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13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein wundervoller Film
Wadjda, ungefähr 11 Jahre alt, möchte gerne ein Fahrrad kaufen, um ihren Freund Abdullah im Rennen zu besiegen. Um das Geld zusammen zu bekommen, will sie den Koranwettbewerb an ihrer Schule gewinnen, und verwandelt sich deshalb für einige Zeit zur Überraschung aller in eine Musterschülerin. Ihre Mutter hat währenddessen andere Sorgen, zum...
Vor 13 Monaten von Kassiopeia veröffentlicht

versus
3.0 von 5 Sternen Mutiger Film
Ein sehr mutiger Film, der aber auch nachdenklich macht. Man sieht, daß es Länder auf der Erde gibt, in denen noch viel Arbeit zu leisten ist, bevor man an so etwas wie Gleichberechtigung auch nur denken kann!
Sehr traurig hat mich die Tatsache gemacht, daß es an sich ja schon schlimm genug ist, wenn Frauen von Männern unterdrückt werden...
Vor 1 Tag von Molter veröffentlicht


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13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein wundervoller Film, 13. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Das Mädchen Wadjda (DVD)
Wadjda, ungefähr 11 Jahre alt, möchte gerne ein Fahrrad kaufen, um ihren Freund Abdullah im Rennen zu besiegen. Um das Geld zusammen zu bekommen, will sie den Koranwettbewerb an ihrer Schule gewinnen, und verwandelt sich deshalb für einige Zeit zur Überraschung aller in eine Musterschülerin. Ihre Mutter hat währenddessen andere Sorgen, zum einen den missgelaunten Fahrer, auf den sie angewiesen ist, um zur Arbeit zu kommen, und dass ihr Mann mit dem Gedanken spielt, sich eine zweite Frau zu nehmen, weil sie keine weiteren Kinder - soll heißen, keine Söhne - bekommen kann.

Der Film ist nicht deprimierend (oder zumindest nicht nur) oder im engeren Sinne politisch, hauptsächlich deshalb, weil die Hauptfigur so jung ist - Wadjda will bloß ihr Fahrrad, sie verschwendet nicht allzu viele Gedanken an ihre Zukunft, und Politik berührt sie nur insofern, dass sie Abdullah’s Fahrrad leihen kann, während er für seinen Onkel den Wahlhelfer gibt. Und sie ist einfach unwiderstehlich, wenn sie etwa ihr Fahrrad reserviert, indem sie dem Verkäufer ein Mixtape überreicht “weil wir jetzt Freunde sind - aber das hört auf, wenn du es verkaufst!”. Sobald der Fokus mehr auf ihre Mutter geht, wird es trauriger.

Natürlich ist es interessant, einen Einblick in eine so fremdartige Welt zu bekommen. Aber ganz abgesehen davon ist “Wadjda” auch einfach ein Film mit glaubwürdigen Charakteren und exzellenten Schauspielern (allen voran Waad Mohammed und Reem Abdullah), der sowohl traurig als auch fröhlich ist und auf ruhige, zurückhaltende Art ein ernstes Thema angeht. Ich bin schon lange nicht mehr so beeindruckt aus dem Kino gegangen.
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27 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen I want to ride my bicycle, 13. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Das Mädchen Wadjda (DVD)
(Kinoversion)

Einen Film in einem Land zu drehen, in dem es keine Kinos (und auch keine Theater) gibt, dazu noch mit einer Frau als Regisseurin, die dann auch noch offen die immensen Einschränkungen der Frauen aufgrund der Religion thematisiert, scheint ein äußerst sinnloses Unterfangen zu sein. Und dennoch, die saudi-arabische Regisseurin Haifaa Al-Mansour hat es getan. Sie hat einen kritischen, wahren und sehr berührenden Film über ein Mädchen gedreht, das gerne ein Fahrrad haben möchte. Obwohl sie in Riad, wo sie lebt, nicht Fahrradfahren darf. Man munkelt, dass Al-Mansour ihren Film nur mithilfe eines einflussreichen Prinzen verwirklichen konnte. In einem Land, in dem Kinofilme verboten sind. Und natürlich auch, sie zu drehen. Seit 1975 gibt es in ganz Saudi-Arabien kein einziges Kino mehr. Dafür jetzt aber wieder eine Regisseurin. Auch die einzige in ganz Saudi-Arabien. Der Film ist also weit mehr als "nur" ein Film, er ist eine kleine Sensation.

