
In Walls drittem Buch verschlägt es die Geschwister Bean und Liz vom sonnigen Westen Kaliforniens in den kauzigen Süden Virginias. Ähnlich wie in "Schloss aus Glas" haben die 12-jährige Bean, eigentlich Jean und ihre 15-jährige Halbschwester Liz eine Mutter, die zu sehr mit sich selbst beschäftigt ist, um eine 'gute Mutter' sein zu können. Sie träumt in den wilden 70ern den Traum ein Musikstar zu werden, erfindet Männergeschichten und Karrierechancen, zieht rastlos mit Kind und Kegel durchs Land. Aktuell flüchtet die Mama, nach einem Streit, ins Nirgendwo. Als die Fürsorge sich für die beiden Kinder zu interessieren beginnt, flüchten die beiden jungen Damen per Greyhound quer durchs Land, um bei Mamas Bruder Onkel Tinsley Holladay Unterschlupf zu suchen. Doch der kauzige Mann, der in einem riesigen, heruntergekommenen Anwesen, ehemals eine Baumwollplantage, logiert, führt ein zurückgezogenes Dasein, seitdem er die Spinnerei an die Konkurrenz verkaufen musste. Die Geschwister wollen dem Onkel helfen und beschließen sich Geld dazu zu verdienen, beim zwielichtigen Jerry Maddox ...

Ich war von "Schloss aus Glas" und dem Nachfolger "Ein ungezähmtes Leben" so gefesselt und bewegt, dass ich mir von diesem Buch viel versprach. Vielleicht war das der Fehler, zu denken, die Autorin könne an die außergewöhnlichen Bücher anknüpfen und sich noch steigern. Nach zweitägiger Lektüre bin ich zwiegespalten und weitestgehend enttäuscht. Die Geschichte fing gut an, Bean, Liz und die durchgeknallte Mama wurden gut gezeichnet, die Situation lebhaft dargestellt. Doch dann verfranst sich die Geschichte. Man lässt sich bei bei Onkel Tinsley nieder, einem Messie-Verschnitt, der in einem unaufgeräumten Riesenhaus lebt, in dem sich alles stapelt, die Vergangenheit höchst lebendig wird. Statt die Situation auszubauen, wird nur in einem kurzen Einschub auf die illustre Vergangenheit der Mama Bezug genommen. Statt dessen weitere Figuren: Bean ist auf der Suche nach ihren Wurzeln, lernt die Familie ihres Vater kennen - alle werden kurz ins Geschehen geworfen, nur um schnell wieder zu verschwinden und dem Fiesling des Buches Platz zu schaffen: Mr Maddox, für den die Mädels arbeiten. Man ahnt was kommen muss und dann groß und breit erörtert werden wird. Dazwischen ein wenig über die Geschichte und den Südstaaten-Rassismus, man geht nun mit Schwarzen in die Schule, aber wirklich integriert ist man in den frühen 70ern noch nicht. Dazu nehme man die Begeisterung Beans fürs Cheerleading, gepaart mit der Vorliebe des US-Amerikaners für den Ballsport - vermische alles gründlich - heraus kommt eine Reihung von Episoden eines langen Sommers im Süden der USA.
Interessant und spannend? Eher weniger - belanglos und mäßig packend. Wobei die Ansätze gut sind. Nur die Ausarbeitung trifft meinen Geschmack nicht. Den Vergleich mit "Schloss aus Glas" vermag "Die andere Seite des Himmels nicht standzuhalten. Schade, aber vermutlich vorhersehbar, denn Walls hat die Latte mit den beiden Vorgängerromanen hoch gelegt. Während diese beiden historisch belegt sind, es handelt sich einmal um ihre eigene Geschichte und die ihrer Eltern (Schloss aus Glas) bzw. die ihrer Großmutter in "Ein ungezähmtes Leben", scheint diese rein fiktional zu sein. Leider äußerst sich die Autorin dazu nicht. Der Süden wird zwar recht authentisch und schwül beschrieben, aber so richtig zu packen vermag das alles nicht. Dazu Figuren, die blass bleiben und sich in der Masse der Nebenfiguren verlieren.
Das Buch ist eine belanglos nette Zwischenlektüre, die sich schnell weglesen lässt (großes Schriftbild und breiter Rand macht aus den 361 Seiten deutlich weniger), aber nicht berührt oder gar nachhaltig in Erinnerung bleibt. Erinnert an Young-Adult-Romane.

