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44 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Dich zu sehen, Dich zu spüren, Dich einzuatmen...!"
Wenn es ein Werk gibt, das dem Kinozuschauer den Wunsch auf grosses bewegendes, vor allem menschliches Kino uneingeschränkt erfüllt, dann ist es diese dreistündige filmische Sternstunde.
"Blau ist eine warme Farbe" ist ein langer Film.
Drei Stunden, so meint man vielleicht, könnten doch leicht zu eventuellen Längen führen.
Das...
Vor 2 Monaten von Rumburak veröffentlicht

versus
6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Tolle schauspielerische Leistung ABER...
Ich hatte im Vorfeld von Freundinnen sehr viel über den Film gehört. Die meisten fanden den Film gut. Jetzt hatte ich ihn mir
doch gekauft um mitreden zu können.

Gleich zu Beginn des Films wird klar, dass es sich um einen französischen Film handelt. Viele Blickwinkel sind direkt auf die
Personen gerichtet, diese stehen in der...
Vor 2 Monaten von Alexa veröffentlicht


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44 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Dich zu sehen, Dich zu spüren, Dich einzuatmen...!", 5. Mai 2014
Wenn es ein Werk gibt, das dem Kinozuschauer den Wunsch auf grosses bewegendes, vor allem menschliches Kino uneingeschränkt erfüllt, dann ist es diese dreistündige filmische Sternstunde.
"Blau ist eine warme Farbe" ist ein langer Film.
Drei Stunden, so meint man vielleicht, könnten doch leicht zu eventuellen Längen führen.
Das Gegenteil ist der Fall.
Das erschütternde ,intensive Liebesdrama könnte auch noch ruhig länger dauern.
Zu sehr ist der Zuschauer mit jeder Facette seiner Emotionen in die kleine und doch so grosse Liebesgeschichte eingetaucht, zu sehr hat die überragende Inszenierung jede Empfindung zum Klingen gebracht.
Schwelgerisch ist Abdellatif Kechiches Filmopus. Schwelgerisch in jeder Nahaufnahme.
Sanft und gleichzeitig so herzzerreisend kraftvoll zeichnet er kleinste Stimmungen, filigrane Gesten und Verunsicherungen in den intimen Grossaufnahmen von Augen, Mündern, von verhuschten Blicken und dann wieder leidenschaftlichen Ausbrüchen.
Die suggestive Kamera umfährt, umschmeichelt zärtlich jeden Körper, und jede Umarmung, läßt die Doppeldeutigkeit hinreissender Dialoge aufblitzen, entlarvt Widersprüche zwischen Denken und gesprochenem Wort, kreiert selten im Kino gesehene vollkommen selbstverständlich sinnliche Bilder von Nacktheit, Erregung und sexueller Vereinigung.
Es ist die alltäglichste und gleichzeitig elementarste Geschichte, die ein Mensch fähig ist zu erleben.
Kein martialisch donnerndes Actiongewitter, keine Krawumm-Story, die die Kinoleinwände in großer Zahl überfluten ;dieser Film handelt in leiser, bewegender, bestürzend realistischer Weise vom der Liebe und Leidenschaft, der ewigen Sehnsucht ,die wie eine sanfte, noch leise, filigrane Melodie zwischen zwei Menschen wunderbarerweise zum Erklingen kommt, die zu einer grossen wilden Sinfonie aus Lust, Hingabe, Verzückung von Höhepunkt zu Höhepunkt eilt
und die doch so bitter, von verhängnisvollen Dissonanzen aus dem Gleichklang gebracht, in grossem Schmerz, Tragik und sellischer Höllenqual endet.
Eine alltägliche Geschichte und doch für jeden einzelnen tiefschürfend.
Die 15jährige Schülerin Adele (eine beispiellos bewegende Schauspielleistung : Adele Exarchopoulos) erlebt das was alle adoleszenten Jugendlichen umtreibt: Veränderungen des Körpers, Erwachen der Sexualität, erste schüchterne Freundschaften, Gruppendynamik, Liebesbeziehungen.
Doch sexuelle Erfüllung und Glück findet sie mit einem Mitschüler nicht.
Irgendetwas fehlt ihr in der Beziehung zum gleichaltrigen Thomas.
Drei Jahre später lernt sie die lebensfrohe, unkomplizierte Kunststudentin Emma kennen (Lea Seydoux).
Blau ist eine warme Farbe, und so wird ihr als erstes ihre blaue Haarsträhne auffallen, bevor sie allmählich mehr Gefühle für die junge Frau entwickeln wird.
Wie unglaublich authentisch hier der Film jede Dialogzeile, jeden Blick, jede langsame Annäherung und jedes schüchterne Zurückweichen inszeniert ist so atemberaubend, daß es schwer fällt es in Worte zu fassen.
Jede einzelne Sequenz spigelt schon nicht mehr nur die Emotionen wider, sie macht sie zu unseren eigenen Empfindungen, läßt die Leinwanddistanz zwischen Adele und uns Zuschauern aufheben.
Eine unfassbare Leistung des Films in jeder Sekunde erspürbar zu machen, was für ein Gedanke jetzt der Protagonistin durch den Kopf geht.
Adele ist in in vielen Assoziationen, im empathischen Empfinden auch wir selbst.
Denn das Erspüren, das hoffnungsvolle Erflammen, das wilde Glück der Vereinigung, die langsam nicht begreifbare Entfremdung, der Schmerz über Verlust ist universelles Erleben von sicherlich jedem Zuschauer.
So ist uns Adele immer ganz nah, läßt uns eigene Liebes-Erlebnisse reflektieren.
Adele und Emma beginnen eine leidenschaftliche Liebesbeziehung voller erfüllter Erotik, inniger Verbundenheit über alle Grenzen hinweg.
Weniger erscheint mir Abdellatif Kechiche an der Tatsache der gleichgeschlechtlichen Liebe interessiert, die natürlich auch heute noch zumindest für Adeles Familie behutsam versteckt werden muß, mehr noch läßt der Regiseeur einfließen wie die Standesunterschiede und die verschiedenen Lebensperspektiven auch die grösste Liebe nachhaltig determinieren können.
