Kundenrezensionen


26 Rezensionen
5 Sterne:
 (22)
4 Sterne:
 (1)
3 Sterne:
 (1)
2 Sterne:
 (1)
1 Sterne:
 (1)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


45 von 49 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Krisen des Kapitalismus ähneln sich
Ich befürchte das Buch wird viele negative Bewertungen bekommen, denn Frau Herrmann argumentiert gegen den Mainstream.
Es ist die Geschichte des Kapitalismus, bei der aufgezeigt wird unter welchen Bedingungen Krisen entstehen bzw. der Kapitalismus Wohlstand erzeugt.

Frau Herrmann setzt den Beginn des Kapitalismus Mitte des 18. Jahrhunderts in Nordwest...
Vor 6 Monaten von K. Meucht veröffentlicht

versus
6 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Für eine Doktorarbeit würde es nicht reichen
Das Buch ist geprägt von Herrmanns offensichtlicher Leidenschaft für Geschichte, wobei ihr die Freiheit der Interpretation historischer Quellen entgegen kommt. In Einzelheiten, die oft nur in einem einzigen Satz oder Halbsatz erscheinen, enthält das Buch sachliche oder logische Unrichtigkeiten. Für den eine geschichtenreiche Sprache liebenden Leser ist...
Vor 3 Monaten von Dr. Harald Wozniewski veröffentlicht


‹ Zurück | 1 2 3 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

45 von 49 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Krisen des Kapitalismus ähneln sich, 5. Oktober 2013
Von 
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Sieg des Kapitals: Wie der Reichtum in die Welt kam: Die Geschichte von Wachstum, Geld und Krisen (Kindle Edition)
Ich befürchte das Buch wird viele negative Bewertungen bekommen, denn Frau Herrmann argumentiert gegen den Mainstream.
Es ist die Geschichte des Kapitalismus, bei der aufgezeigt wird unter welchen Bedingungen Krisen entstehen bzw. der Kapitalismus Wohlstand erzeugt.

Frau Herrmann setzt den Beginn des Kapitalismus Mitte des 18. Jahrhunderts in Nordwest England an. Vorher gab es durchaus freie Marktwirtschaft, was aber nicht mit Kapitalismus zu verwechseln ist. Aber erst in England begann man menschliche Arbeitskraft konsequent durch Maschinen zu ersetzen - und das obwohl die Technologie wie die Dampfmaschine schon den Römern bekannt war. Die Ursache für den Beginn des Kapitalismus in England sieht die Autorin darin dass die Löhne sehr hoch und Energie sehr billig war.Zuvor gab es Jahrtausende kein kontinuierliches wirtschaftliches Wachstum. Die Lebensqualität hängte in erster Linie von der Ernte ab.

Die Autorin beschreibt die Geschichte des Kapitalismus, ohne den Bezug zur Gegenwart zu verlieren. Die Ursachen für die Krisen des Kapitals in seinen frühen Zeiten bis heute zur Eurokrise hat immer ähnliche Strukturen. Während vor dem Kapitalismus der Mangel an Gütern insbesondere Lebensmittel die Menschen verarmen lies, ist der Hauptgrund der Krisen die Überproduktion bzw. Absatzschwierigkeiten.

Die Regierungen verschärfen die Krisen weil sie Volks- und Betriebswirtschaftslehre verwechseln. Der Wohlstand des Volkes ist alleinig abhängig von der Realwirtschaft. Wächst das Kapital schneller als das reale Wirtschaftswachstum entstehen Blasen. Die Menschen glauben noch Sie seien reich weil sie viel Geld haben. Die Unternehmen investieren verstärkt auf dem Kapitalmarkt anstatt in die reale Wirtschaft weil dort die Rendite deutlich höher ist. Sobald die Blase platzt beginnen plötzlich alle zu sparen was die Realwirtschaft weiter schwächt.

