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93 von 105 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Auf hohen Niveau, aber no surprises
Ich hatte mir vorgenommen mich kurz zu fassen, aber was solls :-). Anbei ein Versuch meine vielen Gedanken ein wenig zu sortieren.

Zur Band: Keine allzu großen Überraschungen. John Petrucci frickelt wie gehabt auf höchstem Niveau und in seiner eigenen Liga. Er ist und bleibt ein Virtuose, spielt sich aber wie schon auf „A Dramatic Turn of...
Vor 17 Monaten von ROTT veröffentlicht

versus
17 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen geteilter Meinung
Ok, nach mehreren Durchgängen vorweg (hatte die Double-CD schon letzten Donnerstag im Briefkasten), denke auch ich nun eine Rezension veröffentlichen zu können.
Dem voraus gegangen waren bereits der Meinungsaustausch wie Mike Mangini sich nun in DT positioniert hat, welche Trademarks er setzt und wie er die Band nach vorne bringt. Ich selber...
Vor 17 Monaten von Christian veröffentlicht


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93 von 105 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Auf hohen Niveau, aber no surprises, 20. September 2013
Von 
ROTT - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Dream Theater (Deluxe Edition) (Audio CD)
Ich hatte mir vorgenommen mich kurz zu fassen, aber was solls :-). Anbei ein Versuch meine vielen Gedanken ein wenig zu sortieren.

Zur Band: Keine allzu großen Überraschungen. John Petrucci frickelt wie gehabt auf höchstem Niveau und in seiner eigenen Liga. Er ist und bleibt ein Virtuose, spielt sich aber wie schon auf „A Dramatic Turn of Events“ nicht zu sehr in den Vordergrund. Was allerdings auffällt, ist, dass John Myung und Jordan Rudess insgesamt mehr Platz gegeben wird. Myung darf sich austoben, sein Bassspiel ist variabler als bisher, an manchen Stellen zischt es förmlich, an anderen knallt es recht heftig in den Vordergrund. Vor allen aber gibt es dem Album für meine Ohren etwas mehr Groove als bei den Vorgängern. Die Keyboards von Rudess tragen vor allen die ruhigeren und melodischeren Parts des Albums, unterbricht sie aber immer wieder mit unerwarteten Wechseln. Ich kann mir gut vorstellen, dass viele Fans diesmal bei den Keyboards „too much“ denken werden. James La Bries Vocals sind die weitere große Konstante, sein Spektrum bleibt dasselbe, Ausflüge in neues Terrain wie auf seinen Soloalben finden sich hier keine. An manchen Stellen wirkt sein Gesang allerdings etwas wenig zu vertraut. Bitte einfach mal THE BIGGER PICTURE mit „Strange Deja Vu“ vergleichen, im letzten Part vor allen. Wer da in den Gesangsparts große Unterschiede findet, bekommt einen Preis ;-). Etwas eindruckslos bleibt Mike Mangini. Guter Job wie schon auf dem Vorgänger, allerdings gelingt ihm nicht wirklich – bis auf seine Parts in ENIGMA MACHINE – dem DT Sound etwas Neues hinzuzufügen.

Zum Album im Vergleich zum Backkatalog: Nicht so einfach einzuordnen. „Self Titled“ führt eigentlich den Sound von „A Dramatic Turn of Events“ fort, das ja von vielen Fans als angenehmer Schritt zurück empfunden wurde und setzt genau wie der Vorgänger wieder sehr viel Gewicht auf Melodien. Vielleicht ist „Self Titled“ am besten einzuordnen mit dem Sound von DT um die Jahrtausendwende, und damit steht es dann im Regal direkt neben „„Scenes from a Memory“. Umrahmt auf der anderen Seite von „Awake“, wegen seiner hohen Anteile an einfachen und eingängigen Refrains und Melodien.

Die Songs: Im Einzelnen, einfach überlesen, wenn es zu langatmig wird.

FALSE AWAKENING SUITE eröffnet das Album orchestral. Ein deutlicher Fingerzeig zu der „Scenes from a Memory“ – „Six Degree of Inner Turbulence Phase“

THE ENEMY INSIDE war schon als Single bekannt. Der Song ist großartig, ein wahrer Stromschlag, sehr heavy. Er beginnt mit einem Riff, das gut eine Minute dauert ;-), erst dann setzen Keyboards und Gesang ein.

THE LOOKING GLASS ist der klassische radiotaugliche „Hit“, der sich auf fast jedem DT Album befindet. Ich sage das, weil ich weiß, dass gerade diese Songs einigen DT Fans übel aufstoßen. Also einfach weiterskippen, wenn Du zu dieser Fraktion gehörst ;-). Wer sich diese schönen melodiösen Nummern immer wieder gerne gibt, wird hier seine wahre Freude haben, bei mir werden Assoziationen zu „Images and Words“ wach. Das Bassspiel und das schöne Gitarrensolo machen den Song zu einem Kandidaten in meiner DT Favoritenliste.

ENIGMA MACHINE ist ein Instrumental. Es beginnt sehr sehr zäh, nimmt dann aber immer mehr an Fahrt auf. Die Harmonien und Stimmung ist sehr düster, die Songstruktur ständigen Wechsel unterzogen. Wie oben schon erwähnt, ist ENIGMA MACHINE der einzige Song, dem Mangini wirklich einen Stempel aufdrücken kann. Besonders sein kurzes halsbrecherisches Solo bei Minute 5 zeigt sein Potential. Spannend!

THE BIGGER PICTURE ist das pure Gegenteil zum vorhergehenden Song. Es wird episch und melodisch. Die Klavierparts von Rudess sind sehr gelungen und tragen die Stimmung des Songs. Eine typische DT Ballade, die erst im letzten Teil des Songs einen kleinen Tempowechsel bietet.

BEHIND THE VEIL kommt einem schon etwas arg bekannt vor, „Awake“ lässt grüßen. Der Song beginnt schön mit einem Keyboardintro, dass dann schnell auf erdige Metallica Riffs trifft. Danach passiert aber nicht mehr allzuviel aufregendes, obwohl die Melodie sehr gelungen ist.

SURRENDER TO REASON ist ein für DT Verhältnisse ziemlich straighter und trockener Song, der sehr an die sehr geschätzten Rush erinnert. Myung Bassspiel ist herausragend aggressiv. Sehr schön!

ALONG FOR THE RIDE ist die zweite Ballade des Album und ich finde etwas besser gelungen als THE BIGGER PICTURE.

ILLUMINATION THEORY hat mir schon beim Lesen des Beihefts das Wasser in Mund zusammenlaufen lassen, 5 Chapter und insgesamt 22 Minuten Länge, das fällt natürlich sofort ins Auge und schürt ziemlich große Erwartungen noch vorm Hören der ersten Takte. Und tatsächlich ist der letzte Song der progressive Höhepunkt des Albums. Alle bekannten Facetten werden neu aufgegriffen und mit einander kombiniert. Petrucci hat ausreichend Platz für seine Solis, Rudess kann an einigen Stellen seinen Hang zu den 70er Vorbildern zeigen und im Mittelteil nimmt sich die Band komplett aus dem Spiel und macht Platz für ein Orchester, das alle zuvor gespielten Themen noch einmal aufgreift und weiterführt. Bevor sich dann der Endteil zu einem wahren Feuerwerk entwickelt, musikalisch, aber auch melodisch. Der Song ist ein deutliches Signal, wie sehr DT ihren Status und die Freiheiten, die er mit sich bringt, genießen.

