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am 7. Februar 2016
OK: Dieser Film ist, wie schon das Buch, recht harte Kost und bestimmt nicht jedermanns Geschmack. Der Protagonist Bruce Robertson lässt so ziemlich keine Gemeinheit oder Widerlichkeit aus, die man seiner Mitmenschen antun kann. Umso erstaunlicher, dass es gelungen ist, einen solchen Charakter darzustellen, ohne dass man Buch/Film gleich wieder angewidert hinlegt. Denn ab und zu zeigt Roberstson dann doch uneigennützige Menschlichkeit und Einsicht in sein widerwärtiges Verhalten. Außerdem wird detailgetreu und einigermaßen plausibel gezeigt, welchen Hintergrund dieser Charakter hat und wieso er zu dem geworden ist, was er ist (im Buch wesentlich besser als im Film). Klar kann man hier argumentieren, ob dies Alles aus psychologischer Sicht auch wirklich plausibel ist. Man muss aber zugestehen, dass dies hier ohne Überheblichkeit oder moralischer Überlegenheit, wie man sie von den meisten Hollywood-Produktionen gewohnt ist, gelungen ist. Die Einsichten in Roberstsons Psyche werden einfühlsam und geistreich dargestellt, ohne Belehrung des Zuschauers/Lesers wie diese nun zu interpretieren sind.

Zur Verfilmung: Auf diese habe ich schon lange gewartet. Und ich halte diese durchaus für gelungen. Nicht alles ist im Vergleich zum Buch perfekt, aber eine 1:1-Umsetzung eines Buches ist sowieso kaum möglich. Vieles wurde ausgelassen und entsprechend beschleunigt dargestellt. Manches wurde auch einfach umgeändert. Z. B. fährt Robertson mit seinem Kumpel nicht zum Sex-Urlaub nach Amsterdam, sondern nach Hamburg. Wenig erstaunlich, dass beide Städte diesbezüglich praktisch 1:1 austauschbar sind. Etwas unglücklich finde ich die Änderung, dass das Mordopfer nun ein japanischer anstatt ein afrikanischer Student ist. Wahrscheinlich wollte man die rassistischen Äußerungen Robertsons und einiger anderer Charaktere etwas abmildern. Umso überraschender finde ich, dass man die Szene mit der Nötigung zum oralen Geschlechtsverkehr mit einer MInderjährigen drin gelassen hat (wenn auch in abgemilderter Form). Als Fazit bleibt, dass der Film zwar krass, aber im Vergleich mit dem Buch trotzdem harmloser ist. Der wichtigste Punkt ist allerdings, dass es trotz aller Beschränkungen dem Film gelingt, die Kernpunkte des Buches überzeugen darzustellen. Hier ist insbesondere die Leistung des Hauptdarstellers zu würdigen.

Zum Inhalt:
Man gesteht es sich nicht gerne ein, aber es macht einfach unheimlich viel Spass die ganzen Intrigen und deren Auswirkungen zu verfolgen. Hier wird ganz klar und mit viel Erfolg die niedere Späre der menschlichen Freuden bedient (insb. Schadenfreude). Der Mordfall, in dem hier ermittelt wird, tritt gegenüber den ganzen Eskapaden Robertsons nahezu vollständig zurück. (Achtung: Jetzt folgen potentielle Spoiler!). Trotzdem hält hier das Ende auch eine schöne Wendung bereit, denn der Mordfall stellt sich keineswegs als so unbedeutend heraus, wie geglaubt. Ebenso siegt am Ende die Moral, denn das mit so viel Hass und destruktiver Energie aufgebaute Lügengebäude stürzt nach und nach in sich zusammen und trfft am Ende mit voller Wucht dessen Verursacher. Das Ende ist dann alles Andere als ein Happy End und, auch wenn man es kaum glauben kann: Das Ende im Buch ist sogar noch tragischer als im Film!

Fazit: Sehr düsterer Humor, clevere und unkonventionelle Story, sehr unterhaltsam und kurzweilig und mit geistrichen Einblicken in die menschliche Psyche.
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Bruce Robertson (James McAvoy) ist ein korrupter, alkohol- und kokainsüchtiger Polizist in Edinburgh, der seine Machtposition für Intrigen gegen Kollegen und sexuelle Übergriffe während des Dienstes ausnutzt. Die von seinem Chef mit Aussicht auf eine Beförderung verlangte schnelle Aufklärung des Mordes an einem japanischen Gaststudenten stellt Robertson vor Probleme, die zu immer heftigeren Halluzinationen in Bezug auf seine Vergangenheit und seine gescheiterte Ehe führen ...

