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VINE-PRODUKTTESTERam 10. Oktober 2014
Lady Gaga gelingt etwas, das in der Popmusik leider viel zu selten vorkommt:
sie legt ein abwechslungsreiches, vielfältiges Album vor, das auch beim wiederholten Hören interessant bleibt und sich oft auch erst beim wiederholten Hören so richtig erschließt - anders als seichte Gefälligkeitsmelodien, die zwar auf Anhieb gut klingen, aber innerhalb von wenigen Wiederholungen belanglos werden.

Auch wenn Gaga immer wieder vorgeworfen wird, mehr Stil als Substanz zu besitzen, straft dieses Album die Kritiker doch Lügen. Natürlich haben wir es hier immer noch mit Pop zu tun, aber gerade im Vergleich mit anderen Größen der Szene hebt sich die exzentrische New Yorkerin doch nach wie vor wohltuend vom nichtssagenden Einheitsbrei ab, und dies nicht nur im Bezug auf extravagante Kostüme.
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VINE-PRODUKTTESTERam 22. Februar 2014
--- Inhalt ---

Lady Gagas drittes volles Studioalbum (die EP THE FAME MONSTER einmal ausgeklammert) mit dem Titel ARTPOP ist das wahrscheinlich interessante der exzentrischen Künstlerin. Es klingt nämlich nach etwas Eigenständigem und nicht nach etwas, das sie aus der Plattensammlung ihrer Eltern zweckentfremdet hat. Dass sie sich in der Vergangenheit von Madonna und anderen Popikonen inspirieren ließ, möchte ich ihr gar nicht ankreiden. Meiner Meinung nach ist die frühere Gaga die Verkörperung der guten alten Zeit, als alles irgendwie frisch und besser war.

Mittlerweile ist sie wohl an einem Punkt angekommen, an dem sie zu sich selbst gefunden hat und sich von dem inspirieren lässt, das sie geschaffen hat. In dieser Selbstfindungsphase hat sie allerdings das Rad nicht neu erfunden. Vom Genre her liegt zugegebenermaßen abwechslungsreicher Pop vor, der mehr oder minder das Beste aus den heutigen Charts wiedergibt. Lady Gagas Kunstpop liegt irgendwo zwischen Neunziger-Eurodance und Dubstep (SWINE, DONATELLA), R'n'B (DO WHAT U WANT), Siebziger-Discovibes (ARTPOP) und dröhnendem Gangster-Rap (JEWELS N’ DRUGS mit T.I., Too $hort und Twista). Nur kennt man diese klanglichen Gewänder, die sich Lady Gaga überstreift, einfach zu gut.

Inhaltlich präsentiert sie sich als toughe Powerfrau. Viele ihrer neuen Stücke haben Sex und die darin gespielten Machtverhältnisse zum Grundthema, zum Beispiel G.U.Y., DO WHAT U WANT im Duett mit R. Kelly und natürlich SEXXX DREAMS, mein persönlicher Anspieltipp. Er enthält einen hypnotisierenden Mitwippbeat, den man gut und gerne als Sex für das Ohr bezeichnen kann. Der Sound des Tracks ist schlichtweg so kaputt und die Synthies extrem zerschmettert wie in GOVERNMENT HOOKER der BORN THIS WAY-Platte. Dieser Mut zur paradoxen eingängigen Hässlichkeit steht total für Lady Gaga, genauso wie ihr Hang zur bewussten Provokation. In MARY JANE HOLLAND singt sie in wohlbekannten Metaphern über Haschischkonsum; Geräusche vom Anzünden eines Joints kann man außerdem am Anfang und Ende vernehmen.

Daran schließt sich DOPE an, das sich, dem Titel nach zu urteilen, anscheinend genauso mit dieser Thematik beschäftigt. Aber weit gefehlt: Auf jedem Album befinden sich schließlich eine oder zwei Balladen, die ihre gesanglichen Qualitäten in den Vordergrund stellen. ARTPOP weist in diesem Sinne eben DOPE und GYPSY als solche vor. DOPE ist die wahrscheinlich schönste, die sie je gemacht hat. Lady Gaga sitzt zuerst nur am Piano und trägt den Songtext von bedingungsloser Liebe gefühlvoll vor. Die Höhepunkte auf ihren Konzerten bilden genau diese Nummern, die sie ohne viel Trara am Klavier vorträgt. Die eingeschobenen Synthies wirken in der Ballade etwas deplatziert, aber trotzdem verfehlt DOPE ihre Wirkung nicht.
Bei GYPSY wurde noch mehr Tempo hinzugefügt. Die sprachlichen Spielereien zum Schluss ('Cause I'm, I'm, I'm, I'm, I'm, I'm a gypsy, gypsy, gypsy, gypsy, I'm...) ähneln nicht nur stark jenen aus MARRY THE NIGHT, sondern das Lied lehnt sich auch thematisch an die frühere Singleauskopplung aus BORN THIS WAY an. Lady Gaga mimt hier den "Lonely Hunter", eine rastlose Frau, die ungern allein einschläft, aber trotzdem die Aufregung neuer Eroberungen liebt.

