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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Alltagspsychologie zum Schmunzeln!
Dieses Buch über Alltagspsychologie machte mir beim Lesen richtig Spaß. Die Autoren Dr.Volker Kitz und Dr. Manuel Tusch bringen die angesprochenen Themen mit Witz, Charme und einem Funken Ironie an den Mann bzw. die Frau. Die alltagspsychologischen Erkenntnisse sind durch viele lustige Comics gewürzt, die es mir persönlich sehr angetan haben. Der...
Vor 9 Monaten von miraculum veröffentlicht

versus
46 von 51 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Billiger als nötig
Ich habe mir das Buch gekauft, weil ich als naturwissenschaftlicher Forscher kurz davor stehe, in die Privatwirtschaft zu wechseln, und daher die Alltagspsychologie besser verstehen wollte. Als betont rational denkender Mensch habe ich im Verlaufe meines Lebens oft die Erfahrung gemacht, dass man Menschen mit rationalen Argumenten leider oft nicht überzeugen kann. Da...
Vor 7 Monaten von T. Müller veröffentlicht


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46 von 51 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Billiger als nötig, 26. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich habe mir das Buch gekauft, weil ich als naturwissenschaftlicher Forscher kurz davor stehe, in die Privatwirtschaft zu wechseln, und daher die Alltagspsychologie besser verstehen wollte. Als betont rational denkender Mensch habe ich im Verlaufe meines Lebens oft die Erfahrung gemacht, dass man Menschen mit rationalen Argumenten leider oft nicht überzeugen kann. Da dies eine der Hauptaussagen des Buches ist, wollte ich mich mit dem Inhalt auseinandersetzen.

Das Buch liest sich so flüssig wie ein Comic. Für meinen Geschmack und für den wissenschaftlichen Touch, der dem Buch anhaftet bzw. anhaften möchte, sogar fast etwas zu flüssig. Positiv sei hervorgehoben, dass das Buch in viele kleine Kapitel unterteilt ist, die alle einem bestimmten psychologischen Effekt gewidmet sind und die sich unabhängig voneinander lesen lassen. Damit konnte ich auf meiner täglichen 20-minütigen Busfahrt immer etwa 2 Kapitel lesen und verdauen. Ebenfalls positiv ist, dass nach jedem Kapitel die entsprechende Fachliteratur zitiert wird. Das gibt dem psychologischen Laien – zu denen auch ich gehöre – die Möglichkeit, bei Bedarf tiefer in die Materie einzudringen. Eine zusätzliche kompakte Zusammenfassung zu jedem Kapitel hätte es dem Leser noch einfacher gemacht, sich inhaltlich zu orientieren (die Kapitelüberschriften sind leider nicht immer sehr aussagekräftig).

Negativ aufgefallen waren mir am Buch vor allem zwei Dinge, die im Folgenden kurz besprochen werden:

1. Der allgemeine Tonfall
2. Der Umgang mit wissenschaftlichen Daten

Zum Allgemeinen Tonfall wurde oben schon gesagt, dass das Buch sehr flüssig geschrieben ist. Das allein wäre überhaupt kein Problem. Die Autoren haben sich aber sehr bemüht, witzig und ironisch daherzukommen. Ein gewisser Schuss Humor hat noch keinem Buch geschadet, in diesem Fall handelt es sich jedoch um einen Overkill. Nicht nur sprach ich auf diese Art Humor überhaupt nicht an, viele Beispiele (und auch manche Abbildungen) sind zudem „schlüpfrigen Inhalts“ (d. h. Bettszenen, Brüste etc.), was im Grunde genommen nicht nur unnötig gewesen wäre, sondern mit der Länge des Buches auch auf die Nerven gehen kann. Vielleicht kann man von einem Buch, das um die 10 Euro kostet, in der heutigen Zeit nichts anderes mehr erwarten, ich fand es dennoch Schade, weil dies (zusammen mit dem insgesamt oft ironischen, manchmal auch überheblichen Tonfall) das gesamte Buch abwertet. (Man fragt sich, ob die Autoren ihr eigenes Buch überhaupt ernst nehmen.) Es wäre nicht weniger spannend zu lesen gewesen, wenn man sich einfach seriös auf Alltagsbeispiele beschränkt hätte (wozu Sexualität und Beziehungstechtelmechtel durchaus gehören, aber nicht in der Art und Weise wie sie hier aufgegriffen wird). Zudem störte mich, wie sich die Autoren selber immer wieder in den Vordergrund drängen. Die Autoren lassen keine Möglichkeit aus, ihre Doktortitel zu erwähnen, was aus meiner Sicht als Forscher völlig lächerlich erscheint und m. E. das Buch ebenfalls abwertet. (Ein gewisses Geltungsbedürfnis der Autoren wird schon durch das Cover des Buches offensichtlich.) Es hätte gereicht, wenn man die Nennung der akademischen Würden der Autoren auf ihre CVs beschränkt hätte, die man bereits auf Seite 2 des Buches vorfindet.