Auf der eine Seite Elitebewusstsein der Kunstszene, der sich Emma angehörig fühlt, auf der anderen Seite Adele die ihren harten bodenständigen Job als Lehrerin jeden Tag meistern muß.
"Du solltest auch einmal anfangen deine Träume zu verwirklichen", mit dieser verbalen Grenzüberschreitung und Herabsetzung der Lebensrealität des geliebten Gegenübers beginnt die so schwebend ausschließliche Magie der Liebe ins Wanken zu geraten.
Das ist unglaublich bewegend, und erschütternd, zeigt doch Regisseur Kechiche vorher in selten gesehener Offenheit, bedinglunsloser Zärtlichkeit und lustvoller Verschmelzung wie tief die beiden Liebenden noch vor kurzem verbunden waren.
Eifersucht, Missverständnisse, betäubender tiefer Schmerz, gezeigt in jedem Zittern des Mundwinkels, jeder Träne, jedem verstörten Ausdruck.
Adele reagiert mit nagender Verlusangst.
Der Zauber der Verführung eingeholt von wenig erfüllenden Alltagssorgen um die Zukunft.
"ich habe mich so allein gefühlt", wird sie zitternd ihrer grossen Liebe Emma gestehen.
Doch es ist zwecklos. Die aus verletzten Gefühlen eingegangene kurze Affäre mit einem Kollegen wird ihre Beziehung in einer Kurzschlußreaktion fürs erste das Fundament entziehen..
Diese verbale letzte Auseinandersetzung, das Schreien, die plötzliche Erkenntnis der Aussichtslosigkeit, das Aneinander Vorbeireden, gegenseitige Beschuldigen zweier Menschen, deren Lebenswege mehr und mehr auseinanderdriften gehört zum schauspielerisch Spektakulärsten.
Realistischer kann man nicht spielen. Kann man hier noch von Darstellkunst sprechen ?
Diese Performance gerade der beiden Hauptdarsteller grenzt an Selbstaufgabe, ist an durchdringender erschütternder Wucht nicht zu überbieten.
Drei Stunden lang eine Tour de Force der Gefühle, ungefiltert, schonungslos, reissen sie den Zuschauer mit.
Jeder zarte Kuss, jede sexuelle Exstase, jede Berührung von Händen, Wangen, Mündern, jedes kleinste Erschauern auf sinnlicher Haut, wird nackt und unverstellt, berauschend, dann wieder unsagbar desillusionierend und traurig, wenn am Ende jedes Gefühl tot zu sein scheint, auf den atemlosen Zuschauer übertragen.
Die Liebe eine Himmelsmacht, und ihr Erlöschen die ewige Verdammnis.
Von nicht weniger handelt dieses Epos.
Unfassbar eindrucksvoll durch hunderte kleine Details werden die verschiedenen Charaktereigenschaften des Paares herausgearbeitet.
Die Künstlerin Emma , die selbstbewusst ihr Ziel eine grosse Bilderaustellung zu realisieren verfolgt, ihrer Karriere im Blick hat und dann die so menschlich unsichere, nach Liebe und Hingabe suchende Adele, die selbst noch nach Orientierung im Leben sucht, für einen kleinen Ausrutscher bitter bezahlen muß.
Wie stirbt eine Liebe? Mit den kleinsten scheinbar harmlosesten Verwerfungen.
Eine Künstlerparty Emmas bei der Adele mehr und mehr ins Abseits gerät, eher als Bedienung für die Gäste denn als gleichberechtigte Partnerin fungiert.
Hintergründig wird ihr demonstiert nicht unbedingt diesem scheinbar toleranten Gesellschaftskreis anzugehören.
Am Ende wird es wie ein höhnisch erschütterndes, unendlich trauriges, letztes bitteres Fanal ihr einst in grosser Intimität und Vertrauen gemaltes Aktporträt sein, das Emma zur bewunderten Künstlerin macht und das nun wie ein erstarrte Reliquie aus einer Zeit tiefster Verbundenheit von allen Besuchern seelenlos begafft und der Öffentlichkeit zur Schau gestellt wird.
"Blau ist eine warme Farbe" eben auch ein zutiefst desillusionierender und auch in letzter Konsequenz gnadenloser Film.
Wie so oft auch das wahre Leben keine Gnade oder zweite Chance auf ein Happy End kennt.
Fazit: Mit an Selbstaufopferung grenzender Wucht authentisch inszeniert, mit jeder Faser des Herzens vom Zuschauer erlebt und erspürt.
Wenige Filme gibt es die schmerzhaft die Herzen öffnen und gleichzeitig ob ihrer erhabenen Schönheit glückselig machen. Dieses einmalige Kinoerlebnis ist einer davon.
Vielleicht das Schönste, was das vergangene Kinojahr zu bieten hatte.
Wen wundert es, daß solche Poesie natürlich wieder einmal nur aus Frankreich kommen kann.
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unfassbar nah, 11. Mai 2014
Von 
D. Heber (Altenburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Selten habe ich einen dreistündigen Film gesehen und am Ende gedacht, schade, dass er schon zu Ende ist. Bei diesem Film war es genau so. Die Authentizität der beiden Hauptdarstellerinnen ist unglaublich. Man ist mittendrin in dieser so wunderbar erzählten Geschichte. Es ist französisches Kino vom feinsten. Viel mehr will ich gar nicht schreiben. Mein Tipp: einfach anschauen, mit dem Partner, allein oder mit der besten Freundin.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Liebe lässt selbst Blau warm erscheinen, 11. Mai 2014
Einleitung:
Worin zeigt sich Liebe? Was bedeutet sie für jeden Einzelnen von uns und spielt das Geschlecht dabei eine Rolle? Gibt es Liebe auf den ersten Blick und wie gehen wir mit Schmerzen um, wenn ein von uns geliebter Mensch unsere Liebe nicht mehr erwidert? Oder kann Liebe gar alles überwinden und selbst eine so kalte Farbe wie Blau Wärme in unseren Herzen erzeugen? Der letztjährige Palm d'Or Gewinner "La vie d'Adéle - chapitres 1 & 2", zu Deutsch "Blau ist eine warme Farbe", hat auf alle diese Fragen eine ehrliche und zutiefst berührende Antwort und offenbart uns eine der hinreißendsten Liebesgeschichten vergangener Jahre.