Fazit: Kein Vergleich zu ihren anderen beiden Romanen. Lauwarme Kost, die man schnell vergisst. Nicht schlecht, aber auch nicht wirklich gut. 3 Sterne mit leichter Tendenz zu 2,5.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen eine wunderschön erzählte Geschichte, 8. November 2013
Von 
Joko - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
"Die andere Seite des Himmels " ist das zweite Buch, das ich von dieser Autorin lese und es hat mir wieder gut gefallen. Es mit dem ersten Buch "Schloss aus Glas " zu vergleichen klappt nicht, da "Schloss aus Glas " stark autobiografische Züge trug und auch ihr zweites Buch, das von ihrer Großmutter handelt, hat einen ganz anderen Hintergrund als dieses Buch.

In "Die andere Seite des Himmels" erzählt ein 12-jähriges, sehr selbstbewusstes und selbstständiges Mädchen von ihrer Mutter, einer verkappten Sängerin, die ihre Kinder Liz und Bean immer wieder alleine lässt, um mit ihrer angeblichen Karriere voranzukommen , oder auf einen Selbstfindungstrip zu gehen. Beans Schwester Liz ist 15 und die beiden Geschwister kommen nicht nur alleine gut zurecht, sondern verstehen sich auch sehr gut. Als ihre Mutter wieder unterwegs ist, um in New York eine geeignete Wohnung für die drei zu finden, lässt sie die Kinder länger als sonst allein. Die Fürsorge wird aufmerksam und das ist für Liz und Bean Anlass, sich auf den Weg nach Virginia zu machen. Dort, in Byler, einem kleinen , verschrobenen und erzkonservativen Ort, wohnt ihr Onkel Tinsley, der Bruder ihrer Mutter. Auf einem großen , aber verkommenen Anwesen lebt ihr Verwandter und für Liz und Bean ist es ein großes Abenteuer das Haus und die Umgebung zu entdecken. Onkel Tinsley lebt sehr zurückgezogen, mit den Gedanken in der Vergangenheit und auch der Zustand des Hauses zeugt davon , dass seine Frau schon länger tot ist. Bean, die nicht den gleichen Vater hat wie Liz, lernt hier nicht nur die Familie ihres Vaters kennen, sondern die Geschwister erfahren, dass ihre Mutter in einer der reichsten Familien des Ortes aufgewachsen ist. Aber die beiden machen nicht nur schöne Erfahrungen, sondern legen sich auch mit dem mächtigsten Mann des Ortes an. Aber sie haben gelernt durch ihr Leben und verschwinden nicht sofort in den nächsten Ort, wie es ihre Mutter immer gemacht hat, wenn Probleme auftreten, sondern gehen das Problem an und kämpfen für Gerechtigkeit.
Mir hat es sehr viel Spaß gemacht , die Geschichte von Liz und Bean zu lesen. Ich bin eingetaucht in die Geschichte , die Anfang der siebziger Jahre in den Südstaaten spielt und noch mit den Problemen dieser Zeit kämpft. Viele Söhne sind noch im Vietnamkrieg, der dort schon verloren scheint und die farbige Bevölkerung soll in Schulen und anderen Einrichtungen integriert werden, was nicht nur den Erwachsenen schwer fällt. Neu zugezogenen werden kritisch beäugt und da sich Liz und Bean, da ihnen das Geld fehlt, nicht im Äußeren von den Kindern des Ortes unterscheiden, werden sie als Außenseiter behandelt. Einzig bei Beans Familie finden sie Freunde. Die Beschreibungen der damaligen Zeit, die Beziehung zu ihrer Mutter und der Reifeprozess, den die beiden Mädchen mitmachen, haben mir gut gefallen. Das Buch liest sich flüssig und interessant und darum habe ich es in zwei Tagen ausgelesen. Ich fand es an keiner Stelle langweilig oder langatmig. Die Figuren der Liz und Bean haben mir sehr gut gefallen , ich fand sie mehr als gelungen, vor allem Bean, die für ihr Alter sehr reif und selbstbewusst dargestellt wurde.