Irvine Welsh (*1958) veröffentlichte den Roman FILTH bereits 1998, fünf Jahre nach dem durch die Verfilmung von Danny Boyle zum Welterfolg gewordenen TRAINSPOTTING. FILTH galt lange als unverfilmbar - wegen des schwierigen Stils und der die Selbstreflexionen Robertsons in der ICH-Perspektive brechenden Erzählstränge aus der Sicht des in ihm wachsenden Bandwurms. Wenn auch der Verleih sehr offensiv mit dem Kulttitel TRAINSPOTTING wirbt, ist Regisseur Jon S. Baird ebenso weit von Danny Boyle entfernt wie FILTH von Irvine Welsh's sensationellem Debüt. Es bleibt ein Film, der mit Bösartigkeit und Sarkasmus durchaus gut zu unterhalten vermag und damit gelegentlich recht gut an die schadenfrohe DRECKSAU im Zuschauer appelliert ...

Die Blu-ray von ASCOT-ELITE präsentiert den Film in sehr guter Bild- und Tonqualiät (Deutsch und Englisch in DTS-HD 5.1 MA). Als Bonusmaterial sind unter anderem diverse Interviews (30 min) sowie deutscher und englischer Kinotrailer enthalten. Ein Wendecover ohne FSK-Logo ist vorhanden.
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Was tun, wenn eine kleine Rotzgöre einem dem Mittelfinger zeigt? Ganz einfach. Bruce hat die Antwort darauf. Dem Balg den Ballon wegnehmen und beide Hände mit Mittelfinger als Antwort hinhalten nachdem man ihn fliegen lässt! Bruce Robertson ist ein harter DS (Detective Sergeant) der Edinburgher Polizei. Er ist korrupt, säuft, kokst, poppt mit der Frau eines Kollegen und mit so ziemlich jeder anderen, sie er in die Finger bekommen kann. Bruce ist intrigant und spielt seine Umgebung gegeneinander aus.

Sein Ziel ist es, den ausgeschriebenen Posten des DI (Detective Inspector) zu erhalten. Denn das macht seine heiße Frau so richtig rattig, die ihn momentan an der langen Leine hält und ihn dann ranlassen würde. Da stehen ihm ein paar Nulpen im Weg. Der koksende Lennox (Jamie Bell), die besserwisserische Schleimerin Drummond (Imogen Poots), ein Naziverschnitt, ein metrosexueller Homo und ein weiterer Schwachmat. Und nicht nur das: In der Loge, in der auch sein Chef ist, muss er mit dem Loser Bladesey (Eddie Marsan) abhängen. Der ist trotz seines uncoolen Charakters ziemlich einflussreich und hat noch ne heiße Schnitte zu Hause, die von irgendeinem mit versauten Anrufen ständig belästigt wird - wer das wohl ist???

Die Gelegenheit bietet sich bald. Der Chef setzt ihn als leitenden Ermittler - ohne DI-Bezüge - ein und teilt ihm mit, dass ihm das Pluspunkte bringen würde. Ein japanischer Student wurde ermordet und der Mordfall ist noch nicht aufgeklärt. Außerdem soll er den Saukerl stellen, der immer Bunty, Bladeseys Frau, belästigt. Dank seines Verhaltens gerät das aber immer mehr in den Hintergrund und Bruce gerät in eine immer selbstzerstörerische Spirale von Gewalt, Drogenmissbrauchs und Sex...

James McAvoy zieht hier sämtliche Register um den Zuschauer an der Nase herumzuführen und so ist der selbstbewusste, harte Knochen vom Anfang (den man trotz seines Verhaltens irgendwie mag) im Laufe des Films etwas vollkommen anderes.

Der Humor des Films ist von der schwärzesten Sorte. Er basiert auf den Roman "Filth" von Irvine Welsh, der als unverfilmbar galt.