Inhaltsangabe:
Adéle ist eine junge 17-jährige Frau, die das Gefühl hat, sich selbst etwas vorzumachen. Zwar weiß sie um die Zuneigung des männlichen Geschlechts, kann diese jedoch nicht mit ihren Gefühlen erwidern. Als sie zufällig auf der Straße der blauhaarigen Studentin Emma begegnet, ist sie wie elektrisiert und angezogen von dieser Frau. Sie spürt etwas, was sie stets zu missen wusste und fortan entdeckt sie Sehnsüchte, die sie gemeinsam mit Emma auslebt.

Filmbesprechung:
"Blau ist eine warme Farbe" basiert lose auf der Graphic Novel von Julie Maroh. Regisseur Abdellatif Kechiche ist in seinen Filmen immer auf der Suche nach der Wahrheit, nach dem Lösen der aufgebauten Fassade und Maske im Leben und so dreht er sein Liebesdrama auf sehr natürliche Weise. Hier gibt es überwiegend Großaufnahmen von Gesichtern und Körpern, wenige Schnitte unterbrechen den Filmfluss und er bleibt seiner naturalistischen Inszenierung in jeder Minute treu, denn sowohl Menschen als auch Umgebung werden hier ungeschönt und realistisch (die Darstellerinnen trugen z.B. keinerlei Set-Make-up) dargestellt, im Kern banale Themen zwischen den Dialogzeilen aufgegriffen und hintergründig mit Problemen zwischen Unterschicht/Oberschicht der Kontrast ästhetisiert.

