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Kundenrezensionen

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am 28. März 2006
In "Naokos Lächeln" erzählt ein junger Student, names Toru, seine Geschichte. Sein Leben wurde durch den Selbstmord seines besten Freundes aus der Bahn geworfen, genauso wie das der Freundin seines Freundes, Naoko. Als die beiden Schicksalsgenossen sich Jahre später in Tokyo wiedertreffen, entsteht eine ganz besondere Beziehung zwischen den beiden, und Toru fängt an sich für Naoko verantwortlich zu fühlen, bis dahin dass er sich in sie zu verlieben glaubt. Wenn die beiden zusammen sind führen sie ein Leben abseits der Gesellschaft, zu der sie sich auch nicht zugehörig fühlen.
Zeitgleich lernt Toru noch eine weitere Studentin kennen, die ihn durch ihre seltsame Art in ihren Bann zieht und mit der er gerne zusammen ist. Oder er zieht mit seinem ebenso eigenartigen Freund abends um die Häuser um mit Frauen ins Bett zu kommen.
So lebt Toru vor sich hin, ohne zu wissen wo sein Leben überhaupt hinsteuert, wird nur von Schicksalsschlägen hin- und hergeschleudert.
Obwohl Klappentext und inhaltliche Darstellungen zu der Vermutung Anlass geben, dass sich die Geschichte um eine typische Dreiecksbeziehung dreht, ist dem absolut nicht der Fall. Die Frage, für welche der beiden Frauen sich der Protagonist entscheiden wird, kommt im Grunde nie wirklich auf. Vielmehr erlebt man hier voneinander getrennt verlaufende Liebesgeschichten.
Murakami versucht auch nicht irgendeinen Spannungsbogen aufzubauen, welcher dann in einem dramatischen Moment seinen Höhepunkt erreicht. Nein, er sorgt von Anfang an für Klarheit.
Der Reiz des Romans ist nicht so leicht zu erfassen. Er manifestiert sich auf sehr subtile Weise. Zum Beispiel in den vielen skurilen Einzelheiten oder der alles überlagernden melancholischen Atmosphäre. Denn es ist kein Roman der Leidenschaft und Freude, sondern eher der Zärtlichkeit und Ruhe.
Im Gegensatz zu vielen anderen Stimmen bin ich aber schon der Meinung, dass es sich hier nur um eine Liebesgeschichte handelt, der Untertitel also absolut zutrifft. Natürlich gehen mit einer Liebesgeschichte immer viele unterschiedliche Aspekte einher, aber wäre das anders bräuchte man sie ja nicht erzählen. Der Roman besitzt nämlich im Gegensatz zu anderen Werken Murakamis keine Elemente eines Thriller- oder Gruselromans und auch Gesellschaftskritik (u.a. kritisiert er beispielsweise Rückgradlose Studentenrevolten) wird ganz anders als sonst nur selten geübt. "Naokos Lächeln" verzichtet auch auf die surrealen Elemente, die für Murakami so typisch sind.
Ansonsten aber in jeder Hinsicht ein typischer Murakami: Im Mittelpunkt steht ein männlicher Ich-Erzähler, mit dem sich der Leser identifizieren kann oder zumindest mitfühlen kann (wobei mich hier interessieren würde wie das Frauen empfinden). Er ist eher ein Aussenseiter der Gesellschaft, freundlich aber verschlossen, mit Einzelgänger-Tendenzen und mehr der gute Zuhörer, als der Redner. Wie immer mit ausgeprägtem Sexualleben, wobei er hier selten selbst die Fäden zieht.
Daneben steht der Protagonist wie immer in Beziehung zu mehreren Frauen (ob nun in Partnerschaft oder Freundschaft). Frauen in Murakamis Büchern sind im Gegensatz zum Erzähler nie das was man normal nennt. Immer haben sie etwas Geheimnisvolles und/oder Extravagantes an sich und sind außerdem natürlich hübsch und sexy, denn Erotik und Romantik sind elementar in seinen Romanen. Dabei pflegt Murakami eine offensive bis aggresive Angehensweise zum Thema Sexualität und befürwortet Offenheit in diesem Zusammenhang. Zudem hat man das Gefühl, dass Murakami von Monogamie nicht viel hält.
Wie immer spielen auch Musik und andere zeitgenössische Themen eine nicht geringe Rolle. Also für Nostalgie (wenn man genügend Jahre auf dem Buckel hat) ist gesorgt.
Für mich zieht der Roman genau an der richtigen Stelle den Schlussstrich, wobei ein kleiner Wehmutstropfen bei mir verbleibt. Es wird weder ein Kreis geschlossen, noch erwartet den Leser am Ende eine große Offenbarung.
Aber auf jeden Fall bekommt der Leser eine wunderbar melancholische Liebesgeschichte geboten, die ans Herz geht.
Zum Schluss eine Anmerkung zum deutschen Verlag btb: Auf die Rückseite eines Buches gehören nur Kommentare, die mit dem Roman zu tun haben. Es ist lächerlich auf allen Büchern Murakamis genau dieselben Zitate zu bringen, obwohl diese sich auf andere Werke Murakamis beziehen.
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am 4. Mai 2012
'Naokos Lächeln' ist mein erstes Buch von Haruki Murakami und es war großartig.
Ich klappte die Hülle von meinem Kindle zu und dachte: WOW!

