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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen positiv überrascht...
Ich muss zugeben, nach den Trailer und der Info nach zu urteilen war ich mir nicht sicher ob das meine Art von Film ist. Umso angenehmer überrascht war ich als mich der Film vom Gegenteil überzeugte. Frei nach dem Motto “Beurteile das Buch nicht nach seinem Einband" ist auch hier viel mehr dahinter als es in den Trailers scheint. Und mit viel mehr dahinter...
Vor 7 Monaten von NickMe veröffentlicht

versus
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Joa...
James, ist wie immer sehr gut und der Film beginnt auch sehr stark. Lässt aber dann leider nach und wir eher vorhersehbar!
Vor 3 Monaten von Dennis Pohlmann veröffentlicht


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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen positiv überrascht..., 21. September 2014
Rezension bezieht sich auf: Drecksau (DVD)
Ich muss zugeben, nach den Trailer und der Info nach zu urteilen war ich mir nicht sicher ob das meine Art von Film ist. Umso angenehmer überrascht war ich als mich der Film vom Gegenteil überzeugte. Frei nach dem Motto “Beurteile das Buch nicht nach seinem Einband" ist auch hier viel mehr dahinter als es in den Trailers scheint. Und mit viel mehr dahinter meine ich, mehr Tiefgang. Auf den Inhalt selbst will ich nicht allzu sehr eingehen, der würde in anderen Reviews schon ausführlich besprochen. Das Tolle ist, der Film ist so angenehm anders. Ginge es nur darum eine kontroverse Szene (wie Bruce Grausamkeiten oder Drogen-Alkoholexzesse) nach der anderen zu reihen wäre der Film nach 20 min langweilig. Doch das tut er nicht, er zeigt uns vielmehr die Höhen und Tiefen dieses Charakters. In einer Szene beleidigt er jemanden auf äußerste und bedrängt ihn nur um im nächsten Moment einen Funken Menschlichkeit zu zeigen. Und genau das ist es : Dies ist ein Film zum Nachdenken, darüber was psychische Probleme und Ablehnung aus einem Menschen machen können.
Ja, natürlich gibt es zahlreiche kontroverse Momente (z.B.: eine in mehreren Reviews angesprochene Szene mit einer Jugendlichen) aber auf solche Dinge sollte man nicht das Hauptaugenmerk des Filmes legen. Ich will nicht bestreiten das man ein etwas dickeres Fell braucht um die eine oder andere Szene zu verarbeiten. Aber im großen und ganzen sind solche Moment in der Unterzahl und der Film ist nicht so “schlimm“ wie befürchtet.
Einen oder zwei kleine Abzüge in der B-Note.
1. Wenn es möglich ist sollte man sich den Film in der Originalfassung ansehen. Bruces Dialoge und derben Sprüche klingen einfach viel besser, wenn James McAvoy sie in seinem natürlichen schottischen Akzent sagt. Seine deutsche Synchronstimme klingt fast zu sanft für den rauen Bruce.
2. Kleinere Nebenstränge in auf Bruce traumatische Kindheit anspielen wirken im Gesamtbild des Filmes etwas unrund. Entweder man hätte mehr darauf eingehen müssen oder sie ganz weglassen sollen. So wirkten die Szene wie nichts Halbes und nichts Ganzes.
Besonders gut gelungen ist das Ende: Während manche Filme gegen Ende nochmal versuchen die Moralkeule zu schwingen, frei nach dem Motto „In jedem von uns steckt etwas Gutes“, verzichtet der Film darauf. Er endet so wie er begonnen hat : Direkt, schonungslos und lässt den Zuschauer nachdenklich zurück.
Hervorheben möchte ich natürlich James McAvoys schauspielerische Leistung. Ihm gelingt der Wandel von einschüchternd zu erbärmlich dabei so überzeugend, dass er die anfänglichen Unstimmigkeiten in seiner Figur ausgleichen kann. Er schafft es der Bestie Bruce immer wieder seine Menschlichkeit zu geben und damit umgeht er auch die Gefahr, den überzeichneten Bruce Robertson zur reinen Karikatur verkommen zu lassen. Er schafft es den Zuschauer in seinen Bann zu ziehen und ihn auf eine emotionale Achterbahn zu schicken. Man verabscheut ihn in einem Moment, im nächsten Moment hat man Mitgefühl für ihn, nur damit er dann wieder eine Gemeinheit begeht die einen alle Sympathien für ihn vergessen lässt.
Am Ende ist für den Zuschauer die Gewissheit sehr befriedigend das, der rassistische, gewalttätige frauen- und schwulen hassende, Bruce schlussendlich nichts und niemanden so sehr hasst wie sich selbst.