Fazit: Ein gutes Album, aber diesmal kein sehr gutes Album. Vielleicht war das aber auch einfach der Spannung vor zwei Jahren geschuldet, als noch niemand genau wusste, ob DT den Abgang von Portnoy verdauen wird. Herausragende Songs sind ILLUMINATION THEORY, THE ENEMY INSIDE, SURRENDER TO REASON sowie auf der Balladenseite ALONG FOR THE RIDE. Alle bekannten Elemente sind vorhanden. An manchen Stellen fehlen aber ein wenig die Überraschungen. Ich höre „Self Titled“ und erwische mich dabei, dass mir der Sound natürlich vertraut verkommt, dass ich mich aber auch gleichzeitig frage, ob ich wirklich auf einem neuen Album gelandet bin, oder gerade ein Altes höre. Allerdings ist diese Einschätzung natürlich mit einem großen „aber“ verbunden, den sowohl die Band wird älter, als auch die Hörer. Vielleicht ist es langsam Zeit, einfach etwas dankbarer zu sein, dass DT noch spielen und gute Alben auf hohen musikalischen und kompositorischen Niveau herausbringen, ohne noch weitere Quantensprünge zu erwarten …
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "Dream Theater" vs. "Images and words", 3. Januar 2015
Rezension bezieht sich auf: Dream Theater (Audio CD)
Dream Theater haben es schwer. Der Grund liegt nicht zuletzt darin:
Die Mitglieder sind im Grunde perfekt in dem was sie tun und ihre Leistungen, Arbeiten und Errungenschaften für das Genre sind von unschätzbarem Wert. Sie sind quasi die Oberhäupter des komplexen Metals und waren sogar in den Anfangstagen im wörtlichen Sinne progressiv.
Das Oberhaupt einer Gruppe kann aber nur solange seine Stellung behalten und dem Gefolge nützlich sein, solange es tatsächlich überlegen in dem ist, was es tut. Immer wieder erfolgen Prüfungen, um die Leistungsfähigkeit weiterhin unter Beweis zu stellen. Sollte ein bestimmtes Individuum jemals einen Fehler im Konstrukt des Anführers finden und diesen für andere offensichtlich darlegen, bröckelt die Krone des Chefs und der Fehlerfinder erstrahlt in einem bisher ungeahnten Glanze.
Fehler der Großen machen den Unbedeutenden unter umständen Wichtig.
Dieses Phänomen verleitet natürlich gerade im Bereich besonders komplexer Musik die Hörerschar dazu negativ über die Helden zu sprechen. Vorallem dann, wenn ein Stein erstmal ins Rollen gebracht wurde. Jeder möchte von nun an den spektakuläreren Fund tätigen.
Super Beispiel ist eine Rezension eines Kritikers, der sogar die Frequenzen der Tonspuren mittels Computerprogramm auf Schwachstellen untersucht hat und diese den Lesern stolz wie Oskar unter die Nase gerieben hat. Nicht dass sein Fund nicht bedeutsam und korrekt wäre. In der Tat bin auch ich der Meinung, dass die Soundmischungen in den Neunzigern audiophiler waren als heutzutage. Es ist aber auffällig, dass solche Bemühungen, obwohl das Soundproblem bei vielen Produktionen auftaucht, gerade bei Bands wie eben Dream Theater angestrebt werden.
Einer Derjenigen die des öfteren hinhalten müssen ist Mike Mangini. DER NEUE. Da er als Drummer in diesem Genre einfach ein Wunderkind ist, ist es besonders lohnenswert, bei ihm in negativer Weise kritisch zu werden. "Saft und kraftlos, Ideenlos, mechanisch, langweillig" Was muss der Mann sich nicht alles anhören, nur damit seine Kritiker in hellem Glanze erstrahlen mögen.

Das andere Problem ist, dass eine Band es vielen Menschen mit nichts auf der Welt mehr recht machen kann, sobald man erst einmal Anlaß zur Kritik gefunden hat. Das Entwicklung einfach Änderung bedeuten muß ist logisch. Das Wiederholung niemand möchte auch. Entwicklung, Progression heisst aber auch, dass die Fans, sei es auch noch so schwer, das oft genannte Referenzalbum "Images and Words" loslassen müssen. Aber wie soll ein Mensch seine Vorlieben loslassen. Dafür sind wir nicht gemacht. Also streben wir ein erneutes "Images and Words" an. Es muß nur völlig neu klingen. Die Musiker müssen dabei aber auch vollkommen souverän spielen und dürfen dennoch keine allzu deutliche Höchstleistung zeigen. Das wäre dann ja Selbstbeweihräucherung und somit nicht akzeptabel. Es ist hoffnungslos. Dream Theater können nur verlieren. Bei Einigen zumindest.

Allen Anderen setzte ich nun mal ein paar Thesen vor, die zeigen sollen, warum "Dream Theater" im Vergleich zu "Images and Words" eine deutliche Progression bedeutet und weshalb viele das neue Album nicht Mögen.

-Images and Words hatte weniger Vorgänger, hatte es also leichter neue Elemente aufzugreifen
-deswegen wirken neue Ideen oft hilflos herbeigesucht
-Images and Words war teils sehr simpel komponiert und hatte nur einige technische Finessen. Es war somit leichter zu hören
-I.a.w. hatte eine sehr warme und Lebensfrohe, fast feierliche (wie Weihnachten oder so) Stimmung und sprach direkt das Herz an
-DT ist technischer, kühler, düsterer und daher unbewusst emotional schwieriger zu verarbeiten
-DT ist musikalisch gesehen ein Kompromis aus Erwartungen und dem momentan Menschenmöglichen im Bereich Progmetal
-I.a.w hatte weniger Erwartungen zu erfüllen
-DT wäre für die damalige Formation spielerisch und klangtechnisch noch nicht in vollem Maße möglich gewesen.
-Jedes Album ist dem Lebensgefühl seiner Zeit angepasst und passt auch nur in diese eine Zeit
-Das "Saxophon" als Alternativinstrument in I.a.w. bringt einen Großteil von Sympathiepunkten.
-I.a.w. war schöngeistiger als man es Heutzutage bei einer Band wie Dream Theater akzeptieren würde.
-"DT" würde mit dem gleichen Mastering wie dem von "I.a.w." grauenhaft klingen.
-I.a.w. war im Verhältnis mutiger und offener was die Ideen angeht und wirkt bei genauerem Hinblick aber wie eine Hitzusammenstellung, nicht aber so geschlossen in sich wie "DT"
-Die Band ist heute in Topform was Performance und/oder Erfahrung angeht. Die Musik bleibt geschmacksache.
-I.a.w. ist deutlich anders als "DT", was ja von vielen Hörern als Hauptgesichtspunkt für Qualität gilt oder gelten sollte

Diese wild aneinander gereihten Thesen können wie immer totdiskutiert werden. Ich bin allerdings der Meinung, dass ein Hörer ein Album immer seiner eigenen Verfassung und Lebenssituation entsprechend aufnimmt und bewertet.
Bands haben es heutzutage extrem schwer noch zu überraschen und zufrieden zu stellen.
Die neue DT ist sicherlich kein Album, was ein oder zwei Sterne bekommen sollte. Diese von mir bereits des Öfteren angesprochenen Entäuschungsbewertungen sind nicht sonderlich ernst zu nehmen.

Ein und zwei Sterne Kritiker sollten noch ein paar mal genauer hinhören und ihre Erwartungen mit der Realität abgleichen.
Auch bei mir löst das neue Album nicht die größten Emotionen aus. Vielleicht liegt das aber auch ein wenig an meiner eigenen Progression ???
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Da ist sie ja, die Scheibe des Jahres!, 4. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Dream Theater (Deluxe Edition) (Audio CD)
Es ist immer wieder das gleiche mit mir. Kaum wird ein neues Dream Theater Album angekündigt, mache ich mich auf und verfolge jedes Detail, dass über das Album im Internet veröffentlicht wird. So bekam ich auch relativ frühzeitig mit, dass das mir nun vorliegende 12. Studioalbum auf den Namen "Dream Theater" hören wird.
Natürlich steigern solche PR-Aktionen die Erwartungen der Fans ins unermessliche. Da hätte man das Album auch gleich "Images & Words Pt. II" oder "Metropolis Pt. III" nennen können.
Nach nun wirklich vielen, vielen Rotationen in meiner heimischen Anlage, Autoradio, Smartphone und Lap-Top, erlaube ich mir ein abschließendes Urteil abzugeben.

