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Kundenrezensionen

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am 29. Oktober 2014
"Der Medicus" von Noah Gordon gehört zu den Büchern in meinem Regal, die ich gar nicht oft genug lesen konnte. Umso mehr habe ich mich über eine Verfilmung gefreut. Ins Kino bin ich trotzdem nicht gegangen. Dass Robs Frau Mary komplett gestrichen und durch die (später verheiratete) spanishe Jüdin Rebecca ersetzt wurde, war mir pingeliger Frau schon Pfuscherei genug. Jetzt gibts den Film für lau bei Amazon Instant Video und ich hab mich doch mal getraut.

Parallelen und Un-Parallelen zum Buch:
Schon in den ersten Szenen wird klar: Die Story ist zwar ans Buch angelehnt, mehr aber auch nicht. Rob wohnt nicht mehr in London, sondern in einer Hütte auf dem Land. Die Mutter stirbt nicht bei der Geburt, sondern am Blinddarmdurchbruch. Der Bader ist kein Charmeur mit vergleichsweise guten Medizinkenntnissen, sondern nicht mehr als ein Scharlatan ohne jedes Interesse an seinen Mitmenschen. Robs gesamte Kindheit wurde aus dem Film gestrichen. Das kann ich nachvollziehen, die Story ist lang genug. Dasselbe gilt übrigens auch für Robs Rückkehr nach England und seine spätere Flucht nach Schottland, die im Film fehlen. Dennoch wären da ja einige spannende Episoden beigewesen, deren Verfilmung sich gelohnt hätte. Jedenfalls wird schnell klar: Wer sich zu sehr ans Buch klammert, der wird an diesem Film keine Freude haben. Ein weiterer gravierender Unterschied ist, dass Rob in Isfahan nicht seine Buch-Frau Mary Cullen aus Schottland kennen lernt, sondern die verheiratete Jüdin Rebecca, mit der er am Ende durchbrennt. Durch diese Story entfällt die Liebesbeziehung zwischen Karim und Ibn Sinas junger Frau, die im Buch doch deutliche Parallelen zu dieser Filmromanze aufweist. Während Rob im Buch auf Drängen seiner chrislichen Frau Isfahan verlässt und nach England zurückkehrt, ist er im Film gezwungen, zu fliehen. Das klingt jetzt nach ein paar Kleinigkeiten, sind aber alles elementare Dinge, die Robs Handlungen rechtfertigen und beeinflussen und deren Verfälschung damit auch die ursprüngliche Geschichte verfälscht. Das muss der ganzen Sache natürlich einen Minuspunkt einbringen, immerhin suggerieren Film und Titel, es handele sich dabei um eine (erwartungsgemäß halbwegs nahe) Verfilmung des Buches. Das ist irreführend und zweifellos der Grund, warum hier so viele enttäuscht sind.