Fazit: Am liebsten würde ich dem Film 4,5 Punkte geben, da das aber leider nicht geht "nur" 4 Punkte von mir. Wer Lust auf einen mutigen Film hat der sich deutlich vom 08/15 überraschungs freien Hollywood-Mainstream abhebt der ist hier genau richtig, alleine wegen James McAvoys Leistung.
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29 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "Irgendwas stimmt nicht mit mir...", 18. Oktober 2013
Von 
Rezension bezieht sich auf: Drecksau (DVD)
"Filth" (deutscher Titel: Drecksau) ist die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Kultautor Irvine Welsh ("Trainspotting"). Zu Beginn sehen wir Carole (von irritierender Schönheit: Shauna McDonald), die von ihrer Ehe mit Bruce schwärmt. Seine anstehende Beförderung werde ihr Liebesleben noch weiter befeuern. Kurz darauf wird sie Zeugin, wie Jugendliche einen japanischen Studenten verprügeln. Eine Täterin schaut sie höhnisch an. - Ist das der Beginn des Films oder wird der Zuschauer auf eine falsche Fährte gelockt?
Tatsächlich wird sich die Polizei von Glasgow mit dem Mord an dem Studenten beschäftigen müssen. Bruce Robertson (geradezu sensationell: James McAvoy) sieht in der erfolgreichen Lösung des Falls lediglich die Möglichkeit für die heißersehnte Beförderung. Seine Ehe scheint aber ganz anders beschaffen zu sein als dies der Beginn des Films nahe legt. Bruce schreckt vor keiner Gemeinheit zurück, um seine Kollegen zu diskreditieren. Dass ausgerechnet er polizeiintern beauftragt ist, gegen Mobbing vorzugehen, macht den Bock zum Gärtner, bietet es ihm wunderbare Möglichkeiten, erst Fakten zu schaffen, die er heuchlerisch zu bekämpfen vorgibt. Und es wäre naiv zu glauben, dass er einem Verdächtigen mit seiner minderjährigen Freundin nur deshalb folgt, um das Mädchen vor sexuellen Übergriffen zu schützen.
Der Film beginnt zunächst sehr schwarzhumorig und deckt Eitelkeiten und Geltungsbedürfnis der Polizisten auf. Bruce gelingt es tatsächlich, in einer alkoholgeschwängerten Adventsfeier seine männlichen Kollegen dazu zu überreden, ihr "bestes Teil" per Fotokopierer abzulichten. Er selbst benutzt die Vergrößerungstaste, um sich einen billigen Vorteil bei der zur Orgie ausartenden Feier zu schaffen. Und die obszönen Anrufe, die Bruce fast lustlos, aber voller Gespür dafür, wie solch ein Täter tickt, macht, haben ein gewisses Humorpotential, wobei einem das Lachen aber immer wieder im Halse stecken bleibt.
Zunehmend wird der Film bitterer, böser, fast unerträglich. F-Wörter, die ich hier nicht wiedergeben werde, damit der Amazon-Filter nicht zu glühen anfängt, werden überproportional häufig verwendet. Frauen spielen in seinem Leben eine problematische Rollen, sollen sie doch lediglich seine Sexsucht "lindern". "Bestenfalls" demütigt er noch die gehörnten Ehemänner. Mitunter geht es sehr drastisch zu und in einer Szene, in der er eine seiner Geliebten verhöhnt, da sie es gar nicht wert sei, dass er Gefühle für sie entwickle, kamen mir schon die Tränen. Zwar wird sie einmal die Gelegenheit erhalten, Gleiches mit Gleichem zu vergelten, aber Schadenfreude mag nicht aufkommen, lediglich die Erkenntnis, dass Gewalt nur wiederum Gewalt erzeugt. Als Bruce allerdings der jungen Witwe Mary begegnet, scheint er sich daran zu erinnern, dass es so etwas wie Mitgefühl, vielleicht sogar Liebe geben könne. Abwechselnd hofft der Zuschauer, dass Bruce wieder zurück in ein "normales" Leben findet und fürchtet, dass er die arglose Frau in seine Machenschaften hineinziehen könne. Da er statt seiner Medikamente immer mehr Drogen nimmt, wird es schier unmöglich, den Teufelskreis aus Mobbing, Gewalt, Korruption und Ausbeutung zu durchbrechen. Im Drogenrausch erscheint ihm so etwas wie sein Gewissen, der ältliche Psychiater Dr.Rossi (Jim Broadbent), dessen "Ratschläge" er aber auch nicht umsetzen kann. Es gelingt ihm, den einzigen Mann, der vielleicht sein Freund und Vertrauter hätte werden können, mit falschen Anschuldigungen ins Gefängnis zu stecken. Dass Bruce an einer gefährlichen Störung seiner Persönlichkeit leidet, merkt der Zuschauer schon bevor der Film seine wahre Geschichte zu erzählen beginnt.
Selten war ein Kino"held" derart abstoßend. Für mich übertreibt der Film allerding auch so sehr, dass die durchaus tragische Wendung des Films nicht mehr dazu führt, irgendwie Mitgefühl mit Bruce zu haben. Einerseits möchte ich den Film noch einmal sehen, um die seelisch-geistige Entwicklug von Bruce noch besser nachvollziehen zu können, andererseits scheue ich seine bedrückende Perfidie.