--- Die Doppel-Vinyl ---

Etliche Male wurde die analoge Ausgabe von Lady Gagas ARTPOP verschoben. Man musste sich zwangsläufig fragen, ob sie aufgrund des schwachen CD-Absatzes vielleicht noch gestrichen wird. Doch jetzt, dreieinhalb Monate später, kann man die Vinyl endlich in Händen halten.
Nach der ganzen Vorfreude stellt sich aber schnell Ernüchterung ein. Die Fertigung der beiden Platten ist mehr als dürftig. Die Pressung ist optisch nicht ganz sauber, das heißt, dass mitunter kleine Kratzer auf der Oberfläche des Vinyls auszumachen sind. Wenn man eine fabrikneue Schallplatte kauft, erwartet man eigentlich eine makellose Oberfläche. Zum Glück führen diese Kratzer zu keinerlei Verfälschungen des Klangbildes.
Lady Gagas Musik ist bekanntlich immer laut, auch wenn sie leise gespielt wird. Dies verweist auf den Trend der Popindustrie, die Aufnahmen für die Masse so laut wie möglich abzumischen, damit sie unterwegs oder im Auto Nebengeräusche besser ausblenden können. Das geht jedoch auch mit einer dürftigen Dynamik, welche Musik eigentlich lebhaft macht, und zahlreichen Übersteuerungen einher. Die Vinylausgabe kann solche Verzerrungen oftmals "glätten", wenngleich nicht immer perfekt. Falls man die CD von ARTPOP oder deren MP3-Dreigabe, die Amazon mit Erwerb dieses Albums kostenlos zur Verfügung stellt, kennt, wird man kaum überrascht sein, dass auch die beiden ARTPOP-LPs stellenweise matschen.
Im Direktvergleich schneiden sie aber immer noch besser ab als die CD, denn die große Stärke der Vinyl ist die Darstellung ihrer Tiefen. Diese kommen doch viel eindrucksvoller auf dem analogen als auf dem digitalen Medium zum Tragen (Anspieltipps hierfür: JEWELS N' DRUGS und DONATELLA).
Wie ist das Set eigentlich verpackt? Auf dem Klappcover befinden sich einige leuchtende Applikationen, wie zum Beispiel die rosafarbenen Buchstaben von Lady Gagas Namen. Die Hülle wurde zudem in Hochglanzpappe veredelt. Im Inneren der Hülle findet man eine zweiseitige Aufnahme von Lady Gaga, die in diesem Moment vermutlich von Jeff Koons vor einer weißen Wand fotografiert wird, vor.
Etwas unglücklich wurden die Labels der Schallplatten gestaltet. Es befinden sich nämlich keine Seite-A bzw. Seite-B-Bezeichnungen darauf. Bei der zweiten Vinyl kann man aufgrund der Songanzahl sehen, welche die richtige Seite ist. Beim Auflegen der ersten mit jeweils vier Titeln muss man im Gegensatz dazu Rätselraten.
Zuerst total übersehen, aber vorhanden: Die Songtexte wurden auf einem Lyricsheet im Kartonärmel der ersten LP beigegeben.

--- Fazit ---

ARTPOP ist mitnichten eine klangliche Innovation für die Popwelt, aber inhaltlich das Beste, das Lady Gaga bisher geschaffen hat. Hätte man vielleicht eine andere Leadsingle als APPLAUSE gewählt, würde es mehr Zuhörern und nicht nur ihren treuergebenen Fans scheren, über was sie auf ARTPOP zu berichten hat. Lady Gaga bleibt nämlich trotz alledem eine Marke, deren Stempel sie in jedem der fünfzehn neuen Titel heraufdrückt. Solch dubiose Texte über sexuelle Befreiung kann nur sie so überzeugend an die Hörerschaft bringen.
Für die Ausgabe auf Vinyl hat man sich so lange Zeit gelassen und man hätte wirklich noch mehr herausholen können: optisch zwar ein echter Eyecatcher mit den vielen Applikationen, aber dafür klanglich nur bedingt besser als die CD (Vielleicht wäre 180-Gramm-Vinyl angebracht gewesen?) - insgesamt trotzdem eine gute Wertung von vier Sternen.
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am 11. Februar 2015
Die lady Rockt!!!! Auf dem Album gefallen mir eigentlich alle Titel, gerade Applause, Gypsy & Venus haben es mir angetan, nur bei Dope mag ich diese komischen Hintergrundgeräusche nicht. Sexxx Dreams ist auch toll, das ist mal was anderes. Jewels & Drugs ist mal wieder eine neue Facette der Lady, das ist cool, sie mal mit Rappern zusammen zu hören. TOP!
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am 2. Januar 2015
Man kann die Kritiker von diesem Album in 4 Teile teilen:
Erstmal gibt es da die richtigen gaga fans die dieses Album wie alle andere lieben, weil es halt gaga is.
Dann die, die einmal fan waren, weil jeder Lady gaga mochte, die jetzt aber, wo sich der Erfolg gagas ein wenig abgeschwächt hat, jegliches Interesse an ihr leugnen, die auf billige und einfache Musik stehen und für die dieses album zu anspruchsvoll ist.
Dann kurz und knapp die, die sie immer gehasst haben und es immernoch tuen.
Und die, Gagas frühere Musik ablehnten, weil sie einfach billig war. Die aber jetzt Fan sind, weil dieses Album ein anspruchsvolles Meisterstück ist.

Und zu dieser letzten Gruppe zähle ich.

Ich liebe Gagas neues Album, obwohl ich sie früher hasste.
Waren die beats früher Flach und billig, ist das was gaga jett macht vollkommen, melodisch und etwas ganz neues. Artpop trifft es am besten.
An diesem Album stimmt alles, ob Text, Beat oder Melodie. Jede Stilklasse ist vorhanden, und künstlerisch verarbeitet.

