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TOP 1000 REZENSENTam 14. November 2015
Edgar G. Ulmer stammt aus Wien und wurde mit 16 Jahren Bühnenbildner von Max Reinhardt. Als Regisseur war er bekannt dafür, dass er mit niedrigstem Budget das Beste herausholen konnte. Diese Wertschätzung kam aber erst in den späten 50er Jahren zustande, weil der Filmemacher von den Machern der französisischen Filmzeitschrift Les Cahiers du Cinema entdeckt wurde. Auch Francois Truffaut zählt zu seinen Bewunderern und gab Ulmers Mexico-Western "Santiago - Der Verdammte" als Inspirationsquelle für seinen berühmten Klassiker "Jules und Jim" an. Dabei trat Ulmer zuerst mal als Szenenbildner im deutschen Film der 20er Jahre in Erscheinung. Seine Arbeiten für "Der Golem", "Die Nibelungen", "Metropolis" oder "Menschen am Sonntag" sind grandios. Danach arbeitete er auch im selben Bereich für Murnaus Filme "Tabu" oder "Sunrise" in Hollywood.

Mit "Die schwarze Katze" nach Edgar Allen Poe versuchte er sich als Regisseur. Der Film wurde ein Klassiker des Horrorgenres. Auch der Film Noir "Umleitung" wird heute immens wertgeschätzt. Zur Zeit ihrer Entstehung wurden seine Regiearbeiten von der US-amerikanischen Filmkritik weitestgehend ignoriert. "Santiago - Der Verdammte" ist vielleicht der bekannteste unten den vielen B-Pictures, die er in den US gedreht hat. Eine naive und sentimentale Geschichte, die von echten Gefühlen beherrscht wird, wie ein Filmkritiker einmal über das Werk schrieb. Ulmer selbst baute seinen ungewöhnlichen Western als Art Mysterienspiel auf. Der Filmemacher gab an, dass er sehr beinflusst war vom Theater des Mittelalters, von den damaligen Schwänken und Mysterienspielen, in denen die Moral einen sehr großen Stellenwert hatte. Während bei John Ford der Mann im schwarzen Hemd das Böse repräsentiert und der Held im weißen Hemd daherkommt, strebte Ulmer immer die Vermischung an.

Zur Handlung: Es war einmal in Mexiko. Die Revolution ist vorüber. Zwei Bauern, Santiago (Arthur Kennedy) und Vicente (Tony Martinez) sind durch die Kämpfe zu entwurzelten Outlaws geworden. In Matamoros versuchen sie am Bahnhof einen Waggon aufzubrechen und wertvollen Armbanduhren zu stehlen. Doch der Bahnvorsteher (Francis McDonald) entdeckt die Räuber und schießt auf sie. Dabei wird Vicente getroffen und schwer verwundet. Es gelingt den beiden zwar noch die Flucht in die Berge, doch der Verletzte stirbt in den Armen seines Freundes Santiago, der Vicente mit den letzten Worten die Angst vor der Strafe Gottes nimmt und ihm den Himmel nahe bringt, den er auf der Erde niemals hatte. Er reitet am Morgen weiter und findet Zuflicht bei einem jungen Ehepaar. Manuel Lopez (Eugene Iglesias), gerade mal 20 Jahre ist mit der hübschen Maria (Betta St. John) verheiratet, die er aber nicht sonderlich gut behandelt. Für Santiago bedeutet die junge Frau aber mehr. Mit ihr an seiner Seite könnte er nochmals den Mut aufbringen, seinem Leben einen Halt zu geben. Er überredet Manuel, der ein Auto hat, ihn in die Stadt zu begleiten. Dort versucht er beim Hehler Guntz (Roy Engel) die Uhren zu verhökern. Doch dieser spielt falsch, die Situation eskaliert und am Ende hat Santiago den Tresor ausgeraubt. Santiago und Manuel fahren zurück. Doch das geraubte Geld zeigt auch die dunklen Seiten von Manuel auf, der nicht verstehen kann, dass Santiago die Beute einfach so zum Fenster rauswerfen will und eben nicht als Startkapital für eine bessere Existenz nutzen wird. So kommt es - auch wegen Maria - zum Schlagabtausch beider Männer. Und der beraubte Guntz ist auch noch nicht aus dem Rennen...

