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24 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sex & Macht
Polanski hat wieder einmal bewiesen, dass er einer der größten lebenden Regisseure ist. Was er hier mit den beiden Hauptdarstellern Emmanuelle Seigner (Vanda) und Mathieu Amalric (Thomas) in diesem Kammerspiel sich vor der Kamera abspielen lässt, ist Arthouse at its best, ist ein Blick in menschliche Abgründe. Ausgehend von Regisseur und...
Vor 6 Monaten von zopmar veröffentlicht

versus
16 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Verblüffend...
... finde ich die sehr guten Rezensionen, die dieser Film erhalten hat. Und das nicht deshalb, weil es dem Film kaum gelingt, eine erotische Stimmung zu erzeugen - was wohl den ein oder anderen Zuschauer ziemlich enttäuschen dürfte. Ich empfinde den Film als eine pseudo-intellektuelle Zumutung für den Zuschauer: Die beiden Charaktere, zwischen denen sich...
Vor 6 Monaten von Ein Kunde veröffentlicht


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24 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sex & Macht, 8. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Venus im Pelz (DVD)
Polanski hat wieder einmal bewiesen, dass er einer der größten lebenden Regisseure ist. Was er hier mit den beiden Hauptdarstellern Emmanuelle Seigner (Vanda) und Mathieu Amalric (Thomas) in diesem Kammerspiel sich vor der Kamera abspielen lässt, ist Arthouse at its best, ist ein Blick in menschliche Abgründe. Ausgehend von Regisseur und Vorsprechtussi schlüpfen beide probeweise in zwei Rollen eines historischen Theaterstücks, das zu einer Reise in ihr jeweiliges Innenleben wird. Hier glänzt vor allem die Seigner, die von jetzt auf gleich in Tonfall und Habitus von einer kaugummikauenden, plollhaften Nachwuchsschauspielerein zu einer mondänen Dame der Gesellschaft des vorigen Jahrhunderts mutiert. Blitzschnell wechseln die Realitäten der Akteure mit den Dialogen des Stückes, ganz persönliches mit dem üblichen Theaterdonner. Und indem Vanda sich zur Domina und Göttin steigert und Thomas zum servilen Hündchen und Füßeküsser wird deutlich, dass es neben dem Lustgewinn beim Sex vor allem um Macht geht. Das macht der Rollentausch der Geschlechter deutlich, die völlige Selbstaufgabe geht mit der Unterwerfung bis zur totalen Verleugnung der eigenen Existenz. Und das bei witzig spritzigen Dialogen. (‘Und abends schaust du Arte und gehst schlafen und stirbst…‘) oder es wird mehrfach ‘Ambivalenz‘ mit ‘Ambiguität‘ verwechselt. Klar ist, dass bei Polanski die Frau als Siegerin die Manege verlässt. Selten ist ein Abspann so interessant wie hier, nachdem sich die Kamera zurückzieht d.h. die Anfangssequenz rückwärts läuft. Ein Geniestreich ohne den das Kino etwas ärmer wäre.
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12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen absolute Kaufempfehlung, 23. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Venus im Pelz [Blu-ray] (Blu-ray)
meine erste Filmrezension ;-)
... und ich will meine Motivation gleich voranstellen: ich bin euphorisch!
Dieses Stück hat das Zeug ein Klassiker zu werden(!) was Polanski hier vorlegt ist atemberaubend und fesselnd.

Wenn DAS "Arthouse " ist, wie einer meiner Vorredner meint, hat Arthouse einen neuen Fan. Ich bin froh das heute noch solche Filme möglich sind und (Achtung Spoiler ;-) ) danke denen auf Knien die Füße küssend die solch ein Projekt möglich gemacht haben.

Die Handlung wurde hier ja schon umrissen, daher lass ich sie mal außen vor. Was mich fasziniert hat ist die Flexibilität in der die Rollen angelegt sind und wie grandios spielerisch-virtuos sie auch umgesetzt wurden. Zeitweise beschleicht einen das Gefühl das die Beiden oder zumindest einer improvisiert. Das Theater wird zur Bühne des Kammerspiels über Kunst und Leben, Erotik und Lust, Macht und Manipulation.