Wenn sie keine Vergleiche zu ihren vorangegangenen Büchern stellen und "Die andere Seite des Himmels" als eigenständiges Buch sehen, dass es ja auch ist, es hat nämlich nichts mit Jeannette Walls Familie zu tun, werden sie sicher Spaß beim Lesen haben.
Ich kann das Buch jedenfalls empfehlen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kampf für Gerechtigkeit, 10. November 2013
Die Schwestern Bean und Liz Holladay, sind 1970 zwölf bzw. fünfzehn Jahre alt, als ihre herumvagabundierende, von einer Karriere als Folksängerin träumende Mutter wieder einmal von der Bildfläche verschwindet. Um nicht in die Fittiche der Fürsorge zu geraten, begeben sich beide auf den weiten Weg nach Byler/Virginia, dem Heimatort ihrer Mutter, wo sie von ihrem kauzigen, aber liebenswerten Onkel Tinsley aufgenommen werden. Zum ersten Mal erfahren sie die Geschichte ihrer Familie, insbesondere ihrer Väter, über die sie ihre Mutter im Unklaren gelassen hat. Beiden gefällt es in der neuen Umgebung mit den warmherzigen Menschen, wo allerdings noch immer der Rassismus von großer Bedeutung ist. Als sie gegen den Willen ihres Onkels einen Job bei dem im Ort allmächtigen Betriebsleiter Maddox der früher im eigenen Familienbesitz befindlichen Weberei annehmen, eskalieren die Ereignisse. Maddox versucht Liz zu vergewaltigen. Werden die beiden so tun, als sei nichts gewesen, oder werden sie für Gerechtigkeit kämpfen?

Nach „Schloss aus Glas“ ist der Autorin Jeannette Walls wieder ein wunderbarer Roman gelungen. Geschrieben aus der Ich-Perspektive der erst 12jährigen Bean, ermutigt das Buch, Gerechtigkeitssinn zu entwickeln. Bean und ihre Schwester machen im Lauf der Geschichte einen bemerkenswerten Reifeprozess durch. Die Figur von Bean lehnt sich bewusst an die Scott aus Harper Lees „Wer die Nachtigall stört“ an, dem bekannten Buch über Rassendiskriminierung. Passenderweise liest Bean es im Schulunterricht. Die Geschichte greift mit Vietnamkrieg, Rassismus und Arbeiterausbeutung Themen auf, die zu der Zeit, als die Handlung spielt, in den USA von großer Bedeutung waren.

Ein Buch, das ich nur empfehlen kann.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Leseempfehlung! Tolles Buch!, 19. November 2013
Das 363 Seiten umfassende Buch Die andere Seite des Himmels von Jeannette Walls handelt von den beiden Schwestern Liz und Bean. Die beiden sind des öfteren schon phasenweise auf sich selber gestellt gewesen, weil ihre Mutter, im positiven Sinne exzentrisch, im schlechtesten Sinne neurotisch, ihre Töchter zwecks Selbstfindung zuhause alleine zurück ließ. Als es wieder mal dazu kommt, dass die Mutter die beiden für unbestimmte Zeit sich selbst überlässt, entschließen die beiden Mädchen nach Virginia zu reisen. Dort lebt ihr Onkel Tinsley im kleinen Ort Mayfield im Elternhaus von ihm und seiner Schwester.
Liz, die ältere der beiden, gibt der 12jährigen Bean immer wieder Sicherheit und versucht so gut es geht, die Mutter zu ersetzen. So meistern die beiden auch die Reise nach Mayfield und erfahren bei ihrem zunächst etwas kauzigen Onkel zum wohl ersten Mal in ihrem Leben einen einigermaßen geordneten Alttag. Sie tauchen ein in die Vergangenheit ihrer Mutter und Bean erfährt zum ersten Mal etwas über ihren leiblichen Vater.
Doch das Leben der Schwestern beginnt schon bald wieder zu straucheln, als sie den unangenehmen Maddox kenenlernen und für ihnanfangen zu arbeiten.
Die ich-erzählende Bean ist ein kluges Mädchen, mit einem ungeheuren Gerechtigkeitssinn und einer erstaunlich offenen Art. Dafür, dass Liz und Bean von ihrer Mutter so vernachlässigt wurden, sind es unheimlich gut geratene Kinder.