Einziges Manko des sehr schönen Films ist die etwas unglückliche deutsche Synchronisation, die zu einer Zeit entstand als man glaubte, dass Mexikaner oder Indianer immer gebrochen "deutsch" sprechen musste. Möglicherweise liebte der damalige kinobesucher diese Pseudoauthentizität. Heute hört sich das etwas nervig an. Aber dies ist auch schon der einzige Kritikpunkt. Ansonsten ist er Film sehr rührend und subtil inszeniert. Er zeigt sanfte poetische Momente, die er aber übergangslos in verrückter Gewalt gleiten lässt. Als Western selbst wirkt er etwas bizarr, denn er bürstet gewisse Mythen des Wilden Westens schon gegen den Strich. Für Truffaut schimmerte sogar viel von den Arbeiten Jean Renoirs oder Max Ophüls durch. Ulmer legte den Film als flüchtige Menage-a-trois an, in der sich die Kräfteverhältnisse unablässig verlagern. Am Ende steht sowohl der Tod als auch ein neues und hoffentlich besseres Leben.
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[Vorsicht, starke Spoiler!]

Beide dieser Beschreibungen, die erste von dem sich als “respectable man” bezeichnenden Bauern Manuel Lopez (Eugene Iglesias), die zweite von seiner Frau Maria (Betta St. John), treffen auf den Banditen Santiago (Arthur Kennedy) zu, wobei das Wort „man“ ganz sicher auch in seiner umfassenderen Bedeutung „Mensch“ verstanden werden kann.

Edward G. Ulmer gehört so eindeutig zu den sträflichst unterschätzten Regisseuren Hollywoods, daß man seine Verbitterung und die daraus resultierende Neigung, die eigenen Verdienste höher anzusetzen, als ihnen dies eigentlich zukäme, durchaus verstehen kann. In seinem Western „The Naked Dawn“ aus dem Jahre 1955 zeigt Ulmer denn auch beispielshaft, was jemand wie er mit einem kleinen Budget und der damit wohl einhergehenden geringfügigen Einmischung durch das Studio selbst auf die Beine stellen kann. Man gebe Ulmer drei ordentliche Schauspieler, ein Drehbuch, das sich eher auf zwischenmenschliche Konflikte und vielleicht sogar philosophische Fragen als auf Action konzentriert, und Ulmer gibt uns einen Western, der sich hinter den großen Filmen dieses Genres keinesfalls zu verstecken braucht. Und er gibt uns eine Geschichte über die Natur des Menschen, hin- und hergetrieben zwischen Gier und kleinlicher Selbstsucht andererseits sowie der Liebe anderseits.

Die Handlung ist denn auch schnell umrissen: Nach einem Eisenbahnraub versteckt sich der lebenslustige Bandit Santiago bei den beiden armen Bauern Manuel und Maria. Zusammen mit Manuel, der sich seine Hilfe gut bezahlen läßt, macht Santiago seine Beute bei dem korrupten Eisenbahnangestellten Guntz (Roy Engel) zu Geld, und von diesem Moment an trachtet Manuel danach, Santiago um eben dieses Geld zu bringen – und schreckt dabei auch nicht vor dem Gedanken zurück, seinen Gast umzubringen. Seiner Frau wird derweil immer mehr bewußt, wie sehr sie das Leben an der Seite ihres Mannes verabscheut, und so fleht sie Santiago an, sie mit sich zu nehmen. Als schließlich auch noch der von Santiago beraubte Guntz mit einigen bewaffneten Männern auftaucht, gibt dies dem Konflikt eine unerwartete Wende.

[Ab hier kommen jetzt knüppeldicke Spoiler!]