Meines Wissens spielte Polanskis Ehefrau, Emmanuelle Seigner, 1999 in "Die neun Pforten" das letzte mal unter seiner Regie.
http://www.amazon.de/neun-Pforten-Blu-ray-Frank-Langella/dp/B00516WP0Q/ref=sr_1_2?ie=UTF8&qid=1395568989&sr=8-2&keywords=Die+neun+Pforten
Einziger Wermutstropfen für mich ist ihr leicht holpriges Intro. Die vulgäre, Kaugummi kauende Bewerberin gelingt Emmanuelle Seigner, meinem Gefühl nach, nicht so sehr. Sie spielt sich da noch etwas "warm" um im Theaterjargon zu bleiben. Als die keifende, überdrehte und laute Vanda nach der Stimmübung ihre Werte offenbart hat es mich fast aus den Schuhen gehoben. Da die Wendung so überzeugend gelingt und ich mir nicht sicher bin ob Polanski das nicht auch bezweckte mag ich dafür auch keinen halben Punkt Abzug geben.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Feines Schauspiel, 26. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Venus im Pelz [Blu-ray] (Blu-ray)
Achtung dies ist ein Theaterstück. Es spielen lediglich zwei Personen und es gibt keine Verfolgungsjagten, keine Landschaftsaufnahmen, keine Toten...

Für Zuschauer die Erotik mit Pornographie gleichsetzen wird es ebenfalls eine Entäuschung geben. Es gibt nicht viel nackte Haut und keine kopulierende Schauspieler.

Für die Zuschauer bei denen Erotik im eigenen Kopf beginnt, die bereit sind die eigene Phantasie zu bemühen, wird Venus im Pelz einige Überraschungen bereit halten.

Für mich waren die Wandlungen der Personen/Rollen überaus unterhaltsam. So verwandelt sich Emmanuelle Seigner in völlig unterschiedliche Personen. Diese Verwandlung ist der Schauspielerin vielleicht sogar etwas zu gut gelungen. So gibt es Szenen in denen das Tempo der Verwandlungen den Zuschauer fordert. Auch die Dialoge sind nicht gerade langsam und bestimmt ist mir die ein oder andere Anspielung entgangen. Das ist, für mich, ein gutes Argument, dass Stück noch einmal zu sehen.

Dabei geht es in diesem Stück nicht nur um Träume, geheime Wünsche und Erotik sondern auch um Macht und Rollenverteilung, Selbstaufgabe und Verwandlung. Schauspielerisch gelingt Seigner und Amalric eine atemberaubende Darbietung. Mit viel Sarkasmus zeigt Polanski warum der Geschlechterkampf lange schon entschieden ist. Die Gewinnerinnen zieren sich den Sieg anzunehmen. Vielleicht weil die Verlierer nicht fair gekämpft haben oder weil die neue Rolle nicht nur Vorteile hat.

Das es Polanski gelingt dem Zuschauer viel Freiraum für eigene Sichtweisen und Interpretationen zu lassen, hat mir sehr gut gefallen. Venus im Pelz kommt nicht mit dem erhobenen Zeigefinger, oder unnötig kompliziert daher, sondern schleicht sich sehr subtil und nachhaltig in die Gedanken des Betrachters.

Anders als im Theater, gelingt es der (einen) Kamera, den Zuschauer sehr dicht herran zu bringen. Dabei gibt es kein Gewackel und nicht den Hauch von Bewegungsunschärfe. Die Tonspur der Blu-ray ist das Beste was ich seit langen gehört habe. Abgesehen vom, für mich, sehr gelungenen Soundtrack, waren die Dialoge auch bei Zimmerlautstärke perfekt verständlich.
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23 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Rettung des Femdom-Spirit, 30. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Venus im Pelz (DVD)
Erst war ich ja skeptisch. Ist das wieder so eine Story, die ohne tiefere Kenntnis der echten BDSM-Szene daherkommt? Allein die Vokabel "Sadomaso" lässt das vermuten; und wenn dann noch die Frau, die sich für die dominante Rolle bewirbt, das Halsband umhat, schwant einem das Schlimmste.

Doch Surprise! Nach langem, nassgeregnetem und larmoyantem Geflehe, der Regisseur möge die Bewerberin doch bitte anhören, auch wenn das Casting schon vorbei ist, lässt er sich schwer genervt drauf ein. Sieht aus wie Polanski mit 40 und hat Polanskis Ehefrau aus dem wahren Leben als Partnerin. Und wie sie ihm aufspielt! Von einer Minute zur anderen stellt sie die wirkliche Vanda auf die Bühne, dass ihm Hören und Sehen vergeht. Wer führt jetzt eigentlich Regie?

