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12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Gitarrenleben, 8. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Last Night on Earth (Audio CD)
Irgendwie ja auch nett, daß Lee Ranaldo in letzter Zeit immer mal wieder als Der-George-Harrison-bei-SONIC-YOUTH bezeichnet wurde. Mehr als Mumpitz für Eingeweihte sind solche Vergleiche ja nicht, aber man kann's mal sagen, und in diesem Fall muß ich zugeben: Stimmt sogar. Viel interessanter ist natürlich die Frage, ob Kim Gordon oder Thurston Moore John Lennon ist, so daß der/die Andere dann wohl oder übel Paul McCartney sein muß. Schwierig. Das kriegt man nicht so richtig beantwortet. Wahrscheinlich Kim Gordon, wäre mein Tipp.
Ringo Starr (Steve Shelley!) jedenfalls spielt auf "Last Night On Earth" mit, wie auch schon auf dem erst letztes Jahr veröffentlichten "Between The Times And The Tides", Ranaldos erstem Solo-Album nach dem, schluchz, grein, SY-Split und seinem bei weitem Zugänglichsten überhaupt; vollgepackt mit wunderbar strömenden UND auf den Punkt kommenden Songs. In der Tradition amerikanischer Rockmusik ABER frisch und modern. "Last Night On Earth" klingt, man hat ja "Between The Times..." noch ganz gut im Ohr (Der generelle Output aller 4 Ex-SY-Mitglieder kann einen schon schwindelig machen), erstmal vertraut und nach Mehr-vom-Selben. Ranaldos Songwriting ist berechenbar (was keine negative Kritik sein soll), aber "Last Night..." ist vor allem eine BAND-Platte und als Solche ausschweifender, im ungünstigsten Fall etwas unfokussierter. Und eine GITARRENPLATTE, verdammt! Na, also sowas. JEDES Album von Lee Ranaldo (inklusive SY-Back-Katalog!) war eine Gitarrenplatte. Lee Ranaldos Leben ist wahrscheinlich ein Gitarrenleben. Aber lang schon habe ich nicht mehr so schön klingende Gitarren auf einer Indierock-Platte gehört. Herrlich warme Sounds und die Arrangements voller fließender Texturen, das Frequenzspektrum eher etwas muffig, was typisch war für die letzten SY-Alben aber auch für Thurston Moores auf ganz andere Art großartiges CHELSEA LIGHT MOVING-Debut. Ich werde sowas immer hören mögen! Und es SIND vor allem die Gitarren, die die Songs machen. Allein das J.-Mascis-affine Eröffnungslick von "Lecce, Leaving" verpaßt dem Song mit der WHO-hymnischen Bridge mindestens genauso viel Signatur wie Ranaldos Gesang, der bei SY immer der Melodischste war.
Überhaupt Melodien: "Last Night On Earth" ist ein planetariumsgroßer Sack voll davon. Irgendwo in der dicken, molligen Suppe mäandert immer eine rum, z.B. unter den relaxt und souverän gesungenen Strophenzeilen des über 9minütigen "The Rising Tide". Und nach dem ersten Chorus geht's gleich rein in eine sorgfältig ausgearbeitete aber nicht totkomponierte Instrumentalpassage mit gleichberechtigten Dialogen aus perlenden Single-Notes. No Lead-/Rhythm-Dialektik here, wäre ja auch noch schöner. Steve Shelley ist der weltbeste Drummer für derlei Architektur, denn er läßt sein Instument wie eine Stimme sprechen. Er ist so viel mehr als nur ein Rhythmusgeber. Er läßt es kochen unter den hochfliegenden Melodiesplittern, bis alles über den Rand läuft, bringt später mit verbreaktem Half-Time-Beat wieder etwas Übersicht ins Geschehen, ist jederzeit totally aware und trommelt, ichweißnichtwie, immer das Richtige. Angesichts des Line-Ups (Singender Gitarrist, Gitarrist, Bassist, Schlagzeuger) und der Überlänge der meisten Stücke liegt die Assoziation schon griffbereit auf dem leise summenden Röhrenverstärker, aber man kann es ja auch mal aussprechen: Lee Ranaldo & The Dust entfalten in solchen Momenten die Macht einer modernen Ausgabe von...richtig, Neil Young & Crazy Horse!
Sagte ich im übrigen, daß Ranaldos Songwriting berechenbar wäre? Ja, sagte ich (self-indulgent Drama-Rhetorik), aber etwas so Lyrisches wie "Key/Hole" hat er noch nie geschrieben. Sein zärtlichster Song bisher, ein ambivalentes Liebeslied, vielleicht auch ein Neuer-Versuch-Lied für 2 Menschen, die alles miteinander durch haben, gescheitert sind aber nicht am Ende. Oder doch? "Let's take our eyes out and complete the conversation", singt Ranaldo. Wenn Worte nicht mehr helfen, müssen andere Methoden her. "Home Chds" scheint das gleiche Thema am Haken zu haben und ist sooo soooothing mit seinem laid-back synkopierten Rhythmus und der über einem gleichbleibenden Grundton sich aufbauenden, quasi geerdeten Akkordfolge... Vielleicht gab/gibt es ja eine Ehekrise im Hause Ranaldo, aber wenn das so ist, dann macht hier ein Mann Musik, der an die Chance glaubt.