Wadjda (Waad Mohammed) ist 10 Jahre alt und lebt in Riad mit ihrer Mutter und ihrem meist abwesenden Vater (der ist gerade mit der Suche nach einer Nebenfrau beschäftigt, da Wadjdas Mutter keine weiteren Kinder bekommen kann). Im Kleinen probt das Mädchen fast täglich die Rebellion gegen gängige religiöse und moralische Zwänge. Sie trägt unter der vorgeschriebenen schwarzen Kleidung Turnschuhe, bindet ihren Schleier nur nachlässig oder vergisst ihn ganz und hört gern westliche Popmusik. Und sie möchte gerne ein Fahrrad haben. Ein Unding in der streng islamischen Welt, in der sie lebt. Frauen dürfen weder Radfahren noch ein Rad besitzen. Das hält Wadjda aber nicht von ihrem Plan ab. Nachdem sie mit ihren illegalen Verkäufen von Mixed Tapes und Armbändern auf dem Schulhof aufgeflogen und nur knapp einem Schulverweis entronnen ist, scheint jegliche Hoffnung auf das ersehnte Rad zunichte. Doch dann hört Wadjda von einem Koran-Rezitationswettbewerb an ihrer Schule, der mit 1.000,- Rial (ca. 200,- Euro) Preisgeld dotiert ist. Sie, die sich bislang nur rudimentär mit dem Koran beschäftigt hat, beginnt eifrig zu lernen, damit ihr Traum vom eigenen Fahrrad doch noch wahr werden kann…

Es ist erstaunlich, wie viel positive Stimmung ein Film verbreiten kann, der die Hälfte seiner 97minütigen Laufzeit damit beschäftigt ist, das für Frauen extrem diskriminierende und frauenfeindliche Leben in Saudi-Arabien aufzuzeigen. Vielleicht ist das so, weil Al-Mansour nicht den Fehler macht, mit ihrem Film eine Wertung abzugeben. Sie zeigt einfach nur, wie es für eine Frau bzw. für ein weibliches Kind ist, in diesem Land zu leben. Zahlreiche kleine Details, die wertungsfrei gezeigt werden, machen dem westlichen Zuschauer immer wieder deutlich, wie rückständig und frauenverachtend dieses Land den weiblichen Teil seiner Bevölkerung behandelt. Das fängt bei der Burka an, hört dort aber längst noch nicht auf. Frauen dürfen nicht Auto fahren, sie sind auf von Männern gesteuerte Sammeltaxis angewiesen. Wenn sie ihre Tage haben, darf der Koran nur mit einem Taschentuch angefasst werden. Sie dürfen sich nicht die Nägel lackieren. Radfahren ist auch verboten, da dies die Frauen angeblich unfruchtbar macht. Frauen dürfen nicht laut sprechen und müssen einen öffentlichen Ort verlassen, sobald sie von Männern gesehen werden können. Selbstverständlich dürfen sie nicht mit anderen Männern in einem Raum sein, und essen dürfen sie auch erst, wenn der Mann und seine Freunde fertig sind…die übriggebliebenen Reste. Viele Mädchen in Wadjdas Alter werden bereits von den Eltern verheiratet. Man kann nur immer wieder fassungslos den Kopf schütteln bei so viel Diskriminierung, Ungerechtig-, Unsinnig- und Rückständigkeit.

Doch so schwer erträglich manche dieser Szenen auch sind, gelingt es Al-Mansour dennoch, ihrem Film einen positiven Grundton zu verleihen. Interessiert verfolgt man, wie Wadjda sich durch ihren durch Restriktionen geprägten Alltag kämpft und immer mal wieder versucht, dagegen aufzubegehren und sich nicht alles gefallen zu lassen. Auch das Schicksal der Mutter lässt einen nicht kalt. So modern sie in einigen Bereichen auch sein mag, fügt sie sich doch (zu) oft klaglos in ihr Schicksal. Einen vielversprechenden neuen Job nimmt sie nicht an, da sie dann auch mit Männern zusammenarbeiten würde, was der eifersüchtige Ehemann nie erlauben würde. Obwohl der sich schon nach einer Zweitfrau umsieht, die ihm Söhne gebären soll, wozu seine Frau nicht in der Lage ist. Dennoch gewährt sie ihrem Mädchen kleine Freiheiten oder vergisst einfach, sie auszuschimpfen. Vielleicht hat sie die Hoffnung, dass ihre rebellische Tochter eher für ihre Ziele kämpfen wird als sie es getan hat.

