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am 14. Mai 2014
So ungefähr flimmert -Finsterworld- über den Bildschirm. Regisseurin Frauke Finsterwalder hat zusammen mit Christian Kracht ein mutiges Drehbuch verfasst, das die „deutschen Befindlichkeiten“ in den Mittelpunkt der Geschichte stellt. Das fand ich manchmal mehr und manchmal weniger gelungen. Mich haben vor allem die Dialoge und das starke Schauspielensemble überzeugt. Wäre es möglich, hätte ich 3,5 Sterne vergeben. Da das nicht geht, sind es vier, zu Gunsten des Angeklagten, geworden.

Ein Mann(Johannes Krisch) lebt im Wald mit einer Krähe zusammen. Die beiden scheinen glücklich zu sein, bis eine Katastrophe geschieht. Der Fußpfleger Claude(Michael Maertens) hat sich im Altenheim in die Bewohnerin Frau Sandberg(Margrit Carstensen) verknallt. Ein paar Jahrzehnte Altersunterschied machen da anscheindend nichts aus. Frau Sandbergs Sohn Georg(Bernhard Schütz) ist ein versnobter, reicher Schnösel, der sich nicht um seine Mutter kümmert. Lieber ist er mit seiner dekadenten Frau Inga(Corinna Harfouch) auf Reisen. Maximilian Sandberg(Jakub Gierszal), Ingas Sohn, ist mit seinen Mitschülern auf Klassenfahrt. Bei einem Besuch auf geschichtsträchtigem Gelände spielt Maximilian seiner Mitschülerin Natalie(Carla Juri) übel mit. Der Polizist Tom(Ronald Zehrfeld) läuft in seiner Freizeit gern im Bärenkostüm herum. Seiner Freundin, der Dokumentarfilmerin Franziska(Sandra Hüller), kann er das nicht erzählen. So leben beide aneinander vorbei.

Ich fand den Anfang der Story ziemlich verkopft. Es dauerte, bis ich in den Plot hinein fand. Nach und nach entwickelte sich -Finsterworld- dann jedoch. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass in den ersten 15 Minuten des Film einige Finger auf dem Abschaltknopf landen. Wer jedoch erst mal drin ist, in dem sonnig-bunten „Kaleidoskop Deutschland“ der schaut sich das ganz sicher zu Ende an. Ich fand vor allem die Idee mutig und der Film punktet halt auch dadurch, dass er anders als andere Produktionen daherkommt.
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TOP 50 REZENSENTam 27. Oktober 2013
Filme leben von den Almosen der Schauspieler und die Regisseurin hat hier mit einem grandiosen Ideendrehbuch gewedelt. Die Schauspieler geben in diesem Film aber keine Almosen, sondern schlicht das Beste. Tief sitzende Ängste beginnen sich vor uns aufzurichten, zu hoffen auf Auslöschung und gute wEndungen.

Im Grund sehen wir diesem Witz zu:

Sagt der Arzt zum Patienten: ich habe eine gute und eine schlechte Nachricht für Sie.
Welche wollen Sie zuerst? Die Schlechte!
Sie haben nur noch wenige Tage zu leben.
Und die Gute?
Sehen Sie die Krankenschwester dort drüben? Mit der habe ich gerade geschlafen.

Monsterforderungen gebären Monsteregoisten. Rein ist es nur noch im deutschen Wald. Das Zusammenleben mit einer Krähe lohnender als alles andere.

Mit diesem Intro und einer wunderschönen Musik beginnt ein beeindruckender Episodenfilm, der ein Psychogramm Deutschlands weich- und hartzeichnet.

Alle agieren schlaftrunken verrückt nach Heimat, die es schon lange nicht mehr gibt. Nachdem der Finstere Deutschland mit Hass überzogen hatte, bleibt nur noch Hass und Hässlichkeit, ein Zustand, aus dem jeder im Grunde schon lange ausgestiegen ist. KInder werden mit Geld und der Verpflichtung zum Gedenken erzogen, durch Lehrer, die den Tätern in ihrer kompromisslosen Härte gleichen.

Das Reale wird in klimatisierten Autos schön gefahren, Gespräche verkommen zu zerlegten, artifiziellen Emotionsextrakten, die eine konsumtrunkene Gesellschaft vorgibt und übrig gelassen hat. Fahren ist das Ziel und keiner will einen anderen noch sehen.

Platz also für versponnen trunkenen Eigensinn, der nur jene schockiert zurücklässt, die den Zustand einer Nation noch nicht begriffen haben, die nur noch eines kennt: Habgier.

Ehen sind durchzogen von der Gier nach Anerkennung und beruflichem Fortkommen. Dabei verliert jegliche Emotion und menschliche Hinwendung. Unglaublich gut inszeniert durch den Polizisten und die Dokumentarfilmerin, die ein Paar sind. Selbst wenn sie dem Produkt ihres Verhaltens nahekommt (dem nudelschlürfenden TV-Glotzer) begreift sie noch nicht. Beziehungen werden mit diesen Forderungen überzogen und zu einer leeren Essenstisch-Hetze mit ritualisierten Satzbausteinen degeneriert.

Mehr möchte ich nicht verraten. Außer dem noch: neben beeindruckenden Detailaufnahmen (z.B. Tankstelle, der Versuch beim Tanken den Betrag aufzurunden an der Zapfsäule, die Bockwurst im durchsichtigen Grill an der Kasse) sind es vor allem auch die zufälligen und überraschenden Aktionen, die dem Film bis zum Ende eine unsägliche Spannung verleihen.

Er ist damit eine Parabel auf den Katastrophenmodus, in dem wir uns durch Medien und Fernsehen befinden, der durch Religion und Kriege vorgegeben wurde. Die ausbleibenden äußeren Kriege richten sich längst schon gegen einen selbst und die unmittelbare Umgebung.

Heimat und Herkunft, Liebe und Zeit sind lange schon ausgelöscht, der Traum danach ist in Fetisch- und sonstigen Ersatzhandlungen gefangen.

Alles hervorragend eingefangen in diesem Film, den ich mehr als empfehle.
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am 14. Mai 2014
Was ist" Finsterworld" ?
Ebenso könnte man einen David Lynch befragen wo denn nun das klar zu erkennende Motiv seiner besten Werke liegt.
Beantworten kann ich ihnen die Frage nicht.
Nur so viel: dieser Film gehört zum verschrobensten, schwärzesten, gehaltvollsten und zugleich tiefgründigsten, was seit langem über Deutschlands Leinwände flimmerte und ist ein wahres Freudenfest für Cineasten.
Freilich ist der Humor vergiftet und eigentlich schwer genießbar, ähnlich einer besonderen Plätzchen -Backzubereitung die im Film dargereicht wird.
" Finsterworld" ist alles und nichts, ist melancholisch, entsetzlich, gnadenlos pessimistisch, skurril, unendlich liebevoll und von allem dann auch das komplette Gegenteil.
Der Widerspruch in sich, so phantastisch und meisterhaft zu einem Cocktail zusammengebraut, der nach einer Minute höchsten humoristischen Genußes gleich danach wieder so bitter schmeckt wie eine nur oberflächlich noch verführerische Frucht.
Denn unter der glänzenden Schale gärt das ekelhafte zersetzte ,faulende Fruchtfleisch.
Fünf Geschichten aus Deutschland im Jahre 2014.
Getaucht in schönstes Sonnenlicht, malerische Wiesen und darunter.... Schwärende eiternde Wunden und Traumata.
Denk ich an Deutschland in der Nacht.... der Abgrund!
Fünf Geschichten die sich , und da kann selbst ein Film wie " Babel" nur sporadisch mithalten, in hochkomplexer, atemberaubender Weise erst nacheinander als einzelne Storyfäden entwirren, mehr und mehr letztendlich wieder zusammenführen und wie ein schillerndes Mosaik, dem Zuschauer ein so selten glückselig machendes Gefühl vermitteln: Dieser Film ist einzigartig.
Er schafft Sinnentiefe zwischen jeder einzelnen Zeile, ohne moralischen Zeigefinger, dieser Film schafft Beklemmung und Faszination mit den scheinbar beiläufigsten Mitteln.
Noch Tage später wird er immer wieder ihr Denken beflügeln, Sie sinnieren, nachdenken lassen und in seltener Art und Weise so tief im Unterbewusstsein arbeiten ,sich bei jedem neuen Betrachten verändern wie ein Chamäleon. Schillernd verbirgt er unzählige Facetten, Metaphern, Deutungsmöglichkeiten. Er schafft das , was wenige Filme schaffen:
So reichhaltig, verschachtelt zu sein wie ein Spiegelkabinett , in dem sie die Personen immer wieder aus anderen Perspektiven anstarren.
Doch Vorsicht es ist ihr eigenes Gesicht. Mal verzerrt, mal verdreht, mal unheimlich oder belustigend, mal schockierend fremd. Es sind die unzähligen eigenen Charakterzüge , die uns hier entgegenblicken.
Deutschland - einig "Finsterworld"- unbehaglich, selbstbespiegelnd, grandios.
Ein junger Fußpfleger wird auf der Strasse von einem Polizisten angehalten, wobei ein seltsam, irrwitziger Bestechungsversuch zustandekommt.
" Ready for the KZ- Besuch ?" So begrüßt sich anderorts eine Gruppe Schüler in herrlich gleißendem Sonnenlicht vor aseptisch weißen Gartenzäunen an einer Bushaltestelle.
Vorstadt- Idylle contra Jahrhundertverbrechen.
Die Schülerschaft wird an diesem Sommertag zu einer Klasssenfahrt zu einer KZ- Gedenkstätte aufbrechen.
Dunkel und hell , in ständigen Gegensätzen konstruiert, die sich selbst ad absurdum führen, irritierend, beispiellos entlarvend in messerscharfen Dialogen und bis ins letzte Bild durchdachte komplexe Szeneanordnungen-
Das ist " Finsterworld"
" Wir ernähren uns nur ökologisch" wird Corinna Harfouch sagen während sie mit ihrem jähzornigen Mann , beides neureiche Emporkömmlinge ,mit einem riesigen spritfressenden Cadillac über die Autobahn heizen.
In jedem Moment detonieren in " Finsterworld " die Widersprüchlichkeiten unseres Alltagslebens.
Eine hochintelligente, teuflisch scharfe Sezierung all unsere aufgesetzten Floskeln, Phrasen, unterdrückten Unsicherheiten, unserem Erziehungsballast, unserem Profitwahn , unserer kläglichen Unbeholfenheit wie Ratten zu existieren in einem immer schneller drehenden Laufrad- Allerdings beschienen von märchenhaft schönem Sonnenlicht.
Was ist individuelle Schuld, was kollektives Versagen, was private Engstirnigkeit , Einsamkeit ,
vorurteilsvolles faschistoides Denken.
So leicht und traumwandlerisch beeindruckend verbindet" Finsterworld" die schwergängigsten Themen.
Er läßt dabei die großen Sinnfragen, die dahinter stehen spürbar werden ohne sie konkret zu benennen.
Eine herausragende, phantastische Leistung aller Beteiligten.
Dieser Film ist fürwahr mehr als die Summe seiner Teile, läßt in kleinen Tragödien das hintergründige große Drama einer ganzen Generation erahnen.
" Ich wollte etwas Märchenhaftes erschaffen" so die Regisseurin.
"Finsterworld" ist somit durchsetzt vom Schicksalshaften, von der Magie und gleichzeitig zerstörerischen Macht von Zufallsverkettungen (oder Schicksalsfügungen).
Was wäre gewesen wenn ein Schüler nicht von seinen Mitschülern provoziert worden wäre .
Hätte er nicht darauf den KZ- Besuch boykottiert, dann wäre er niemals diesem schwarzen Cadillac begegnet, und dann wäre niemals diese schreckliche Tragödie ....und dann hätte ...
So verzahnt sich in atemberaubend Weise Geschichte mit Geschichte.
Es ist die hochgradig spannende Frage, wie würde mein eigenes Leben verlaufen würde ich jetzt nicht genau so handeln, wie ich gerade handle.
Was geschähe wenn sich tausende von Bausteinen durch das Verrücken eines einzelnen neu zu einem Gesamtbild formieren würden.
Unwissend taumeln die Protagonisten durch ihren ganz individuellen Lebenshorizont und nur wir Zuschauer fügen im Kopf alle Puzzleteile zum großen erschütternden Ganzen zusammen.
Unfassbar gut gemacht.
Immer wieder wechselt "Finsterworld" die Perspektiven.
Der bestechliche Polizist zu Anfang , führt heimlich eine Doppelidentität, sucht im Bärchenkostüm auf Kuschelpartys unerkannt Nähe und Zärtlichkeit.
Seine Frau , die heuchlerische Betroffenheitsreportagen fürs Privatfernsehen über die scheinbar unglücklichen Hartz 4 Empfänger dreht und dabei mit dem Gedanken spielt nach Afrika zu gehen.
Dialoge die ins frustrierende Nichts führen. Menschen ,die sich nicht verdeutlichen können , in Klischeevorstellungen erstarren, in tiefer Einsamkeit in Zweisamkeit ersticken und ihre Träume langsam zerplatzen sehen.
Corinna Harfouch und ihr Mann als herkömmliche deutsche Familie der gehobenen Mittelschicht ,die ihrem problematischen , unerzogenen Sprößling materiell alle Wünsche erfüllen während wahre emotionale Tiefe und Sicherheit längst nur noch ein Fremdwort ist.
Selbstdefinition, ausgehend von intellektueller ,materieller Überlegenheit.
Eine Luftblase, die der Film so gnadenlos zerplatzen läßt.
" wir wollen die höchste Wagenklasse wenn wir in Paris antreffen, aber bitte kein Nazi Auto wie Mercedes."
Überzeugungen , Statements die als hohle selbstzerfleischende Charaktereigenschaften dechiffriert werden.
Ein Ich- Bewusstsein, maskenhaft, auf Äußerlichkeiten, Phrasen, Schlagworte aufgebaut damit so lächerlich brüchig ,daß es in Drangsalieren von Mitmenschen, Wutausbrüchen oder Selbstüberschätzung endet.
Deutschland- deine Täter und Täterkinder.
In einer der schockierendsten Szenen wird bei dem KZ- Besuch der Schulgruppe ein Mädchen als " Dumme Jungen Streich "in einem Verbrennungsofen eingesperrt.
Ein moralisch integrer jüdischer Lehrer wird fast siebzig Jahre nach dem Holocaust sinnbildlich wieder zum unschuldig beschuldigten Opfer.
"Finsterworld"- ein Trip in den Wahnsinn.
Gesellschaftliche Strukturen, Lehraufgaben, Erziehung, moralische Integrität- nur noch schauerlich hohles Kuriositätenkabinett.
Autobahnen, Raststätten, Plattenbauten dahinter verlorene Träume und makaberste Lebenslügen.
" Wie soll auch hier in diesem toten Universum Leben entstehen, wenn wir alle in funktionaler Architektur leben, die auf ausgebombten Innenstädten errichtet wurde..." So die Worte unserer Fernsehreporterin.
Keine der Figuren erkennt, daß der eigene lächerlich miefige Mikrokosmos, die eigens starr beschränkte Denkstruktur der wahre Unglücksherd ist.
Ist " Finsterworld " ein gnadenloser Film? Schwer zu sagen.
Er ist in erster Linie ein zutiefst beglückender Film über soviel Inszenierungskönnen.
Die ungewöhnlichste und großartigste Filmparabel der letzten Jahre aus Deutschland.
Ein junger Mann, mit seltsamen Gebäckvorlieben, eine alte Frau , die aus dem Altenheim flüchtet- finden sie das Glück?
Ein letztes Bild , wie aus einem großen poetischen Märchenbuch; ein Mann im Kuschelbärkostüm auf einer Bank im gleißenden Mondlicht, und ein kleines Kind, staunend, unschuldig, das noch inmitten der grossen Wunder der Welt träumen kann.
"Finsterworld" - eine Offenbarung an packender Kinomagie, so facettenreich, daß es einem schwindlig wird.
Ein nachhaltig großes Erlebnis.
1515 Kommentare| 19 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 8. Juli 2015
Die Regisseurin Frauke Finsterwalder verfaßte auch, mit ihrem Mann Christian Kracht, das Drehbuch zu diesem Film, in dem gezeigt wird, welch Gestalten, Abartigkeiten, charakterliche Schwächen und auch Grausamkeit sich hinter hübschen Fassaden in einer traumhaft schön wirkenden Welt verbergen.
Viele der anfangs sympathisch, freundlich und adrett wirkenden Menschen, z.B. Schüler in Schuluniformen, entpuppen sich als geschmacklose Mobber, wenn sie eine Mitschülerin in einen Verbrennungsofen einer KZ-Denkstätte (Fake!, in echten solchen Einrichtungen wird nicht gedreht, also kein Grund zu Aufregung!).
Eine Dokumentarfilmerin dokumentiert nicht Dokumentationswürdiges (Hartz IV-Empfänger guckt Fensehen und löffelt kalte Dosenspaghetti, wie sozialkritisch!) und palavert darüber, anstatt dem Freund zuzuhören, der sie beschenkt hat, allerdings stammt das "Geschenk" von einem Fußpfleger, der sich damit bei dem Polizistenfreund bedankt, daß er seinen Führerschein nicht verliert. Der Polizist scheint sich nur bei Tierverkleidungsspielchen(Furry-conventions) anderen liebevoll sich nähern zu können, ein Pseudo- Öko-Eheppar fährt eine benzinfressende Treibhausgasschleuder, Ein Eremit, die Hütte verwüstet und Rabe getötet auf dem Boden, ballert auf ein Auto und tötet einen Schüler.
Unter scheinbarer Normalität lauern sinnlose Grausamkeit, Gedankenlosigkeiten, Abartigkeiten, Eifersucht und Verleugnung.
Der Film besteht aus Episoden über Paare oder Gruppen, deren Wege sichhie z.T. zufällig kreuzen, z.T. mit fatalem Folgen.
Unter glatter Oberfläche brodeln Neid und Boshaftigkeit.
Das schöne Bild, das der Film am Anfang zeigt, verwandelt sich in ein Zerrbild, das aber nicht nur verfälscht, sondern auch unschöne Wahrheiten enthüllt. Die z,T. sehr renomierten und guten Darsteller überzeugen. Der Film ist auch eine Ohrfeige für reine Schöne-Welt-Filme, er ist ungewöhnlich und gewöhnungsbedürftig, schön-scheußlich, er läßt uns sehr irritiert und nachdenklich zurück. Ich werde ihn sicher nochmal sehen, da ich glaube, daß sich mir noch mehr Fiesheiten enthüllen werden als beim ersten Sehen.

Doc Halliday
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am 31. Mai 2015
....ist FINSTERWORLD.
Die Episoden und ihre Erzählweise bannten mich
unentwegt, machten mich gespannt darauf, was als
nächstes geschieht. Erkenne ich mich selber in den
einzelnen Situationen wieder, sind wir nicht alle
irgendwie beteiligt? Auf die eine oder andere Weise?
FINSTERWORLD- eine dunkle Perle, die ich sofort ins
Herz schloss. Aussen schön, innen fürchterlich.

Der Einsiedler, der sich rührend um einen jungen Raben
sorgt....und doch so gefährlich ist.
Der Fußpfleger, den die alte Dame sehr schätzt.......
und der sich selber nach Zuneigung sehnt.
Und, und und......Facetten des Lebens,- und ein jeder
könnte sich identifizieren mit jeder einzelnen Rolle.
Und es hält immer Überraschungen bereit.
" Ready for the KZ- Besuch? "
" Willst `nen Teller Nudeln? "
" Weiße Lilien...in jedem Hotel dasselbe."

Das Leben ist schön. Das Leben ist kurios. Das Leben ist...
vergänglich.
Übrigens ist mir auch jemand bekannt, der den Toilettensitz
mit Klopapier regelrecht vermummt. Wie schön.:-))
" Auch eine Lage auf die Wasseroberfläche, damit die Ober-
flächenspannung unterbrochen wird.....und es nicht so spritzt."
Stimmt genau.
Sind wir nicht alle so normal, wie es uns diese Momentaufnahmen in
FINSTERWORLD vor Augen führen? Oh ja.

**********************************************************************

Einleitung:

Wir sehen hier eine böse Satire.
Die sich durch deutsche Komplexe bohrt.
In einem scheinbar aus der Zeit gefallenen Deutschland.
In dem Land, wo immer die Sonne scheint, -
Kinder Schuluniformen und Polizisten Bärenköstüme tragen.
Aber hinter dieser schönen Parallelwelt lauert der Abgrund.
Und genau dorthin geht die Reise...........

------------------------------------------------------------------------------

Fazit:

FINSTERWORLD= teilweise schreiend komisches Sittenbild Deutschlands.
" Sie sind wunderbar "....sagt die Bewohnerin eines Altenheims.
Damit meint sie ihren Fußpfleger. Weil er für sie da ist. Sich mit
ihr unterhält. Er ist für sie mehr als ihr Enkel Maximilian, der in
seiner scheinbar hochtrabenden Borniertheit und Gewissenlosigkeit
viel lieber zu gemeinen Äußerungen und Taten an seinen Klassenkameraden
bereit ist. Doch auch da versteckt sich ein dickes Problem........
hier leidet so ziemlich jeder unter seiner ganz persönlichen Angst.
Oder hat komische Vorlieben. Und ja, ist einfach nur einsam, auf der Suche
nach etwas.....und gefährlich.
FINSTERWORLD ist, wie das Leben ist. Man weiss nie, was noch alles kommt.

------------------------------------------------------------------------------

Bonus:

- Interviews= ca. 20 Minuten,

- Making of= 17 Minuten,

- Deleted Scenes= 22 Minuten,

- Trailer

Prädikat: Besonders wertvoll!
1111 Kommentare| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 10. Mai 2014
Sechs Handlungsstränge die zusammenhanglos und zufällig miteinander in Berührung treten, erzählen völlig unterschiedliche, teils sonderbare, Geschichten. Die Besuche eines Podologe bei seiner Kundin entwickeln sich zu einer Beziehung. Ein Polizist in Beziehungsschwierigkeiten nimmt an einem Furry-Event teil. Internatsschüler besuchen die KZ-Gedenkstätte in Dachau. Ein Ehepaar bekommt für einen gestrichenen Flug einen PKW zu Verfügung gestellt und versuchen damit ihr Ziel zu erreichen. Und gibt es da noch einen Einsiedler im Wald, der eine Freundschaft zu einer Krähe aufbaut.

Auf die teils verworrenen Geschichten möchte man sich nicht so recht einlassen. Dialoge und schlüssige Handlungen feilen an den Profilen der Protagonisten und erschaffen teils bizarre Figuren. Überraschende Ereignisse sorgen für Aufmerksamkeit. Gut ausgestattete Szenenbilder bieten manchen Hingucker und generieren Atmosphäre. Regie und Schauspieler liefern einen märchenhaften Trip in die Geisteswelt scheinbar normal denkender Deutscher ab.
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am 13. Februar 2016
Sehr sehr schräges Kino aus deutschen Landen. Hätte ich in dieser Form gar nicht für möglich gehalten. Wer mal nach "etwas anderem" sucht und auch etwas derberen schwarzen Humor verträgt, ist bei diesem Kleinod-Meisterwerk genau richtig. Bin sehr froh, durch eine Aktion darauf gestoßen zu sein. Top!
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am 26. April 2014
Man könnte meinen, die Sicht der Regisseurin Frauke Finsterwalder und des Drehbuchautors Christian Kracht auf Deutschland und seine Bewohner sei übertrieben bitter und böse. Aber während der Betrachtung des Films und danach brachen sich bei mir das Gefühl und die Erkenntnis Bahn, dass diese mitunter absurde Draufsicht genau beobachtet und realistisch, nur etwas verrückt, im Sinne von besonders akzentuiert oder perspektivisch verschoben, ist.

Die Musik, die den Film einrahmt, hat mir sehr gefallen, ebenfalls die mystischen Natureinstellungen.

"Finsterworld" empfehle ich allen, die aufmerksam, mit Fantasie und kritisch-distanziert durchs Leben gehen, wärmstens.
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Der Besuch einer Klasse von Jugendlichen in Schuluniform im KZ mit über-ambitioniertem Lehrer; die Hackordnung zwischen den jungen Menschen; ein Einsiedler mit zahmen Rabenvogel; ein Plätzchen-backender Fußpfleger mit speziellen Vorlieben; ein Polizist in Ganzkörper-Pelz, deren Freundin eine dröge Real-Doku dreht und die beständig aneinander vorbei reden; ein aufeinander eingespieltes High-Class-Ehepaar im Hotel, was später im aufgemotzten Mietwagen einen vermeintlich spannenden jungen Mann mitnimmt.....

Allesamt schräge Charakteren, die in verschiedenen Film-Schnipsel porträtiert werden, welche sich im Lauf der Zeit zu einem Ganzen zusammenzufügen versuchen, ohne jedoch alle Verbindungen preis zu geben. Im Film geht es vor allem auch um unterschiedliche Fetische und deren Ausleben. Ein wenig kommt er wie ein Kaleidoskop möglichst skurriler Figuren daher. An Dramatik fehlt es auch nicht zum Ende hin. Trotzdem wirkt das Gesamtkonstrukt auf mich ein wenig holprig.

Die Schauspieler machen durch die Bank weg ihre Sache gut. Die Einstellungen sind auf ihre Art 'minimalistisch' gehalten. Einen Ortsbezug gibt es eher nicht.

Extras: Interviews mit 6 der Darstellern (zwischen 1-4 Minuten), Making of: Szenen vom Dreh, Regisseurin kommt zu Wort, Darsteller auch, der betriebene Aufwand wird klarer (ca. 17 Minuten)
'deleted scenes' - recht umfangreich und durchaus sehenswert (ca. 22 Minuten),
Trailer/Vorschauen.

Fazit: Viele Fragen bleiben offen; Vergleiche mit David Lynch hinken; ein Stück 'Seele' fehlt für mich zum 'Meisterwerk'.
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am 16. September 2014
Die einzelnen Episoden für sich genommen, sind grandios besetzt und sehr gut gespielt. Herrlich das schnöselige Ehepaar, das über alles irgendetwas Negatives zu sagen hat. Ihre Art ist kaum zu ertragen. Aber der Film ist auch nicht frei von Klischees. Der reiche Jugendliche z.B. ist ein reines Abziehbild, das man schon tausendmal so gesehen hat. Und auch insgesamt unterliegt der Film einem Klischee, dass entweder alles böse sein oder schlecht ausgehen muss, um gut zu sein. Schon Hitchcock wusste, dass man dem Zuschauer besonders am Ende einen Moment der Erleichterung gönnen muss. Oder man muss es machen wie die Engländer, die es auch in ihren schwärzesten Komödien schaffen, dass man das Ganze nicht so ernst nimmt. Während des Filmes habe ich gemerkt, wie meine wohlwollende Rezeptionshaltung langsam in Ärger umschlug. Irgendwann war der Punkt erreicht, an dem es des Guten oder hier eher des Schlechten zu viel war. Ich finde der Zuschauer hat es nicht verdient, das Kino mit solch einem negativen Gefühl verlassen zu müssen, als sei die Welt nur schlecht. Das ist sie nämlich nicht! Letztlich macht der ganze Film das, was das oben zitierte Ehepaar in der einen Episode macht. Wenn man es etwas pathetisch ausdrücken möchte, könnte man sagen, der Film hat keine Seele.
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