Fazit: bitterböse Farce über einen Polizisten am Rande des Wahnsinns, nichts für schwache Nerven
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5.0 von 5 Sternen FILTH - Drecksau - Die Verfilmung des Bestsellers von Irvine Welsh neu auf Blu-ray, 26. Februar 2014
Von 
j.h. "corleone29" (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 100 REZENSENT)   
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Rezension bezieht sich auf: Drecksau [Blu-ray] (Blu-ray)
Bruce Robertson (James McAvoy) ist ein korrupter, alkohol- und kokainsüchtiger Polizist in Edinburgh, der seine Machtposition für Intrigen gegen Kollegen und sexuelle Übergriffe während des Dienstes ausnutzt. Die von seinem Chef mit Aussicht auf eine Beförderung verlangte schnelle Aufklärung des Mordes an einem japanischen Gaststudenten stellt Robertson vor Probleme, die zu immer heftigeren Halluzinationen in Bezug auf seine Vergangenheit und seine gescheiterte Ehe führen ...

Irvine Welsh (*1958) veröffentlichte den Roman FILTH bereits 1998, fünf Jahre nach dem durch die Verfilmung von Danny Boyle zum Welterfolg gewordenen TRAINSPOTTING. FILTH galt lange als unverfilmbar - wegen des schwierigen Stils und der die Selbstreflexionen Robertsons in der ICH-Perspektive brechenden Erzählstränge aus der Sicht des in ihm wachsenden Bandwurms. Wenn auch der Verleih sehr offensiv mit dem Kulttitel TRAINSPOTTING wirbt, ist Regisseur Jon S. Baird ebenso weit von Danny Boyle entfernt wie FILTH von Irvine Welsh's sensationellem Debüt. Es bleibt ein Film, der mit Bösartigkeit und Sarkasmus durchaus gut zu unterhalten vermag und damit gelegentlich recht gut an die schadenfrohe DRECKSAU im Zuschauer appelliert ...

Die Blu-ray von ASCOT-ELITE präsentiert den Film in sehr guter Bild- und Tonqualiät (Deutsch und Englisch in DTS-HD 5.1 MA). Als Bonusmaterial sind unter anderem diverse Interviews (30 min) sowie deutscher und englischer Kinotrailer enthalten. Ein Wendecover ohne FSK-Logo ist vorhanden.
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20 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Regisseur Jon S.Baird lässt die 'angepisste Wildsau' raus ,..., 17. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Drecksau (DVD)
... und zwar ohne Leine.

