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5.0 von 5 Sternen Unfassbar, Bravely Default schafft dasjenige wo heutzutage alle stationären Konsolen Jrpgs scheitern.....
.....nämlich an die Qualität, den Charme, den Stil, das Herz und den philosophischen Fokus der Squaresoftrpgs und deren glorreichen PS One Zeiten heranzureichen.

Tja, Wunder gibt es immer wieder, der alte Schlager von Katja Ebstein scheint auch hierzu zu passen. Nach langjährigem Konsum von Super Nintendo, PS One und PS2 Rpgs auch in...
Vor 19 Monaten von Ullus veröffentlicht

versus
46 von 55 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zwiespältig...
Nach langem Hin und Her und tralala habe ich mich jetzt doch noch dazu durchgerungen, eine Rezension zu schreiben. Man kann schon an meinem Titel und der Gesamtwertung meine Meinung erahnen, aus diesem Grund gehe ich von viel Gegenwind von Seiten der Fans aus, ich hoffe dennoch auf etwas Fairness meiner Rezension gegenüber und vor allem, dass sie einigern Leuten...
Vor 17 Monaten von Frank veröffentlicht


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101 von 117 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unfassbar, Bravely Default schafft dasjenige wo heutzutage alle stationären Konsolen Jrpgs scheitern....., 6. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Bravely Default (Videospiel)
.....nämlich an die Qualität, den Charme, den Stil, das Herz und den philosophischen Fokus der Squaresoftrpgs und deren glorreichen PS One Zeiten heranzureichen.

Tja, Wunder gibt es immer wieder, der alte Schlager von Katja Ebstein scheint auch hierzu zu passen. Nach langjährigem Konsum von Super Nintendo, PS One und PS2 Rpgs auch in amerikanischer Version bis mit zur flauen Japanorpgs PS3 Bibliothek bin ich seit längerer Zeit wieder einmal hellauf begeistert. Auf solch ein oldschooliges qualitativ immens hochwertiges Jrpgabenteuer dieser Machart musste nicht nur ich über 12 Jahre warten.

Gut, Ni No Kuni ist ein tolles RPG und auch Tales of Xilia ist nicht verkehrt, im Vergleich zu Bravely Default fällt aber besonders letzteres genannte, deutlich ab.

In den 90ern bis ungefähr 2007 gehörten die japanischen Entwickler zur Speerspitze der Kreativität, dies machte sich besonders in deren künstlerischen Ausrichtung der Games bemerkbar, wie z.b. Valkyre Profile, Grandia, Suikoden 2, Parasite Eve, Vagrant Story usw. Mittlerweile hat jedoch der Westen spieltechnisch immens aufgeholt und den Japanern den Rang abgelaufen. Heutzutage rotieren Gamesserien wie Uncharted, Assassins Creed, Call of Duty im Laufwerk etc. Das ist in Ordnung, denn jede Generation hat ihre eigenen Spiele und natürlich gibt es auch klasse Games aus den westlichen Entwicklerstudios.

Doch dies ist hier nicht das Thema und nun widmen wir uns Bravely Default "Where the Fairy flies" , welches in Japan den Zusatz For the Sequel trägt. Bravely stellt zudem noch den spirituellen Nachfolger des DS Titels Final Fantasy "The four Heroes of Light"dar.

Übrigens ist unser Bravely Default zugleich auch die aufgebohrte nachveröffentlichte Variante, die wir Europäer freundlicherweise auch einerseits durch den leichten Druck der Community und andererseits durch die Lokalisation von Nintendo nun doch noch freudigerweise erhalten.

Da das Game sehr umfangreich daherkommt, fällt deshalb diesesmal meine Rezension auch umfangreicher aus. Meine Rezension und meine Eindrücke basieren auf ca fünf Stunden Spielzeit ! Alles kann aber wohl niemand niederschreiben !

Zur Story möchte ich aus Spoilergründen nicht zuviel verraten sondern diese nur anschneiden. Zu Beginn wird der sagenumwogene Kristall des Winders von einer heimtückischen dunklen Macht befallen. Davon wird auch Agnes Zeuge, eine der Haupcharaktere die beiläufig auch die Hüterin des Kristalls darstellt. Die dunkle Bedrohung erweist sich als zu mächtig und so bleibt Agnes nichts anderes übrig als zu fliehen. In einem anderen Teil der Welt bildet sich zeitgleich ein gigantischer Krater der ein ganzes Dorf verschluckt. Der einzige Überlebende ist der junge Knabe Tiz.

Nach einiger Zeit treffen Agnes und Tiz zufällig aufeinander und neben der künftigen Zusammenkunft von nochmals zwei weiteren Mitstreitern öffnet sich nun der storymässige Bühnenvorhang für Bravely Default.

Inklusive Verrat, Intrigen, Tränen, Witz, Herzschmerz, Plänkeleien, Action, Magie, Poesie und auch wie immer Philosophie.

Die Story ist gelungen, motivierend und spannend aufgebaut. Auch die gut geschriebenen Dialoge bringen uns die Figuren näher und im Laufe der Story entwickeln sie sich auch weiter. Die Geschichte schafft es auch Emotionen und Mitgefühl unsererseits zu erwecken. Natürlich kommt die Story nicht ganz ohne bestimmte Klischee aus, kompensiert aber doch einiges mit einer gewissen Lockerheit und sogar einer Prise Selbstironie von den Charakteren. Zudem schneidet sie auch Erwachsene und düstere Töne an. Sehr lobenswert !

Widmen wir uns nun mal dem Gameplay und der Spielmechanik: Ganz klassisch bewegen wir uns über eine Weltkarte mit muffigen Dunegons, dunklen Wäldern, prächtigen Burgen, beschauliche Dörfer, architektonisch beeindruckende Städtchen und sonstigen Locations.

Natürlich warten auch eine Menge aggressiver Gegner und Viecher die sich Tiz und seinen Gefährten in den Weg stellen. Die Kämpfe welche allesamt rundenweise ablaufen nehmen hier einen besonderen Stellenwert ein und überraschen mit einem halbwegs neuartigen System welches sich auch vom eigentlichen etwas ungewöhnlichen Titelnamen des Games ableiten.

Die sogenannten Brave und Default Befehle. Diese sind neben den obligatorischen klassischen RPG wie Flucht, Angriff, Skills und Itembenutzung das Herzstück des Kampfsystems.

Wer den Befehl Brave benutzt ist in der Lage vier Aktionen hintereinander auszuführen. Doch wie immer hat die ganze Sache einen Haken. Pro Einsatz von Brave in derselben Runde ist es von Nöten dass man selbst eine Runde länger warten muss bevor der Charakter wieder im Kampfbildschirm agieren kann.

Der Befehl Default stellt den Gegensatz dar. Nutzt man diesen nimmt der gewählte Charakter eine Defensivposition ein, in der jeglicher Schaden vonseitens der Gegner reduziert wird. Jedoch wird unsere Figur dann in der momentanen Runde nicht eingreifen können.

Default dient auch dazu, dass wir BP Battlepoints verdienen. Jede Aktion unserer Gruppe verbraucht einen BP. Dieses eigenwillige System sorgt für einen immensen taktischen Zuwachs und gleichzeitig auch für mehr Spieltiefe.

Jedoch ist das Brave und Default Befehlssystem nicht nur unserer Truppe vorbehalten, nein auch die Gegnermassen sind dessen mächtig und fordern den Spieler zusätzlich noch genauer zu überlegen was für Aktionen und wann für Aktionen man selbst bei seinem kleinen Grüppchen einsetzt.

Übrigens hat man auch die Möglichkeit die Kampfgeschwindigkeit einzustellen, ein Auto Battle Feature zu aktivieren sowie die Möglichkeit die auftretenden Zufallskämpfe in ihrer Häufigkeit herunter und auch hochzusetzen. Diese Wahlmöglichkeit ist unter Umständen auch mal vonnöten, denn die Hitpoints werden nicht von selbst wieder aufgefüllt, außer wenn man in einem Gasthaus ( Inn) übernachtet.

Für's Auffüllen in Dunegons und auf der Weltkarte, benötigt man Tränke und Heilzauber. Die überaus wichtigen Magiepunkte sind mit einem speziellen Trank, final fantasy typisch ( Ether) wieder auf Vordermann zu bringen, der allerdings nicht überall zu finden ist und ordentlich Kohle fordert. Dann gibt es auch noch einen speziellen Super Angriff der sich in Echtzeit nach Benutzung in acht Stunden und jeweils wieder einen dazugehörigen Spezial Trank beschert um diesen Superangriff wieder zu regenerieren. Anscheinend kann man auch nach Bezahlung mit realem Geld in Nintendos E Shop diesen wieder auf Vordermann bringen.

Wie immer bekommen wir nach gewonnenem Kampf Erfahrungspunkte, Geld und auch Jobpoints.

Nun folgt ein wahrer Knaller und auch das ist eine Klasse für sich, das Jobklassensystem aus dem grandiosen Final Fantasy Tactics kehrt in einer abgewandelten Form für Bravely Default zurück. Das Jobklassensystem beherbergt 24 verschiedene Jobs und trägt hier den Namen Asterisk.

Jede Jobklasse hat natürlich individuelle Stärken und Schwächen, Fähigkeiten und unterschiedliche Statuswerte wie z.b. Hitpoints, Strength usw.

Durch erfolgreiche Kämpfe levelt auch beiläufig die jeweils gewählte Jobklasse einer Figur mit. Dadurch kommt der Charakter auch an neue klasseneigene Fertigkeiten heran.

Hier mal eine kleine Auswahl von Jobs: Freelancer, White Mage, Monk, Black Mage....

Jeder Charakter besitzt auch die Wahl eines Zweitjobs, welcher neben der Hauptfertigkeit nutzbar ist. Auch eine Menge an Support oder Hilfseigenschaften stehen dem Spieler zur Verfügung.

Dieses Jobsystem sorgt für zahlreiche, immens viele Kombinations und Individualisierungsmöglichkeiten und beherbergt auch einen starken Suchteffekt.
Damit sollte jeder Zocker seine bevorzugte Spielweise entsprechend eine schmucke schlagkräftige Truppe zusammenbasteln können.