Ich spare mir eine Kurzbeschreibung der Geschichte, denn die könnt ihr zu genüge in den anderen Rezensionen nachlesen.
Wer in diesem Buch eine wilde Liebesgeschichte erwartet, mit Eifersucht und einer dramatischen Dreiecksbeziehung, dem sei gesagt, das findet er hier nicht. Ist 'Naokos Lächeln' eigentlich eine Liebesgeschichte? Ich würde sagen, nein. Es ist eher ein Buch des Erwachsenwerdens, in dem Watanabe jeden Tag aufs neue seine Feder aufspannt und wie ein Uhrwerk seinem Alltag meistert.
Was hat mir an diesem Buch so gut gefallen?

Zu einem war es sehr leicht und angenehm zu lesen. Einigen Rezensionen habe ich entnommen, dass die Einfachheit der Sprache, die Murakami hier benutzt, als negativ aufgelistet wurde. Meine Meinung dazu, die Story an sich ist schon so aufwühlend, da braucht es keine übertriebenen Schachtelsätze oder Fremdwörter. Das Buch besticht durch seine Schlichtheit. Ok, ich gebe zu, mir kam auch ein paar Mal 'er sagt', 'sagt er' zu oft vor, aber es hat meine Leselust nicht geschmälert.

Auch habe ich gelesen, dass einigen der Spannungsbogen fehlt. Ok, es ist kein Krimi, aber sollte es je ein Krimi sein? Es stimmt, die Geschichte plätschert vor sich hin, aber das habe ich nicht als Nachteil empfunden, ganz im Gegenteil.

Trotz der ruhigen Gangart ist es aufregend, interessant und traurig Watanabe durch das Buch zu folgen. Er empfindet sich als durchschnittlich und unscheinbar (also wenn er der Durchschnitt ist, dann finde ich die Durchschnittlichkeit klasse!) und merkt gar nicht, wie einzigartig er eigentlich ist. Aufgerüttelt wird die ganze Story durch Midori, die ich richtig liebgewonnen habe. Es ist herzerfrischend, wie sie in ihrer durchgeknallten Art so herrlich sympathisch ist und gehörig Leben in Watanabes Tristheit bring. Was mich gleich zu den Dialogen zwischen Watanabe und Midori bringt. Midori teilt schonungslos und unverblümt Watanabe ihre Gedanken mit. Und diese sind manchmal so intim und indiskret, dass dem Leser schon die Schamröte ins Gesicht steigt. Aber Watanabe reagiert immer, als wenn es das normalste der Welt wäre. Er antwortet knapp und höflich. Genau diese Trockenheit bringt einen oft zum Kichern.

Mir fehlen die richtigen Worte, um das Gefühl zu beschreiben, welches dieses Buch in einem auslöst. Einerseits hat alles die Leichtigkeit und Zerbrechlichkeit einer Seifenblase, aber auf der anderen Seite liegt einem die zwischenmenschlichen Verknüpfungen und Schicksale wie ein Stein im Magen.