Die Blu-ray bietet einige interessante Interviews und ein B-Roll.
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am 29. Mai 2015
.....und dann kommt die Psyche ins Spiel.
Wollte nach einer halben Stunde schon das Übel eliminieren.
DRECKSAU einfach beenden, fertig, aus die Sau. Vergessen.
Tja, und dannn zog er mich voll rein. In die Abgründe des
Sergeant Bruce Robertson. In sein Elend.
Und ich verstand plötzlich. Sex ist für ihn, genau wie alle
anderen Schäbigkeiten, die er sonst noch verrichtet, ein Ventil.
Zum abreagieren. Zum Wut herausschreien. Egal, wer sie gerade
ertragen muss.
Und so beschloss ich, daß mich die Geschichte zu interessieren
beginnt. Skepsis und Ekel verabschiedeten sich. Ich gab Bruce
eine Chance.:0)
" Irgendwas ist gewaltig schief gelaufen! "
Stimmt. Und mit all seinem Dreck ist DRECKSAU tatsächlich ein
an die Nieren gehendes Seelendrama.
Und ich empfand Mitleid.
Das Aufdecken des Irrsinns- ein unterhaltsamer und lustiger.....
Schlag ins Gesicht.

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Story:

Er ist die DRECKSAU.
Er ist depressiv, intrigant, versoffen, bescheuert und korrupt.
Er schnupft Kokain und vö..lt die Frau des Kollegen.
Muss man ihn befördern oder totschlagen?
Und wenn er den jüngsten Mordfall aufklärt, und befördert wird?
Kommt seine Frau zu ihm zurück. Denkt er.
Sergeant Robertson hat es gar nicht einfach- der coole Typ.
Und nicht mal sein Psychiater kennt die Antworten darauf........
..............................................

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Fazit:

Es war mein kleiner Kampf, den Bruce/ James aber gewann.
Schalte ich ab oder........ich entschied mich gottlob und
definitiv richtig. Mein gähnendes Nervenkostüm verliebte
sich urplötzlich. In die Tragikkomödie DRECKSAU! Hob mich
irgendwie aus den Schuhen.
Eine total kaputte Psyche, bitterböse Worte, die verletzen.
Komik, die eigentlich nicht meine ist....und ein James Mc Avoy
ZUM NIEDERKNIEN.
Und richtig, man SOLLTE DRECKSAU bis zum Ende sehen. Denn nur
dann kann man den Film wirklich ernst nehmen und verstehen.
Und nicht abstempeln als sinnfreien, unsinnigen Mist.
DRECKSAU hat eine ungeahnte Tiefe.
DRECKSAU ist verstörend, krank, schamlos.
DRECKSAU ist tiefgründig und nicht vorhersehbar.
Und wenn ich ihn beim zweiten Male objektiver beschaue,
kann es gut möglich sein, daß aus den vier Sternen fünf werden.
So sieht das mal aus.
Anschauen!