Erwähnen darf man auch die Nebenquestes. Diese gehen über das klischeehafte obligatorische Hole mir 10 davon und bringe mir es dann weit hinaus. Die Sidequeste sind zwar nicht so zahlreich vorhanden jedoch für sich allein schon recht umfangreich, teilweise einzigartig und locken unter Umständen auch mit einer neuen Jobklasse als dicke Belohnung. Im Gegenzug verdient man sich Jobklassen auf normalerweise wenn man einen der Elitekommandanten der dunklen Seite besiegt. Übrigens, auch neue Infos, storyabhängige Zwischensequenzen und Dunegons warten gerne mal am Ende der Nebenquests.

Eine Art Minispiel ist auch vorhanden, wo die Möglichkeit bereitsteht das Dorf von Tiz durch Hilfe von Arbeitern wieder aufzubauen. Das funktioniert mit der Street Pass Funktion mit dem 3DS. Damit habe ich mich aber noch nicht auseinandergesetzt.

Nun noch ein paar oder ein paar mehr Worte zu Grafik und Sound: Vor allem die Hintergründe sind oppulent und prächtig gestaltet. Da hält mal gerne mal inne und betrachtet das Ganze schon mal etwas genauer. Die knuddeligen Figuren im Chibi - Style werden zwar nicht jedermanns Sache sein, jedoch passen sie wunderbar ins allgemeine Gesamtbild. Grafisch holt das Game eine Menge aus dem 3DS raus und auch der dreidimensionale Tiefeneffekt wirkt ordentlich. Besonders hervorheben wie eigentlich alles an diesem Spielchen ist auch der Sound. Heldenhafte Klänge und Fanfaren, oft in klassischer Richtung sorgen für einem Zuwachs an Atmosphäre. Auch mancher Ohrwurm wohnt dem Soundtrack inne. Die Bandbreite reicht auch von leicht rockigen Melodien, bis zu irisch und schottisch angehauchten Tönen, welche selbst in einem Orchester eine äußerst gute Figur abgeben würden.

Sehr zusagen dürfte auch die Option, die Sprachausgabe wahlweise auf Japanisch und auf English einstellen zu können. Ich habe die US Sprachausgabe inklusive englischer Texte ausgewählt. Komischerweise klingt die amerikanische Sprachausgabe etwas dumpf, jedoch gewöhnt man sich daran. Auch die Stimmen der Figuren sind passend gewählt und tragen deren Persönlichkeit.
Das Game bietet auch sechs verschiedene anwählbare Sprachen in Textform. Übersichtliche und zugängliche Menüs, gepaart mit Achtung Wortspiel "flotter Bedienung."

Doch wie jedes Game hat auch das bereits jetzt von mir sehr geschätzte Bravely auch ein paar Nachteile. Der immense Umfang und noch mehr dessen spielmechanischen zahlreiche Möglichkeiten könnte einen Neueinsteiger irgendwie überfordern. Manches nicht ganz so wichtige Gespräch der Party untereinander fällt auch mal länger aus. Dies beißt sich bisweilen auch mit dem Spielfluss und fordert eine zusätzliche Prise Geduld. Der Schwierigkeitsgrad ist in drei Stufen einstellbar, bereits auf Normal zieht diesernordentlich an und man hat alle Hände voll zu tun, besonders bei Bossgegnern. Auch die Dunegons wirken teilweise zu monoton oder zu ähnlich. Das wäre im Moment mal alles.

Kommen wir nun zum (vorläufigem) und auch wohl künftigen Fazit:

Bravely ist Final Fantasy in Reinkultur, so wie es sein sollte. Es steht im Kontrast zum misslungenem, seelenlosen Final Fantasy 13 der PS3, welches viele Fans massiv enttäuscht und auch verärgert hat. Man könnte grad meinen, dass Bravely Default die Entschuldigung vonseiten Square Enix darstellt. Ich halte es bereits jetzt offen und ehrlich wie bereits oben ähnlich erwähnt für ein Meisterwerk und mit Abstand das beste Jrpg dieser Hardwaregeneration (auch Konsolen) dass die Tradition und Moderne beiderseits nicht vernachlässigt, sondern erfolgreich zusammenführt.

(Eine Ausnahme heutzutage dürfte wohl noch das großartige Persona 4 Golden von Atlus darstellen, das allerdings eher als ein Remake eines PS2 Titels daherkommt.)

Zu der breitgefächterten angepeilte Zielgruppe des von Bravely zählen Rpgler welche mit dem Super Nintendo und der PS One erwachsen geworden sind und die dortigen Spieleperlen im Jrpg Bereich der guten alten Zeit sprichwörtlich gefressen haben. Auch deshalb kann ich mich damit besonders gut identifizieren. Aber auch jüngere Spieler mit einer Vorliebe für Games dieser Art kommen auf ihre Kosten und erleben ein herrliches, modern angehauchtes Old School Feeling JRPG das den schwer zu beschreibenden Zauber ehemaliger Squaresoftgames beherbergt welcher im Laufe der Jahre in der heutigen Zeit im Mainstream bereits untergegangen ist.

Ich vergebe fünf Sterne und selbst das ist noch zu wenig !

Danke an Square, an Nintendo und an die Community für dieses grandiose Abenteuer !

In diesem Sinne

Zockergrüsse an alle !

Ullus
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46 von 55 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zwiespältig..., 13. Januar 2014
= Spaßfaktor:3.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Bravely Default (Videospiel)
Nach langem Hin und Her und tralala habe ich mich jetzt doch noch dazu durchgerungen, eine Rezension zu schreiben. Man kann schon an meinem Titel und der Gesamtwertung meine Meinung erahnen, aus diesem Grund gehe ich von viel Gegenwind von Seiten der Fans aus, ich hoffe dennoch auf etwas Fairness meiner Rezension gegenüber und vor allem, dass sie einigern Leuten helfen wird.

Bravely Default (BD) macht erst mal in nahezu allen Punkten, ob Sound oder Grafik, einen sehr guten Eindruck, aber erlaubt sich leider auch einige derbe Patzer, die dem Spiel für mich persönlich den Titel "Top-Game" verwehren. Ich teile meine Rezension, wie üblich, in Unterpunkte für eine bessere Übersicht.

Grafik:

Der für mich stärkste Punkt in BD, weshalb ich sie als erste ausführen möchte, und weshalb BD eines meiner wenigen 3DS-Spiele ist, in denen ich quasi durchgehend in 3D bis zum Anschlag spiele.Die Mischung aus (handgezeichneten?) auf altmodisch getrimmten Hintergründen und 3D Modellen im Vordergrund geht voll auf.
Ob es eine technische Meisterleistung ala Final Fantasy mit HD und scharfen Texturen ist, ist nebensächlich, denn das Artdesign weiß von vorne bis hinten zu überzeugen und macht einen künstlerisch hochwertigen Eindruck.
Hinzu kommt, dass in den einzelnen Städten oder Dörfern eine gewisse Vielseitigkeit zu erkennen ist.
Mal ist man in einer an einem Handelshafen liegenden Stadt mit einer Burg im Hintergrund, mal in einem an Lavaflüssen angrenzendem Dorf mit majestätischen Statuen neben dem Haupttor, dann in einer kleinen Hütte mit Vorgarten, in dem ein (ich sag jetzt mal) "einsamer Eremit" lebt usw. und sofort.
Und das mal im Dunkeln und mal am hellichten Tage, sogar dynamisch.
Das muss ich dem Spiel wirklich zugutekommen lassen.
Und beim 3D-Effekt hat man diesmal nicht gekleckert, sondern geklotzt, wie das leider nicht alle 3DS-Spiele von sich behaupten können.Es wird nicht einfach das komplette Bild in den Hintergrund verlagert und damit ein Pseudo-3D-Effekt suggeriert, der keinesfalls einen räumlichen Eindruck vermittelt, wie es viele 3DS-Spiele leider so machen, sondern es ist eindeutig zu erkennen, was in der Nähe ist und was in weiter Ferne liegt.
Vor allem bei den Kämpfen ein Genuss. Bäume befinden sich unmittelbar neben dem Schlachtfeld, Berge jedoch sind in weite Ferne gerückt worden. Sieht klasse aus. Auch ein kleines, aber feines Gimmick: Ist man in einer Stadt oder einem Dorf unterwegs und bewegt die Spielfigur nicht, schwenkt die Kamera weg und lässt den Ort den ganzen 3D-Bildschirm erfüllen. Hier kommt der 3D-Effekt auch am besten zu tragen. Man hat wirklich das Gefühl, direkt in ein Diorama zu blicken. So kann man im Königreich Caldisla sogar abschätzen, wie weit die Berge im Hintergrund von der Stadt entfernt sind.

Was mir wiederum nicht so gefallen hat (nur Kleinigkeiten) sind die Charaktermodelle an sich. Denn teils hatte ich Probleme, sie überhaupt als Menschen anzusehen, einfach, weil sie durch ihre Zeichentrick-Augen sowie -Münder wie Puppen aussehen. Vor allem in Gruppengesprächen zwischen den Teammitgliedern hat mich das doch etwas gestört. Ist natürlich Geschmackssache und nur meine eigene Meinung, aber nur um euch vorzuwarnen, auf was ihr euch einlässt. ETWAS mehr Realismus hätte wirklich nicht geschadet.
Auch ein kleiner Negativpunkt von mir: Die eigenen Charaktere haben während einem Kampf nie direkten Körperkontakt zu den Gegnern, auch nicht bei physischen Treffern. Klar wollte man mit BD den klassischen Weg einschlagen und das Spiel getreu den RPG-Klassikern gestalten, aber ich kenne genug alte und schöne RPG's, die das besser konnten. Bei Golden Sun hat's ja auch prima funktioniert, was übrigens für mich nach wie vor das beste je erschienene RPG ist und die absolute Königsklasse darstellt (vielleicht so als Spiel-Tipp für euch :-D). Sind zwar wie gesagt nur Kleinigkeiten, aber wie so oft sind es halt die kleinen Dinge, die vieles ausmachen^^.

