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32 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kurzweilig, spannend, genial
Es ist kein Wunder, dass Yuval Noah Harari, Professor für Geschichte an der Universität Jerusalem, in Israel - und auch auf Youtube - den Status eines Superstars hat. Noch nie habe ich ein so leicht und kurzweilig geschriebenes Buch über die anspruchsvollsten Themen gelesen, die man sich denken kann.
Mit einer Schärfe, die oft an Brutalität...
Vor 11 Monaten von Bert Ehgartner veröffentlicht

versus
3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Gut geschrieben, aber voller Fehler
Gut geschriebene Sachbücher sind ja bedauerlicherweise immer noch recht rar in der deutschen Sprache. So hatte ich mich auf dieses Buch wirklich gefreut, da ihm diesbezüglich doch schon einige Lobeshymnen vorauseilten. Doch leider hielt meine Freude nicht allzu lange an. Nein, nichts gegen den Schreibstil des Herrn Harari: Er schreibt locker und leicht von der...
Vor 10 Monaten von Xirxe veröffentlicht


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32 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kurzweilig, spannend, genial, 9. Oktober 2013
Es ist kein Wunder, dass Yuval Noah Harari, Professor für Geschichte an der Universität Jerusalem, in Israel - und auch auf Youtube - den Status eines Superstars hat. Noch nie habe ich ein so leicht und kurzweilig geschriebenes Buch über die anspruchsvollsten Themen gelesen, die man sich denken kann.
Mit einer Schärfe, die oft an Brutalität grenzt, skizziert er, wie die Menschheit im Schlingerkurs der Zeiten zu dem wurde, was wir eben heute sind. Wie wir die Neandertaler ausgerottet haben, zu unserem Unglück sesshaft wurden und zum Trost Religionen und Ideologien erfunden haben, was bei Harari übrigens auf das Gleiche hinaus läuft.
Gesegnet mit einer universellen Perspektive analysiert er schwerelos die komplexesten Themen und hat eine Lust an provokanten Thesen, dass es eine Freude ist. (Nicht wenige Leser werden das Buch wohl vor Wut an die Wand werfen.)
Am Ende summiert sich ein nie nachlassender Fluss an klugen - ja immer mal regelrecht genialen - Beobachtungen und Schlüssen zum Titel des Buches, der genau das liefert, was er verspricht: Eine kurze Geschichte der Menschheit, wie sie besser, tabuloser und spannender nicht vermittelt werden kann. Grossartig!
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20 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine kurze Geschichte der Menschheit, 10. November 2013
Yuval Noah Harari stellt in seinem Buch "Eine kurze Geschichte der Menschheit" die Entwicklung des Homo sapiens in vier Hauptabschnitten dar, und das auf seine eigene Art und Weise. Es handelt sich dabei um ein Buch, das sich an eine breite Leserschaft wendet. Zudem ist es keine Aneinanderreihung fachlicher Fakten, sondern bietet Raum für seine/andere Interpretationen. Dass er mit Letzterem nicht den Geschmack und die Erwartungen eines Jeden erfüllen wird, ist selbstredend.

Harari schreckt nicht davor zurück, Aussagen zu treffen, die den Leser im ersten Moment verwirren (z.B. der Weizen hätte den Menschen domestiziert oder der Kommunismus ist nicht nur eine Ideologie, sondern auch eine Religion). Im Anschluss bringt er schlüssige Erklärungen, die den Leser zum Nachdenken anregen sollen und ihn nötigen, diese Dinge in einem weitaus größeren Rahmen zu betrachten. (Natürlich hat nicht der Weizen, um bei einem der o.g. Beispiele zu bleiben, den Menschen körperlich gezwungen, fortan in Siedlungen zu leben. Hätte der Mensch aber nicht begonnen, Weizen anzubauen, was zwangsläufig dazu führte, fortan an einem Ort zu verweilen, da er sein Feld ja nicht mitnehmen kann, wäre er wahrscheinlich auch weiterhin nicht sesshaft geworden, weil keine Notwendigkeit bestand.) Wer sich auf solche Denkweisen nicht einlassen möchte, für den ist dieses Buch sicher nicht zu empfehlen. Alle anderen werden sich nicht nur gut unterhalten fühlen, sondern auch allgemein bekannte Dinge aus einem anderen Blickwinkel betrachten. Ob sie schlussendlich diese Sicht der Dinge teilen und übernehmen, ist jedem selbst überlassen.

Yuval Noah Harari spaltet mit seinem Buch "Eine kurze Geschichte der Menschheit" seine Leserschaft. Eines hat Harari jedoch geschafft. Sein Buch wird kontrovers diskutiert und regt zum Nachdenken an.
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27 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Über 17 Stunden auf 2 mp3-CDs, 16. September 2013
Von 
Fuchs Werner Dr (Zug Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Eine kurze Geschichte der Menschheit (MP3 CD)
Wie die Überschrift dieser Rezension bereits signalisiert, geht es in erster Linie um eine Empfehlung der Hörbuchfassung von Yuval Hararis „Eine kurze Geschichte der Menschheit“. Und weil diese Story eben doch etwas länger gedauert hat, umfasst sie in der Buchversion über 500 Seiten.

Wirft man einen Blick auf die zahlreichen Filme, in denen Jürgen Holdorf einem Schauspieler die deutsche Stimme gab, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass man ihn bereits hörte. Als Sprecher von Hörbüchern war er mit allerdings bisher unbekannt. Aber da mich seine Lesung von Hararis Menschheitsgeschichte rundweg überzeugte, werde ich in Zukunft vermehrt darauf achten, in welchen Produktion er mitwirkt.

Einem Sachbuch Leben einzuhauchen, ist eine so anspruchsvolle Aufgabe, dass viele daran scheitern. Jürgen Holdorf hat sie souverän gelöst, weil er ein gutes Gefühl für das richtige Sprechtempo hat, das Wesentliche mit seiner Stimme hörbar macht und auf belehrende Attitüden verzichtet. Wer also keine Lust oder Zeit hat, sich den Inhalt von Hararis Buch lesend anzueignen, kann sich die spannenden Geschichten gekonnt erzählen lassen. Und weil die über 17 Stunden dauernde Lesung auf 2 mp3-CDs gepresst wurde, kann man sich das dauernde Wechseln der Scheiben ersparen.

Der 1976 geborene Yuval Harari ist Professor für Geschichte an der Hebrew University of Jerusalem. In Israel wurde er durch sein Buch und seine Vorlesungen zur Weltgeschichte schnell zu einer Art Popstar im Vermitteln scheinbar langweiliger Informationen. Der lockere Ton und wohl auch sein Erfolg riefen erwartungsgemäß Kritiker auf den Plan, die ihm vorwarfen, er halte es mit den Fakten allzu salopp, verkürze wichtige Zusammenhänge und vermische persönliche Meinungen mit historisch gesichertem Wissen. Auch wenn das in Einzelfällen zutreffen mag, empfehle ich seine Form von Geschichtsunterricht gerne weiter. Denn immerhin schafft es Harari mit seinem Stil, ein großes Publikum für Wissensschätze zu begeistern, die im Schulunterricht eher für langweilige Stunden sorgen.

Was Yuval Harari im ersten Teil über die kognitive Revolution sagt, gehört noch längst nicht zum Allgemeinwissen. So stellt er zum Beispiel verschiedene Theorien zur Entwicklung der menschlichen Sprache vor, überlässt es jedoch dem Leser, welcher er am meisten Glauben schenken soll. Die Überschriften der drei weiteren Teile lauten: Die landwirtschaftliche Revolution – Die Vereinigung der Menschheit – Die wissenschaftliche Revolution. Im Anhang finden sich die Angaben zu den vielen Abbildungen und Karten sowie die Anmerkungen. Was leider fehlt, ist ein Stichwortverzeichnis.

