wintersale15_finalsale Hier klicken Karnevals-Shop Reduzierte Hörbücher zum Valentinstag Cloud Drive Photos Erste Wahl Learn More madeinitaly Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Autorip WSV

Kundenrezensionen

4,2 von 5 Sternen160
4,2 von 5 Sternen
Format: MP3-DownloadÄndern
Preis:9,59 €
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 2. Dezember 2013
Wieder ein mehr als ein gelungenes Studio Album der Prog Metal Band, das jedoch auch kleine Schwächen aufweist.

Die New Yorker Progressive Metal Band Dream Theater veröffentlichte am 20.09.2013 ihr 13. Studio Album „Dream Theater“ im Roadrunner/ Warner Label. Es ist erhältlich als CD, LP und Download.

Das Album Cover ist schlicht und dunkel gehalten, in der Mitte befindet sich das Logo der Band vor einer Silhouette der Erdkugel, was zu dem, für eine sonst experimentelle Band, unkreativen Album Namen passt. Dies wird jedoch durch das sehr umfassende Booklet ausgeglichen.
Auf dem Album sind neun Songs, der Erste „False Awakening Suite“ ist ein aus drei Teilen bestehendes Intro: Sleep Paralysis, 
Night Terrors, Lucid Dream. Der Sound ist wie von Dream Theater gewöhnt episch und stimmt einen auf die folgende Stunde Progressive Metal vor. Das einzige was man kritisieren könnte, ist der etwas zu künstlich klingende Streichersound von Jordan Rudess.
Es folgt das schon vorab veröffentliche „The Enemy Inside“, welches schon fast Radio tauglich ist, es bleibt offen, ob das nun gut oder schlecht ist. Aber in diesem Song wird auf jeden Fall die größte Schwäche des Albums deutlich: Das Schlagzeug!
Natürlich spielt Mangini einwandfrei und ist auch ein guter Nachfolger für den – im Sound aggressiveren – Portnoy, aber dort liegt auch nicht das Problem, sondern im Schlagzeug Mix.
Im Mix tauchen immer wieder Ungereimtheiten auf und vor allem der Sound der Snare. So möchte man wissen, was aus dem früheren ausgeglichen fetten Mix geworden ist, der noch bei „A Dramatic Turn of Events“ herrschte.
Die nächsten sechs Songs sind im typischen Dream Theater Stil, nur das „The Looking Glass“ (4.53 min) und „Along For The Ride“ (4.45 min) im Vergleich zu älteren Songs doch recht kurz ausfallen.
Aber dafür ist der letzte Song „Illumination Theory“ mit 22 Minuten wieder ein Meisterwerk für sich, in welchem Petrucci wieder ganze Arbeit geleistet hat und durch ruhige Streicherthemen sowie auch puren Metal Klang führt. Purer Progressiver Sound!

Fazit: Das Album „Dream Theater“ ist ohne Diskussion wieder voll mit den typischen Dream Theater Sound. Hat aber teilweise kleine klanglische Schwächen im Mix, die nur beim genauen hinhören auffallen. Somit kann man sagen das „Dream Theater“ wieder ein gelungenes Album ist und mehr als kaufens- und hörenswert ist.
0Kommentar1 von 1 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 21. September 2013
...ein tolles Album von Dream Theater. Nach dem mich dieses Jahr meine anderen Faves wieDepeche Mode sehr enttäuscht haben und bei Queensryche mir gar nichts mehr einfiel lag meine grosse Musikhoffnung 2013 auf Dream Theater die ich seit 1992 "Images and Words" höre.