Mehr sei nicht verraten. Aber so viel, dass ich das kleine Kino in tiefer Befriedigung verließ. Genugtuung. Nicht nur, weil die schauspielerische Leistung von Emmanuelle Seigner und Mathieu Amalric auf Oscar-Niveau stattfindet. Auch das Script hätte von mir aus eine Auszeichnung verdient.
Ja, da hat jemand tiefe Einblicke in den Kern des Sadomasochismus -- und er verbindet das mit politischen Reflexionen. Das ist kein oberflächliches Geplänkel, sondern eine Kraftprobe, die jeden angeht, der mit Machtgefälle spielt.
Es ist eine umfassende Kritik an der Leichtfertigkeit, in der zur Zeit die Massen in die Szene strömen, um mal am Perversen zu naschen. Und mit dieser Art von Voyeurismus und mit der Einstellung, die dem zugrundeliegt, geht Polanski so gründlich ins Gericht, dass ich den Film zum Pflichtstoff für alle SM-Interessierten machen möchte.
Einfach großartig.
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5.0 von 5 Sternen Venus im Pelz, 23. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Venus im Pelz (DVD)
Ein Film, den man sich immer wieder anschauen kann. Polanski weiß wie man Schauspieler in Szene setzt. Kann ich nur empfehlen
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "Großes Kino auf kleinem Raum", 12. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Venus im Pelz [Blu-ray] (Blu-ray)
"Gott hat ihn gestraft und hat ihn in eines Weibes Hände gegeben".

Mit diesem Bibelzitat läßt Leopold von Sacher-Masoch seine Novelle "Venus im Pelz" aus dem Jahre 1870 beginnen und auch in dem gleichnamig betitelten jüngstem filmischen Werk von Roman Polanski begegnet dieses Zitat dem Zuschauer in ironisch gebrochener Weise.

Die Filmfestspiele von Cannes 2012: Roman Polanski führt dem Festivalpublikum die restaurierte Fassung seines Filmklassikers "Tess" mit Nastasja Kinski vor. Sein Agent übergibt ihm dort das Script des Theaterstückes "Venus im Pelz" in dem der Bühnenautor David Ives die Novelle von Sacher-Masoch in die Neuzeit verlegt und frei interpretiert. Der Regisseur ist begeistert von dem Stück und beschließt die Verfilmung des Theaterspieles zu seinem nächsten Projekt zu machen. Die zuvor geplante filmische Adaption der historischen Dreyfuss-Affäre ist noch nicht so weit gediegen und soll sich noch einige Zeit in der Drehbuch-Phase befinden (Drehbuchautor Robert Harris hatte sich entschlossen zuerst eine Adaption der historischen Ereignisse in Romanform vorzunehmen und erst anschließend das Drehbuch zu verfassen. Der Roman ist hierzulande mittlerweile unter dem Namen "Intrige" erschienen). Außerdem sieht der polnisch-französische Regisseur sowohl seinen lang gehegten Traum einen Film mit nur zwei Protagonisten zu inszenieren in Verwirklichung treten (sein Spielfilmdebüt "Das Messer im Wasser" hat drei Protagonisten aufzuweisen) als auch nach Jahren wieder mit seiner Frau Emmanuelle Seigner zusammen zu arbeiten und zwar in französischer Sprache (letzte filmische Zusammenarbeit in "Die Neun Pforten" 1999).

Zum Plot des Filmes: Der Theater-Regisseur Thomas plant eine Bühnenadaption von Sacher-Masoch's Novelle "Venus im Pelz" findet jedoch keine Schauspielerin die seinen Ansprüchen für die Verkörperung der weiblichen Hauptrolle Vanda" des Stückes genügt. Nach einem langen und enttäuschenden Casting-Tag taucht schließlich mit arger Verspätung eine Bewerberin auf, die erst recht nicht (!) seinen persönlichenVorstellungen für die Rolle entspricht und obendrein auch noch (zufällig?) den gleichen Vornamen trägt wie die Protagonistin des Bühnenstückes. Mit Dreistigkeit und unverblümter Geschwätzigkeit bekommt es die ungebildet und prollig wirkende Vanda schließlich hin, trotz Verspätung und Antiphatie des Regisseurs ein Vorsprechen zu später Stunde zu erwirken...