Ebenfalls unbefriedigend ist der Umgang der Autoren mit den wissenschaftlichen Daten bzw. Studien. Gerade da die Autoren immer wieder betonen müssen, wie gelehrt sie sind, hätte man auch erwarten können, dass sie mit den Daten bzw. Studien etwas differenzierter umgehen. Das letzte Kapitel ist diesem Thema zwar gewidmet, aber auch dort erfährt man nur recht oberflächlich, was bei solchen Studien und deren Interpretation alles schiefgehen könnte. Von Statistik und den damit verbundenen Problemen (z. B. Selektionseffekte, statische Verteilungen etc.) erfährt man praktisch gar nichts. Das ist für ein solches Buch ungenügend und im Gegensatz zum „Tonfall“ des Buches nicht nur ein stilistischer Mangel. Die Autoren könnten nun einwenden, dass man mit dem Buch halt den einfachen Mann auf der Strasse erreichen wollte. Das würde jedoch meine Kritik nicht hinfällig machen. Denn gerade für solche Menschen wäre es besonders wichtig und hilfreich, einmal zu sehen, wie Wissenschaft wirklich funktioniert und wie aussagekräftig solche Studien letztlich sind. Das wird mit diesem Buch leider nicht geleistet.
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Alltagspsychologie zum Schmunzeln!, 10. Dezember 2013
Von 
miraculum - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Warum uns das Denken nicht in den Kopf will: Noch mehr nützliche Erkenntnisse der Alltagspsychologie (Kindle Edition)
Dieses Buch über Alltagspsychologie machte mir beim Lesen richtig Spaß. Die Autoren Dr.Volker Kitz und Dr. Manuel Tusch bringen die angesprochenen Themen mit Witz, Charme und einem Funken Ironie an den Mann bzw. die Frau. Die alltagspsychologischen Erkenntnisse sind durch viele lustige Comics gewürzt, die es mir persönlich sehr angetan haben. Der unterhaltsame Schreibstil und die Fragen zur persönlichen Beantwortung am Ende eines jeden Kapitels tragen dazu bei, dass man auch nach Lesen des Buches vieles im Gedächtnis behält und im Alltag Nutzen daraus ziehen kann.

Das Buch ist in übersichtliche Kapitel gegliedert, so dass man nicht alles in einem Rutsch durchlesen muss, sondern jede neue Erkenntnis erst einmal verarbeiten kann. Dies sollte man nach Aussage der Autoren auch tun, um sich Dinge besser einprägen zu können. Mir ist das allerdings nicht so gut gelungen, da mich die nächste Kapitelüberschrift schon wieder neugierig machte. Am Ende eines jeden Kapitels gibt es eine Liste mit weiterführender Literatur. Die Themen sind interessant aufgearbeitet und mit der Erläuterung zu einschlägigen Studien bereichert. Insgesamt ist das Buch kurzweilige, witzige Unterhaltung mit einem hohen Nutzensfaktor fürs persönliche Leben.

Besonders interessant fand ich das Kapitel zum "Unterlassungsirrtum". "Ist nichtstun besser als Tun? Mit dem Unterlassungsirrtum leben Sie bequem aber gefährlich." Ich werde jedenfalls nicht mehr darauf hereinfallen und meine Bequemlichkeit öfter mal aufgeben, um aber letztendlich glücklicher zu sein. Da liest man nun Selbsthilfebücher und dann findet man ein paar Antworten, warum man sich zum Beispiel manchmal selbst im Wege steht, in diesem Buch.

Sehr schön fand ich auch das Kapitel über den "Benjamin- Franklin- Effekt, so werden Sie beliebt, indem Sie andere ausnutzen." Wie die Autoren es beschreiben, kann man nämlich andere nicht nur für sich gewinnen, wenn man ihnen einen Gefallen tut, sondern auch, wenn man um einen Gefallen bittet. Dieser und noch viele weitere schöne Effekte sind in diesem Buch ausführlich beschrieben.

