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Prisoners [Blu-ray]
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72 von 84 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 10. Oktober 2013
... das sind alle Protagonisten dieses düsteren Thrillers mit Hugh Jackman und Jack Gyllenhall des kanadischen Regisseurs Denis Villeneuve. Und gefangennehmen wird der Film unweigerlich jeden Zuschauer, den er ist packend und wendungsreich erzählt, bleibt dabei frei von Kitsch und Klisches, bewertet nicht, sondern dokumentiert nur das Geschehen auf der Leinwand.

2 kleine Mädchen werden entführt. Für die Familien beider Mädchen bricht ein religiöses, streng konservatives und bisher sicheres Idyll zusammen. Die beiden Elterpaare reagieren dabei auf unterschiedlichste Weise, mal mit Verzweiflung, mal mit Flucht, mal mit Aggression und Alkoholismus.
Als die Polizei die Ermittlungen aufnimmt, gelingt es ihr schnell einen verdächtigen, geistig zurückgebliebene jungen Mann zu fassen. Doch dieser wird aus Mangel an Beweisen kurz nach seiner Festnahme wieder auf freien Fuss gesetzt. Keller Dover (Jackman), einer der Väter, ist fassungslos und nimmt - überzeugt von der Schuld des Verdächtigen - das Gesetz in die eigene Hand. Er kidnappt den jungen Verdächtigen und will den Aufenthaltsort seiner Tochter aus ihm herausfoltern.
Zeitgleich folgt Detektiv Loki (Gyllenhall) einer anderen Spur, die mit anderen Kindsentführungen, die zum Teil Jahrzehnte zurückliegen, verbunden scheint...

Schnell meint der Zuschauer die vermeintlichen Rollen erfasst zu haben: Die geplagten Eltern, der ehrgeizige Polizist, der "Schuldige"; doch so leicht macht es uns der Thriller nicht. Gerade als man meint Sympathie oder Apathie für einen Charakter entwickelt zu haben, schlägt dieser in eine andere unvorhergesehene Bresche. Ein Opfer wird zum brutalen Täter, ein Täter zum hilflosen Opfer. Und dazwischen ein Mann, der so besessen von Erfolg ist, dass er seine Objektivität einbüßt. So wendungsreich, so unvorhersehbar war schon lange kein Drehbuch mehr. Bravo!

Villeneuve ist ein sehr dichter, düsterer und atmosphärischer Thriller gelungen, der gänzlich ohne Schießereien und Verfolgungsjagden auskommt. Im Film agieren alle Charaktere glaubhaft, alle Motivationen machen Sinn, und die Geschichte baut einen Spannungsbogen mit zahlreichen Wendungen und Überraschungen auf, dass der Zuschauer bis kurz vor Schluss keine Ahnung hat, wie die Auflösung aussieht. Immer wieder führt uns das Drehbuch auf die falsche Färte, so dass auch der Zuschauer in einem Labyrinth der falschen Schlüsse, verdrehter Beweise und falscher Färten - buchstäblich - "gefangen" wird.
Die Geschichte wird durch eine beeindruckend depressive Kulisse untermauert. Der gesamte Film ist verregnet und düster. Das Bild deckt das gesamte Spektrum an Grautönen ab, nur selten werden Farben ins Bild gebracht, und wenn überhaupt wirken auch sie verbraucht und entfärbt. Der Film hält sich mit Anklagen und Stereotypen zurück. Es gibt keine Helden, aber auch keine Schurken. Moral und Ethik wird von einer zur anderen Szenen verworfen.