Das Album wird mit einem orchestralen, hollywoodreifen Intro eröffnet. Dieses besteht aber nicht nur aus Orchester, sondern auch aus Gitarren, Bass und Drums. Die "False Awakening Suite" eröffnet das Album somit mehr als amtlich und steigert die Vorfreude ins unermessliche. Darauf folgt der erste reguläre Albumtrack "The Enemy Inside". Die Jungs zeigen natürlich gleich mal was sie als Musiker so auf dem Kasten haben. Sämtliche Musikschüler werden ihre Entscheidung ein Instrument zu lernen mal wieder überdenken :). Das ist natürlich nichts neues. Virtuosität gehört zu DT wie das Bier zu Bayern. Nach knapp 1 1/2 Minuten steigt dann ein hervorragend singender James LaBrie ein. Gleich an dieser Stelle muss ich eine Lanze für den Mann brechen. Er ist häufig einer der großen Kritikpunkte bei DT. Wenn man das hier hört, fragt man sich, WARUM? Er singt hervorragend und seine Stimme ist so markant, dass sie eins der wichtigsten Trademarks von DT ist. Ohne einen James LaBrie könnte ich mir kein Dream Theater vorstellen. Dazu aber später mehr. Zurück zu "The Enemy Inside". Der Song kracht recht heavy aus den Boxen und erinnert sehr an den härteren Stoff ab der "Six Degrees Of Inner Turbulence". Veredelt wird der Song durch einen geilen und eingängigen Refrain, der sich sofort
in die Ohrmuscheln festbeißt. Zusammen mit "Enigma Machine" und streckenweise "Illumination Theory" gehört "The Enemy Inside" zu den härtesten Tracks von diesem Album. Weiter geht es mit "The Looking Glass". Hier wird härtetechnisch etwas zurückgefahren. Das ganze erinnert an "Images..." Zeiten. Wunderschöner Song mit Rush Vibes und einem tollen Chorus.
"Enigma Machine" ist ein hartes und düsteres Instrumental welches wieder härtetechnisch an "Train Of Thought", "Systematic Chaos" und "Black Clouds..." anknüpft. Es ist auf jeden Fall gelungen, kommt aber nicht an die eigene Königsklasse im Bereich Instrumental, namentlich "Ytse Jam" und "Stream Of Consciousness" ran. "The Bigger Picture" erinnert wieder sehr an die Zeiten vor "Six Degrees...". Eine schöne Halbballade. Was sich auf "A Dramtic Turn Of Events" andeutete, fällt auch hier auf. Petrucci hat anscheinend wieder richtig Freude an gefühlvollen und melodischen Soli, anstatt auf bloße Skalenschwurbelei und Griffbrettonanie.
Auch Jordan Rudess hält sich mit seinen nervig, quietschigen Spaceshuttle Commander Sounds zurück und verlässt sich mehr auf Fusionartige Leadsounds und Pianos, Streicher, Chöre und Orgeln. Insgesamt ist "The Bigger Picture" ein sehr gefühlvoller Song, ohne zu schmalzig zu wirken. Daran haben auch James LaBries unkitschige Gesangsmelodien einen Riesenverdienst. Generell ist das Album wesentlich songorientierter und mehr auf den Punkt auskomponiert als die Vorgängeralben. Hier hat man bei keinem Song das Gefühl, dass eine virtuose Instrumentalpassage nur eingefügt wurde, damit man den Song künstlich auf eine gewisse Länge schraubt. Bei "Behind the Veil" erklingen erstmal sanfte, epische Töne und dann geht die Post ab. Allein durch den tollen, sich in den Kopf bohrenden Ohrwurm-Chorus. Der Song fängt sehr atmosphärisch an steigert sich aber dann zu einem schönen Rocker der sich nach nur wenigen Durchläufen direkt im Ohr festbeißt. "Surrender To Reason" fängt erstmal sehr getragen an, bis sich das Intro in eine nur aus Gesang und Akkustikgitarre begleitende Strophe auflöst. Wo man anfangs noch eine Ballade vermutet, bringt das Interlude zur zweiten Strophe die Härte ins Spiel. Deep Purple artige Orgelsounds veredeln diesen Übergang bevor es in die 2te, härtere Strophe geht. Der Song ist dadurch natürlich nicht heavy wie "The Enemy Inside" aber auch keine Ballade. Ein gefühlvoller Song der in eine ähnliche Richtung wie auch "The Bigger Picture" geht. Mit "Along For The Ride" folgt schließlich die erste und einzige richtige Ballade.
Die erschien mir bei dem ersten Hördurchlauf etwas unspektakulär. man hat das Gefühl hatte die Melodien schon mal gehört zu haben. Nach einigen Durchläufen zündet aber auch dieser Song und die anfängliche Skepsis verfliegt. Eine schöne und interessante arrangierte Ballade die aber nicht an Meisterwerke wie "The Spirit Carries On" oder ein "Beneath The Surface" rankommt.

Der letzte Track "Illumination Theory" dürfte wohl der sein, auf den die DT-Fans am meisten hingefiebert haben, schließlich stellt ein Longtrack oft das absolute Highlight auf jeder DT-Platte dar. Der Einstieg ist sehr bombastisch und die Melodie die vom Keyboard getragen wird, könnte aus einem Soundtrack zu einem Film stammen. Das Intro macht Platz für ein cooles instrumentales Interlude mit einigen technischen Spielereien aller Musiker. Ein Drumfill leitet anschließend zum absolut arschgeilen Main-Riff des Songs über wo dann auch James LaBrie zum Mikro greifen darf. Ein eingängiger Chorus veredelt das ganze und dann wird alles auf einmal leiser und klingt aus. Was dann folgt, kann man nicht in Worte fassen. Ein wunderschöner, epischer Streicherpart, wie man ihn bis dato noch nie bei Dream Theater gehört hatte, ertönt aus den Boxen. Mein Gott, was habe ich jedesmal Gänsehaut wenn dieser Part ertönt. Beim ersten Hördurchlauf war ich überhaupt nicht auf so etwas vorbereitet und mir flossen ein, zwei Tränen über die Wange. So herzergreifend ist dieser Part. Danke, danke, danke Jordan Rudess für diesen wundervollen musikalischen Moment. Das war das musikalisch ergreifendste, was ich in den letzten Jahren gehört habe. Dann kommt ein abrupter Übergang wo alle Instrumente wieder einsteigen. Ach ja, ich hatte weiter oben ja beschrieben das James LaBrie der perfekte Sänger für Dream Theater ist. Warum, hat er ja über das ganze Album schon gezeigt. Warum er aber zu den besten Sängern im Hard Rock/Metal Sektor gehört, zeigt er in den folgenden Minuten. Auch das hier kann man nicht in Worte fassen und jegliche Beschreibung wird nicht mal im Ansatz dessen Gerecht was James hier abzieht. Eine ausladendere Prog-Solo-Passage leitet über zum Hauptthema des ganzen Songs, dass schon im Intro und auch im Streicherpart angespielt wurde. Das Grande Finale ist genau so schön wie die Streicherpassage und treibt einem die Tränen des Glücks in die Augen. Nach einer kurzen Unterbrechung folgt ein kurzer Hidden-Track der nur von Piano und Gitarre getragen wird und wohl das in "Illumination Theory" gebotene einen erstmal verdauen lassen soll. Noch nie war ein Longtrack von den Jungs ausgefeilter. Jeder Part, jedes Solo, jedes Riff ist in diesem Song unverzichtbar und man kann die Freude von ihnen in jeder gespielten Note spüren. Das ist verdammt nochmal Musik. Das ist Dream Theater! Das restliche Album ist schon auf einem konstant hohen Level aber mit dem Abschlusstrack überstrahlen sie alles, mehr Hörgenuss geht nicht mehr.

Noch ein kurzes Wort zur Produktion! Fett, zeitgemäß, glasklar. Alleine wenn man das Ding über Kopfhörer hört und einem Manginis rasante Tomläufe durchs Gehirn prügeln, ist es ein unbeschreibliches Gefühl.

Fassen wir also nochmal kurz zusammen was dieses Album für Dream Theater bedeutet. James liefert die beste Gesangsleistung seiner Karriere ab und das in einem Alter wo andere Gesangskollegen mittlerweile ganz schön nachlassen; Jordan konzentriert sich wieder auf die wichtigsten Keyboardsounds und hat sich mit dem Streicherpart in Illumination Theory ein Denkmal verdient :); John Petrucci geht weg von bloßem Skalengeschrubbe zurück zu melodischen und eingängigen Soli; Myung spielt genial wie eh und je, schreibt wieder regelmäßiger Texte und geht nicht im Mix unter wie noch auf der Black Clouds..; Mike Mangini ist ein absolut würdiger Ersatz für Portnoy, gibt den Songs Drummäßig genau das was sie brauchen und ist unbestritten der einzig richtige Mann an den Drums. Darüber hinaus haben sie ein abwechslungsreiches Album ohne Ausfälle eingespielt und das nach einer fast 30-jährigen Bandgeschichte. Als ob das alles eh nicht reicht, haben Dream Theater mit "Illumination Theory" nochmal schnell den besten Longtrack ihrer Karriere veröffentlicht, womit ich, mit Sicherheit niemals gerechnet hätte. Das ganze veredelt durch eine hervorragende Produktion. Für mich landet das Album definitiv in den TOP 5 von DT wenn nicht sogar in die TOP 3. Thumbs Up!
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Altbewährtes neu verpackt, 13. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Dream Theater (Deluxe Edition) (Audio CD)
Die Erwartungen zum zwölften, selbstbetitelten Album waren – wie bei fast jeder Neuveröffentlichung – groß. „Dream Theater“, hierzulande erschienen am 20.9.2013 und veröffentlicht durch Roadrunner Records, ist das zweite Album mit Mike Mangini an den Drums, der nach Mike Portnoys Ausstieg 2010 als neues Bandmitglied die auch dadurch bedingte Selbst(wieder-)findung der Gruppe begleitet.
Technisch gibt es, dem Genre entsprechend, nichts auszusetzen. Die fünf als „Götter des Prog-Metal“ gehandelten Musiker spielen nach wie vor auf allerhöchstem Niveau, sowohl technisch als auch kompositorisch wird hier Meisterarbeit geleistet. Bei letzterem fällt jedoch positiv auf, dass wieder einen Schritt nach vorn gedacht wurde, nachdem man auf dem Vorgängeralbum „A Dramativ Turn of Events“ das Gefühl nicht loswurde, es mit lediglich technisch hoch aufgemotzten Popsongs zu tun zu haben.
Schon das rein instrumental gehaltene Eröffnungsstück lässt auf wirklich neues hoffen. Erinnerungen an das hochgelobte, schon elf Jahre alte Konzeptalbum „Six Degrees of Inner Turbulence“ werden wach, allerdings fällt schon jetzt auf, dass sich eine Sache ganz erheblich unterscheidet: bereits beim letzten Album wurde deutlich, dass Mangini im Vergleich zu Portnoy einen sehr „straighten“ Drumstil pflegt. Dieser wird auf dem hiesigen Album noch stark unterstrichen von der Mischung. Richard Chycki, Engineer und Mixer, lässt die Drums sehr perfekt klingen; für manche Ohren wohl zu perfekt. Vielfach wird bemängelt, dass Mangini der Groove fehlt, den Portnoy immer wieder zwischen harte Stellen als Auflockerung brachte. Doch noch viel mehr wird in den einschlägigen Dream Theater Foren über den Sound der Snare debattiert. Sie erscheint – im Vergleich mit anderen Produktionen der Band – wesentlich weiter im Vordergrund. Auch erscheint sie oft lauter als die Basedrum, was vielerorts zu Unmut führt.
Doch damit nicht genug, wird auch eine vor Erscheinen des Albums getätigte Äußerung von Gitarrist John Petrucci sehr genau unter die Lupe genommen und kritisiert. In einem YouTube-Video verglich er seine neuen Gitarrensounds mit einem „dicken Stück Schokoladenkuchen“. Vielen Hörern ist der vorliegende Sound jedoch zu wenig schokoladig, ihnen fehlt oftmals die Tiefe und Wärme.
Ansonsten wird bewährte Handarbeit geleistet, die in einem 22-minütigen Epos endet, welches den Namen mehr als verdient hat. Viel Abwechslung, viel gute Unterhaltung. Man verbleibt nach Ausklingen der letzten Töne mit einer positiv-nachdenklichen Stimmung und ist gespannt, was da als nächstes kommt.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zum 12ten Mal im Theater der Träum, 17. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Dream Theater (Deluxe Edition) (Audio CD)
Auf DREAM THEATER ist eigentlich immer Verlass, sowohl was die Releases betrifft, als auch die Qualität der Alben und Live-Auftritte. Es ist gerade mal zwei Jahre her seitdem die amerikanische Prog-Maschinerie mit „A Dramatic Turn Of Events“ verzauberte, da servieren sie mit dem selbstbetitelten zwölften Album ein neues Werk und veröffentlicht kurz darauf mit „Live At Luna Park“ eine neue Live-DVD, die bereits in diversen Kinos gezeigt wurde. Wenn eine Combo ein Album schlicht nach dem Bandnamen benennt, dann will man im Normalfall etwas Bestimmtes damit aussagen. Im Falle von DREAM THEATER wage ich zu behaupten, dass man auf das neue und gefestigte LineUp mit Mike Mangini, der seit 2011 in der Band ist, hinweise möchte. Kann mich aber natürlich auch irren.