Der Film ohne Buch betrachtet:
Nehmen wir erstmal die Story (Wer nicht gespoilert werden will, sollte diesen Absatz überspringen): Rob Cole drängt sich nach dem Tod seiner Mutter einem zufällig anwesenden Bader auf und wird sein Lehrling. Anfangs ist er nur für die Unterhaltung zuständig, später wird er zum Bader ausgebildet. Als sein Lehrmeister langsam erblindet, lernt Rob die jüdische Heilkunst kennen und in ihm wächst der Wunsch, bei den besten der Besten zu lernen und so auch Krankheiten wie Blindheit und die Seitenkrankheit (Bilnddarmentzündung) heilen zu können. Rob erfährt, dass er nach Isfahan reisen muss, wenn er wahrhaft ein Medicus werden will. Dort lehrt mit Ibn Sina (übrigens eine historische Person) der größte Medicus der Welt.
Da in Isfahan nur Juden und Moslems geduldet werden, sieht Rob sich genötigt, die Identität eines Juden anzunehmen. In Ägypten schließt er sich als Jesse ben Benjamin, leider viel zu wenig in "seinem" Glauben erzogener Jude aus England, einer Karawane an, die ihn nach Isfahan bringt. Dort trifft er übrigens auch auf Rebecca, die offenbar auf dem Weg zu ihrer Verheiratung ist. Nur mit viel Glück überlebt Rob einen Sandsturm, der fast die gesamte Karawane getötet hat. Allein schlägt er sich weiter nach Isfahan durch. Robs Aufnahme an Ibn Sinas Schule scheitert, doch zufällig trifft er auf den großen Meister selbst und wird über ihn doch noch aufgenommen. Schnell freundet Rob sich mit dem Juden Mirdin und dem verwöhnten Muslim Karim an. Er trifft die im Sandsturm verschollene Rebecca wieder, die soeben einen anderen Juden geheiratet hat.
Rob besitzt eine besondere Gabe, die ihn spüren lässt, ob Menschen dem Tod geweiht sind. Da er seine Gabe nicht erklären kann, stößt er anfänglich auf Skepsis, bis er in Ibn Sina einen Gleichgesinnten findet. Ab sofort ist Rob der Protegé des Medicus und kommt auf diesem Weg sogar in Bekanntschaft mit dem Schah.
Als Rache über die Enthauptung ihres Prinzen schicken die Seldschuken Pestkranke nach Isfahan. Rob und seine Freunde beginnen gegen die Krankheit zu kämpfen, für die es damals kein Heilmittel gibt. Um der Krankheit auf die Spur zu kommen, sezieren Rob und Ibn Sina an der Pest verendete Tiere. Rob erhält den (zeitlich etwas verfrühten) Geistesblitz, dass die Pest durch Flöhe übertragen wird. Durch das Entfernen der Leichname in den Straßen und die konsequente Ausrottung von Ratten können die Ärzte die Krankheit schließlich eindämmen. Na, hätte man das mal 300 Jahre später in Europa gewusst.
Schließlich ist die Stadt gerettet; Karim stirbt als einer der letzten an der Pest. Obwohl Rob mittlerweile mit Gott und seinen mangelnden Kenntnissen als Heiler hadert und sich nach der unerreichbaren Rebecca verzehrt, geht das Leben weiter und er setzt sein Studium an der Madrassa fort. Heimlich seziert er Tote, um der Seitenkrankheit auf die Schliche zu kommen. Es kommt wie es kommen muss und Rob wird des illegalen Sezierens von Menschen überführt. Um die anderen Juden davor zu schützen, sozusagen in "Sippenhaft" von der Madrassa ausgeschlossen zu werden, gesteht Rob, getaufter Christ zu sein. Dennoch wird er gemeinsam mit Ibn Sina ins Gefängnis geworfen. Die Hinrichtung der beiden wird in letzter Sekunde aufgehalten, als Seldschuken Isfahan angreifen und der mittlerweile ebenfalls an der Seitenkrankheit erkrankte Schah (wie überraschend) beide Ärzte zu sich ruft. Er fordert Rob auf, ihn zu operieren. Rob stimmt zu, fordert aber, dass der Schah Rebecca vor der Steinigung als Ehebrecherin rettet. Während Fanatiker und Seldschuken Isfahan angreifen, wird der Schah operiert und überlebt den Eingriff. Unter dem Schutz des Schahs fliehen Rob und die Juden in die Berge, während der Herrscher selbst in der Schlacht gegen die Seldschuken fällt.
Der Film endet damit, dass Rob und der Bader in London wieder aufeinandertreffen.