Mal wieder einer der Filme, der einen nach dem Abspann hilf- und fassungslos im Kinosessel zurücklässt.

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Story :
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Es ist schwer, Detective Sergeant Bruce Robertson (James McAvoy) in einem Wort zu charakterisieren ... Der Alptraum-Cop ist depressiv, intrigant, versoffen und korrupt. Einsam zieht er seine Kreise und hinterlässt dabei eine Koksschneise und Alkspur der Korruption und Perversion.
Er hasst Frauen, Schwule, überhaupt alle Menschen. Er ist der Inbegriff des Misanthropen und hebt diesen sogar auf eine neue Ebene.
Er vermöbelt, fi***, sozusagen alles, was nicht bei drei auf den Bäumen ist.

!!!! Spoilerwarnung !!!!

Sogar die Ehefrau seines Kollegen ist vor letzterem nicht gefeit. Im übrigen hat er keine Skrupel, minderjährige weibliche Verdächtige zum Oralsex zu zwingen ... Auch hat es auf seiner Tagesliste höchste Priorität, dass er seine Kollegen gegeneinander ausspielt, anschwärzt sowie diskredetiert, um seine eigenen Chancen auf eine baldige Beförderung kontinuierlich zu erhöhen.

!!!! Spoilerende !!!!

Ach ja, fast hätt' ich's vergessen, neben o.g. Obszönitäten und anderen "Lieblingshobbys" zu frönen gilt es ja noch den Fall des ermordeten asiatischen
Austauschstudenten zu lösen ...

Robertson wandelt auf einem extrem schmalen Grat zwischen Gut und Böse, wobei er immer wieder in letztere Gefilde abrutscht. Dabei läuft er akute Gefahr, sich zwischen seinen perfiden Spielchen und den Mordermittlungen aufzureiben und schon bald droht ihm sein gesamtes Leben aus den Händen zu gleiten ...

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Mein Eindruck :
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Während man den Zuschauer zu Beginn dazu bringt, einfach Spass am hemmungslosem, puren Ars******sein zu haben, weicht dieses Gefühl zusehends blankem Hass.
Nichtsdestotrotz blitzt in seltenen Momenten so etwas wie Menschlichkeit auf, nur um Augenblicke danach wieder ins Gegenteil abzudriften.
Und genau dieses Wechselbad der Gefühle ist es, was dem Film, so komisch es im ersten Moment auch klingen mag, auch ausmacht.
Indem Regisseur Baird seinem Werk somit (eine gewisse :-) Tiefe einhaucht, bringt er seine Zuschauer dazu, mit dem Protagonisten mitzufiebern, egal, ob man will oder nicht, man kann nicht anders. (Jedenfalls ging es mir so)

Jon S.Baird ("Cass - Legend of a Hooligan") ist es auf eine wirklich bemerkenswerte Art und Weise gelungen, die surreale Atmosphäre einzufangen und zu einem höchst verstörenden und zugleich sehenswerten Thriller-Drama zu verarbeiten. Nicht zuletzt dank seines schlichtweg grandios aufspielendem Hauptdarstellers. McAvoy legt im wahrsten Sinne des Wortes eine 'wahnsinns' Performence hin. Die Gefühlspalette reicht von wirklich witzigen Momenten über (auch emotional) ungemein schmerzhafte Passagen. Von der Skala mit der vollen Punktzahl 10 = ekelerrgend bis hin zu 01 = mitleiderregend ist alles vertreten, was man sich nur denken kann.
Der Clou dabei ist : man nimmt ihm seine Rolle zu jeder Zeit 100 %-ig ab.

Was den Film darüber hinaus auszeichnet, ist seine sehr starke Bildsprache, die für sich alleine wirkt und infolgedessen nicht jede Einzelheit aussprechen muss. Auch dies ist Kunst.