Gut, kommen wir zur Musik von „Dream Theater“, denn die hat es, wie immer, wirklich in sich. In der letzten Dekade überraschten DREAM THEATER immer wieder den Hörer, kein Album glich dem anderen, aber doch waren immer alle wichtigen Trademarks vorhanden. Dieses Mal sind die Änderungen zum Vorgänger nicht so gravierend ausgefallen und große Überraschungen gibt es leider auch nicht, sondern einfach genau das, was auf dem Album fett drauf steht – DREAM THEATER. Bei dem Können von den Meistern John Petrucci, Jordan Rudess, John Myung und Mike Mangini, weiß man, dass der Fan trotzdem zufrieden sein kann. Es gibt ausgedehnte, aber nicht zu sehr ausschweifende Insturmentalparts in denen sich jeder einzelne austoben darf, es gibt Verweise auf die Klassik, dann wird es mal wieder spaceig, aber auch düster, melancholisch und traurig kann es auf dem Album zugehen.

Das fast 3-Minütige Intro „False Awakening Suite“ ist gleich in drei Teile gespalten und erzeugt komplett verschiedene Gefühle. Part 1 „Sleep Paralysis“ ertönt fett, fast hollywoodreif, „Night Terrors“ wirkt böse und bedrohlich und „Lucid Dream“ wie das große Finale einer Oper. Zwischendrin blitzt die Klassik durch – ich weiß zwar nicht, ob man wirklich jemanden zitiert, doch fühlt man sich an Edvard Grieg erinnert. Es folgt die erwählte Single „The Enemy Inside“, welcher hektisch und auch eher düster beginnt. Es wird anfangs noch etwas herumgespielt, ehe man nach einer Minute den eigentlichen Song einläutet. Schöne Melodien, knackige Riffs und ein James LaBrie in Bestform geben den Ton an. Im Chorus wird es dann auch recht eingängig. Neben Strophe und Refrain, gibt es natürlich in der zweiten Hälfte noch instrumentale Pasasgen, Soli und einige andere Parts. Trotzdem ein recht schlichter Song, wenn man bedenkt, mit wem man es hier zu tun hat. „The Looking Glass“ versprüht eine lockere AOR-artige Atmosphäre und ist mit seinen knapp fünf Minuten einer der kürzeren Songs.

Auch wenn es paradox klingt, die Songs sind aufgrund ihrer Kürze von fünf bis sieben Minuten weniger eingängig, was an der Komplexität liegt. Wären die Tracks länger, so könnten gewisse Elemente und Textpassagen öfter verwendet werden und so schneller zünden, aber das ist nicht der Weg den DREAM THEATER einschlagen und das ist auch gut so. Man hat mit „Dream Theater“ so viel länger Spaß. Mit „Enigma Machine“ bekommt man sechs Minuten Gefrickel spendiert. Das Ganze bleibt aber dank eines vorhandenen roten Fadens und einem musikalischen Themas durchgehend spannend. „The Bigger Picture“ ist sowohl lyrisch als auch musikalisch eines der größeren Highlights des Werkes. Die Melodien sorgen für Gänsehaut, der Aufbau ist überaus spannend und man legt die Latte für Intensivität sehr hoch. „Behind The Veil“ ist das härteste Stück des Albums uns spielt mit verschiedenen Tempi und Stimmungen.- auch dieser Refrain ist grandios. „Surrender To Reason“ als Ausfall zu bezeichnen wäre übertrieben, aber irgendwie wirkt er neben den anderen Nummern trotz guter Parts etwas blass. Das ändert sich natürlich mit dem obligatorischen Longtrack „Illumination Theory“, der nach dem wunderschönen „Along For The Ride“, welches mit akustischen Gitarren punkten kann, den Abschluss bildet. In 22 Minuten, unterteilt in fünf Parts, zeigen die fünf Männer ihr ganzes Können und führen durch alle Trademarks von DREAH THEATER, die sie sich in den letzten Dekaden und Stärken erspielt haben. Dennoch, es mangelt einem trotz allen Könnens etwas an der Originalität eines „Train Of Thought“ und Abwechslungsreichtum eines „Octavarium“ oder „Metropolis“.

DREAM THEATER liefern mit ihrem neuen Werk nicht das erhoffte Meisterwerk ab und können nicht ganz an den Vorgänger anschließen. Dennoch ist „Dream Theater“ ein musikalisches Schmuckstück und zeigt erneut einige der besten Musiker unserer Erde. Was fehlt also dem zwölften Album? Es ist nicht das gewisse Etwas, denn das hat jeder einzelne der Songs – aber es ist einfach das gewisse DREAM THEATER-etwas, das dieses Mal zu kurz kommt.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Leider geil, 3. Oktober 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Dream Theater (Audio CD)
Seit ich in den 90ern 'Images and words' (immer noch der Megahammer von denen und das wird sich auch nicht ändern) gehört habe, bin ich, man kann, das glaube ich, so sagen, ein Fan. Natürlich können sie auch nicht das Rad neu erfinden und komplett den Stil ändern... nee. Es ist eben unglaublich schwer, nach eigentlich ausnahmslos guten Tonträgern, immer noch einen besseren zu machen. Wobei dieser hier ziemlich weit oben steht. Teilweise sehr verfrickelt (Hallo? Das ist progressive :-) aber immer wieder lommen eben sehr melodische Parts.
Über die musikalische Performance zu reden, wäre wie Wasser in den Rhein tragen...
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Groove of Perfection, 15. Oktober 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Dream Theater (Deluxe Edition) (Audio CD)
28 Jahre im Geschäft und weiterhin das Maß der Dinge.
Auch das 12. Album der Prog-Könige ist ein absolutes Meisterwerk. "Dream Theater" ist sehr Abwechslungsreich und erinnert an eine Mischung aus "When Dream & Day Unite" & "Awake" mit eine sehr Moderne "Wall of Sound" Produktion.

