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71 von 74 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hinreißende Liebeserklärungen
Als Erich Kästner ein kleiner Junge war, war manches anders als heute, aber andererseits hat sich soooo viel auch wieder nicht geändert -- in vielen Details schon, aber nicht unbedingt im Wesentlichen. Daher verstehen heutige Leser auch auf Anhieb, was Kästner meint, wenn er über das Leben der "kleinen Leute" vor mittlerweile über 100 Jahren...
Veröffentlicht am 18. Oktober 2006 von weiser111

versus
12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Enttäuschung
Die Rezension bezieht sich auf die von Erich Kästner selbst gelesene Hörbuchfassung.

Das Buch ist ein Klassiker, kein Zweifel. Es gehört sicher zu den besten Autobiographien, die in Deutschland geschrieben wurden.

Erich Kästner ist zwar ein brillanter Autor, aber leider ein, ich muss es leider so sagen, miserabler...
Veröffentlicht am 10. Februar 2011 von Myrna4Loy


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71 von 74 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hinreißende Liebeserklärungen, 18. Oktober 2006
Rezension bezieht sich auf: Als ich ein kleiner Junge war (Taschenbuch)
Als Erich Kästner ein kleiner Junge war, war manches anders als heute, aber andererseits hat sich soooo viel auch wieder nicht geändert -- in vielen Details schon, aber nicht unbedingt im Wesentlichen. Daher verstehen heutige Leser auch auf Anhieb, was Kästner meint, wenn er über das Leben der "kleinen Leute" vor mittlerweile über 100 Jahren (erstmals erschienen ist das Buch 1957) schreibt und einem vieles anschaulich und detailreich vor Augen bringt.

Allein das hat schon Charme -- aber wenn ein Erich Kästner sich erinnert und das in seiner augenzwinkernden Sprache tut, warmherzig und absolut kitschfrei, dann wird die Lektüre doppelt so reizvoll. Mindestens.

Kästner erzählt -- von den Anfängen seiner Familie, den Kästners und den Augustins, und im dritten Kapitel schließlich erfährt man, wie seine "zukünftigen Eltern [...] sich endlich kennen[lernen]". Vordergründig entpuppt Kästner sich als charmanter Plauderer, der viel Interessantes zu berichten weiß -- sein Bericht jedoch ist dermaßen brillant, dass man vor lauter scheinbarer Einfachkeit überhaupt nicht bemerkt, wie ausgefeilt sein Stil ist. Jedenfalls steht "Als ich ein kleiner Junge war" Kästners Gedichten, Romanen (und Kinderbüchern!) in nichts nach. Der Meister der Neuen Sachlichkeit kann und will sich auch hier nicht verleugnen, und wer anders kann vor des Lesers Augen Szenen erstehen lassen wie die folgende: "Die Welt vorm Fenster war grauweiß und kahl, und der Wind fegte die Felder wie ein betrunkener Hausknecht"?

Überhaupt, Kästners ganz eigener, charakteristischer Stil, warmherzig und ironisch zugleich; diese Sprache, in der die Stunden schon mal "müde um den glühenden Kanonenofen herum" schleichen... Darüber könnte man Romane schreiben, aber man kann sie auch ganz einfach genießen, sich rühren lassen und manchmal auch ganz einfach loskichern, weil wieder mal eine Formulierung halt gar zu treffend ist.

Man lernt Kapitel für Kapitel die Welt des allmählich heranwachsenden Erich Kästner kennen -- und Kästners Rückblick ist nicht in verklärenden Nebel getaucht, im Gegenteil: Nicht selten schraubt er das Teleobjektiv vor die Erinnerung, und so erfährt man in "kleinen" Geschichten, etwa über die Untermieter der Familie, über Vater Kästners Liebe zum Handwerk oder die Schicksale von Kundinnen seiner Mutter, die als Haus-Friseuse die Haushaltskasse aufbesserte, sehr viel über die nicht immer "gute alte Zeit" und ihre Gepflogenheiten, und im Gegensatz zu manch anderer Schilderung vergisst man Kästners Darstellung bestimmt nie wieder.

Vor allem aber sind diese Erinnerungen eine Liebeserklärung Kästners: Zunächst einmal an seine Heimatstadt Dresden -- "Ich mußte, was schön ist, nicht erst aus Büchern lernen. [...] Ich durfte die Schönheit einatmen wie Försterkinder die Waldluft.", schreibt er einmal. Und tatsächlich schleicht sich in jene Passagen, in denen er "seine" Stadt schildert, eine leise Melancholie ein, eine leise, sympathische Melancholie.