Was die Autorin postuliert ist in den Augen der Konservativen ein wahrer Giftschrank. Ich konzentriere mich auf das was die Gegenwart betrifft, was vielleicht das Buch falsch wiedergibt da ein grosser Teil des Buches sich mit der Vergangenheit beschäftigt. Aber die Fehler der Vergangenheit wiederholen sich bei den heutigen Krisen:

- Sie zeigt dass der Kapitalismus am besten bei hohen Löhnen funktioniert. Bei niedrigen Löhnen lohnt es sich nicht Maschinen einzusetzen und die Firmen bekommen Absatzschwierigkeiten.
- Gute Sozialsysteme schwächen die Krise ab. Als Hinweis gilt u.a. das Kurzarbeitergeld und Abwrackprämie in Deutschland. Gute Sozialsysteme sorgen dafür dass die Menschen auch in der Krise noch konsumieren. Das Problem dass in der Rezession alle Sparen wird gemildert.
- Wenn die Menschen und Unternehmen sparen, darf es der Staat nicht tun. Der Kapitalismus benötigt Wachstum und wenn alle gleichzeitig sparen wird das Wachstum abgewürgt.
- Die Autorin plädiert für höhere Steuern bei den Reichen, da dessen Sparquote höher ist.
- Der Arbeitsmarkt ist kein echter Markt, aufgrund des Machtgefälles zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer
- Die Riesterrente ist eine Vermögensvernichtungsmaschine
- Da die Zinzen nie unter 0 fallen können, ist eine niedrige Inflation sinnvoll um in einer Rezzession noch reagieren zu können. Die Angst der Deutschen vor der Inflation ist unbegründet. Typisch für die Krisen waren immer deflationäre Entwicklung.
- Die Agenda 2010 ist mit verantwortlich für die Eurokrise, und die Austeritätsprogramme verschärfen diese.
- Es war richtig dass die EZB Staatsanleihen kauft.
- Bei andauernden Exportüberschüssen ist es nur eine Frage der Zeit bis sich das Auslandsvermögen in Null auflöst.
- Der Kapitalismus ist nicht zu verwechseln mit Marktwirschaft. Wir haben heute nur noch in den Nischen freie Marktwirtschaft. z.B Handwerk und Gaststätten. Die grossen Konzerne haben keine echte Konkurrenz.
- Der Staat muss ein ein sehr wesentlicher Teil des Kapitalismus sein, sonst bricht dieser sofort zusammen
- Die Globalisierung ist kein neues Phänomen.

Aber auch einiges wird den Linken nicht gefallen:

- Der Kapitalismus hat den Menschen Wohlstand gebracht.
- Zinzen sind kein Problem, solange die Realwirtschaft (+ Inflationsrate) entsprechend wächst
- Auch die Geldschöpfung aus dem Nichts durch Kredite muss nicht zwingend zu Krisen führen
- Das Wunder von Wörgl entstand nicht aufgrund des Freigelds sondern aufgrund der Nachfragepolitik
- Es war richtig die Banken zu retten.

Gelacht habe ich als sie die Autorin Ronald Reagon Politik als Keynesianismus für Reiche betitelte.

Die Autorin glaubt dass die ökologischen Probleme das Ende des Kapitalismus einläuten werden. Der Kapitalismus funktioniert nur unter Wachstum und endloses Wachstum kann es in einer endlichen Welt nicht geben. Aber das Ende des Kapitalismus wird nicht das Ende der Menschheit sein.