Jetzt mal zum eh.. technischen Teil des Films
Ich bin mir nicht sicher, ob das Mittelalter und seine Menschen hier nicht ein klein bisschen schmuddeliger und runtergekommener dargestellt werden, als es tatsächlich war. Man sollte doch annehmen, dass zumindest Bürgersfrauen - wenn auch arm - auf ein Mindestmaß an Sauberkeit und ordentliche Kleidung geachtet haben dürften.
Die Darsteller der Hauptfiguren gefallen mir so weit gut, auch Rob wird super dargestellt. Eine schöne Mischung aus verwegenem Jungspund und Mann mit dem Bedürfnis, zu helfen. Der Bader enttäuscht etwas, da er mir zu sehr von der liebgewonnenen Figur aus dem Buch abweicht, für einen Scharlatan wird er aber ganz gut dargestellt. Auch die Behandlung von Krankheiten und Gebrechen scheint mir unter mittelalterlichen Aspekten recht authentisch (ja bei sowas bin ich pingelig). Ben Kingsley als Ibn Sina wiederum ist großartig. Eine tolle Mischung aus Bescheidenheit, Gelehrsamkeit und Selbstironie.
Abgesehen von der bereits erwähnten Schmuddeligkeit gefallen mir die Landschaftsaufnahmen und die Gebäude ganz gut. Man sieht ja leider zu oft Schlösser und Burgen in Filmen die es zu der Zeit noch gar nicht gab oder die damals ganz anders aussahen. Der Tower of London ist hier ein gutes Beispiel: Er wird tatsächlich im Zustand des 12. Jahrhunderts gezeigt und nicht im heutign. Insbesondere in den in der christlichen Welt spielenden Schauplätzen (bspw. England) ist mir allerdings der Umgang zwischen Juden und Rob etwas zu vertrauensvoll. Immerhin herrschte damals eine gewaltige Kluft zwischen beiden Religionen (den Juden wurde ja die Schuld an praktisch allem zugeschoben). Da hätte ich mir zumindest für den Einstieg etwas mehr Distanz gegenüber Rob gewünscht. Dasselbe gilt übrigens auch für die Kombination Jude-Moslem. Auch hier wird der mittlerweile als Jude getarnte Rob von vielen Muslimen ein bisschen freundlicher und vertrauter aufgenommen, als es im historischen Kontext wirklich passend gewesen wäre.
Die lange und im Buch recht unspektakuläre Reise wird mit einer Schiffsreise nach Ägypten auf wenige Minuten gekürzt, was ich vollkommen okay finde. Leider wird mit keiner Szene gezeigt, wie Rob sich als Engländer die persische Sprache aneignet, da man in Isfahan zweifellos kein Wort Englisch spricht. Auch die dürftigen Lateinkenntnisse, die zumindest der Buch-Rob hatte, können im Film nicht als gegeben vorausgesetzt werden (eine Bürgersfrau hat in der Schule vielleicht noch etwas Latein gelernt, aber Film-Robs verarmte Bettelmutter wird ihm da kaum was beigebracht haben). Besser gefällt mir hingegen, dass der Film zeigt, wie Rob/Jesse während seiner Reise von anderen Juden die wichtigsten jüdischen Gebräuche lernt, was seiner Tarnung natürlich enorm zu Gute kommt.
Bei Robs Ankunft in Isfahan wird Feuerwerk gezeigt. Ich habs grad mal gegoogelt: Das gabs im persischen Raum tatsächlich schon im 12. Jahrhundert, ist also kein Filmfehler ;) Sehr gut gefällt mir, wie die Ausbildung an der Madrassa dargestellt wird. Ähnlich wie an europäischen Universitäten bestand sie im Mittelalter nämlich nicht nur aus der Medizin an sich, sondern auch aus Recht und Theologie (das sogenannte Trivium), sowie Astronomie, Philosophie und ähnlichen Disziplinen. Was hingegen wirklich als Filmfehler betrachtet werden kann, ist das Erkennen von Flöhen und Ratten als Überträger der Pest. Das wusste man im Hochmittelalter schlichtweg und ergreifend noch nicht, denn sonst wäre es wohl nie zu den Pestwellen des späten Mittelalters gekommen, bei denen Europa um zwei Drittel seiner Bewohner dezimiert wurde. (Der Zusammenhang zwischen Flöhen und Pest wurde erst 1898 (!) entdeckt).