Die Schauspielerriege überzeugt durch die Bank weg.
Allen voran Jackman und Gyllenhall.
Jackmans Keller ist ein konservativer Mann, der in seinem gottverbundenem Weltbild schwarz und weiß denkt. Ein Gefangener der Tradition. Der Mann des Hauses, der nicht tatenlos und handlungslos zuschauen kann. Keller muss aktiv werden. Beeindruckend ist in einer Szene ein Gebet - "Das Vater Unser" -, dass Keller zu beten versuchtEr rezitiert es bis zu dem Vers "wie auch wir vergeben unseren Sündern". Diesen Satz vermag er aber nach seinen Taten nicht mehr zu beten, und bricht besiegt und zum ersten Mal im Leben ohne Kontrolle in sich zusammen.
Gyllenhall ist nicht minder ein Gefangener. Als erfolgsgefeierter Detektive, der jeden Fall löst, wird auch er Gefangen von der Obsession, die verschwundenen Mädchen zu finden. Dabei hat Loki alles in seinem Leben seiner Karriere unterstellt. Beeindruckend sind die Ticks, die Gyllenhall dem Charakter einverleibt, das intensive Zwinkern beispielsweise.
Maria Bello spielt Mrs. Keller, deren Welt mit der Entführung ihrer Tochter in Scherben zerbricht. Anders als ihr Mann flieht sie sich in den Schlaf mithilfe von Beruhigungsmittel. Bellos Mimik wird dabei adynam wie zu einer Maske. Mrs. Keller wird im Verlauf der Handlung zu einem Geist, dem absoluten Gegenteil ihres Ehemannes.
Paul Dano mimmt den geistig zurückgebliebenen Verdächtigen, und spielt dabei so überzeugend, dass er locker mit dem Duo Jackman/Gyllenhall mithalten kann.
In weiteren Rollen sind Terrence Howard und Viola Davis, die die Eltern des zweiten Mädchen spielen, und dem Zuschauer zwei alternative Reaktionen auf das Geschehen bieten, Melissa Leo - welche die Mutter des Hauptverdächtigen darstellt - sowie David Dastmalchian und Wayne Duvall.

Die musikalische Untermalung übernahm Jóhann Jóhannsson, dem ein düsterer, minimalistischer Soundtrack gelungen ist, welcher der Filmmusik zu Christopher Nolans INSOMNIA - komponiert von David Julian - ähnelt.

Technische Ausstattung: Edles Steelbook ohne Booklet. Eine Kartonage beinhaltet das FSK Logo sowie eine Beschreibung auf der Rückseite. Entfernt man diese, so wird auf der Rückseite das Labyrinth sichtbar.
Das Bild ist herrlich farblos und in 16:9 gehalten (keine schwarzen Balken). Tolle Bildschärfe und Kontraste sorgen dafür, dass man jeden Regentropfen sehen kann.
Die üblichen Specials begleiten das Set (Making of, Dokus, Trailer).