Wie bereits erwähnt treten in Polanski's "Venus im Pelz" lediglich zwei Akteure in persona auf (verkörpert von den Darstellern Emmanuelle Seigner und Mathieu Amalric ) und die Handlung des Filmes spielt ausschließlich in einem alten Pariser Theater. Das Werk reiht sich in seiner Begrenzung des Raumes und der weitgehenden Isolation (eines der Haupthemen in Polanski's Oeuvre) der Charaktere von ihrer Außenwelt in viele andere filmischen Beiträge des Regisseurs ein ("Das Messer im Wasser", "Der Tod und das Mädchen", "Wenn Katelbach kommt", "Ekel"). Die Handlung des Filmes findet in Echtzeit statt, d. h. das aristotelische Prinzip zur Konstruktion von Dramen (Einheit von Raum, Zeit und Handlung, keine Zeitsprünge, Ortsveränderungen oder Nebenhandlungen) bleibt gewahrt.

Der Film ist eine kammerspielartige, komödiantische Farce mit Intellekt und dunklen Untertönen in der sich die zwei Protagonisten in einem Kampf der Geschlechter im Reigen von Unterwerfung und Dominanz gegenseitig umkreisen (mit letztendlich eindeutigem Ausgang). Um falschen Erwartungshaltungen vorzubeugen, sollte an dieser Stelle vielleicht erwähnt werden, daß der Film kein prickelnder Erotik-Streifen ist und dies im übrigen auch gar nicht sein will. Im Fortlauf der Handlung erklärt sich Theater-Regisseur Thomas bereit, zusammen mit der Schauspielerin Vanda Szenen aus dem Stück Venus im Pelz" zu proben. Zunehmend verwischen die Grenzen zwischen der Realität und der Handlung des geprobten Stückes und die Protagonisten transformieren sich auch außerhalb der Probensituation mehr und mehr in die Figuren des Bühnenstückes (mit einem Ausgang der hier nicht verraten werden soll). Fast schon neckisch wird das ineinander Verlaufen der verschiedenen Ebenen auch durch den sehr gelungenen Soundtrack von Alexandre Desplat transportiert (im Vergleich ist die Musik hier weitaus präsenter als in der letzten Bühnenadaption von Polanski "Der Gott des Gemetzels").

Innerhalb des begrenzten Raumes des Schauplatzes inszeniert Roman Polanski seinen Film mit gekonnter Perfektion und Präzision und teilweise sogar überraschend verspielt. Ebenfalls hervorzuheben ist die hervorragende Cinematographie des Werkes (Polanski's erster digital gedrehter Spielfilm). Die beeindruckende Beleuchtung und Lichtdramaturgie innerhalb der Szenerie des alten Theaters durch Kameramann Pawel Edelman und das elegante Framing von Roman Polanski gehen Hand in Hand. Die Kamera wandert mit den Protagonisten durch das Theater und beleuchtet das Geschehen aus verschiedenen Perspektiven, sodass hier trotz des begrenzten Raumes nicht der Eindruck eines statisch abgefilmten Theaters-Stückes entsteht (wie man es beispielsweise aus Fernsehübertragungen kennt).

Ein Herzstück des Filmes sind natürlich die schauspielerischen Leistungen, mit denen die Qualität eines Filmes dieser Art steht und fällt. Und die Schauspieler zeigen in Venus im Pelz" eine mehr als gelungene Leistung. Emmanuelle Seigner zeigt die wahrscheinlich beste Leistung ihrer bisherigen filmischen Laufbahn und wechselt spielerisch zwischen den verschiedenen Parts ihres doppelgründigen Charakters hin und her. Mathieu Amalric, dessen Rolle im Vergleich weniger schauspielerische Steilvorlage bieten mag als die des weiblichen Counterparts, bietet ebenfalls eine absolut überzeugende Vorstellung.

Nebenbei macht sich Polanski in "Venus im Pelz" auch einen Spass daraus, Analogien zu seiner persönlichen Vita spielerisch zu verarbeiten. Emmanuelle Seigner ist im realen Leben seine Ehefrau, die er bereits mehrfach für Film und Theater in Szene gesetzt hat. Mathieu Amalric der bereits an sich schon dem jungen Polanski ziemlich ähnlich sieht, wurde für "Venus im Pelz" nochmal eindeutig im Stile des jungen Polanski's zurechtgemacht (und spielt im Film ebenfalls einen Regisseur, der Seigner bzw. "Vanda" inszeniert.) An einer Stelle des Filmes erwähnt Vanda, dass sie früher einmal für die Rolle der Hedda Gabler viel Lob geerntet hat (eine Rolle aus dem gleichnamigen Theaterstück von Hendrik Ibsen). Wer die Vita von Polanski kennt weiß vielleicht, daß der Regisseur in Frankreich wirklich mal das Stück "Hedda Gabler" mit seiner Frau in der Hauptrolle inszeniert hat. Man sollte zwar keineswegs den Fehler begehen, die Rolle des Thomas im Film als "Alter Ego" von Polanski zu deuten, aber bis zu einem gewissen Grad wird schon mit der Realitätsebene schelmisch gespielt, was dem Werk einen zusätzlichen Reiz verleiht. Ein Film in dem zum einen die Verwischung der Grenzen zwischen der innerfilmischen Realität und der Handlung des geprobten Stückes fortschreitet und zum anderen feine Rinnsale von Realität aus dem echten Leben des Regisseurs hinter der Kamera einfließen und sich im Plot spiegeln.