Aura (10/10) Ich liebe es, es ist so anders und man will einfach dazu abdancen. Neuartig und mitreißend.
Venus (8/10) Ein Dancetrack, der alles wichtige hat. Der Refrain hätte etwas mitreißender sein können, trotzdem geiles Lied.
GUY (8/10) Gehört für mich irgendwie zu Venus dazu. Geiles Intro, wobei ich den Song langsam nicht mehr hören kann XD
Sexxx Dreams (1000/10) Bester Song auf dem Album! Dieser Abwechslung zwischen Reden und dann dieser mega hammer Refrain! Perfekt!!!
Jewels n Drugs (7/10) schwächstes Lied.Ich bin einfach nicht so auf der Rap Schiene... Aber es muss ja für jeden was dabei sein ;)
MANiCURE (9/10) Rockige Nummer, Lady Gaga zeigt ihre Power Stimme, cooler Refrain. Top!
Do what you want (10/10) Mega geil! Mehr kann man nicht sagen!
Artpop (10/10) Es heißt man kann Musik nicht neu erfinden? Gaga kann es. Artpop ist etwas komplett neues! Mega!!!
Swine (10/10) Geschmackssache. Ich liebe es!!!!
Donatella (10/10) I'am so fab! Sie triffts auf den Punkt! Toller Song!
Fashon! (10/10) Im 80 jahre Stile! Richtig chillig und man bekommt so richtig das fashion gefühl XD
Mary Jane Holland (7/10) Konnte mich bisher noch nicht so mit dem Song einigen... Mag ich dich jetzt oder nicht?
Dope (9/10) Der einzige Ruhige song. Sooooo schön <3 Man hat die Frau eine Power Stimme
Gypsy (9/10) Der Song reißt mit. Vorallem der I'm i'm i'm gypsy gypsy gypsy i'm Teil
Applause (10/10) Zum Schluss noch die Single. Applaus für Applause!

"Dance, S.., Art, Pop, Tech" Aura
Da triffts am besten. Dieses Abum ist Kunst und das ist zu anspruchsvoll für viele Leute XD
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am 6. März 2015
Lady Gaga, eine der am meißten unterschätzten Frauen im Musikbuisness, hat sich wieder einmal selbst übertroffen!

Ich kann es absolut nachvollziehen, wenn Leute mit Artpop nicht allzu viel anfangen können. Es hört sich einfach anders an als Alles, was Lady Gaga bisher veröffentlicht hat und was man zur Zeit so im Radio hört. Dabei ist Artpop so viel mehr als belanglose Kirmes-Techno, wenn man sich denn die Zeit nimmt um das Album richtig zu verstehen.

Auf den ersten Blick könnte man fast sagen, dass das Album einfach eine Ansammlung von verschiedenen Genres ist und das Lady Gaga einfach möglichst viele Musikrichtungen abdecken wollte, um möglichst viele Hörer zufrieden zu stellen. Aber die Art, wie die Songs hier ineinander greifen, wie nahtlos der Übergang von 80's-Pop (Sexxx Dreams) zu Hip Hop ( Jewels N Drugs) zu Rock (MANiCURE) funktioniert, ist wirklich einzigartig und dies zieht sich durch das gesamte Album.

Obwohl kein Song dem anderen gleicht und quasi immer ein anderes Genre abgedeckt wird, hat man am Ende des Albums das Gefühl, ein großes Ganzes gehört zu haben, alles wirkt wie aus einem Guß und dies macht Artpop zu Lady Gagas handwerklich bestem Album.

Erwähnen möchte ich auch noch den hypnotischen Sound, der sich durchs ganze Album zieht. Hervorzuheben sind hier definitiv Venus und ARTPOP, die sehr experiementell geworden sind und welche ich selbst heute, nach fast 1 1/2 Jahren noch nicht wirklich einem bestimmten Genre zuordnen kann. Große Klasse!

Fazit: Gute Musik vergeht nie und ich bin sicher, das Artpop in einigen Jahren als zu unrecht geflopptes und missverstandenes Meisterwerk, ähnlich wie Madonnas Erotica, in die Geschichte eingehen wird!
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am 30. November 2015
Nach den überragenden Alben The Fame, The Fame Monster und Born This Way habe ich mich schon Monate vorher auf das neue Album gefreut. Leider hat es mich überhaupt nicht überzeugt. Die dazugehörige Tour ebenfalls nicht. Alles irgendwie ein wenig lustlos und ohne "Ohrwurm"-Charakter. Ich bin auf das nächste Album gespannt.
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am 8. Oktober 2015
Dass es für Lady GaGa schwer sein würde, "The Fame Monster" sowie "Born This Way" (vor allem kommerziell) zu toppen, war abzusehen.
Mit "ArtPop" schuf sie eigentlich ein schrilles, elektronisches Alter-Ego zu "Born This Way", das ihr natürlich zumindest in den AM/FM orientierten USA keinen großen Erfolg bescheren würde.
Dennoch, beim zweiten Hinhören finden sich durchaus GaGa-Perlen wie vor allem das Titelstück, "G.U.Y.", "Do What U Want" (& R. Kelly), das hysterische "Donatella" oder "Applause".
Natürlich hat man die Charakter der Songs alle schon mal bei GaGa irgendwie 'anders' gehört - und sie erfindet sich genauso wenig 'neu' wie einst David Bowie nach "Ziggy Stardust" mit "Alladin Sane". Dieser schob ürbrigens damals kurz danach (s)ein Cover-Album ("Pin Ups") nach, ähnlich wie Lady GaGa das Duo-Projekt mit Tony Bennett... nur das GaGa hier wieder einmal mehr bewies, dass sie eine durchaus flexible wie versierte Musikerin ist.
"ArtPop" wird daher immer als GaGas "musikalische Zwischenbilanz" anzusehen sein.
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am 9. April 2014
Ich kann die harte Kritik vieler "Fans" und die der Medien nicht verstehen. Natürlich kann man dieses album nicht mit seinen Vorgängern vergleichen. Aber ist das nicht bei vielen Künstlern so?? Ich persönlich finde das Album klasse. Natürlich besonders Applause und do what you want, die trotz der Kritik sehr hoch in den Charts waren. Es ist einfach wieder neu und anders wie die Songs davor. Und dafür ist Lady gaga ja nun schließlich bekannt. Immer wieder was neues!
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am 8. November 2013
ARTPOP strotzt vor Intensität, Extravaganz und Theatralik. Es ist laut und pulsierend wie eine exzessive, durchtanzte Nacht in einem dröhnenden Underground-Club. Das Fazit folgt am Ende.