Der Einstieg und die fortlaufende Lektüre des Buches sind mir sehr leicht gefallen. Es liest sich wirklich gut, dank einer klaren und schnörkellosen Sprache. Jeannette Walls schafft es schnell, den Leser für die Geschichte der Schwestern zu interessieren. Die Figuren sind irgendwie alle ein wenig schrullig und haben Macken und Kanten, aber schnell kann man an jedem (Maddox mal ausgenommen) etwas liebenswertes entdecken.

Es war das erste Buch, welches ich von Jeanette Walls gelesen habe und ich werde wohl in Zukunft auch die bereits erschienenen Romane Schloss aus Glas und Ein ungezähmtes Leben noch lesen. Den Schreibstil hab ich als sehr angenehm empfunden und ihre Figuren sind vielschichtig entworfen.

In jedem Fall eine Leseempfehlung mit 4 von 5 Sternen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Vernachlässigte Kinder, 11. Februar 2014
Von 
Hamlet - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Als ich vor einigen Jahren den autobiografischen Roman „Schloss aus Glas“ der amerikanischen Autorin Jeannette Walls gelesen habe, war ich tief beeindruckt von ihren Schilderungen des Überlebenskampfes eines vernachlässigten Kindes in einer chaotischen Familie, die sie dort geschildert hat.

Von „Die andere Seite des Himmels“ habe ich eine Fortführung des Themas erwartet, da sich bereits der Klappentext nur unwesentlich von erstgenanntem Buch unterscheidet. Weit gefehlt, denn im Verlauf der Lektüre konnte ich mich des Eindrucks leider nicht erwehren, dass hier das gleiche Thema wieder aufgegriffen wird, um an dem kommerziellen Erfolg des Erstlings anzuknüpfen.

Es sind die siebziger Jahre, Liz und Bean leben mit ihrer alleinerziehenden Mutter, einer erfolglosen Künstlerin, in Kalifornien. Die Mädchen sind sich weitestgehend selbst überlassen, da die Mutter ihren kreativen Traum mit wechselnden Männerbekanntschaften lebt und sich im Regelfall nicht um die Kinder kümmert. So auch, als sie ihren Töchter etwas Geld zurücklässt und verschwindet, weil sie angeblich eine große Sangeskarriere in Aussicht hat. Die Fürsorge wird aufmerksam, und so machen sich Liz und Bean in Richtung Virginia zu ihrem Onkel Tinsley auf, bei dem sie nicht nur tief in die Welt der Südstaaten, sondern auch in ihre Familiengeschichte eintauchen.

Das Buch wird explizit als Roman, als Fiktion bezeichnet und die Story kommt sehr weich gespült daher – zwei Jugendliche gegen den Rest der Welt. Die Protagonistinnen sind eine Mischung aus Pippi Langstrumpf und Huckleberry Finn, die sich in einer Welt behaupten müssen, in der die Erwachsenen vornehmlich ihren eigenen Bedürfnissen leben und sich weder um ihre Kinder noch um ihre Mitmenschen großartig kümmern.