Wer ohne Dreck ist, der werfe den ersten Stein!!
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am 21. September 2014
Ich muss zugeben, nach den Trailer und der Info nach zu urteilen war ich mir nicht sicher ob das meine Art von Film ist. Umso angenehmer überrascht war ich als mich der Film vom Gegenteil überzeugte. Frei nach dem Motto “Beurteile das Buch nicht nach seinem Einband" ist auch hier viel mehr dahinter als es in den Trailers scheint. Und mit viel mehr dahinter meine ich, mehr Tiefgang. Auf den Inhalt selbst will ich nicht allzu sehr eingehen, der würde in anderen Reviews schon ausführlich besprochen. Das Tolle ist, der Film ist so angenehm anders. Ginge es nur darum eine kontroverse Szene (wie Bruce Grausamkeiten oder Drogen-Alkoholexzesse) nach der anderen zu reihen wäre der Film nach 20 min langweilig. Doch das tut er nicht, er zeigt uns vielmehr die Höhen und Tiefen dieses Charakters. In einer Szene beleidigt er jemanden auf äußerste und bedrängt ihn nur um im nächsten Moment einen Funken Menschlichkeit zu zeigen. Und genau das ist es : Dies ist ein Film zum Nachdenken, darüber was psychische Probleme und Ablehnung aus einem Menschen machen können.
Ja, natürlich gibt es zahlreiche kontroverse Momente (z.B.: eine in mehreren Reviews angesprochene Szene mit einer Jugendlichen) aber auf solche Dinge sollte man nicht das Hauptaugenmerk des Filmes legen. Ich will nicht bestreiten das man ein etwas dickeres Fell braucht um die eine oder andere Szene zu verarbeiten. Aber im großen und ganzen sind solche Moment in der Unterzahl und der Film ist nicht so “schlimm“ wie befürchtet.
Einen oder zwei kleine Abzüge in der B-Note.
1. Wenn es möglich ist sollte man sich den Film in der Originalfassung ansehen. Bruces Dialoge und derben Sprüche klingen einfach viel besser, wenn James McAvoy sie in seinem natürlichen schottischen Akzent sagt. Seine deutsche Synchronstimme klingt fast zu sanft für den rauen Bruce.
2. Kleinere Nebenstränge in auf Bruce traumatische Kindheit anspielen wirken im Gesamtbild des Filmes etwas unrund. Entweder man hätte mehr darauf eingehen müssen oder sie ganz weglassen sollen. So wirkten die Szene wie nichts Halbes und nichts Ganzes.
Besonders gut gelungen ist das Ende: Während manche Filme gegen Ende nochmal versuchen die Moralkeule zu schwingen, frei nach dem Motto „In jedem von uns steckt etwas Gutes“, verzichtet der Film darauf. Er endet so wie er begonnen hat : Direkt, schonungslos und lässt den Zuschauer nachdenklich zurück.
Hervorheben möchte ich natürlich James McAvoys schauspielerische Leistung. Ihm gelingt der Wandel von einschüchternd zu erbärmlich dabei so überzeugend, dass er die anfänglichen Unstimmigkeiten in seiner Figur ausgleichen kann. Er schafft es der Bestie Bruce immer wieder seine Menschlichkeit zu geben und damit umgeht er auch die Gefahr, den überzeichneten Bruce Robertson zur reinen Karikatur verkommen zu lassen. Er schafft es den Zuschauer in seinen Bann zu ziehen und ihn auf eine emotionale Achterbahn zu schicken. Man verabscheut ihn in einem Moment, im nächsten Moment hat man Mitgefühl für ihn, nur damit er dann wieder eine Gemeinheit begeht die einen alle Sympathien für ihn vergessen lässt.
Am Ende ist für den Zuschauer die Gewissheit sehr befriedigend das, der rassistische, gewalttätige frauen- und schwulen hassende, Bruce schlussendlich nichts und niemanden so sehr hasst wie sich selbst.

Fazit: Am liebsten würde ich dem Film 4,5 Punkte geben, da das aber leider nicht geht "nur" 4 Punkte von mir. Wer Lust auf einen mutigen Film hat der sich deutlich vom 08/15 überraschungs freien Hollywood-Mainstream abhebt der ist hier genau richtig, alleine wegen James McAvoys Leistung.
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am 8. Juni 2016
Einer der Filme, die man nie vergisst.

Man sollte allerdings schwarzen Humor mögen.
Schauspielerisch eine absolute Glanzleistung von McAyoy. Ist der Anfang schon schräg, so wird es immer böser. Was der Polizist alles durchzieht, um seine Beförderung zu bekommen bzw. seine Konkurrenten in Misskredit zu bringen, das hat schon etwas. Ich jedenfalls liebe es!!!

Der beste Spruch seit langem war, als da ein paar Typen vor einem Bordell in Amsterdam einen heraus kommenden Gast etwas fragten... Ich habe gut gelacht über seine Antwort...

Muss man gesehen haben!
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am 25. Mai 2016
Zugegeben. "Drecksau" ist sehr speziell.
Über den Inhalt wurde ja schon viel geschrieben. Ich habe das Buch nie gelesen. An den Film geriet ich über die Titelliste von James McAvoy. Also quasi von "becoming jane" zu "filth". Puhh...
Die erste halbe Stunde muss man ertragen können. Dass Einige hier bereits ausgestiegen sind, kann ich gut verstehen. Ich hatte auch den Finger auf der Fernbedienung aber ich bin geblieben und habe eine fesselnde, konsequent irre Geschichte mit großartigen Schauspielern sehen dürfen. James McAvoy spielt wie eine wilde Sau, mit soviel Vollgas und runter gelassener Hose, so glaubwürdig wie ich es vorher selten bis nie gesehen habe.
Und am Ende muss man dem Film die ganze Dreck-Sauerei abnicken, weil sie völlig schlüssig und nötig war für diese sehr traurige Geschichte eines zerstörten Menschen.
Manchmal gibt es Filme mit diesen besonderen Momenten die in Erinnerung bleiben.
Dieser Film ist ein solcher. Damit hatte ich nicht gerechnet. Dicker Daumen hoch!
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am 18. Oktober 2013
"Filth" (deutscher Titel: Drecksau) ist die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Kultautor Irvine Welsh ("Trainspotting"). Zu Beginn sehen wir Carole (von irritierender Schönheit: Shauna McDonald), die von ihrer Ehe mit Bruce schwärmt. Seine anstehende Beförderung werde ihr Liebesleben noch weiter befeuern. Kurz darauf wird sie Zeugin, wie Jugendliche einen japanischen Studenten verprügeln. Eine Täterin schaut sie höhnisch an. - Ist das der Beginn des Films oder wird der Zuschauer auf eine falsche Fährte gelockt?
Tatsächlich wird sich die Polizei von Glasgow mit dem Mord an dem Studenten beschäftigen müssen. Bruce Robertson (geradezu sensationell: James McAvoy) sieht in der erfolgreichen Lösung des Falls lediglich die Möglichkeit für die heißersehnte Beförderung. Seine Ehe scheint aber ganz anders beschaffen zu sein als dies der Beginn des Films nahe legt. Bruce schreckt vor keiner Gemeinheit zurück, um seine Kollegen zu diskreditieren. Dass ausgerechnet er polizeiintern beauftragt ist, gegen Mobbing vorzugehen, macht den Bock zum Gärtner, bietet es ihm wunderbare Möglichkeiten, erst Fakten zu schaffen, die er heuchlerisch zu bekämpfen vorgibt. Und es wäre naiv zu glauben, dass er einem Verdächtigen mit seiner minderjährigen Freundin nur deshalb folgt, um das Mädchen vor sexuellen Übergriffen zu schützen.
Der Film beginnt zunächst sehr schwarzhumorig und deckt Eitelkeiten und Geltungsbedürfnis der Polizisten auf. Bruce gelingt es tatsächlich, in einer alkoholgeschwängerten Adventsfeier seine männlichen Kollegen dazu zu überreden, ihr "bestes Teil" per Fotokopierer abzulichten. Er selbst benutzt die Vergrößerungstaste, um sich einen billigen Vorteil bei der zur Orgie ausartenden Feier zu schaffen. Und die obszönen Anrufe, die Bruce fast lustlos, aber voller Gespür dafür, wie solch ein Täter tickt, macht, haben ein gewisses Humorpotential, wobei einem das Lachen aber immer wieder im Halse stecken bleibt.
Zunehmend wird der Film bitterer, böser, fast unerträglich. F-Wörter, die ich hier nicht wiedergeben werde, damit der Amazon-Filter nicht zu glühen anfängt, werden überproportional häufig verwendet. Frauen spielen in seinem Leben eine problematische Rollen, sollen sie doch lediglich seine Sexsucht "lindern". "Bestenfalls" demütigt er noch die gehörnten Ehemänner. Mitunter geht es sehr drastisch zu und in einer Szene, in der er eine seiner Geliebten verhöhnt, da sie es gar nicht wert sei, dass er Gefühle für sie entwickle, kamen mir schon die Tränen. Zwar wird sie einmal die Gelegenheit erhalten, Gleiches mit Gleichem zu vergelten, aber Schadenfreude mag nicht aufkommen, lediglich die Erkenntnis, dass Gewalt nur wiederum Gewalt erzeugt. Als Bruce allerdings der jungen Witwe Mary begegnet, scheint er sich daran zu erinnern, dass es so etwas wie Mitgefühl, vielleicht sogar Liebe geben könne. Abwechselnd hofft der Zuschauer, dass Bruce wieder zurück in ein "normales" Leben findet und fürchtet, dass er die arglose Frau in seine Machenschaften hineinziehen könne. Da er statt seiner Medikamente immer mehr Drogen nimmt, wird es schier unmöglich, den Teufelskreis aus Mobbing, Gewalt, Korruption und Ausbeutung zu durchbrechen. Im Drogenrausch erscheint ihm so etwas wie sein Gewissen, der ältliche Psychiater Dr.Rossi (Jim Broadbent), dessen "Ratschläge" er aber auch nicht umsetzen kann. Es gelingt ihm, den einzigen Mann, der vielleicht sein Freund und Vertrauter hätte werden können, mit falschen Anschuldigungen ins Gefängnis zu stecken. Dass Bruce an einer gefährlichen Störung seiner Persönlichkeit leidet, merkt der Zuschauer schon bevor der Film seine wahre Geschichte zu erzählen beginnt.
Selten war ein Kino"held" derart abstoßend. Für mich übertreibt der Film allerding auch so sehr, dass die durchaus tragische Wendung des Films nicht mehr dazu führt, irgendwie Mitgefühl mit Bruce zu haben. Einerseits möchte ich den Film noch einmal sehen, um die seelisch-geistige Entwicklug von Bruce noch besser nachvollziehen zu können, andererseits scheue ich seine bedrückende Perfidie.