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Fazit :
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Rosamunde-Pilcherfans und Weichspüler werden 'abreiern'.
Alle anderen werden sich an diesem bitterbösen Streifen geradezu laben. Ganz nach dem Motto : Entdecke das Tier in dir !

4 / 5 Sternen (War mir an manchen Stellen doch zu heavy, aber die Bewertung ist ja bekanntlich Geschmackssache)

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PS :
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Wer nach dieser 94 minütigen "Brachialkur" nicht mit einem mulmigen Gefühl den Kinosaal verlässt, sollte sich dringend über einen ärztlichen Rat Gedanken machen :-)
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der manisch-depressive Cop..., 12. März 2014
Von 
Ray "rayw260" (Rheinfelden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
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Rezension bezieht sich auf: Drecksau (DVD)
"Drecksau" heißt die Verfilmung des Romans von Irvine Welsh, dem Autor von "Tranispotting", der die von Drogen, Arbeitslosigkeit und Kriminalität geprägten Erlebnisse einer Gruppe junger Schotten in Edinburgh beschreibt und von Danny Boyle in den 90ern erfolgreich verfilmt wurde. Der Schriftsteller blieb seiner Location Edinburgh auch in "Filth" (so der Originaltitel) treu, auch die Themen sind nicht neu. Es geht ebenso um Drogen und Kriminalität, allerdings diesmal aus der Sicht eines Gesetzeshüters. Denn Bruce Robertson (James McAvoy) ist ein Detective Sergeant in der schottischen Großstadt. Dazu ein intriganter, manipulativer und menschenverachtender Zeitgenossen, der die zeit damit verbringt mit Drogen und Alkohol durch sexuelle Eskapaden zu schwelgen. Er freut sich diebisch das Gesetz übertreten zu können, dass er vertritt. Robertson ist darüber hinaus ein fieser Kollege und betreibt systematisch Mobbing gegen seine Kollegen, denn er hat nur ein Ziel: Er will zum Inspektor befördert werden. Und dazu muss er in der Lage sein, sämtlich Konkurrenz in den eigenen Reihen als ungeeignet erscheinen zu lassen. Sein sensibler Freund Clifford Blades (Eddie Marsan) ist ebenfalls ein Mitglied der Freimauerloge und dessen Frau wird seit Wochen von einem perversen Anrufer belästigt. Robertson soll aufklären und Abhilfe schaffen - was eigentlich einfach wäre, denn er selbst ist der Übeltäter. Diese Ermittlungen und dazu eine hoffentlich erfolgreiche Aufklärung bei der Ermordung eines japanischen Schülers, mit der er betraut wird, könnten diesen Traum sehr schnell wahr werden lassen. Doch Robertson verliert langsam aber sicher den Bezug zur Realität und macht sich trotz immer schwerwiegenderen Halluzinationen an die Fälle heran. Was folgt ist der Wahnsinn...Sehr bald wird deutlich, dass Robertsons verkorkster Charakter vor allem das Symptom seiner schweren bipolaren Störung ist. Der Film von Jon S. Baird ist auch in den Nebenrollen gut besezt, vor allem Jamie Bell als Robertsons Kollege oder aber Jim Broadbent als Psychiater können überzeugen. Es ist aber vor allem der Film von James McAvoy, der hier einmal ganz anders und sehr hässlich sich in einer ungewöhnlichen Hauptrolle austoben darf. Irgendwie ist es ein echtes Vergnüngen diesem Fiesling zuzuschauen und ihn bei seinen diversen Bosheiten gegen seinen Mitmenschen zu beobachten. Natürlich bleibt es nicht aus, dass seine Taten dynamisch wirken, Gegengewalt erzeugen und er selbst deshalb die Gewaltspirale weiter hoch schrauben muss, um im Spiel zu bleiben. Das Ende ist ernüchternd.
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7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Arme Sau, 3. Mai 2014
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Rezension bezieht sich auf: Drecksau (DVD)
„Bitte gehen Sie nicht!“
Es ist dieser eine Satz, zur Mitte des Filmes, mit dem eigentlich alles gesagt ist.
James McAvoy alias Bruce Robertson spricht ihn so leise, flehend, verloren und von solcher Intensität, wie man sie den ganzen Film über nicht gesehen hat.
Es ist der Moment, an dem alles über ihm zusammenbricht
und dem Zuschauer offenbart wird, wie zerrissen und einsam der Protagonist wirklich ist.