Ich bewerte das Buch mit 5 Punkten, weil es einfach geschrieben ist, und die Argumente gut begründet und mich zum Nachdenken gebracht haben.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


26 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Große Themen leicht erklärt, 29. September 2013
Von 
T. Pohl (Frankfurt am Main) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Ulrike Herrmann gelingt es auf beeindruckende Weise, eine Schneise in das Dickicht von Globalisierung und Finanzkrisen zu schlagen. Pointiert und flott geschrieben spannt Herrmann einen historischen Bogen, der mit Vorurteilen und Ideologien rund um Marktwirtschaft, Geld und Kapital aufräumt. Überzeugend arbeitet sie die zentrale Rolle des modernen Staates gegen alle neoliberale Rethorik heraus. Ein überaus lesenswertes Buch, kurzweilig geschrieben, voller Denkanstöße und Anregungen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr empfehlenswert!, 13. Januar 2014
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Habe das Buch aufgrund eines Radiointerviews der Autorin bestellt.
Frau Herrmann schreibt sehr gut lesbar und erklärt die kompliziertesten Sachverhalte auf anschauliche Weise,
wie ich finde, logisch nachvollziehbar.
Hoch interessant - lässt einen "hinter die Kulissen" schauen und das ganze "Finanztheater" mit anderen Augen betrachten!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


18 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr lesenswert und erhellend!, 30. September 2013
Habe das Buch mit grossem Gewinn gelesen.
Ulrike Herrmann erklärt mit Hilfe von anschaulichen historischen Beispielen wie "der Kapitalismus" entstand und funktioniert.
Sie dekonstruiert diverse gängige neoliberale Mythen:
- die permanent herbeizitierten und angeblich allmächtigen Märkte
- die vielzitierte Globalisierung
- die angebliche Inflationsgefahr
- die angeblich zu hohe Staatsquote usw....
Extrem lesenswert!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ., 9. Februar 2014
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
lasst das mit den 21 pflichtwörtern!!!! da fühlt man sich gleich genötigt!!!

...
Das Buch sollte meiner ansicht nach zur Pflichtlektüre eines jedern Politikers gehören. Ansonsten erpfehle ichs jedem der keinen Plan hat von dem in welcher Art System er lebt, wie Geld ensteht u.v.m.. Sehr verständlich beschrieben, leicht nachvollziehbar und enorm viel Wissen gut komprimiert.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großartig, 18. November 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Sieg des Kapitals: Wie der Reichtum in die Welt kam: Die Geschichte von Wachstum, Geld und Krisen (Kindle Edition)
Man sollte Frau Herrmann für den Ökonomie-Nobelpreis vorschlagen. So klar und einleuchtend wurden die Ursachen und Wirkungen der bisherigen, aktuellen oder auch künftigen Finanz- und Wirtschaftskrisen noch nie beschrieben. Dieses Buch sollte Pflichtlektüre aller Politiker und Wirtschafts-Manager sein. Auch wenn die von der Autorin vorgeschlagenen Lösungen sicher nur bedingt umgesetzt werden können und die Zukunft mit einem pessimistisch Ton dargestellt wird, muss man die dargelegten Fakten unbedingt zur Kenntnis nehmen. Es ist sicher provokant zu behaupten, dass Schröders Agenda-Politik die heutige Finanzkrise mit verursacht hat. Aber dies ist eine These, deren Diskussion sehr lohnenswert ist.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Endlich ein Ökonomisches Narrativ für die Zeit, 17. Januar 2014
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Sieg des Kapitals: Wie der Reichtum in die Welt kam: Die Geschichte von Wachstum, Geld und Krisen (Kindle Edition)
Das ungewöhnliche an diesem Buch ist, dass die wirtschaftshistorischen Fakten zu einer eingängigen Geschichte zusammengefügt werden. Die Autorin bricht damit aus aus den vielen rein anektotischen Büchern bei denen ein Laie kaum was mitnimmt. Um das zu schaffen muss man klar Position beziehen, was aber gut begründet ist, und eben auch beim Verständniss hilft. Bestes Wirtschaftsbuch, dass ich bis jetzt gelesen habe. Das Buch endet mit den Herausforderungen der Grenzen des Wachstums, weil sie nicht findet das wir schon wissen wie wir damit umgehen sollen. Allein wegen der Erklärung der Eurokriesen sollte das Buch gelesen werden.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen gut geschrieben auch für Laien, 24. März 2014
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Sieg des Kapitals: Wie der Reichtum in die Welt kam: Die Geschichte von Wachstum, Geld und Krisen (Kindle Edition)
Ohne ideologischen Pathos werden die Probleme des Kapitalismus deutlich ohne einen Ausweg zu zeigen. Ein guter Denkanstoß verständlich und sachkundig geschrieben.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein tolles Lehrbuch für unsere Zeit!, 3. März 2014
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Sieg des Kapitals: Wie der Reichtum in die Welt kam: Die Geschichte von Wachstum, Geld und Krisen (Kindle Edition)
Das Buch von Frau Herrmann hat mir wirklich sehr gut gefallen. Sie versteht es ohne große Schnörkel komplexe Sachverhalte auch für den ökonomischen Laien verständlich darzustellen. Hierbei gelingt es ihr, wie ich finde, sehr gut die Historie des Kapitalismus mit seiner theoretischen Aufarbeitung in den Wirtschaftswissenschaften zu verbinden.