Ich wollte lediglich zwei Beispiele aufführen, denn alles andere würde hier zu weit führen. Wer sich für Psychologie und das menschliche Denken bzw. Handeln interessiert, sollte dieses Buch unbedingt selbst lesen. In dieser sehr empfehlenswerten Lektüre wird Alltagspsychologie auf den Punkt gebracht und mit einem Schmunzeln vermittelt.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unterhaltsam, 2. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ein sehr interessantes und unterhaltsames Buch für zwischendurch.
Ich kann die Leute hier nicht verstehen die sich beschweren, dass sie mit diesem Buch nicht wissenschaftlich arbeiten können, dafür ist es meiner Meinung nach gar nicht ausgelegt (obwohl es eine ausführliche Quellenangabe gibt)

Ein gutes Buch für zwischendurch, füralle die sich gerne ein wenig mit der Phsychologie beschäftigen und schon immer mal versuchen wollten ob man die Menschen in seiner Umgebung ein wenig beeinflussen kann ;)
(Ja, es funktioniert, so lang man nicht allen von dem Buch erzählt^^)
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr unterhaltsam, 2. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Schon den ersten Teil : "Psycho? Logisch!" der beiden Autoren fand ich total klasse. Noch mehr gefreut habe ich mich dass endlich ein weiterer Band erschien.
Sogar noch vor Erscheinungstag durfte ich dieses Buch in Händen halten.

Beim Lesen des Buches merkt man sofort, dass die beiden Ihre Arbeit lieben.
Das Buch ist mit soviel Charme (ok ein wenig Ironie schwingt auch ab und an mit) geschrieben, dass man es kaum aus der Hand legen mag.

Die kurzen Kapitel sind sehr übersichtlich gestaltet.
Am Anfang eines Kapitels befindet sich ein kleiner grauer Kasten mit einer Alltagssituation und verschiedenen Antwortmöglichkeiten. Danach folgen Erläuterungen.

Ich muss sagen, dass ich von mir selbst des öfteren überrascht war, warum ich genau jene Antwort ausgewählt habe.

Am Ende des Kapitels stellen die Autoren jeweils die Frage wo man diesen psychologischen Effekt in seinem persönlichen Umfeld wiederfindet.

Ich empfehle kurz in sich zu gehen und die Frage wirken zu lassen.

Themen sind unter anderem:

"So werden sie beliebt, indem sie andere ausnutzen"
"Warum Sie heute noch an den Weihnachtsmann glauben (sollten)"
"Pros und Contras für Pro- und Contra Listen"
"Weniger ist mehr- warum sie sich das zweite Geschenk schenken sollten"
"Ist ihre Persönlichkeit sensationell"

Ich hoffe, dass es mit einem weiteren Band nicht wieder solange dauert

Klare Kaufempfehlung
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einfach super, 15. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
ich habe nicht schlecht gestaunt, wie gut man die psychologischen Theorien so anschaulich in die Alltagspsychologie darstellen kann. Das Buch ist sehr konkret in seinen Darstellungen und zeigt damit auch Psychologie in der Umsetzung auf das menschliche Verhalten. Durch die kleinen aufgaben kann man auch an sich selbst die psychologischen Effekte überprüfen. Das Buch ist sehr anregend
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3.0 von 5 Sternen Hilfe! Mein Gehirn "entscheidet" ganz anders als die beiden lustigen Psychologen voraussagen …, 21. Juli 2014
Von 
Benedictu - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Mit Verlaub, zuallererst ist es Quatsch, zu behaupten, wie es die beiden promovierten Populär-Psychologen andauernd tun, daß das Gehirn denkt und entscheidet. Die Person denkt und entscheidet, alles andere ist Unsinn. Und der hat Folgen, wie ich weiter unten erläutere. Natürlich gibt es unbewußte und mechanische Handlungen, die man dann aber, um ein besseres Bild zu gebrauchen, mit Rechenprozessen im Gehirn in Beziehung setzen müßte, so wie auch der (gänzlich unbewußte) Schachcomputer, der heutzutage mühelos einen Großmeister schlägt, im ganzen Spielverlauf nicht auch nur eine einzige Entscheidung getroffen hat, sondern nur gerechnet hat.