Der Film berührt durch Wadjdas unermüdliches Kämpfen um ihren einen, ganz großen Traum: das grüne Fahrrad, das sie bei einem Händler in der Stadt gesehen hat und das 875,- Rial (175,- Euro) kostet. Das ist der Grund für ihr plötzliches eifriges Lernen der Koranverse, nicht, wie die Lehrerin vermutet, Wadjdas Wunsch, Gott zu beweisen, wie sehr sie sich bemüht. Wadjda ist herzerfrischend clever und setzt ihren Weg, ohne große Worte darum zu machen, unbeirrt fort. Und so ganz nebenbei schnuppert sie an der Emanzipation: dem gemalten Stammbaum im Wohnzimmer, auf dem nur Männer stehen dürfen, fügt sie per handgeschriebenem Zettel ihren Namen hinzu. Und mithilfe ihres Freundes Abdullah lernt sie auf dem Dach ihres Hauses heimlich Radfahren.
Die Schauspieler treten hier größtenteils in ihrer ersten Rolle auf, doch sie alle machen ihre Sache ganz hervorragend. Besonders den Kindern ist dies hoch anzurechnen, sie spielen wunderbar unbefangen und natürlich, allen voran die verschmitzte Waad Mohammed als Wadjda. Bei den Erwachsenen sind besonders die Darstellungen von Ahd als Schuldirektorin und Reem Abdullah als Wadjdas Mutter hervorzuheben. Man wünscht ihnen, dass es in ihrem Land bald mehr Jobs für sie geben mag.

"Das Mädchen Wadjda" ist ein wichtiger und ein schöner Film. Er führt uns sehr objektiv in eine Welt, die für uns nicht vorstellbar wäre, zeigt aber auch, wie man die ein oder andere völlig unsinnige oder verachtenswerte Regel umgehen kann. Und er zeigt vor allem, dass man niemals aufgeben und seine Träume verwirklichen sollte, koste es, was es wolle. Denn, man staune: das Radfahren soll mittlerweile in Saudi-Arabien erlaubt sein, für Frauen. Vorerst zwar nur in Begleitung eines Mannes, aber immerhin. Sollte "Das Mädchen Wadjda" auch nur ein winziges Stück dazu beigetragen haben, wäre das doch wunderbar. So wie dieser Film. Deshalb gerne vier von fünf Fahrrädern, die einen vielleicht in eine etwas freiere Welt fahren lassen.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine Geschichte die Empathie weckt, 12. September 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Mädchen Wadjda (DVD)
Absolut anerkennenswert, dass die saudische Filmregisseurin Haifa Al-Mansur es als Erste geschafft hat auf saudischem Boden einen Kinofilm zu drehen. Meine Frau und ich haben uns den Film am Wochenende angesehen und wurden positiv überrascht über die Qualität und den Charme der Geschichte.

Der Film erzählt die Geschichte von Wadjda, ein selbstbewusstes saudisches Mädchen, dass sich ein Fahrrad wünscht. Mansur gelingt es diesem Mädchen Persönlichkeit zu geben und ihr eine Stimme zu verleihen. Obwohl die Geschichte unpolitisch ist, greift sie die Besonderheiten der patriarchischen Gesellschaft in Saudi im 21. Jahrhundert auf und weisst ausdrücklich auf die Sehnsüchte und Ängste der Frauen in ihrer eigenen restriktiven Welt hin.