#1 Aura:
Lady Gaga hat ihr früheres Selbst getötet und in einem Kofferraum am Highway 10 zurückgelassen. Auf sehr bizarre und sperrige Weise startet ARTPOP mit "Aura" - und erinnert dabei an die blutrünstigen Szenen des "Telephone"-Videos, Quentin Tarantino oder Robert Rodriguez' Film "Machete", bei dem Gaga ihr schauspielerisches Debüt gibt. Der fulminante Song eröffnet mit einer arabisch anmutenden Gitarrenmelodie, die von Electro-Beats abgelöst wird, deren Härte man so von Lady Gaga noch nicht kannte.
Die Anspielungen auf das Arabische ziehen sich durch den ganzen Song, so fragt Gaga: "Do you wanna see the girl who lives behind the aura?" und könnte damit die Persönlichkeit hinter all den Outfits, ihrem Äußeren und dem Körper(lichen) meinen. "Aura"/"awrah" bezeichnet im Arabischen Blöße bzw. nackte Haut, die es zu verhüllen gilt. Ursprünglich sollte der Song "Burqa" heißen - der Raum für Interpretation ist also groß.

#2 Venus:
"Venus" zelebriert die weibliche Sexualität und nicht umsonst schickte Gaga alle (Männer) aus dem Studio, um den Song im Alleingang zu produzieren. Das Stück sampelt Zombie Zombie's "Rocket Number 9", zitiert griechische und römische Mythologie und auch auf dem Album-Cover findet sich ein Hinweis auf den Song durch Sandro Botticelli's berühmtes Gemälde "Die Geburt des Venus".
Das Ergebnis von Gaga's erster Eigenproduktion polarisiert und erinnert mit seinem industriellen, rauen Sound an "Bad Romance". Der Song ist äußerst wulstig und komplex, so reihen sich zunächst unterschiedlichste Strophen-Teile aneinander, bis der Song im Refrain mit "When you touch me I die just a little inside" (vgl. "la petite mort" als französische Bezeichnung für den Orgasmus) in einem überschwänglich feiernden Ausbruch seinen wortwörtlichen Höhepunkt erreicht. Für mich ein Meisterwerk in sich.

#3 G.U.Y.:
Liebe Grüße von Himeros, Gott des sexuellen Verlangens und Sohn der in "Venus" besungenen Aphrodite. "G.U.Y." ist ein solider, 80er-Jahre-Computerspielmusik-unterlegter Pop-Song über Geschlechterrollen, Emanzipierung und Dominanz. Ich interpretiere ihn so, dass Gaga nicht ständig ihre Dominanz (auch in sexueller Hinsicht) beweisen will, um sich als ebenbürtiger Teil der Partnerschaft zu fühlen und von ihrem Partner auch als solcher wahrgenommen zu werden. "I don't need to be on top to know I'm wanted, 'cause I'm strong enough to know the truth."

#4 Sexxx Dreams:
Der Besuch auf der Venus hat gefruchtet, denn lasziver und sinnlicher als in "Sexxx Dreams" hat man Gaga wohl noch nie gehört. Übereinander gelegte Stimmen, verführerischer Sprechgesang, 80s-Sound und ja, irgendwo ist da auch Madonna. Ein verruchter Song über ebenso verruchte Träume, der sofort ins Ohr geht, großes Single-Potential hat und eigentlich gar keiner weiteren Beschreibung bedarf.

#5 Jewels N' Drugs:
Mit diesem Song wollte Gaga aus der (Pop-)Box ausbrechen und ihrer Liebe für andere Genres Ausdruck verleihen. Mit Unterstützung der Rapper T.I., Too $hort und Twista gelingt Gaga ein Ausflug in den Hip Hop, der durch DJ White Shadow's wobbelnder Dubstep-Untermalung so weit vom ARTPOP gar nicht entfernt ist. Ein außergewöhnlicher, frecher und für viele zunächst bestimmt schwer zugänglicher Song.

#6 MANiCURE:
Eine Maniküre als "man cure"? Ja, wenn das denn so einfach wäre. Gaga ist süchtig nach Liebe und schreit nach Heilung. Noch nie war ihre Stimme kratziger und noch nie hat rasanter Electro-Pop so sehr nach dreckigem Rock'n'Roll geklungen. Ein kokettes Album-Highlight, das gut und gerne noch 1-2 Minuten länger hätte sein können.