In dem vordergründig eher leichten Werk sind die typischen Markenzeichen des Regisseurs vorhanden: von der klaustrophobischen Stimmung des begrenzten Raumes, der Isolation der Charaktere von ihrer Umwelt, bis hin zu Momenten absurder Komik. Besonders im Finale fühlt man sich auch an Polanski's Film "Der Mieter" erinnert. Ich habe den Film mittlerweile bereits mehrmals gesichtet,sowohl in der deutschen Synchronisaton als auch im französischen Original mit deutschen Untertiteln und favorisiere den O-Ton. Gerade Madame Seigner ist im französischen Original noch mal ein gutes Stück überzeugender wie ich finde.

Da hier in den letzten Tagen verstärkt sehr oberflächliche 1-Stern-Rezensionen aufgetaucht sind (in denen keiner der Rezensenten in der Lage war wirklich aufschlussreich zu benennen was an dem Film eigentlich genau bemängelt wird) vielleicht noch kurz ein paar Worte in punkto (falsche) Erwartungshaltung (was meiner Meinung nach ein Grund für die teilweise schroffe Beurteilung des Werkes durch die Rezensenten sein könnte).

Eher nicht empfehlenswert ist "Venus im Pelz" für Menschen

die von dem Film vorrangig erotische Szenen, voyeuristischer Art erwarten (diese Erwartungen werden nicht erfüllt).
die grundsätzlich nicht viel mit sehr dialoglastigen Filmen anfangen können.
die sich von Filmen gelangweilt fühlen, die lediglich an einem einzigen, sehr begrenzten Ort spielen.

Zur deutschen Blu-Ray:

Der Gesamteindruck des Bildes ist hervorragend. Die Bildschärfe ist durchgehend auf sehr gutem Niveau und die Szenen innerhalb des dunklen Theaters bieten einen exzellenten Kontrast. Die eher erdig gehaltene Farbpalette des Filmes wird harmonisch und in guter Sättigung präsentiert. Bonusmaterial gibt es außer Trailern nichts (weil auch wohl nichts produziert wurde). Über die Qualität des Tones mag ich in Ermangelung einer wirklich guten Anlage keine Äußerung treffen. Sowohl der deutsche als auch der französische Ton liegen jedenfalls in DTS-HD 5.1 vor. Bei der Bearbeitung der deutschen Tonspur hat sich EuroVideo an einem Punkt des Filmes eine willkürliche Freiheit gegenüber dem Original erlaubt. Im Finale des Filmes wird an einer Stelle einfach ein prägnanter Voice-Effect, der in der originalen französischen Tonspur vorhanden ist, komplett weggelassen. Wohl in Annahme, das den meisten Zuschauern dies eh nicht auffällt und um Kosten zu sparen? Auch wenn dies dem Film in seiner Gesamtheit keinen Abbruch tut, ist diese bestimmte Stelle im Vergleich zum O-Ton allerdings weniger intensiv, ganz zu schweigen von der Anmaßung das Werk eines als Perfektionisten bekannten Regisseurs eigenmächtig zu ändern (und sei es auch nur an einer Stelle).