► ALLES NUR MUMPITZ ODER VALIDE?
Einige Beiträge sind zwar ganz kurzweilig, aber vieles könnte auch Mumpitz sein. Das hat mit einem ganz grundsätzlichen Problem der wissenschaftlichen Psychologie zu tun. Es liegt daran, daß die experimentellen Psychologen zwar innerhalb der Bauklötzchenwelt ihrer Laborexperimente normalerweise einigermaßen richtig agieren, messen und statistisch auswerten, also wissenschaftlich sauber und methodisch korrekt, leider aber die Schlußfolgerungen bei der Übertragung aus dem Versuch ins richtige Leben oft nicht zulässig oder zumindest strittig sind. Das wissen die beiden Autoren natürlich und und geben es auch an der einen oder anderen Stelle zu. Das hat auch oft mit mangelnder Phantasie zu tun. Wenn der Experimentator sich etwa partout nicht vorstellen kann, welches besondere Verhalten etwa nur sein Versuchsaufbau provoziert hat, schießen seine Hypothesen bei der Übertragung vom Labor in die Welt schon mal leicht ins Kraut.

Sehr schön erklären die Autoren zum Schluß interne und externe Validität. Interne Validität liegt vor, wenn mit den Bauklötzchen in den Laborexperimenten alles in Ordnung ist, also auch u.a. der "Hawthorne"-Effekt ausgeschaltet wurde. Externe Validität liegt vor, wenn die Übertragbarkeit ins wirkliche Leben gelingt. Folgende Einzeleffekte habe ich mir genauer angeschaut. Der dubioseste kommt zuerst :

► RISIKO-KOMPENSATION?
Basierend auf der Forschungsarbeit "Walker, I. (2007). Drivers overtaking bicyclists: Objective data on the effects of riding position, helmet use, vehicle type and apparent gender. Accident Analysis and Prevention, 39, 417-425" referieren die Autoren, daß Autofahrer in kleinerem Seitenabstand sturzhelmtragende Fahrradfahrer passieren als solche ohne Helm und sie damit stärker gefährden würden. Sie erklären dies damit, daß die Risikominderung durch den Sturzhelm durch die erhöhte Inkaufnahme eines Unfalls seitens der Autofahrer wieder kompensiert würde.

Die Tatsache, daß Dr. Ian Walker diese Untersuchung mit einer so abwegigen Grundhypothese durchgeführt hat und daß die Drs Kitz und Tusch die Ergebnisse auch noch glauben, so wie man früher an das Christkind geglaubt hat, ist höchst lehrreich. Denn jeder weiß doch andererseits, wie sehr Menschen im zivilen Leben darauf achten, andere nicht zu verletzen. Jeder Psychologe mit ein bißchen Allgemeinbildung weiß auch, daß selbst Soldaten, wenn sie nicht speziell ausgebildet wurden, lieber nicht auf Gegner schießen und wenn doch, dann gerne über deren Köpfe hinweg, um ihnen nicht weh zu tun. Die ganze Absurdität dieser psychologischen Hypothese liegt also darin, allen Ernstes anzunehmen, daß Autofahrer in Friedenszeiten skrupelloser sind als Soldaten in Kriegszeiten, deren Politiker zu allem Überfluß den Gegner vorher in der Regel verteufelt haben. Das ist nun wirklich der größte Humbug seit langem. Wer um das genannte Kriegsphänomen weiß, weiß nach einer Millisekunde, daß die Drs. Walker, Kitz und Tusch irren m ü s s e n. Ihre fixe Idee, mit allem möglichen und auch der "Risiko-Kompensation" ein Hirn-Gesetz oder einen Hirn-Automatismus dingfest machen zu können, muß ihre Denktätigkeit in eine Endlosschleife geschickt haben. Und in der Tat: Nach diesem unabweisbaren Verdacht war es nur eine Sache von ein paar Minuten, im Internet die sachkundige Widerlegung von Walker ausfindig zu machen.