Mein Fazit: Wer sich diese spannende „kurze“ Geschichte der Menschheit vorlesen lassen will, muss gut 17 Stunden investieren. Die verfliegen allerdings schnell, weil Jürgen Holdorf die Aufgabe so bravourös löst, dass keine Langeweile aufkommt. Bei mir hatte dies den Nebeneffekt, dass ich mir das Buch ebenfalls anschaffte. Denn bei spannenden Sachbüchern möchte man nicht dauernd nach den Tracks suchen, bei denen Fragen unbeantwortet blieben.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen über die Entwicklung des Menschen, 17. Mai 2014
Ein sehr interressantes Buch. Es handelt von den Anfängen des Ackerbaus und der Sesshaftigkeit, von den Religionen, der Wissenschaft und der Entwicklung des Kapitalismus. Es ist nicht nur Geschichtsbuch, sondern beinhaltet auch die Fachgebiete Evolutionsbiologie, Philosophie, Religionswisssenschaften, Soziologie und Wirtschaftswissenschaften.

Dabei versteht es der Autor, auf jeder Seite sehr klar und verständlich zu beschreiben. Fachchinesisch und inhaltsleeres Geschwafel wurde vermieden, ein Vorbild für andere Autoren! Der Humor ergibt sich aus dem Inhalt und wirkt nicht aufgesetzt. Die Betrachtungsweise des Autors scheint mir sehr ehrlich, jenseits von Beschönigung oder Angstmacherei. Zu allen Fortschritten der Menschheit zeigt er mögliche Vor- und Nachteile auf. Ich hatte nicht das Gefühl, in eine bestimmte Richtung gelenkt zu werden.

Ausgenommen davon sind einige explosive Themen, diese empfand ich als etwas einseitig und steif. Aufgrund der politischen Korrektheit und Harmonie sollte das wohl so sein. Auch die Sichtweise, dass sich unsere heutige Zeit durch relativ viel Frieden und Kriegsfreiheit auszeichnet, empfand ich als zu seicht. Daß dieser "Frieden" auf den vielen kleinen Stellvertreterkriegen, Handelsembargos, der Macht von Konzernen und Zentralbanken fußt, blieb jedenfalls in dieser thematischen Verbindung unbeachtet.
Eines der letzten Kapitel ist deswegen auch am wichtigsten, in dem es darum geht, ob das Glück der Menschen gestiegen ist. Zuallerletzt geht es um die Zukunft des Menschen. Jedoch gibt es hier nur Spekulationen, die nie eintreten werden. Dennoch:

Nach langer Zeit endlich wieder ein Buch, dass neue Sichtweisen und Verknüpfungen aufzeigt.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine lange Geschichte kurzweilig erzählt, 11. März 2014
Das Buch des 37jährigen Geschichtsprofessors an der Hebrew University of Jerusalem stand in seinem Heimatland rund zwei Jahre auf Platz 1 der Bestsellerliste und wurde inzwischen in zahlreiche Sprachen übersetzt. Was macht diesen Erfolg aus? Und ist er gerechtfertigt? Harari schreibt über ein Thema, das jeden von uns zumindest bis zu einem gewissen Grad interessieren dürfte. Wo kommt der Mensch her? Was sind die wesentlichen Meilensteine in der Entwicklung des homo sapiens? Und welche Zukunft lässt sich daraus für unsere Art prognostizieren? Hararis Werk unterscheidet sich von den epischen Wälzern eines Jared Diamond (etwa Guns, Germs and Steel) durch seine gelungene Verdichtung und seine lebendige Sprache, zwei Merkmale, die das immer noch recht umfangreiche Werk (525 Seiten) gut als Hörbuch konsumierbar machen (17 h). Wohl selten hat jemand in einer so einfachen Sprache über so komplexe Zusammenhänge zu schreiben gewagt. Wagemutig nimmt Harari auch nur ein kleines (aber feines) Literaturverzeichnis auf.
Als vor 150.000 Jahren die ersten homo sapiens in Ostafrika jagten, sich liebten und sich stritten, so unterschied sie bei all diesen Tätigkeiten kaum etwas von den Schimpansen. Wie wurde es möglich, dass die Nachfahren der einen Gruppe eines Tages über den Mond spazieren, Atome spalten, das Klima erwärmen und Roboter bauen würden, während die anderen blieben, was sie sind? Während die Befürworter der Entwicklungsidee (und die grundsätzliche Kritiker dieser Idee) meist nur wenige Jahrhunderte in den Blick nehmen, gleitet Harari in der Vogelperspektive über die Jahrzehntausende. Dabei eröffnet er – wie das Deutschlandradio schön schreibt – „spektakuläre Panoramen, plötzliche Sturzflüge in Details, unkonventionelle Interpretationen“. Was wir vage schon wussten, das illustriert er und macht es lebendig. So wie durch den letzten Satz des folgenden Zitates: „Noch im 19. Jahrhundert waren selbst die besten Ärzte nicht in der Lage, Infektionen zu behandeln und Wundbrand aufzuhalten. In Feldlazaretten amputierten Ärzte aus Furcht vor Infektionen selbst nach kleineren Verletzungen Arme und Beine der Soldaten. Diese Amputationen und andere Operationen (z.B. das Ziehen eines Zahns) wurden natürlich ohne Betäubung ausgeführt. Erst ab Mitte des 19. Jahrhunderts kamen regelmäßig Betäubungsmittel wie Äther, Chloroform und Morphin zum Einsatz. Vor der Entdeckung des Chloroforms mussten vier Soldaten ihren verwundeten Kameraden festhalten, während der Arzt ein verletztes Bein absägte. Am Morgen nach der Schlacht von Waterloo im Jahr 1815 lagen neben dem Feldlazarett Berge von abgesägten Gliedmaßen. Die Sanitätstruppe beschäftigte oft Schreiner und Metzger, weil diese am besten mit Messern und Sägen umgehen konnten.“ (S.327/328).
Die drei großen Revolutionen in der Menschheitsgeschichte – die kognitive, die landwirtschaftliche und die wissenschaftliche – werden bei Harari so lebendig, dass wir fast zwangsläufig anfangen, die Jetztzeit zu überdenken. War früher wirklich alles besser, wie der Volksmund weiß? Würden wir uns wünschen, in einer anderen Epoche zu leben? Und wenn ja, in welcher? Dem Geschichtsunkundigen wird das Buch eine neue Welt eröffnen, dem Geschichtskundigen wird sie den Blick auf die vergangenen Jahrtausende nochmals schärfen können.
Hararis arbeitet allerdings nicht immer ohne Zuspitzung und Vereinfachung. Eine der zentralen Thesen Hararis zur Vor- und Frühgeschichte lautet, dass bis vor rund zehntausend Jahren gleichzeitig mehrere Menschenarten auf diesem Planeten lebten (S. 16). Der heutige Mensch habe eine Zeitlang mit einer Reihe „Brüdern“ parallel gelebt, die dann aber ausstarben oder von ihm ausgerottet wurden. Nun definieren Biologen den Begriff „Art“ u.a. dadurch, dass die Einzelexemplare fortpflanzungsfähige Nachkommen zeugen können, dass jedoch die Fortpflanzung über die Artgrenze hinweg nicht möglich ist. Daraus würde folgen, dass der homo sapiens, der homo neanderthalensis, der homo denisova, der homo soloensis und der homo floresiensis keine Kinder und Enkel in die Welt setzen konnten, wenn sie sich paarten (was ja zumindest anatomisch möglich gewesen sein dürfte). Dies ist aber nicht wissenschaftlich erwiesen. Nach der zuspitzenden Kapiteleinleitung folgt dann bei Harari aber regelmäßig die wissenschaftlich nötige Differenzierung. In diesem Fall (S.28): „Es stellte sich heraus, dass 4 Prozent aller Gene der modernen Menschen in Europa und dem Nahen Osten von Neandertalern stammen. (...) Offenbar waren es keine grundsätzlich verschiedenen Arten, wie zum Beispiel Pferde oder Esel. Aber es handelte sich auch nicht einfach um verschiedene Unterarten derselben Art, wie Doggen oder Cockerspaniel. (...) Zwei Arten, die aus einem gemeinsamen Vorfahren hervorgehen, wie Pferde und Esel, waren irgendwann einmal einfach Varianten, wie Doggen und Cockerspaniel. Im Laufe der Evolution wurden die Unterschiede immer größer, bis die beiden getrennte Wege gingen. Es muss einen Punkt gegeben haben, an dem sich die Arten zwar schon deutlich unterschieden, aber hin und wieder noch zeugungsfähige Nachkommen hervorbringen konnten. Zwei oder drei Genmutationen später wurde die Verbindung dann für immer gekappt. An diesem Punkt müssen sich Sapiens, Neandertaler und Denissower vor etwa 50.000 Jahren befunden haben.“
Ein anderes Prinzip von Hararis Buch ist, Aussagen zu machen, die im ersten Moment verwirrend wirken. Darunter: „Der Weizen domestizierte den Menschen“; „Zu den erfolgreichsten höheren Tiergattungen aus evolutionärer Sicht zählen Hühner, Rinder, Schafe, Hunde und Schweine“; „Firmen wie Peugeot, die Menschenrechte, der Kommunismus, alle Nationalstaaten – dies alles ist nichts als Mythen und Phantasien“; „Imperien waren gut für die Menschheit“; „Wie glücklich oder unglücklich jede/r Einzelne ist, hängt nicht (oder nur sehr kurzfristig) von äußeren Ereignissen ab“. Die Auflösung dieser rätselhaften Thesen wirkt dann aber in fast jedem der genannten Beispiele denkfördernd.
Rein inhaltlich, unabhängig von den oben genannten stilistischen Mustern, ist es faszinierend zu lesen, welche Bedeutung die Sprache für die Menschen hatte, um eine Grenze zum Tierreich zu ziehen. Auch der Aufstieg Europas von einem unbedeutenden Landzipfel zur Weltmacht, die Vernetzung der Welt in den letzten Jahrtausenden durch Geldwährungen, Religionen und Imperien, die Erklärung des Rassismus, und die Entdeckung der Unwissenheit als Voraussetzung für wissenschaftliches Arbeiten – all dies sind schön geschriebene, lesenswerte Passagen und ein Füllhorn interessanter Überlegungen. Bei so viel Lob am Ende auch ein kleiner Kritikpunkt: Ein Personen- sowie ein Sachindex hätten einem solchen Werk zweifellos gut angestanden.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Füllhorn spannender Überlegungen, 23. Februar 2014
Von 
karin1910 - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Yuval Noah Harari gibt hier einen breit angelegten Überblick über die Geschichte des Menschen – von unseren Anfängen als eine zunächst noch relativ unauffällige Affenart in der afrikanischen Savanne bis zum 21. Jahrhundert, wo wir an der Schwelle zu Neuerungen stehen, die das gesamte Wesen unserer Spezies grundlegend verändern könnten.

Er verliert sich dabei nicht in Details, sondern es geht ihm darum, die großen Zusammenhänge und Entwicklungslinien aufzuzeigen, insbesondere hinsichtlich der bedeutenden Revolutionen, die unsere Vergangenheit prägten – etwa der kognitive Sprung nach vorn, welcher die Menschen erst zu dem machte, was sie heute sind, für dessen Ursache es aber eine Reihe verschiedener Theorien gibt, die Entstehung der Landwirtschaft, die auf den ersten Blick ein großartiger Fortschritt zu sein scheint, in Wirklichkeit aber viel Leid für Mensch und Tier verursacht hat oder der Aufschwung der Wissenschaften zu Beginn der Neuzeit, der im Verbund mit der industriellen Revolution zu einer tiefgreifenden Änderung unseres Alltags sowie zur ersten globalen Kultur der Geschichte führte.
Bei all den Ausführungen und Erklärungsansätzen wird immer ein besonderes Augenmerk auf das Innenleben des Menschen gelegt, darauf, welch bedeutende Umwälzungen es oftmals zur Folge hatte, wenn neue Gedanken oder Einstellungen sich in einer Gesellschaft durchsetzten.

Dabei entsteht eine interessante Sichtweise auf viele Fragestellungen und es werden eine Reihe spannender Denkansätze vorgestellt.
Beispielsweise versucht der Autor zu erklären, wie die ursprüngliche Untergliederung in einzelne Stämme mit jeweils einer Hand voll Mitgliedern von Staaten mit Tausenden oder Millionen Untertanen abgelöst werden konnte oder wieso es gerade den Europäern nach dem Jahr 1500 gelang, große Teile der Welt zu kolonialisieren und ihre Lebensweise über den ganzen Erdball zu verbreiten, und vieles andere mehr. Sogar die Frage, wie ein glückliches Leben gelingen kann und ob die Menschen im Lauf der Geschichte tatsächlich, wie manche Fortschrittsgläubigen vermuten, immer glücklicher geworden sind, wird nicht ausgespart.

Manche Aussage, wie etwa dass Menschenrechte und Staaten Fiktionen seien oder dass es sich beim Kapitalismus und beim liberalen Humanismus auch nur um eine Art von Religion handle, wird sicher nicht jeder gerne hören, gerade der Mut zu solchen Überlegungen machte die Lektüre für mich aber so interessant.

Sicherlich sollte man beim Lesen im Hinterkopf behalten, dass viele der hier behandelten Themen kontrovers diskutiert werden und man kann dem Autor bisweilen durchaus den Vorwurf machen, dass er relativ unstrittige Tatsachen und bloße Spekulationen nicht immer sorgfältig voneinander abgrenzt.

Doch dies ist eben ein populärwissenschaftliches Buch, dem es aber jedenfalls hervorragend gelingt, auch komplexere Themen allgemein verständlich aufzubereiten und dessen Lektüre durch den flüssigen und amüsanten Schreibstil zum Vergnügen wird.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kurze Geschichte zum langen Nachdenken, 7. Februar 2014
Von 
Thomas Brasch (München) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Mir unbegreiflich, dass Yuval Noah Harari Menschheitsgeschichte bislang nicht begeistert in den Feuilletons und Literarturkritiken behandelt und gefeiert wurde. Umso erfreulicher zu sehen, dass sie zumindest bei amazon gut bewertet ist und offenbar viele Leser findet.

Besonders beeindruckt haben mich die zahlreichen Aspekte, die diese fast universelle anthropologische Einführung behandelt. Neben der biologisch evolutionären Entwicklung des Homo Sapiens wird auch dessen politische, gesellschaftliche, ökologische, technologische, wirtschaftliche und kulturphilosophische bzw. massenpsychologische Entwicklung erörtert.

Dachte ich noch nach den ersten 50 Seiten nicht viel Neues zu erfahren, durfte ich mich danach ständig eines besseren belehren lassen. Es ist ein Buch, das viele etablierte und auch neuere Weltanschauungen kräftig durchrüttelt. Gleich, ob wir theologische, philosophische und/oder ideologische Weltbilder mit uns tragen, sie alle werden als intersubjektive Fiktionen entlarvt. Das erste, was wir uns eingestehen sollten, ist, dass die Evolution nicht ziel- und zweckgerichtet ist. Der Mensch als derzeit höchster Zwischenstand einer sich ewig weiter verbessernden Evolution ist ein menschliches Wunschbild. Ein Wunschbild, dem wir gerne bereitwillig erliegen, weil es Sinn gebend ist. Die Crux jedoch bei uns Menschen ist, dass wir Ziel- und Sinnsucher sind. „Menschen haben eine Tendenz dazu, teleologische (“zielgerichtete”) Erklärungen kausalen Erklärungen vorzuziehen.“

Doch es wird noch ernüchternder, auch wenn es sehr unterhaltsam formuliert ist. Bis heute wird die darwinistisch Erkenntnis gerne mit der unkorrekten These zusammengefasst, dass letztlich der Stärkere den Schwächeren verdrängt. Wir implizieren damit üblicherweise ein „immer besser, bzw. optimaler Werdendes“ in der Evolution. Nicht zuletzt liegt dieser Einschätzung im Deutschen auch eine missverständliche Übersetzung zugrunde. „Survival of the fittest“ meint nicht „fit“ im Sinne von stark und gesund sondern im Sinne von „anpassungsfähig“.

Letztlich kommt man bei Harari zum leidenschaftslosen Befund, dass sich nicht die individualistischen, die Freiheit liebenden, wilden Spezies in der Evolution durchsetzen, sondern eben die opportunistischsten Spezies am erfolgreichsten überleben und die anderen zunehmend verdrängen. Dies gilt sowohl für die Tier- und Pflanzenwelt als auch für die menschliche Population. Um es konkret und drastisch zu sagen: zu den erfolgreichsten höheren Tiergattungen aus evolutionärer Sicht zählen Hühner, Rinder, Schafe, Hunde und Schweine. Allein 25 Mrd. Hühner schätzt man derzeit gibt es auf der Welt. Zusammengerechnet gibt es derzeit viermal so viele Haus- und Nutztiere auf der Welt wie Wildtiere. Der Preis dafür ist der Verzicht auf Freiheit und Wildheit, ja die Bereitschaft sich nahezu uneingeschränkt zu unterwerfen. Jede Tiergattung, die sich nicht opportunistisch dem Menschen gegenüber erweist, stirbt sukzessive aus oder ist zumindest der Gnade des Homo Sapiens ausgeliefert.

Doch wer nun meint, dass sich dieser tragische Opportunismus auf die Flora und Fauna beschränkt, die sich nun mal der Mensch untertan machen durfte, der muss sich gleichfalls belehren lassen, dass auch die exponentielle Population des Menschen sich im wesentlichem seiner individuellen Neigung zum Opportunismus verdankt. Der vor ca. 10.000 Jahren zunehmend sesshaft werdende Mensch versklavte sich selbst. Er gab Freiheit und eine gesündere Lebensform als Jäger und Sammler zugunsten eines trügerischen Komforts auf. Zwar wuchsen nun die Nahrungsmittel vor Ort, doch die Ernährung wurde einseitiger und dadurch mangelhafter. Er ackerte weit mehr und passte seinen Lebensrhythmus an die ständige Fürsorge seiner Nutzpflanzen und Haustiere an. Er wurde zunehmenden von Seuchen geplagt, die aus der Nähe zu den Haustieren resultierte bei dem der tierische Erreger auf den Menschen übersprang. Der Vorteil der Sesshaftigkeit war ein evolutionärer jedoch nachteilig für das Individuum: nun konnten weit mehr Kinder gezeugt werden und die familiäre Fürsorge trat an die Stelle der individuellen Freiheit. Die ehemals gebrechlichen oder schwachen Kinder und zeugungsfähigen Erwachsenen überlebten nun vermehrt in der Schutzgemeinschaft. Doch dies ging letztlich zu Lasten der materiellen Lebensqualität.

Diese Bereitschaft zur Anpassung durchzieht die gesamte Geschichte der Menschheit bis heute. Sie lässt am Ende des Buches die These zu, dass der Mensch wohl doch nicht primär ein freiheitsliebendes, sich selbstverwirklichendes Individuum ist, sondern weit mehr eine ebenso duldsame, durch stetig gesicherte Futterzufuhr sich massenhaft reproduzierende Spezies wie unsere evolutionär erfolgreichsten Nutztiere.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ganzheitlich, anregend und teils polarisierend, 15. Juni 2014
Ein Buch, das eine Reihe außergewöhnlicher Reflexionen über das Werden des Menschen enthält. So wird Universalgeschichte aus einer neuen Perspektive erzählt. Einige der Thesen sind sehr polarisierend, z. B. die dargelegten Folgen der sog. Landwirtschaftlichen Revolution oder die Ausführungen des Autors zu Religionen bzw. Ideologien, speziell zum liberalen Humanismus. Aber insgesamt handelt es sich hier um eine äußerst anregende Weltgeschichte mit Ausflügen in Psychologie, Biologie und andere Wissenschaften. In Zeiten hoch spezialisierter Teilwissenschaften ist es sehr befriedigend, mal wieder einen Autor zu lesen, der mit seinem ganzheitlichen Ansatz Entwicklungen verschiedenster Wissenschaften miteinander verbindet. Dabei hilft besonders die hier gewählte historische Methode.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine kurze Geschichte der Menschheit, 16. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Herr Harari ist ein Meister seines Fachs und ein unglaublich guter Erzähler.
Seine nüchternen Betrachtungen der Menschheitsgeschichte sind in dieser Form
einmalig.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen anschaulich , klug und anregend, 3. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Sehr empfehlenswert
Eine Lektüre, bei der man nicht mehr aufhören kann
Viele neue erfrischende Gedanken , die mit einem lockeren Stil überbracht werden
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