Für diejenigen, die, wie ich, einige Jahre in Saudi Arabien gelebt haben, und zudem Berührungspunkte mit saudischen Familien hatten, erwecken die Bilder intensive Erinnerungen an das Leben in der Hauptstadt Riyadh. Ein absolutes Muss für alle, die in Saudi nicht nur für "das schnelle Geld" gelebt haben sondern die der Schrei nach Freiheit und gesellschaftlicher Veränderung berührt hat.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Du weißt, dass ich dich heiraten werde?", 16. September 2013
Von 
Martin Ostermann "ostermannm" - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Das Mädchen Wadjda (DVD)
... ruft der Nachbarsjunge Abdullah dem Mädchen Wadjda hinterher. Beide sehen sich fast täglich und Abdullah lässt Wadjda auch mal auf seinem Fahrrad fahren. Für westliche Zuschauer mag die Heiratsankündigung nur nach einem naiven kindlichen Scherz klingen, aber in Saudi-Arabien sind Ehen in der Regel arrangiert und Frauen haben in streng religiösen Kreisen nicht unbedingt ein Mitspracherecht. Das Elternhaus der zwölfjährigen Wadjda ist zwar durchaus von der islamischen Kultur geprägt, insgesamt aber nicht allzu streng. Die Mutter erzieht ihre Tochter mit sanfter Autorität und viel Verständnis: Es gibt Gespräche über Probleme und Vorhaben, es wird zusammen gebetet und gesungen. Wadjda ist gewohnt, ihre Meinung zu sagen und tritt sehr selbstbewusst auf. Ihren Vater sieht sie nur selten, das Verhältnis ist gut, aber durch die häufige Trennung auch distanziert. Was eigentlich im Leben seiner Tochter vorgeht, weiß der Vater nicht. Diese möchte unbedingt ein Fahrrad haben, was in Saudi-Arabien aber insofern problematisch ist, da Fahrradfahren für Frauen und Mädchen als unschicklich gilt. Auch die Lehrerinnen in der Schule - allen voran die strenge Direktorin - achten sehr auf das korrekte Benehmen der Mädchen: Nur verschleiert aus dem Haus gehen, kein lautes Lachen in der Öffentlichkeit und ein anständiges Mädchen zieht sich zurück, wenn Männer sie beobachten können. Das andere Problem des Fahrradwunsches ist ein eher universales: Es fehlt an Geld, insbesondere für das Modell, das als Objekt der Begierde bereits in einem Geschäft unweit von Wadjdas Wohnung von ihr entdeckt - und reserviert wurde. Um doch noch in den Besitz zu gelangen, engagiert sich Wadjda sehr zum Erstaunen der Direktorin, die sie schon mehrfach ermahnen musste, nun in der Religionsgruppe und lernt fleißig für einen Koranwettbewerb. Der Siegerin winkt ein Preisgeld, das für die Bezahlung des Fahrrades mehr als genug ist. Parallel zu dieser Coming-of-Age-Geschichte erfährt der Zuschauer auch einiges über das Leben der Mutter: Für eine Berufstätigkeit in der Stadt ist die Mutter auf einen eher unfreundlichen Fahrer angewiesen und ihr Ehemann spielt mit dem Gedanken eine andere, eine Zweitfrau zu heiraten.

Der erste, komplett in Saudi-Arabien gedrehte Spielfilm der Regisseurin Haifaa Al Mansour verbindet geschickt die Alltagserzählung über die Träume einer Zwölfjährigen mit der Lebenswelt erwachsener arabischer Frauen. Im Kern handelt es sich um eine bekannte Erzählung: Es gilt, einen Wunsch zu erfüllen, dafür wird mit hartem Training auf den Gewinn eines Wettbewerbs hingearbeitet. Dies kennt man vor allem aus sportlichen Zusammenhängen: Beim iranischen Regisseur Majid Majidi sind es ein Paar Turnschuhe als Preis eines Laufwettbewerbs (Kinder des Himmels), im kanadischen Film Saint Ralph ist es eine Marathonveranstaltung, die zur existenziellen Frage wird. Das Grundgerüst des Spannungsaufbaus durch ein klares Ziel mit abschließender, entscheidender Prüfung funktioniert auch bei "Das Mädchen Wadjda". Langfristig beeindruckender als das Bestehen des Wettbewerbs ist aber die gezeichnete Lebenswelt und die unterschiedlichen Frauenfiguren (Mutter, Direktorin, Freundin) in einer von Männern geprägten Gesellschaft.