Vor allem aber ist "Als ich ein kleiner Junge war" eine Liebeserklärung an seine Mutter -- eine Liebeserklärung, die auch dunkle Seiten nicht verschweigt und gerade deswegen so lebendig und glaubwürdig ist.

"Als ich ein kleiner Junge war" ist eines jener seltenen Bücher, deren Charme, Klugheit und Witz nicht nur zeitlos in allen Facetten schimmern -- es ist auch, unabhängig von Alter oder Interessen, ein echter Gewinn für jeden Leser.
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28 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hinreißend und genial, 19. Februar 2004
Von 
Michael Kahnt (Hamburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Als ich ein kleiner Junge war (Taschenbuch)
Dieses Buch ist einfach genial. Es ist genial einfach. Es ist so echt geschrieben als wäre ich dabei. Trotz der teilweise unbekümmerten Tage seiner Kindheit zeigt das Buch, wie schwer es die einfachen Menschen damals hatten. Dieses Buch läßt mich wieder zum Kind werden und nimmt mich mit in eine Zeit die ich nie kannte, über die ich aber nie besser, eindrucksvolller und einfühlsamer gelesen habe. Es ist ein absolut empfehlenswertes Buch. Für jeden. Für jedes Alter. Lest es einfach.
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54 von 59 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Ich bin ein Deutscher aus Dresden in Sachsen"..., 24. Oktober 2006
Rezension bezieht sich auf: Als ich ein kleiner Junge war (Taschenbuch)
Erich Kästner hatte die Stadt seiner Kindheit und Jugend stets im Herzen und er hat ihr wohl kein schöneres Denkmal gesetzt als in seinen Kindheitserinnerungen.

1899 wird Kästner in der Dresdner Neustadt geboren, als Kind des Sattlermeisters Emil Kästner und seiner Frau Ida Augustin, die ihren Mann niemals geliebt hat. Erst nach Erich Kästners Tod enthüllte der Kabarettist Werner Schneyder, dass nicht Emil Kästner Erichs biologischer Vater war, sondern der jüdische Hausarzt der Familie. Letztlich lässt es die bescheidene, warmherzige und gründlich-fleißige Charakterstärke des Emil Kästner nur in noch glänzenderem Licht erscheinen, denn das Ida Kästner ihren Mann stets spüren ließ, dass sie und ihr Augapfel Erich eigentlich etwas Besseres verdient hätten, blieb auch dem kleinen Jungen Erich nicht verborgen. Herzzereißend sind Kästners Schilderungen von den Weihnachtsabenden, an denen die Eltern sich einen stillen Kampf um die Gunst Erichs in der Auswahl der Geschenke lieferten.

Doch trotz dieser melancholischen Grundstimmung und der manchmal bedrückenden materiellen Not, blickt Erich voller Wärme auf seine frühen Jahre zurück, denn es ist ein reiches Kinderleben! Idas große Verwandtschaft und natürlich Ida selbst sorgen dafür, dass es Erich an nichts mangelt. Er erzählt von den Spielen, von seinen Freunden und von der Schule, die er mit großem Ernst und Ehrgeiz als Musterschüler immer gerne besucht. Er erzählt von sommerlichen Wanderungen durch die sächsische Schweiz und von der Freiheit, die seine Mutter ihm in allen Entscheidungen ließ, da sie sich wiederum Erichs großer Zuneigung sicher sein konnte.

Ein Kinderbuch? Nein, eigentlich nicht! Ich glaube, dass heute nur noch wenige Kinder - die wenigstens elf, zwölf Jahre alt sein sollten, wenn sie dieses Buch lesen wollen oder sollen - einen Zugang zu diesem Buch finden. Aber es ist ein Buch für Menschen, die sich für Literatur interessieren, für alle Kästner-Liebhaber sowieso.

Mich hat die erste Lektüre dieses Buches seinerzeit mit sechzehn Jahren erschüttert und auch heute kann ich die Tränen an manchen Stellen kaum zurückhalten. Denn Kästner lässt den Leser tief in seine Seele schauen.

Ein Klassiker!
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine äußerst lesenswerte Selbstauskunft, 4. Februar 2008
Von 
Stephan Seither (Berg / Rheinland-Pfalz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Als ich ein kleiner Junge war (Taschenbuch)
Dieses Buch führt auf äußerst unterhaltsame Art und Weise zu den sozialen
und kulturellen Wurzeln des 1899, in Dresden, geborenen Erich Kästner -
Sachsen hatte zu dieser Zeit noch amtierende Könige, das Deutsche Reich
unterstand Kaiser Wilhellm II., beide Weltkriege und somit die Zerstörung
des sog. "Elbflorenz" waren zu jenem Zeitpunkt unkomponierte
Zukunftsmusiken...