Einfach nur Spitze und klar das Album des Jahres 2013 !
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14 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unberechtigt abgestraft, 24. September 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Dream Theater (Deluxe Edition) (Audio CD)
Nach dem ersten Durchlauf war ich auch skeptisch. Nur ein Song, der einen direkt packt: The Enemy Inside. Nach mehreren Durchläufen hat sich dieser Eindruck jedoch fundamental geändert: Dream Theater legen mehr Wert auf die Songs als auf dem vorherigen Album. Auch auf Experimente wie Muse-Einschlag oder Thrash wird hier verzicht (passt bei DT einfach nicht (und ich steh sehr auf Thrash!)). Es wird weniger gefrickelt, dafür zünden die Gesangsmelodien mehr. Anspruchsvoll ist das Ganze genug. Tolles Album, dass ich von vorne bis hinten uneingeschränkt empfehlen kann. Gute Musik muss nicht jedes Mal neu erfunden werden!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nein, der Name verspricht nicht zuviel, 28. Januar 2015
Rezension bezieht sich auf: Dream Theater (Audio CD)
Neulich, als ich mich mit einem Freund in einer Bar bei einem Bier über die neue Dream Theater unterhalten hab, fiel ganz zwischendurch mal kurz die Aussage, Dream Theater sei für ihn ohne Mike Portnoy nicht mehr Dream Theater. Zu dominant sei seine Art, zu charakteristisch sei sein Spiel, und zu sehr sei Portnoy einfach der Kopf und das Herz der Band gewesen, als dass eine auf personelle Stärken und Inputs setzende Band wie Dream Theater nach dem Verlust eines solchen Mitglieds einfach unbeeindruckt weiter machen könnte. Nun ja, man muss schon sagen, Portnoys Input war beeindruckend. Immerhin gehen große Stücke wie The Best Of Times, The Mirror, A Change Of Seasons, sowie die ganze AA-Suite weitestgehend auf ihn zurück. Noch dazu ist seine Art in seiner Musik zu spüren, auch wenn er kompositorisch manchmal nicht unbedingt viel beigesteuert hat (siehe Adrenaline Mob, alle Neal Morse Alben,...). Und es ist nicht abzustreiten, dass im September 2010 ein wichtiger Teil der Band einfach wegbrach. Die Frage ist, macht das Dream Theater uninteressant, oder einfach nur etwas anders? Weder noch. Es wäre bescheuert zu vermuten, die Band hätte sich nach Portnoys Ausstieg nicht die gleiche Frage gestellt, wie wir alle: Wie geht’s nun weiter? An eine Auflösung war nicht zu denken- das stellt natürlich die Band als sehr willenstark und einheitlich dar. Bereits diese Tatsache, sowie das Statement, das mit A Dramatic Turn Of Events statuiert wurde, verneint deutlich die Aussage, Dream Theater ohne Portnoy sei nicht mehr Dream Theater: Dramatic Turn war so „klassische Dream Theater“ wie kein Album der „klassischen Dream Theater“ mehr (wie auch immer man diesen Begriff definieren möchte).
Immer noch Zweifel? Dann kommen wir jetzt zu DT12: dem neuen Dream Theater Album, das zufällig auch Dream Theater heißt. Wieso? Schaut euch einfach irgendein Interview irgendeines der Bandmitglieder von letztem Jahr an und ihr wisst es. Das Album soll zeigen, was und wer Dream Theater sind und was sie machen und das wird sich die Band auch nie zu schade, das zu betonen. Was, und das ohne Portnoy? Ja, und das ohne Portnoy. Seltsam, während die einen nach der Wiederkehr des Hitzkopfes hinter den Kesseln schreien, und die anderen sich über Stagnation und Einseitigkeit beschweren, scheinen Dream Theater völlig unbeirrt ein tolles Album nach dem anderen herauszubringen- und das trotz Drummerwechsel. Dream Theater sind nach Portnoys Ausstieg immer noch die selbe Band und sie machen immer noch ihre typische Musik. Stillstand und Stagnation sind trotzdem von daher schon mal völliger Bulls***, dass auch DT12 wieder total anders klingt als irgendeiner seiner Vorgänger. Man geht wieder rauer und härter ans Werk als beim sympathischen Vorläufer Dramatic Turn, vielleicht sogar noch etwas mehr back to the roots, mit ein paar Anklängen an das Debut, aber trotzdem klingt das Album mal wieder voll und ganz nach Dream Theater- da verspricht der Name nicht zu viel. Und daher sind Dream Theater ohne Portnoy nicht uninteressant, und auch nicht viel anders; nein, sie machen immer noch ihr Ding, völlig unbeirrt, und stets gut. Da ist DT12 keine Ausnahme.

Am meisten Probleme könnte der geneigte Dream Theater Hörer vielleicht noch mit dem Präludium, der recht pompös betitelten, dreiteiligen False Awakening Suite, haben. Bereits bei deren Beschreibung im Vorfeld musste ich an Symphony X’s Oculus Ex Inferni denken, einem in Pathos und Chor getauchten Progmetal-Intro zu einem knallharten, düsteren Progmetal-Album. Auf den ersten Blick scheint False Awakening so ziemlich das gleiche zu sein. Doch das, was danach folgt, ist halt was anderes. Die bedeutungsschwangere Bezeichnung „Suite“ ist eigentlich nur wegen der Dreiteilung berechtigt, die man in der Tat auch echt wahrnimmt. Im ersten Teil hört man kraftvolle Kicks, Symphony X Chor (ok ich gebe zu, es gibt Gemeinsamkeiten), Streicher- und Unisonoläufe, sowie einen kurzen Marsch. Der zweite Teil wird noch etwas dämonischer, nimmt mehr Fahrt auf, bevor der dritte Teil dann eigentlich den Kreis zum ersten schließt. Ich finde, wir haben hier echt einen gelungenen Opener vor uns. Nicht so ausladend oder optimistisch gestellt wie einst die Overture zu Six Degrees, aber trotzdem pompös und düster. Dieser Song soll auch die Shows der Along For The Ride Tour eröffnen.

Allein durch eben dieses Präludum ist auch der nachfolgende Track, die vorveröffentlichte Single The Enemy Inside noch etwas mehr gewachsen. Wenn der letzte Ton der False Awakening Suite ausklingt und sofort danach eins der kraftvollsten Riffs des ganzen Albums losbrettert, spüre ich immer einen leicht wohligen Schauer auf dem Rücken: Hier sind sie wieder, die Kerle, die mir das Tor zu jeglicher komplexer Musik, zu einer völlig neuen musikalischen Welt geöffnet haben, und sie haben nichts von ihrem Charme verloren. The Enemy Inside ist ein typischer Song, der nach einem solchen Intro stehen kann, und gleichzeitig ein typischer Dream Theater Song der härteren Sorte. Mein erster Gedanke war, dass Mangini seine Becken sehr vielseitig und ganz anders als Portnoy bedient. Mein zweiter war, dass die Snaredrum wie die von Images & Words klingt. Dazu komme ich später noch mal. Es wird gerockt, es wird gerifft, es werden alle Register eines solchen Songs gezogen. Die Strophe groovt, Refrain ist hymnisch (vgl. The Root Of All Evil), der Soloteil vertrackt und nicht zu lang. The Enemy Inside ist ein Bodybuilder, ein absolutes Kraftschwein von einem Song. Er ist für mich im Albumkontext sehr gewachsen. Eingebettet zwischen der pompösen False Awakening Suite und dem optimistischeren Nachfolger The Looking Glass, ist er ein Song, der einfach an dieser Stelle stehen und auch in dem Zusammenhang gehört werden MUSS. Ich freue mich auch darauf, das Ding live zu hören.

Der eben erwähnte nachfolgende Song The Looking Glass nimmt etwas Fahrt heraus, und lässt den Hörer nach dem gerade gehörten, kraftvollen und energiereichen Opener-Doppelpack seine Gedanken kurz fassen. Es handelt sich um einen in der Tat an Rush angelehnten, stellenweise straighten, teilweise aber auch vertrackten Rocksong, der vor allem durch seinen sehr gelungenen Refrain zu überzeugen weiß. Desweiteren lässt Petrucci seine Gitarre hier mal wieder richtig singen. So ein Solo hätte kein Lifeson gespielt, große Klasse. Mangini hätte hier ruhig ein wenig straighter, generell etwas weniger spielen können. Ich glaube, dass dieses Lied live um Längen wachsen wird. Anfangs hielt ich den Song für eher schwach, aber das hat sich jetzt ziemlich geändert.

Enigma Machine entschädigt aber gleich wieder. Keyboard Intro, bratzende Gitarren, halsbrecherische Schlagzeugfills, blitzschnelle Unisonoläufe, danach Geriffe, bevor ein Drummfill ins Hauptthema einleitet. Weitere Themen werden vorgestellt und abgewandelt, bereits gehörte wiederholt und variiert. Dann, ohne Pause, Soli, Soli, Soli- dieses Lied bewegt sich die ganze Zeit auf 180. Außerdem hört man mal wieder richtig viel von Myung. Und dann: Dream Theater bauen eine Hommage an sich selbst ein? Der ruhigere Teil klingt verdächtig nach The Count Of Tuscany (Enigma Machine 3:37 und der Count 10:17). Danach eine lustige Einlage von Gitarre, Keyboard und Bass und rungs geht’s wieder ins anfängliche Geriffe. Mangini legt eine Art Mini-Drumsolo hin- wenn der diesen Part live nicht als Einstieg für ein längeres Drumsolo benutzt, dann weiß ich auch nicht. Ich meine, ein besseres Sprungbrett gibt es ja wohl nicht (#edit (6.2.13): Sie haben diese Stelle live tatsächlich als Einstieg für das Drums Solo verwendet).