#7 Do What U Want:
Für einen Ausflug in die Welt des R&B hat sich Gaga Urgestein R. Kelly ins Boot geholt, der in der Vergangenheit ebenfalls mit der ein oder anderen Negativ-Schlagzeile zu kämpfen hatte. "Do what you want with my body" - aber ihren Geist und ihr Herz bekommt ihr nicht. Noch treffender kann man Kritikern nicht entgegentreten. So simpel das musikalische Arrangement des Midtempo-Songs, so herausragend die stimmliche Leistung der beiden. Kritiker scheuten sich nicht vor einem Vergleich mit Christina Aguilera und auch das Publikum scheint begeistert, so wurde der Song nach einem ersten Verkaufserfolg kurzerhand zur zweiten (statt "Venus") auserkoren.

#8 ARTPOP:
Eine Interpretation von ARTPOP bietet der gleichnamige Song mit der Botschaft: "Sei wie du bist - samt all deinem Glanz und deiner Grausamkeit - und ich werde dich lieben. Wir können zusammengehören." Und so wie in Gaga's Schaffen Kunst und Popkultur, verschmelzen im Titelsong ein hypnotisierender 80s-Beat und magische Stimm-Arrangements zu einem ganz besonderen Electro-Pop-Moment, der einen in Trance versetzt.
Gaga gehe es mit ihrem ARTPOP nicht um kommerziellen Erfolg, sondern darum, ihren Fans eine Freiheit und ein Selbstbewusstsein zu vermitteln, welche allem standhalten können. "Akzeptiere deine Einzigartigkeit - denn durch sie wirst du zu etwas Besonderem."

#9 Swine:
"Swine" ist ein Song, der, so Gaga, von der düstersten Zeit ihres Lebens handelt. Zur näheren Geschichte hält sie sich ungewohnt bedeckt und lässt die Musik für sich sprechen. Laut und klagend singt sie "You're just a pig inside a human body" und auf quiekende "SWINE!"-Kreische folgen immer intensiver werdende, elektronisch hämmernde Instrumental-Teile. Sicherlich für manche gewöhnungsbedürftig und sperrig, aber definitiv ein außergewöhnlich aggressiver und emotionaler Höhepunkt des Albums.

#10 Donatella:
Mit Zeilen wie "Walk down the runway, but don't puke" ist "Donatella" eine Hommage an Mode, Geld und Luxus, die sich selbst nicht allzu ernst nimmt. Pulsierende, harte Electro-Beats (die mich an die französische Band Yelle erinnern) untermalen den lauten Refrain, bei dem unweigerlich dürre Supermodels mit Champagner-Flaschen vor dem geistigen Auge erscheinen und neckisch "I'm a rich bitch, I'm the upper class" rufen. Ein fabelhafter, energischer Soundtrack für die (über-)selbstbewussten Stunden des Lebens.

#11 Fashion!:
Wie sehr ich vor dem ersten Hören Angst vor diesem Song hatte. "Produziert von will.i.am und David Guetta" gilt für mich nicht unbedingt als Qualitätssiegel. Umso beruhigter war ich, als ich ihn schlussendlich für "gut" befinden konnte. Thematisch in einer Reihe mit "Donatella", ist "Fashion!" entschleunigter, urbaner Pop mit deutlichen 80er-Einflüssen. Und natürlich mit dabei: das obligatorische Gemurmel von will.i.am, diesmal sogar in (fragwürdigem) Französisch.
Wäre Gaga absurderweise nicht bereits mit einem anderen Song namens "Fashion" (ohne Rufzeichen) auf dem Soundtrack zum Film "Confessions Of A Shopaholic" zu hören, wäre "Fashion!" (mit Rufzeichen!) ein würdiger Ersatz.

#12 Mary Jane Holland:
Die "Lady of the 'Dam" (eine Anspielung auf "damned" und "Amsterdam") streift durch das Rotlichtviertel Amsterdams, vorbei an russischen Prostituierten und billigem Gin, die dort mindestens genauso leicht zu haben sind, wie Marihuana ("Mary Jane"). Gaga schlüpft in die Rolle der "Mary Jane", durch die sie sich besser zu fühlen scheint. Aus ihrer Vorliebe zu Marihuana während des Songschreibens machte die Sängerin bereits in einem CBS News-Interview 2011 keinen Hehl. Politisch inkorrekt (aber ehrlich), inhaltlich mysteriös und typisch Gaga, erinnern Titel und Feeling des Songs außerdem an ihren früheren Song "Bloody Mary" - ein Zufall?

#13 Dope:
Anfang September 2013 beim iTunes Festival als Erstversion und Fan-Song "I Wanna Be With You" vorgestellt, kommt in "Dope" wieder jene Gaga zum Vorschein, die wir schon von "Yoü And I" kennen: Klavier, tiefer Bass und die erdig-rauchige Stimme einer gequälten Seele. Als emotionalster Song und gleichzeitig einzige Ballade des Albums sticht "Dope" deutlich heraus und ist laut Gaga eine intime, tiefgründige Offenbarung. Im Studio soll es gar zu einem Ausbruch der Gefühle gekommen sein - das spürt man. Eine herausragende Leistung, die Gaga's Können als talentierte Singer-Songwriterin unterstreicht.