In dem Moment, wenn Adéle, die auf dem Weg zu einer Verabredung mit einem Mann ist, ganz zufällig der Kunststudentin Emma begegnet, dann stoßen hier zwei verschiedene Gesellschaftskreise aufeinander, die sich in ihrem Kontrast gegenseitig anziehen, gleichzeitig aber auch von einander entfernen. So ist die Protagonistin Adéle aus dem Proletariat (schlichtes Elternhaus, Spaghetti als Festmahl, gefangen in klassisch, traditionellen Idealen ect.), während Emma, eine Künstlerin, der Oberschicht angehört (starker Drang zur Kunst, in wohlhabenderen Kreisen gern gegessene Austern, Brechen aus sexuell, sozialpolitischen Idealen ect.) und dennoch herrscht trotz dieser "Komplikationen" ein gegenseitiges Verlangen nacheinander.

Dabei ist die homosexuelle Liebe vollkommen unwichtig. Abdellatif Kechiche selbst sei enttäuscht gewesen, dass sein Film von Teilen seines Publikums als "Queer"-Film angesehen werde. Kechiche's Inspiration dieses Werk zu verfilmen war es die wunderbare, natürliche Liebe zu zeigen, Schicksale und Zufälle, wie auch Schmerz und Leid darzustellen. Dabei ist die homosexuelle Beziehung nur ein Deckmantel, der sich im Hintergrund abspielt. Im Innern wird die Liebe in Verbindung mit der Wahrheit, welche bereits in seinem Film "La graine et le mulet" Anklang fand, präsentiert. Wenn Adéle direkt nach dem Sexakt mit einem männlichen Partner merkt, dass sie kein Gefühl der Besänftigung, der Offenbarung, letztlich der Liebe erfährt und selbst der Orgasmus sich nicht in seiner vollen Kraft entfalltet, dann wird sie mit der bitteren Wahrheit konfrontiert, dass sie sich selbst etwas vorspielt und sie in ihrer derzeitigen sexuellen Orientierung kein Glück finden kann.

Mit Emma tritt jene Emotionalität von der ersten Begegnung an ein. Die Nacht darauf träumt Adéle gar von einem geschlechtlichen Akt mit dieser blauhaarigen Schönheit, während sie sich dabei gefühlvoll und voller Hingabe bis zur Ekstase masturbiert.
Auch Emma ist von der jungen Schülerin fasziniert und in dem Moment, wenn sie Adéle in einer Lesbenbar bemerkt, scheut sie sich in keinster Weise, spricht sie direkt an und führt eine Konversation über Kunst (Literatur) und recht banale Dinge. Dies ist der Beginn einer Beziehung, welche Lust und Freiheit, Liebe und Trauer, Schmerz, Streit und Versöhnung den ganzen Film über trägt und somit die gesamte Palette einer Liebesbeziehung vorzeigt.

Dabei hilft Kechiche's inszenatorischer Stil dieser Beziehung eine emotionale Nähe zum Publikum zu verschaffen, denn die im Diskurs umstrittenen, expliziten Sexszenen zwischen den beiden Frauen schaffen eine starke Intimität, sodass wir uns ganz dem Verlangen und der Obssession der beiden Frauen hingeben können.

Erstmals wurde die Palm d'Or nicht nur an den Regisseur, sondern auch an die beiden Hauptdarstellerinnen vergeben (Jurypräsident Steven Spielberg begründete dies, dass der Regisseur ohne seine beiden Darstellerinnen diesen Film in keinster Weise hätte so realisieren können) und das vollkommen verdient, denn Kechiche selber sagte in Interviews, dass er bei Castings ganz strikt nach der für ihn perfekten Chemie auf der Suche war, welche er vom ersten Moment an in Adéle Exarchopoulos und Léa Seydoux gefunden hat. So hat er die Figur der Protagonistin auch voll und ganz auf Adéle zugeschnitten, die nicht umsonst im Film denselben Namen trägt (was übrigens einer der vielen Unterschiede zur Vorlage ist), auch haben die beiden Darstellerinnen die gleichen Ideale und kommen aus derselben Gesellschaftsschicht wie ihre Figuren.
Und was die beiden auf die Leinwand "zaubern", ist lebensnah und gerade dadurch so hochintensiv; hier stimmt die Chemie in jeder noch so kleinen Geste und Mimik, bei den Sexszenen herrscht eine permanente erotisch aufgeladene Spannung und ihre Begegnungen sind, ganz gleich ob Freude oder Trauer, zu jeder Sekunde glaubhaft, ihre Konfrontationen explosiv und natürlich. Ganz großes und prägnantes Schauspielkino!