Der von Ulmer hier verfilmte Plot hätte wohl auch in vielen anderen Gewändern als dem des Westerns funktioniert, und doch ist das traurig-heitere Ende, bei dem Santiago geradezu eine Apotheose widerfährt, wenn er sich sterbend von den beiden versöhnten Eheleuten, die von seiner tödlichen Schußwunde indes keine Ahnung haben, verabschiedet und diese mit „¡Adiós, padre!“ antworten, in einem Western wohl am besten aufgehoben. Ein wenig erinnert die Figurenkonstellation, aber auch das Motiv der seelenzerfressenden Gier, an Hustons Klassiker „The Treasure of the Sierra Madre“ (1948), und doch sind die Figuren hier in sich widersprüchlicher und komplexer. Santiago erweist sich schon zu Beginn als Bandit mit goldenem Herzen, wenn er die ganze Nacht bei seinem sterbenden Kameraden bleibt, um ihm Trost zu spenden, wo er doch befürchten muß, daß er verfolgt werden könnte. Auch wird aus dem Dialog zwischen ihm und Vicente (Tony Martinez) deutlich, daß die beiden Mexikaner nicht etwa aus Gier zu Verbrechern geworden sind, sondern weil sie in ihrer von Revolution und Konterrevolution heimgesuchten Heimat immer wieder betrogen worden sind. Er ist ein lebenslustiger Genußmensch, der kein klares Ziel als nur das Umherziehen vor Augen zu haben scheint, und vollends sympathisch wird er mir, wenn er der zunächst verschlossenen Maria sagt, daß auch die Freude über ein schönes Kleid oder über Schuhe mit hohen Absätzen von Gott stammt und daß man sich ihr deshalb nicht argwöhnisch verschließen sollte. Eine Lebensphilosophie, die typisch für denjenigen ist, der das Herz auf dem rechten Fleck hat. Aber Santiago ist kein reiner volkstümlicher Heiliger, wie sein Name vermuten lassen könnte, sondern er kann auch jähzornig und harsch reagieren, und auf Marias Bitte, ihn mitzunehmen, entlarvt er die scheinbare Romantik seines Lebens als Lüge, wenn er ihr sagt, daß sein Leben alles andere als eitel Sonnenschein ist und daß er nach einigen Tagen wohl schon genug von ihr hätte. Dies mag zum Teil eine Taktik sein, weil er nicht die Ehefrau eines anderen Mannes mit sich nehmen möchte, zum Teil spürt man aber auch, daß Santiago mit seiner quasi-epikureischen Philosophie der Ungebundenheit und des Genusses die Leere seines Lebens verdecken möchte. Manuel, den wir innerhalb dieser Dreierkonstellation wohl als die am wenigsten liebenswerte Figur ausmachen, verfällt sehr schnell der Gier nach Santiagos Gold, doch malt er sich aus, wie er mit dem Geld seine Farm – die sein ganzer Stolz ist; man denke nur, was er über den selbstgebrannten Pulque sagt – verbessern könnte. Er will etwas aufbauen, sich und seiner Familie ein bleibendes Heim schaffen, und so denkt er, jemand wie Santiago wisse ohnehin nichts Sinnvolles mit dem geraubten Geld anzufangen. Doch es ist eben dies Bestreben nach einer Heimat, die ihn engherzig und kleinlich werden und ihn seine Frau wie ein Tier ausbeuten läßt. Man beachte nur, daß er seinem Gast zunächst stolz seine Schweine vorführt und ihm erst dann die die ganze Zeit im Zimmer sitzende und Tortillas backende Frau vorstellt! So also steht es um seine Prioritäten. Und dann ist er auch noch ein übler Heuchler, der, kurz bevor er den Mord an Santiago begehen will, zu Gott um Gelingen des Anschlages und vor allem darum bittet, sein Opfer möge schlafen – und der Gott obendrein mit einer Opfergabe aus dem Erlös seiner Mordtat zu bestechen versucht. Maria schließlich ist die scheinbar unterdrückte und in ihren Wünschen frustrierte Ehefrau, doch hat sie in ihrer Lebensgeschichte, die sie Santiago erzählt, schon bewiesen, daß sie es versteht, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen, und mit ihrer am Ende des Filmes getroffenen Entscheidung beeinflußt sie einmal mehr das Schicksal ihres Ehemanns, der mit ihr in eine ungewisse, aber von Hoffnung auf Erlösung geprägte Zukunft reitet. Hier spielen übrigens wieder die Namen der Protagonisten eine gewisse Rolle, denn „Maria“ ist ja der Name der Muttergottes, und „Manuel“ kommt von „Immanuel“, dem Namen des von Jesaja vorhergesagten Messias.

Auch abgesehen von den Namen ist „The Naked Dawn“ nicht arm an Symbolik: So unterzieht sich Maria beispielsweise einer ausgiebigen Waschung, der die Kamera mit einer gewissen Intimität beiwohnt, bevor sie sich an Santiago wendet mit der Bitte, sie von ihrem habgierigen und lieblosen Mann wegzunehmen.

Doch auch, wenn man sich nicht auf den zweifellos vorhandenen Subtext dieses Filmes einlassen mag, ist „The Naked Dawn“ ein Film voller Dramatik und elementarer Spannung. Über allem jedoch schweben auf eine schwer festzumachende Art und Weise eine heitere Leichtigkeit und ein gutmütiger, allzu menschlicher Humor, der uns wohl auch ein wenig von Ulmer selbst verrät. Insgesamt ist „The Naked Dawn“ ein sehr persönlicher Film, der vor allem durch ausgesprochen differenzierte und psychologisch glaubhafte Charaktere besticht, die er in einen packenden Konflikt zueinander setzt.