Ich gehöre in dem Fall zu den "ewig gestrigen", d.h. Images und Words, Awake, Change of seasons und Scene from memory habe ich geliebt. Dazwischen gab
es für mich einige Alben die ich(als Fan eben) irgendwie ganz gut fand und auch gekauft habe aber so richtig Emotionen für die teilweise extrem konstruiert-wirkenden Songs haben sich nicht entwickelt..irgendwie keine Musik aus dem Bauch..was z.B. für mich ein Song wie "Pull me under" ist. Es klang so einiges nach
Ego-Tripps einzelner Musiker..aber man hatte nicht mehr das Gefühl dass da EINE Band spielt. Die Marke "Dream Theater" stand im Vordergrund, mehr als
die mitreisende Musik selber. Dadurch hab ich sogar einzelne Alben total verpassz bzw. übersehen, da sie mir auch irgendwie zu inflationär auf den Markt
kamen...Train oft thought oder Systematic chaos sind so 2 Beispiele. Für reine Gitarren-und Virtuosenfreaks sicherlich ein Festmahl..aber für mich einfach
nicht zugänglich.

Daher habe ich mich riessig über A dramatic turn of events gefreut..da waren sie wieder..die Jungs wie ich sie mag!!! Zumindest schon wieder eine ganze
grosse Dosis wieder davon.

Genau hier setzt das neue Album an, es ist leichter, frischer, eingängiger, mitreissender als die Alben davor...waren es bei Dramatic turn... schon vielleicht
70% "meine" DTs, sind es beim neuen Album 95%. Im Grunde genommen nicht neues, nichts überraschendes...irgendwie kennt alles schon irgendwo her..aber im Gegensatz zu einer australischen Combo, die mich nur noch langweilen, verzeiht man es Dream Theater einfach...einfach weil die Songs Spass machen und mitreissen. Ein Album
das ich endlich mal wieder im Auto hören kann und will und mich nicht regungslos auf dem Sofa 1 1/2 Stunden darauf konzentrieren muss und danach immer irgendwie
etwas platt zu sein. Zu den einzelnen Songs ist ja bereits einiges geschrieben worden, daher verzichte ich an der Stelle darauf.

Eines was mir noch auffiel und mich begeistert hat, ist die Stimme von James LaBrie..sie klingt auf dem Album echt wieder spitzenmässig..sie war die Jahre über nie
schlecht..aber irgendwie begrenzt und vorhersehbar..aber bei Illumination Theory ab Minute 11.30 einfach nur klasse und von ihm so(!)schon ewig nicht mehr gehört!

Wer hier grundsätzlich was neues sucht oder auf extremen Prog-Metal steht der wird hier wohl nicht fündig oder glücklich...aber Fans der früheren melodiöseren Alben dürfen sich auf ein tolles Album freuen!
0Kommentar5 von 6 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 23. September 2013
Ok, nach mehreren Durchgängen vorweg (hatte die Double-CD schon letzten Donnerstag im Briefkasten), denke auch ich nun eine Rezension veröffentlichen zu können.
Dem voraus gegangen waren bereits der Meinungsaustausch wie Mike Mangini sich nun in DT positioniert hat, welche Trademarks er setzt und wie er die Band nach vorne bringt. Ich selber resümmiere, dass er ohne Frage ein klasse Drummer ist, sein Einfluss auch auf das neue DT-Werk nur sehr begrenzt durchscheint oder gar der Truppe einen ganz neuen Drive gibt. Ganz zu schweigen davon, dass er den genialen Musiker, Drummer, Produzenten, Organsisator, Fanbeauftragten, Unterhaltungsgarant...Portnoy wohl kaum ersetzen kann und will. Das Erbe ist in der Gesamtheit halt ein sehr großes, wofür MM aber nichts kann.
Dafür haben wir nun einen Quasi-Alleinherrscher über Dream Theaters Schalten und Walten, was ich wie weiter unten erwähnt, für nicht unbedingt fruchtbar halte. Dennoch hier meine etwas detaillierte Kritik zum self-titled Album:

- ganze 2/3 des Albums sind mehr oder weniger bekannt bis alte Hüte (die Ouverture ist da noch eine richtig feine Sache, wenn auch vollkommen konzeptlos daherkommend und stark an Symphony X "Paradise Lost" erinnernd); DT bewegen sich auf sicheren, aber ausgetretenen Pfaden auf gewohnt hohem Niveau
- Mangini als Berkley-Dozent ist zweifelsohne ein Profi, aber seine Octobanfills in fast jeden Song finde ich wenig einfallsreich, davon abgesehen ist der Snaredrumsound bescheiden (vergleicht mal die Referenz auf "Train of thought", auf Enigma Mashine gibt er dagegen etwas Gas, aber ich halte den Song für überflüssig da nicht nachhaltig für eine Band, die sowieso für lange Instrumentalpassagen bekannt ist (ich verstehe zwar den Wunsch der Band alte Zeiten wiederbeleben zu wollen, doch gelang ihnen das bisher nur einmal mit dem grandiosen Instrumental "Dance of Eternity" meiner Meinung nach)...achja und der Anfang ist wohl bei Avenged Sevefolds "Nightmare" abgekupfert...ein Schelm wer böses dabei denkt :)
- Rudess Sounds nerven nicht mehr so wie beim Vorgänger (das ewige Wizzardgeplänkel im Saloonstil bleibt moderat), aber manche Sounds erinnern manchmal doch an ein billiges Bontempi-Gerät oder Inspector Gadget
- Myung ist hier etwas grooviger + knurrender unterwegs aber wo bleibt seit Jahrzehnten mal wieder der wirklich große Auftritt (Chapman Stick, Tapping, Kontrapass...was weiß ich) ???; im Gegensatz zu Mike Portnoy hat der Mann musikalisch kaum was um die Ohren und könnte bestimmt auch bessere Texte schreiben, selbst wenn diese von JP Korrektur gelesen werden (müssen)
- JP ist nun der alleinige, kreative-ausführende Kopf der Truppe; ich sehe da eher die Gefahr, dass die Outputs da zu einseitig werden und vermisse neben Chycki ein (externes) Regulativ...dies fand ich z.B. bei "Falling into Infinity" äußerst gewinnbringend, was die Band damals wie heute anders sieht (Achtung Betriebsblindheit!)- stimmlich ist im Song 2-8 nichts großes geschaffen, die Linien wirken entweder weichgespült oder reingebastelt wenn auch sehr gefällig
- ich vermisse schon beim Vorgänger, aber auch schon bei dessen Vorgänger die richtig guten Texte, die man früher von DT kannte und die auch eine Progressive Metalband ausmachen
- das Epos "Illumination Theory" macht dagegen alles richtig, vereint die Stärken, überrascht mit neuen Riffs und einer wiklich neuen Seite von JLB - geile Vocals!
... ich fühle mich an "A Change of Seasons" erinnert
Fazit:
Das Album ist kein schlechtes, aber sicherlich kein Meister- und Konzeptwerk, das mit Scenes From A Memory meiner Meinung nach in vielfacher Hinsicht (nicht nur musikalisch) erschienen ist. Für mich ist DT ohne Mike Portnoy nicht mehr dieselbe Band (die mich auch live seit 1994 als Besucher unterhalten konnte), dennoch bin ich froh, dass es die Mutter des Progressive Metal (nach Watchtower) noch gibt, live schaue ich mir aber mittlerweile lieber andere gute Bands an, die Spaß von der Bühne aus vermitteln und nicht so statisch wie DT daherkommen. Und hier schließt sich der Kreis zu so Persönlichkeiten wie Mike Portnoy.
Wer jemals eines seiner anderen Bands/Projekte/Supports live erleben durfte (und das ist nicht nur seichte Kost), weiß was ich meine. Musik ausschließlich für Musiker ist mir als Zuschauer und Musiker mittlerweile nicht mehr genug, ich will auch unterhalten werden und die Songs müssen mich berühren, einen Charakter entwickeln und in Erinnerung bleiben. Dazu gehört z.B. auch ein starker Chorus in einem runden Song und kein bloßes Stückwerk. Dies ist nämlich der wirklich schwierige Part auch für Musiker, die technisch nichts mehr beweisen müssen. Hier gelingt das DT teilweise besser, aber nur das Schlußepos ist für mich ein großer Knaller. Das verteht selbst der gute James seit Jahren solo besser umzusetzen.
Deshalb freue ich mich z.B. mehr auf die nächste Progressive Nation at Sea und denke über ein DT-Konzert nicht weiter nach.
P.S. Das Album wird selbstverständlich noch öfter gehört um vielleicht das ein oder andere noch zu entdecken ;)Von dem großen Aha-Fund gehe ich aber nicht mehr aus.
1717 Kommentare17 von 21 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 20. September 2013
Dream Theater sind die eine große musikalische Liebe meines Lebens. 1997 lernte ich die Band kennen, als 14-jähriger von Schlagzeug und Gitarre begeisterter Teeny konnte ich nicht fassen, was ich da hörte und auf was für einem Lichtjahre weit entfernten Niveau-Stern Dream Theater strahlten. Besonders John Petrucci (Gitarre) und Mike Portnoy (Drums) entwickelten sich zu meinen musikalischen Idolen und Leitfiguren, was sich über die vielen Jahre immer gehalten hat, auch wenn andere Trends und Einflüsse kamen und gingen.
Mit dem Bruch zwischen Mike Portnoy und der Band Anno 2010 zerbrach für mich, als eigentlich erwachsenen Mann, der über so etwas stehen müsste, eine musikalische und ideelle Welt, ein ganzes musikalisches Lebensgefühl. Natürlich blieb ich weiterhin bei DT am Ball und kaufte mir, genauso wie all die Male vorher, „A Dramatic Turn of events“ am Erscheinungstag und gab dem Album eine Chance.

