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am 27. August 2006
Edward Zwicks "Legenden der Leidenschaft" ist ein sensibles Familiendrama von epischen Ausmaßen, welches sowohl durch ergreifend anmutende Aufnahmen fastzinierender Naturlanschaften als auch durch die exakt konstruierte Entwicklung der einzelnen Charaktere und die gekonnte Darstellung des hierbei entstehenden Spannungsfeldes zwischen den verschiedenen Figuren beeindruckt.
Der Film zeigt die Geschichte einer Familie, deren Schicksal vor allem durch zweierlei beeinflusst wird: durch den Tod des jüngsten Bruders im ersten Weltkrieg und durch eine Frau, die von allen dreien der Brüder geliebt wird. Er zeigt das Leben zweier völlig unterschiedlicher Brüder und den Konflikt, der zwischen diesen beiden entsteht, welcher gleichsam auch ein Konflikt um eben jene Frau ist, die sie beide lieben. Er zeigt die Geschichte Tristans, des mittleren Bruders, dessen Leben nach dem Tod seines Bruders im Krieg, den zu verhindern er nicht im Stande war, aus der Bahn gerät, der von einer inneren Unruhe, einer Wut - symbolisch durch den Bären dargestellt - befallen wird und zeigt seinen Kampf, jene Unruhe zu überwinden, um, da im dies gelingen sollte, Jahre des Friedens und des Glücks verleben zu können.
Vor allem aber ist es eine Geschichte voller Tragik, voller Schicksalsschläge und Unglück, Schmerz und Leid und zeigt die einzelnen Charaktere bei deren Versuchen, das Geschehene zu verkraften und zu überwinden, wobei der Film allerdings nie ins Kitschige abschweift, niemals von seiner sensiblen Erzählweise abweicht und immer durch atemberaubende Naturlandschaften und grandiose Filmmusik zu ergreifen und beeindrucken vermag.
Abgerundet wird dies durch eine perfekte Besetzung, Anthony Hopkins, in der Rolle des Vaters und Brad Pitt als Tristan, anknüpfend an seine beeindruckenden Leistungen beispielsweise in "Aus der Mitte entspringt ein Fluss", um nur einige Beispiele anzubringen. Die immense Tragik des Films scheint für manchen unglaubhaft oder gar lachhaft zu wirken, doch wer bereit ist, sich auf den Film, auf die Geschichte jener Familie einzulassen, wird von dieser schnell ergriffen sein und in den Genuss kommen, ein episches Meisterwerk voller Leidenschaft, voller Sensibilität und Gefühl erleben zu dürfen.
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TOP 1000 REZENSENTam 16. Oktober 2014
Die Rezension bezieht sich auf den Film.
Deutscher Titel: Legenden der Leidenschaft. Originaltitel: Legends of the Fall
Produktionsland: USA. Premiere: 1994
Mit: Brad Pitt, Anthony Hopkins, Julia Ormond, Aidan Quinn, Henry Thomas, Gordon Tootoosis, Karina Lombard, Tantoo Cardinal, Sekwan Auger u. A.
Regie: Edward Zwick
Literarische Vorlage: nach dem gleichnamigen Roman von Jim Harrison von 1979
Kamera: John Toll (Oscar)
Genre: Epos > Literaturverfilmung > Drama > Familiendrama > Abenteuerfilm
Auszeichnungen: Oscar für beste Kamera
Nominierungen: Oscarnominierungen für bestes Szenenbild und Ton; u.a.