Mein Fazit: Wer das Buch außer Acht lässt oder es am besten gar nicht erst gelesen hat, der wird sich mit dem Film gut unterhalten fühlen. Anders als andere hier konnte ich bis auf gewisse Übertreibungen keine groben Fehler entdecken (wenn man die erwähnten kulturellen Unterschiede und die Pestsache mal vergisst). Was mich zum Ende hin gestört hat, ist das ganze Tohuwabohu um die Seitenkrankheit. Zwar spielt sie auch im Buch eine gewisse Rolle, doch hat man sie im Film ja praktisch jedem angedichtet, der sich dazu anbot. Noah Gordon besaß in seinem Buch immerhin die Größe, seinen Protagonisten an Pest und Seitenkrankheit scheitern zu lassen wie jeden anderen Arzt dieser Zeit. Das ist im Film für meinen Geschmack etwas zu viel des Guten. Da der Film im Großen und Ganzen aber ganz gut ist, mit dem Buch aber ungefähr so viel zu tun hat wie meine Katze mit Staubsaugern, und da es einige kleine Fehler und Ungereimtheiten gibt, vergebe ich gerade noch vier Sterne.

Danke an alle, die meine bisher ausführlichste Rezension gelesen haben. Ich hoffe, sie hilft euch weiter.
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am 3. August 2014
Als erstes möchte ich sagen, dass ich das Buch gelesen habe und wirklich sehr interessant und spannend fand. Ich habe mich sehr auf den Film gefreut und war wirklich positiv überrascht. Ich finde den Film sehr gut, tolle Schauspieler, tolle Kulisse und echt kurzweilig. Ich kann es nur langsam nicht mehr hören, dass einige engstirnige Menschen der Meinung sind, eine Buchverfilmung müsste eins zu eins das Buch wiedergeben. Nicht ohne Grund wird darauf verwiesen, dass Filme auf einem Buch BASIEREN. Und wie bitte hätte man dieses Buch in einen Film bekommen sollen ? Natürlich bleiben da Details aif der Strecke.

Ich werde weiterhin Bücher lesen und mich weiterhin auf die darauf basierenden Filme freuen und uneingenommen ins Kino gehen (Tipp für alle).
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am 10. Juli 2014
Ich war gespannt auf die Verfilmung von Noah Gordon's "Medicus". Nun habe ich mir den Film angeschaut und war wirklich begeistert. Der Film ist von der ersten bis zur letzten Minute sehenswert. Die Schauspieler sind top...

Eine wahre Filmempfehlung für Liebhaber des historischen Films!

Ich bin gespannt, ob die "Erben des Medicus" auch verfilmt werden, auch wenn diese ja eher in der Neuzeit spielen.
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am 19. Januar 2015
Ich habe das Buch vorher nicht gelesen! Ich finde den Film richtig super. Er handelt von einem kleinen Jungen welcher in England geboren wurde. Der Junge hat die Gabe den Tod bei Menschen vorher zu sehen, wie auch bei seiner Mutter. Durch den Tod seiner Mutter, kommt der junge zu einem fahrenden Händler, welcher auch die Kunst der Heilung kennt und den Jungen auch sein wissen weiter gibt.
Der Junge wird erwachsen und möchte mehr über die Kunst der Heilung lernen. Aus diesem Grund zieht es in weite Ferne zu dem bekanntesten Medicus der Welt.
Der Film ist wirklich sehr spannend, die Schauspieler geben ihr Bestes zum Ausdruck. Ich schaue den Film bestimmt wieder.
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am 15. September 2015
Toller Film ungeschönt ungesüßt zeigt er das Leben eines "Baders" (Heiler) im Mittelalter des Englands in seiner dunklen Zeit. Der Hauptdarsteller macht sich zu einer für die damalige Zeit unmöglichen Reisen bis ans Ende der Welt auf um die Seitenkrankheit (Blinddarmentzündung) zu heilen, von der er erfahren hat, dass dies vielleicht auf der Welt nur einer heilen kann. Ibn Sina.
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am 12. August 2015
Der Medicus ist ein großartiger Film, der das Buch sehr gut umsetzt. Wie hier auch schon einige Male geschrieben sollte man aber nie das Buch mit dem Film verwechseln. Das Buch kann lediglich Inspiration für den Film sein, aber nie kopieren. Aber dafür haben wir ja immer noch das Buch.