Sowohl die Anfangs-, als auch die Endszene stehen schließlich in einer obligaten Symbiose und beim Abspann wird der Zuschauer aus einem der ehrlichsten, natürlichsten und wundervollsten Filme über die Liebe, Sehnsüchte und Selbstfindung gelassen.

10/10 - Meisterwerk

Zum Bild:
Am Bild gibt es nichts auszusetzen, perfekte Detailzeichnung, sensationelle Schwarzwerte, toller Kontrast mit schon fast aus dem Fernseher springenden, plastischen Aufnahmen (2.35:1). Keine Doppelkonturen bei gelegentlichen Wackelkamera-Szenen.
Kurz: Perfektes Bilderlebnis.

Zum Ton:
Auf der Blu-ray finden sich zwei Tonspuren, die deutsche und französische, beide liegen im DTS-HD Master-Audio 5.1 vor und bieten eine stimmungsvolle und vom Klang her dezente Untermalung. Wie üblich bei (Arthaus-)Dramenfilmen liegt der Fokus ganz auf den Dialogen, welche hier zudem immer klar und verständlich transportiert werden.
Erstaunlich ist dabei wie gut auch die deutsche Synchro funktioniert, die gute und "frische" Sprecher bietet und selbst das Textbuch ist dem Original sehr ähnlich. Dennoch ist auch hier die Original-Tonspur zu empfehlen, da die gesamte Stimmung noch besser zum Tragen kommt.
Das einzige Manko war, dass im Original-Ton ein, zwei Szenen deutlich leiser abgemischt waren, was aber anhand von Untertiteln das Filmerlebnis nicht trübt.

Zur Ausstattung:
Die Extras sind anhand der Begeisterung der Presse und Klasse dieses Werkes leider insgesamt etwas enttäuschend. Es gibt drei Interviews mit dem Regisseur Abdellatif Kechiche und den beiden Hauptdarstellerinnen Adéle Exachorpoulos und Léa Seydoux, in denen es um den Dreh, die Inszenierung, Motivation/Inspiration und Rollenanalysis geht. Weiter gibt es drei zusätzliche Szenen, die ihren Weg nicht in den finalen Schnitt gefunden haben, sind aber mehr Randnotiz und nur eine ist wirklich relevant, die so auch hätte den Weg in die finale Fassung finden können. Auch der deutsche Trailer ist mit an Bord, ansonsten noch Trailer zu aktuellen Filmen von Alamode Filmverleih (Moliere auf dem Fahrrad, Gabrielle, Finsterworld ect.).
Von einem ausführlichen Making-Of, gerade wo der Dreh doch als so intensiv und hart angesehen wurde, fehlt jegliche Spur, auch ein Audiokommentar, der sich hier perfekt anbietet, ist nicht zu finden. Zusätzlich gleicht es einem Mysterium, dass auf dem Cover eine "Special Edition mit Bonus" geworben wird, man aber bis auf die oben genannten Extras, die zudem seit 5 Monaten bekannt sind, keinerlei spezielle Extras zu finden vermag. Weder ein Booklet, noch eine anderweitige Zugabe. Wenigstens hat sich Alamode-Film auch für diesen Film für ein Wendecover entschieden (wobei deren Filme grundsätzlich Wendecover besitzen).

Fazit:
"La vie d'Adele" ist ein meisterhafter Film über das Erwachen, die Liebe und (sexuelle) Selbstfindung, welcher durch seine naturalistische Note für eine starke Emotionalität zum Zuschauer sorgt und mit seinen überragenden Darstellerinnen zwei der interessantesten und schönsten Frauenporträts der vergangenen Jahre darstellt, dabei ist die 179 minütige Liebesgeschichte jede einzelne Minute faszinierend. Bild und Ton können sind dem Film würdig, leider fehlt es etwas an tiefer gehendem Bonusmaterial und der versprochene Special Edition Bonus ist nicht zu finden.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Tolle schauspielerische Leistung ABER..., 21. Mai 2014
Ich hatte im Vorfeld von Freundinnen sehr viel über den Film gehört. Die meisten fanden den Film gut. Jetzt hatte ich ihn mir
doch gekauft um mitreden zu können.

Gleich zu Beginn des Films wird klar, dass es sich um einen französischen Film handelt. Viele Blickwinkel sind direkt auf die
Personen gerichtet, diese stehen in der Kamera direkt im Mittelpunkt.
Die schauspielerische Leistung der jüngeren von beiden Frauen ist phänomenal. Sie spielt gerade sensible und schwierige
emotionale Parts hervorragend.