PRISONERS ist ein Filmhighlight 2013, das Sie sich im Heimkino keinesfalls entgehen lassen sollten!
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69 von 83 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Es beginnt alles sehr typisch US-amerikanisch in diesem Thriller des Kanadiers Denis Villeneuve:
Der konservative Familienvater Keller Dover (Hugh Jackman) bringt seinem halbwüchsigen Sohn in den Wäldern des ländlichen Pennsylvania das Schießen bei.
Bevor das anvisierte Reh erschossen wird, wird noch gebetet und danach mit dem befreundeten Nachbarspaar Birch (Terrence Howard, Viola Davis) das Erntedankfest gefeiert.
Doch bereits, wenn der offenbar eher musikbegeisterte als musikbegabte Birch auf seiner Trompete ausgerechnet die Nationalhymne anstimmen will und dabei nur ein paar sehr falsche Töne hervorbringt, wird klar, daß hier kein Hurra-Patriotismus gefeiert wird, sondern es in der vermeintlichen Idylle deutliche Misstöne gibt:
Statt der schmucken Eigenheime mit akkurat gepflegten Vorgärten, die die Kulisse so vieler amerikanischer Filme bilden, sieht man hier eine eher trostlose, leicht schmuddelige Kleinstadt im ewigen Schneeregen, in der man ein sehr konservatives Leben führt, kaum über den eigenen Tellerrand hinausblickt und so mancher seine teilweise sehr buchstäblichen Leichen im Keller hat.
Auf den wenigen Metern zwischen den beiden Elternhäusern verschwinden die beiden kleinen Töchter der Familen Dover und Birch spurlos.
Der Albtraum aller Eltern nimmt seinen Lauf, aber obwohl mit dem geistig auf dem Niveau eines Zehnjährigen stehengebliebenen Alex (Paul Dano), dessen Wohnmobil am Tatort gesichtet wurde, schnell ein "passender" Verdächtiger gefunden ist, muss dieser wegen mangelnder Beweise bald wieder freigelassen werden.
Dover jedoch verbeißt sich in die Idee, daß Alex der Täter sein müsse, wenngleich alle Logik dagegenspricht, daß ein geistig etwas zurückgebliebener Mann zwei Menschen entführen und danach sämtliche DNA- und sonstige Spuren im Tatfahrzeug binnen kürzester Zeit entfernen könnte, und so entführt er Alex kurzerhand, wild entschlossen, den Aufenthaltsort der beiden Mädchen aus ihm herauszufoltern.
Aus dem jungen Mann ist jedoch nichts herauszubekommen, aber selbst, als Dover, in seinem zunehmend blinden Fanatismus von Jackman beängstigend gut gespielt, nach tagelanger schwerer Folter einsehen muss, daß er Alex "nicht noch mehr wehtun kann, ohne ihn umzubringen", sind seine Ideen, den vermeintlichen Täter doch noch zum Reden zu bringen, noch lange nicht erschöpft...

Villeneuve zeichnet ein ebenso beklemmendes wie erschreckendes Bild Amerikas, wie man es so trostlos eher selten auf der Leinwand sieht, wobei vor allem die Kombination von freiem Waffenbesitz und -gebrauch für jedermann in Zusammenhang mit der von Keller praktizierten Selbstjustiz einem so manches Mal den Atem stocken lässt.
So viel Brutalität wie wenn der ansonsten "gute", strenggläubige Familienvater Keller den von ihm festgehaltenen, völlig verstörten Alex immer und immer wieder aufs Brutalste zusammenschlägt, sieht man nicht oft in einem Mainstream-Krimi, wenngleich oftmals gar nicht die zahlreichen Misshandlungen selber, sondern eher deren Ergebnis gezeigt wird - was die Sache allerdings nicht angenehmer, sondern eher noch verstörender macht.
"Hast Du den Verstand verloren?" wird Birch, den Keller in die Sache einweiht, seinen Nachbarn und Freund beim Anblick des in einer verfallenen Bruchbude angeketteten Alex fassungslos fragen - und schon kurz darauf eine Haltung einnehmen, die das zwar indiskutable, aber irgendwo zumindest noch halbwegs nachvollziehbare Verhalten Kellers noch toppen wird:
"Wir unterstützen ihn nicht, aber wir halten ihn auch nicht ab. Wir tun einfach so, als wüssten wir nichts." -
So der Schluss, zu dem das bis dahin noch etwas vernünftiger erscheinende Ehepaar Birch kommen wird.
Ja, schlimmer geht immer und es wird nicht das letzte Mal bleiben, daß die Sympathien des Zuschauers sich hier verschieben.
Der einzige, der hier bis zum Ende hin Sympathiepunkte sammeln kann, ist der ermittelnde Polizist Loki (Jake Gyllenhaal), aber auch dieser ist weit entfernt vom üblichen Bild des aufrechten Cop, sondern ein Mann mit Ecken und Kanten, von Gyllenhaal mit nervösem Muskelzucken und unerwarteten Ausbrüchen hervorragend gespielt (wo bleibt der Oscar?), dem im Laufe der Geschichte genau wie allen anderen verhängnisvolle Fehler unterlaufen werden.
Die größte schauspielerische Überraschung war hier für mich jedoch Paul Dano, der als zurückgebliebener, später zu Tode verängstigter junger Mann eine beeindruckende Darstellung abliefert.
Ob er nun der Entführer ist oder nicht, bleibt spannend, denn obwohl es unwahrscheinlich erscheint, daß er mit seinen geistigen Fähigkeiten zwei Mädchen spurlos verschwinden lassen und jegliche Spuren einer Entführung beseitigen kann, sehen wir auf der anderen Seite aber einen eindeutig nicht nur zurückgebliebenen, sondern auch schwer gestörten Menschen, der seinen Hund quält - ob aus Boshaftigkeit oder aus Dummheit und Unwissen, bleibt ungeklärt - und durchaus etwas über den Verbleib der Mädchen zu wissen scheint - oder doch nicht?
Aber so einfach, sich alleine auf die Frage "War er's oder war er's nicht?" zu beschränken, macht es sich "Prisoners" bei weitem nicht, sondern entwickelt eine sehr komplexe, bis zum letzten Bild ungemein spannende Geschichte, bei der es trotz einiger kleiner Zugeständnisse an das US-amerikanische Publikum beim Ende keine wirklichen "Gewinner" geben kann.
In einer Nebenrolle als Alex' Tante Holly ist die gewohnt gute Melissa Leo zu sehen.