#14 Gypsy:
Inhaltlich schließt "Gypsy" am Vorgänger an. Gaga ist ständig auf Reisen, um bei ihren geliebten Fans zu sein - und muss gleichzeitig die Lieben daheim zurücklassen. Nach einem kurzen, ruhigen Piano-Intro verwandelt sich der Sound aber in eine mitreißende Pop-Hymne mit temporeichem Schlagerbeat, die sich vielleicht am besten als "The Edge Of Glory" auf Speed beschreiben lässt. Wahnsinnig eingängig und als vorletzter Track des Albums wie ein Aufbruch der sonst eher strengen, harten Electro-Beats.

#15 Applause:
Gaga lebt für den Moment, an dem das Publikum glücklich ist. Und das ist genau dann, wenn auch der Applaus passiert. Der Song, der als erste Single-Auskopplung den meisten bekannt sein dürfte, dient musikalisch und inhaltlich als perfekter Abschluss des Album und ist eine metaphorische Verbeugung vor dem Publikum. Umso glücklicher bin ich, dass dieser runde Abschluss nicht, wie oft üblich, noch mit etwaigen Bonus-Tracks oder Remixes zerstört wird.

Fazit:
ARTPOP strotzt vor Intensität, Extravaganz und Theatralik. Es ist laut und pulsierend wie eine exzessive, durchtanzte Nacht in einem dröhnenden Underground-Club.
Gaga nimmt das Publikum mit auf eine Reise zwischen inhaltlichen Extremen, singt in unverblümter Ehrlichkeit über Sex und Drogen, seelische Abgründe, Ruhm und schwankendes Selbstbewusstsein - und kleidet dabei ihren wahren Rock'n'Roll-Charakter in hämmernde Electro-Beats und die für sie so typischen, süchtig machenden Melodien.

Alle 15 Songs wurden von ihr in enger Zusammenarbeit mit DJs/Songwriter/Produzenten wie Paul "DJ White Shadow" Blair und Anton "Zedd" Zaslavski geschrieben und (mit)produziert. Gaga's persönliche Note, aber auch der kreative, frische Elan ihrer bisher eher unbekannten Partner aus der elektronischen Musik ist unverkennbar.

Und obwohl Gaga in jedem Song ihrer Persönlichkeit einen neuen Anstrich verleiht, gewährt das rundum stimmige Album allen, die sich darauf einlassen, einen spannenden und berührenden Blick auf die Künstlerin hinter der "Aura".
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am 31. Januar 2014
Vorab Vorab: Es folgt ein ausgeprägter, langer Gedankengang :)

Vorab: Selten wurde ein Werk von mehr oder minder qualifizierten Kritikern so zerrissen wie ARTPOP.
Tatsächlich hat es viel Zeit in Anspruch genommen, aber jetzt bin ich der Meinung, die Intention des Albums verstanden zu haben und Bezug zu eben diesen Kritiken nehmen zu können.

Beginnen wir ganz vorne:
Das Erste was grundlegend an ARTPOP bemängelt wird, ist der Aspekt der Kunst.
Kritiker sehen einen provokanten, selbstsicheren Titel wie eben ARTPOP, und suchen in der enthaltenen Musik die Kunst.
Sie suchen danach, inwiefern sich diese neuartige Pop-Variante zu "gewöhnlichem" unterscheidet.
Erkennen sie aber nichts derartiges, empfinden sie das Album in seinem Grundgedanken gescheitert.

Aber ist dem wirklich so?
Ist ARTPOP seinem Kerngedanken nicht nachgekommen?

Hier ist sich die grundlegende Frage zu stellen: WAS ist die Intention des Albums?

Dabei berufe ich mich sinngemäß auf diverse Aussagen der Künstlerin selbst.
Am besten lässt sich wohl die Intention mit einem Exkurs erläutern:
Andy Warhol machte seinerzeit den begriff POPART berühmt.

Es differenzierte Kunst, wie sie bis dato bestand. Kunst war etwas, das wohl nur begeisterte Künstler selbst verstanden, aber nicht der gewöhnliche Bürger. Kunst war vielschichtig, komplex, metaphorisch, kaum in allen Details zu erfassen.

POPART aber inszenierte keine komplexen Motive, sondern nun einfachste Objekte oder Personen, die Herr Otto Normalverbraucher, aus seinem Alltagsleben kennt und nun ebenso versteht. Kunst muss nicht Komplex sein.
Kunst wurde also populär - indem man POP in ART brachte.

ARTPOP, stellt demnach das ergänzende Gegenstück dar.
Man bringt ART in POP. Die Kunst in die Popkultur. Man macht also, erneut, Kunst populär.
(Denn wohl gerade mit Popmusik erreicht man die Popkultur).

Doch ist man an dieser Stelle des Gedankengangs schon bereit, um eine Aussage zu tätigen, hinsichtlich, ob es dem Album gelungen ist, Kunst in Pop zu vereinen?

Wer hier mit "nein" antwortet, hat diesen interessanten Gedanken nicht zu ende gedacht!

"Ist das Kunst, oder kann das weg"? / Erkennt man Kunst denn immer als solches?
Ist Kunst zu tiefgründig, zu verschachtelt -> ist sie nicht ergreifbar. Ist sie zu simpel, banal, schon zu offensichtlich -> ist sie es ebenso wenig.
POPART machte seinerzeit Kunst erst durch POP-Elemente für die breite Masse zugänglich, weil diese sich eben für POP interessiert.
Wenn ARTPOP dasselbe versucht, muss es für die breite Masse dann eher wie Kunst oder wie Pop wirken?
Die Antwort lautet: wie Pop - denn es ist die Basis ihres Interesses. Pop interessiert sich für Pop.
Versucht man also eben den Popkonsumenten Kunst unterzujubeln, mehr noch, sie dafür zu begeistern, muss es eine Form der Kunst sein, die für diese Art Publikum auch interessant und vorallem begreiflich ist. Sprich: POPART.
Es ist also POPART, als zugängliche Form der Kunst, die über den Träger der Popmusik, an die Popkultur herangetragen wird.