Das Problem im Film war meiner Meinung nach, dass die Zeiträume zwischen dem Erlebten einfach schlichtweg FEHLEN!
Noch liege beide Frauen auf der Wiese und schauen in den Himmel und dann gibt es gleich 7 minütigen Lesbensex der mich
irgendwie an einen Porno erinnert hat. Wo bitteschön blieb hier Raum für Sinnlichkeit, Zärtlichkeit und Liebe? Wenn man sich
verliebt, dann will man das Gefühl genießen, die andere Person kennenlernen, erkunden, aber was gezeigt wurde im Film war nur purer hemmungsloser Sex und das in zwei bis 3 längeren Szenen.

Das hat mich ziemlich irritiert. Auch wurde im Film zu schnell von einer Situation in die andere übergeleitet. Noch erst lernen
sie sich erst frisch kennen, dann schon leben Sie seit Jahren zusammen? Wo war der Zwischenraum geblieben? Man bekommt
es nur mit, weil es nebenbei erwähnt wird, man eine gemeinsame Wohnung hat. In einer späteren Szene bekommt man dann
auch so nebenbei mit, dass zwischen Trennung und Treffen jetzt 3 Jahre vergangen sind. Wo bitte sind hier die 3 Jahre an Vergangenem geblieben? Diese hat der Regisseur schlichtweg unter den Tisch fallen lassen wie im ganzen übrigen Film.

Blau ist eine warme Farbe hätte vom Regisseur her viel besser zeitlich wiedergegeben werden können. Ohne die sehr gute schau-
spielerische Leistung der Jungdarstellerin hätte ich hier keine 3 Sterne mehr vergeben.
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37 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen So kann das Leben sein..., 25. Dezember 2013
Von 
Felix-Ine - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Nachdem ich das Buch gelesen habe, wurde im Casablanca-Kino der Film gesehen.
Die schauspielerischen Leistungen der Protagonisten sind hervorragend erotisch. Sie äußerten sich in einem Interview, dass sie selbst an die Grenzen des Möglichen gingen und solche Szenen nicht wieder spielen würden, der Regisseur Abdellatif Kechiches hatte ihnen viel abverlangt.

Die Autorin und Zeichnerin Julie Maroh liefert mit ihrer 160 Seiten umfassenden Bildnovelle die Vorlage für den mit der Goldenen Palme ausgezeichneten Film von Abdellatif Kechiches mit den Darstellern Léa Seydoux als Emma und Adèle Exarchopolous als Adèle.
"La vie d'Adèle" ist der Originaltitel des Buches und gibt für den Leser und Betrachter einen Einstieg in ein Buch der pastellfarbenen Töne, gehalten mit schwarz-weiß Zeichnungen und als Blickpunkt die Farbe blau, die sich mal in den Haaren, mal in einem Kleidungsstück der Protagonistinnen wiederspiegelt.

Der Film schildert das Leben zwei in sich leidenschaftlich verliebter Frauen unterschiedlichen Charakters und ebenso klaffender Bildung. Die blau gefärbten Haare bilden den Mittelpunkt einer gefühlvollen und tiefen Liebesbeziehung. Sie treffen sich in einer Lesbenbar, eine leidenschaftliche Affäre beginnt und stürzt beide in ein Gefühlschaos. Der Regisseur versteht es hervorragend die familiären und gesellschaftlichen Konflikte, die aus dieser Beziehung entstehen, in den Film einzubinden. Feurige Leidenschaft, Glück, Enttäuschung und Entfremdung begleiten die Liebenden. Der Film "Blau ist eine warme Farbe" hat in Cannes bei der Filmvorführung so manchen Kinobesucher überrascht, das Echo fiel unterschiedlich aus. Berauschendes Glück, verzehrende Obsession, erbitterte Streitigkeiten und abgrundtiefe Verzweiflung wechseln in den Filmszenen mit 12 Minuten exzessiven Bettszenen aus dem drei Stunden dauernden Film. Die schauspielerischen Leistungen der Protagonistinnen sind hervorragend, sie geben dem Zuschauer Einblick in ein Gefühlsleben Liebender voller Tiefe.
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34 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Film um jede Minute zu genießen, Kino @ its best, 18. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich habe mich im letzten Jahr auf viele Filme gefreut und wurde oft enttäuscht. Bei diesem Film war es schwer ihn überhaupt zu sehen, da er trotz der Goldenen Palme nur in wenigen Kinos zu sehen ist (war), zu unrecht!
Ich gebe ja zu, nach dem was ich über den Film gehört und gesehen hatte haben mich auch die (lesbischen) Sexszenen ins Kino gelockt, aber die waren dann genau das, was ich im Kino eher uninteressant fand. Die geniale Leistung der beiden Hauptdarstellerinnen, dieses eintauchen in eine eigentlich fremde Welt, das leiden mit den Charakteren, Gefühlskino pur, ohne HFR, ohne 3D und 3 Stunden die gefühlt viel zu kurz waren. Nur eines mochte ich an diesem Film nicht, das Ende. Es war zu schnell erreicht und leider nicht das was ich Adele gewünscht habe, aber wie sagen die Franzosen "C’est la vie". Für mich ist dieser Film das absolute Highlight des sehr schwachen Kinojahrs 2013.
Aber eine Warnung möchte ich nicht vergessen, dieser Film hat mit Popcornkino nichts zu tun, den Kopf abschalten kann man hier nicht. Er ist Kunst auf höchstem Niveau mit den besten Jungschauspielern die ich seit Jahren gesehen habe. Viel Spass beim Anschauen...