Und dabei beginnt John S. Baird's Verfilmung von Irvine Welsh's Bestseller „Drecksau“ aus dem Jahre 1998 wie eine typisch britische und ordentlich deftige Komödie.
Bruce ist ein korrupter, Alkohol- und Kokainsüchtiger Polizist von miesestem Charakter und um keinen frechen Spruch verlegen.
Er provoziert und denunziert seine Kollegen, belästigt Frauen, lässt keine Eskapade aus, lügt und intrigiert wo er nur kann,
um eine begehrte Beförderung zu erhalten, von der er sich erhofft, seine Frau wieder an sich binden zu können und damit auch seine auf der Kippe stehende Ehe zu retten.
Rassistisch, homophob, frauenfeindlich, vulgär.
Kaum ein negativ behaftetes Adjektiv mit dem sich Bruce nicht „schmücken“ kann.
Das Urteil des Zuschauers dürfte vorerst klar sein:
Ja, Bruce ist eine Drecksau.

Fans des britischen Kinos werden sich schon die Hände reiben.
Viel schwarzer Humor, allerhand Frivolitäten und noch mehr Gepöbel, abgerundet mit wilden Trinkgelagen und ausufernden Drogenexzessen. Auf Anstand und Moral wird sowieso ges*******. Fertig ist der wilde Trip durch's nasskalte Edinburgh
auf dem wir Bruce begleiten.
Wer sich hier an „Trainspotting“ erinnert fühlt, braucht sich nicht zu wundern.
Die 1994er Tragikomödie um eine Gruppe junger Heroinsüchtiger, spielt in der selben Stadt, stammt ebenfalls aus Welsh's Feder und genießt unter Filmkennern heute absoluten Kultstatus.
„Drecksau“ hat das selbe Potenzial.
Doch wer nur provokatives Krawallkino erwartet, täuscht sich.
Denn der Film packt den Drahtseilakt zwischen Komik und Tragik, weiß mit cleveren und unvorhersehbaren Wendungen zu überzeugen und zeigt auf so bedrückend wie eindrucksvolle Weise, wie sich ein psychisch schwer kranker Mensch in einer Abwärtsspirale verliert.

Hauptdarsteller James McAvoy, vor allem bekannt aus "X-Men", kann man nur applaudieren.
Er spielt Robertson intensiv, zerrissen, ekelerregend, laut, böse, komisch. Schlicht überwältigend.

Die Geschichte teilt sich in einen makaberen, bitterbösen und stellenweise auch sehr komischen und dann in einen tief verstörenden und sehr bedrückenden Part. Zwischen beiden Extremen befindet sich auch Bruce.
Jede einzelne Szene, die Dialoge, ja sogar die jeweils unterlegte Musik entsprechen seinem jeweiligem Gemütszustand,
der den Zuschauer in eine Achterbahnfahrt der Gefühle katapultiert.
Erst nach und nach lässt man uns tiefer in die Figur hineinblicken, und trotzdem nichts erkennen.
Gerade hat man Bruce eine gewisse Coolness angerechnet, da empfindet man nur noch Hass, und Ekel.
Auf Mitleid folgt Wut und Unverständnis. Und schließlich die Erkenntnis: Aus der Drecksau wird eine arme Sau.
Er kommt, sieht und verwüstet. Und hinterlässt für alle nur ein großes Durcheinander.
Und auch wenn man sich das Gegenteil wünscht, Bruce bleibt letztendlich undurchsichtig undd will es auch bleiben.
Er möchte keine Sympathie, keine Empathie. Kein falsches Mitleid.
Und vielleicht ist dies auch der Große Pluspunkt an „Drecksau“.
Dieser Film tut weh, wühlt auf und verstört, ohne Fragen zu beantworten. Lässt den Zuschauer im Regen stehen.
Und ist genau deswegen so wahnsinnig gut.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Joa..., 4. Februar 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Drecksau (DVD)
James, ist wie immer sehr gut und der Film beginnt auch sehr stark. Lässt aber dann leider nach und wir eher vorhersehbar!
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6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zack - SO verdient man sich fünf Sterne! Wahnsinnig gute schauspielerische Leistung von James McAvoy, 5. März 2014
Von 
Rezension bezieht sich auf: Drecksau (DVD)
Mir fehlen einfach die Worte um meine Emotionen über diesen Film mit ausreichendem Respekt auszudrücken. Begonnen hat es mit einer Wikipedia Recherche, die bei X-Men und einem Hauptdarsteller James McAvoy begann und letztlich beim Urheber der Gedanken, die in diesen Film fließen, endete: Irvine Welsh. Leider habe ich das Buch noch nicht gelesen, aber das wird ein baldiger Pflichtkauf.