Vielfach wird von der engen Bindung zwischen Mutter und Sohn berichtet,
spätestens ab Kapitel 11 wird dem Leser verdeutlicht, dass es nicht nur
Liebe, sondern durchaus auch ein hohes Maß an Verantwortungsgefühl und
Loyalität gewesen sein muss, welche Kästner all die Jahre mit seiner Mutter
verband.

In diesem Buch ist ebenso zu erfahren, wie der Autor einst auf die Idee kam
nach dem Lehramt streben zu wollen und welches Ereignis ihn letztlich einen
anderen Weg hat einschlagen lassen, wobei, "Lehrer" ist Kästner doch immer
irgendwie geblieben, auch wenn ihm der "Unterricht" von den Nazis
-vorübergehend- untersagt wurde - aber das ist eine andere Geschichte und
gehört eigentlich nicht hierher....

In der Dresdner "Villa Augustin", seit dem Jahr 2000 ist dort das
Erich-Kästner-Museum untergebracht, ging damals schon der kleine Erich ein
und aus - dort war er jedoch nicht einfach nur bei Onkel und Tante zu
Besuch, vielmehr erledigte er bereits in jüngsten Jahren diverse Botengänge
für diesen vermögenden und nicht immer unkomplizierten Teil der
Verwandschaft - vielleicht wächst der Mensch ja tatsächlich an seinen
Aufgaben?

Fazit: Wer sich für den Menschen Kästner interessiert, wird an diesem
autobiographischen Buch wohl kaum vorbeikommen - zudem, die Lust, Dresden
zu besuchen, die ist nach diesem Buch gewachsen, auch wenn Kästners
Geburtsstadt durch die folgenschweren Bombennächte, 13., 14. und 15.
Februar des Jahres 1945, manche Narbe zurückbehalten hat....

Verfolgen Sie Kästners Werdegang von 1907 bis 1914 - aus erster Hand!

HINWEIS:
Wenn Sie Illustrationen wünschen, sollten Sie nach einer anderen Ausgabe suchen, z.B. nach einer Ausgabe, in der Horst Lemke zeichnerisch tätig war - in der vorliegenden dtv-Ausgabe finden Sie leider "nur" Text.... - wobei es einem der bekannte und bewährte Schreibstil Kästners leicht macht das Kopfkino zu starten....
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Enttäuschung, 10. Februar 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die Rezension bezieht sich auf die von Erich Kästner selbst gelesene Hörbuchfassung.

Das Buch ist ein Klassiker, kein Zweifel. Es gehört sicher zu den besten Autobiographien, die in Deutschland geschrieben wurden.

Erich Kästner ist zwar ein brillanter Autor, aber leider ein, ich muss es leider so sagen, miserabler Erzähler.

Sein Vortragsstil ist monoton, manchmal pathetisch und auch Versprecher sind nicht selten. Häufig werden unnötige Pausen mitten im Satz an den falschen Stellen gemacht, die den Erzählfluss stören.
Selbst der dezente Dialekt wirkt unpassend, da das Sächsische aus der Dresdner Kindheit verschwunden ist und das gesprochene, beinahe pfälzisch klingende Gemisch seltsam deplatziert wirkt.

Diese Hörbuchfassung enthält nur wenige, ausgesuchte Kapitel des Buches (leider nicht die besten) und endet völlig abrupt mitten in einer Art "Bonustrack", nämlich einem nur halb erzähltem, 3 minütigem Kapitel des Buches zu einem 10 Jahre später (1966) vom NDR aufgezeichneten Vortrag.

Die gesamte Laufzeit beträgt knapp 50 Minuten, inklusive einer nur für die damalige Radiofassung nötigen Einleitung.

