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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hübsch bunt, 26. November 2013
Von 
Christian Günther - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Selbstbewusst-Remastered Deluxe Edition (Audio CD)
Das Cover eines Albums sollte im besten Falle ein Stück weit die Stimmung der dahinter aufbewahrten Musik abbilden; Wolfgang Ambros ist das im Laufe seiner Karriere meist recht gut gelungen. War nun das Vorjahresalbum "Weiss wie Schnee" eine reichlich düstere Ansammlung von überwiegend wirklich großartigen, aber wütenden und gedankenschweren Songs - und war das Cover-Layout eine entsprechende Reflexion - sah man nur ein Jahr später auf Ambros neuer LP eine bunte Vielfalt an Spielautomaten-Motiven; eine quietschgrüne Palme, ein feuerrotes Herz, eine wie immer unerschütterlich freundliche Mickey Mouse, eine Sonne gelber als jedes Eidotter usw.; und tatsächlich entsprach das den Liedern des Albums (womit nicht behauptet sein soll, Ambros hätte über Mickey Mouse gesungen).

Mit "Selbstbewusst" kontrastierte Ambros das vorherige Album denkbar stark und zeigte so binnen zweier Alben seine gewaltige Spannweite auf. Der Schalk im Nacken hat hier wieder ganz erheblich an den Songs mitgeschrieben, die thematisch quer durch unterschiedlichste Lebensthemen streifen. Entsprechend vielseitig ist das Album auch musikalisch. "I g'spia i verlier" ist im Grunde die einzige Nummer, die wirklich den Blues hat, melancholisch ist; bezeichnenderweise eines der beiden Lieder, das Ambros nicht selbst für das Album geschrieben hat. Es schien ihm anscheinend wirklich gut zu gehen im Jahr 1981.

Die klangliche Aufbereitung dieser Remaster-Edition entfaltet schon mit den ersten Tönen ihre umwerfende Wirkung. Das heranschwebende Piano als Intro des ersten Songs "Geh von mir" klingt so kristallen wie nie zuvor; selbst auf keiner noch völlig unverkratzten und staubfreien Vinyl-Pressung und auf der alten CD-Ausgabe (1987 Master) schon gar nicht. Wenn dann die gesamte Band in den Song einsteigt und losrockt, wie auf kaum einer weiteren Ambros-Nummer, wird die Brillanz des Remasters überdeutlich. Obwohl Peter Koller die Gitarre bearbeitet, als wäre der Geist von Jimi Hendrix in ihn gefahren, und auch der Rest der Band losstürmt, als wollten sie im Mittelmeer einen Tsunami auslösen, der Österreich eine eigene Küste beschert: alles klingt transparent, nichts übersteuert und man spürt echte Dynamik, da wurde nichts totgepegelt.

Schade nur, dass gerade diese Nummer, bei aller Härte im Spiel, kompositorisch eher ungewöhnlich schwach ist. Selbst die krachende Spielweise und Ambros beinah brüllendes Singen können kaum darüber hinwegtäuschen, dass dem Song, vornehmlich der Gesangslinie, eine reichlich triviale Tonleiter-Schlager-Komposition zugrunde liegt. Sei's drum! Das ist selbst Springsteen passiert - witziger weise auf seinem nur wenige Monate zuvor veröffentlichtem Meisterwerk, dem Doppel-Album "The river", finden sich auch zwei, drei Stücke, die mit nur etwas Phantasie, der schroffen Spielart der E-Street-Band und Springsteens Halsschlagadern-Gesang entledigt und dafür trivial literarisch betextet, auch von Bernhard Brink in der ZDF-Hitparade vorgetragen denkbar gewesen wären.

Die vier Bonustracks dieser Neuauflage entstammen alle dem ebenfalls 1981 veröffentlichten dritten und letzten Ambros/Tauchen/Prokopetz-Hörspiel "Augustin", von denen sicherlich der heimliche (weil nie offiziell als Single ausgekoppelte) Hit "Lokalverbot" besonders erwähnenswert ist; jener kleine so wundervoll lakonisch genölte Song, über einen armen Kerl, der aufgrund seiner, na sagen wir, suboptimalen charakterlichen Beschaffenheit mit niemandem mehr ausgehen kann, weil er zu so ziemlich allen Lokalen Wiens keinen Zutritt mehr erhält.

Nach "Selbstbewusst" wechselte Ambros die Plattenfirma und somit endet hier nun auch leider die Reihe der Deluxe-Remaster-Editionen, die gestaffelt übers Jahr 2013 alle neun Alben, die Ambros zwischen 1973 und 1981 bei Bellaphon veröffentlichte, in besser nicht denkbaren Neuauflagen hervorbrachte. Angefangen von den beidseitig schwarzen CDs, über die bis ins Detail liebevoll gestalteten Booklets und Schuber, die reichlichen Bonustracks, die immer mindestens sinnvoll, zu großen Teilen aber echte Überraschungen waren und spannendes zutage förderten, bis hin zu der wirklich vorbildlichen technisch klanglichen Restauration - die Reihe ist ein Fest! Dankeschön allen dafür Verantwortlichen!

Es wäre zu schön, wenn nun die Universal, bei deren Labels Mercury und Polydor Ambros die nächsten 15 Jahre unter Vertrag stand, nun, sich an dieser Arbeit orientierend, die elf Alben von "Der letzte Tanz" (1983) bis "Verwahrlost aber frei" (1996) entsprechend restauriert im kommenden Jahr gestaffelt veröffentlichen würde.
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5 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ambros durch und durch, 31. Juli 2004
Rezension bezieht sich auf: Selbstbewusst (Audio CD)
Die Platte entstand 1981, in einer wirklich starken, wenn nicht der stärksten Schaffensphase des Herrn Ambros und seiner Number one vom Wienerwald. Auf "Selbstbewusst" hat Woiferl meiner Meinung nach einige seiner besten Lieder vereinigt. Ich denke da an das "angfressene" Geh von mir, das herrlich depressive "Fesch san ma beinand", das Lied vom "Minderwertigkeitskomplexler", das verträumte "Belize" - ja und der Titelsong ist überhaupt ein Hammer, habe die Ehre. "Wos i moch, mit wem i's moch, und wann i's moch, ob i wos moch und ob i nu waas, wos i dua - kummt ganz darauf au, wie i mi fühl, wie a Mann oder wie a klana Bua" - solche Zeilen fahren ins Herz und ins Hirn. Ambros bringts wie so oft auf den Punkt.
Leider hält die Hochform nicht die ganze Platte an ("Lethargie", "Da Herr Minister" und "Wann bin i daham" wären ehrlich gesagt verzichtbar gewesen), deshalb "nur" 4 Sterne.
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Selbstbewusst-Remastered Deluxe Edition
Selbstbewusst-Remaster
ed
von Wolfgang Ambros (Audio CD - 2013)
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