Die Bildqualität, in der Koch Media diesen starken Western präsentiert, hätte man sich jedoch besser wünschen können.
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"Santiago, der Verdammte", veröffentlicht in Koch Medias Reihe Western Legenden hat alle Zutaten, die einen Western ausmachen, angefangen von dem flüchtigen Räuber, Schußwechsel, schönen Landschaften und man meint noch die Luft eines Wilden Westens zu riechen, doch je länger man dem Film folgt, desto mehr stellt man fest, daß dieser wilde Westen bereits untergegangen ist, und nur noch wenige mit dem Pferd unterwegs sind, da man den flüchtigen Verbrecher auch bereits mit dem Auto verfolgt. Fast kammerspielartig erzählt der Regisseur Edgar G. Ulmer seine Geschichte über einen Verbrecher, der nicht wirklich bösartig ist, über einen kleinen Farmer, der scheinbar der Macht des Geldes erliegt sowie seiner Frau, die aus einfachsten Verhältnissen kommend Liebe, Zuneigung und Verständnis sucht. Auf den weiteren Inhalt dieses tollen Filmes möchte ich aber hier nicht eingehen, sondern Verweise auf die beiden wirklich ausgezeichneten Rezensionen "He's a thief" - He's a man!" Von Tristram Shandy sowie "Kleinod eines Vergessenen" von Gavin Armour, die dies hinreichend darstellen.
In nur 10 Tagen hat Regisseur Ulmer ein kleines Meisterwerk geschaffen, das gradlinig seine Geschichte erzählt und getragen von dem ausgezeichneten Schauspiel von Arthur Kennedy (Santiago), Eugene Iglesias (Farmer Manuel) und Betta St.John (Farmersfrau Maria). Nie habe ich Arthur Kennedy überzeugender und besser gesehen als in der Rolle des lebenslustigen Verbrechers Santiago, Eugene Iglesias erinnert mich in seiner Darstellung an den jungen Robert Mitchum, der anfangs zerrissen und fast hochmütig sich verführen läßt und erst fast in letzter Sekunde Läuterung zeigt, während Betta St. John überzeugend die junge Maria spielt, die hin und hergerissen von Pflicht und Der Suche nach dem kleinen persönlichen Glück, der moralische Anker dieser Dreiecksbeziehung ist. Santiago, der Verdammte ist grandioses Schauspieler Kino einer vergangenen Epoche, als es noch nicht auf Special Effects oder Body Count ankam, sondern auf die kleine Geschichte, die der Film erzählen möchte. So ist dieser Streifen wie ein Silberstreifen im Meer des ständigen Einerleis, der heutigen Zeit. So ist dieser Western auch nur denen zu empfehlen, die sich für Geschichten interessieren und weniger für jene geeignet, die sich bereits langweilen wenn nicht in den ersten fünf Minuten die ersten Shoot Outs zu bewundern sind.
Wie gewohnt hat Koch Media bei dieser Reihe eine kleine Broschüre beigeheftet, die durch einen kurzen Kommentar von François Truffaut glänzt. Dazu gibt es als Bonusmaterial den Englischen Trailer sowie eine Bildergalerie mit seltenem Werbematerial. Der Film ist in Deutsch und Englisch im Tonformat Dolby Digital 2.0 aufgespielt. Das Bild ist im Format 4:3, hier muß allerdings angemerkt werden, daß das Bild leider nicht die sonst fast übliche Qualiät bei Koch Media erreicht. Das Bild wirkt an vielen Stellen etwas unscharf und grieselig. Als dezenter Hinweis, die FSK 16 Freigabe ist nach heutigen Maßstäben in keiner Weise mehr gerechtfertigt.
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"The Naked Dawn" ist ein überaus interessanter Western von 1955, der den blauäugigen Arthur Kennedy in der Rolle des - lt. deutschem Filmtitel - "Santiago, der Verdammte" zeigt, einem Mexikaner! Hier hätte vielleicht der ebenfalls profilierte Schauspieler Pedro Armendáriz, 2 Jahre älter als Kennedy, die Rolle etwas authentischer ausgefüllt. Aber ich will nicht meckern, da Arthur Kennedy seine Rolle sehr gut verkörpert. Der Inhalt des Films ist bereits ausführlich von anderen Rezensenten dargestellt worden: Ein mexikanischer Outlaw auf der Flucht (Kennedy) trifft auf ein junges mexikanisches Farmer-Paar (Eugene Iglesias und Betty St. John), woraufhin eine überaus interessante und vielschichtige Dreiecks-Geschichte ihren Anfang nimmt, welche Francois Truffault zur filmischen Realisation seines Meisterwerkes Jules und Jim anregte. Um Wiederholungen in Bezug auf die Rezensionen von z.B. Tristram Shandy, Gavin Armour oder Eddie Lomax zu vermeiden, möchte ich lediglich auf einzelne Punkte hinweisen:

Im Booklet stammt diesmal der Schriftteil nicht von Hank Schraudolph sondern von Truffault selbst (Kurzartikel aus 1956). Die Bildqualität der DVD finde ich ordentlich. Der deutsche Ton hallt leider manchmal im Mittelteil des Films. Als Extras gibt's eine Bildergalerie und den amerikanischen Original-Trailer. Einen Aha-Effekt hatte ich bei dem Auftritt von Betty St. John, erinnerte sie mich in so mancher Einstellung tatsächlich an Angelina Jolie! Und wenn man sie - im Deutschen - sprechen hörte, hatte ich Marilyn Monroe vor Augen, denn auch wenn mit mexikanischem Akzent gesprochen, so handelt es sich hier um Marilyns deutsche Synchronstimme, Margot Leonard. Wenn man sich dann etwas näher mit Betty St. John befasst, so erfährt man, dass sie das junge Mädchen ist, welches in Der große Bluff zum Schluss auf dem Wagen Marlene Dietrich's "Little Joe" anstimmt. Es handelte sich dabei um ihre erste Filmrolle - mit 10 Jahren! In ihre Waschszene ist zwar sehr wohl in ihrer Rolle als "Maria" eine religiöse Komponente hinein zu interpretieren. Zum anderen handelt es sich aber m.E. auch um sicherlich eine der erotischsten Filmszenen aus dem prüden Amerika der 50er Jahre, ohne die Intimität der Darstellerin zu verletzen. Insgesamt bin ich Koch Media für die Veröffentlichung dieses 82-Minüter dankbar und kann jedem Western-Fan "The Naked Dawn" wärmstens empfehlen!
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am 16. Oktober 2013
Dies ist eine reine Filmrezension zur Entscheidungshilfe für einen Kauf und sie beinhaltet leichte Spoiler.

-SPOILERWARNUNG-

Ein Bahnhof bei Nacht. Zwei Männer machen sich an einem Wagon zu schaffen, brechen die Tür auf. Sie rauben mehrere Pakete. Der Bahnhofsvorsteher bekam davon nichts mit, weil er sich im Saloon mit etwas zu essen versorgt hat. Doch nun kehrt er zurück, macht seinen Routine-Gang und sieht, das etwas vor sich geht. Er erwischt die zwei Männer, die gerade dabei sind, die Pakete auf ihre Pferde zu laden. Der Bahnhofsvorsteher schießt, trifft einen der Männer und wird gleich darauf von dem anderen niedergeschlagen. Die Räuber fliehen aus der kleinen Stadt und überqueren bald die mexikanische Grenze. Sie machen Rast, die Schmerzen des Angeschossenen sind zu groß. Vincente ist sein Name. Kurz darauf stirbt er in den Armen seines Freundes Santiago (Arthur Kennedy). Nachdem dieser seinen Partner begraben hat, reitet er weiter bis zum Morgengrauen. Er kommt zur Farm eines jungen Paares, Manuel (Eugene Iglesias) und Maria (Betta St. John). Sie sind noch jung und unbedarft. Santiago bietet Manuel Geld, wenn der ihn mit seinem Wagen in die nächste Stadt bringt. Manuel willigt ein. Santiago liefert die gestohlenen Pakete bei einem Amerikaner ab, der ihn sogleich um seinen Lohn bringen will und ihn umzubringen versucht. Der Betrogene rächt sich umgehend, knüpft den Mann auf. Manuel wird unfreiwillig zum Komplizen. Nach durchzechter Nacht kehren sie zur Farm zurück. Maria spürt, das sich etwas verändert hat.

"Ein Eremit, gewissermaßen."