Fazit: bitterböse Farce über einen Polizisten am Rande des Wahnsinns, nichts für schwache Nerven
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am 17. Oktober 2013
... und zwar ohne Leine.

Mal wieder einer der Filme, der einen nach dem Abspann hilf- und fassungslos im Kinosessel zurücklässt.

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Story :
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Es ist schwer, Detective Sergeant Bruce Robertson (James McAvoy) in einem Wort zu charakterisieren ... Der Alptraum-Cop ist depressiv, intrigant, versoffen und korrupt. Einsam zieht er seine Kreise und hinterlässt dabei eine Koksschneise und Alkspur der Korruption und Perversion.
Er hasst Frauen, Schwule, überhaupt alle Menschen. Er ist der Inbegriff des Misanthropen und hebt diesen sogar auf eine neue Ebene.
Er vermöbelt, fi***, sozusagen alles, was nicht bei drei auf den Bäumen ist.

!!!! Spoilerwarnung !!!!

Sogar die Ehefrau seines Kollegen ist vor letzterem nicht gefeit. Im übrigen hat er keine Skrupel, minderjährige weibliche Verdächtige zum Oralsex zu zwingen ... Auch hat es auf seiner Tagesliste höchste Priorität, dass er seine Kollegen gegeneinander ausspielt, anschwärzt sowie diskredetiert, um seine eigenen Chancen auf eine baldige Beförderung kontinuierlich zu erhöhen.

!!!! Spoilerende !!!!

Ach ja, fast hätt' ich's vergessen, neben o.g. Obszönitäten und anderen "Lieblingshobbys" zu frönen gilt es ja noch den Fall des ermordeten asiatischen
Austauschstudenten zu lösen ...

Robertson wandelt auf einem extrem schmalen Grat zwischen Gut und Böse, wobei er immer wieder in letztere Gefilde abrutscht. Dabei läuft er akute Gefahr, sich zwischen seinen perfiden Spielchen und den Mordermittlungen aufzureiben und schon bald droht ihm sein gesamtes Leben aus den Händen zu gleiten ...

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Mein Eindruck :
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Während man den Zuschauer zu Beginn dazu bringt, einfach Spass am hemmungslosem, puren Ars******sein zu haben, weicht dieses Gefühl zusehends blankem Hass.
Nichtsdestotrotz blitzt in seltenen Momenten so etwas wie Menschlichkeit auf, nur um Augenblicke danach wieder ins Gegenteil abzudriften.
Und genau dieses Wechselbad der Gefühle ist es, was dem Film, so komisch es im ersten Moment auch klingen mag, auch ausmacht.
Indem Regisseur Baird seinem Werk somit (eine gewisse :-) Tiefe einhaucht, bringt er seine Zuschauer dazu, mit dem Protagonisten mitzufiebern, egal, ob man will oder nicht, man kann nicht anders. (Jedenfalls ging es mir so)

Jon S.Baird ("Cass - Legend of a Hooligan") ist es auf eine wirklich bemerkenswerte Art und Weise gelungen, die surreale Atmosphäre einzufangen und zu einem höchst verstörenden und zugleich sehenswerten Thriller-Drama zu verarbeiten. Nicht zuletzt dank seines schlichtweg grandios aufspielendem Hauptdarstellers. McAvoy legt im wahrsten Sinne des Wortes eine 'wahnsinns' Performence hin. Die Gefühlspalette reicht von wirklich witzigen Momenten über (auch emotional) ungemein schmerzhafte Passagen. Von der Skala mit der vollen Punktzahl 10 = ekelerrgend bis hin zu 01 = mitleiderregend ist alles vertreten, was man sich nur denken kann.
Der Clou dabei ist : man nimmt ihm seine Rolle zu jeder Zeit 100 %-ig ab.