Nachdem nun die ersten negativen Rezensionen einflattern und ich auch die Vorlage gelesen habe, muss ich unbedingt noch einiges Anfügen.
Der Film ist wirklich sehr nah am Buch angelegt und hier kann z.B. ein Hr. Jackson mal Nachhilfe nehmen, was man so aus 160 Seiten machen kann. Insbesondere das auf und ab der Protagonisten ist einfach toll in Szene gesetzt. Was hier in einer Rezi als Gummi dargestellt ist, macht es für mich gerade so Lebensnah und Phantastisch, ich kann mich noch gut an jene Zeiten erinnern in denen es mir haargenau genauso ging und nur ein Blick der Liebsten jeden Weg wert war. Wer dies als Gummi empfindet tut mir entweder Leid, weil er diese Achterbahn nie erlebt hat, oder ist Glücklich weil er als wahrscheinlich einziger Mensch der Erde die perfekte Liebe auf Anhieb gefunden hat. Kurz es ist halt wie das Leben, was eben auch fast nie ein perfektes Ende findet, wobei das Ende des Films noch besser wie das der Graphic Novelle ist...
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schöner geht's nicht, 16. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ein derart schöner und liebevoll gestalteter Film ist mir schon lange nicht mehr begegnet und ich habe schon reichlich Filme gesehen. Die Kameraführung ist excellent und zeigt jeden Gesichtsausdruck der Darsteller in höchster Vollendung. Obwohl der Film drei Stunden dauert, vergeht die Zeit wie im Fluge.
Technische Umsetzung auf BD ein Meisterwerk, Bild, Ton und Extras auf höchstem Niveau. Kaufen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen französisch, aber bitte im Original, 9. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Blau ist eine warme Farbe - La vie d'Adèle (DVD)
Viele Dinge sind über diesen Film bereits geschrieben, daher wiederhole ich nicht, was quasi überall schon zu lesen ist.

Was aber mir besonders wichtig ist: Ein Film aus dem Ausland lebt und stirbt mit seiner Synchronisation. Hier hat für mich das entsprechende Studio für die deutsche Spur versagt, vielleicht ist es aber auch gewollt, dass die Sprecher laienhaft wirken, dadurch die Schauspieler ebenfalls. Ich wollte nach der ersten Stunde abschalten und hab mehr aus Spaß die französische Tonspur nochmal n paar Momente laufen lassen - zum Glück.