Sound:

Auch einer der stärkeren Punkte in BD, bei dem man sich allerdings schon größere Patzer erlaubt hat. Erst mal die positiven Dinge. Die einzelnen Stücke sind teils wirklich grandios. So z.b. die BGM während den normalen Kämpfen mit Monstern, welche man schon aus der Demo kennt. Die hat einen sehr epischen Touch und gibt einem das Gefühl, alles in diesem Spiel erreichen zu können. Außerdem hat jede Stadt (wenn ich's noch richtig in Erinnerung habe) ihre eigene Hintergrundmusik. Sehr lobenswert. Und bei Nacht herrscht in diesen, wie soll es auch anders sein, absolute Stille. Das einzige Geräusch, das man vernimmt, ist das der Grille, die man bei Nacht hört. Sehr gut gemacht.
Allerdings hat man einen elementaren Fehler begangen, der auch mein Kritikpunkt beim Sound ist: Die Musik wiederholt sich STÄNDIG, das gesamte Spiel über. Für die Kämpfe im offenen Areal gibt es nur EINE EINZIGE Hintergrundmelodie, vollkommen gleich, ob der Kampf im Wald, in einer Höhle, in einer Burg oder sonstwo stattfindet. Das hat mich beim Leveln manchmal gezwungen, den Sound komplett abzustellen, einfach weil ich die Kampfmusik nach teils stundenlangen Level-Sessions einfach nicht mehr hören konnte! Ein BIßCHEN Variation oder Vielfalt hätte dem Spiel wirklich gutgetan. Das gleiche zieht sich durch Endbosse und Dungeons. Ich kann mich so auf der Stelle nur an 2 BGM's erinnern, die gespielt werden, wenn man in einem Dungeon unterwegs ist. Das ist bei der Fülle an Dungeons, die man zu durchqueren hat, schlicht und ergreifend viel zu wenig. Genauso bei den Endbossen. Auch da kann ich die Anzahl der Stücke, die im Hintergrund spielen, an einer halben Hand abzählen. Auch das ist bei der Anzahl an Bossen, die es zu besiegen gilt, viel zu wenig. Und auch das konnte Golden Sun schon damals vor über 10 Jahren besser. Da hat jeder Boss eine eigene BGM spendiert bekommen, die teils grandios war.

Gameplay:

Ich verzichte darauf, alle Möglichkeiten aufzulisten, die das Spiel bietet. Das haben andere schon zur Genüge getan, daher komm ich gleich zu meiner Ansicht zum Gameplay.
Eine große Stärke: Ich kenne kein anderes Offline-RPG wie BD, in dem sich Spieler so sehr gegenseitig helfen können. Das System übertrifft sogar das von Demon's Souls auf der PS3. Ist man bspw. in einem hitzigen Gefecht, startet eine letzte mächtige Attacke und denkt sich "Hmmm, der könnte doch auch anderen Spielern helfen", kein Problem. Per "Senden" können sich Spieler, die Zugang zum Internet für den 3DS haben, gegenseitig besagte Angriffe zuschicken. Das gilt sogar für Spieler, die man via Streetpass unterwegs angetroffen hat (wobei ich bis heute leider niemanden angetroffen habe, der BD spielt :-(). Auch beim Aufbau des Dorfes, einer kleinen "Nebenbeschäftigung" während des Spiels, werden andere Spieler mit einbezogen. Jeder per Streetpass angetroffene BD-Spieler wird dem Dorf automatisch als Arbeiter zugewiesen, was automatisch den Wiederaufbau des Dorfes teils ERHEBLICH beschleunigt, was wiederum spielerisch einige kleine aber feine Vorteile bietet.
Was mir nicht so gefallen hat, ist die Anzahl an Jobs bzw. "Klassen".
Ja, ihr habt richtig gehört :-), denn ich finde, einige davon waren definitiv unnötig. So gibt es für nahezu jede Gattung an Klassen mehrere Jobs. Es gibt für einen schadenausteilenden Magier mehrere Jobs, für den heilenden Magier mehrere Jobs, für den Supporter mehrere Jobs, für den schnellen mit einem Dolch mehrere Jobs, usw.. So lernt man bereits zu Beginn den Job des Schwarzmagiers, später jedoch MEHRERE Magierjobs, die sich im Grunde gleich spielen und nur in einigen wenigen Kleinigkeiten unterscheiden. Der eine benutzt halt Schwerter statt Ruten und der andere benutzt halt andere Arten von Zaubern, die anders heißen, aber im Grunde dasselbe bewirken, nämlich Schaden zu machen oder einen Zustand herbeizuführen. Die Kämpfe wären wesentlich taktischer und spaßiger, wenn man dem Spieler mehr Freiraum gegeben hätte. Viele sind zwar der Meinung, dass die hohe Anzahl an Jobs (24 an der Zahl) für mehr taktische Tiefe sorgt, ich meine das Gegenteil: Gerade dadurch hat man dem Spieler ein bißchen die Freiheit genommen, seine Charaktere zu gestalten, einfach weil man die verschiedenen Skills auf viel zu viele Jobs verteilt hat. Das System von Golden Sun und Final Fantasy 7 hat mir da viel besser gefallen.

Was mir auch etwas missfallen hat, waren die teils menschenleere Städte. Da wird einem eine hohe Anzahl schön anzusehender Orte wie Städten und Dörfern geboten, und dann kann ich die Anzahl an NPC's, die ich ansprechen kann, fast an einer Hand abzählen. Teils, um nicht zu sagen, fast immer, bestehen sie aus einem einzigen Areal, von dem ich dann entweder wieder zurück zur Weltkarte bewegen oder ein meist EINZIGES betretbares Gebäude betreten kann, zu dem allerdings nicht die Geschäfte oder Gasthäuser gehören. Findet man ein Gasthaus oder einen Itemladen bspw., so betritt man das Gebäude nicht, sondern der Geschäftsverkehr läuft dann über ein separates Fenster ab. Ist zwar nichts großartig Schlimmes, aber hat bißchen an der Atmosphäre genagt. Wenn ich da an die rießigen und teils majestätisch angehauchten Stadtgebiete in Final Fantasy 9 denke, finde ich die Leistung von BD im Vergleich dazu sehr schwach. Es ist dadurch leider Potenzial verloren gegangen. Außerdem ist die freie Welt leider ein Trugschluss. Denn ich bin gezwungen, der Story zu folgen und den nächsten Handlungsort aufzusuchen. Sollte man es dennoch wagen, in ein Gebiet zu kommen, das mit der Story nichts zu tun hat, wird die Gruppe prompt von Agnes aufgehalten:"Ohh, hier führt uns unsere Mission aber nicht hin, lasst uns umkehren." Was soll das? Da hätte man sich eine Weltkarte auch gleich sparen können, wenn ich eh nichts machen kann, außer die Story voranzutreiben.

Der für mich größte Kritikpunkt: Die Dungeons, oft das Herzstück eines RPG's. Denn diese gleichen sich fast wie ein Ei dem Anderen, und das UNGELOGEN. Von Anfang bis Ende trifft man nur auf Dungeons, die sich praktisch nur im Thema von dem vorherigen unterscheiden und nach einer Art Labyrinth aufgebaut sind. Mal ein Labyrinth in einer Burg, mal auf einer Wiese, mal im Moorgebiet, mal im Wald, mal in einem vulkanänlichem Gebiet usw. und sofort. Nach einer Weile bin ich nur noch auf die immer selbe Art und Weise vorgegangen: Gegnerrate auf 0% heruntergesetzt und einfach nur zum Boss durchgerannt und unterwegs nebenbei die Truhen geöffnet. Das gleicht schon fast einer Todsünde für ein RPG. Sollen bei einem RPG nicht gerade die Dungeons den Erkunderdrang in Einem wecken?
Von Rätseln kann leider auch alles andere als die Rede sein, denn diese bestehen eigentlich nur daraus, Hebeln an verschiedenen Orten zu betätigen, um ein Tor zu öffnen, dessen Aufenthaltsort mir bereits bekannt ist. Da hätt man mir auch gleich Zugang verschaffen können. Wie nennt man sowas nochmal? Achja, künstlich in die Länge ziehen :).
In Sachen Rätseln in Rollenspielen hat der Westen den Japanern definitiv die Nase vorn, und das in sämtlichen Belangen. Und auch da hat das von mir hochgelobte Golden Sun schon ein Beispiel dafür gegeben, wie es richtig gemacht wird :).

Falls ihr euch übrigens fragt, warum ich immer den Vergleich mit Golden Sun anstelle: Wenn schon Fans und Befürworter meinen, dass Bravely Default getreu den klassischen RPG's kreiert wurde, dann soll es sich auch den Vergleich mit diesen gefallen lassen und dem vielleicht sogar standhalten können :-).

Story & Charaktere:

Leider mein größter Kritikpunkt. Mit dem einzigen Pluspunkt möchte ich jedoch anfangen, denn dieser wird euch mit Sicherheit überraschen. Es ist kein anderer als die Person Ringabel^^. Wo selbst von Fans der Serie gesagt wird, dass ihnen das Machogehabe von ihm teilweise auf die Nerven ging, so finde ich, dass genau das das amüsante an ihm war. So bedrückend die Situation oder die Gespräche auch waren und so deprimierend die Stimmung, seine witzigen Kommentare, die vor allem Edea auf die Nerven gingen, und seine stetige Fixiertheit auf Frauen ("Ohh, ein neuer Ort. Meint ihr die Frauen hier sind hübsch und liegen mir ebenfalls zu Füßen?") waren immer sehr aufheiternd und haben mich das Ein oder Andere mal schmunzeln lassen. Dabei ging es nicht, wie typisch bei japanischen Spielen, unter die Gürtellinie oder war zu anzüglich, sondern es war einfach nur witzig und hatte Charme. Auch das Geheimnis um seine Person und Herkunft sowie um sein verlorenes Gedächtnis haben mich auf Trab gehalten. Die anderen 3 (bzw. 4 mit Airy, der Fee Agnes') waren für mich leider Stereotypen, von denen mit Ausnahme vielleicht von Agnes keiner eine wirkliche Charakterentwicklung durchgemacht hat.