Wer das Buch kennt und liebt, der sollte von dieser, eigentlich nur für Historiker interessanten Hörbuchfassung unbedingt die Finger lassen.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen eine Biografie, 21. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Als ich ein kleiner Junge war (Taschenbuch)
Erich Kästner erzählt in einem liebenswerten Stil von seiner Kindheit in Dresden. In seiner heilen Welt vor dem ersten Weltkrieg gab es noch keinen Fernseher, keine Computer und trotzdem war ihm nie langweilig. Mit ihm ist es möglich, in eine längst vergangene Zeit einzutauchen. Man lernt die Stadt Dresden und ihre Umgebung kennen. Schließlich ist noch heute sein vor über 50 Jahren entstandenes Buch Grundlage für eine ganz besondere Stadtführung durch die Dresdener Neustadt von der Königsbrückerstraße zum Albertplatz. Doch das sei nur am Rande erwähnt. Erich Kästner würde hier wieder einmal schreiben: "Aber das gehört jetzt nicht hierher."

Was gehört dann hierher? Das Leben seiner Eltern, die Gesellschaft um die Jahrhundertwende und die Sorge ums Überleben zum Beispiel. Hierzu schreibt er im zwölften Kapitel: "Das Leben ist nicht nur rosafarben und nicht nur schwarz, sondern bunt. Es gibt gute Menschen und böse Menschen, und die guten sind mitunter böse und die bösen manchmal gut. Wir können lachen und weinen, und zumal weinen wir, als könnten wir nie wieder lachen, oder wir lachen so herzlich, als hätten wir nie vorher geweint. Wir haben Glück und haben Unglück, und Glück im Unglück gibt es auch."

Kästner preist die Schönheit seiner Heimatstadt, die er zu der Zeit, als das Buch entstand, schon verloren glaubte. Heute hätte er sicher seine Freude daran, wie schön sie wieder geworden ist. Er musste sich an seine Erinnerung halten oder sich mit dem Lesen zufrieden geben, das er folgendermaßen beschreibt: "Wenn ein Kind lesen gelernt hat und gerne liest, entdeckt und erobert es eine zweite Welt, das Reich der Buchstaben. ... Aus Druckerschwärze entstehen Dinge, Menschen, Geister und Götter, die man sonst nicht sehen könnte. Wer noch nicht lesen kann, sieht nur, was greifbar vor seiner Nase liegt oder steht: den Vater, die Türklingel, den Laternenanzünder, das Fahrrad, den Blumenstrauß und, vom Fenster aus, vielleicht den Kirchturm. Wer lesen kann, sitzt über einem Buch und erblickt mit einem Male den Kilimandscharo oder Karl den Großen oder Huckleberry Finn im Gebüsch oder Zeus als Stier, und auf seinem Rücken reitet die schöne Europa. Wer lesen kann, hat ein zweites Paar Augen, und er muß nur aufpassen, daß er sich dabei das erste Paar nicht verdirbt."

Genauso, wie er es beschrieb, öffnet er uns die Augen für seine Kindheit in den Jahren 1907 bis 1914. Auch wenn ich anfangs Probleme hatte, in sein Buch hineinzukommen, bin ich nach der Lektüre vollends begeistert und kann es Erwachsenen mindestens so sehr ans Herz legen wie Kindern, die wissen wollen, wie ihre Ur- und Ururgroßeltern gelebt haben.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erinnerungen und Bilder aus einer anderen Zeit......, 27. September 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Als ich ein kleiner Junge war (Taschenbuch)
Erich Kästner hat in diesem Büchlein in einer liebevollen Aufzeichnung die Schilderung seiner frühen Kindheit und Jugend festgehalten.

Er ist 1899 geboren und wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf.
Der Vater konnte als Sattlermeister nur mühsam alleine das Auskommen für die Familie sichern. Seine Mutter trug mit harter Arbeit zum Lebensunterhalt bei: zuerst als Putzmacherin und später als Friseurin. Als einziges und sehr geliebtes Kind fühlte sich Erich geborgen und behütet im Kreise einer großen und weitläufigen Familie mit vielen Onkeln und Tanten, in der es schon einmal krachte. Man blieb sich aber über alle Zeiten hinweg gewogen nach dem Motto '"Pack schlägt sich, Pack verträgt sich."'
Damals gab es keineswegs soziale Hilfen wie heute, die einen gewissen Lebensstandard garantierten, sondern jeder sah zu, wie er auf eigene Faust den Lebensunterhalt sichern konnte.

Alleine das Vorbild seiner fleißigen Eltern, die man nach damaligen Maßstäben wohl als "'rechtschaffen"' bezeichnen würde, gab dem Jungen Halt, Sicherheit und das Gefühl der Geborgenheit. In liebevollen Worten, anerkennend, schlicht und selbstverständlich ersteht das Bild einer geordneten Welt, in der feste Bindungen zur Sicherheit des Lebens beitrugen. Die äußeren Umstände wie Krieg und Not brachten zwar Schmerz und Entsagungen, doch konnten sie der innerlich übersichtlichen Welt nichts anhaben.