Deshalb also findet man die Kunst in ARTPOP nicht auf den ersten Blick, weil es sich immer noch wie Pop anfühlt. So gewollt!

Aber genug der trockenen Theorie:
Was ist das für eine Kunst, die vermeintlich in ARTPOP steckt?

Wie bereits zuvor erfasst, muss es eine form von POPART sein, die hier in akustischer Weise vermittelt wird.
Zur Erinnerung, die Rede ist von Kunst, die einfachste Elemente des Alltags darstellt, damit es begreiflich bleibt.
Der Klassiker:
Ist ein Song wie "Donatella" Kunst? Ein Song der über Mode spricht, und das reiche, verwöhnte Luxusleben der Donatella Versace thematisiert...
Das - ist - Kunst! Genauer gesagt, gleicht es Popart; Denn schließlich sind diese Inhalte Teil der Popkultur, des Alltagslebens, es sind Dinge die man kennt. Kunst kann für den Popkonsumenten nur zugänglich sein, wenn er sie versteht. Und das gelingt indem die Kunst Pop-Elemente darstellt.

Und dieser Gedankengang, findet sich in allen Titeln wieder. Lebt Otto Normalverbraucher nicht hinter einer Aura? Verheimlicht er im Alltag nicht seine nächtlichen Sexxx Dreams? Plagt er sich nicht mit sozial-begründetem Schmerz oder Wut, wegen wieder einem SWINE? Liebt er es nicht zu unterhalten, und seinen Erfolg mittels APPLAUSE bestätigt zu bekommen?

Zugängliche Kunst (vergleichsweise POPART) im Medium POP.
Oder, wie APPLAUSE es schon so schön sagte:
"popculture was in art, now, art's in popculture in me."

=> Nur weil die Kunst in ARTPOP also nicht direkt ersichtlich ist, darf man ARTPOP in seinem Grundgedanken nicht als gescheitert betrachten.

Weiter geht's:
Wo POP drauf steht, muss auch POP drin sein.
Das Album wird ebenfalls verhasst, weil es so wüst, so durchmischt ist. Verschiedenste Genre sind vertreten.
Es ist also kein Album, das einen durchgängigen Stil verfolgt.
Ihre bisherigen Alben bestanden aus klassischer dance-musik, wie man sich POP eben vorstellt.
"POP" aber, ist von der Popkultur her abgeleitet, es ist also populäre Musik.
Ist Rock populär? Ist R'n'B populär? Dubstep? Oder doch die einfachen Balladen?
Wer die Popkultur für Kunst begeistern will, sollte wohl alle Bereiche des POPs abdecken:
Nicht jeder steht auf jedes Genre, deshalb, spricht man mit mehr Genres auch ein breiteres Publikum an - intelligent angesichts der Intention des Albums. Daher ist es nicht verwerflich, dass ARTPOP so unstrukturiert erscheint.

Letztlich also, und es hat lange gedauert bis ich selbst diese Intention erfassen konnte, versucht ARTPOP uns für die Kunst um uns herum aufmerksam zu machen.
Wir, die Popkonsumenten, leben in einer Popkultur. Und auch eine Popkultur beinhaltet Kunst. ARTPOP lehrt uns dies; Es ist POP, es ist also für uns gemacht worden. Aber es thematisiert die Kunst die uns umgibt - sie entstammt aber besagter Popkultur, daher ist es uns nicht immer direkt als Kunst ersichtlich. Somit ist es ART aus POP, kurz ART, das mittels POP, in die Popkultur gegeben wird, um uns auf ART, zwischen all dem gegenwärtigem POP, aufmerksam zu machen, und uns vielleicht ein stückweit dafür zu begeistern.

Es ist in der Tat ein schwieriger Gedankengang, zur Krönung wird er aber noch ein bisschen schwieriger:
Indem man ein Album mit dem Titel ARTPOP hört, das sowohl ART als auch POP beinhalten soll, und dabei Songs wie "Donatella" hört, mag man sich fragen: ist DAS jetzt Kunst? Und wenn man das tut, ist das Album seinem Ziel gerecht geworden: Du prüfst simple, banale Dinge auf ihren künstlerischen Wert. Vielleicht tust du dies auch in deinem Alltag, in deinem Leben - Und dann wirst du die Kunst überall um dich herum erkennen können.

Und ja, dies verstehe ich als ARTPOP's wahre Intention, auch wenn es nicht immer leicht und direkt zu erkennen ist.

Schließen wir nun den Kreis:
Wenn die Kritiker, wie eingangs erwähnt, ARTPOP förmlich in der Luft zerreißen, weil es seinem übermutigem Titel nicht gerecht wird, weil es nicht Kunst ist, dann prüfen sie den künstlerischen Wert; Sie fragen sich: "ist das Kunst?"
Und dann machen sie das, wozu ARTPOP sie insgeheime bringen möchte. Und somit, wird es seinem Grundgedanken gerecht.

Insofern: ARTPOP ist missverstanden.