Sie beschreibt sehr genau die Umstände der Erfindung des Kapitalismus im England des 18 Jh. und legt dar, was den Kapitalismus von anderen Wirtschaftsformen in anderen Epochen und Erdteilen unterscheidet. Der Hauptunterschied besteht hierbei für Frau Herrmann im Wachstum der Wirtschaft bedingt durch technologischen Innovation. Dies sei es, was den Kapitalismus in seinem Kern ausmacht, was aber zugleich seine Krisenhaftigkeit begründet, denn die permanente schöpferische Zerstörung durch den Kapitalismus, verlangt eine ständige Neuausrichtung der Gesellschaft. Es waren laut Herrmann zwar Elemente, die zur Entwicklung des Kapitalismus geführt haben, bereits in anderen Epochen bekannt, aber der Sprung in den modernen Kapitalismus gelang erst den Engländern, die dadurch einen immensen Wohlstandszuwach erfuhren.

Frau Herrmann versteht es sehr gut, bei aller berechtigten Kritik am Kapitalismus, in ihrer Darstellung sachbezogen zu argumentieren und tut dies ohne ideologische Scheuklappen.

So beschreibt sie den Kapitalismus in all seinen historischen Krisen bis zu unserer heutigen Superkrise und legt ausführlich dar, was den heutigen Kapitalismus von dem frühen Kapitalismus unterscheidet. Der Hauptunterschied besteht hier im wesentlichen darin, dass der Kapitalismus zu einer immer größeren Zentralisierung und Monopolisierung neigt, da heutige Industrie einer immer größere Kapitalmenge bedarf, damit sie erfolgreich betrieben werden kann. Dies ist von den heutigen armen Ländern natürlich kaum zu leisten, wobei ein technologischer Vorsprung der Industrieländer noch hinzukommt, der praktisch schwer aufzuholen ist.

Frau Herrmann beschreibt weiterhin, wie es historisch zu der immer größeren Tendenz des Kapitalismus in einigen Ländern kam (vor allem England/USA), sich immer mehr auf die Finanzindustrie zu konzentrieren.

Weiterhin wird der Unterschied zwischen Keynesianismus und Neoliberalismus nach Art von Milton Friedmann behandelt, wobei Frau Herrmann kein Geheimnis daraus macht, dass sie natürlich zu Keynes neigt, da dieser richtig erkannt habe, dass der Kapitalismus immer wieder zur Krise tendiert, die staatlich gesteuert werden muss. Dies zeige, entgegen der heute weit verbreiteten Meinung, dass Staat und Kapitalismus sich nicht gegenseitig ausschließen, sondern einander bedingen. Auch sei der freie Markt, wie er von Friedmann beschrieben wird, eher ein Nischenphänomen im Kapitalismus und nicht dessen Normalzustand.