Was den Film darüber hinaus auszeichnet, ist seine sehr starke Bildsprache, die für sich alleine wirkt und infolgedessen nicht jede Einzelheit aussprechen muss. Auch dies ist Kunst.

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Fazit :
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Rosamunde-Pilcherfans und Weichspüler werden 'abreiern'.
Alle anderen werden sich an diesem bitterbösen Streifen geradezu laben. Ganz nach dem Motto : Entdecke das Tier in dir !

4 / 5 Sternen (War mir an manchen Stellen doch zu heavy, aber die Bewertung ist ja bekanntlich Geschmackssache)

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PS :
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Wer nach dieser 94 minütigen "Brachialkur" nicht mit einem mulmigen Gefühl den Kinosaal verlässt, sollte sich dringend über einen ärztlichen Rat Gedanken machen :-)
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TOP 1000 REZENSENTam 12. März 2014
"Drecksau" heißt die Verfilmung des Romans von Irvine Welsh, dem Autor von "Tranispotting", der die von Drogen, Arbeitslosigkeit und Kriminalität geprägten Erlebnisse einer Gruppe junger Schotten in Edinburgh beschreibt und von Danny Boyle in den 90ern erfolgreich verfilmt wurde. Der Schriftsteller blieb seiner Location Edinburgh auch in "Filth" (so der Originaltitel) treu, auch die Themen sind nicht neu. Es geht ebenso um Drogen und Kriminalität, allerdings diesmal aus der Sicht eines Gesetzeshüters. Denn Bruce Robertson (James McAvoy) ist ein Detective Sergeant in der schottischen Großstadt. Dazu ein intriganter, manipulativer und menschenverachtender Zeitgenossen, der die zeit damit verbringt mit Drogen und Alkohol durch sexuelle Eskapaden zu schwelgen. Er freut sich diebisch das Gesetz übertreten zu können, dass er vertritt. Robertson ist darüber hinaus ein fieser Kollege und betreibt systematisch Mobbing gegen seine Kollegen, denn er hat nur ein Ziel: Er will zum Inspektor befördert werden. Und dazu muss er in der Lage sein, sämtlich Konkurrenz in den eigenen Reihen als ungeeignet erscheinen zu lassen. Sein sensibler Freund Clifford Blades (Eddie Marsan) ist ebenfalls ein Mitglied der Freimauerloge und dessen Frau wird seit Wochen von einem perversen Anrufer belästigt. Robertson soll aufklären und Abhilfe schaffen - was eigentlich einfach wäre, denn er selbst ist der Übeltäter. Diese Ermittlungen und dazu eine hoffentlich erfolgreiche Aufklärung bei der Ermordung eines japanischen Schülers, mit der er betraut wird, könnten diesen Traum sehr schnell wahr werden lassen. Doch Robertson verliert langsam aber sicher den Bezug zur Realität und macht sich trotz immer schwerwiegenderen Halluzinationen an die Fälle heran. Was folgt ist der Wahnsinn...Sehr bald wird deutlich, dass Robertsons verkorkster Charakter vor allem das Symptom seiner schweren bipolaren Störung ist. Der Film von Jon S. Baird ist auch in den Nebenrollen gut besezt, vor allem Jamie Bell als Robertsons Kollege oder aber Jim Broadbent als Psychiater können überzeugen. Es ist aber vor allem der Film von James McAvoy, der hier einmal ganz anders und sehr hässlich sich in einer ungewöhnlichen Hauptrolle austoben darf. Irgendwie ist es ein echtes Vergnüngen diesem Fiesling zuzuschauen und ihn bei seinen diversen Bosheiten gegen seinen Mitmenschen zu beobachten. Natürlich bleibt es nicht aus, dass seine Taten dynamisch wirken, Gegengewalt erzeugen und er selbst deshalb die Gewaltspirale weiter hoch schrauben muss, um im Spiel zu bleiben. Das Ende ist ernüchternd.
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