Dennoch: "Now we're gonna blow s▲♂◙ up" ist die Schlußzeile des Albums, des letzten Songs, "Blackt Out", elfeinhalb Minuten, ein Jam-Track und vielleicht die einzige Nummer, bei der man sich den Co-Krach eines Kim-Gordon-genervten Thurston Moore wünscht, um die Sache vollends zum Auseinanderfliegen zu bringen. Aber vielleicht geht es darum auch nicht. Vielleicht geht es wirklich nur darum, ein finsteres Tal zu durchwandern und danach einfach weiter zu machen. Noch weiser, gewachsener, abgeklärter aber kein bißchen weniger offen und wach. So oder so, man kann nur hoffen, daß Lee Ranaldo noch viele, viele Alben rausbringen wird.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vollständig ergraut, aber noch voll im Saft, 15. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Last Night on Earth (Audio CD)
Als Ur-Mitglied und zweiter Gitarrist bei Sonic Youth musste sich Lee Ranaldo immer damit zufrieden geben, pro Album zwei bis drei Songs singen zu dürfen, um dann wieder Kim Gorden und Thursten Moore den Vortritt zu lassen. Eigentlich schade angesichts der Tatsache, dass von ihm doch viel mehr in der Kunst der New Yorker Noise- und Indierock-Institution steckte. Seine Ex-Band ist nun seit fast drei Jahren Geschichte und der mittlerweile vollständig ergraute Ranaldo kann sich nun wohl mehr denn je dem Liederschreiben widmen. So ganz traut er es sich dann aber doch nicht, sich fortan als reiner Solo-Künstler verstehen zu wollen, wovon das Band-Kürzel auf seinem zweiten Album „The Dust“ zeugt. Und weil Steve Shelley als sein treu-ergebener Wegbegleiter mitspielt, stecken in “Last Night On Earth” theoretisch sogar 50 % Sonic Youth. „Last Night On Earth“ ist natürlich völlig un-überraschend wieder eine hundertprozentiges Gitarren-Album geworden, in dem gut 30 Jahre Erfahrung, solides Handwerk und nach wie vor die Umtriebigkeit des nicht ruhenden Künstlers steckt. Den erbarmungslosen Sieben-Saiten-Kampf zelebriert Ranaldo auf seinem Alleingang zwar nicht mehr, auf die Gitarre als Mittel zur Klangforschung wird aber noch gerne zurückgegriffen. „Last Night On Earth“ klingt daher auch eher entspannt, ausgeruht und weise. Das Ranaldo solo lieber in seiner Plattenkiste ein paar Jahrzehnte zurückblättert und seine Liebe für 60er Pop- und Psychedelic frönt, darf man ihm lassen. Dafür hat er mit seiner alten Band sich lang genug der Logik und den Strukturen konventioneller Rockmusik entzogen- oder diese bis zum geht-nicht-mehr ausgereizt. Und wenn man seit so langer Zeit (immer noch) als Künstler voll im Saft steht, muss man eh niemanden mehr etwas beweisen. „Last Night On Earth“ ist somit kein Reife- sondern einfach ein Alterswerk. Aber eines, den man sehr gespannt zuhören kann.
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5.0 von 5 Sternen Grandios!, 30. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Last Night on Earth (Audio CD)
Die meisten Sonic Youth Alben hängen mir sehr am Herzen- ich höre sie nicht oft, aber einmal im Jahr kommt mindestens einmal eins in den Player, dann drehe ich zum Beispiel "Diamond Sea" voll auf, und gehe ganz in diesem Klangtornado auf.Es ist wie eine Reinigung oder besser Klangdusche.So ists mit Ranaldos Album auch. ich kanns nicht oft hören,aber wenn,dann hauts mich um!Er ist sich treu geblieben,auch als Solokünstler, und baut klangliche Gemälde,die gleich wieder einstürzen und sich neu erschaffen, immer wieder überraschend, auch nach dem x-ten Hören!A must have!
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen lässig, psychedelisch und melodisch, 8. Oktober 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Last Night On Earth (Amazon Exclusive Version) (MP3-Download)
War schon "Between The Times & The Tides" ein sehr gutes Album, so legt der Ex-Sonic Youth-Gitarrist schon wieder nach.
Wer die späten Sonic Youth mag und insbesondere deren melodische Songs aus "Sonic Nurse" und "Rather Ripped" schätzt, ist hier genau richtig: Toll klingende Gitarren, verschachtelte Songs und zeitlose Melodien.
Selbstverständlich sollte man sich mit dem Album etwas Zeit lassen. Manche Melodien schälen sich erst nach mehrmaligem hören heraus. Im Gegensatz zum letzten Album sind die Songs experimenteller, psychedelischer und ausufernder aber immer noch songorientiert. Yo La Tengo Fans sollten hier mal reinhören.
Das Album legt die Messlatte hoch. Ausfälle gibt es eigentlich keine. Lediglich "Blackt Out" fällt durch seinen nervigen Refrain etwas ab.

Wer die Cembalo-Klänge auf "Late Descent #2" nicht mag, sollte die MP3 Amazon Exclusive Version "Late Descent #2 - solo mix (Bonus Track)" anhören: nur akustische Gitarre und Lee Ranaldos Gesang. Für mich ein echter Ohrwurm und die eindeutig bessere Version des Songs.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geil, 31. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Last Night on Earth (Audio CD)
Wie die Vorgänger Scheibe schöne Musik vom mittlerweile alten Herren und Gefolge. Wem die erste gefallen hat dem sagt auch diese zu . Gute Autofahr Musik.
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