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Ergänzend, neben meiner ausgearteten, aber hoffentlich verständlichen, Analyse des Werkes,
hier noch meine Beurteilung des Albums als primäres POP-Werk, das angehört werden will.

Grundsätzlich: Da verschiedenste Genres vertreten werden, dürfte natürlich für jeden was dabei sein.

Weiterhin empfinde ich es auch weitaus besser produziert als seine bisherigen Vorgänger, maßgeblich durch den Einfluss der DJ's, die hieran arbeiteten.

Hier noch meine subjektive Track-By-Track Bewertung:
# AURA (+)
Gewöhnungsbedürftiges Intro; Aber ein wunderschöner, sanfter, heller Refrain umgeben von starken, elektronischen Strophen. Ein hoher Kontrast, aber deshalb hört man gerne hin. Außerdem eine interessante Lyrics.
#VENUS (+/-) Gaga's erster, selbst produzierter Song. Verschiedene Elemente des Tracks passen vom Klang her nicht so gut zusammen; Es wirkt recht zusammengewürfelt. Gleiches gilt für die Lyrics, die "Venus" sowohl als Gottheit als auch als Planet nennt, was recht konfus und wenig stringent erscheint.
#G.U.Y (+) nicht die beste Single-Auswahl. Eingängiger Rhytmus, schnell ein Ohrwurm, aber plumpe Lyrics. DJ ZEDD macht es aber wieder zu einem einmalig gutem Track, toller Beat, untermalt von kleineren Passagen die von der Mythologie inspiriert sind.
#SEXXXDREAMS (++) Der geheime Hingucker! Mystische Klänge, und Gaga's "intimste" Vokalpraktische Zugabe ;) Der Song spiegelt allein durch seinen Klang den Inhalt wieder. Interessant ist der Aufbau der Lyrics. Es sind 2 Handlungsstränge, die parallel gesungen werden. Da gibt es das, was Real passiert, über das Gaga auch öffentlich spricht. Und dann gibt es den Teil ihrer Gedanken, den sie für sich behält - den schmutzigen. Beides ist also komplementär. Ein Toller Song, sofort einprägend, und eine entspannende Abwechslung.
#JEWELS N DRUGS (+) Lange habe ich mich schwer damit getan, weil das Genre mir nicht mundet. Mittlerweile hat der Song mich tatsächlich begeistern können. Die Lyrics gibt nicht immer viel Sinn, aber es geht wohl eher um das Gefühl, das transportiert wird: Freude in der Gruppe.
#MANiCURE (-) Leider ist die ursprüngliche Version vom iTunes-Festival überzeugender. Beat ist gut, Lyrics ist mir nicht sehr zusagend.
#DOWHATUWANT (+) Ein echter Überflieger in seinem Genre! Power und Ruhe wurden in Einklang gebracht, besonders die Bridge ist fesselnd! Wer über den Text nachdenkt, wird auch mehr als nur eine sexuelle Assoziation entdecken.
#ARTPOP (++) Hier ist der Meilenstein! Man muss es einfach gehört haben. Es ist so einzigartig und grenzt sich strikt ab vom üblichem Mainstreampop! Großartig. Die Lyrics ist etwas, dem ein so enorm großen künstlerischer Wert zusteht, das ich wieder Seitenweise davon sprechen könnte. Ein Text, in dem man sich wirklich fallen lassen muss, um seine wunderschöne Bedeutung zu verstehen.
#SWINE (++) Ja, ich weiß, ein umstrittener Song. Nicht nur elektronisch, sondern tendierend Techno. Ich finde SWINE sensationell. Herzschmerz in Trauermelodie ertrinken ist out, heute feiert man es mit aggressiven Beats! "Let out all your pain, all your rage. Don't hurt yourself - hurt the dancefloor!" - Gaga.
#DONATELLA (+) Man hasst es oder liebt es. Viele graut es vor der Lyrics. Doch sollte man bedenken, dass Gaga als Freundin von Donatella Versace, alles nur sarkastisch macht und die Vorurteile über Donatella durch den Dreck zieht. Tolles Statement, sensationell einprägende Beats!
#FASHION! (-) ich persönlich finde ihn recht öde, Lyrics ist okay, hat seine Daseinsberechtigung.
#MARYJANEHOLLAND (+) Nichts revolutionierendes. Jedoch ist der Gebrauch der MaryJane Metapher sehr interessant, denn tatsächlich geht es hier nicht primär um die Droge. Auch hier gilt: Es steht eher die vermittelte Stimmung im Fokus.
#DOPE (...) im Genre definitiv (+), vergleichend zum Rest des Albums nicht zu bewerten. Schönes Lied, herrlich traurige Lyrics, und ein absolut passender Bass!
#GYPSY (+/-) Leider überzeugt der Track nur teilweise, manchmal wirkt er mir (produktionstechnisch) zu einfallslos. Lyrics ist selbstredend umwerfen und ergreifend. Auch die internationale Gültigkeit des Inhaltes ist sehr lobenswert.
#APPLAUSE (+) Das geht nicht aus dem Kopf! Power pur, spannende Bridge und ein explosiver Refrain. Lyrics schließt die Reise durch ARTPOP gekonnt ab: Bis hierhin wurde dir gezeigt, was sich hinter der Aura verbirgt - Jetzt sollen, laut Applause, die Kritiker doch darüber sagen was sie wollen, das ist und bleibt Kunst. Hier wird das Album natürlich schön beendet, und der Song hat für sich auch einen großen Eigenwert.
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