Spoiler-Elemente.
Haupthandlung: Montana um 1913/14 und die folgenden Jahre.
Der Film beginnt mit der erzählenden Chronik des alten Indianers One Stab (Gordon Tootoosis) aus dem Stamme der Cree, in deren Zentrum die Person von Tristan Ludlow steht, gespielt von Brad Pitt. Dieser wächst zusammen mit seinen beiden Brüdern auf in einer traumhaften Landschaft Montanas, wo deren Vater (Anthony Hopkins) eine neue Existenz begonnen und aufgebaut hat. Als Colonel gab er resigniert den militärischen Beruf auf, als er erlebte, wie die besiegten indianischen Stämme in Reservate gezwungen wurden und er ihnen nicht helfen konnte. Einige Natives aus dem Stamm der Cree nahm er bei sich auf und pflegte Freundschaft mit ihnen, darunter One Stab, seinem ehemaligen Scout.
Die große Ranch ist in ein prächtiges Ambiente gefügt, umgeben von gefleckten Bergrücken in der Ferne, weichen, bewaldeten Hügeln in der Nähe, inmitten satten Grases unter einem alles beherrschenden Himmel.
One Stab weiht Tristan in die Traditionen seines Volkes ein, die sich der Jugendliche organisch einverleibt. Als sich der Junge in der Aneignung der indianischen Mythen verselbständigt, sucht er die Gefahr und berührt den schlafenden Bären, welcher ihm eine böse Narbe hinterlässt, wie auch eine seiner Krallen.
Jede Einstellung in diesem Film ist wohl gewählt und gestaltet aktiv mit an den Wandlungen der Zeit und der Menschen. Oscar für Kamera hochverdient. Der Film ist im Fluß - einem epischen Strom amerikanischer Geschichte, die man gebannt und gespannt verfolgt.
Hopkins ist satt an durchlebten Kriegen und mag über den bevorstehenden 1. Weltkrieg nichts hören. Zu gut kennt er dessen Psychologie. Sein Glück ist das Glück und die Eintracht seiner Kinder.
Sein Jüngster Samuel aber (Henry Thomas) ist Feuer und Flamme für den Krieg, sich emotional und engagiert beteiligend am politischen Thema.
Der erste Bruch entsteht, als sich Samuel als Freiwilliger meldet und ihm die älteren Söhne als schützende Begleiter folgen. Der Vater ist machtlos, als er alle seine Söhne in den Krieg ziehen sieht, von dem er genau weiß, dass dieser nichts Anderes, als reiner Wahnsinn ist. Da er aber sehr wohl um die äußere Zähigkeit und innere Stärke Tristans bescheid weiß, verpflichtet er ihn, Samuel lebend zurückzubringen.
Es gibt eine unscheinbare aber schöne Szene, als ein weißer Ehemann seine indianische Frau um deren Meinung über die Zukunft ihrer gemeinsamen Tochter fragt. In diesem Geist der Menschlichkeit bewegt sich der Film. Vor allem verkörpert Hopkins diesen Geist, wenn er zum Beispiel sagt, dass das Mischlingsmädchen unter seinen Fittichen kein Mischling ist und ihm eine fundierte Bildung vermittelt werden sollte.
Der Krieg erweist sich in der Tat als das blanke Grauen. Die Kriegsszenen sind aufwendig, professionell und packend, obwohl sie nur einen relativ kleinen Teil des Filmes ausmachen.
Samuel stirbt im Kugelhagel und damit wird etwas Zentrales der familiären Seele zerbrochen, deren Heilung unwahrscheinlich erscheint. Die Beziehungen der einst verschworenen Gemeinschaft zerbrechen. Tristan ist seiner Verpflichtung nicht nachgekommen, obwohl er für den unglücklichen Umstand von Samuels Tod nichts kann. Seine individuelle Rache an den Feinden ist gleichzeitig Rache an sich selbst, da er sich schuldig wähnt und diese Last nicht abzuladen weiß.
Es ist offensichtlich, dass die einfühlsame aber gefühlsabhängige Julia Ormond als die Verlobte Samuels von Anfang an sämtliche vier Männer in ihren Bann schlägt, jeden nach seiner Intention. Den Samuel hat sie gern, den Tristan liebt sie, den Alfred heiratet sie. Aidan Quinn spielt Alfred den Ältesten beeindruckend und stark. In ihm vollzieht sich eine Verselbständigung ins radikal Gegensätzliche. Vom liebenswürdig neckenden Charmeur wandelt er sich zu einem aalglatten Geschäftsmann und Politiker. Diese Leistung vollbringt Aidan Quinn sehr beeindruckend und glaubwürdig. Brad Pitts mythische Größe im Film wird möglich aufgrund der meisterlichen Darstellungen von Anthony Hopkins und Aidan Quinn. Er wirkt überragend, weil die beiden Anderen ihre Brüchigkeit in den filmischen Charakteren einzigartig konsequent verkörpern. Brad Pitt ist einfach nichts ohne Aidan und Anthony. Ihre Brüchigkeit und Tragik ist seine Erhöhung zur mythischen Heldenfigur. Aidan Quinn ist ein begnadeter Schauspieler.
Es ist schön zu verfolgen, wie der Regisseur starken Kriegern Tränen in die Augen drückt. Darin offenbart sich eine Differenziertheit an charakterlichen Profilen, die weit hinaus geht über steife Malung von Schwarz oder Weiß. Der Film entgeht sowohl einer starren Charakterisierung, als auch blumiger Verkitschung. Er vermag die Mitte von Anfang bis zum Ende zu halten, den schmalen Grat zwischen Schund und Moralstück beizubehalten.
Selbstverständlich kann sich Tristan aufgrund der ihn ständig verfolgenden Dämonen nicht sesshaft halten und somit Julia Ormond nicht bieten, wozu sie geschaffen ist. Aber das ist nicht alles. Er ist der Typus des ewig Heimatlosen, des wilden - in zivilisatorische Konventionen und Strukturen - unzwängbaren Mannes. Ein Mann, der seine Persönlichkeit auslotet in den einsamen Gründen der Grundlosigkeit - bis ins Herz der Finsternis...bevor er ins Herz der Beheimatung zurückfindet.
Ein toller Film voller großartiger Bilder und Botschaften.
Es gibt wohl absichtliche Parallelen zum Legendenstoff von Tristan und Isolde. Tristan übt auch im Film eine spontane Anziehung aus auf die zukünftige Braut eines Anderen. Er geht sowohl eine sexuelle, als auch freie Beziehung ein mit der Frau, die einem Anderen versprochen ist. Es gibt einen indirekten Hinweis auf die Legende, als Tristan im Brief erwähnt, dass er nach Cornwall reist, das in der Legende eine Bedeutung hat. Wie Isolde stirbt auch Julia Ormond indirekt an Kummer, als sie aus diesem heraus Selbstmord begeht.
In seiner schmerzlichen Tragik endet der Film aber dennoch als eine Form von Happy End, weil die verbliebenen Protagonisten aus den erlittenen Erfahrungen schließlich geheilt, neugeboren und versöhnt heraustreten.
Eine emotionale Symphonie. Ein echtes Epos.