Über die Story im Film kann man bei den anderen Rezensenten schon anständig viel lesen, ich möchte es über meinen Gefühlshaushalt versuchen. Da legte ich die Scheibe also in den DVD-Player ein und erwartete eine schwarze Komödie, einen bissigen Hauptcharakter und verquere Trainspotting-Leuchteffekte. Ja, das alles bekam ich auch, ABER mit einem unglaublich und unbeschreiblich guten James McAvoy in der Hauptrolle als Polizist Bruce Robertson. Zu Beginn erweckt er den Eindruck eines eiskalt kalkulierenden Monsters, das menschenverachtend nur auf sein eigenen Vorteil aus ist. Das ist bis zu einer gewissen Zeit auch unterhaltsam und oft schüttle ich den Kopf und lache über die groteske Darstellung, die sich mir da streckenweise bietet. Doch hier ist es nicht so, wie es zu Beginn scheint und auch Robertson hat Leichen im Keller... viele.

Über den Film hinweg versifft der Charakter immer mehr und verliert zunehmenden den Halt in der Realität. Wie McAvoy das spielerisch in hunderten Facetten umsetzt und glaubwürdig auf die Leinwand bringt, ist oskarwürdig. Ohnehin begreife ich nicht, warum der Film nicht viel mehr Würdigung erhält. Nun ja, auch hier wieder die Frage mit dem Geschmack, über den man nicht streiten kann.

Über die Länge des Films zog es mich immer weiter mit hinein in die Gosse, in die Robertson abdriftet. Ich ertappe mich dabei, wie mir das Lachen im Hals stecken bleibt und dann würge ich es doch heraus, weil ich nicht anders kann. Wie er bspw. morgens im Auto erwacht und gleich die erste Nase Koks zu sich nimmt, um wieder eine einigermaßen respektable Figur zu mimen, ist nur eine der vielen, ja, auch nachdenklichen Szenen. Szenen in denen der Schauspieler mich selbst fragen lässt, ob man denn nun mit ihm fühlt oder ihm sein Elend gönnt.

Sicher könnte der Film einen wirr geschnittenen EIndruck hinterlassen, aber ich bin der Überzeugung, dass dieser vergeht bzw. überhaupt nicht so empfunden wird, wenn man sich auf diese Achterbahnfahrt einlässt - dann aber vom Start über die erste steile Abfahrt bis zum Ende, wenn Ruhe in den Film kommt. Trotzdem schickt sich McAvoy (nein, nicht Robertson!) an, dem Zuschauer noch seine irre Fratze mit auf den Weg zu geben.

Der Film ist vorüber, ich stehe auf und applaudiere - Wahnsinn. Danke.

Tipp am Rande: Unbedingt in den Soundtrack reinhören. Gerade als ich diese Zeilen schreibe, lausche ich ihm und sehe die Highlights des Films an mir vorbei ziehen. Auf dem OST finden sich einige bekannte Stücke, die zum mitswingen anleiten. Ebenso wartet er mit ruhigeren Klängen auf und beim mehrmaligen Aufsaugen bemerkt man die perfekte und wunderbare Abstimmung zum Film.
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13 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großartig!, 21. Oktober 2013
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Rezension bezieht sich auf: Drecksau [Blu-ray] (Blu-ray)
Zu erst muss man sagen, dass James McAvoy die Rolle des versoffenen, korrupten, perversen, lügenden, etc. Cops perfekt darstellt.