Nicht zuletzt beschäftigt sich Frau Herrmann auch mit den Kritikern des heutigen Kapitalismus wie Occupy (David Graeber), Postwachstumsökonomie (Niko Paech) und monetativen Bewegungen (Silvio Gsell). Hierbei konstatiert Frau Herrmann, dass der Kapitalismus neben der Finanzkrise das Problem hat an die Grenzen seiner Wachstumsmöglichkeiten zu gelangen auf Grund von Ressourcenknappheit und den ökologischen Problemen, die er verursacht. Dies habe zur Folge, dass der Kapitalismus seine Kerneigenschaft - das Wachstum - nicht mehr frei entfalten kann. Einen wirklich plausiblen Ausweg aus diesem Dilemma liefern aber keine dieser kritischen Bewegungen, obwohl sie teilweise gute Ansätze liefern.

So habe Occupy daran gekrankt, keine wirkliche Forderungen - außer dem Schuldenerlass (Graeber) - gestellt zu haben und im Grunde den Kapitalismus nicht wirklich zu kennen, den sie als Bewegung doch überwinden will.

Die Verfechter neuer Geldsysteme hingegen verfielen einer Art Mystik oder Magie des Geldes und hätten somit paradoxerweise eine Ähnlichkeit mit neoliberalen Börsianern, die ihnen selbst gar nicht bewusst zu sein scheint. Denn auch die Investmentbanker glaubten ja mit ihren neuen Finanzprodukten echtes Wachstum zu erzeugen, weswegen sie ihre Boni ja für gerechtfertigt halten. Aber Frau Herrmann meint hierzu nur, dass zum einen diese Finanzprodukte vielfach gar nicht so neu seien und zum anderen, dass diese Instrumente auch niemals zu einem derartiges Wachstum geführt hätten, wie wir es heute kennen. Geld und Zins allein führten eben nicht notwendig zu Wachstum, dies geschieht nur, wenn Kapital dazu genutzt wird, die Produktion von Waren und Gütern durch technische Innovation zu steigern. Dies sei auch der Unterschied zwischen Kapital und Geld, dass nur benutzt wird, um zu konsumieren.

Die Postwachstumsökonomen hingegen machten sich nicht genug klar, was eine schrumpfende Wirtschaft wirklich bedeuten würde, und wie wir einen Übergang von einer Wachstumsökonomie hin zu einer Kreislaufökonomie realistisch hinbekommen könnten.

So stecken wir also in einem Dilemma fest. Der Kapitalismus gerät an seine Grenzen und kann in seiner jetzigen Form wahrscheinlich nicht mehr sehr lange fortgeführt werden. Obwohl er verantwortlich ist für unseren Wohlstand produziert er auch Probleme, die nicht einfach so gelöst werden können. Allerdings gibt es zum Kapitalismus bis heute keine echte Alternative, die wirklich restlos überzeugen könnte und von allen akzeptiert würde.

Insgesamt muss ich sagen, dass das Buch eine solche Fülle von Themen umspannt, die eigentlich kaum zu bewältigen sind. Aber diese Aufgabe wird nichtsdestotrotz souverän gemeistert, und dass in einer verständlichen Art und in einem überschaubaren Umfang. Wirklich große Klasse Frau Herrmann! Für mich war es eines der besten Bücher zu diesem Thema, obwohl ich David Graeber`s Schulden auch nicht schlecht fand. Es ist ein Buch, dass nicht plumpes Kapitalismus-bashing betreibt, sondern fundiert die Probleme beschreibt, vor denen wir heute stehen. Daher kann ich es als ein aufklärerisches Werk nur weiterempfehlen!!!!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Interessantes Buch ueber die Geschichte und Funktionsweise des Kapitalismus, 23. Februar 2014
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Sehr gut und spannend geschrieben. Das Buch ist auch sehr allgemeinverstaendlich und in einem populaeren journalistischen Stil geschrieben - trotzdem klar in der Analyse und auch vorurteilslos verfasst. Kann ich nur empfehlen!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


‹ Zurück | 1 2 3 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst
ARRAY(0xa68e6b04)

Dieses Produkt

Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen