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18 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen 18 mit 80
Willie Nelson steht mindestens genauso sehr für das Genre Outlaw-Country wie Johnny Cash, zumindest in den USA. Doch war er sein langes Leben lang stets viel breiter aufgestellt, faktisch in allen Musiken zuhause, jeder Musik gegenüber respektvoll und kompromisslos in der Umsetzung - sie musste nur authentisch sein und auf irgendeine Weise sein Herz...
Vor 6 Monaten von Christian Günther veröffentlicht

versus
2 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Unterste Qualität
Ich freue mich seit vielen Tage auf diese CD, doch ich wurde bitter enttäuscht!!!! So eine miese Tonqualität habe ich nicht erwartet! Dafür das sie heute erst ihr Erscheinungsdatum hat, fühl ich mich als Kunde über den Tisch gezogen!!! Es kratscht die ganzen Lieder über, das hätte im Angebot erwähnt werden müssen! Diese CD geht...
Vor 6 Monaten von Snoby veröffentlicht


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18 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen 18 mit 80, 11. Oktober 2013
Von 
Christian Günther - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: To All the Girls... (Audio CD)
Willie Nelson steht mindestens genauso sehr für das Genre Outlaw-Country wie Johnny Cash, zumindest in den USA. Doch war er sein langes Leben lang stets viel breiter aufgestellt, faktisch in allen Musiken zuhause, jeder Musik gegenüber respektvoll und kompromisslos in der Umsetzung - sie musste nur authentisch sein und auf irgendeine Weise sein Herz berühren, dann war von Jazz, gefälliger Popballade, ungezügeltem Rock, Gospel und selbst Rasta-Reggae alles möglich, von Duetten mit Keith Richards, Wyclef Jean oder Julio Iglesias ist alles passiert. Gern auch ganze Alben, mal mit Johnny Cash, mal mit Wynton Marsalis, mit Norah Jones oder gleich mehreren als Supergroup z.B. Highwayman (Cash/Jennings/Kristofferson/Nelson). Aber natürlich bekam immer alles die gewisse Brise Country-Luft, die Spur Wehmut.

Rente mit 67? Bloß gut, dass in seinem Fall nicht! 67 war er im Jahr 2000 und allein seither erschienen unglaubliche 30 Alben! All-new-material, also keine Best-off-Kopplungen oder sonst welche Zusammenstellungen, 30 neu entstandene Alben allein in den letzten 13 Jahren, seit Karrierebeginn sind es deutlich über 100. Wer bietet mehr?

Nun im Jahr seines 80. Geburtstages lässt Nelson ganz den Crooner aufleben. Schon im April auf "Let's face the music and dance" gab er den perfekten gereiften Gentleman und auf "To all the girls..." trägt er nun die Früchte. Die Damen sind angetan und scharen sich um Ihn. 18 Damen zwischen Anfang 20 und Anfang 70 gesellen sich zu ihm, um ein wenig Zeit mit ihm zu verbringen. Respekt Mr.Nelson!

Die meisten der Damen trafen ihn für dieses Album wahrlich nicht zum ersten mal, wer Willie Nelson einmal liebt, liebt ihn sein Leben lang. Ob Sheryl Crow, Norah Jones oder Emmylou Harris, sie erlagen alle schon häufig seinem spröden Charme und verkrümelten sich mit ihm in irgendeinem Studio oder hatten mit ihm ihren Spaß vor aller Leute Augen auf irgendeiner Bühne. Rosanne Cash dürfte er schon auf dem Arm gehabt haben, als sie gerade auf eigenen Füßen stehen konnte. Die Gäste-Liste ist insgesamt so hochkarätig wie die Songauswahl erlesen. Neben den bereits genannten sind u.a. auch Carrie Underwood, Alison Krauss, Mavis Staples, Shelby Lynne und Dolly Parton dabei.