Bis zuletzt allerdings war das ECHTE Dream Theater für mich an dem Tag gestorben, an dem MP’s Ausstieg publik wurde. Für mich, als sehr loyalen Fan und Nostalgiker, sitzt Mike Mangini schlicht und ergreifend auf dem Stuhl, der nur Mike Portnoy gehört – so kindisch dieses Denken auch sein mag. Dabei ist zu jeder Sekunde klar, dass Mangini ein Virtuose ist, der – wenn man schon einen Ersatz für MP sucht – ein mehr als würdiger Vertreter ist.

Trotzdem waren meine Erwartungen an das Album „Dream Theater“ eher gedämpft. Vorbei die Zeiten von früher, als ich schon Wochen vor dem Release eines neuen DT Albums aufgeregt war und es nicht abwarten konnte. Dann jedoch sah ich beiläufig, dass man sich auf rollingstone.com völlig legal das ganze Album anhören konnte… und das Tat ich… wieder und wieder und wieder.

Dream Theater haben es tatsächlich geschafft, das alte Feuer nochmal anzuheizen. Wie schon einer meiner Vorredner treffend bemerkt hat, wird man auf diesem Album kaum völlig „neues“ finden können, allerdings werden die alten Pfade durchaus ansprechend beschritten. Dream Theater suchen wieder mal den Spagat zwischen Epischen Bombast Songs, technisch verwinkelten Progressive Ausführungen mit den traditionellen komplexen Time Signatures aber auch melodischen und eingängigen Songs, die nur durch die gewohnte technische Finesse gewürzt werden. Dieses Konzept ist gut, und es geht auf diesem Album auch wieder wesentlich besser auf, als auf ADTOE, das mir persönlich wirklich viel zu steril und „clean“ daherkam. Wenn ich mir eine CD mit meinen persönlichen DT Lieblings-Songs zusammenstellen würde, würde es wohl kein Song von ADTOE auf diese Sammlung schaffen… Bei „Dream Theater“ sieht das etwas anders aus.

Besonders hervorheben möchte ich hier insbesondere 3 Songs:

1.) „The Looking Glass“ ist ein stark Rush inspirierter, positiver Uptempo Song mit einem flotten Beat und einer eingängigen Melodie und Struktur. Besonders James Labrie, dem ich im Gegensatz zu vielen Die Hard Fans von Anfang an die Stange halte glänzt hier, glänzt hier, da diese Art frischer Uptempo Rock meiner Meinung nach auf den Leib geschnitten ist. Highlight dieses Songs ist für mich die melodische und positiv „seichte“ Bridge, die dann den perfekten Bogen zurück in das Dynamische Hauptriff findet. Dieser Song hätte auch auf Awake sein können, erinnert mit seiner frischen Art leicht an „Innocence Faded“.

2.) „The Bigger Picture“ ist eine epische Proghymne, beschränkt sich aber nicht auf die Bombast Elemente, sondern nimmt abwechslungsreiche Wege zum Ziel. Der Refrain ist sehr eingängig, während die Strophe Butter-weich daherkommt. Dieser Song erinnert mich an die Era rund um Octavarium und ich denke, dass der Song besonders live sein volles Potential entfalten wird.

3.) „Illumination Theory“ hat bei mir etwas erreicht, was ich schon seit vielen Jahren nicht mehr erlebt habe: Ich musste mir diese eine magische orchestrale Passage ab 08:40 Minuten einfach immer und immer wieder hören. Wie ich mir sagen ließ, ist dieses Stück stark an ein klassisches Werk angelehnt, dass ich zu meiner Überraschung jedoch nicht kenne. Das nimmt dem ganzen jedoch nicht den Reiz. Dieser „Song“ ist das, was wohl jeder klassische DT Fan als die Königsdisziplin der Band ansieht – eine über 20 Minütige musikalische Reise durch mehrere „Kapitel“, die am Ende ein großes, bombastisches musikalisches Epos ergeben, in dem man sich verlieren kann. „A Change of Seasons“ hat es 1995 vorgemacht. Seitdem haben Dream Theater immer wieder zu diesem Mittel gegriffen, und dabei mit Werken wie „Six Degrees of inner Turbulence“ oder „Octavarium“ echte Meilensteine gesetzt. “Illumination Theory“ hat alles, um sich in diese Hall Of Fame einzugliedern.

Natürlich stehen bei einer Band wie Dream Theater die Akteure und deren Handwerk weiter im Vordergrund als bei anderen Bands. Auch wenn diese „Solo-Sucht“ bei mir, gemäß dem natürlich Lauf der Dinge, etwas nachgelassen hat… ein gutes neues Petrucci Solo lässt mir immer noch die Nackhaare zu Berge stehen. Auch hier muss ich allerdings beobachten, dass ich nicht mehr so paralysiert bin, wie ich es damals, Anno 1997 von dem war, was JP sowohl auf den Alben, als auch Live auf der Gitarre geboten hat. Petrucci gehört für mich, auch wenn er immer noch DAS musikalische Idol für mich ist, zu den Gitarristen, denen ihr Drang, immer innovativer und moderner zu werden, nicht gut getan haben. Der rauhe, wilde, spektakuläre und fauchende Petrucci der 90er ist meines Erachtens irgendwie in dem Perpetuo Mobile aus neuen, immer fetteren Gitarren Sounds und Effekten in bisschen in seinem eigenen Soundbrei untergegangen. Ganz abgesehen von der Tatsache, dass ich die einsame Meinung vertrete, dass Petrucci sich mit dem Wechsel zu Music Man keinen Gefallen getan hat. Den John Petrucci, der 1993 „Live in Japan“ und „Live at the Marquee“ gespielt hat, oder der im Video zu “Lie” Anno 1995 mit der schwarzen Ibanez 7-string in einem Offenen Cabrio eines der Soli seines Lebens spielte, höre ich wesentlich lieber als den heutigen.

James Labrie hat sich meiner Meinung nach ebenfalls nicht weiterentwickelt, er macht „sein Ding“ und das ist für mich die einzig echte und passende Stimme von Dream Theater. Seinen Stil, geprägt von teilweise sehr hohem Gesang und starkem Vibrato kann nicht jeder ertragen… ich bin damit groß geworden und finde ihn absolut brillant.

John Myung ist als Bassist nicht ganz so weit im Focus wie die übrigen Akteure, schafft es aber auf diesem Album etwas mehr als vorher, sich ins Spotlight zu bewegen. Seine Bass-Sounds sind knackig und omni-präsent, ohne sich dabei unangebracht in den Vordergrund zu spielen.

Etwas härter ins Gericht gehen muss ich mit Jordan Rudess, der seit 1998 die Keyboards bei Dream Theater beherrscht. In der „Scenes From A Memory“ Era hat mich JR überwältigt. Seine Lead Sound Soli, sein unglaublich perliges und verträumtes Piano Spiel und seine 70s Einflüsse waren und sind für mich der absolute Standard für einen Rock Keyboarder. Dann allerdings, ich würde sagen ab den Octavarium Tagen gegen 2006 hat Rudess eine Wandlung genommen, die mir nicht gefällt. Immer wichtiger wurde es anscheinend, die Töne auf eine ungewöhnliche Weise zu erzeugen. Es wurde und wird für meinen Geschmack mehr der Sound an sich zelebriert, als dass er im Sinne eines musikalisch hochwertigen und ansprechenden Solos eingesetzt wird. Jordans ausufernde Solo Shows, bei denen er mit einem Umhänge Keyboard auf die Front der Bühne läuft und mit verzerrtem Gesicht immer dieselben Töne in schneller Reihenfolge, mit einem eiernden, abgespaceten Sound nudelt sprechen mich gar nicht an. Zum Glück kommt das auf „Dream Theater“ eigentlich nicht vor, aber ich finde es dennoch schade, dass Rudess mit den immer gleichen Solo und auch Hintergrund Sounds um die Ecke kommt. Besonders das Keyboard Solo von „Along for the Ride“ ist so ein Beispiel. JR verwendet hier den Solo Sound von „Beneath the Surface“. Bei diesem Song war der Solo Sound ein A-ha Erlebnis, bei dem man die Augenbrauen hochzog, weil es so neu und charakteristisch klang. Aber den selben Sound und denselben Solo Stil auf dem nächsten Album noch mal zu bringen? Dies bezieht sich auch auf seine Streichersounds. Mit seinem Arrangement in der oben angesprochenen Orchestral Passage in „Illuminationn Theory“ macht Rudess das allerdings wett und hat damit bei mir auf Jahre neuen Kredit.

… Und Mangini? Der wirbelt und drischt souverän auf die Drums und macht seien Sache gut. Das muss selbst der in die Jahre gekommene Fan-Boy, wie ich einer bin, offen zugeben. In reiner technischer Finesse ist Mangini wirklich in der Championsleague des aktuellen Drum Geschäfts… und dennoch so richtig packen und mitreißen kann er mich trotz seiner atemberaubenden Technik nur in wenigen Momenten. Zum einen, da sein Stil für mich zu mechanisch und zu steril ist. Ihm fehlt einfach das dreckige, rauhe Element, dass Mike Portnoy in jeden seiner Drumbeats gelegt hat, dieses nicht in Worte fassbare lebendige und atmende Spiel, bei dem man praktisch vor Augen hat, wie beim Schlag auf das Crash Becken eine leichte Staubschicht davon abfliegt…

Das Fazit zu diesem Album: Wirklich gut! Dream Theater sind seit fast 30 Jahren unterwegs, ich auch. Da ist es irgendwann kein Wunder, dass man nicht zum 12. Mal das Rad neu erfindet, zumal man heutzutage bei einem 2 stündigen Besuch auf Youtube locker 5 neue Bands täglich entdecken kann, die ebenfalls genial sind in dem was sie tun. Dennoch gebe ich nur 4 von 5 Punkten. Mitunter habe ich den Eindruck, dass DT sich und ihr tun schon ein wenig selbst zelebrieren – wie ein Weltklasse Sportler, der nichts mehr zu beweisen hat, und gar nicht mehr versucht, einen neuen Weltrekord aufzustellen, sondern lieber noch eine weitere Ehren-Runde durch das Stadion geht, um sich in der Menge zu baden und einfach die wohlverdienten Lohrbeeren für sein Schaffen zu ernten…