Zum Film selber will ich gar nicht viel sagen als nur, dass ich anfangs mir diesen Film nur angeguckt habe, weil ich förmlich dazu gezwungen wurde. Bereut habe ich es nicht und mir sofort die Extended Edition zugelegt, um nochmals länger in die Welt des Medicus abtauchen zu können!
Die 30 Minuten extra liefern zwar nichts bahnbrechend neues, es sind meist nur erweiterte Gespräche, dennoch kann ich diese Version nur jedem empfehlen.
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am 6. Juni 2014
Die Geschichte beginnt im London des Hochmittelalters. Dort lebt der junge Rob Cole (T. Payne), der eine besondere Gabe besitzt: Es war ihm möglich den bevorstehenden Tod seiner Mutter bereits einige Zeit vor dessen Eintreten zu spüren. Als seine Mutter verstirbt, wird Rob von dem fahrenden Bader (S. Skarsgård) aufgenommen und begleitet diesen fortan auf seinen Reisen. Unterwegs lernt er Taschenspielertricks und wird zudem in die Welt der Heilkunde eingeführt. Dabei merkt Rob auch, dass den Methoden der Heilkunde Grenzen gesetzt sind. Um diese Grenzen zu sprengen, begibt sich Rob auf eine verbotene Reise in das persische Isfahan, um dort den "Arzt aller Ärzte" Ihn Sina (B. Kingsley) zu treffen. Es beginnt ein spannendes und gefährliches Abenteuer mit nahezu unüberwindbaren Herausforderungen...
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am 19. September 2014
Ich lese das Buch seit es veröffentlich ist jedes Jahr.

Alle Personen haben für mich ein Gesicht, ich kenne ihre Gefühle und ihre Gedanken.
Ich wollte den Film nicht sehen, damit ich mir die Freude am Buch nciht verderbe.

Irgendwann habe ich es getan.

In dem Film fehlt wirklich alles, was zur Entwicklung der Person im Buch wichtig war.

Aber genau das macht es aus, dass der Film sehenswert ist.
Der Film hat außer mit dem Titel, mit dem Buch nichts, aber auch wirklich gar nichts zu tun.