Zur Story selbst will ich auch gar nicht viel sagen, eigentlich geht es primär um die Gespaltenheit von Detective Sergeant Bruce Robertson. Gibt sich der Film jede erdenkliche Mühe ihn wirklich als ekelhaftes Ar***loch dazustellen, gibt es zwischendurch immer wieder viele kurze Momente die ihm eine menschliche Seite geben und zeigen, dass auch er im Grunde sehr verletzlich ist.

Man ahnt zwar schon zu Anfang, dass da noch irgend ein Twist kommen wird, aber wie dieser dann tatsächlich aussah hat mich (und meinen Kumpel) sehr überrascht.
Zum Ende gab es allgemein noch ein paar kleinere Ah- und Oh-Momente.

Ich gehöre zu den Leuten, die glauben, dass dieser Film zu einen Kultfilm avancieren wird und freue mich, wenn die Blu-Ray endlich erscheint und ich ihn mir nochmal angucken kann.
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8 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen James McAvoy spielt sich ganz nebenbei in den Schauspielolymp..., 21. Mai 2014
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Rezension bezieht sich auf: Drecksau (DVD)
Drecksau wird im Trailer als simpler, schwarzhumoriger, dreckiger, klischeehafter Film verkauft, ist aber am Ende so viel mehr als das: hinter einigen kultverdächtigen Szenen versteckt sich ein tiefsinniger, absolut genial durchdachter, tragischer Streifen, rundum perfekt besetzt, mit absolut genialem (ja, wirklich, GENIALEM!) Soundtrack, der einen absolut sprachlos zurücklassen- und über den man noch lange Zeit nachdenken wird.

Kaum maßt man sich an, die Handlung vorraussehen zu können, BÄM. Ich liebe diese "wie jetzt?! Das gibt's doch gar nicht!"- Aha-Effekte à la Fightclub.

Kurz zum Inhalt: Bruce ist ein Polizist und scharf auf eine Beförderung. Letzteres vor Allem deswegen, weil er sich mit dem Erwerb des Inspektor-Titels die Rückkehr seiner Ehefrau samt Tochter erhofft. Dass beide weg sind, verschweigt er nicht nur seinem Umfeld, sondern gewissermaßen auch sich selbst. Vernarrt in diese Hoffnung, belügt und hasst er alles und jeden, hat vermeintlich vor niemandem Respekt, spielt alle gegeneinander aus und hurt sich nur allzu hemmungslos durch die Gegend. Doch ziemlich schnell wird dem Zuschauer klar: diese "Drecksau", die er vorgibt zu sein, ist er nicht.

Imogen Poots ist zuckersüß anzusehen, Jamie Bell bietet als kokainsüchtiger Normalo eine willkommene Abwechslung, Eddie Marsan lugt nur allzu köstlich dämlich hinter seiner Brille hervor und James McAvoy spielt sich mal wieder ganz nebenbei in den Schauspielolymp. Selbst die schärfsten Kritiker werden zugeben müssen: er kann es einfach. Damit gehört er nicht erst seit Drecksau zu den begabtesten Schauspielern überhaupt, vor dem selbst Größen wie Hugh Jackman oder Johnny Depp anfangen sollten, sich die Ärmel hochzukrempeln.
Und irgendwie schafft er es, dem rundum schrecklichen "Bruce" etwas zu geben, was einen trotz aller Anti-Moral dazu verleitet, ihn früher oder später einfach nur in den Arm nehmen zu wollen und zu hoffen, dass er doch noch sein Glück findet.

Alles in Allem bin ich mir sicher, dass der Film innerhalb der nächsten Jahre einen ähnlichen Kultstatus wie "Trainspotting" oder "Fear and Loathing in Las Vegas" erreichen wird: er ist lustig, dreckig, intelligent und vor Allem: wahnsinnig mutig!
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Drecksau
Drecksau von Jon S. Baird (DVD - 2014)
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