Jedes der Duette - zumeist Songs aus Willie Nelson gigantischem Songbook - ist perfekt umgesetzt. Bis auf einige temperamentvolle Ausreißer, schmust Old Willie mit den Damen. Das passt zu Thema und Anlass und macht "To all the girls..." zu einem tiefenentspannten Werk. Ein guter Wein, ein knisternder Kamin, die eigene Dame im Arm und dazu dieses Album... - da kann da draußen der derbste Winter kommen, die Seele bleibt warm.

Unter all den ausnahmslos guten Aufnahmen, ragen zwei besonders heraus. Die Duette mit den Töchtern. "Have you ever seen the rain" mit der eigenen Tochter Paula Nelson und "Please don't tell me how the story ends" mit der bereits erwähnten Rosanne Cash, Tochter des guten Freundes, des großen Johnny Cash. Beide Songs, zwar bittersüß und voller Wehmut, schweben vor Emotion.

Willie Nelson hat seinen Soll schon lange übererfüllt und doch gelingt ihm auch mit den ersten beiden Alben nach seinem 80.Geburtstag, dass man immer noch Lust auf noch mehr neues von ihm hat. Zum 90. dann 19 Ladies, okay?!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mein Album des Jahres, 20. Oktober 2013
Von 
Michael Dürr "Mikele" (Marktoberdorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: To All the Girls... (Audio CD)
Da schau her! Da kommt der Altmeister, hat das weibliche Who is Who der (Country)Musik im Schlepptau und haut 18 Einspielungen raus, die allemal gut sind für Gänsehaut-Feeling. Natürlich sind die Songs nicht neu - sie stammen zumeist aus Willie Nelsons reichem Repertoire -, natürlich war er mit den meisten der hier versammelten Damen schon früher musikalisch zu Gange, aber: So stimmig, so entspannt kamen die Ergebnisse dieser Zusammenarbeit noch nie rüber. Insoweit erübrigt sich auch die Frage, ob denn zum Beispiel das allseits bekannte und bis zum geht-nicht-mehr gehörte Always on My Mind unbedingt auch noch auf die Scheibe gepackt werden musste. Jawohl, es musste! So nuanciert hat man Carrie Underwood noch nie singen gehört, so perfekt ineinander verwoben hat man selten ein Duett erlebt. Ganz große Klasse, wie das gesamte Album halt!
Willie Nelson mag mit seinen 80 Lenzen die Lasten des Altwerdens spüren - den großen Vorteil daran schickt er aber in jedem der 18 Songs mit: Ich muss nichts mehr beweisen - mir nicht und allen anderen schon gar nicht.
Meine Anspieltipps neben dem erwähnten Duett mit Carrie Underwood:Please don't tell me how the Story ends, Back to Earth und das wunderbare Dry Lightning mit der ebenso wundervollen Emmylou Harris.
Ein Vorrezensent hat schon Recht: Ein warmer Kachelofen und diese Scheibe - der Winter kann kommen!

Viel Spaß beim Hören!
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4.0 von 5 Sternen To all the Girls, 11. März 2014
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: To All the Girls... (Audio CD)
Die CD entsprach voll und ganz meinen Erwartungen. Willie Nelson ist immer wieder
ein Ohrenschmaus.Meine Frau als Nelson Fan hat sich sehr gefreut!
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5.0 von 5 Sternen Eine Liebeserklärung an die Frauen und eine ausnehmend gut hörbare Duett-Platte, 9. März 2014
Von 
Stefan Weise (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: To All the Girls... (Audio CD)
Für die Fans der Musik von Willie Nelson war ja das Jahr 2013 besonders erfreulich, und für die Leute, die noch keine Fans waren, bestanden große Chancen, zu Fans zu werden. Das lag nicht allein daran, daß Willie in diesem Jahr zwei CDs hervorgebracht hat. Denn das ist seit unerinnerbaren Zeiten sein Normaloutput. Sondern es lag daran, daß Nelson die Musikwelt 2013 mit zwei überaus gelungenen Produktionen beglückte.