Nun zu der Story. Diese hat mir, um es kurz zu machen, überhaupt nicht gefallen. Das fängt schon bei der sehr minimalistisch gehaltenen Inszenierung an. So herrscht z.b. irgendwann während des Spiels zwischen 2 Parteien ein großer Krieg. Man ist dann einige male auf dem Schlachtfeld, aber sieht im Hintergrund nur eine handvoll Soldaten. Das zieht sich durch den ganzen jeweiligen Storyabschnitt, was mir bißchen die Atmosphäre versaut hat. Ich hatte nie wirklich das Gefühl, in einem Krieg zu stecken. Eher in einem Schlagabtausch zwischen 2 Dörfern. Auch hatte ich zu keinem Zeitpunkt im Spiel die Auffassung, dass ich da jetzt praktisch das gesamte Spiel über von Armeen und sogar einem ganzen Staat verfolgt werde, ja eigentlich in größter Gefahr sein sollte.

So kam in mir nie das Gefühl, in einer ernsten, bedrohlichen Lage zu sein, was aber laut Story der Fall sein sollte. Das war für mich der Atmosphären-Killer Nummer 1. Auch reißt einen die Story nicht vom Hocker, wenn man schon viele andere RPG's gespielt hat. So hatte ich bis zum Schluss leider kein einziges Aha-Erlebnis. Einzig das Ende hat einen etwas bleibenden Eindruck hinterlassen, alles davor war leider nicht wirklich das Wahre. Es gab im Prinzip keine wirkliche Wendung im Spiel und man konnte schon von Anfang an erahnen, unter welchen der 4 Hauptcharaktere sich nach der Zeit eine Romanze bilden wird. Das war wirklich nicht überraschend. Nur das Geheimnis um Ringabel und in welcher Beziehung er mal zu Edea stand, hat eine gewisse Spannung erzeugt.

Desweiteren wird quasi überhaupt nicht auf die Gegenspieler (die SEHR zahlreich vorkommen) eingegangen. Schlimmer noch, diese verschwinden genauso schnell wieder von der Bildfläche, wie sie aufgetaucht sind. So werdet ihr während des Spiels von Edeas ehemaliger Heimat verfolgt, darunter auch von Leuten, denen sie früher sehr nahe stand. Diese habt ihr bis zum ersten Treffen NIE zu Gesicht bekomen. Dann kommt es auch schon gleich zu einem Kampf mit diesen.......und das war's. Entweder sterben sie (manche sogar ohne Videosequenz, nach dem Kampf sind sie einfach nicht mehr da) oder sie verschwinden dann für immer von der Bildfläche. So verkommen die zahlreichen Feinde unserer Helden nur zu reinen Statisten ohne Persönlichkeit und tieferen Hintergrund, die nur dazu dienen, von mir besiegt zu werden. Im Übrigen fand ich es komisch, dass Edea keinerlei Skrupel hatte, ihre ehemaligen Kameraden und Freunde reihenweise niederzustrecken. Dadurch hat die Story viel an Glaubwürdigkeit eingebüßt.

Als aufmerksamer Spieler, der keinen Dialog, keine Quest und kein Party-Gespräch auslässt, kann man sogar schon ab Mitte des Spiels erahnen, wer der wahre Übeltäter ist. Ich möchte nicht zu viel verraten, nur so viel: Die "Enthüllung" am Ende war für mich keineswegs überraschend, denn ich hatte sie schon vorher geahnt. Möchte nicht spoilern, nur soviel: Solltet ihr ab ca. Mitte des Spiels schon bei einem der Charaktere im Spiel ein "komisches Gefühl" haben, dann liegt ihr vermutlich richtig.

Fazit: In Sachen Grafik und Artstyle ist Bravely Default wirklich grandios und darf zu den schönsten 3DS-Spielen gezählt werden, aber in denen für RPG's wesentlichen Dingen, nämlich der Story und den Dungeons, versagt es leider schlichtweg völlig. Sicher ist Bravely Default kein schlechtes Spiel und macht vieles richtig, aber ob es gerechtfertigt ist, es als eines der besten RPG's der letzten Jahre zu bezeichnen? Ich finde, dafür hat es sich leider sehr blöde Patzer erlaubt.
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen nervige Bosskämpfe und unspannende Dungeons, 3. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Bravely Default (Videospiel)
Zu Beginn des Spiels ist man echt begeistert, aber desto länger man spielt umso mehr denkt man sich, dass bei dem Spiel irgendetwas falsch gelaufen ist. Die Bosskämpfe sind einfach nicht das was man sich erwartet. Ohne eine exzellente Ausrüstung und ein entsprechend hohes Level (sprich durchgehendes leveln wird somit ein muss) wird man einfach zu leicht mit einem Schlag ausradiert. Dies führt einfach zu schnell zu Frust, da man nicht einmal die Chance bekommt sich eine Taktik zu überlegen. Da bleibt einem nur eines übrig: schön weiter die Level nach oben zu schrauben.
Aber das Beste kommt erst noch! (ACHTUNG SPOILER)
Wenn man mit der Geschichte so mehr oder weniger durch ist (zumindest denkt man das) dann wird die Zeit sozusagen zurückgedreht und man darf sich mit einer noch stärkeren Version jedes Bossgegners noch einmal herumschlagen. Ja wirklich, man wird dazu gezwungen! In vielen Spielen wird einem die Möglichkeit noch einmal gegeben die Bosskämpfe zu bestreiten, aber hier MUSS man noch einmal ran. Wieder jeden Stein erwecken und so weiter. Das grenzt schon an bodenloser Frechheit. Ach das Spiel ist noch nicht lange genug? Dann lassen wir den Spieler doch das Gleiche noch einmal machen, was er sowieso schon die letzten 40 Stunden getan hat. Wie lustig ..... nicht. Ich verstehe nicht was sich die Entwickler dabei gedacht haben. Die Idee mit diesem Zeitsprung ist ja an sich interessant, aber man hätte das irgendwie anders lösen sollen. (SPOILER ENDE)

Und dann noch zu den Dungeons. Es gibt so gut wie keine Rätsel in dem Spiel und so rennt man praktisch nur durch eine Ansammlung von verzweigten Gängen die zum Teil an ein Labyrinth erinnern. Wenn man dann wieder einmal in einer Sackgasse endet und den langen Gang wieder zurückrennen muss, dann stellt man gerne die Zufallsgegner aus. So rennt man also sinnlos durch ein Labyrinth aus Gängen, sammelt alle Truhen ein und stellt sich am Ende dem Bossgegner. Und das alles x-Mal in einem anderem Gewand, aber doch irgendwie die meiste Zeit gleich oder zumindest sehr ähnlich.

Ansonsten, mit der Story und den verschiedenen Jobs zur Auswahl und den Fähigkeiten, sowie das Kampfsystem mit den Aktionen Brave und Default, wäre es ein schönes Spiel geworden, darum noch 3 Sterne.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Bravely Exploit ... das hübsche rundenbasierte Strategiespiel im Gewand eines Adventures, 14. Juni 2015
Rezension bezieht sich auf: Bravely Default (Videospiel)
Bravely Default hat nichts mit einem klassischen Rollenspiel zu tun. Ein klassisches Rollenspiel bietet mir im Verlauf der Geschichte Freiheiten bezüglich meines Handelns und meiner Charakterentwicklung. Das gibt es bei Bravely Default nicht. Bravely Default ist absolut linear. Keine Rätsel (die Schalter in einigen Dungeons sind keine Rätsel, weil man nur eine Wahl hat), keine verwinkelten Dungeons, keine Punkte, an denen eine echte Entscheidung zur Beeinflussung des Spielgeschehens gefordert wird, mal abgesehen von der Möglichkeit des Zerstörens der Kristalle ab Kapitel 6, wo man halt vorzeitig ein alternatives Ende geboten bekommt. Auch der Split in Eternia (Artillerie oder Drache als Gegner) ist nicht mehr als ein schlechter Witz. Es gibt zusammenfassend keinerlei Möglichkeit vom gescripteten Verlauf abzuweichen oder diesen in seiner Reihenfolge zu ändern. Nun mag der ein oder andere einwerfen, dass man ja zahlreiche Nebenquest hätte. Das ist formal richtig, aber im Vergleich mit richtigen Rollenspielen sind das keine echten Nebenquests, sondern allenfalls auf dem Haupthandlungsstrang liegende Kampfoptionen zum Erwerb eines Asterisk für einen neuen Job. Summa summarum kämpft man sich auf einem strikt linearen Handlungspfad ohne Abzweigung von Kapitel zu Kapitel.

Wo liegt nun der nicht abzustreitende Reiz von Bravely Default? Es ist einerseits die perfekte technische Aufmachung, die man ganz klar als hervorragend bezeichnen muss. Anderseits ist es das komplexe Kampfsystem von Bravely Default. Mit Hilfe der Jobs stehen hier einem unzählige Kombinationsmöglichkeiten von physischen, magischen und sonstigen Fähigkeiten zur Verfügung, die man in Kämpfe einbringen kann. Das Jobsystem ist aber nicht mit der Charakterentwicklung klassischer Rollenspiele zu verwechseln. Man kann bei Bravely Default im Prinzip beliebig oft den Job wechseln, quasi neu vor jedem Kampf. Das Paket (HPs, MPs, Attribute, Zaubersprüche, Spezialitäten, usw.) hinter jedem Job ist aber fix. Ihr arbeitet euch die 14 Level eines jeden Jobs hoch und bekommt immer dasselbe. Das hat mit der Charakterausbildung eines klassischen Rollenspiels nichts zu tun. Interessant wird das ganze aber im Hinblick auf die Kämpfe, welche auch das zentrale Element dieses Spiels darstellen, weshalb es auch Bravely Default heißt, zwei wesentliche Vorgehensweise im Kampfsystem dieses Spieles. Entsprechend würde ich Bravely Default als ein rundenbasiertes Strategiespiel bezeichnen, welches in ein lineares Adventure eingebettet ist.