Carpe Diem,
JS
44 Kommentare25 von 31 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 27. Oktober 2013
Dream Theater zeigen auf diesem Album endlich wieder die gesamte Bandbreite ihres Könnens. Verzettelten sie sich unter Mike Portnoy zuletzt innerhalb von Krawallo-Brachial-Gedröhne ohne viel musikalische Tiefe, so besinnen sie sich jetzt wieder auf ihre wahren Qualitäten - ohne sich dabei zu kopieren. Und Mr Mangini lässt - bei allem Respekt vor Mr Portnoy - seine Vorgänger glatt vergessen. Bärenstarke CD!
22 Kommentare2 von 2 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 5. Oktober 2013
Die zweite CD mit Drummer Mike Mangini signalisiert mit dem selbstbetitelten Albumtitel einen Neustart für die Prog-Metal-Titanen. Allerdings bleibt die Band-DNA, bestehend aus komplexen Arrangements, orchestralen Sounds, wahnwitzigen Breaks und Soli, aber auch radiotauglichen Songs (das stark nach Rush klingende „The Looking Glass“) nicht abgeneigt, unverändert. Gitarrenfans kommen natürlich wieder voll auf ihre Kosten, Mangini trommelt virtuos, kommt an Maniac Portnoy aber nicht ganz heran. Der Sound tönt machtvoll und doch differenziert aus den Boxen. Nicht alle Songs liegen allerdings auf dem Niveau des Krachers „The Enemy Inside“. Endlich wieder hat die Band diesmal auch Instrumentals eingespielt: der kurze Opener klingt nach Filmmusik, hiermit können die Musikgladiatoren zukünftig die Arena betreten, „Enigma Machine“ erreicht zwar nicht die Faszination von Vorläufern wie „The Ytse Jam“ oder „The Dance Of Eternity“, hält die Konkurrenz aber noch auf Distanz. Der abschließende Longsong „Illumination Theory“ fesselt nicht durchgängig, hat jedoch sehr berückende Stellen. Insgesamt nichts Neues, etwas schwächer als die Vorgängeralbum, doch für Genrefans ein Muss – wobei Haken mit THE MOUNTAIN die spannendere Scheibe am Start haben.
0Kommentar1 von 1 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 30. September 2013
... man muss sich schon etwas Zeit geben und sich auf das neue Werk von Dream Theater einlassen. Das geht nicht nach 3mal "Durchnudeln". Daher meine Rezension erst heute.

Allein der Start mit "False Awakening Suite" ist sensationell. Ich freue mich schon auf die Konzert-Eröffnung in einigen Monaten wenn die Heroen zu diesen Takten in die Deutschen Arenen einlaufen werden! Dramatisch und tragend als bitte Quentin Tarantino höchstpersönlich zu Tisch.

Danach mit "The Enemy Inside" ein Dream Theater Breitseite, die sich gewaschen hat und zu alten Höhenflügen alá "Pull Me Under" aufschließt. Kaum meint man, man hätte das Gewitter hinter sich, kommt nach 5 Minuten eine Gitarrensolo, das außer John Petrucci keiner hier einbauen würde, geschweige denn spielen könnte. Das Album hat bereits nach 10 Minuten den ersten Zenit erreicht, den andere Bands nur aus der Ferne erahnen können!