Ich kann den Film, denen die das Buch kennen und lieben und um seine Schwächen wissen, nur empfehlen.
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am 5. November 2014
Nachdem ich in der letzten Zeit leider nur mäßige Filme gesehen habe, war dieser Film eine cineastische Wohltat. Der US-Roman war schon eine schöne Sache. Jetzt dazu dieser deutsche Film mit internationaler Besetzung. Das freut mich ungemein, zumal wir nur wenige wirklich gute Umsetzungen seit dem »Boot« vorweisen können, wie ich persönlich finde. Eine tolle Unterhaltung wurde mir geboten und eine faszinierende Geschichte auf einer schönen Blu-Ray mit ansprechender Bildqualität. Nach dieser Abstinenz an filmischen Perlen der letzten Monate, da tat das jetzt mal richtig gut.
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am 13. September 2015
Ich habe die Bücher von Noah Gordon gelesen und fand sie sehr gut. Dennoch habe ich nie erwartet, dass der Film die Buchhandlung eins zu eins erzählen würde. Bei der Adaption eines Romans geht es vor allem darum, den Kern der Geschichte und die Heldenreise seiner Hauptfigur(en) zu erkennen und zu erzählen. Dabei müssen oft Figuren gestrichen oder zusammengelegt werden, viele Nebenhandlungen fallen raus, die Haupthandlung muss der Akt-Struktur eines Filmes angepasst werden, völlig klar. Jeder, der dachte, er könnte bei der Verfilmung eines epischen Romans wie "Medicus" praktisch Kapitel für Kapitel mitlesen, hat nicht verstanden, was "Film" ist.
Gute Motive für einen Film hätte der Roman auf jeden Fall gehabt: Robb verliert früh seine Eltern und wird einem Bader als Lehrling gegeben. Dieser Mann prägt fortan als Eltern/Geschwister-Ersatz Robbs Leben. Beim Bader wird Robb zum Mann, zum Bader. Er lernt seine eigenen Talente kennen, darunter das stärkste von allen: seine Fähigkeit, Leben zu spüren und die Nähe des Todes wahrzunehmen. Dieses Talent wird in ihm zum brennenden Verlagen, Leben zu schützen und den Tod hinauszuzögern.
Er unternimmt eine jahrelange Reise nach Persien, lernt Persisch und Jiddisch und Hebräisch, studiert die Tora und lernt, sich als Jude auszugeben, um in christenfeindlichen Ländern überleben zu können.
In Isfahan lernt er, was es bedeutet, Arzt zu sein, Student, Freund, Jude, Perser, Mann, Ehemann und Vater.
Der "Medicus" erzählt nichts weniger als die Lebensreise eines außergewöhnlichen, intelligenten Abenteurers, eines einfühlsamen Arztes und eines verlorenen Waisenkindes. Jede dieser Geschichten wären Stoff für einen Film gewesen, nur hätte sich Drehbuchautor Jan Berger für einen dieser Stoffe entscheiden müssen. Stattdessen reißt er alles an, erzählt aber nichts mit Tiefgang und macht sich nie die Mühe, uns die Veränderung seiner Hauptfigur nahe zu bringen.
Wir erleben Robb als Kind - 10 Minuten später als Erwachsenen - 5 Minuten darauf als Bader - gleich darauf will er nach Persien. Was das Heilen für eine Bedeutung in seinem Leben hat, erfahren wir nicht. Er verabschiedet sich vom Bader (im Buch stirbt dieser) beschneidet sich selbst (was er im Buch nicht nötig hat), reist nach Persien - was wir nur anhand eines Sandsturms in der Wüste erleben - und wird dort nach einem kurzen Nein doch sofort als Medizinstudent anerkannt. (Im Buch dauert allein das eine ganze Weile und verstrickt den jungen Mann in die Politik Persiens.)
Die Liebesgeschichte im Buch - die Tatsache, dass Robb sich in eine Christin verliebt, selbst aber vorgeben muss, Jude zu sein, sie schließlich dennoch heiratet und dadurch von seinen jüdischen Freunden ausgegrenzt wird , Mary Cullens Zerrissenheit zwischen ihrer Liebe zu Robb und ihrem Wunsch, nachhause zurückzukehren nach Schottland, die Geburt ihrer beiden Kinder, von denen eines möglicherweise vom Herrscher Isfahans gezeugt wurde ... All das erleben wir nicht.
Das Drehbuch schneidet gut 80% der Buchhandlung ab. Möglicherweise ist eine derartige Kürzung nötig. Was dann jedoch überrascht, sind die neuen Handlungsstränge und Figuren, die das Drehbuch erfindet, als wäre Berger vor allem daran gelegen gewesen, möglichst viel Eigenes und möglichst wenig Noah Gordon im Film zu haben.
Wäre das Ergebnis gut geworden, könnte man ihm das nicht übel nehmen.
So aber muss man sagen: Es gibt einen Grund dafür, dass Noah Gordon ein Weltbestseller-Autor ist. Dass Berger diesen Grund offenbar nicht versteht, zeigt er mit diesem Film deutlich.
Schade um diese verschenkte Chance.
Was für eine wunderbare Serie wäre der Medicus geworden!
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