Ich zitiere dazu aus "cyclistview.com/overtaking/files/A-Draft-Rebuttal-of-Walker-Paper-Rev-4.pdf", wo Dan Gutierrez aus dem kalifornischen Long Beach Walker eine unsaubere Methodik nachweist: « … This method of truncating a graph axis and using axes of different scales are classic techniques used to visually amplify a small effect and are discussed in the classic text: “How to lie with statistics” by Darrell Huff, W. W. Norton & Company, 1954, ISBN-10: 0393052648.This author believes that whatever few inches that may exist between helmeted and non-helmeted riders in Dr. Walker’s study makes no appreciable difference in relative risk because of this large average passing margin (similar to the vehicle types above), thus invalidating Dr. Walker’s claim of relative safety differences from helmet (or wig use).»
Gutierrez resümiert bezugnehmend auf seine eigene Messungen: «We should also point out that all of our data were taken while wearing helmets, so we cannot comment on the effect of helmets in determining relative risk, but then again, neither can Dr. Walker based solely on his own data!»

Es stand den Buchautoren im Prinzip offen, diese fünf Minuten Rechercheaufwand für ihr Buch zu investieren. Ihre déformation professionnelle, daß das Gehirn denke, hat jedoch offenbar verhindert, daß ihnen der entscheidende Gedanke in den Sinn kam.

► ARGUMENTE?
Nun zum nächsten Punkt, daß Argumente unwichtig seien. Einerseits haben die Autoren recht damit, daß in der Kommunikation Argumente eine geringere Rolle spielen als angenommen. Daß sie kaum eine Rolle spielen, ist im wissenschaftlichen Umfeld schon einmal ganz falsch. Hier wird in jedem Diskurs einfach immer eine Begründung erwartet. Mag sein, daß sie vorgeschoben und schwach ist, dann wird sie halt um so leichter attackiert, aber es muß immer eine her.

► ALTERNATIVE ERKLÄRUNGEN ZU EFFEKTEN?
Oft gibt es alternative Erklärungen, so daß ein behaupteter Effekt gar nicht notwendig ursächlich ist:
• Bei der "einstellungskonträren Argumentation" müßten die Autoren erst einmal zeigen, daß der "Effekt" nicht dadurch zustandekommt, daß das Individuum, nachdem es sich vielleicht das erste Mal richtig mit den fremden Argumenten befaßt hat, sie nicht einfach für überzeugend hält.
• Auch bei der "Placebo-Information" gibt es eine naheliegende andere Erklärung. Wenn eine Person sich beim Check-in am Flughafen vordrängelt mit den Worten "ich muß zum Flieger" oder an der Kasse mit "ich muß bezahlen", dann ist das zwar eine Nullaussage, weil jeder, der da steht, das gleiche tun muß, aber bekanntlich behindert Streß das Denkvermögen. Das wissen alle und sehen ihr womöglich nach, daß sie tautologisch geredet hat. Im Gegenteil, genau deswegen könnte sich sogar ihre Chance durchgewunken zu werden, verbessert haben, wenn denen nämlich plausibel wird, daß die Arme unter Druck steht ;-). Gleichzeitig ist es trivial, daß demonstrierte Entschlossenheit weniger an Erklärungen bedarf.

► GANZ NETT: Rhyme-as-reasaon-Effekt!
"Life is mostly strife". Das klingt in der Tat besser, überzeugender und suggestiver als "Life is mostly struggle." Sollte man nutzen.

► TATEN WERDEN GEDANKEN!
Diese Sentenz überzeugt: "Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden deine Worte. Achte auf Deine Worte, denn sie werden deine Taten. Achte auf deine Taten, denn si e formen deinen Charakter". Die Autoren irren aber, wenn sie meinen, die Weisheit stamme aus dem Talmud.

F A Z I T
□ INTELLEKTUELL (4 Sterne)
Das Buch ist ein intellektueller Spaß für diejenigen, denen es Freude bereitet, Denkfehlern der wissenschaftlichen Psychologie auf die Spur zu kommen. Großes Lob an die Autoren, daß sie keine Spielverderber waren und netterweise die englischen Quellennachweise aufgeführt haben, ohne die die Fehlersuche doch etwas mühsamer wäre. Am schönsten sind natürlich die Fehler, denen jeder normale Mensch augenblicklich gewahr wird, wenn er nur das neurobiologische Denkschema, daß nur das Gehirn denke und nicht der Mensch als ganze Person, als konzeptionell widersprüchlich ablehnt. Philosophen sprechen hier übrigens vom sog. mereologischen Fehlschluß.