"Das Mädchen Wadjda" ist eine fesselnde Coming-of-Age-Geschichte in einer für den westlichen Betrachter noch weitgehend fremden Kultur. Es ist eine Emanzipationsgeschichte, die weder anklagt noch verurteilt und dennoch Hindernisse und Probleme klar benennt. Durch die fesselnde und sehr intime Erzählhaltung ist der Betrachter den hervorragend dargestellten Figuren sehr nahe und bleibt noch lange über das Sehen des Film hinaus von der Geschichte fasziniert. Sehr sehenswert!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Lass' den Koran nicht offen liegen, der Teufel könnte reinspucken.", 14. Juni 2014
Von 
Rezension bezieht sich auf: Das Mädchen Wadjda (DVD)
Ein beeindruckender Film, der leise, unaufgeregt und mit einem Augenzwinkern von den Wünschen und Hoffnungen junger Frauen und Mädchen in Saudi-Arabien erzählt. Einem autoritären und dogmatischen Land, in dem Staat und Religion miteinander verbunden sind. In einer unfreien und frauenfeindlichen Gesellschaft, in der einerseits religiöse Sittenwächter über den Anstand der Heranwachsenden wachen, andererseits Männer auf der Straße Mädchen und Frauen sexistische und anzügliche Bemerkungen hinterher rufen.

Der Zuschauer erlebt Handlungen und Abläufe, die teilweise sehr skurril und pittoresk wirken. Dies und die Protagonistin Wajda, die es faustdick hinter den Ohren hat, geben dem Film eine Leichtigkeit und verleihen ihm einen Humor, der verschmitzt und subtil daherkommt.

Ich hatte beim Schauen dieses stillen Meisterwerks meinen Spaß musste oft Lachen. Dieses Lachen ist mir leider unlängst im Halse stecken geblieben; nämlich, als ich auf Spiegel Online das Interview mit Stefan Bauer las, der als Rettungsassistent für den Roten Halbmond in Riad arbeitete (in eben jener Stadt spielt der hier besprochene Film) und dessen Geschichten kaum zu ertragen sind. Hier zeigt sich die dunkle, überhaupt nicht lustige Seite der Unterdrückung saudischer Frauen, denen im Notfall oder bei schwerer Erkrankung keine Hilfe zuteilwird, weil der Ehemann oder die männlichen Familienmitglieder entscheiden, ob ein Sanitäter Hilfe leisten darf oder nicht. "Hör mal, dein Kind stirbt jetzt, wenn wir nichts machen dürfen.“ Traurig, sehr traurig.
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4.0 von 5 Sternen Blick in eine fremde Welt., 9. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Das Mädchen Wadjda (DVD)
Diesen Blick beschert uns die saudische Regisseurin Haifaa al-Mansour mit ihrem Spielfilm -Das Mädchen Wadjda-. Die Geschichte von dem kleinen Mädchen in der saudischen Hauptstadt Riad, die sich nichts sehnlicher wünscht, als ein Fahrrad, ist ein wichtiger Film. Zeigt er uns doch, dass, egal wie unterschiedlich die Erziehung, Kultur und Religion auch sein mag, die meisten Menschen auf der Welt den gleichen Wünschen und Hoffnungen hinterherjagen. Hier und da wirkte -Das Mädchen Wadjda- auf mich ein wenig amateurhaft inszeniert, das ist dann aber auch schon alles, was ich an Kritik zu bieten hätte(die natürlich sehr subjektiv ist). Ansonsten ist dieser Film ein orientalisches Juwel, das einen großen Beitrag zur Verständigung der Kulturen leistet.