Mich persönlich erinnert Enigma Machine eher an The Ytse Jam oder gar Rushs YYZ (nicht vom harmonischen selbst, sondern als Einheit) als beispielsweise an Erotomania oder The Dance Of Eternity. Es ist straight, es rifft und ist nicht ganz so vertrackt wie die eben genannten. Ein Dance Of Eternity schreibt man nicht zweimal, genauso wenig wie ein Supper’s Ready, ein Heart Of The Sunrise oder ein Starless. Ich finde es trotzdem sehr geil und denke, dass der Song live richtig krachen wird.

Mit The Bigger Picture führen Dream Theater die Linie der Powerballaden weiter (This Is The Life, Wither etc.) und gehen noch einen Schritt weiter. Die Motive und Ideen sind so gut verstrickt und variiert, dass man bei den ersten Hördurchgängen glaubt, man höre bis auf den Refrain bei jedem Teil ein völlig neues Thema. Bereits der Übergang von dem kurzen, ruhigen Pianointerludium zur Strophe ist sehr schön gemacht. Es wird eine Idee bestehend aus Vierteltriolen vorgestellt, und direkt darauf wird sie variiert, indem das Tongeschlecht von Moll zu Dur verändert wird, und als Grundstein für die erste Strophe verwendet. Und wenn wir schon bei der ersten Strophe sind: Die ist richtig traumhaft, nicht zuletzt wegen LaBries tollem Gesang, der hier sehr gut mit Rudess’ Klavier und Petruccis leise kommentierender Gitarre harmoniert. LaBrie verkündet Lebensweisheiten und Hoffnungsschimmer in einer leicht kitschigen, aber für mich immer noch hübschen Wortwahl. Der Refrain ist dann kraftvoll und hymnisch und verwendet Melodien aus der Strophe wieder. Die zweite Strophe ist komplett anders als die erste und hält die Spannung. Nach dem zweiten Refrain kommt ein richtig schönes Solo vom Meister Petrucci. Dieser setzt hier wieder sehr stark auf Melodik und wenig Gefrickel (vgl. Präludium von In The Presence Of Enemies). Kurz nach der 5 Minuten Marke finden wir eine überdeutliche Queen-Reminiszens mit typischer Brian May Gitarre. Die Coda schließlich ist dann für die Ewigkeit geschrieben und wird live für Gänsehaut sorgen. Wieder baut man auf bereits vorgestellte, aber hier variierte Motive auf. The Bigger Picture ist eine fantastische Komposition die, ich wiederhole mich, live um Längen wachsen wird.

Nach einem optimistischeren Song, einem Instrumental und einer Powerballade kommt jetzt ein zweiter Kracher im Sinne von The Enemy Inside. Behind The Veil beginnt mit etwas Keyboardflächengemache und bricht dann in ein ziemlich cooles Riff mit Kicks aus. Auch hier hat man bei den ersten Hördurchgängen das Gefühl, man würde mit jedem Teil ein neues Thema vorgestellt bekommen- was nicht der Fall ist. Der Song ist sehr heavy, bringt aber immer wieder ruhige Stellen, nebst einem hymnischen Halftime-Refrain. Der Soloteil erinnert mich persönlich stark an Yes, die Art wie der 7/8-Takt und die Harmonik eingesetzt wird. Das Keyboardsolo ist für mich eine Reminiszenz an Rick Wakeman. Schließlich kommt man wieder zum Refrain und beendet den Song mit Geriffe. Die letzten beiden Songs sind für mich sehr gute Beispiele, wie man viele Ideen intelligent in kurze Songs packen kann. The Bigger Picture und Behind The Veil folgen dabei einem ähnlichen Gedanken, auch, wenn sie als Song total unterschiedlich sind: sie stellen Themen vor und variieren und wiederholen sie beständig in anderen Zusammenhängen. Dabei bleibt aber ein Strophe-Refrain-Schema bestehen, welches nicht ganz so einfach und leicht durchschaubar ist wie einst bei Wither, aber trotzdem recht konkret ist.

Surrender To Reason beginnt, ähnlich wie The Looking Glass, etwas Rushig, überlegt es sich aber nach kurzer Zeit schon anders. Zurecht wurde dem Song angekreidet, er wisse nicht so ganz, was er eigentlich sein will: Die ersten anderthalb Minuten beinhalten bereits drei völlig verschiedene Teile, was anfänglich vielleicht recht verwirrend ist. Das wirkt erst schlüssiger, wenn man bemerkt, dass alle drei Teile später noch mal aufgegriffen werden. Das Lied bewegt sich irgendwo zwischen Halbballade und Bombastkracher mit ein paar moderat harten Riffs in der Mitte. Eigentlich finde ich das ganz cool, der Song ist von Gedanken und Aufbau einfach etwas anders. Der Refrain ist sehr geil, zwischendurch singt Petruccis Gitarre noch mal sehr schön und die Reprise des Anfangsthemas wird durch megaschnelle Drumfills verfeinert. Sicherlich hätte man aus diesem Thema und dem Song generell noch etwas mehr machen können, indem man die ein oder andere Idee noch weiter ausgebaut oder manches Motiv noch etwas variiert hätte. Ich muss allerdings sagen, dass ich nicht bemerkt hätte, dass es hier um einen Text von John Myung handelt, wenn ich es nicht vorher gewusst hätte. Und so sehr umhauen tut er mich auch nicht. Aber LaBrie singt von „restless angels“ und so was, das ist ja wohl eine weitere Rush-Reminiszens ;)

Trotz der angesprochenen Schwächen gefällt mir Surrender To Reason nicht schlecht. Und wenn am Ende das Anfangsthema noch einmal wiederkehrt und Mangini ein mörderisches Fill dazwischenprügelt, dann packe ich immer mein Luftschlagzeug aus.

Bevor der abschließende Longtrack und Höhepunkt den Hörer wegpusten soll, bietet das Album noch eine Ballade, Along For The Ride. Es handelt sich wieder um eine typische Ballade mit typischem Petrucci Text. Manginis Spiel finde ich hier recht eigenartig, gerade in den Strophen hätte er sich mehr auf Grooves als auf Fills beziehen können. So erscheint mir das, was er spielt, ein wenig spröde, wenig fließend und ein wenig unsensibel für so eine sensible Ballade.. Aber das liegt vielleicht auch dem Drumsound, zu dem ich wie gesagt später noch mal komme. Das Keyboardsolo wurde von Anfang an gebasht, weil es den gleichen Sound hat wie das von Beneath The Surface; es wurde stellenweise nur deswegen als „von sich selbst abgekupfert“ beschrieben. Liebe Dream Theater Fans, könnt ihr eigentlich noch was anderes als nörgeln? Das ist doch scheißegal, ob das der gleiche Sound ist. Tony Banks hatte bei den meisten seiner besten Keyboardsoli einen und den selben Sound! Wie dem auch sei, Along For The Ride ist ein wirklich schönes Liedchen mit einem schönen Refrain, das in den Konzerten wohl den Moment verkörpert, in dem man seine Freundin (die hoffentlich auch Dream Theater liebt) in den Arm nimmt und etwas schwelgt.

Womit wir am Höhepunkt angelangt wären.

Illumination Theory wurde vorgeworfen, es wäre kein zusammenhängender Song, sondern eher 5 einzelne Songs oder eine Ansammlung von guten Ideen. Dem stimme ich nicht so ganz überein, obwohl das Stück sicherlich nicht so geschlossen konzipiert ist wie einst Octavarium oder The Count Of Tuscany; allerdings fand ich A Change Of Seasons zumindest zerfahrener, mit viel mehr Themen die vorgestellt und dann verworfen, ja manchmal sogar abgebrochen wurden. Naja, nehmen wir das Stück mal ein wenig auseinander.

Paradoxe Of The Luminiere Noire beginnt völlig typisch, mit einem Thema, bombastisch, episch hymnisch: okay, das Grundthema, ähnlich wie bei Octavarium (vom Keyboardintro abgesehen). Erste Zwischenbemerkung, dieses Thema erinnert mich extrem stark an Tschaikowskys erstes Klavierkonzert. Ob diese (ich nenne es mal) Anlehnung gewollt ist oder nicht, weiß ich nicht, denn Jordan kennt dieses Klavierkonzert sicherlich. Kurz darauf folgt ein Gitarrenriff, von Petrucci durch Telefon gespielt (Vgl. Endless Sacrifice), das sozusagen ins Präludium einleitet und dessen Grundstein bildet. Es wird vertrackt, jedoch wenig gefrickelt, eher mit Rhythmen und Verschiebungen gespielt. Ein bratzendes Keyboardriff und ein recht langer Drumfill leiten in den nächsten Teil ein, Live, Die. Kill. Dieser erinnert etwas an Stücke wie As I Am oder The Root Of All Evil. Der erste Refrain beinhaltet hier interessanterweise ein paar Taktwechsel, die im zweiten dann gerade gerückt werden. Interessante Idee.