Wenn man nur selber denkt, weiß man intuitiv sofort, daß die "Risiko-Kompensation" der Autofahrer trotz der von den Wissenschaftlern behaupteten hohen statistischen Signigikanz falsch sein muß. Wenn das erst erkannt ist, muß man nur noch etwas tieferbohren. Man macht eine Internetrecherche (google reicht völlig) und siehe da: innerhalb von ein paar Minuten hat man Studie auf dem Tisch, die die, die die Autoren für ihren "Effekt" als Beleg anführen, als fehlerbehaftet in die Mülltonne der Wissenschaft befördert. Lehrreich dabei für alle zu erkennen, wie wenig geradlinig der wissenschaftliche Erkenntnisgewinn verläuft.

□ ANTI-AUFKLÄRERISCH (1 Stern)
An der Intelligenz der beiden Autoren-Doktoren liegt es ja nun ganz gewiß nicht, daß sie betriebsblind sind für Studienfehler, die andere schon publik gemacht haben und auf die ein Immanuel-Kant-Leser mit einem Internetanschluß in kaum zehn Minuten stößt. Zugegeben: Ich weiß ja selber auch nicht genau, wie Menschen eigentlich denken und entscheiden, auch wenn klar scheint, daß sie dafür ihr Gehirn brauchen, aber die inkohärente Auffassung der Autoren, daß das Gehirn denke, führt in eine ganz neue Art von Unmündigkeit, die die großen Philosophen der Aufklärung, die die staatliche und kirchliche Bevormundung in die Schranken wiesen, bestürzt hätte.

□ EMPFEHLUNG
Die Psychologie liefert interessante Ergebnisse, die aber noch kritischer als die anderer Wissenschaften hinterfragt werden müssen. Stimmt die Messung, dann stimmt vielleicht die Auswertung nicht. Stimmen beide, dann ist vielleicht die Schlußfolgerung nur Wunschdenken.

Meine Empfehlung ist immer noch, zuallererst Immanuel Kants Aufruf zum Selberdenken Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung? zu verinnerlichen, um sich nicht allzu leicht ins Bockshorn jagen zu lassen. Und das würden die beiden sympathischen wie lustigen Psychologen am Ende ja vielleicht sogar psycho-logisch bestätigen: Wenn man nur denkt, daß es stimmt, daß Selberdenken hilft, geht es gleich besser :-).
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Viel über mich gelernt, 22. Dezember 2013
Von 
Ich habe mir mal wieder ein Buch von Dr. Kitz und Dr. Tusch gekauft und meine Erwartungen haben sich voll erfüllt. "Warum uns das Denken nicht in den Kopf will" ist quasi die Fortsetzung von "Psycho? Logisch!", in dem die beiden Autoren bereits interessante psychologische Phänomene beschrieben haben. Das neue Buch schließt nahtlos daran an. Besonders interessant fand ich den "Name-Letter-Effekt", der unter anderem besagt, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen den Buchstaben des Namens und des Berufes - Zahnärzte ("Dentists") also oft Debbie oder Denise heißen. Ich habe dabei viel über mich gelernt... ;-) Aber die Autoren erklären auch, warum wir zu Weihnachten/Geburtstag besser nur ein Geschenk verschenken sollen. Alles in allem sehr interessant und unterhaltsam aufgeschrieben. Nett sind auch die Comics, welche die Phänomene noch einmal auf den Punkt bringen. Alles in allem ein sehr gelungenes Buch - diese 8,99 Euro sind gut investiert.
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5.0 von 5 Sternen Super geschrieben und gleichzeitig informativ!, 30. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich bin Psychologiestudentin und habe anfangs aus purem Jux die ersten Kapitel dieses Buches gelesen, da ich dachte, nichts neues zu erfahren. Nach wenigen Seiten habe ich bemerkt, dass ich damit falsch lag. Fachlich habe ich zwar tatsächlich vieles bereits gekannt und das selbstverständlich detaillierter und mit mehr Fachbegriffen, aber gerade die Tatsache, dass die verschiedenen Theorien und Studien hier "einfach" beschrieben sind, haben mir manche Dinge noch klarer gemacht.
Besonders gefallen hat mir der Alltagsbezug, der ständig gehalten wird, wodurch aus abstrakten Theorien alltägliche Erscheinungen werden.
Lange Rede, kurzer Sinn: absolut empfehlenswert für jeden, der sich für die kleinen psychologischen Kniffe im Alltag begeistern kann!
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4.0 von 5 Sternen Insgesamt informativ und unterhaltsam, 19. März 2014
Von 
Charlotte Hölling - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 1000 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die ersten Kapitel haben mich nicht so überzeugt. Die Sache mit dem eingebildeten Herzschlag zum Beispiel. Es ist bekannt, dass der Herzschlag sich durch Rhythmen beeinflussen lässt (z.B. Musik). Das ist keine Einbildung. Auch glaube ich nicht, dass jedes Gefühl nur auf Interpretation beruht - also wenn ich mich von Herzen ärgere, das Gefühl einfach in reine Freude uminterpretieren kann.
Und ebenfalls hat mir nicht gefallen, dass am Ende versucht wird, möglichen Kritiken im Voraus den Wind aus den Segeln zu nehmen. Da möchte ich den Autoren doch sagen, dass es bei Versuchsreihen noch viele andere Möglichkeiten der Interpretation der Ergebnisse gibt als die jeweils angeführten. Z.B. spüren viele Probanden die Empfindungen der Interviewer, und reagieren darauf und nicht auf die Fragen oder die sonstige Situation.
Oder der Ringelmann-Effekt. Es gibt im Team kein gleichmäßiges Einzelergebnis. Also nicht alle arbeiten weniger im Team, als wenn sie allein wären. Manche buckeln sogar mehr, während andere sich mehr ausruhen. Womit ich dem Team nicht grundsätzlich das Wort reden will.
Doch insgesamt fand ich die Themen im Buch interessant und Vieles auch durchaus brauchbar und nützlich - und wenn es nur so Kleinigkeiten sind wie die Sache mit den Nebengeschenken (Geber-Paradox).
Die Witzzeichnungen haben mich auch sehr amüsiert.
Insgesamt für Leute, die gern andere Menschen und sich selbst besser verstehen wollen, ein unterhaltsames und insofern auch empfehlenswertes Buch. Doch sollte man sich in jedem Fall eine eigene Meinung zur Sache vorbehalten und nicht alles einfach glauben.
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5.0 von 5 Sternen Warum wir denken, wie wir denken, 5. Februar 2014
Von 
Roter Reiter (München) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Wie denken wir überhaupt, wenn wir denken? Und wer denkt für uns, wenn wir nicht denken? Wieso denken wir häufig, richtig zu liegen, obwohl der Gedanke völlig daneben ist? Wann trickst uns unser Gehirn aus und wann können wir uns blind auf es verlassen? All diesen Fragen sind Dr. Kitz und Dr. Tusch in ihrem Buch "Warum uns das Denken nicht in den Kopf will" nachgegangen. Unser Gehirn ist faul - machen Sie was draus!

Die erste Lektion, die uns die beiden Doktoren der Psychologie verpassen ist folgende: Unser Gehirn ist faul und mag daher automatisch alles, was es kennt. Nur deshalb funktioniert zum Beispiel der "Name-Letter-Effekt". Dieser Versuch hat bewiesen: Unser Gehirn bevorzugt Buchstaben, die in unserem Namen vorkommen. Und auch bei Zahlen greifen wir häufig auf unsere Geburtsdaten zurück (Denken Sie auch gerade an ihr E-Mail-Passwort?). Daher der Tipp für den Business-Alltag: Wenn Sie Ihrer Chefin verschiedene Vorschläge unterbreiten, erkundigen Sie sich vorher nach Ihrem Geburtstag. Fällt er auf einen 5.12., sollten Sie das favorisierte Projekt als Nummer zwei kennzeichnen. Probieren Sie es aus!

Die richtige Pfeife rauchen & von den Kakerlaken lernen

Auf knapp 300 Seiten stellen uns die beiden Autoren verschiedene Experimente und ihre Ergebnisse vor. Ein Test interessanter als der andere. Was hat es mit der "Zwei-Faktoren-Theorie der Emotion" auf sich? Welche Pfeife müssen Sie rauchen, damit wirklich alle danach tanzen? Was können wir von Kakerlaken lernen? Und wie treffen Sie im Zweifelsfall immer die richtige Entscheidung? Roter Reiter - Fazit: Mit "Warum uns das Denken nicht in den Kopf will" liefern Dr. Kitz und Dr. Tusch einen unterhaltsamen, sehr klugen Ratgeber, der uns das alltägliche Denken und Nicht-Denken besser verstehen lässt.

Lena Riedmann, Roter-Reiter
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