Das war nicht immer so, und deshalb ist es so besonders hervorzuheben. Jemand, der seit über 60 Jahren Musik macht und seit ebenso langer Zeit an die 200 Konzerte im Jahr schrubbt, bringt nachvollziehbarerweise nicht nur Perlen hervor. Einige der Konzerte klingen in den letzten Jahren etwas angestrengt und müde, für die schwächeren der Platten gilt eher, daß man Nelsons Schwäche daran merkt, wie sehr sich Vorstellungen vom idealen Klang einer Musikproduktion durchsetzen, die denen Nelsons diametral entgegengesetzt sind.

Das ist jedenfalls meine Theorie. Im Werk Nelsons finden sich immer wieder ausgesprochene Mainstreamproduktionen, auf denen er außerdem nicht immer besonders beseelt singt und spielt. Willie Nelsons eigene Vorstellung vom idealen Klang seiner Musik kann man am besten in seinen Konzerten nachhören: Es muß nicht immer alles ganz perfekt und sauber klingen. Die Gitarre darf mal während des Songs nachgestimmt werden; rhythmisch darf es immer mal klappern; den Instrumentalsoli wird viel Zeit eingeräumt, und das Zusammenspiel, die Soli und vor allem der Gesang atmen immer Improvisationsfreude und Lust auf Experimente. Die Experimente spielen sich im weit gesteckten Rahmen zwischen Country, Folk, Blues und Jazz ab, gerne auch Swing - immerhin ist Django Reinhard Willie Nelsons gitarristisches Vorbild.

Improvisationslust und spartanischer Klang wie bei den Livekonzerten finden sich denn auch auf Nelsons besten Platten: Angefangen bei seinem Durchbruch als Country-Outlaw, "Red Headed Stranger", über die fast zwanzig Jahre später aufgenommene "Moonlight Becomes You" und "Nacogdoches" sowie das ergreifend reduzierte Meisterwerk "Spirit" bis hin zur persönlichen musikalischen Bilanz auf "Let's Face The Music And Dance", die Nelson in der ersten Hälfte des Jahres 2013, fast 80-jährig, vorlegte.

Dazwischen erschienen jede Menge guter, mittelmäßiger und sehr guter Alben, schwergängige oder überzuckerte Duett- und Livealben, und Willie Nelson hat auch so mancher Nashville-Mainstreamproduktion allein durch seinen Gesang zu Glanz und Seele verholfen.

Nun also als zweites Album des Jahres wieder ein Duett-Album. Die Duettpartner sind nach einem sehr einfachen Motto ausgewählt, nämlich dem, ob sie Frauen sind. Nelson liebt Duette, und er liebt Frauen, und weil viele Frauen Julio Iglesias lieben, spielt der Titel des Albums auf Willie Nelsons wohl gleichzeitig erfolgreichstes wie umstrittenstes Duett an, nämlich den Titel "To All The Girls I've Loved Before", das er Ende der 80er Jahre eben mit Julio Iglesias aufnahm.

Wer hoffte, auf dieser Platte nun eine endlich erträgliche Neuaufnahme des Liedes zu hören, wird enttäuscht. Es befindet sich gar nicht auf dieser CD. Die für Menschen, die Iglesias nicht ertragen, einzige hörbare Version befindet sich auf der Live-DVD aus Amsterdam von 2000. Es gibt eine nicht ganz saubere CD-Version von diesem Konzert unter dem Titel "Smokin' At The Paradiso". Diese ist unbedingt empfehlenswert, nicht nur weil sie besagtes Lied enthält, das Nelson in dieser Version im Duett mit seinem langjährigen Tourgitarristen Jody Payne vorträgt, der leider vor ein paar Monaten verstorben ist.

Während "Let's Face The Music And Dance" noch eine fast unbearbeitete, sicherlich live im Studio eingespielte, sehr warme und erfreulich 'unglatte' Produktion war, scheint mir die hier besprochene CD stilistisch einen Kompromiß zwischen Nelsons Idealvorstellungen und denen der Produzenten zu versuchen, die auch etwas für die Kasse tun wollen. Willie Nelson ist 80, und es dürfte inzwischen schwer sein, ihm irgendwie reinzureden, aber er zeichnet sich immer noch durch eine bewundernswerte Offenheit gegenüber zeitgemäßem Musizieren aus.

Davon ist auf dieser CD (gottseidank) nicht viel zu hören. Es ist eine grundkonservative, in den weitesten Teilen ruhig-besinnliche und überaus traditionelle Country-CD. Wenn hier Mainstream drin ist, dann deshalb, weil Nelson die Quelle jenes Mainstreams ist.

Die dominierenden Instrumente sind erfreulicherweise Willie Nelsons abgenudelte Konzertgitarre und auf vielen Tracks die Steel-Guitar; dazu die unvermeidliche Mundharmonika von Mickey Raphael; Schlagzeug und andere Klangbombasten halten sich angenehm im Hintergrund. Hervorzuheben ist vielleicht der durchgehende Einsatz eines Kontrabasses. Insgesamt ergibt sich bei diesem dritten von B. Cannon produzierten Nelson-Album ein schön trockener, erdiger, liebevoll erzeugter Nashville-Sound, der manchmal ins etwas zu Kühle, Distanzierte, Routinierte abgleitet.

Vor allem geht es hier um die Stimmen. Willie Nelson singt natürlich bei jedem Lied mit, und als Partnerinnen hat er sich 18 reizende blutjunge bis rüstige alte Damen aus unterschiedlichen Genres, vor allem aber aus der Country-Ecke, ausgesucht.

Das klingt für meine Duett-kritischen Ohren nicht immer besonders schön, obwohl man allen singenden Damen ein hohes Level an Gesangskunst und Stimmbeherrschung zugestehen muß. Auch das ist nicht Standard bei Nelson-Duetten. Früher litt der Hörer oft genug unter den mangelnden Fähigkeiten der Duettpartner.

Das Eingangsduett mit Dolly Parton ist über jeden Zweifel erhaben, auch wenn Nelson etwas wackelig singt. Miranda Lambert beim Waylon-Song klingt etwas farblos, während Nelson hier sehr gut singt.

Hervorzuheben ist Nr. 3, ein anscheinend nagelneues Stück aus der Feder von Nelson und Cannon, das entfernt an "When I Was Young And Grandma Wasn't Old" von einem der letzten Alben erinnert. "Duett"-Partnerinnen sind hier die Secret Sisters, die zwar unaufregend, aber sehr schön sauber wunderbare Satzgesänge über Willie Nelsons Stimme aufbauen, die hier fest und laut erklingt, gar nicht wie bei einem müden 80-Jährigen.

Die etwas gewöhnungsbedürftige, dunkle und gefühlvolle Stimme der Cash-Tochter Rosanne Cash begleitet einen sehr alt und wackelig klingenden Willie Nelson bei einer Neuaufnahme von "Please Don't Tell Me How The Story Ends". Im Hintergrund ist Willie Nelsons legendäres Flamenco-Geschrubbel auf seiner geliebten Gitarre zu hören.

Sheryl Crow singt himmlisch und findet zusammen mit Willie Nelson zu wunderbarer Zweistimmigkeit. Die beiden sind ein lange erprobtes Gesangspaar, sie mögen einander, die Stimmen schmiegen sich aneinander an, daß es eine Freude ist. Nelsons stellenweise überwältigend präzise Gesangskunst offenbart sich in diesem Song in der Zeile "...search for those Castles in Spain", Gänsehaut!

Bei der überaus flott gespielten Neuauflage von Bloody Mary Morning, einem Song, der ohnehin schon nicht zu den Schnarchliedern gehört, scheitert Willies Jazz-Phrasierung am zu schnellen und zu engmaschigen Metrum; in seinem Kopf läuft eine andere Uhr - zwar nicht falsch, aber unnachvollziehbar.

Always On My Mind, zum wahrscheinlich zweitausendsten Mal aufgenommen, verwandelt sich nun in einen 50er-Jahre-Tanz-Shuffle; Nelson singt kräftig, im Song stehend und sehr beseelt. Bevor die Streicher einsetzen, wirkt das etwas zu erdig, und Carrie Underwoods Stimme vermag mich einfach nicht zu erreichen, denn sie nervt mich.

Die nicht minder markante Stimme der altgewordenen Loretta Lynn klingt trocken und quetschig, aber sehr bewegend und einprägsam, während Willie sehr leise, aber sicher und berührend intoniert. Ein wunderbar zusammenpassendes Duo auf einem herrlich trocken arrangierten Song von Merle Haggard: Somewhere Between.

"No Mas Amor" klingt auf einmal wie eine Calexico-Nummer und sticht dadurch deutlich hervor, unter anderem auch durch die Trompete. Willie harmoniert wunderbar mit dem mehrstimmigen Gesang von Alison Krauss. Dies ist für mich eines der unerwartet herzzerreißenden Highlights der Platte.

Nach einem nach einiger Gewöhnungszeit sehr schönen Duett auf "Back To Earth" erklingt Mavis Staples überwältigend faltige, furchige, tiefe, kraftvolle Stimme, die düster klingt, aber unglaublich viel Seele mitbringt, bei "Grandma's Hands". Nelsons schwächlich klingende Stimme wirkt daneben geradezu störend; ein Effekt, den man auf früheren Duett-Scheiben, zum Beispiel der 2001er Blues-Platte, schon des öfteren zu beobachten hatte. Manchmal sind eben die Duettpartner solche Sonnen, daß sogar Willie Nelson neben ihnen erblaßt. Mavis Staples ist im hohen Alter von 75 Jahren ganz sicher eine von ihnen.

Besser paßt Nelson wieder zur oft als Duettpartnerin erprobten Norah Jones, gerade weil sich die Stimmen so reiben. "Walkin'" ist schön altmodisch arrangiert, Nelsons Gesang trifft direkt ins Herz, Norah spielt und singt gekonnt, beseelt, sexy.

Leider kaum zwei Minuten währt das superschnelle Duett mit der wunderbar warmstimmigen Shelby Lynne. Der leicht jazzige Klang gemahnt hier an Produktionen wie "You Don't Know Me" oder "Six Hours At Pedernales". Nelson fühlt sich hier sehr zu Hause, tritt souverän auf, intoniert präzise, phrasiert originell, während sich Lynne perfekt einfügt.

Mein absolutes Ober-Highlight auf dieser CD ist allerdings das Duett des 80-jährigen Nelson mit der gerade einmal 18-jährigen Lilly Meola. Sie klingt wie eine Mischung aus Norah Jones und Shania Twain, singt technisch perfekt, mit viel Seele, vielleicht etwas zu glatt. Nelson selbst singt unübertrefflich sparsam, voller Understatement, mit irrwitzigen Phrasierungen einen seiner berührendsten eigenen Songs. Die Zeilen "Now that you hold another's hand, will you remember mine?" gewinnen noch mal eine bestürzend neue Bedeutung, wenn ein 80-Jähriger sie mit wackeliger Stimme singt.

Das Duett mit Tochter Paula Nelson beim Fogerty-Lied "Have You Ever Seen The Rain?" glaubt man schon vor drei Jahren auf deren CD "Little Cities" gehört zu haben. Aber da kennt man die Nelson-Family schlecht. Sie sind natürlich hingegangen und haben das Lied nochmal komplett neu aufgenommen, leicht umarrangiert und mit vertauschten Gesangsparts. Paula Nelsons Stimme ist der Wahnsinn! Sie klingt wie eine schlecht gezähmte Janis Joplin, die auf einmal Country singt, vielfarbig, sexy, sicher. Unglaublich ist die Präzision, mit der Vater und Tochter hier zusammensingen, fast schon überirdisch das Timing, die winzige Verzögerung bei "I wanna... know", die beide mitmachen. Das sind Duette, wie sie Freude machen! Lukas Nelson singt hier auch im Background, Willie Nelsons Stimme wackelt in den Strophen etwas, seine Gitarre irrt im Solo ein wenig ziellos herum, und Wilsons stoisches Schlagzeug hindert den Song am Abheben. Schade. Aber: Die ultimative Version dieses Songs von Willie und Paula Nelson ist ja auf deren eigener Platte zu hören! Man mache sich die Mühe und vergleiche einmal! Auf Youtube gibt es ein Video davon; der zugrundeliegende Soundtrack ist von Paula Nelsons Platte.

Beim Rausschmeißerlied klingt Willie Nelson auf einmal so jung, daß man sich fragt, ob da nicht eine Aufnahme untergemischt wurde, die schon 30 Jahre alt ist. Der Schlagzeuger groovt zur Abwechslung mal richtig, während die Duettpartnerin ein wenig farblos, aber schön dreckig klingt.

Alles in allem eine hochinteressante Countryplatte mit vielen sehr überzeugenden Duetten von Willie Nelson als Liebeserklärung an die Frauen. Ich freue mich schon auf die nächste; die darf dann gerne auch mal wieder ohne Duette auskommen.
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5.0 von 5 Sternen genial, 17. November 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: To All the Girls... (Audio CD)
absolut gelungene cd, die man durchweg anhören kann." Have you ever seen the rain….. "das ursprünglich von CCR ist und eigentlich mein Lieblingslied dieser Band war, gefällt mir in der Version von Willie Nelson und seiner Tochter Paula sogar noch besser. Ich bin absolut begeistert und hoffe, dass wir von Willie noch einiges zu hören bekommen.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen dem interessierten, gewogenen Fan :, 15. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: To All the Girls... (Audio CD)
1. Dolly Parton – From Here To The Moon And Back

2. Miranda Lambert – She Was No Good For Me

3. Secret Sisters – It Won’t Be Very Long

4. Rosanne Cash – Please Don’t Tell Me

5. Sheryl Crow –Far Away Places

6. Wynonna Judd – Bloody Mary Morning

7. Carrie Underwood – Always On My Mind

8. Loretta Lynn – Somewhere Between

9. Alison Krauss – No Mas Amor

10. Melonie Cannon – Back To Earth

11. Mavis Staples – Grandma’s Hands

12. Norah Jones – Walkin’

13. Shelby Lynne – Til The End Of The World

14. Lily Meola – Will You Remember Mine

15. Emmylou Harris – Dry Lightning

16. Brandi Carlile – Making Believe

17. Paula Nelson – Have You Ever Seen The Rain

18. Tina Rose – After The Fire Is Gone

* * * * *
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gefühlvolle Duette (easy listening), 14. Oktober 2013
Von 
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: To All The Girls... (MP3-Download)
Ruhige Countrymusik von einer legende dieses Genre.

Zu seinem 80. Geburtstag hat mit 18 Sängerinnen seiner Wahl ein wunderschönes Album mit ruhigen Duetten eingespielt.

Genau das Richtige zum Chillen und zum Entschleunigen!
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen je oller desto lässiger und lockerer, 7. Februar 2014
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: To All The Girls... (MP3-Download)
Wie Johnny Cash: Im hohen Alter entspannt und gefühlvoll. das soll dem alten herren mal einer nachmachen. jede nummer mit einer anderen dame und immer auf extra fein.
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5.0 von 5 Sternen Der Alte Mann ist einfach gut!, 15. Dezember 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: To All the Girls... (Audio CD)
Hut ab vor dieser musikalischen Leistung. Ich finde, diese CD ist eine seiner Besten überhaupt. Hoffentlich bleibt dieser alte Schwerenöter noch eine Weile im Geschäft.
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bestens !!, 19. November 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: To All the Girls... (Audio CD)
Eine wirklich perfekte Veröffentlichung - ich liebe Willie, ich liebe Duette - als könnte diese CD nicht besser für mich sein... :-))
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To All The Girls...
To All The Girls... von Willie Nelson
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