Eine hohe Zahl von Selbstmorde säumen Watanabes und Naokos Weg. Und eigentlich sollte einem das Angst einjagen, tun es aber nicht. Diese Bürden gehören einfach dazu und alle Beteiligten versuchen im Laufe der Geschichte, mit der Last auf ihre Art ins Reine zu kommen. In diesem Buch ist einfach alles so wie es ist. Es wird nicht viel Wirbel um Nichts gemacht. Und diese Ruhe und auch Traurigkeit färbt auf so angenehme Weise auf den Leser ab.

Dank des göttlich Humors kann man die depressive Stimmung auch gut ertragen. Ok, manchmal ist er etwas derbe, aber gut. Ich habe trotz der durchgängigen Traurigkeit immer wieder herzlich gelacht.

Und das Empören über die Liebesszenen, das ich in manchen Rezensionen gelesen habe, kann ich nicht nachvollziehen. Pornographisch ist etwas anderes.

Alles in allem ein wunderbares Buch, das seine fünf Sterne verdient hat.
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am 2. Mai 2013
Bei NAOKOS LÄCHELN war ich auch wie zuvor schon ihn anderen Büchern von Haruki Murakami nach ein paar Seiten begeistert. Dieser einfach ausgedrückt angenehme Schreibstil, die wenigen Worte die er benötigt um eine Person bildhaft vor einem erscheinen zu lassen und auch die schönen Dialoge zwischen den Geschlechtern geben seinen Geschichten immer wieder eine schöne Note. Persönlich was mich auch selbst betrifft, mag ich es auch dass seine Protagonisten des Öfteren Jazz/Rock hören, gerne Whisky trinken und natürlich nicht zu vergessen die Kunst des guten Essens. Die Geschichten handeln oft von Verlust und sie berühren einen meist auch zutiefst.

Auch in Naokos Lächeln geht es wieder um Verlust, den Verlust eines sehr guten Freundes, Liebe, Verantwortung, das Erwachsenwerden und das Leben an sich. Der 37 Jahre alte Toru Watanabe sitzt in einer Boing 747 die langsam zur Landung auf Hamburg ansetzt. Aus den Lautsprechern ertönt der Beatles Song „Norwegian Wood“ der ihn schlagartig in seine frühere Studienzeit, in den sechziger Jahren zurückversetzt. Eine Zeit in der er mit Kizuki und dessen Freundin Naoko bestens befreundet war. Ein schweres Schicksal durchschnitt diese innige Freundschaft und so versuchen Toru und Naoko getrennt einen Neuanfang in Tokyo. Wie es der Zufall will begegnen die zwei sich in der Stadt wieder und es beginnt erneut eine erste freundschaftliche Annäherung bei Sonntagsspaziergängen durch die Straßen von Tokyo. Mehr möchte ich hier nicht erzählen.

Fazit: Eine wunderbar geschriebene Geschichte eines jungen, Musik und Literatur begeisterten Studenten, der zwischen zwei Frauen unterschiedlicher Natur hin und hergerissen ist. Ein Buch das mich doch sehr berührt hat, lebendig mit vielen interessanten und auch unterschiedlichen Charakteren, einfühlsam und leidenschaftlich geschrieben. Neben „Hard boiled Wonderland und das Ende der Welt“ für mich das bis jetzt beste Buch des Japanischen Autors.
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am 16. Juni 2013
Ein Beatles-Song bringt Toru Watanabe dazu, sich fast zwanzig Jahre zurückzuerinnern. Als 19jähriger war er gerade zur Universität gekommen. Einige Zeit vorher hatte sich sein bester Freund getötet und nun trifft er dessen Freundin Naoko wieder. Naoko, psychisch labil, wird seine erste große Liebe. Doch auch andere Frauen kreuzen seinen Weg, seine lebenslustige und sehr offenherzige Kommilitonin Midori, die ältere Reiko und Hatsumi, die Freundin eines Mitbewohners.