Direkt darauf folgt der erste Soloteil. Der gefällt mir dann auch gleich richtig gut! Hier wird recht DT-untypisch komplett auf barocke Bach-Harmonik und –Melodik gesetzt. Man hört richtig raus, wie bewandert Rudess und co. mit solcher Musik zu sein scheinen: Melodien schlingen sich umeinander, eine Stimme löst die andere ab, etc. – ja, da sind einige Ansätze von typischen Bach-Kompositionsstrategien wiederzufinden. Das bisschen Barock steht dem DT-Sound eigentlich ziemlich gut.

Wie auch immer, das ganze geht auch nur weniger als eine Minute, bevor der Song zu einem Ruhepunkt gelangt. Für einen Moment finden wir uns in „I Get Up, I Get Down“ wieder, dem Ruhepunkt aus Yes’ Meisterwerk Close To The Edge; eben jenem, der eben jenes Werk damals perfekt gemacht hatte. Allerdings ist es nicht so ganz leicht, zu einem der großen Werke der 70er einfach so eine Brücke zu schlagen und heute zum funktionieren zu bringen, was damals bei diesem Werk funktionierte. Deswegen wirkt dieser eingeschobene Ruhepunkt zwar nicht komplett fehl am Platz, er bildet aber dennoch einen kleinen Riss im Fluss von Illumination Theory. Wie dem auch sei, man wird bald entschädigt von der eigentlichen Quintessenz von The Embracing Circle, denn es folgt ein wunderschöner Streicherpart. Erinnert sich irgendjemand an die kurzen Studioclips, die vor der Veröffentlichung bei YouTube auftauchten? Da sagte Jordan Rudess einmal sinngemäß, sein Job wäre (auch), auf Anhieb die traurigste Melodie zu spielen, die er sich vorstellen kann. Das hier scheint sie zu sein, und sie ist wirklich wunderbar.

Direkt im Anschluss finden wir eine Reprise des Anfangsthemas und eine kurze Weiterführung, bevor ein Pink Floyd artiger Soundeffekt in ein aggressives Schlagzeug-Bass-Stakkato einleitet. Hier beginnt der Song für mich ein paar kleine Schwächen aufzuweisen: Das Problem von Illumination Theory ist nämlich nicht, dass es zu zerfahren ist, oder dass der Ruhepunkt einen viel zu großes Loch in den Song reißt – nein, für mich ist einfach das Problem, dass es zu wenig Querverweise auf die anderen Teile gibt, die den Song einheitlicher machen würden, bei denen man merkt, dass man immer noch das selbe Lied hört.

Wie leicht wäre es gewesen, nach der folgenden Strophe („Mothers for their children, [...]“) noch einmal den Live, Die, Kill Refrain („We seek [...]“) abgewandelt einzusetzen? Wie leicht wäre es gewesen, das Tschaikowsky-artige Hauptthema ganz am Ende, vor dem Gongschlag, noch einmal zu spielen? Das hätte den Song vollkommen gemacht.

Natürlich halte ich den Song immer noch für außergewöhnlich, denn rein von der Struktur her ist er auch gut durchdacht. Nur, was Leitmotive, wiederkehrende Hooklines etc. angeht – da schwächelt er ein wenig. Aber im Ernst, in dem Zusammenhang schwächelte auch A Change Of Seasons, da war das einzige wiederkehrende Thema das Gitarrenthema am Anfang und am Ende.

Illumination Theory wird trotzdem standesgemäß und mit großer Geste zu Ende gebracht. Wir hören erst einen sehr geilen Soloteil, bei dem Rudess zeigt, dass er Keith Emerson mag (die Quartarpeggien). Dass er auch Jon Lord cool findet, hat er ja bei dem rockigen Shuffle mit der Schweineorgel schon gezeigt. Eben dieser Teil kehrt jetzt wieder, und natürlich wird heftig darüber soliert und gefrickelt.

Wenn Dream Theater allerdings was drauf haben, dann ist es, zu einem Finale hinzuleiten. Während Petrucci soliert, legt Rudess ein paar Akkorde drunter, die unweigerlich zur Erlösung führen. Und hier finden wir uns in einem großen Finale wieder, einen der Momente, für die ich Dream Theater so liebe. LaBrie verkündet noch ein paar wichtige Lebensweisheiten, bevor Petruccis Gitarre noch einmal richtig schön singt und am Ende in einem hohen Ton triumphiert. Die Harmonieverbindung ist genial und wird am Ende, bei Petruccis Triller, sogar noch mal klassisch angehaucht. Das ist schon großes Kino.

So. Für mich ist dieser Song hier zu Ende, und ich kann nicht nachvollziehen, wie alle dieses Easter Egg als zum Song gehörend bezeichnen können. Dieses ist eigentlich unnötig, aber doch ganz hübsch, es lässt den Hörer noch mal runter kommen. Es hat aber nichts mehr mit Illumination Theory zu tun, sodass dieses nach 19:17 min für mich zu Ende ist. Der Hidden Track passt für mich allerdings sehr gut an das Ende des Albums.

Nach dieser ausführlichen (und doch recht lang geratenen ;) ) Analyse möchte ich gern noch ein paar generelle Worte verlieren.

Die Texte auf DT12 sind etwas anders als die der vorherigen Alben. Auf The Count Of Tuscany oder The Ministry Of Lost Souls wurde erzählt. Speziell auf Systematic Chaos gab es Geistergeschichten. Auf Dramatic Turn wurden die Texte manchmal etwas politisch (Outcry, On The Backs), genau wie sie bei In The Name Of God mal religionskritisch wurden. Auf Dream Theater wird eher philosophiert. John Petrucci findet wirklich schöne Worte um den Songs Gesicht zu verleihen. In diesem Zusammenhang gefällt mir die Closing-Section von The Bigger Picture sehr gut, wo lauter Paradoxons aufgezählt werden. Den Text von Myung finde ich nicht herausragend, sondern unauffällig. Dass das Ganze manchmal den Hang zum Kitsch besitzt ist mir relativ egal; ich bekenne mich schon immer zum Kitsch-Fan.

Der Sound auf Dream Theater ist wirklich sehr gut, auch wenn durch Komprimierung manchmal ein wenig Dynamik verloren geht. Der Gesang ist glasklar, die Sounds aus Rudess’ Keyboard sind geschmackvoll, weil vielseitig und endlich mal wieder etwas retro. Der Bass hätte etwas weniger Mitten vertragen können (vgl. Rush’s Clockwork Angels: so muss ein Bass klingen), aber ich bin froh, Myung überhaupt zu hören. Petruccis Gitarre klingt- was soll ich sagen, SO sollte eine Gitarre im Rock- und Metalbereich klingen..

Das einzige, was gar nicht geht, und ich habs ja schon mehrfach angesprochen, IST DAS SCHLAGZEUG! John, was hast du dir dabei gedacht? Das ist so ziemlich der ekligste, unvorteilhafteste Snaresound, den ich seit Images & Words je gehört habe. In der Tat klingt es fast wie auf I&W: Die Snare hat überhaupt keinen Bauch, ist absolut nicht natürlich, und hat nur Ober- und Untertöne. Bei Bigger Picture spielt Mangini im Solo herrlich Ghostnotes etc., aber es kommt nichts davon rüber, weil jede kleine Berührung des Fells fast so laut ist wie ein Schlag mit voller Wucht. Überhaupt geht jede Dynamik hier verloren, und Mangini spielt dynamisch! SCHADE! Auch mit der Bassdrum bin ich nicht ganz zufrieden, die hat mir zu viel Klick, und zu wenig Bums. Wenn ich Rush’s Vapor Trails (okay schon wieder Rush) anmache und der geile One Little Victory Groove losbrettert- dann weiß ich wie ein Schlagzeug zu klingen hat! Ein Snaresound muss prägnant sein, offen sein und er muss knacken. Hier klingt er wie als würde man mit einem Stift auf ein Kopfkissen hauen.

Umso mehr freue ich mich, die kompositorisch zweifelsohne geilen neuen Songs live zu hören- mit einem anständigen Schlagzeugsound! Und hoffentlich bringen Dream Theater nach der Along For The Ride Tour ein weiteres Live Album raus- mit vielen neuen Songs und einem anständigen Schlagzeugsound!