Fazit: Ein Top-Thriller mit einer ganzen Riege hervorragender Darsteller, spannend, komplex, atmosphärisch dicht und unerwartet vielschichtig, der ein düsteres Bild des amerikanischen Albtraumes zeichnet.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Zwei Mädchen verschwinden an Thanksgiving. Schnell wird ein Verbrechen vermutet und ein potentiell Verdächtiger erscheint auf der Bildfläche, dem jedoch keine verwertbare Information zu entlocken zu sein scheint. Der Vater eines der Kinder beschließt, die Justiz in die eigenen Hände zu nehmen - mehr will ich hier einfach nicht verraten.

Fakt ist, wer sich in Genrefilme der Marke "Insomnia" oder auch "Sieben" verliebt hatte, der hat auch gute Chancen mit "Prisoners" glücklich zu werden. Schauspielerisch bekommt man zudem die wohl seit langem beste Performance von Jake Gyllenhaal serviert, der als gestrandet wirkender Detective einfach sein Metier gefunden hat. Ähnlich konnte man ihn bereits in "Zodiac" erleben, wenngleich er da für diese Art Rolle schlicht und einfach zu jung war. Jackman haut auch alles raus, was er auf der schauspielerischen Platte hat und überzeugt ebenso als verzweifelter Familienmensch, bitte mehr solcher Rollen für "Wolverine"! Inszenatorisch zündet Regisseur Villeneuve ein Feuerwerk an genretypischen Atmosphärenelementen: Fast durchgängig triste Regenstimmung, wenig belebte Orte und graue Bauten prägen das Bild, das passt wie die Faust aufs Auge. Mit der richtigen Soundanlage fühlt man sich zudem immer "mittendrin statt nur dabei", der Regen prasselt aus allen Ecken des Wohnzimmers und saugt den Zuschauer inmitten die Tristesse des ländlichen Georgia. Ansonsten kommt der Sound genregemäß recht frontlastig daher und offenbart leider einige wenig überzeugende Stellen (z.B. die schwer zu verstehenden Gespräche zwischen Keller und Alex durch die "Wand", wobei das vielleicht auch Absicht sein mag).