Mladen Kosar
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am 9. Oktober 2004
Es ist schon eine Augenweide, wenn Brad Pitt mit wehendem Haar auf einem rassigen Pferd bei stahlendblauem Himmel durch die satten Wiesen von Montana reitet - am Horizont die tief verschneiten Berge der Rocky Mountains. Kritische Geister werden "Legenden der Leidenschaft" sicher als Hochglanz-Kitsch abtun. Argumente dafür zu finden fällt nicht allzu schwer. So ist der stellenweise Einsatz von Weichzeichner-Optik in der Tat beinahe unerträglich.
Solche Ausrutscher verzeiht man dem Film angesichts seiner berauschenden Bilder und nicht zuletzt der wirklich mitreißenden Geschichte gern. "Legenden der Leidenschaft" ist sehr emotional, dramatisch und manchmal auch pathetisch - aber niemals platt. Den hervorragenden Schauspielern kommen glaubhaft rüber. Man nimmt ihnen die Zerrissenheit ihrer Figuren wirklich ab.
Zum Inhalt: Ein alter Coronel (Antony Hopkins) lebt mit seinen drei Söhnen zurückgezogen auf einer Farm in Montana. Samuel, der jünste, hat einige Zeit in Harward studiert und bringt seine ebenso schöne wie kultivierte Verlobte Susanna (Julia Ormond) mit nach Hause. Kurz darauf bricht der erste Weltkrieg aus und die drei Brüder melden sich freiwillig zur Armee. Samuel fällt und Tristan, sein älterer Bruder gibt sich die Schuld daran. Albert, der älteste, kommt mit einer Verwundung davon und wird vorzeitig entlassen. Er wirbst um Susanna, wird jedoch zurückgewiesen. Sie wird statt dessen Tristans Geliebste. Der bricht jedoch bald aus der häuslichen Enge aus und reist wie ein Getriebener durch die Welt. Susanna wartet jahrelang auf ihn - vergeblich. Sie liebt ihn immer noch, heiratet schließlich aber Albert, der es zwischenzeitlich zum Kongressabgeordneten gebracht hat. Viele Jahre später kehrt Tristan auf die väterliche Farm zurück... Dass die Geschichte tragisch endet, kann man sich denken. Bis dahin gibt es aber unendlich viele Momente zum Träumen, Schwelgen und Weinen.
"Legenden der Leidenschaft" ist einer der ergreifendsten Filme der vergangenen Jahre. Es soll sogar ein paar Männer geben, die das verstehen.
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am 13. Mai 2009
Dieser Film ist so ziemlich das Beste, was ich seit langem gesehen habe mit einem Brad Pitt in Höchstform. Wundervolle Bilder in einem epischen Familiendrama, bei dem wirklich nichts zu kurz kommt. Sei es Verlust von geliebten Menschen, Liebe und Trauer.
Ein kleiner Kritikpunkt meinerseits wäre der allzu reißerische deutsche Titel "Legenden der Leidenschaft". Das klingt irgendwie mehr nach Rosamunde Pilcher - Schnulze und nicht nach einem wirklich fantastischen Film. Da gefällt mir persönlich das englische "Legends of the Fall" schon besser.
Mein Tipp: unbedingt kaufen und einfach nur genießen.
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"Legenden der Leidenschaft" [Originaltitel: Legends of the Fall] ist ein 1994 gedrehtes
(Liebes-)Drama vom Regisseur Edward Zwick.