Auf Dramatic Turn war der Drumsound okay, er war nur etwas zu leise und ihm fehlt etwas der Bums. Aber auf Dream Theater’s selbstbetitelten Album klingt Manginis Schlagzeug, sorry, echt scheiße. Da kann er geil spielen wie er will, und das tut er.
Zumindest klingen die Becken meiner Meinung nach gut. Aber wenn man schon Rush Reminiszenzen in Text und Musik einbaut, wieso dann nicht auch im Sound? Und wieder geht mir One Little Victory durch den Kopf..

Nun gut. Jetzt bin ich meinen Schlagzeugkummer losgeworden.

Trotzdem gefällt mir Dream Theater’s selbstbetitelte. Während A Dramatic Turn Of Events zurück zum Images & Words Sound, geht dieses Album bis auf die False Awakening Suite noch etwas tiefer in die Wurzeln. Daher verurteile ich die Rush Anklänge auch nicht; Dream Theater sind und waren immer Rush Fans und der DT Sound wäre nicht der gleiche ohne diese Einflüsse. Und da Rush Einflüsse auf When Dream & Day Unite auch nicht abzustreiten sind, höre ich auch einige Parallelen zwischen dem ersten und dem letzten Dream Theater Album. Die Songs sind noch kürzer und präziser als auf Dramatic Turn.

Allerdings ist DT12 im Vergleich zu seinem Vorgänger wieder bombastischer, etwas melancholischer, nicht ganz so abgeklärt- und hält für den geneigten Dream Theater Fan mal wieder ein paar wirkliche Perlen bereit. The Looking Glass ist für mich mit der Zeit enorm gewachsen, The Enemy Inside wirkt im Albumkontext extrem gut und das Überwerk Illumination Theory ist trotz einiger Schwächen in der Konzipierung ein großes Stück Musik mit einigen tollen Momenten.

Sicherlich hätte man aus vielen Ansätzen und Ideen noch etwas mehr rausholen können, wenn man sie einfach etwas weiter ausgeführt hätte (Surrender To Reason), sicherlich zerstört der Schlagzeugsound den einen oder anderen Gesamteindruck (Along For The Ride) – aber trotzdem spielen Dream Theater auf ihrem nunmehr ZWÖLFTEN Album immer noch tollen Progressive Metal mit viel Freude und viel Tiefgang. Und wenn wir mal wieder beim Totschlagargument „Zwölftes Album sind“, dann muss ich das auch noch weiter ausführen: Yes’ zwölftes Album war Big Generator, Genesis’ zwölftes Album war ebenfalls ein selbstbetiteltes, aber.. naja, verlieren wir hier mal nix drüber...

Dream Theater hingegen vermögen es aber, 24 Jahre nach der Veröffentlichung ihres Debuts, immer noch nach sich selbst zu klingen.

„ Und daher sind Dream Theater ohne Portnoy nicht uninteressant, und auch nicht viel anders; nein, sie machen immer noch ihr Ding, völlig unbeirrt, und stets gut. Da ist DT12 keine Ausnahme.“
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17 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen geteilter Meinung, 23. September 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Dream Theater (Deluxe Edition) (Audio CD)
Ok, nach mehreren Durchgängen vorweg (hatte die Double-CD schon letzten Donnerstag im Briefkasten), denke auch ich nun eine Rezension veröffentlichen zu können.
Dem voraus gegangen waren bereits der Meinungsaustausch wie Mike Mangini sich nun in DT positioniert hat, welche Trademarks er setzt und wie er die Band nach vorne bringt. Ich selber resümmiere, dass er ohne Frage ein klasse Drummer ist, sein Einfluss auch auf das neue DT-Werk nur sehr begrenzt durchscheint oder gar der Truppe einen ganz neuen Drive gibt. Ganz zu schweigen davon, dass er den genialen Musiker, Drummer, Produzenten, Organsisator, Fanbeauftragten, Unterhaltungsgarant...Portnoy wohl kaum ersetzen kann und will. Das Erbe ist in der Gesamtheit halt ein sehr großes, wofür MM aber nichts kann.
Dafür haben wir nun einen Quasi-Alleinherrscher über Dream Theaters Schalten und Walten, was ich wie weiter unten erwähnt, für nicht unbedingt fruchtbar halte. Dennoch hier meine etwas detaillierte Kritik zum self-titled Album:

- ganze 2/3 des Albums sind mehr oder weniger bekannt bis alte Hüte (die Ouverture ist da noch eine richtig feine Sache, wenn auch vollkommen konzeptlos daherkommend und stark an Symphony X "Paradise Lost" erinnernd); DT bewegen sich auf sicheren, aber ausgetretenen Pfaden auf gewohnt hohem Niveau
- Mangini als Berkley-Dozent ist zweifelsohne ein Profi, aber seine Octobanfills in fast jeden Song finde ich wenig einfallsreich, davon abgesehen ist der Snaredrumsound bescheiden (vergleicht mal die Referenz auf "Train of thought", auf Enigma Mashine gibt er dagegen etwas Gas, aber ich halte den Song für überflüssig da nicht nachhaltig für eine Band, die sowieso für lange Instrumentalpassagen bekannt ist (ich verstehe zwar den Wunsch der Band alte Zeiten wiederbeleben zu wollen, doch gelang ihnen das bisher nur einmal mit dem grandiosen Instrumental "Dance of Eternity" meiner Meinung nach)...achja und der Anfang ist wohl bei Avenged Sevefolds "Nightmare" abgekupfert...ein Schelm wer böses dabei denkt :)
- Rudess Sounds nerven nicht mehr so wie beim Vorgänger (das ewige Wizzardgeplänkel im Saloonstil bleibt moderat), aber manche Sounds erinnern manchmal doch an ein billiges Bontempi-Gerät oder Inspector Gadget
- Myung ist hier etwas grooviger + knurrender unterwegs aber wo bleibt seit Jahrzehnten mal wieder der wirklich große Auftritt (Chapman Stick, Tapping, Kontrapass...was weiß ich) ???; im Gegensatz zu Mike Portnoy hat der Mann musikalisch kaum was um die Ohren und könnte bestimmt auch bessere Texte schreiben, selbst wenn diese von JP Korrektur gelesen werden (müssen)
- JP ist nun der alleinige, kreative-ausführende Kopf der Truppe; ich sehe da eher die Gefahr, dass die Outputs da zu einseitig werden und vermisse neben Chycki ein (externes) Regulativ...dies fand ich z.B. bei "Falling into Infinity" äußerst gewinnbringend, was die Band damals wie heute anders sieht (Achtung Betriebsblindheit!)- stimmlich ist im Song 2-8 nichts großes geschaffen, die Linien wirken entweder weichgespült oder reingebastelt wenn auch sehr gefällig
- ich vermisse schon beim Vorgänger, aber auch schon bei dessen Vorgänger die richtig guten Texte, die man früher von DT kannte und die auch eine Progressive Metalband ausmachen
- das Epos "Illumination Theory" macht dagegen alles richtig, vereint die Stärken, überrascht mit neuen Riffs und einer wiklich neuen Seite von JLB - geile Vocals!
... ich fühle mich an "A Change of Seasons" erinnert
Fazit:
Das Album ist kein schlechtes, aber sicherlich kein Meister- und Konzeptwerk, das mit Scenes From A Memory meiner Meinung nach in vielfacher Hinsicht (nicht nur musikalisch) erschienen ist. Für mich ist DT ohne Mike Portnoy nicht mehr dieselbe Band (die mich auch live seit 1994 als Besucher unterhalten konnte), dennoch bin ich froh, dass es die Mutter des Progressive Metal (nach Watchtower) noch gibt, live schaue ich mir aber mittlerweile lieber andere gute Bands an, die Spaß von der Bühne aus vermitteln und nicht so statisch wie DT daherkommen. Und hier schließt sich der Kreis zu so Persönlichkeiten wie Mike Portnoy.
Wer jemals eines seiner anderen Bands/Projekte/Supports live erleben durfte (und das ist nicht nur seichte Kost), weiß was ich meine. Musik ausschließlich für Musiker ist mir als Zuschauer und Musiker mittlerweile nicht mehr genug, ich will auch unterhalten werden und die Songs müssen mich berühren, einen Charakter entwickeln und in Erinnerung bleiben. Dazu gehört z.B. auch ein starker Chorus in einem runden Song und kein bloßes Stückwerk. Dies ist nämlich der wirklich schwierige Part auch für Musiker, die technisch nichts mehr beweisen müssen. Hier gelingt das DT teilweise besser, aber nur das Schlußepos ist für mich ein großer Knaller. Das verteht selbst der gute James seit Jahren solo besser umzusetzen.
Deshalb freue ich mich z.B. mehr auf die nächste Progressive Nation at Sea und denke über ein DT-Konzert nicht weiter nach.
P.S. Das Album wird selbstverständlich noch öfter gehört um vielleicht das ein oder andere noch zu entdecken ;)Von dem großen Aha-Fund gehe ich aber nicht mehr aus.
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Dream Theater
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