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5.0 von 5 Sternen Überirdisch, 23. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Busoni: Die Späten Klavierwerke - ECHO Preisträger 2014 (Audio CD)
Diese Aufnahme ist ein Naturereignis! Sie macht 2 Dinge unmittelbar klar: Zum einen, dass es zur Vermittlung von Busonis Klaviermusik Pianisten mit enormen technischen Fähigkeiten bedarf, und zum anderen, das in dieser Musik viel mehr steckt als wir es von den bisher vorliegenden Aufnahmen kannten. Die Messlatte ist freilich durch diese hier sehr hoch gesteckt worden. Wegen seiner technischen Souveränität, die auch die schwindelerregenden Schwierigkeiten dieser Musik vergessen lässt und wie selbstverständlich anmutet, gelingt es Hamelin die Struktur der Werke offen zu legen, und einen Blick in die Werkstatt des Komponisten zu werfen. Busoni war ein vielseitig gebildeter und interessierter Mensch, und dies kommt auch in seiner Musik zum Ausdruck. Zwar fußt seine musikalische Sprache noch sehr stark auf der spätromantischen Tradition, und vor allem der Kunst eines J.S. Bach, aber er war auch den aktuellen Entwicklungen um die Schule Schönbergs und anderen Strömungen seiner Zeit gegenüber aufgeschlossen. Er hat sich auch theoretisch intensiv mit der Weiterentwicklung der Musik auseinandergesetzt (Entwurf einer neuen Ästhetik der Tonkunst). Das hört man auch in seinen Klavierwerken. In der vorliegenden Box sind sowohl ambitionierte Kompositionen wie die 6 Sonatinen oder die Elegien versammelt, als auch solche, die in erster Linie didaktischen Zwecken dienen sollten. Letztere werden hier zum Teil erstmalig auf Tonträger präsentiert. Etliche Stücke, wie z.B. die Fantasie nach Bach, oder die kanonischen Variationen und Fuge sind Reflexe auf die intensive Beschäftigung mit der Musik Bachs, dessen Werke Busoni für Breitkopf & Härtel herausgegeben hatte. Andere wiederum zeigen uns den Klaviervirtuosen (Variationen über das Prélude op.28 c-Moll von Chopin) und den faustischen Grübler (Elegien), der Busoni neben seiner durchaus erfolgreichen Virtuosentätigkeit auch war. Die Vielschichtigkeit von Busonis Persönlichkeit kommt in den Interpretationen von Marc André Hamelin hervorragend zum Ausdruck.
Was soll man nun zu der Art und Weise sagen, wie der Pianist mit dem musikalischen Material umgeht? Staunen, Bewunderung oder unendliche Freude darüber, wie jemand Klavier spielen kann? Sicher von allem etwas, denn wir haben es hier, und das wissen seine Bewunderer ja schon lange, mit einem Ausnahmetalent zu tun, welches die Menschheit nur ganz selten hervorbringt. Ich habe bei jedem Takt dieser wunderbaren Werke stets das Gefühl, das es so sein muss und nicht anders. Wenn man beim anhören der Aufnahmen den Notentext mitliest ist man verblüfft, wie treu Hamelin dem Text bleibt, aber dennoch gestaltet. Und dies auf seine unnachahmliche Weise, indem er die Binnenstrukturen der Werke offenlegt, und den musikalischen Extrakt genau auf den Punkt bringt. Wer große Weine liebt wird vielleicht meinen Vergleich mit einem Chateau Neuf Du Pape verstehen. Dies ein Wein, der wenn er gut gemacht ist, von einer enormen Vielschichtigkeit sein kann. So verhält es sich auch mit der Musik von Busoni. Da ist vieles enthalten, was sich erst bei häufigerem Zuhören erschließt. Und wie könnte das besser und genussvoller geschehen als mit dieser phänomenalen Aufnahme?
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