Auf den Punkt: Mir machte der Film irre viel Spaß, ich hab ihn mir aber komplett im französischen Original mit deutschen Untertiteln angesehen (mein Französisch ist eher,... naja). So kann ich ihn absolut empfehlen. Viel Charakter, etwas zu viel und zu detaillierte Erotikszenen für meinen Geschmack aber was solls, dafür wahnsinnig viel Emotion und insgesamt eine tolle Umsetzung.
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21 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wundervoller Film!, 23. Dezember 2013
Dieser Film ist einfach wundervoll. Ich habe noch nie einen so natürlichen Film gesehen. Respekt an den Regisseuren, und vor allem an die zwei wunderschönen Darstellerinnen.
So viel Emotionen, so viel Liebe und so viel Leid.... wie ein Ausschnitt aus dem Leben!
Ich liebe diesen Film!!!!!
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4.0 von 5 Sternen Die Liebe von Adele und Emma..., 23. Juli 2014
Von 
Ray "rayw260" (Rheinfelden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Der französische Regisseur Abdellatif Kechiche hat mit "Blau ist eine warme Farbe" seinen international bisher erfolgreichsten Film gemacht, im Frankreich selbst bekam er schon zweimal den Cesar als bester Regisseur zugesprochen - 2005 für "L`Esquive" und 2008 für "Couscous mit Fisch". Seine Filme fallen durch eine recht hohe Laufzeit aus, die Liebesgeschichte zweier Frauen wird hier in 179 Minuten erzählt. Dabei ist es vor allem den beiden Hauptdarstellerinnen Lea Seydoux und Adele Exarchopoulos zu verdanken, dass der Film emotional so gut funktionierte. Die Gesichter der Darstellerinnen werden dabei aus nächster Nähe gefilmt und sie werden dabei zu echten Gefühlslandschaften. Blicke, Stimmen, Lachen und Gesten - der Filmemacher ist ganz nah dabei, wenn er den Beginn der Liebe zeigt bis hin zur Amour Fou, denn er begleitet Emma (Lea Seydoux) und Adele (Adele Exarchopoulos) vom ersten Blick bis zum Zusammenleben, vom Alltag, von der Trennung bis hin zum Wiedersehen nach Jahren. Dabei spielt es eher eine sekundäre Rolle, dass das Liebespaar zwei Frauen sind. Die 16jährige Adele ist eine beliebte Schülerin, die in ihrer Heimatstadt Lillie viel mit Freunden und Mitschülern unternimmt. Ihre pubertäre Unsicherheit ist kaum bemerkbar. Ihre Mitschülerinnen machen das hübsche Mädchen darauf aufmerksam, dass der ein Jahr ältere Mitschüler Thomas (Jeremie Laheurte) sich für sie interessiert. Doch die junge Liebe dauert nicht lange an, es fehlt vor allem auch beim Sex das gewisse Etwas. Als sie auf der Straße Emma zum ersten Mal sieht, die ihre Haare blaugefärbt hat, ist sie spontan interessiert und auch irritiert. Als sie gemeinsam mit ihrem Mitschüler Valentin (Sandor Funtek) eine Gay-Disco besucht, treffen sich die beiden Frauen wieder. Adeles Gedanken kreisen nunmehr extrem um die aufregende Unbekannte, die sie einen Tag später von der Schule abholt. Den Mitschülerinnen bleibt nicht verborgen, dass Emma sehr maskulin wirkt und sicherlich lesbisch sein muss. Trotzdem beginnen die beiden Frauen ein prickelndes Verhältnis, dass auch zur längerfristigen Beziehung wird. Im Alltag zeigen sich die verschiedenen Verhältnisse, aus denen die Frauen kommen. Die aus einfachen Verhältnissen stammende Adele hat andere Bedürfnisse wie die ältere Freundin mit Diplom der Kunsthochschule. Am Ende steht die Trennung...
...trotzdem treffen sich die Frauen nach einigen Jahren wieder. Immer noch ist die Leidenschaft präsent, die Emma unterdrücken kann, da sie eine tragfähige Beziehung mit einer anderen Frau lebt. Adele dagegen ist immer noch ein etwas hin- und hergerissener Charakter, der nicht so ganz genau weiß wohin sie ihr Boot steuern soll. Zahllose Großaufnahmen rücken die beiden Figuren in den Mittelpunkt und der Zuschauer lernt die Gesichter sehr gut kennen. Vor allem Adele, die immer wieder etwas verlegen an ihren Haaren zupft und öfters mal mit einem unordentlichen Knoten auf ihrem Kopf als Frisur herumläuft. Die Art wie sie Spaghetti isst - sie ist eine sinnliche junge Frau. In diesen Moment erreicht der Film eine starke Intimität, die die Geschichte berührend machen. Die Sexszenen - insgesamt 7 Minuten - sind für mich eher zweitrangig. Sie sorgten aber für die nötige Publicity, die den Film zu einem Riesenerfolg machten. Interessanterweise scheint ein homosexuelles Liebespaar weitaus größeres Interesse hervorzurufen. Ich denke da auch an den Hype, der vor einigen Jahren mit "Brokeback Mountain" ausgelöst wurde. Da gings um eine heimliche Liebe, die versteckt wurde und nur im Geheimen ausgelebt werden konnte - und daher auch als Beziehung scheitern musste. Hier in "Blau ist eine warme Farbe" wird zwar auch auf die ungewöhnliche Liebschaft hingewiesen, aber es gelingt den beiden Frauen ihre Liebe in ein gemeinsames Leben mitzunehmen. Die Chance nach dem Glück ist also eher gegeben - dennoch lässt sich der große emotionale Moment der Liebe nicht dauerhaft im Alltag integrieren. Kechiche zeigt die Liebe als ein Gefühl des Augenblicks, der leider auch wieder vergehen wird. Er zeigt aber auch die Erfüllung in diesen raren Momenten.
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