Bildtechnisch überzeugt die Scheibe ebenso - Farbgebung, Schärfegrad usw. sind dem Medium erwartungsgemäß ausgefallen, näheres haben andere Rezensenten bereits beschrieben, die Zeilen zu den Details spare ich mir also diesmal. Die Extras gehen in Ordnung, wen Interviews und einige Blicke auf die Premieren zufrieden stellen, der wird glücklich. Insgesamt gibt es also 5 Sterne für den oft als "Thriller des Jahres 2013" bezeichneten Streifen, den man aber mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr als einmal mit der entsprechenden Wirkung sehen kann. Auch da reiht er sich in einer Reihe mit den bereits oben genannten Werke ein, aber das ist doch insgesamt ein durchaus gutes Zeichen.
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am 4. Februar 2015
Nicht mehr, nicht weniger als der beste Thriller des vergangenen Jahres ist diese fast 150minütige tour de force des frankokanadischen Regisseurs Denis Villeneuve, in dem ein phantastisch aufspielendes Schauspieler-Ensemble Schicht für Schicht eine zutiefst erschütternde Tragödie freilegt. Der Beginn unterscheidet sich nicht besonders von anderen Psychothrillern: Die Familien Dover und Birch verbringen ein gemütliches Thanksgiving miteinander. Es wird gekocht, gegessen, viel gelacht und musiziert. Die Kinder spielen miteinander oder hängen vorm Fernseher ab, während die Erwachsenen im Wohnzimmer klönen. Nach dem Essen wollen die beiden jüngsten Mädchen Anna und Joy noch ein wenig draußen spielen — und verschwinden spurlos. Der Sohn der Dovers, Ralph (Dylan Minnette), erinnert sich, ein paar Straßen weiter ein parkendes Wohnmobil gesehen zu haben; einige Stunden zuvor hatten die beiden Mädchen dort gespielt, und er hatte den Eindruck, als säße jemand im Wohnmobil und beobachte sie. Es scheint, als wäre für Keller Dover (Jackman) und seine Frau Grace (Bello) der schlimmste Alptraum wahr und ihr kleines Mädchen entführt worden. Der ehrgeizige Detective Loki (Gyllenhaal, Zodiac) wird mit dem Fall betraut und macht schon sehr bald das verdächtige Wohnmobil ausfindig. Sein Versuch, den Fahrer — einen gewissen Alex Jones (Paul Dano) —aus dem Wagen zu locken, kulminiert in einem Unfall, als dieser in Panik gerät und frontal gegen einen Baum fährt. In den folgenden Verhören stellt sich heraus, das Alex geistig auf dem Niveau eines Zehnjährigen stehen geblieben ist und allein deswegen nicht in der Lage gewesen wäre, eine so ausgeklügelte Entführung zu bewerkstelligen. Die Polizei setzt den jungen Mann wieder auf freien Fuß, doch Keller Dover beharrt auf dessen Schuld, setzt ihm nach und nimmt das Gesetz selbst in die Hand: Er schleppt Alex in ein verwaistes Haus und foltert ihn, um den Aufenthaltsort seiner Tochter zu erfahren, denn die Uhr tickt. Während Keller und Franklin Birch (Terrence Howard) den mutmaßlichen Täter drangsalieren, brechen ihre Frauen — die großartige Viola Davis spielt Franklins Ehefrau Nancy —, ihrem Schmerz alleine überlassen, vollkommen zusammen.

Dies ist nur das Grundgerüst des vielschichtigen Meisterwerks, in dem jeder Opfer und Täter zugleich ist. Jedes weitere Wort zum Inhalt wäre zuviel. Aber der Zuschauer ahnt schon nach der ersten halben Stunde, dass das nicht gut ausgehen kann. Zwischen Hochspannung und Entsetzen verharrt man die zweieinhalb Stunden bis zum bitterbösen Ende. Villeneuve räumt jeder Figur angemessenen Raum ein, lässt uns den Schmerz der Opferfamilien, ihre Tag für Tag größer werdende Verlustangst, spüren, und bebildert die quälende Ungewissheit mit subtiler Metaphorik: Die regennassen Straßen, die Herbsttristesse, die an und für sich betörend schöne Waldidylle — das alles wird in »Prisoners« zu einer Kulisse des Horrors. Um die Finesse des Streifens wirklich zu erfassen, ist ein mehrmaliges Schauen unumgänglich. Die Kritiker zeigten sich weltweit begeistert. So schwärmte beispielsweise die »Berliner Zeitung«: »Blicke und Details verfolgen den Zuschauer noch lange nach diesem Film ebenso wie die Gewalt der Geschichte und die Bilder des Kamera-Veteranen Roger Deakins. ›Prisoners‹ lässt tief in menschliche Abgründe gucken. Mit seltener Wucht skizziert Denis Villeneuve, wie weit Leute zu gehen imstande sind, deren Leben von Obsessionen und Verbrechen bestimmt werden.« Kameramann Deakins, einer der besten seines Fachs, erhielt für »Prisoners« seine bereits elfte Oscarnominierung, ohne die begehrte Auszeichnung in Empfang nehmen zu können. Der kommerzielle Erfolg stand dem künstlerischen nicht nach: Den 46 Millionen US-Dollar Produktionskosten stand ein Einspielergebnis von rund 125 Millionen gegenüber.
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... und dieses ABER kostet den Film die letzten beiden Sternchen. Die Schauspieler überzeugen durch die Bank weg. Hugh Jackman, kaum wiederzuerkennen, spielt den besorgten (und durchgeknallten) Familienvater überzeugend. Jake Gyllenhaal gibt den relativ ruhigen Cop, der aber auch so seine Problemchen hat. Der mir unbekannte Paul Dano spielt vollkommen überzeugend den mental retardierten Alex Jones. Der Film ist auch superspannend. Er nimmt gegen Ende jedoch eine nicht nur unerwartete sondern auch vollkommen konstruierte und klischeehafte Wendung ein, sodass die ganze aufgebaute Spannung, der gesamte Handlungsboten und die nachvollziehbaren Ansichten der Charaktere sich in Luft auflösen.

Desweiteren muss man sich fragen, warum die dargestellten Amerikaner alle einen Hau haben, wenn man sich den Film so ansieht, da fast alle Hauptcharaktere nicht ganz alle beisammen haben. Der Cop zuckt ständig irgendwie, Dover (Jackman) ist ein teils gläubiger, teils cholerischer Typ, der immer und irgendwie auf alles vorbereitet sein will. Zwei Verdächtige und der Täter haben alle einen an der Latte. Jeder, der irgendwie und irgendwo die Tür in dem Film aufmacht, ist nicht ganz echt. War etwas seltsam, aber wenn man darüber hinwegsieht...

Zur Story bis zur Veröffentlichung der Scheibe nur so viel: Zwei Familien feiern Thanksgiving. Der älteste Sohn der Dover-Familie und die älteste Tochter der Birch-Familie können die kleinen Kinder kurzfristig davon abbringen an einem geparkten Wohnwagen zu spielen. Am gleichen Tag verschwindet nicht nur der Wohnwagen sondern die beiden Mädchen auch. Schlussfolgerung: Der Fahrer des Wohnwagens Alex Jones hat die Kinder entführt. Dieser kann zwar gestellt werden, hat aber den IQ eines 10jährigen. Es kommt, wie es kommen muss: Jones darf gehen. Und die Kinder bleiben verschollen. Wie der Werbetrailer bereits sagt: Wie weit würde man gehen um die eigene Familie zu retten. Keller Dover überschreitet alle menschlichen Grenzen ohne sich in den Augen anderer sicher zu sein, ob der Jones tatsächlich weiß, wo sich die Kinder aufhalten...
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am 11. Juli 2014
gerade mal wieder Prisoners geschaut. Ich finde, es ist immer ein gutes Zeichen wenn man einen Film der auf Handlung und Spannung basiert trotzdem mehrmals schauen kann. Und kleine neue Details entdeckt man doch jedes mal. Darum begründe ich mal kurz meine 5 Sterne.
Vorrangig lässt die Spannung durch die häufigen Wendungen niemals lange Weile aufkommen. Ich fühlte mich genötigt jedem Dialog genau zu folgen. (Rückspulen bei Zwischenfragen war Pflicht). Man sollte diesen Film auch nicht einfach so nebenbei schauen sondern sich voll und ganz darauf einlassen.
Die geschaffene düstere gedrückte Atmosphäre im diesem kalten verregneten Ort unterstützt die Gemütslage der handelnden Personen perfekt. So wie es "draußen" aussieht, so sieht es auch in jedem der spielenden Hauptcharaktere aus. Zerrüttet, wütend, verzweifelt, traurig, angespannt, gereizt um mal ein paar Eindrücke wieder zu geben.
Und zu guter Letzt die Schauspieler die von der Nebenrolle bis zum Hauptcharakter durchweg überzeugen. Ein Sonderlob an Jake Gillenhall der den aufgewühlten, gereizten Polizisten perfekt spielt. Das unentwegte Zwinkern der nervösen Augenlieder sagt alles über seine Verfassung und den Fall den er hier lösen soll.