Insgesamt kann man "Venus im Pelz" thematisch und inszenatorisch durchaus als eine Art Quintessenz des bisherigen Schaffens von Roman Polanski ansehen und das Werk bietet meiner Meinung nach wieder ein gutes Stück mehr "Polanski-Touch" als sein Vorgänger "Der Gott des Gemetzels". Wenn ich nicht die volle Punktzahl vergebe, dann lediglich um die Relation zu (meiner Meinung nach) anderen noch stärkeren Werkes des Regisseurs zu wahren. Werde mir den Film in Zukunft bestimmt noch einige Male mit Freude anschauen.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gänsehaut..., 14. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Venus im Pelz [Blu-ray] (Blu-ray)
...hatte ich nach etwa einer viertel Stunde. An dieser Stelle wechselt Emanuelle Seigners Synchron-) Stimme zum ersten Mal von der nervigen Schauspielerin zur Venus. Der Film ist ähnlich minimalistisch wie "Der Gott des Gemetzels" und das finde ich wirklich gut. Man muss nicht groß mit Effekten und langer Story blenden, wenn man allein durch den Dialog von zwei Personen den Zuschauer derart fesseln kann. Die zugrundeliegende Novelle von Sacher-Masoch wird immer wieder einbezogen, ohne sich jedoch stur daran zu halten. Das finde ich extrem gut gelöst.
Auch die erotischen Elemente sind perfekt dosiert. "Bitter Moon" fand ich genial, für Gänsehaut sorgte allerdings erst "Venus im Pelz". Achja: Das Buch vorher zu lesen kann nicht schaden.
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Excellent!, 8. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Venus im Pelz (DVD)
Habe diesen Film bereits im Kino auf deutsch gesehen und wollte ihn unbedingt im Original - hier ist er nun. Lieber mit Untertiteln und auf französisch als in deutsch! Die Atmosphäre dieses Kammerspiels kommt noch besser zum Ausdruck!
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16 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Verblüffend..., 17. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Venus im Pelz (DVD)
... finde ich die sehr guten Rezensionen, die dieser Film erhalten hat. Und das nicht deshalb, weil es dem Film kaum gelingt, eine erotische Stimmung zu erzeugen - was wohl den ein oder anderen Zuschauer ziemlich enttäuschen dürfte. Ich empfinde den Film als eine pseudo-intellektuelle Zumutung für den Zuschauer: Die beiden Charaktere, zwischen denen sich der gesamte Film abspielt, funktionieren weder als komische noch als ernstzunehmende Figuren. Sie sind platt und hölzern, der versuchte Humor wirkt ebenso bemüht wie die Versuche, dieser Farce einen "tiefsinnigen" Touch zu geben, indem sie auf die Gender-Problematik, psychische Machtkämpfe oder antike Gottheiten bezogen wird. Keiner dieser Bezüge geht über einen oberflächlichen Verweis hinaus. Insbesondere die prollige, dümmlich auftretende Wanda, die sich dann plötzlich als perfekte Verkörperung der Figur Wanda entpuppt, nur um später als Detektivin und noch später als Göttin zu erscheinen, ist weder amüsant noch intellektuell anregend, sondern einfach eine platte Karikatur. Neben dieser enervierend überzeichneten, ebenso grellen wie seichten Figur wirkt der Regisseur einfach nur langweilig - zumindest bis er mit rotem Lippenstift angemalt und in Stöckelschuhen auf der Bühne kriecht. Dann ist auch er nur noch nervtötend. Der Film erscheint mir seltsam richtungslos: Er versucht, vieles gleichzeitig zu sein und zu sagen und erscheint doch unterm Strich nur als unentschieden und flach. Dass das Team beim Drehen Spaß hatte, sei ihm gegönnt - der Film, der dabei zustande kam, ist jedenfalls genau die Art von pseudo-tiefschürfendem Kunstmist, die durch ihre selbstverliebte vorgetäuschte Verkopftheit der selbsternannten Kunstelite gefallen dürfte. Wer's nicht mag, versteht es eben nicht, weil er zu doof ist. Alles in allem ist dies ein trotz seiner Kürze sehr langatmiger Film, dem es an Spannung, Lebendigkeit und echter Tiefe fehlt, und der versucht, diesen Mangel durch eine krampfhafte Schein-Intellektualität wettzumachen. Einzig die wirklich gelungene Musik rettet den Film ein bisschen - ich jedenfalls kann absolut nicht nachvollziehen, warum dieser Film von so vielen Seiten gelobt wurde. Aber vielleicht bin ich ja für diesen Film einfach zu doof und habe seine Qualität bloß nicht verstanden.
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2 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen langweilig, 26. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Venus im Pelz (Amazon Instant Video)
durchweg langweilig und polanskis miesester film.
den film hab ich mir auch nur angeschaut, weil ich über die ps3 anstatt
auf vorschau den film ausversehen für 48 std für 4,99€ auslieh.
das passiert mir nicht nochmal.
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Venus im Pelz
Venus im Pelz von Leopold Sacher-Masoch (DVD - 2014)
EUR 11,55
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