Kästner spricht den Leser in seiner Erzählung unmittelbar an, so als sei er sich dessen Einverständnisses sicher. Das mag den Eindruck erwecken, als spräche er zu Kindern. Diese aber würden sicher mit dem Text wenig anfangen können; ist er doch ein wenig naiv und nostalgisch. Unsere technisch orientierten und befähigten Kinder, deren Welt rasant und schnell verläuft, und die einem Harry Potter mit seinen Mysterienabenteuern hinterherlaufen, könnten wohl kaum nachvollziehen, um wie viel langsamer, gemächlicher und entbehrungsreicher die Welt vor hundert Jahren aussah. Auch die Dankbarkeit für Kleinigkeiten und die Aufopferung der Mutter würde wohl heute kaum gewürdigt. Wird doch gegenwärtig alles für selbstverständlich genommen, und die Vielfalt der Angebote unserer lieben Kleinen könnte sich mit den einfachen Zinnsoldaten eines Erich Kästners wohl kaum begnügen.
Wir leben in einer anderen Zeit, und so werden vor allem die Älteren unter den Lesern ein Stück Vergangenheit wieder finden, sei es aus eigenem Erleben, Erzählungen oder Aufzeichnungen der Ahnen.
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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine beeindruckende Lesung, 24. April 2001
Von Ein Kunde
Kann der Witz schon in der Stimme liegen? Ja. Bei Erich Kästner ist das der Fall. Er kann auch noch den feinsten Witz, der zwischen den Zeilen liegt, herauskitzeln und uns, die wir das Buch schon mehrmals lasen, aufzeigen, was wir bisher übersahen.
Diese CD, die wohl die schönsten Passagen und Kapitel des Buches enthält, müßte man eigentlich mit der Autobiografie verkaufen. Als Anleitung zum lesen und als Reiseführer durch die Zeit einer der schönsten Städte Deutschlands: Dresden.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen schön gelesen, 3. Juni 2003
In dieser Lesung beschreibt der Autor seine Kindheit in Dresden.
Er beschreibt gesellschaftliche ZwÃnge und Konventionen, das Treiben auf den Straßen und PlÃtzen Dresdens.Besonders liebevoll spricht er dabei von seiner Mutter.
KÃstner liest seine Erinnerungen Ãber AlltÃglichkeiten und skurile Ereignisse selbst. Insgesamt sind auf dieser CD vier Kapitel vorhanden, dazu einige Anmerkungen des Autors.
KÃstner liest seine Erinnerungen atmosphÃrisch dicht, leider sind es eben nur vier Kapitel (das siebte, zehnte, zwölfte und fÃnfzehnte)
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bei Erich Kästner kann man immer wieder ins Schwärmen geraten, 15. Februar 2010
Rezension bezieht sich auf: Als ich ein kleiner Junge war (Taschenbuch)
Nicht alle Erlebnisse von Kindern, so der Autor im Vorwort, seien auch für Kinder zum Lesen geeignet. Das heißt aber nicht, dass Erich Kästner seinen kindlichen Kummer unter den Tisch fallen lässt. Denn auch wenn dieses Buch vor allem eine Hommage an seine Mutter ist und der Autor mehr als einmal ein Loblied auf sie und ihre Liebe anstimmt, schreibt er auch von den Momenten, in denen die Verzweiflung seiner sonst so starken Mutter ihm unglaubliche Angst machte.

Wer immer Kästners Gedichte oder Kinderbücher mag, wird auch von seinen Kindheitserinnerungen nicht enttäuscht sein. Leser erfahren hier einiges über Erich Kästners - trotz gelegentlichen Kummers - glückliche Kindheit, über seine Eltern und andere Verwandte, zum Beispiel die reichen Augustins.

Erich Kästner hat schon immer Groß und Klein gleichermaßen begeistern können und tut das auch in diesem Buch. Für Kinder ab dem höheren Grundschulalter wäre eine gemeinsame Lektüre mit den Eltern, die unbekannte Begriffe wie Monarch, Grenadier oder Revue erklären können, am besten. Doch man muss natürlich keine Kinder haben, um als Erwachsener Gefallen an Erich Kästners Erinnerungen zu finden und an seiner ihm eigenen Sprache, die ohne Schnörkel auskommt, beinahe naiv anmutet, es dabei aber niemals ist und über deren Einfachheit, Humor und Eleganz man immer wieder ins Schwärmen geraten kann.
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