Wadjda(Waad Mohammed) ist alles andere als ein pflegeleichtes, kleines Mädchen. In der Koranschule kommt sie nicht mit und auch ansonsten ist die dem westlichen Lebensstil vielleicht doch ein Stück zu nahe. Mit der Rolle der Frau in der saudischen Gesellschaft kommt Wadjda nicht besonders gut zurecht. So bekommt in der Schule Ärger, weil sie ständig in Turnschuhen herumläuft und die Rektorin Frau Hussa(Ahd Kamel) muss Wadjda immer wieder auf gesellschaftlich korrektes Verhalten hinweisen. Wenn Wadjda mit ihrem Freund Abdullah(Abdullrahman Al Gohani) zusammen ist, hat sie nur einen Wunsch: Sie will ein Fahrrad, um mit Abdullah um die Wette zu fahren. Doch 800 Rial, die so ein Rad kostet, hat Wadjda nicht. Zudem ist das Fahrrad fahren von Frauen in Saudi Arabien verpönt. Trotzdem spart Wadjda eisern. Ihre Mutter(Reem Abdullah) tut Wadjdas Wunsch als Hirngespinst ab. Zudem hat sie selbst genug Sorgen. Ihr Mann(Sultan Al Assaf) will eine Zweitfrau heiraten, um endlich einen Sohn zu bekommen. Aber dann ergibt sich die ultimative Chance: Im Koran-Lesewettbewerb der Schule gibt es 1000 Rial zu gewinnen. Die will sich Wadjda auf keinen Fall entgehen lassen...

Ein wirklich schöner Film. Haifaa al-Mansour gewährt uns tiefe Einblicke in das Leben der saudiarabischen Menschen. Vor allem das Leben der Frauen wird aus vielen Blickwinkeln beleuchtet. Für uns sind viele dieser kulturellen Gebote absurd und fremd, der Film zeigt dies jedoch ohne subjektive Bewertung auf. Dabei beschränkt sich Haifa al-Mansour nicht auf die Dinge, die unsere Gesellschaften trennen, sondern zeigt viel mehr unsere Gemeinsamkeiten auf. Wadjdas Streben nach Beachtung und der Erfüllung der eigenen Wünsche ist weltweit universell. Mir hat diese Darstellungsweise sehr gut gefallen. Vor allem das Schauspiel von Waad Mohammed empfand ich als äußerst gelungen. Wer Lust auf einen ruhigen, sinnvollen, lehrreichen Film hat, der kann mit -Das Mädchen Wadjda- nicht viel verkehrt machen.
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4.0 von 5 Sternen Mehr als nur der erste Film einer saudischen Regisseurin, 31. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Das Mädchen Wadjda (DVD)
Das Mädchen Wadja ist mehr als nur der erste Film einer saudischen Regisseurin. Haifaa Al Mansour, die für die Verwirklichung des Films sicherlich einen extremen Blanceakt zwischen eigenen Vorstellungen und kulturellen Hürden in Saudi Arabien hinter sich bringen musste, gibt uns, geschickt verpackt in die Geschichte des Mädchens Wadja, Einblicke in eine Welt, die uns zum einen fremd und streng, zum anderen aber wieder in ihren Grundfacetten nur allzu vertraut und nachvollziehbar erscheint. Das häufig als düster und rückständig wahrgenommene Saudi Arabien wird durch "Das Mädchen Wadja" letztlich zu einem Ort, an dem genau wie überall sonst auf der Welt gelacht, gehofft, geliebt...schlicht: gelebt wird - von Menschen wie Du und ich.
Saudi Arabien beginnt sich zu ändern und wenn sich Wadja am Ende des Films an der großen Straße mit erwartungsvollen, wachen Augen nach links und rechts umblickt, freut man sich mit ihr auf alles was die Zukunft an Gutem für dieses Land und die Menschen, die in ihm leben bringen kann. ds
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5.0 von 5 Sternen Ein sehr wichtiger Film, 23. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Das Mädchen Wadjda [Blu-ray] (Blu-ray)
Diesen Film habe leider viel zu spät entdeckt, den ich aber nun unbedingt weiter empfehlen möchte, denn er spricht ein sehr sensibles und wichtiges Thema an.
Darin geht es um ein 11jähriges Mädchen, das sich in den Kopf gesetzt hat, ein Fahrrad zu kaufen, welches sie in einem Geschäft auf dem Weg zur Schule entdeckt. Dafür lässt sie sich so einiges einfallen, um an das nötige Geld zu kommen, um es sich kaufen zu können. Dabei kommt es zu einigen Konflikten, weil sich die Kleine gegen so manche Konventionen zur Wehr setzt oder diese zu widersprechen beginnt.

