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14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Rausch der belle époque, 20. Oktober 2013
Von 
H. Schwoch "hschwoch" - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: At Birmingham Symphony Hall (Audio CD)
Man schrieb das Jahr 1973. England schwelgte im Glamrock-Fieber: wilde Frisuren, glitzernde Klamotten, glänzende Stiefel mit zwanzig Zentimeter hohen Plateausohlen, Maskara und Lippenstift, ein kokettes Spiel mit der Bisexualität und eine neue, zumeist recht simple, vereinzelt auch komplexe, aber stets unglaublich eingängige Auslegung des guten alten Rock'n'Roll.

Ex-Folkie Marc Bolan hatte den Stein losgetreten und 1971/1972 mit seiner Band T.Rex die Schlagzeilen beherrscht. Während Bolans Stern inzwischen bereits leicht im Sinken begriffen war, feierten sein alter Kumpel David Bowie, Roxy Music, Slade, The Sweet, Gary Glitter, Wizzard, Elton John, Mud, Alvin Stardust, David Essex den exzessiven Rausch des Glam und beherrschten mit ihren Hits nach Belieben die Charts. Selbst altgediente und eigentlich sehr 'männliche' Rockbands wie die Rolling Stones oder Mott the Hoople klinkten sich notgedrungen mit ein.

Als Cockney Rebel die Szene betraten, tat sich neben all dem anderen wunderbaren Kram noch einmal eine ganz andere Welt auf. Ihr Debütalbum THE HUMAN MENAGERIE war ein Universum für sich, ein verzwicktes, sanftes, tiefes, ironisches, zuweilen bombastisches Glampop-Universum, das aber kommerziell nach hinten losging, denn weder die LP noch die unfassbar wunderbare Single "Sebastian" erreichten in England die Verkaufscharts. Gleichwohl zogen Mastermind Steve Harley und seine plüschigen Spießgesellen von Anfang an eine ganze Menge Aufmerksamkeit auf sich.

Anfang 1974 war es dann endlich so weit: Mit dem très charmanten Ohrwurm "Judy Teen" stiegen Harley & Co. fast unaufhaltsam bis auf Platz 5. Das Mitte des Jahres folgende zweite Album THE PSYCHOMODO enthielt zwar fast durchweg etwas schwächere Kompositionen als der Vorgänger, konnte aber erneut mit seinen Arrangements faszinieren und knackte mit Platz 8 ebenfalls die Charts. Die süffig-schwülstige Wolgaschiffer-Romantik der ausgekoppelten Single "Mr. Soft" (auch # 8) trug wohl einiges zu diesem Erfolg bei.

Harleys Ego war von Anfang an sehr groß gewesen, und so legte er sich nicht nur ernsthaft mit der englischen Rockpresse an, sondern trennte sich auch von fast allen Bandmitgliedern und nannte seine neue Musikergemeinschaft fortan Steve Harley & Cockney Rebel. 1975 feierte er mit dem klug arrangierten "Make Me Smile (Come Up And See Me)" seinen ersten und einzigen Nummer-1-Hit und mit THE BEST YEARS OF OUR LIVES auch sein mit Abstand erfolgreichstes Album. Dann gab's noch einen Erfolg mit einer eigenwilligen Version der Beatles-Nummer "Here Comes The Sun". Die frühere Magie war trotzdem irgendwie dahin, und so ging es mit seiner Karriere dann auch ziemlich schnell bergab. Der Name Cockney Rebel wurde ad acta gelegt, zwei Soloalben floppten, und schon Ende der Siebziger war Harley nur noch ein has-been, ein fast vergessener ex-Star.

In den Achtzigern versank er fast durchgehend in einem tiefen Karriereloch, und in den Neunzigern lief es nicht viel besser. Doch im Laufe der Jahre und Jahrzehnte erarbeitete sich der kleine Mann mit der faszinierenden Schmalspurstimme seine Fans mit einigen mehr oder weniger gelungenen Alben und vor allem mit Hunderten von leidenschaftlichen Konzerten zurück.

Die echten Fans rund um den Planeten haben Cockney Rebel sowieso nie vergessen. Und also wagte Steve Harley das einmalige Ereignis, die ersten beiden Alben von '73/'74 erstmals in ihrer Gänze live zu präsentieren. Mit Chor und großem Orchester. Ganz oder gar nicht. The Full Monty. Und es wurde ein Triumph.