Das Buch wurde bereits 1987 erstmals veröffentlicht (in Deutschland erst 2001), die erinnerten Geschehnisse stammen also aus dem Ende der 60er Jahre. Toru erzählt seine Geschichte in Ich-Form selbst, sein Erwachsenwerden, seine Liebesbeziehungen. Toru kommt mir dabei, obwohl erst 19 Jahre alt (im Laufe des Buches wird er 20), sehr reif vor. Möglicherweise liegt das am Kulturkreis, in dem er aufwuchs, das kann ich leider nicht beurteilen. Es tut seinem Charakter und der Geschichte jedoch sehr gut, dass er nicht als unreifer Teenager handelt. Für mich ist Toru der sympathischste Charakter des Buches, seine Handlungen erscheinen mir grundsätzlich am nachvollziehbarsten, wozu die gewählte Ich-Form ein übriges tut, denn wir nehmen direkt teil an Torus Fühlen und Handeln.

Die Frauen dagegen mag ich, außer Hatsumi, die aber sowieso nur eine Nebenrolle spielt, deutlich weniger. Sie sind es auch, die eher irrational handeln, was teilweise auch daran liegt, dass sie nicht unbedingt psychisch stabil sind. Interessant finde ich sie allesamt, gerade auch wegen ihrer Probleme und Macken.

Auf Grund des Alters der Protagonisten spielt Sexualität eine große Rolle im Buch. Leider benutzt Murakami in solchen Szenen und Gesprächen eine absolut unerotische Sprache. Ansonsten ist der Schreibstil ist angenehm, die verschiedenen Rückblenden immer passend und gut verständlich, das Buch lässt sich sehr flüssig lesen. Es ist nicht übermäßig spannend, aber das würde auch gar nicht passend. Trotzdem liest man immer weiter und will wissen, wie es weitergeht. Es ist mein erster Roman von Murakami und ich war angenehm überrascht, hatte ich doch schwierigeren Stoff erwartet. Ich bin gespannt auf meine nächste Erfahrung mir dem Autor.

Leider hatte ich mir mehr „Japan“ erwartet. Sicher erkennt man an vielen Kleinigkeiten, wo der Roman spielt, tatsächlich kommt mir aber die japanische Kultur etwas zu kurz. Auch dass z. B. mehrere Personen den Freitod wählen, was in Japan offenbar tatsächlich relativ oft vorkommt, die Gründe dafür aber nicht wirklich thematisiert wurden, fand ich etwas unbefriedigend.

Das Buch erzählt, zum Teil sehr melancholisch, Liebesgeschichten, nicht nur eine und auch nicht nur die von Toru (auch z. B. Reiko und Hatsumi tragen ihre bei), man kann das Buch aber auch einen Coming-of-Age-Roman nennen, Toru sagt gegen Ende selbst, er sei erwachsen geworden. Ich habe den Roman sehr gerne gelesen und kann ich uneingeschränkt weiterempfehlen.
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am 1. August 2011
Eingebettet in die unruhigen 60er Jahre in Japan erzählt "Naokos Lächeln" von Jugendlichen, die unvermittelt erwachsen werden müssen und einer Liebe, dadurch bedroht ist.

Die englische Zeitung The Guardian zählte im Jahre 2009 Haruki Murakami, als "einen der weltbesten lebenden Romanciers." Seine ersten großen Erfolg feierte der 1953 geborene Autor mit dem Roman "Naokos Lächeln" im Jahre 1987, der erst vor kurzem verfilmt wurde. In diesem Werk sind keine surrealen Elemente enthalten, die sonst viele Geschichten des Japaners auszeichnen, stattdessen widmet er sich in diesem Buch der furchtbaren Krankheit Depression.
Eingebettet ist die Geschichte von Liebe und Sex in die unruhigen Zeiten am Ende der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts in Japan, als landesweite Studentenproteste das Land beherrschten. In diesen Zeiten lebt der noch nicht zwanzigjährige Toru Watanabe. Doch er hat bereits seinen besten und einzigen Freund Kizuki verloren, als dieser Selbstmord beging.
So gut es geht, versucht Toru nun in der Welt zurechtzukommen, er schläft mit vielen Mädchen - Sex hat in diesem Werk Murakamis einen großen Stellenwert -, doch dies Mädchen bedeuten ihm nichts. Überhaupt bedeutet ihm sehr wenig etwas, er verrichtet sein Alltagsgeschäft, zieht sich auf, um zurechtzukommen, ein Thema das sich ständig wiederholt in Murakamis Werken, genauso wie Ohren von schönen Mädchen, Mittelmaß, Musik, diesmal weniger Jazz, dafür Songs aus den 60ern und gesunde Ernährung.
Murakami läuft mit über fünfzig Jahren Marathons, liebt gesunde Küche und geht um neun Uhr Abends ins Bett. "Du brauchst Kraft, um ein guter Autor zu sein." Doch obwohl sich vieles bei Murakami wiederholt, schafft er es immer wieder eine gute Geschichte zu erzählen. In diesem Roman ist es eine besonders traurige Geschichte.
Toru Watanabe muss schneller erwachsen werden, als er es sich vorgestellt hat. Er verliebt sich in Naoko, die ehemalige Freundin von Kizuki und obwohl sie ihn auch liebt, ist ihre Liebe in Gefahr, da Naoko durch den Tod Kizukis selber depressiv wird. "...und ich wartete darauf, dass Naoko endlich aufhörte zu weinen. Aber sie hörte nicht auf."
Zudem lernt er Midori kennen. Ein Mädchen, das so anders erscheint als Naoko. Sie redet unverblümt über Sex, trägt ganz kurze Röcke und geht in den schmutzigsten Pornostreifen, der im Kino gezeigt wird. Doch auch sie hat ihre Probleme. Überhaupt gibt es in diesem Roman zwei verschiedene Charakterfiguren. Solche, die sich kaum Gedanken machen, wie sie mit ihren Mitmenschen umgehen, die nur nach Anerkennung in der Gesellschaft streben, die sich anpassen und solchen, die viel nachdenken, Probleme mit der oft unmenschlichen Gesellschaft haben und unter Umständen daran zerbrechen.
Murakamis gelingt es mit wenigen Worten, Gefühle und Stimmungen einzufangen, sei es die Beschreibung einer flackernden Kerze oder innere Gefühle. "Wenn ich Dir eine Wunde zugefügt habe, ist das nicht alleine Deine Wunde, sondern auch meine."
Der Originaltitel des Romans bezieht sich auf den Song "Norwegian Wood" der Beatles. Und genauso wie dieses Lied ist auch der Roman. Wunderschön melancholisch über alltägliches erzählend und doch mysteriös. "Diese Melodie macht mich manchmal so traurig...ich stelle mir vor, ich würde im tiefen Wald umherirren."
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am 8. August 2003
Eigentlich sind es zwei Liebesgeschichten, die Murakami vor dem Leser ausbreitet. Toru Watanabe liebt zwei Mädchen, das eine krank und unerreichbar, das andere lebenslustig, etwas skurril, aber bereit, ihn wiederzulieben.
Sehr einfühlsam geht Murakami auf zwei Lieben ein, die sich trotz ihrer Unterschiedlichkeit in einem Mann vereinen. Unaufhaltsam steuert die geschichte ihre tragischen Ende zu, das in seiner Notwenidigkeit beinahe erlösend wirkt. Die Erfüllung der Liebe bleibt aus, die Erfüllung des Schicksals nicht.
Naokos Lächeln in reinster Lesegenuß, schlicht geschrieben, aber berührend erzählt. Anrührend, aber nicht kitschig, unterhaltsam, aber nicht oberflächlich. Ein Buch, für das man sich Zeit nehmen sollte, um es ungestört genießen zu können.
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am 13. August 2001
Das war eine Nacht! Ich habe mit Naokos Lächeln vor einer Woche angefangen und bei Seite 100 war ich gestern Nacht um zwei. Heute um halb sechs am morgen war ich dann Fertig. Nachdem ich schon drei Bücher von Murakami gelesen habe bin ich der Meinung das er Qualitäten besitzt die möglicherweise von konservativeren Charakteren nicht richtig verstanden werden können. Er beschreibt dinge wie sie sind, spricht deutlich aus was seine Figuren fühlen und rührt in mir durch diese Ehrlichkeit und Präzision Gefühle an die ich bei nur wenigen Gelegenheiten empfinde. Naokos Lächeln ist ein schönes Buch es hat eine wundervolle Atmosphäre und ist so gut geschrieben dass ich, als ich versuchte mir den Protagonisten Toru Watanabe vorzustellen, immer mich vor Augen hatte. Leider sind bei der deutschen Erstauflage oft die Namen der Personen vertauscht worden. Zum Glück an stellen die trotzdem keine verwirrung aufkommen lassen. Mir als 17 jährigen hat dieses Buch besonders gut gefallen und ich kann es auch allen gleichaltrigen nur empfehelen Murakami zu lesen.
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am 23. Mai 2007
... ist tatsächlich "nur eine Liebesgeschichte." Aber eine ganz besonders schöne, traurige Liebesgeschichte. Haruki Murakami, entführt uns in die Welt des Studenten Toru Watanabe. Man taucht schon nach wenigen Zeilen, ganz tief in diese Welt ein und vergisst alles um sich existierende. Man sieht diese Welt, durch die Augen von Toru Watanabe. Man fühlt mit ihm, wenn er traurig ist, man lacht mit ihm, wenn er fröhlich ist und man verliebt sich mit ihm, in die Mädchen Naoko und Midori. Dieser Roman, steckt voller Poesie und Schönheit. An vielen Stellen, hat man das Gefühl, dass Murakami sich die schönsten Worte ausgedacht hat, die ihm eingefallen sind, um mit ihnen wunderschöne Sätze zu bilden. Er beschreibt alles so genau und detailgetreu, dass für den Leser alles zum greifen nahe scheint. Es ist so sinnlich, wenn er beschreibt, wie das Mondlicht auf den nackten Körper der zierlichen Naoko fällt. Es ist so lustig, wenn Midori den armen Toru mit ihren ständigen Fragen übers Masturbieren löchert oder mit ihm einen S/M Film ansehen will. Und es ist so traurig, wenn...

Aber lesen Sie selbst. In diesem Sinne, viel Spaß mit "Naokos Lächeln."
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am 2. September 2010
Eine Liebesgeschichte ist das Buch nicht, eher zwei halbe, und Lächeln tut Naoko eher selten. Die Charaktere sind fast alle irgendwie gestört oder krank, sie fühlen sich verloren, gescheitert und einsam. Viele bringen sich schließlich selbst um, aus Gründen, die vielleicht nur Kennern der japanischen Kultur richtig klar werden. Man ist wie der Hauptdarsteller von den vielen Selbstmorden etwas irritiert, aber das ist wohl Teil der japanischen Kultur (wie die Leiden des jungen Werther von Goethe Teil der deutschen Kultur sind, die bei der heutigen Generation auch teilweise auf Unverständnis stösst).

Das Thema Verlust spielt eine große Rolle. Und natürlich das Thema Liebe, vor allem die Suche nach der großen, wahren Liebe. Student Toru liebt zwei Frauen: seine große, unerfüllte Liebe, die geheimnisvolle Naoko, ist ungewöhnlich schön, aber auch unerreichbar für ihn. Die für ihn erreichbare und leicht verrückte Midori dagegen ist bereit ihn zu lieben, ist ihm aber nicht genug. Während Naoko für den Protagonist Toru die totale sexuelle Erfüllung bedeutet, kann ihm Midori ganz praktisch ein schmackhaftes Essen zubereiten. Er wünscht sich beides, die Extase und die Normalität, das Verrückte im Alltäglichen, das Geheimnisvolle im Vertrauten. Möchten das nicht alle irgendwie?

Man fragt sich wie die Geschichte ausgeht, wird sich Toru für die depressive Naoko oder für die lebenslustige Midori entscheiden? Verbunden damit ist die fundamentale Frage, die sich den meisten normalen Menschen stellt: soll man unbeirrt an die ein große, oft unerfüllte Liebe glauben oder ganz pragmatisch die reale Chance ergreifen, die sich einem bietet?

Einige Passagen, in denen es zur Sache geht, sind dabei ziemlich direkt formuliert und verzichten auf blumige Umschreibungen, sie lesen sich wie Dr. Sommers Sprechstunde. Es ist zwar alles klar und deutlich geschildert, teilweise vielleicht etwas zu deutlich.

Der Held des Buches enthält starke autobiographische Züge von Murakami, so studiert er wie Murakami Theaterwissenschaft, und hat eine Vorliebe für Bücher. Der Hauptdarsteller liest Thomas Manns "Zauberberg" und F. Scott Fitzgerald "Der große Gatsby". Die Figur Midori enthält Anspielungen auf seine Frau Yoko, die er tatsächlich beim Studium kennengelernt hat. Deshalb sind die Szenen aus Studentenwohnheim und Universität sehr glaubwürdig, einfühlsam und real beschrieben. Wie in "Gefährliche Geliebte" fehlen hier die surrealen Elemente.

Was will er uns also sagen? Was Einsamkeit betrifft, vielleicht folgendes: die Charaktere folgen ihren selbstsüchtigen Instinkten und werden von Schicksalsschlägen hin- und hergeschleudert, bis sie einsam im Erholungsheim landen. Sie klagen sich gegenseitig ihre Einsamkeit und machen hilflose Versuchen sie zu durchbrechen, übersehen dabei aber, das der beste Weg einen Freund zu gewinnen ist, einfach selbst einer zu sein.

Unerfüllte Liebe, das kennt jeder. Aber hat es nicht auch etwas gutes? Wenn man sich von seiner großen, wahren, unerfüllten Liebe löst, gewinnt man die Lockerheit, die man für eine gesunde Beziehung braucht. Und man sollte wie die Protagonisten weiter versuchen, das Wundervolle im Alltäglichen, zu finden, das Geheimnisvolle im Vertrauten zu entdecken, und das Verrückte im Alltäglichen zu sehen. Das macht Leben lebenswert.
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am 11. Februar 2007
Eine Liebesgeschichte?Ja das ist sie. Doch auf Murakamis verquere Art und Weise ist dieser Roman doch nicht das was er zu sein scheint.Toru, ein junger in Sich gekehrter Student liebt die schöne doch melancholische Naoko. Aber wie es so ist im Leben steht zu viel zwischen ihnen, als das sie jemals zusammen glücklich werden würden. Schon auf den ersten Seiten beschleicht uns das Gefühl, dass die Geschichte ein tragisches Ende nehmen wird noch bevor sie angefangen hat.

Naoko und Toru wurden durch die Trauer um ihren Freund Kizuki zusammengeführt. Kizuki war von klein auf Naokos Geliebter und Gefährte. Nie waren sie allein, und sollten es auch nie sein, bis Kizuki eines Tages seinem Leben ein Ende setzte und Naoko allein in der Welt zurück ließ.Nach ihrer ersten Liebesnacht mit Toru, erleidet sie einen Zusammenbruch. Von nun an geht es Berg ab.

Doch dies ist nicht die einzige Geschichte die ihren Faden durch den Roman spinnt. Da gibt es noch Nagasawa, der sich die Nächte mit Frauen und Alkohol um die Ohren schlägt, und Toru das ein oder andere Mal zu einem One Night Stand verführt.Reiko, die sich lieber in einer Art Sanatorium versteckt, als der Welt ins Auge zu blicken.Und natürlich gibt es das andere Mädchen: Midori ist das volle Gegenteil von Naoko. Sie dringt Herz erfrischend in Torus Leben ein und reißt ihn förmlich mit sich in ihre verrückte Welt. Obwohl er es nicht wahrnehmen will braucht er auch sie.

Lauter skurrile Typen scharen sich um den Protagonisten, und er selbst merkt nicht wie sehr der Tod an ihnen allen zerrt...

Ein leise melancholische Geschichte mit ungewöhnlichen Charakteren und noch ungewöhnlicheren Handlungssträngen. Man wird überrascht sein von dem Buch. Und man wird Murakami lieben lernen.
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