Es folgt mit "The Looking Glass" ein typischer Dream Theater mid-tempo Song auf hohem Niveau mit allem was dazu gehört... tolle Songstrukturen, treibende Rhythmusarbeit, kraftvoller Gesang. Leute, wer will sich hier beschweren? Wollt Ihr Euren Freundinnen nichts mehr von Dream Theater vorspielen können? "Enigma Machine" zeigt allen Proggern, wo der Hammer hängt.... nämlich oben im Majesty-Olymp. Punktebwertung verbietet sich, Verneigung ist angesagt! Durchatmen dann wieder bei den Songs "The Bigger Picture" und "Along For The Ride". Auch hier ist die Freundin wieder an Bord und findet plötzlich DT wieder gut: "Warum spielen sie eigentlich nicht immer so?" Weil wir hier die Götter des Progressives haben! Und da sind die Songstrukturen schon mal ein bisschen komplex.... "Behind The Veil" und "Surrender To Reason" sind der beste Beweis hierfür!

Der phänomenale Höhepunkt folgt mit "Illumination Theory" zum Schluss des Albums. Ich lehne mich aus dem Fenster... selbst Richard Wagner hätte hier seine helle Freude daran:

The bridges we build to connect
The distance that makes us forget
Hate dividing us, love reminding us
Of our shared humanity

Das Album klingt mit harmonischen Piano-Akkorden aus... ein Album das Namen "Dream Theater" zurecht trägt!
0Kommentar8 von 10 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 25. September 2013
Ist ja eigentlich immer das selbe: Viel Gemeckere bei einer Band, die auf einem Niveau spielt, das 99 Prozent der restlichen Musik Welt nicht mal ansatzweise erreicht.
Vor allem immer wieder von den sogenannten Musikern.( Bin selber einer)
Die standen damals schon auf der "Images and Words" Tour in den Konzerthallen am Rand und sinnierten über die Gitarrenläufe, und ob da nicht doch ein kleines Fehlerchen irgendwo war.
Selbst haben sie zwar noch keinen einzigen ordentlich strukturierten Song in Ihrem ganzen Leben zusammengebracht, aber im Sprüche klopfen ganz weit vorne.

Also lasst Euch nichts erzählen: DT gehört ganz klar zum Besten, was man sich für die Ohren gönnen kann.
Punkt!!!
33 Kommentare5 von 6 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 3. Oktober 2013
Ein weiteres sehr gutes Album der Prog-Metal Virtuosen. Trotz seiner Länge ein kurzweiliges Album, die knapp 70 Minuten vergehen wie im Flug, sobald man in die Klangwelten des Traumtheaters abgetaucht ist.
Sehr vielseitige Musik: schnelle Heavy-Metal Passagen,elektronischer Klänge, dann wieder sehr melodisch, sogar Geigen- und Klaviermusik. Ist einfach alles dabei. Das eine oder andere kommt einem vielleicht irgendwie bekannt vor, aber was soll's.
Diesmal sind die Songs wieder etwas kompakter, kommen besser auf den Punkt, keine nervigen minutenlangen Frickelorgien. Kann die CD auch jedem zum Einstieg empfehlen, der die Musik von Dream Theater noch nicht kennt.
0Kommentar5 von 6 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 22. September 2013
Kurz gemacht: ich gucke hier einmal nicht nach hinten und bin einfach nur glücklich über das neue DT-Schaffen. Portnoy-Alternative? Würdige Images&Words Nachfolge? Neue Impulse? Zu viele RUSH-Anleihen? Dream Theater ist einfach nur State-Of-The-Art und jagt mir einen Schauer nach dem anderen über den Rücken. Danke Dafür!!! Nach mehrmaligem Hören entfaltet jeder Song seine "Tiefenwirkung" auf seine ganz eigene Weise. Und Illumination Therorie? Ohne Worte ... was für ein unfassbares Werk!

TIPP: Ich habe bereits die VIP Limited Edition Box bekommen und kann Liebhabern nur zur Vinylfassung raten. Die klingt noch einmal um Längen besser!
0Kommentar5 von 6 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

Haben sich auch diese Artikel angesehen

12,89 €
4,39 €
5,89 €