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5.0 von 5 Sternen Eine spannende Geschichte, in der ein maßgeschneidertes Kleidungsstück die Hauptrolle spielt, 1. Januar 2014
Bisher war ich kein großer Freund von Sachbüchern. Nicht, dass sie mich nicht interessiert hätten, aber oft sind sie staubtrocken geschrieben und können mich nicht wirklich fesseln. Leider verflüchtigt sich dann mein Interesse ziemlich schnell und ich neige dazu, sie zur Seite zu legen. Als mir Meg Lukens Noonans „Der perfekte Mantel“ vorgestellt wurde, war das jedoch etwas anderes. Das Thema reizte mich unwahrscheinlich und das Buch kommt genau zum richtigen Zeitpunkt: Ich empfinde in letzter Zeit einen ziemlichen Überdruss. Der ständige Konsumreiz ermüdet mich – außerdem meldet sich immer häufiger das schlechte Gewissen. Jeder von uns ahnt es, nein weiß es, und doch verdrängen wir es immer und immer wieder – der Preis für unseren schnellen Konsum ist zu hoch. Zu hoch für Mensch, Tier und Umwelt, für uns alle. Nicht falsch verstehen: Ich werde mir nie im Leben so teure Kleidungsstücke leisten können, aber bewusster einkaufen sollte im Vordergrund stehen.

Die Leseprobe von „Der perfekte Mantel“ machte Lust auf mehr, ich wollte dieses Buch lesen und die Entstehungsgeschichte dieses Kleidungsstückes erfahren. Ich vermute, euch geht es genau wie mir, wenn ihr euch das Bild des Mantels anschaut, fragt ihr euch sicher: „Wieso ist dieses einfache Kleidungsstück so teuer?“ Genau das fragte sich wohl auch Meg Lukens Noonan, als sie den von John H. Cutler und seinen Mitarbeitern genähten Mantel entdeckte, und fing an zu recherchieren. Aus dieser Recherche entsprang ihre Idee, die einzelnen Produktionsschritte nachzuvollziehen und vor Ort die Lieferanten und Produzenten zu besuchen. Sie besucht in London die Maßschneider auf der Savile Road. In Peru ist sie dabei, wenn die Vikunjas zusammengetrieben und geschoren werden, in Italien erfährt sie viel über die Seide, die für das Futter verwendet wurde...

Meg Lukens Noonan beschreibt ihre Reise so lebendig, dass man nie das Gefühl hat, ein Sachbuch zu lesen. So ist es wenig verwunderlich, dass ich es tatsächlich in wenigen Tagen beendet habe. Als sie am Ende im Beisein von John H. Cutler und Keith Lambert (ihm gehört dieses Meisterwerk) den Mantel berühren und sogar anprobieren darf, konnte ich ihr Glück nachvollziehen. Ich beneidete sie regelrecht um diesen Augenblick. Ihre Reise habe ich voller Spannung mit verfolgt und wünschte, ich könnte die Vikunjas auch einmal sehen. Zum Glück konnten diese wunderschönen Tiere vor dem Aussterben gerettet werden.

Die Autorin lernt auf der Reise so viele interessante Menschen kennen, die ihr neben den Informationen über die einzelnen Bestandteile des Mantels auch alle über die Vergangenheit und die Zukunft ihres Berufsstandes berichten. In den meisten Fällen sieht die Zukunft nicht gerade rosig aus, da den Schneidern, Knopfmachern etc. Nachfolger fehlen. Keiner will diese mühseligen, handwerklichen Berufe in langjähriger Ausbildung erlernen. Es ist daher leider absehbar, dass die Berufszweige und all das vorhandene Wissen nach und nach verloren gehen werden, was einen großen Verlust darstellt.

Neben den Details zur Reise erfährt man auch einiges über die Bedeutung der Bekleidung in den unterschiedlichen Epochen und natürlich die eine oder andere Anekdote. Damit man sich im Nachgang ausführlicher mit den einzelnen Themen beschäftigen kann, sind alle Quellen im Anschluss an die Danksagung aufgeführt – was ich sehr gut finde, denn Fußnoten sind ab einer gewissen Menge eher lästig.

Für „Der perfekte Mantel“ gebe ich eine ganz große Leseempfehlung. Lasst euch nicht täuschen, es geht hier nicht nur um die Maßschneiderei, mit der vermutlich die wenigsten von uns etwas anfangen können – in diesem Stil bleibt sie sehr reichen Leuten vorbehalten. Nein, eines der Hauptthemen ist hier auf jeden Fall unser Konsumverhalten und die weitreichenden Folgen. Meg Lukens Noonan regt mit ihrem Buch eindeutig zu mehr Qualitätsbewusstsein an. Vielleicht sollte jeder einzelne von uns (ich packe mir hier durchaus auch an die Nase!) weniger einkaufen und sich davor Gedanken darüber machen, was man wirklich braucht. Die Devise: Erst denken, dann kaufen. Wenn man etwas wirklich benötigt, sollte man eher auf Qualität und Herkunft achten. Die Autorin erhebt nicht den mahnenden Finger - aber Nachdenken ist durchaus erwünscht.

Zum Thema Qualität: Die Gestaltung von „Der perfekte Mantel“ ist sehr hochwertig. Eden Books ist es gelungen, Meg Lukens Noonans Buch einen perfekten Rahmen zu geben. Ein Buch, das ich mit Sicherheit behalten und noch einmal lesen werde – sobald mir meine Ziele wieder in Vergessenheit geraten.
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