Also was soll man noch sagen?. In dem Fall finde ich keinen Punkt der einen Sterneabzug rechtfertigen würde. Da ich Filme mit einer durchdachten Handlung und guten Geschichte grundsätzlich interessanter finde als " 3d PopcornKino" bin ich hier vollends überzeugt. Dieser Film erfüllt auch 2 D all meine Vorstellungen eines guten Films.
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15 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 7. März 2014
Die Tiefe der in diesem Film behandelten Themen und die Fragen des Zuschauers, wie er selbst in solchen Situationen und/oder Konfrontationen handeln würde, erzeugen eine maximale emotionale Intensität, welche dennoch von intelligenter Nüchternheit geprägt wird.

Schon nach den ersten Minuten will das Publikum wissen, wie die Geschichte endet, es will das Ende voraussagen. Diese Satisfaktion wird ihm nicht zuteil, weil die Konfliktlösung bis zur letzten Minute, und darüber hinaus, unberechenbar bleibt.

Die inneren Dramen und die Plastizität des Schmerzes, die Gefühle, Sorgen und Hoffnungen der Agierenden, ständig begleitet von der Frage "Kann es so etwas Krankes überhaupt geben?" (obwohl wir freilich wissen, dass es so etwas Krankes gibt), regen zum Nachdenken an, machen aber auch teilweise sprachlos.

Die spannende Story, die brillanten, authentischen Darsteller, alles inszeniert mit einer vorbildlichen Kameraführung und begleitet von einem beklemmenden Soundtrack lassen "Prisoners" zu dem machen, was es ist: Ein Meisterwerk cineastischer Kunst.
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 1. Dezember 2014
Der Film ist wirklich zu empfehlen.
Es handelt sich nicht um einen typischen Thriller, in dem es vor Brutalität nur so strotzt und man glaubt die Spannung in jeder Szene mit bloßen Händen greifen zu können. Die Spannung kam beim Anschauen so schleichend, dass ich irgendwann kurz den Film anhalten musste, weil ich schockiert bemerkt habe, dass mein Herz vor Aufregung rast.
Am besten an dem Film hat mir jedoch gefallen, dass mein Mann und ich uns noch am nächsten Tag über den über den Film unterhalten mussten, erörtern mussten, wie der ein oder andere subtile Hinweis im Laufe des Film zu dem großen Ganzen passt.
Ich habe ihn schon weiterempfohlen.
Es ist aber, vor allem für alle Eltern, keine leichte Kost. Trotzdem 5 Sterne!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 24. Dezember 2014
Diesen Film muss man einfach gesehen haben, er ist ein Thriller der Superlative, der unter die Haut geht. Ich wusste zuvor nichts von ihm und schaute ihn ganz unvoreingenommen.
Ganz großes Kino, einfach überrraschen lassen. Nichts für schwache Nerven ;-)
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 4. September 2014
Durchaus berechtigt als einer der besten Thriller des Jahres ausgezeichnet worden. Super fesselnd und klasse geschauspielert. Beim zweiten mal schauen hat er mir noch besser gefallen.

Klasse Sound und Bild.
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