Der Hintergrund hierbei ist, dass es Mädchen und Frauen in Saudi-Arabien verboten ist, mit dem Fahrrad und ebenso auch selbst Auto zu fahren, weil ihnen eingetrichtert wird, dass sie sonst nicht mehr schwanger werden können. Das klingt für manche Ohren erst einmal völlig absurd, ist aber traurige Realität und Symbol für die Unterdrückung der Mädchen und Frauen in dem Land. Ebenso haben Mädchen und Frauen keinerlei selbstbestimmende Rechte und haben daher jeweils einen männlichen Vormund. So dürfen sie z.B. ohne dessen schriftliche Erlaubnis auch nicht von allein ausgehen. Desweiteren dürfen sie sich fremden Männern meistens auch nicht zeigen, daher die Vollverschleierung durch traditionelle Gewänder und die Geschlechtertrennung in der Öffentlichkeit.
Das alles wird in dem Film sehr liebevoll und mit viel Witz inszeniert ohne anzuprangern oder Wertvorstellungen zu verteufeln.
Noch eine kleine Sensation für das Land ist, dass der Film der erste in Saudi-Arabien gedrehte Kinofilm überhaupt ist und der Regisseur ebenfalls auch noch eine saudi-arabische Frau ist. Das wiederrum hat die vorwiegend aus Männern bestehende Crew vor unglaubliche Probleme gestellt. Die Außenaufnahmen musste die Regisseurin teilweise aus einem Wohnmobil aus lenken, weil es in Saudi-Arabien undenkbar ist, dass eine Frau auf offener Straße Männer dirigiert. Dass es den Film also so gibt, grenzt schon an ein Wunder.
Ohne die Unterstützung deutscher Produktionsfirmen, der Filmförderung Deutschland und des NDR und des BR, wäre der Film so wohl nie zu Stande gekommen und man kann schon bisschen stolz auf Deutschland sein, dass gerade unser Land es war, dass es doch möglich gemacht werden konnte. In Saudi-Arabien sind nämlich seit 1975 Kinos verboten und somit gibt es auch keinerlei Filmindustrie in dem Land, weswegen eben auch ausländische Hilfe nötig war.
Der Film hat keine Altersbeschränkung, ist also auch für Kinder unbedingt empfehlenswert.
Ein sehr wichtiger Film, besonders für Mädchen und Frauen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Meisterwerk, 2. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Das Mädchen Wadjda (DVD)
Dieser Film ist in jeder Hinsicht ein Meisterwerk. Die Geschichte von Wadjda, die so gern Fahrrad fahren möchte und alles daran setzt, diesen Traum auch zu verwirklichen, ist berührend, durchaus auch witzig und hält einen bis zum Schluss in ihrem Bann. Wadjda ist ein ganz besonderes Mädchen, das man einfach lieb gewinnen muss. Ihr familiärer Hintergrund ist nicht unproblematisch, aber sie lässt sich nicht unterkriegen. Von solchen weiblichen Vorbildern wünscht man sich mehr für die jungen Mädchen von heute.
Dass der Film außerdem viele Einblicke in den Alltag in Saudi-Arabien gewährt und durchweg von sehr guten Schauspielern getragen wird, macht ihn zu einem besonderen Filmerlebnis.
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5.0 von 5 Sternen Einblick und Einsicht, 25. September 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Mädchen Wadjda (DVD)
Ein Film, der einen ungewöhlich berührenden Einblick in das Leben von Menschen und hier vor allem von Kindern im heutigen Irak bietet. Das Mädchen, - sehr stark besetzt mit der jungen Schauspielerin - erlaubt, sich mit den kleinen und doch so wichtigen Fragen des (Kinder-) Lebens zu beschäftigen.
Und wenn der Zuschauer es dann schafft, seine Neugierde auf das Leben im Irak unvoreingenommen zuzulassen, ohne seine (Vor-) Urteilsbrille und voreilige Bewertungsschemen die Oberhand gewinnen zu lassen, dann ist es ein sehr lehrreicher Film.
In der Schulklasse bietet er ewig viel Gesprächsstoff, Anlass zu gesunden, kontroversen Gesprächen
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Das Mädchen Wadjda
Das Mädchen Wadjda von Reem Abdullah (DVD - 2014)
EUR 7,97
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