Ich war dabei, am Sonnabend, dem 24. November 2012, in der beeindruckenden Symphony Hall in Birmingham. Harley zunächst nervös, aber zunehmend souveräner. Band und Orchester engagiert und mit Spaß. Das Orchester dirigiert von Andrew Powell (Alan Parsons Project, John Miles, Al Stewart, Kate Bush usw.), der fast vierzig Jahre zuvor die Arrangements für die ersten beiden Alben von Cockney Rebel geschrieben hatte. Ein Traum wurde wahr für die versammelten Fans, die aus aller Welt angereist waren, und deren frenetischen Jubel man sich auf den Tonträgern noch lauter und authentischer gewünscht hätte.

Doch zweifellos ist diese Doppel-CD trotzdem eines der größten Livealben aller Zeiten geworden; ein Dokument, ein Monument, auch wenn Harley leider der Versuchung nicht widerstehen konnte, kurz vor dem Ende der Show unvermittelt zwei aktuelle Songs mit einzubauen, die sowohl textlich als auch musikalisch überhaupt nicht zum Kontext der alten Songs passen und zweitens auch noch ziemlich langweilig sind. Außerdem fügte er "Judy Teen" ohne Not in die Abfolge von THE HUMAN MENAGERIE ein, obwohl der Song erst wesentlich später erschien. Und obwohl einige von Harleys herrlich (selbst-)ironischen Wortbeiträgen die er zwischen den einzelnen Songs darbrachte, für dieses Album konserviert wurden, so fehlen doch diverse andere; zum Beispiel jener, in dem er sich ziemlich mokant über einige Zuschauer auf den teuren Plätzen in den ersten Reihen lustig zu machen beliebte.

Ich gebe es zu: Bei "Sebastian" habe ich geheult wie ein Schlosshund, bei "Death Trip", "Hideaway", "Loretta's Tale", "Mirror Freak" oder "Ritz" ging es mir kaum anders. Bei "Judy Teen" habe ich hingegen, wie Hunderte andere, laut mitgebrüllt: 'She made us happy!'.

Dies ist noch einmal der längst vergangen geglaubte Rausch der belle époque der Rockgeschichte. Nostalgie auf allerhöchster Ebene. Zwei Stunden glückliches Lachen und Weinen. Chapeau, Mr. Harley, you made us happy! And you still make us happy.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Genial, 21. Oktober 2013
Von 
Andreas Hein (Dillenburg, Hessen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: At Birmingham Symphony Hall (Audio CD)
Als Steve Harley Fan wird man wirklich verwöhnt. Neben seinen exzellenten Soloproduktionen die regelmässig erscheinen, wird auch das Cockney Rebel Frühwerk entsprechend gewürdigt, sei es als CD Wiederveröffentlichungen mit Bonus Songs, mit der erstaunlich kompletten 3 CD Steve Harley Anthology, die vor einigen Jahren erschien und die frühen Cockney Rebel Zeiten mit Steve's aktuellen Solosongs verknüpfte, mit der 4 CD Box Cavaliers die neben den Human Menagerie und Psychomodo Alben, Alternativversionen und Outtakes dieser beiden Alben bot, sowie ein BBC Konzert von 1974.
Und genau wie Cavaliers widmet sich auch Live at Birmingham Symphony Hall den ersten beiden Cockney Rebel Alben. Diese wurden im Jahr 2012 in Birmingham mit Orchester und Chor in der original Reihenfolge aufgeführt. Gerade die orchestralen Songs wie Sebastian oder Death Trip erfahren hier eine würdige Live Aufarbeitung. Auch andere Songs die bisher live eher selten gespielt wurden bekommt man hier zu hören, das geniale Hideway zum Beispiel.
Ich habe fast 40 Jahre auf eine Live Version von Ritz gewartet, von vielen unterbewertet, aber meines Erachtens der beste Cockney Rebel Song überhaupt, auch das Warten hat jetzt ein Ende.
Gegen Ende spielt Steve zwei seiner neueren Songs, Black or White und Stranger comes to town. Hier hätte ich mir seine genialen Solosongs The Lighthouse, Dino-Star for a week und Coast of Amalfi gewünscht, die sich nahtlos in die alten Cockney Rebel Zeiten einfügen. Aber das ist Jammern auf allerhöchstem Niveau, man kann nicht alles haben.
Mit der Live in Birmingham hat sich Steve jedenfalls schon jetzt ein Denkmal gesetzt. Ein Must have für jeden Fan.
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0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geniales Album, 11. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: At Birmingham Symphony Hall (Audio CD)
Eine der besten Versionen von "Sebastian", die ich je gehört habe. Album für Steve Harley Fans sehr zu empfehlen, wenn man "großes" Orchester mag.
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Birmingham (Live with Orchestra & Choir)
Birmingham (Live with Orchestra & Choir) von Cockney Rebel Steve Harley
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