Film-Exilant Edgar G. Ulmer ist einer der großen Unbekannten, stand er doch Zeit seines Lebens im Schatten seiner Kollegen Murnau, Lang und Siodmak. Dennoch wurde er zu einer Art König der B-Movies. Denn er drehte viele kleine Filme für wenig Geld und manches Mal kam dabei ein Klassiker heraus. Wie bei der Film-Noir-Perle DETOUR oder dem hier besprochenen Western THE NAKED DAWN aus dem Jahr 1955. In nur zehn Tagen drehte Ulmer dieses Lehrstück in Sachen Film-Ökonomie. Es ist erstaunlich wie viele Themen in dieser Geschichte behandelt werden, auf den kleinsten gemeinsamen Nenner herunter gebrochen werden. Das Leid der einfachen Leute im allgemeinen, das der Mexikaner, die in bitterer Armut auf verschiedenen Wegen versuchen glücklich zu werden, im besonderen. Beispielhaft in seiner Einfachheit gelingen Ulmer Szenen von großer Wahrhaftigkeit.

"Ich bin besser als Du!"

Da wäre Santiago, denkwürdig verkörpert von Arthur Kennedy, ein Einzelgänger, einer der für ein freies und selbstbestimmtes Leben jederzeit bereit ist ins Zuchthaus zu gehen oder am Strick zu enden, aber niemals anders leben möchte. Einer der erst als Verbrecher auftritt und sich gefällt in der Rolle, mit der er kleinen Leuten Angst machen kann, dann jedoch aufrichtiger und ehrbarer erscheint als der verführbare Manuel, der zuerst mächtig beeindruckt ist von diesem erfahrenen Mann, der sich nimmt was er braucht. Bald schon entwickeln sich bei Manuel aber der Neid und die Gier in der Möglichkeit selbst ein Stück vom Kuchen zu bekommen. Angetrieben von niederen Beweggründen, die freilich erst in der Nacht geweckt werden in der er sich von Santiago zum leichten Leben verführen lässt, kommt es schließlich sogar so weit, das er mehr als einmal bereit ist Santiago zu ermorden um sich zu bereichern.

"Dein Haus ist zu unbescholten für mich."

Einzig Maria, seine Frau, tritt Santiago zunächst skeptisch gegenüber, erkennt ihn instinktiv als das was er ist, ein Bandit auf der Flucht nämlich. Bald schon aber wird ihr klar, das ihr Mann, das unbekannte Wesen, weit weniger wert ist als der Alte. Sie will sogar mit ihm fliehen. Doch Santiago gibt sich diesem Traum nur für einen kurzen Moment hin, handelt impulsiv nach seinen eigenen Wert- und Moralvorstellungen und sorgt dafür, das sich das Paar neu kennen und schätzen lernt. Am Ende opfert er sich gar für die beiden, weil er erkennt, das er keine Zukunft haben kann, während den beiden alles offen steht. So rät er ihnen, für ein besseres Leben in die Vereinigten Staaten zu gehen, die Heimat hinter sich zu lassen, in der sie doch nur arm bleiben würden.

"Dieses Land gehört Dir."

THE NAKED DAWN geht mühelos als klassischer Western der Fünfziger Jahre durch, spielt tatsächlich jedoch ganz zeitgemäß in der Mitte des Zwanzigsten Jahrhunderts, was man eigentlich erst bemerkt, wenn die Polizei mit modernem Automobil vorfährt. Dem Western-Feeling tut das keinen Abbruch, zu universell ist die Geschichte, die sich auch als Melodram lesen lässt. Wie sein Regisseur, führte auch leider der Film ein Schattendasein, lief er vor ca. zehn Jahren einmal im TV und es war lange keine DVD-Veröffentlichung weit und breit in Sicht. Bis jetzt. Man verzeihe mir die sehr ausführliche Ausbreitung der Handlung, ich gebe aber zu einige wichtige inhaltliche Begebenheiten für einen zukünftigen Filmgenuss ausgespart zu haben, so das durch die Lektüre dieses Textes das Filmvergnügen nicht komplett geschmälert werde.

Fazit: Ein kleiner großer Film von einem kleinen großen Regisseur, der es wert ist (neu) entdeckt zu werden.
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am 31. Januar 2014
Erzählen sie mir, bitte, but it is so much easier to write in English. This is an amazing film in many ways. It has been filmed outside studios wtih a good story and fine actors. At first I didn't recognize Arthur Kennedy as a Mexican. He is so good and consistent, although I am not familiar about Mexican culture. What I especially liked were the philosophical questions concerning money, life and friendship in this film. Bravo Edgar Ulmer!
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am 22. November 2015
... also mir hat der Film nicht gefallen insofern sind die so überschwenglichen Bewertungen hier für mich nicht nachvollziehbar -
aber bitte - das muß jeder für sich selbst entscheiden
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