Jeannette Walls schreibt gefällig für ein offenbar vornehmlich weibliches Publikum, das an herzzerreißenden Lebensgeschichten interessiert ist und laut applaudiert, wenn jemand schockierende Erlebnisse überlebt und später ein erfolgreiches Leben im Rampenlicht führt. Was schlussendlich eine jahrelange physische und psychische Vernachlässigung mit einer Kinderseele macht und welche Auswirkungen es hat, wird in diesem Zusammenhang überhaupt nicht hinterfragt.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mein erstes Buch dieser Autorin - und mit Sicherheit nicht mein letztes!, 1. Dezember 2013
Die beiden Protagonisten dieses Buches, die fünfzehnjährige Liz und die zwölfjährige Jean („Bean“ genannt), ziehen mit ihrer chaotischen Mutter Charlotte von einem Ort zum anderen. Die Künstlerin und Songwriterin Charlotte scheint psychisch labil zu sein und packt beim geringsten Problem ihre Sachen, um mit ihren Kindern weiter zu ziehen. Dabei kommt es nicht selten vor, dass die beiden Mädchen auf sich alleine gestellt sind. Sie werden rascher erwachsen, als gut für die beiden ist, sie grübeln viel und versuchen sogar noch, Charlotte zu decken, als sie die beiden fünf Wochen lang alleine zurück gelassen hat. Als jedoch Schule und Jugendamt aufmerksam werden, beschließen sie, zum Elternhaus ihrer Mutter nach Virginia zu fahren. Sie treten die lange Reise alleine an und landen bei ihrem Onkel Tinsley in Bayler, wo sie tief in die Vergangenheit von Charlotte eintauchen und ihre Wurzeln entdecken.

Jeannette Walls hat einen wunderschönen, in leisen Tönen gehaltenen, Roman über eine Familie geschrieben, der unverzüglich in seinen Bann zieht. Die Protagonisten dieses Buches werden eindrucksvoll beschrieben und wachsen dem Leser mit jeder Seite mehr ans Herz. Obgleich Charlotte umtriebig und verantwortungslos agiert, weckt die Autorin dennoch Verständnis für die einstig umjubelte und von allen Mädchen glühend beneidete „Prinzessin“ von Bayler. Auch die beiden Onkel von Bean, der schrullige Einsiedler Tinsley Holladay und der mürrische Clarence Wyatt mit seiner warmherzigen Familie wurden mir im Verlauf der Geschichte immer sympathischer. Jeannette Walls erzählt ihren Lesern eine Geschichte einer Familie mit Höhen und Tiefen, sie schildert auch den Zusammenhalt innerhalb der Familie und innerhalb des kleinen Ortes Bayler, sie berichtet aber auch vom Rassismus in Kalifornien im Jahre 1968, dem Vietnamkrieg und den Tücken des amerikanischen Rechtssystems. Diese fesselnde und wahrlich großartig geschriebene Geschichte hat mich vollends in ihren Bann gezogen und ich wurde nun neugierig auf diese Autorin, die mir mit ihrer kraftvollen Art zu erzählen ein paar wundervolle Lesestunden bescherte.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen wundervolle Geschichte, 29. November 2013
Von der Autorin der Bestseller "Schloss aus Glas" und "Ein ungezähmtes Leben" Kalifornien, 1970. Bean Holladay und ihre ältere Schwester Liz sind Teenager, als ihre geniale Mutter mal wieder von der Bildfläche verschwindet. Für die Mädchen zunächst nicht weiter beunruhigend. Sobald Probleme am Horizont erscheinen, ergreift ihre Mutter die Flucht. Doch dieses Mal scheint die Sache ernst zu sein... Nachdem die Fürsorge bei den Mädchen auftaucht, wissen sie, dass sie sich schnellstens aus dem Staub machen müssen. Mutterseelenallein legen sie den langen Weg nach Byler, Virginia, zurück, dem Heimatort ihrer Mutter. Dort betreten sie eine Welt, die anders ist als alles, was sie bisher erlebt haben. Sie lernen ihren verschrobenen, aber liebenswerten Onkel Tinsley kennen, erfahren erstmals, dass ihre Mutter aus einer wohlhabenden Familie stammt, und erkunden staunend das familieneigene Anwesen. Bean und Liz gefällt es in ihrer neuen Umgebung, sie merken jedoch bald, dass sie in dem konservativen Ort zuweilen anecken. Und plötzlich haben sie den mächtigsten Mann des Ortes gegen sich. Aber einschüchtern lassen sie sich nicht. Ein mitreißender Roman über zwei mutige Mädchen, die sich gegen die Welt der Erwachsenen auflehnen.