Colonel William Ludlow wohnt zusammen mit seinen 3 Söhnen auf einer abgelegenen Ranch. Als der Krieg ausbricht, zieht sein jüngster Sohn Samuel freiwillig in die Schlacht und lässt seine Verlobte alleine zurück. Begleitet wird Samuel von seinen älteren Brüdern Alfred & Tristen, die vorhaben so gut es geht auf ihn aufzupassen. Als Samuel fällt und seine Brüder nach hause zurückkehren entbricht zwischen dem wilden Tristen und dem bodenständigen Alfred ein Kampf um Samuels Verlobte Susannah.

Legenden der Leidenschaft gehört für mich ganz klar zu einem meiner Lieblingsfilme und auch zu einem der besten Pitt & Hopkins Filme. Die Geschichte der Brüder, die alle die selbe Frau lieben ist packend und hätte kaum besser inszeniert werden können. Wir haben hier großartige Schauspieler die sich alle perfekt in ihre Rollen fügen ( und wie immer einen großartigen Anthony Hopkins). Der Film ist bis unter die Hutschnur vollgepackt mit Emotionen und man muss schon ein[e] ganz Harte[r] sein um nicht ein paar Tränchen in den Augen zu haben (ich persönlich heul ja bei dem Film immer wie ein Schlosshund ;) )

Im Vergleich zur DVD, ist die BluRay einfach um Welten besser. Pures HD-Feeling wird jedoch trotzdem nicht aufkommen (es ist ein 17 Jahre alter Film & noch dazu ein Katalogtitel, dies darf man nicht vergessen). Das Bild hat teils mit Unschärfen zu kämpfen und ist farbtechnisch natürlich gehalten.

Der Ton ist gut (wenn auch nicht so gut, dass ich ein Freudentänzchen aufführen würde). Extras sind ein paar vorhanden und ein Wendecover ist inklusive ;) - Das dürfte auch die FSK-Hasser glücklich machen.

FAZIT: Obwohl das Bild das HD-verwöhnte Auge wohl nicht vom Hocker reißen wird, ist ein Umstieg auf die BD des Films empfehlenswert (das Bild ist halt einfach viel besser). Auch jenen die den Film noch nicht haben, würde ich den BluRay-Kauf nahelegen. Es ist einfach ein sehr guter Film mit sehr guten Schauspielern und einer packenden Story, der eigentlich in jede gute Filmsammlung gehört.
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TOP 1000 REZENSENTam 14. Februar 2012
Produkt: DVD (1 Stück). Herausgeber: Sony Pictures Home Entertainment. ASIN: B00004RYBE
Deutscher Titel: Legenden der Leidenschaft. Originaltitel: Legends of the Fall
Produktionsland: USA. Premiere: 1994
Mit: Brad Pitt, Anthony Hopkins, Julia Ormond, Aidan Quinn, Henry Thomas, Gordon Tootoosis, Karina Lombard, Tantoo Cardinal, Sekwan Auger u. A.
Regie: Edward Zwick
Literarische Vorlage: nach dem gleichnamigen Roman von Jim Harrison von 1979
Kamera: John Toll (Oscar)
Ton: gut (oscarnominiert)
Bild: gut / Farbe / Breitbildformat. Sprache: Englisch, Cree. Synchronisation: nur Deutsch. Untertitel: Deutsch, Englisch u.v.a.
Filmlänge: 127 Minuten (Originallänge im PAL-Verfahren)
Genre: Epos > Literaturverfilmung > Drama > Familiendrama > Abenteuerfilm
Auszeichnungen: Oscar für beste Kamera
Nominierungen: Oscarnominierungen für bestes Szenenbild und Ton; u.a.
Specials: alle englisch mit deutschen UT
a.) Audiokommentar mit Edward Zwick und Brad Pitt
b.) Audiokommentar mit dem Kameramann John Toll und der Produktionsdesignerin Lilli Kilvert
c.) entfallene Szenen mit Regiekommentar: Der Krieg (1,22 Min.); Die Nervenheilanstalt (1,20 Min.); Großvater Ludlow (2,30 Min.)
d.) zwei kürzere Filmproduktionsdokus mit etwa je 5 Minuten
e.) Trailer, Daten

Spoiler-Elemente.
Haupthandlung: Montana um 1913/14 und die folgenden Jahre.
Der Film beginnt mit der erzählenden Chronik des alten Indianers One Stab (Gordon Tootoosis) aus dem Stamme der Cree, in deren Zentrum die Person von Tristan Ludlow steht, gespielt von Brad Pitt. Dieser wächst zusammen mit seinen beiden Brüdern auf in einer traumhaften Landschaft Montanas, wo deren Vater (Anthony Hopkins) eine neue Existenz begonnen und aufgebaut hat. Als Colonel gab er resigniert den militärischen Beruf auf, als er erlebte, wie die besiegten indianischen Stämme in Reservate gezwungen wurden und er ihnen nicht helfen konnte. Einige Natives aus dem Stamm der Cree nahm er bei sich auf und pflegte Freundschaft mit ihnen, darunter One Stab, seinem ehemaligen Scout.
Die große Ranch ist in ein prächtiges Ambiente gefügt, umgeben von gefleckten Bergrücken in der Ferne, weichen, bewaldeten Hügeln in der Nähe, inmitten satten Grases unter einem alles beherrschenden Himmel.
One Stab weiht Tristan in die Traditionen seines Volkes ein, die sich der Jugendliche organisch einverleibt. Als sich der Junge in der Aneignung der indianischen Mythen verselbständigt, sucht er die Gefahr und berührt den schlafenden Bären, welcher ihm eine böse Narbe hinterlässt, wie auch eine seiner Krallen.
Jede Einstellung in diesem Film ist wohl gewählt und gestaltet aktiv mit an den Wandlungen der Zeit und der Menschen. Oscar für Kamera hochverdient. Der Film ist im Fluß - einem epischen Strom amerikanischer Geschichte, die man gebannt und gespannt verfolgt.
Hopkins ist satt an durchlebten Kriegen und mag über den bevorstehenden 1. Weltkrieg nichts hören. Zu gut kennt er dessen Psychologie. Sein Glück ist das Glück und die Eintracht seiner Kinder.
Sein Jüngster Samuel aber (Henry Thomas) ist Feuer und Flamme für den Krieg, sich emotional und engagiert beteiligend am politischen Thema.
Der erste Bruch entsteht, als sich Samuel als Freiwilliger meldet und ihm die älteren Söhne als schützende Begleiter folgen. Der Vater ist machtlos, als er alle seine Söhne in den Krieg ziehen sieht, von dem er genau weiß, dass dieser nichts Anderes, als reiner Wahnsinn ist. Da er aber sehr wohl um die äußere Zähigkeit und innere Stärke Tristans bescheid weiß, verpflichtet er ihn, Samuel lebend zurückzubringen.
Es gibt eine unscheinbare aber schöne Szene, als ein weißer Ehemann seine indianische Frau um deren Meinung über die Zukunft ihrer gemeinsamen Tochter fragt. In diesem Geist der Menschlichkeit bewegt sich der Film. Vor allem verkörpert Hopkins diesen Geist, wenn er zum Beispiel sagt, dass das Mischlingsmädchen unter seinen Fittichen kein Mischling ist und ihm eine fundierte Bildung vermittelt werden sollte.
Der Krieg erweist sich in der Tat als das blanke Grauen. Die Kriegsszenen sind aufwendig, professionell und packend, obwohl sie nur einen relativ kleinen Teil des Filmes ausmachen.
Samuel stirbt im Kugelhagel und damit wird etwas Zentrales der familiären Seele zerbrochen, deren Heilung unwahrscheinlich erscheint. Die Beziehungen der einst verschworenen Gemeinschaft zerbrechen. Tristan ist seiner Verpflichtung nicht nachgekommen, obwohl er für den unglücklichen Umstand von Samuels Tod nichts kann. Seine individuelle Rache an den Feinden ist gleichzeitig Rache an sich selbst, da er sich schuldig wähnt und diese Last nicht abzuladen weiß.
Es ist offensichtlich, dass die einfühlsame aber gefühlsabhängige Julia Ormond als die Verlobte Samuels von Anfang an sämtliche vier Männer in ihren Bann schlägt, jeden nach seiner Intention. Den Samuel hat sie gern, den Tristan liebt sie, den Alfred heiratet sie. Aidan Quinn spielt Alfred den Ältesten beeindruckend und stark. In ihm vollzieht sich eine Verselbständigung ins radikal Gegensätzliche. Vom liebenswürdig neckenden Charmeur wandelt er sich zu einem aalglatten Geschäftsmann und Politiker. Diese Leistung vollbringt Aidan Quinn sehr beeindruckend und glaubwürdig. Brad Pitts mythische Größe im Film wird möglich aufgrund der meisterlichen Darstellungen von Anthony Hopkins und Aidan Quinn. Er wirkt überragend, weil die beiden Anderen ihre Brüchigkeit in den filmischen Charakteren einzigartig konsequent verkörpern. Brad Pitt ist einfach nichts ohne Aidan und Anthony. Ihre Brüchigkeit und Tragik ist seine Erhöhung zur mythischen Heldenfigur. Aidan Quinn ist ein begnadeter Schauspieler.
Es ist schön zu verfolgen, wie der Regisseur starken Kriegern Tränen in die Augen drückt. Darin offenbart sich eine Differenziertheit an charakterlichen Profilen, die weit hinaus geht über steife Malung von Schwarz oder Weiß. Der Film entgeht sowohl einer starren Charakterisierung, als auch blumiger Verkitschung. Er vermag die Mitte von Anfang bis zum Ende zu halten, den schmalen Grat zwischen Schund und Moralstück beizubehalten.
Selbstverständlich kann sich Tristan aufgrund der ihn ständig verfolgenden Dämonen nicht sesshaft halten und somit Julia Ormond nicht bieten, wozu sie geschaffen ist. Aber das ist nicht alles. Er ist der Typus des ewig Heimatlosen, des wilden - in zivilisatorische Konventionen und Strukturen - unzwängbaren Mannes. Ein Mann, der seine Persönlichkeit auslotet in den einsamen Gründen der Grundlosigkeit - bis ins Herz der Finsternis...bevor er ins Herz der Beheimatung zurückfindet.
Ein toller Film voller großartiger Bilder und Botschaften.
Es gibt wohl absichtliche Parallelen zum Legendenstoff von Tristan und Isolde. Tristan übt auch im Film eine spontane Anziehung aus auf die zukünftige Braut eines Anderen. Er geht sowohl eine sexuelle, als auch freie Beziehung ein mit der Frau, die einem Anderen versprochen ist. Es gibt einen indirekten Hinweis auf die Legende, als Tristan im Brief erwähnt, dass er nach Cornwall reist, das in der Legende eine Bedeutung hat. Wie Isolde stirbt auch Julia Ormond indirekt an Kummer, als sie aus diesem heraus Selbstmord begeht.
In seiner schmerzlichen Tragik endet der Film aber dennoch als eine Form von Happy End, weil die verbliebenen Protagonisten aus den erlittenen Erfahrungen schließlich geheilt, neugeboren und versöhnt heraustreten.
Eine emotionale Symphonie. Ein echtes Epos.

Mladen Kosar
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am 11. Juni 2008
"legenden der leidenschaft" ist ein episch angelegtes drama über die grundessenzen des lebens......die liebe - den hass - die freundschaft und die familie.
....irgendwie eine mischung aus vom "winde verweht" - "giganten" und einem kleinen schuss "bonanza" - smile - nicht ganz ernst gemeint aber so ein bißchen stimmts schon.
gefühlskino das manchmal leicht am kitsch vorbeischrammt - aber wenn kitsch so sehr ans herz zu gehen vermag - wie es bei diesem film der fall ist - dann sei ihm verziehen.

mein tip : einen großen stapel taschentücher bereitlegen - anschauen und sich drauf einlassen - auf die gefühle mein ich - dann können die legenden der leidenschaften ihre volle wirkung entfalten.
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HALL OF FAMEam 23. November 2002
Legenden der Leidenschaft ist wohl das dramatischste Drama aller Zeiten. Wenn man sich diesen Film anguckt, denkt man irgendwann zwangsläufig „wieviel Sch.... kann einem Menschen denn noch passieren?". Man sieht, wie grausam das Schicksal sein kann.
Das Hauptthema des Films ist die tragische Beziehung zwischen drei Brüdern und einer Frau. Alle drei begehren sie, mit einem ist sie verlobt. Samuel fällt im Krieg, und der erste Riss im bisher idyllischen Familienleben entsteht. Tristan, der sich für den Tod seines kleinen Bruders verantwortlich fühlt, macht sich bittere Vorwürfe, und findet Trost in den Armen von Susanna. Alfred, der älteste Bruder, mißbilligt die Beziehung zwischen Tristan und Susanna, da er selbst tiefe Gefühle für sie hat. So entsteht die tiefe Kluft zwischen den beiden Brüdern. Doch Samuel's Tod war nur der erste von vielen weiteren Schicksalsschlägen, und so nimmt das Unglück seinen unaufhaltsamen Lauf, und Samuel wird nicht der letzte bleiben, der sein Leben lassen muss.
Es lassen sich schwer Worte finden für dieses Tragödie. Wer sich diesen Film ohne Taschentücher anschaut hat verloren!
Die wundervollen Landschaftsaufnahmen sind jedoch ein wahrer Lichtblick, und lenken ab und zu von den größeren und kleineren Katastrophen ab.
Jeder einzelne Schauspieler hat bei diesem Film eine Meisterleistung erbracht, und die Besetzung hätte besser nicht sein können. Brad Pitt, Anthony Hopkins, Aidan Quinn (und noch mehr tolle Schauspieler) in einem Film, muss man noch mehr sagen?
Also: Anschauen, losheulen!
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am 2. Februar 2007
Egal wie sehr ich Brad Pitt vor 10 Jahren noch gehasst habe und wie wenig ich ihn leiden konnte (was jetzt das Gegenteil ist)....gegen seine schauspielerische Leistungen als Tristan kam das nicht gegen an!

Nach Aus der Mitte entspringt ein Fluss lieferte Brad Pitt erneut eine überragende schauspielerische Leistung ab!!

Doch auch alle anderen Schauspieler gefallen in diesem unvergleichbaren Meisterwerk...Epos....Familiensaga...

Dieser Film ist größer als ein normaler Film...

Außer den starken und überzeugenden Darstellern, den tiefsinnigen Dialogen, den traurigen Geschehnissen und der genialen Erzählweise besticht der Film durch zwei andere wichtige Faktoren, die man niemals wieder vergisst:

Die Aufnahmen der Landschaften und die Szenenbilder sowie der genialen und wunderschönen Musik!!!!

Dieser Film kann einfach keine schlechte Kritik bekommen, weil er bigger than life ist.

Die drei Brüder bekommen harte Prüfungen auferlegt und keiner kommt mit ihnen zurecht. Viel mehr suchen sie nach Auswegen und flüchten sich in etwas, was sie eigentlich nicht waren... und es gibt nichts schöners in diesem Film, als die Momente, in denen Tristan zurückkehrt.

Legenden der Leidenschaft war bereits wenige Jahre nach dem Erscheinen Kult und eine Legende der Kinos...und diese Legende sollte man in seiner DVD-Sammlung haben!!!...selbst wenn man damit nur Frauen beeindrucken möchte ;0) "Oh, den Film hast Du??" ;p)

Eigentlich sollten alle DVDŽs von Columbia TriStar veröffentlicht werden, da sich C T immer soviel Mühe gibt und einen Haufen Extras auf ihre DVDŽs packt... Dafür ein Danke schön an Columbia Tristar

5 Sterne, die mit jeder Zacke verdient sind!!
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am 20. Juni 2004
"Legenden der Leidenschaft" ist ein Meisterwerk, das man lange nicht vergisst.
Zum Inhalt: Colonel William Ludlow (Anthony Hopkins) lebt mit seinen drei Söhnen Alfred (Aidan Quinn), Tristan (Brad Pitt) und Samuel (Henry Thomas) mitten in der Wildnis Montanas. Die Familie ist glücklich, obwohl die Mutter der Söhne und Frau des Colonels, Isabel Ludlow, in die Stadt gezogen ist. Alfred und Tristan kümmern sich liebevoll um ihren kleinen Bruder Samuel, für den sie alles tun würden. Tristan ist der Lieblingssohn des Colonels. Er ist unzähmbar, wild, ein begeisterter Jäger und abenteuerlustig. Als Samuel die hübsche Susannah (Julia Ormond) kennenlernt und sich mit ihr verlobt, zieht sie zu den Männern auf die Ranch. Auch Alfred und Tristan verlieben sich in sie, verbergen aber wegen Samuel ihre Gefühle. Nach einiger Zeit melden sich Samuel und Alfred freiwillig als Soldaten; auch Tristan kommt mit, um auf Samuel aufzupassen. Trotz Tristans permanentem Schutz, wird Samuel erschossen. Tristan gibt sich die Schuld am Tod seines Bruders und lässt sich für einige Zeit nicht mehr zu Hause blicken. Als er zurückkommt und eine Affäre mit Susannah beginnt, hegt Alfred, der mittlerweile in die Politik eingestiegen ist, seinen Hass gegen Tristan. Die beiden Brüder entzweien sich. Der Beginn einer Verkettung katastrophaler Ereignisse ...
Sämtliche Schauspieler waten in "Legenden der Leidenschaft" mit überragenden Leistungen auf. Jeden, der sich diesen Film zulegt, erwartet ein großes Gefühlskino, das aber nie kitschig wird. Im Gegenteil, fast alle Ereignisse sind eher schockierend. Man fragt sich, wieviel Leid ein Mensch in seinem Leben ertragen kann. Die Antwort wird nicht klar, aber auf jeden Fall kann man froh sein, dass diese Geschichte erfunden ist. Denn niemand hätte die Kraft, die Tristan hat, egal wie hart oder kaltherzig er auch sein mag.
Die DVD enthält sehr gute Features und ist wirklich zu empfehlen. Abgesehen davon reicht der Film an sich auch schon aus ... die Specials gewähren einem aber viele interessante Einblicke hinter die Kulissen.
Unbedingt zulegen! - Der Kauf kann nicht bereut werden.
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