Jetzt kommt aber die Kehrseite von solchen Spielen, nämlich die Balance und hier wurde reichlich gefuscht. Wenn man durch die Jobs dermaßen viele Kombinationen ermöglicht, ist es umso schwieriger, darauf den Schwierigkeitsgrad adäquat anzupassen. Bis Kapitel 5 ist es im Prinzip Easy-Going, selbst für Spieler, die nahezu gänzlich auf Magie verzichten und sich auf physische Angriffe beschränken. Doch spätestens ab Kapitel 6 werden die Gegner mit ihren Magieattacken schlagartig extrem nervig, sodass man auch mal gegen eigentlich One-Hits ins Gras beißt, wenn diese zuerst angreifen dürfen und fröhlich finale Zauber raushauen. Problem ist hierbei, dass man zwar verschiedene Schutzausrüstung hat, aber man in einer Region stets zufällig auf unterschiedliche Gegner trifft und somit nicht abschätzen kann, welchen Schutz man als nächstes braucht. Bei den Bossen ist das einfach, aber das Kleinvieh rumpelt ab diesem Zeitpunkt mit heftigsten Zaubern durch die Gegend, sodass man am besten jedem Partymitglied einen "Reflek-Ring" anlegt.

Noch viel dümmer ist die Balance hinsichtlich einem derben Exploit geraten, welcher einen bereits ab Kapitel II nahezu unbesiegbar für alle aktuellen und zukünftigen Gegner macht. Bis Kapitel II kan man ohne größeren Aufwand die Jobs Dieb, Zeitmagier und Walküre erlernen und im Kapitel II ist es auch bei den Gegnern und deren XP-Drop kein Problem, mal eben drei Jobs pro Charakter auf Joblevel 14 zu bringen. Danach nimmt sich einer die Welthast vom Zeitmagier (zusätzliche BP pro Runde), die Temposteigerungen vom Dieb plus entsprechende Items (Hermes Stiefel und Schuhe) und macht dann im Kampf mit der ganzen Gruppe die Sprungattacke der Walküre, bevor der Gegner reagieren kann. Dank Welthast kommt nach der Landung direkt der nächste Sprung und der Gegner schaut in die Röhre. Da kann man auch bequem mit Y auf Auto schalten. So bekommt man alle Bosse ohne einen einzigen Kratzer zerlegt und selbst der Abenteuer mit seinem Kameraden sieht keinen Stich. Einzig die Ninja-Tussi macht mit ihrem "Exploit" noch Ärger. Aber hierfür könnte man ja ihren eigenen Job Exploit (Gegenschlag gepaart mit Utsusemi) mit dem Ninja anwenden. Ist genauso sicher wie der andere Exploit, bloß langwieriger, weil die Treffer spärlicher und sanfter kommen. Gut gemacht! Wo ist jetzt meine Motivation mich mit anderen und schlechteren Jobs auseinander zu setzen, zumal ich die nebenbei Leveln kann, wenn ich Walküre als Hilfsfähigkeit fahre? Da reißt auch das Minispiel Norende nix mehr raus, wo ich mir locker flockig im Frühstadium des Spiels Ausrüstung beschaffen kann, die für den finalen Endgegner ausreichend ist.

Fazit: Bravely Default sieht erstklassig aus. Vom Gameplay her ist es aber kein Rollenspiel. Es gibt keine Handlungsfreiheit, keine Rätsel, keine verzweigten Labyrinthe. Die Story, welche die lineare Handlung trägt, ist in Ordnung aber nicht gerade originell. Das Recycling der Inhalte ab Kapitel VI ist in Teilen eine echte Frechheit. Selbst die Dialoge wurden kaum oder gar nicht verändert, so dass zwangsläufig Unstimmigkeiten in der Handlung entstehen. Neben den normalen Monstern in Version 2 und 3 werden auch die Bosse immer und immer wieder recycelt. Zieht man es durch und darf nach Kapitel VIII in die Haspe, bekommt man auch noch einmal recycelte Dungeons geboten. Sorry, wenn dem Entwickler die Ideen ausgehen, dann soll er es in Kapitel VI enden lassen. Dort werden die Kommentare der NPCs auch noch einmal ab und zu witzig aber mehr auch nicht und für den Weg zu Level 99 reichen bereits die Gegner in Kapitel V locker aus. So klickt man spätestens ab Kapitel VI nur noch genervt die ewig gleichen sinnlosen Dialoge weg und metzelt sich durch die Reihen. Kapitel VII lockt noch mit dem Asterisk für den Job Zauberer, dessen "Vernichten" zumindest die meisten Kämpfe auf die Dauer von einer Sekunde verkürzt.

Am Ende scheitert Bravely Default aber grandios an der Balance, denn die ist mal voll versemmelt für ein Spiel, was zu 95% von seinen rundenbasierten Kampfsystem lebt und sich auch danach benannt hat.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nahezu perfekt, 25. Dezember 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Bravely Default (Videospiel)
Habe mir vor einer Weile doch mal einen 3DS geholt und nach zahlreichen Demos die ich angespielt hatte, habe ich mich für den Kauf von Bravely Default entschieden, da allein die Demo schon Lust auf mehr gemacht hat. Hier schonmal ein Pluspunkt dafür, dass es eine recht ausführliche Demo gab, sowas ist heutzutage leider nicht mehr selbstverständlich und man weiß oft nicht wirklich was man denn nun überhaupt kauft.

Nun jedoch zum Spiel selbst. Ich muss sagen ich habe es noch nicht durchgespielt, allerdings denke ich habe ich schon einen recht ausführlichen Ersteindruck gewonnen.

Das Storytelling: Finde ich recht gelungen, gut die Story wirkt jetzt nicht komplett neu und irgendwo geht es bei solchen Spielen doch immer um gut gegen böse, allerdings finde ich es sehr schön umgesetzt. Untermalt wird das ganze teils durch recht hübsche Zwischensequenzen und teils vertonte Dialoge. Die Charaktere im Spiel sind auch recht gut dargestellt und können gut unterhalten.

Die Grafik: Die Grafik finde ich teils nahezu bombastisch, manche Texturen wirken aber leider oft etwas matschig, was leider einfach an der "schlechten" Hardware des 3DS liegt, allerdings für 3DS Verhältnisse meist sehr hübsch. Der Grafikstil spricht mich persönlich sehr an.

Quests: Nun die Quests sind eben so, wie es für ein JRPG dieser Art eben üblich ist, es geht oft darum in irgendeinen Dungeon zu gehen und irgendein Bossmonster zu besiegen. Die Quests erfinden das Genre zwar nicht neu, allerdings stört es in dem Zusammenhang eigentlich wenig, da man es ja so von dieser Art Spiel ohnehin gewohnt ist.

Das Kampfsystem: Das Kampfsystem finde ich sehr gelungen. Nach dem ATC-System von Final Fantasy (das mir persönlich nicht sehr gefallen hat) kehrt man hier wieder zu rundenbasierten Kämpfen zurück. Es gibt verschiedene Arten von Waffen und Rüstungen, die jedem Charakter abhängig von seinem Job mehr oder weniger Boni bringen. Darüber hinaus gibt es natürlich auch (wie von Final Fantasy schon bekannt) weiße und schwarze Magie. Die Kämpfe laufen wie gesagt rundenbasiert ab, allerdings gibt es unter anderem die Möglichkeit mit "Brave" mehrere Male hintereinander anzugreifen, dafür muss man allerdings entsprechend viele Runden hinterher aussetzen. An der richtigen Stelle eingesetzt, kann das oftmals über Leben und Tod entscheiden. Dazu kommt "Default", wodurch man eine Runde aussetzt und in dieser Runde höhere Verteidung hat. Der Sinn des ganzen ist, dass der Angriffscounter für die nachfolgende Runde um 1 erhöht wird, sprich man kann mit Brave dann 2mal angreifen, ohne in der Runde danach aussetzen zu müssen. Der Effekt von Brave ist, höchstwahrscheinlich aufgrund des Balancings (zumindest auf dem normalen Schwierigkeitsgrad) bis zu 4mal stapelbar. Darüber hinaus gibt es wohl noch die Möglichkeit die Zeit anzuhalten, dazu braucht man Punkte, für die man das Spiel entweder 8 Stunden im Standby Modus laufen lassen muss, oder man sich als Mikrotransaktionen kaufen muss, weswegen ich das noch nicht getestet habe. Natürlich können auch diverse Items im Kampf eingesetzt werden.

Das Jobsystem: Richtig gelesen. Das Jobsystem, ähnlich wie man es aus Final Fantasy 3 und 5 kannte, ist zurück. Man kann die Jobs frei wählen, jedoch nicht zu Beginn. Hierzu muss man den Job erst freischalten. Dies passiert indem man einen Offizier der Himmelsritter (die Antagonisten) besiegt, der den entsprechenden Job hat. Die Jobs können (außerhalb vom Kampf) jederzeit gewechselt werden. Durch die Jobs werden neue Fähigkeiten freigeschaltet, die jeder Charakter benutzen kann, so kann dann zum Beispiel auch ein Ritter weiße Magie einsetzen oder ein weißer Magier auf Faustkampf spezialisiert sein, wenn man ihnen die entsprechenden Fähigkeiten gibt, die Fähigkeiten selbst werden wie gesagt durch einen Aufstieg im Joblevel freigeschaltet. Dazu gibt es natürlich für jeden Job entsprechende Waffen und Rüstung. So kann ein Magier mit einem Stab effektiver kämpfen als mit einem Schwert, bei einem Ritter oder etwas dergleichen ist es gerade umgekehrt. Der Mönch hingegen ist im Faustkampf am stärksten. Bei der Rüstung gilt das analog.

Pro:
- Job System
- hübsche Optik
- teilweise Zwischensequenzen und vertonte Dialoge
- innovatives Kampfsystem

Contra:
- Story und Quests stellenweise etwas vorhersehbar und altbacken, wie es für dieses Genre halt üblich ist.
- Mikrotransaktionen !!! (sind zwar natürlich optional, aber dennoch hat sowas in einem Vollpreistitel in meinen Augen nichts verloren.)

Fazit: Für Fans der Final Fantasy-Reihe (gerade der älteren Teile, sprich rundenbasiert und mit Jobsystem) oder allgemein für Fans von JRPGs ein absoluter Pflichtkauf. Über die Story lässt sich wie gesagt streiten, allerdings gehört das auch irgendwie zum Genre. Abgesehen von den Mikrotransaktionen gibt es in meinen Augen sonst allerdings nur gutes über das Spiel zu sagen.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Spoilerhaltige Rezension..., 15. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Bravely Default (Videospiel)
... entsprechend bitte nicht lesen, wenn keine Spoiler gewünscht sind.

Zuerst mal muss ich sagen, dass mir Bravely Default sehr gut gefällt, einige kleinere Punkte mir jedoch so sauer aufstoßen, dass sie in ihrer Gesamtheit den fünften Stern verhindern.

Grafik:
Kann man mögen oder auch nicht, ist der Stil der alten Final Fantasy Spiele - ein wenig aufgehübscht um eine Begründung für den 3DS zu finden - ich mag sie jedenfalls sehr.

Zwischensequenzen:
Habe hier schon Beschwerden gelesen, weil in den Gesprächen immer die Gruppe links und der Gesprächspartner rechts im Bild zu sehen sind. Stimmt ja auch, dennoch finde ich das keinesfalls störend - es passt irgendwie einfach zum Spiel.

Vertonung:
In englisch und japanisch vorhanden - da ich leider kein Wort japanisch verstehe beschränke ich mir hier auf eine Bewertung der englischen Tonspur. Die finde ich gut gelungen. Die Sprecher scheinen bei der Sache zu sein und sich rein zu hängen in die Sätze, die sie sprechen. Das sieht man bei einigen Kinofilmen schlechter. Entsprechend auch hier ein positiver Aspekt für mich. Schade leider trotzdem, dass man das hierzulande nicht nachvertont hat.

Bildschirmtexte:
In deutsch wählbar, entsprechend für hiesige Spieler theoretisch ausreichend. Was teilweise stört sind fehlende Buchstaben in Wörtern und Schreibfehler. Überfliegt man die Texte nur, fällt einem das kaum auf - da ich aber zu den Spielern gehöre, die sich jeden Eintrag, jedes Gespräch durchlesen, sehe ich sowas. Schade - hätte wirklich nicht sein müssen. Hier haben die Übersetzer - oder deren Korrekturleser - geschlampt.

Jobs:
Auch hier bin ich anderer Meinung als einige andere Rezensenten. Klar, es gibt viele Jobs und man hätte sicherlich einige zusammenfassen können. So aber bietet das Spiel mehr taktische Tiefe, weil ich es nicht so leicht erreichen kann einen wirklich allmächtigen Charakter zu schaffen - dafür muss man schon was leisten. Generell bin ich aber mit meinen Klassenkombinationen immer sehr gut zurecht gekommen, spiele aber zugegebenermaßen auch auf einfach, weil mir die Story mehr interessiert, als die Kämpfe.

SP:
Um viele Spieler zu beruhigen, die bereits gehört haben, dass es Mikrotransaktionen innerhalb des Spiels gibt. Erstmal: Ja, das stimmt. Zum zweiten: Das ist irrelevant. Ich habe die bisher zwei mal genutzt - ein mal zum Testen und ein mal weil ich dachte ich hätte beim ersten mal was falsch gemacht, weil ich nur eine freie Attacke bekam. Selbst wenn das ein Fehler meinerseits war (beim zweiten mal wars genauso) habe ich nicht das Gefühl gehabt, dass man die SP wirklich braucht. Man muss hier also kein Geld investieren und kann trotzdem gut durch das Spiel kommen.

Norende Aufbauen:
Hier ist teilweise störend, dass einige Gebäude ab einigen Stufen immer 99 Stunden Bauzeit haben. Wenn man also kein WLAN hat, kann man hier mit ... 3 Arbeitern waren es glaube ich, nicht viel reißen - das dauert ewig, denn die Zeit zählt nur runter, während das Spiel läuft. Hier ist allerdings auch Standby mit angeschlossenem Strom möglich. Wenn man jedoch WLAN hat kann man sich jeden Tag 3-5 Freunde herunterladen, die als Bewohner in die Stadt kommen. Diese Leute muss man nie persönlich getroffen haben und sie werden auch nicht im DS, sondern nur im Spiel selbst als Freunde eingetragen. Hat man nun zusätzlich noch die Demo gespielt und ggf. 20 Einwohner mitgebracht geht der Aufbau schon deutlich schneller.

Nun was nervt - theoretisch hätte ich dafür nur einen halben Stern abziehen wollen, aber das geht ja hier nicht. Und 5 Sterne ist mir das Spiel wegen der Angelegenheiten nicht wert. Ab hier beginnen übrigens dann spätestens die Spoiler.

- Ich habe seit den alten Zelda Spielen keine Fee so sehr hassen gelernt, wie Airy, die Kristallfee. Spätestens ab dem dritten Kristall nervt sie wirklich.
- Die Kristallerweckung wirkt wie ein sehr plumper Versuch ein eigentlich gutes und auch langes Spiel künstlich noch länger zu machen. Warum das? Es ist doch alles in Ordnung ansonsten? Hier muss man ständig den X Knopf drücken um die 1. Stufe zu befreien, dann röchelt die werte Vestalin ein wenig, die gute Fee feuert sie an - nächste Stufe, wieder X drücken, diesmal weniger lange bis zum erneuten Röcheln und Anfeuern. Das ganze ein drittes mal wiederholt und ein Viertes. Dann ist der Kristall frei. Exakt der Selbe Ablauf für jeden der vier Kristalle und das für jeden Kristall insgesamt DREI mal. Ich habe beinahe das Gefühl gehabt, ich bräuchte bald einen neuen DS, weil mir der X-Knopf kaputt geht. Liebe Entwickler: Das muss nicht sein, wirklich nicht.
- Die oben bereits angesprochenen Schreibfehler in den Bildschirmtexten. Habe bisher nicht abgeglichen, ob die in der englischen Version auch vorhanden sind, wüsste aber keinen Grund wieso dem so sein sollte - sind ja keine Übersetzungs-, sondern Schreibfehler. Peinliche teils noch dazu.

Fazit:
Wenn man über die kleinen Fehler hinwegsehen kann, sowie über die unnötig langen "Befreie den Kristall"-Sequenzen, ist Bravely Default ein wirklich schönes Rollenspiel und das meine ich sowohl grafisch, als auch mit der Story. Teilweise etwas platt, für mich aber dennoch liebenswert, vor allem weil man nach und nach immer mehr über die Charaktere erfährt. Und die Informationen beschränken sich gottseidank nicht nur auf die Heldengruppe, sondern auf so ziemlich jeden NPC mit Namen. Entsprechend denkt euch für die Bewertung eine 4,5 anstatt einer 4 - ich mag das Spiel jedenfalls gerne und kann es jedem Final Fantasy Spieler nur empfehlen.

Nachtrag 04.06.14:
Habe mittlerweile weiter gespielt und festgestellt, dass man nicht jeden Kristall drei mal (also 12 mal gesamt den exakt gleichen Dialog), sondern bisher jeden vier mal (vermutlich jedoch jeden Kristall fünf mal), also 16 bzw. 20 mal den selben Dialog um die Ohren geworfen bekommt.
Man erfährt in jedem Kapitel mehr und mehr über Charaktere und Hintergründe, dennoch ist das kein Grund mich 16 0der 20 mal die selben Zeilen lesen zu lassen und mich immer wieder das "Befreie-den-Kristall-Button-Mash-Game" spielen zu lassen. Das wirkt wirklich, als hätte Square Enix einen Vertrag mit Nintendo der besagt, dass mindestens X% aller Kunden nach dem Durchspielen von Bravely Default einen neuen 3DS kaufen müssen.
Entsprechend gibt es mittlerweile bei mir deutliche Abzüge was Spielspaß und Gesamtpunkte angeht - deutliche Abzüge. Sehr schade muss ich sagen, das hätte nicht sein müssen.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wunderbares JRPG für den 3DS, 30. Dezember 2013
= Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Bravely Default (Videospiel)
Also, zunächst einmal würde ich allen raten, die 1* Rezensionen zu missachten.
Ja, man KANN sich SP Tränke kaufen, um die Bravely Second SCHNELLER wieder einzusetzen. Ja, diese Tränke kosten 50cent das Stück. Ja, Mikrotransaktionen haben in Vollpreisspielen nichts zu suchen.
Nein, man braucht die SP nicht. Nein, man wird nicht dazu gezwungen, die Bravely Second einzusetzen (außer einmal im Tutorial). Und Nein, man muss diesen Modus nicht verwenden, um das Spiel zu beenden. Es ist für die Menschen gedacht, denen das Spiel auch auf Leicht noch viel zu schwer ist.

So, nun zur eigentlichen Rezension:
Story wird gegen Ende bewertet, da da einige Spoiler enthalten sein werden; so kann man den Teil besser überspringen ;)

Bravely Default - Der Name ist Programm.
Brave und Default sind die beiden "Spezialaktionen", die man neben den üblichen Aktionen (Angriff, Magie, Spezialattacken/Limitbreaks) anwenden kann.
Wer Brave einsetzt, senkt seine BP (Brave Points) um 1, 2, 3 oder 4 (so sind bis zu 4 Aktionen/Runde möglich), muss aber, als Strafe, warten, bis die BP wieder bei 0 sind, bevor er agieren kann. Die BP werden um 1 oder 2 pro Runde geheilt (Welthast des Zeitmagiers).
Durch Nutzen des Defaultkommandos blockt der Charakter, erleidet weniger Schaden und erhält 1 BP. Wer also dreimal blockt, kann viermal agieren, ohne warten zu müssen.

Auch die Gegner können beide Kommandos anwenden, allerdings ist dies eher bei Bossgegnern der Fall.

Vom Gameplay her ist das Spiel eher minimalistisch: Mit dem Pad steuert man die aktive Figur, die man auf Wunsch auswechseln kann, mit A bestätigt man/klickt sich durch Dialoge, B unterbricht Aktionen und mit X kann man, außerhalb der Kämpfe, das Menü aufrufen.
Positiv anzumerken ist allerdings die Wahl zwischen japanischer und englischer Synchronisation. Wem die englische nicht gefällt, kann einfach auf die japanische umstellen - ein Traum für mich, der die Originalsynchronisation bevorzugt, wenn es keine deutsche gibt.
Auch die Möglichkeit, die Encounterrate auf 0 oder 200% zu setzen, ist ein wahrer Segen. Wer leveln will, schraubt die Rate hoch, wer nur noch ein paar Schätze abholen will, schraubt sie auf ein Minimum.
Negativ jedoch, dass sich die Dungeons wirklich auffällig oft wiederholen und die Entwickler auf "hauptsache Labyrinth" gesetzt haben. Das nervt auf Dauer gewaltig. Auch die Musik wiederholt sich in den Dungeons. Sie ist bombastisch, keine Frage, aber immer wieder das gleiche Gedudel geht einem irgendwann leider auf die Nerven.

Musikalisch ist das Spiel aber dann außerhalb der Dungeons ein Kracher. Einige Tracks gehen sofort ins Ohr (und leider verharren sie da verdammt lange :( Ich krieg den Track "Love's Vagrant" immer noch nicht aus dem Kopf).

Zur Story:

Ja, es ist anfangs eine 08/15 Story à la FFI - V.
Nein, das bleibt nicht so.
Fakt ist:
Ab dem 5. Kapitel erkennt man Zusammenhänge, die man vorher so nicht erkannt hat.
Aber dennoch ist die Story mein Kritikpunkt und der Grund für 4* (Und ab hier beginnen die Spoiler)

< SPOILER >

Also, bis zum 4. Kapitel werden die 4 Kristalle erweckt (dabei ist sogar die Reihenfolge die gleiche wie aus den alten Final Fantasies). Nach der Fahrt in die "Heilige Säule" erwachen die Helden plötzlich wieder in Caldisla. Der Abgrund ist immer noch da, die Kristalle schlummern wieder und müssen wieder erweckt werden. Auch kann man erneut gegen alle Endgegner des Spiels antreten, die man bisher bekämpft hat. Hierbei sind die Dialoge allerdings abgeändert und die Tatsachen, wie man sie kennt, verdreht und wirr.
Allerdings werden gerade dadurch die Geheimnisse um Begleiter und die Kristalle aufgeklärt und auch, warum sich einige Charaktere (Gegner) anfangs so verhalten haben, wie sie es taten.

Leider muss man die Kristalle dann auch in Kapitel 6 wiedererwecken. Und in Kapitel 7. Und in Kapitel 8. Klingt langweilig?
Ja, das ist es leider auch, auch wenn dadurch eben immer wieder kleine Fetzen der Story aufgedeckt werden.
Leider gibt es dann zwischen den letzten beiden Kapiteln absolut keinen Unterschied mehr (oder der Fürst DeRosso bildet da eine Ausnahme).
Das Finale reißt es zwar ein Stückchen wieder raus, aber es fühlt sich trotzdem ziemlich zäh und langwierig an (vergleichbar mit einem Tritt in einen Kaugummi bei 40° auf dem Asphalt).
Auch der Endkampf gegen Ouroboros war unnötig langwierig.
Positiv sind aber die zwei Enden, die man freischalten kann. Sie unterscheiden sich auf den ersten Blick nicht wirklich, haben auf die Charaktere aber einen gewaltigen Einfluss.

< SPOILER >

So, das wäre es dann auch schon.

Kaufempfehlung gibt es von mir für Bravely Default allemal, aber nicht unbedingt zum aktuellen Preis von 57€ auf Amazon (Stand: 30.12.2013).

So, das wäre es dann auch noch.
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17 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bis auf wenige Dinge wirklich gut!, 15. Dezember 2013
= Spaßfaktor:4.0 von 5 Sternen 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Bravely Default (Videospiel)
Nachdem ich nun den Endboss zu Pixelbrei verarbeitet habe, möchte ich euch nun mein Empfinden über das Spiel mitteilen. Ich habe reichlich jRPG Erfahrung und es ist auch mein bevorzugtes Genre was Videospiele angeht, somit weiß ich auch was andere Games können.

Diese Rezension ist meine eigene Meinung!

Zunächst einmal zur Grafik, die vor- und handgezeichneten Hintergründe sehen wirklich sehr gut aus! Besonders kann ich empfehlen, den 3D Regler mal hochzustellen, denn ich bin der Meinung dass es diese Grafik noch besser zum Ausdruck bringt! Auch wenn ich nie in 3D Spiele, in diesem Spiel lohnt es sich! Die Chars sehen auch gut aus, wobei die Augen auffallen, denn für manche wirken sie womöglich etwas merkwürdig und vllt sogar hässlich, aber für mich ist da nichts schlimmes dran. Die Gegner sind sehr abwechslungsreich und sehen wirklich gut aus, besonders der ein oder andere Boss.

Bisher ein Pluspunkt!

Die Weltkarte, die zahlreichen Dungeons und die Städte sind optisch wirklich gut, wobei ich bei den Dungeons sagen muss, dass sie oft recycelt werden, also sich oft sehr ähneln, und damit meine ich nicht den Bereich (Feuerhöhle, Eisgegend, Wiese usw.), sondern vom Aufbau. Wirkt alles oft sehr recycelt, nur leicht von der Form umgestellt. So sehr hat es mich nicht gestört, aber das ist auch nicht wirklich wunderschön. Die Städte sind ebenfalls nicht sonderlich groß und ich vermisse Häuser, die man einfach so betreten kann, eventuell mal eine Truhe in diesen Häusern finden und einfach nur mit den Menschen reden kann. Leider gibts nicht viele unrelevante zusätzliche betretbare Häuser.

Ein neutraler Punkt!

Soundtechnisch war mein erster Eindruck 'what the...? mega geil!', doch auch in den Dungeons wiederholen sich die immer selben 2 bis 3 Musikstücke, die zwar sehr schön sind, aber irgendwann auch abgenutzt sind. Jedoch ist von etwas härterem Metal-Sound, bishin zu schönen Klavierstücken so ziemlich alles dabei. Meiner Meinung nach hätte man nur ruhig die Anzahl der Soundtrackliste etwas erhöhen können, trotzdem sehr schön!

Pluspunkt für den Sound!

Zur Story war ich die ersten 60 % des Spiels noch nicht wirklich mitgerissen. Wirkte wie etwas, was man schon mehrfach in diversen anderen jRPGs oder auch nicht jRPGs gesehen hat. Eine Truppe, bestehend aus 4 Mitglieder, die die Welt retten muss, nachdem schreckliche Dinge auf der Welt passiert sind. Aber dann langsam richtung Ende wurde es interessanter und dann war ich auch wieder mehr drin. Natürlich werd ich jetzt nichts zur Story sagen, aber es kommt anders wie man es sich denkt!

Pluspunkt!

Charaktere:

Mir persönlich haben die Charaktere sehr gefallen. Auch hier werd ich nicht viel sagen, da jeder sich ne eigene Interpretation der 4 Chars machen soll. Hier allerdings hatte ich gehofft (wie in ca. 60 % der jRPGs die ich gespielt habe), dass die Chars etwas mehr von ihren Gefühlen erzählen. Es sind aufjedenfall schon Gefühle und Gedanken der Chars zu lesen, auch adäquat von ihren Tätigkeiten, Motiven usw., aber ich hatte mir da etwas mehr gewünscht (für mich persönlich hat Squall aus Final Fantasy 8 die best erzähltesten Gefühlen eines Chars ever!). Auch wenn es oft nicht sooo vertieft wird, ist das für mich dann auch ok, nur schade. Die zahlreichen optionalen Gespräche, oft über wichtige Dinge, oft über vollkommen belangloses (beispielsweise was das Lieblingsessen ist) haben mich dann doch noch etwas näher an die Chars gebracht.

Pluspunkt!

Kämpfe:

Für mich der größte Pluspunkt des Spieles! Nachdem man von 24 sehr abwechslungsreichen Jobs sich welche ausgesucht hat, wird nach oldschooligen Zufallskämpfen sich gegenseitig gehauen. Geld, EP und Jobpunkte hinterlässt so ziemlich jeder Gegner. BP (Bravely Points) kann man sich wenn man dran ist quasi vorholen, und das mit allen 4 Chars, also man kann in der Theorie auch 16 Angriffe in einer Runde starten, doch, dann greift der Gegner auch 4 Runden lang hintereinander an, da man sich auch 4 Angriffe gönnt. Hier kommt etwas Taktik rein, was mir sehr gefallen hat. Auch sind Spezialattacken möglich, die zwar nicht sonderlich spektakulär animiert wurden, aber zumindest doch ein gutes Gefühl geben, dass es gleich BÄÄM macht. Mit der Default-Funktion (Abwehr), kann man sich auch verteidigen und einen zusätzlichen BP ergattern. Auch kann man sich Freunde, die man entweder im realen Leben kennt oder im Internet getroffen hat, sich dazuholen, bzw. ihre Attacken nutzen. Habe ich jedoch nie benutzt, da ich keine fremde Hilfe wollte und alles selbst erreichen wollte! Durch SP (Special Points, die nichts mit der Spezial Attacke von vor 2 Sätzen zu tun haben), kann man die Zeit einfrieren und zusätzliche Angriffe auf Kosten von den SP (nicht wie normal BP) starten. Die SP kann man sich entweder mit echtem Geld kaufen, oder man bekommt einen SP für 8 Stunden standby-Modus des 3DS Gerätes. Die 4 Chars + die Monster agieren in der Reihenfolge, die der Geschwindigkeitswert des Chars/Monster vorgibt, also der mit dem höchsten Geschw.-Wert greift zuerst an usw. Gut für Square Enix, dass die SP Tränke für echtes Geld nur optional sind, sonst hätte ich hier 42736 Minuspunkt vergeben, aber so ists ok :).

Pluspunkt!

Nebenquests:

Mein größter Kritikunkt! Bis Kapitel 5 war ich echt überraschend von den Quests, man bekommt immer einen Job als Belohnung dafür, dass man den letzten Boss einer Nebenquestreihe erlegt hat, auch sind oftmals neue Gebiete zugänglich, die nicht in der Story freigeschaltet werden und zudem noch die Story ergänzen. Ab Kapitel 5 jedoch habe ich auch weiterhin jede Nebenquest gemacht (bis Kapitel 8) und ohne viel dazu zu sagen, die NQ Zwischen 5 und 8 wirkten "vertraut", nur jedes Mal um einiges stärker und leicht anders, ohne dass man selbst viel EP dazwischen erhalten hat! Das hat mich dazu gebracht, das Spiel kurz auf Leicht zu schalten, damit ich da schnell durchkomme, denn es war sehr frustrierend!

Minuspunkt ab Kapitel 5 für Nebenquests!

Sonstiges:

3 jederzeit frei einstellbare Schwierigkeitsgrade, jederzeit die Encounterrate änderbar (von 0 % bis doppelt so viele wie normal), ein Minispiel, indem man eine Stadt aufbauen muss (auch hier mit Freunden ausm Internet, also Fremde die man sammeln kann, oder Freunde ausm echten Leben), das sich ähnlich wie ein Browser Game steuert und der Zugang zu Waffen, Spezialattacken, sonstige Komponente und Items ermöglicht. Habe 51 Stunden gebraucht für alle Nebenquests und Hauptquests. Gelegentlich wurde gelevelt und Kapitel 5, 6, 7 und 8 wurden auf leicht gespielt, das Finale Kapitel wieder auf normal.

Pluspunkt, da es modern und bequeme Ergäzungen eines jRPGs in dieses Spiel geschafft haben!

5 Sterne das Spiel insgesamt, jedoch 4 Sterne den Spielspaß aufgrund den Punkten recycling von Dungeons und Musik, sehr eingeschränkte Städte und einigen Nebenquests, die später im Spiel auftauchen!

Am Ende bin ich froh, dass dieses Spiel zu uns auf deutsch kam! Ist ja nicht selbstverständlich, auch wurde schon Bravely Second angekündigt, das im Moment zu 30 % (Stand 15.12.2013) bereit fertig sein soll. Ich würde gern mehr nehmen!
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3.0 von 5 Sternen Geniales Spiel mit kleinen Schnitzern und großen Fehlern., 19. April 2015
Rezension bezieht sich auf: Bravely Default (Videospiel)
Ich hatte die Hoffnung schon aufgegeben ein vernünftiges RPG zu finden.
In den 90ern Inhalierte ich quasi die ganzen RPG's vom Super Nintendo und Mega Drive.

Final Fantasy 3 (6), Chrono Trigger, Lufia, Phantasy Star 3 und 4 usw...

Danach ging es meiner Meinung nach mit den RPG's stark bergab.
Der Sprung in die 3D Welt haben viele RPG's einfach nicht verkraftet.
Auch gab es tausende unsinnige Änderungen in den Kampfsystemen,
welche die Spiele teils unspielbar machten.
Alles artete irgendwie in Stress aus und machte keinen Spaß mehr.

So teste ich seitdem viele, ja sehr viele RPG's auf verschiedenen Systemen,
Sei es die neusten Final Fantasy Teile die allesamt irgendwie "Seelenlos" waren.
Oder auch Disgaea auf der PS3, Kingdom Hearts ableger, Dragon Quest usw usw.
Nichts kam auch nur annähernd an die RPG's aus den 90ern ran.
Die Atmosphäre war meist nicht vorhanden, die Soundtracks langweilig, die Charaktere
absolut nichtssagend und die Kampfsysteme der blanke Horror.

Dann aus der Laune heraus bestellte ich Bravely Default.
Ich hatte vorher schon den Gedanken "Wird eh wieder nen Spiel für die Tonne".
Doch dann war ich sehr überrascht.
Es gab eine stimmige Atmosphäre und wirklich sehr gute Musikstücke!
Die Charaktere fühlten sich direkt so an wie aus den 90ern.

Das Kampfsystem war direkt zugänglich und man dachte man wäre wieder in den geliebten 90ern.

So spielte ich dahin und nach 6 Stunden Spielzeit wurde es etwas langatmig.
Die Story plätscherte nur noch vor sich hin und es begann mich zu langweilen.
Was auch zu diesem Zustand beigetragen hat, waren die absolut lieblos gestalteten Dungeons, Tempel usw.
Jedesmal sehen die irgendwie gleich aus, und das hat nichts mit 90er Jahren Dungeons zu tun!
Selbst in den 90ern gab es abwechslungsreiche, Detaillierte Dungeons, Waldgebiete usw.
Was ist hier passiert???
Dies ist leider ein dicker Minuspunkt der mir enorm den Spielspaß klaut.

Ich erinner mich da an Anfang der 90er wo Mystic Quest für das Super Nintendo rauskam.
Selbst dieses frühe Machwerk hatte unterschiedlich designte Dungeons, Wälder, Eispyramiden usw.
Aber warum Bravely Default nicht?

Definitiv zähle ich Bravely Default zu den besseren RPG's, ja sogar zu den besten der letzten 10 Jahre.
Aber wenn ich ehrlich bin, so ist das auch nicht schwer.
In den letzten 10 Jahren gab es für meinen Geschmack fast nur schrott RPG's.
Jedoch kann man dieses Spiel aufgrund des lahmen Dungeon Design, absolut nicht in einem Atemzug
mit Chrono Trigger, Final Fantasy 3 (6) oder einem Phantasy Star 4 nennen.

Es ist ansich ein tolles Spiel mit sehr viel Umfang, jedoch ist die Story recht zäh und die teils
lieblos gestaltete Umgebung drücken hier den Spaßfaktor etwas runter.

Wenn man dann Richtung Ende marschiert, so bricht das Spiel völlig ein.
Es wird irgendwie Spannend (Achtung Spoiler!) wenn man kurz vor Ende
in einer Parallelwelt landet.
Dies klingt zuerst recht spannend, ist es aber nicht.
Man muss die Kristalle erneut erwecken und landet danach wieder in einer anderen Parallelwelt.
Und dies muss man sage und schreibe 5 mal machen.
Dazu kommen viele Logikfehler: nach dem 3. mal Kristalle erwecken, wissen eigentlich die Protagonisten schon
das man es besser nicht machen sollte, und trotzdem muss man die Kristalle erwecken.
Auch kommen immer wieder die gleichen cutscenes, die gar nicht mehr in den Spielablauf passen.
Der Bösewicht wurde schon längst entlarvt und trotzdem ändert sich nichts.

Deswegen 3 von 5 Sternen meiner Ansicht nach.

Fazit:

Für Fans von 90er Jahre RPG's ist es definitiv einen Blick wert!
Sollten Sie aber ein Fan von neueren RPG's sein, so ist dieses Spiel vermutlich nichts für Sie.
Ich für meinen Teil habe das Spiel bis zu den Parallelwelten genossen, und danach nur gequält und gelangweilt
weitergespielt.
Dazu drückt die extrem kleine Welt mit wenigen Städten, einer Handvoll dungeons und langweiligem Leveldesign extrem auf die Stimmung.
Es gibt nichts zu entdecken und Secrets sucht man fast vergebens.

Bravely Default ist im Prinzip ein Spiel das wirklich viel richtig macht, aber im entscheidenden Moment versagt.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Das erste richtige Final Fantasy seit Jahren!, 30. Dezember 2014
Rezension bezieht sich auf: Bravely Default (Videospiel)
Richtig gehört, "Brevely Default" (aka "das Spiel mit dem bescheuerten Namen") ist das erste richtig liebenswerte Final Fantasy seit einer Ewigkeit - zumindest in meinen Augen.
_________________

Nach FF9 wanderte auch die Final Fantasy Reihe in die dritte Dimension aus. Leider verlor die Reihe auf die dritte Achse (in meinen Augen) spürbar ihren Charme. Ich will nicht sagen, dass alles, was Square seit 9 angefasst hat schlecht ist aber wirklich gepackt hat mich nichts mehr so wirklich. Ich habe FF 12 nicht gespielt und nehme es deshalb aus der "Wertung" aber wann wurden Sie das letzte mal in einem FF Spiel so richtig gepackt, weil sie die wirklich freie Wahl aus dutzenden Klassen, aktiven und passiven Fähigkeiten hatten?! Wann waren die Bosse das letzte mal auch im Verlauf des normalen Spiels so wirklich richtig fordernd? Und wann haben Sie das letzte mal auf einen Game Over Bildschirm geblickt und zugeben müssen, dass Sie einfach die völlig falsche Taktik/Klassenaufstellung hatten?
Bravely Default ist ein schöner Schritt in die richtige Richtung. Das Spiel an sich ist lange und es dauert erstmal mehrere Stunden, sich in das sehr clevere Kampfsystem zu fuchsen. Square Enix nimmt hier niemanden an die Hand: Obwohl sie zwischen den 3 Schwierigkeitsgraden hin- und herwechseln können wann immer sie wollen, können sie eine Party mit Berufen aufstellen, die so schlecht sind, das selbst 3 grüne Schleime sie umhauen würde und niemand hält Sie davon ab! Gleichzeitig ist Square so fortschrittlich wie noch nie: Man kann Zufallskämpfe im Spiel hochdrehen oder gar ganz streichen, man kann die Kampfgeschwindigkeit in 4fach hochdrehen und man kann sogar den Kampf gegen billige Monster automatisieren, indem man vorher benutzte Aktionen komplett wiederholen lässt. Bravely Default verlangt gerade für Neulinge bei harten Bossen ein wenig "gegrinde" aber dank dieser genannten Funktionen war Grinden niemals so einfach und gleichzeitig befriedigend.

Fazit:
Die Geschichte hält den klassischen Aufbau des Spiels unter fünf Sternen und viele NPCs sind leblos, dafür sind die Hauptcharaktere umso interessanter und die Streetpass- und generelle Funktionen das Beste, das Square Enix seit einer Ewigkeit auf den Markt geworfen hat.
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Bravely Default
Bravely Default von Nintendo (Nintendo 3DS)
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