Ein wundervolles Buch, welches ich verschlungen habe. Ich habe diese beiden Mädels in mein Herz geschlossen. Liz kann stolz darauf sein, so eine tolle Schwester wie Bean zu haben. Die so sehr für sie einsteht als Ihr in der neuen Heimat schlimmes widerfährt. Leider ist Ihrer Mum die Karriere wichtiger als Ihre Mädels, daher haben die beiden gar keine andere wahl als den weiten Weg zu Ihrem Onkel Tinsley auf sich zu nehmen. Sie machen sich ganz allein auf den weiten Weg und schlagen sich wacker auf diesem. In Byler bei Ihrem Onkel Tinsley finden die beiden Unterschlupft. In Byler gibt es eine Mann namens Maddox vor dem die ganze Stadt kuscht. Die beiden jungen Damen lassen sich auf ihn ein indem sie für Ihn arbeiten. Er denkt er kann sich alles nehmen so auch Liz. Da Bean für Gerechtigkeit sorgen möchte kommt es zum Prozess, welchen Maddox gewinnt. Aber am ende bekommt er das was er verdient und Liz und Bean erhalten durch Tante Al und Ihren Anhang eine neue tolle Familie. Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und warmherzig. Das Buch habe ich in 2 Tagen gelesen. Es bekommt von mir 5 Sterne, wenn ich mehr zur Verfügung hätte gerne auch mehr.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hand in Hand der Sonne nach, 20. November 2013
Von 
Kalamaria - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
So hieß eines meiner Lieblingsbücher in meiner Kindheit: es ging um zwei Waisenkinder, zwei amerikanische Schwestern, die ihr trauriges Leben hinter sich lassen wollten und aufbrachen, um eine bessere Zukunft zu finden - sehr erfolgreich, wenn auch komplett anders als ursprünglich gedacht.

Dieses Buch hat Jeanette Walls bestimmt auch mal gelesen, denn während der Lektüre ihres aktuellen Buches "Die andere Seite des Himmels" ergaben sich immer wieder mal Assoziationen: die Schwestern Liz und Bean, fünfzehn und zwölf Jahre alt, sind zwar keine Waisen, doch sind sie in einer ähnlichen Situation, werden sie doch von ihrer Hippie-Mutter mit musikalischen Ambitionen - wir schreiben das Jahr 1970 - immer wieder in Stich gelassen.

Und so sind sie mehr oder weniger gezwungen, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen und tun es auch - mehr oder weniger gezwungenermaßen, um der Einweisung ins Jugendheim zu entfliehen: sie begeben sich per Bus auf eine Odyssee quer durch die Staaten - von Kalifornien an die Ostküste, wo ihre Mutter herkommt: da gibt es nämlich noch einen Onkel.

Onkel Tinsley erweist sich als verschrobener, aber liebenswerter Kerl, auch andere Verwandte finden sich - quasi unverhofft - die den Mädchen, vor allem Bean, aus deren Perspektive die Geschichte erzählt wird, ein wenig Wärme vermitteln. Auch die Mutter taucht wieder auf, zumindest partiell.

Und sie treffen auf den bösen Wolf - in Form eines der mächtigsten Männer der Gegend und sagen ihm den Kampf an - mit allen Konsequenzen, die sie dann auch brutal erfahren müssen.

Ein wunderbares Buch - wie bisher alles, was Jeanette Walls zu Papier gebracht hat - atmosphärisch und dicht geschrieben, so dass man es als Leser nicht aus der Hand legen kann. Man erhält einen Einblick in das USA der frühen 1970er Jahre: Vietnam, Rassismus, arm und reich - das alles ist noch sehr, sehr präsent - vor allem in den Südstaaten, wohin es die Mädchen verschlagen hat. Die Charaktere sind charismatisch, (fast) nie schwarz oder weiß, es gibt humorvolle, erschütternde, beklemmende, aufrüttelnde und ergreifende Szenen: ein wahres Gefühlskarussell, durch das man während der Lektüre geschleust wird.

Keine Frage, es lohnt sich - für Menschen, die aufbrechen wollen, die Anstöße und Impulse brauchen, für Menschen, die etwas über die neuere Geschichte der USA erfahren wollen und vor allem für Menschen, die nach dem absoluten Lesegenuss lechzen - hier werden alle reich belohnt: Ein Buch, das man nicht so schnell vergisst.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Zwei Schwestern halten zusammen, 12. November 2013
Kalifornien, 1970: Die Schwestern Liz und Bean (Spitzname für Jean) haben es nicht leicht mit ihrer Mutter, auch wenn diese die Mädchen sehr liebt. Die verhinderte Sängerin flüchtet vor Problemen stets durch einen Umzug und lässt ihre 15- und 12-Jahre alten Töchter schon mal für ein paar Tage allein, um sich ihrer Karriere zu widmen.
Als aus Tagen diesmal Wochen werden und die Polizei auf die Situation aufmerksam wird, hauen die Schwestern ab. Nach Byler, dem Provinzstädtchen in Virginia, aus dem ihre Mutter stammt. Dort lebt noch ihr Onkel Tinsley in der heruntergekommenen Familienvilla, ein verschrobener Einsiedler mit Hang zum Messie. Die intelligente Liz und die kesse Bean stellen nicht nur das Leben ihres Onkels auf den Kopf, sondern auch das der anderen Bewohner in dem erzkonservativen Städtchen. Obendrein bringt die per Gesetz verordnete Rassenintegration Unruhe nach Byler. Bean lernt die Familie ihres Vaters kennen und die Schwestern verdienen sich etwas Geld, in dem sie für Jerry Maddox, den mächtigsten Mann der Stadt arbeiten. Doch dies stellt sich leider als gefährlich heraus und Zusammenhalt und Ideale der beiden Mädchen werden auf eine harte Probe gestellt.
Jeannette Walls toller Schreibstil machte einen Einstieg in die Handlung sehr leicht und ließ mich das Buch mühelos durchlesen. Die Erzählerin Bean war ein unglaublich toller Charakter: nicht auf den Mund gefallen, couragiert und bereit, für ihre Meinung zu kämpfen. Vieles an ihr erinnert mich an die „Scout“ aus „Wer die Nachtigall stört“, von der Autorin auch selbst im Buch erwähnt. Auch andere Parallelen zu Harper Lees Buch lassen sich finden: eine konservative Gemeinde, die an der Rassentrennung festhalten will oder ein Prozess. Der Aufbruch, in dem das restliche Land steckt und in dessen Geist Liz und Bean von ihrer Mutter erzogen wurden, ist noch nicht bis nach Byler durchgekommen. Jeannette Walls hat die Stimmung zwischen den beiden Fronten gut eingefangen.
Auch der Zusammenhalt der Schwestern ist ein wichtiges Element im Buch, da sie sich nicht auf ihre Mutter verlassen können.
Insgesamt eine schöne Geschichte über Familienzusammenhalt, Freiheit des eigenen Willens und Kampf gegen Bevormundung. Ich könnte mir die Handlung gut durch einen Film wiedergegeben vorstellen.
Weniger gelungen fand ich die Voraussehbarkeit bei einigen Dingen, bedingt durch die einseitige Aufteilung der Charaktere in Gut-Böse. Die Ereignisse gegen Ende sind alle sehr gerafft beschrieben und es ist fast alles zum Guten gewendet, wodurch mir das Ende etwas zu trivial war.
Nichtsdestotrotz gute vier Sterne.
Dies ist mein erster Roman von Jeannette Walls, ich werde ihre beiden ersten eher autobiografischen Werke definitiv auch noch lesen.
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