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am 5. November 2013
Alle Freunde von Henning Mankells Kommissar Kurt Wallander, den er in seinem letzten, die erfolgreiche Reihe abschließenden Roman 2009 in einem Zustand zunehmender Demenz zurückließ, werden sich freuen über dieses kleine Buch, das einen weiteren Fall für Kurt Wallander bereithält. Es spielt im Herbst des Jahres 2002, also etwa ein Jahr nach „Vor dem Frost“, in dem Wallanders Tochter Linda zum ersten Mal als Polizeianwärterin eine Rolle spielt und „Der Feind im Schatten“, als zwischen Januar und Mai 2007 Wallander, schon deutlich von seiner Krankheit behindert, seinen letzten Fall löst.

Immer wieder war, auch von Mankell selbst, die Spekulation genährt worden, es gäbe bald weitere Romane mit Linda Wallander und ihrem Freund Stefan Lindman, doch nun ist ein relativ kurzer, alter Roman erstmals auf Deutsch erschienen, von dem bisher nur wenige Buchfreaks wussten. Das Buch ist vor vielen Jahren geschrieben worden und in Holland gratis verteilt worden, an jeden, der damals in einem „Monat des spannenden Buches“ einen Kriminalroman kaufte. Mit Kenneth Branagh in der Hauptrolle wurde die Handlung für das BBC erfolgreich verfilmt. Nachdem Mankell diesen Film gesehen und gespürt hatte, „dass die Geschichte immer noch Leben hatte“ stimmte er einer neuen Veröffentlichung zu.

Die Handlung des spannenden Buches, das mit vielen kurzen Sätzen und Dialogen arbeitet, und in dem in kurzen, oft versteckten Anmerkungen auf die sich anbahnende Krankheit, die dann etliche Jahre später nicht mehr zu übersehen ist, angespielt wird, sei kurz angerissen.

Es ist Herbst 2002. Wallander lebt noch immer in Ystad. Auch seine Tochter wohnt noch im Haus, und es gibt immer wieder Anlass zu Reibereien zwischen einem zunehmend vereinsamenden Vater und einer selbstbewussten Tochter, die ihm unverblümt sagt, er brauche eine Frau und solle mal wieder vögeln. Kurt Wallander träumt schon davon, nicht mehr allein zu sein und er träumt auch von einem Haus auf dem Land, lange schon. Als sein langjähriger Kollege Martinsson ihm das Haus eines verstorbenen Verwandten von ihm anbietet, rafft sich Wallander auf und besichtigt es. Es sagt ihm durchaus zu, doch als er im Garten um das Haus herumgeht, ragt etwas aus der Erde, das ihm auffällt. Es stellt sich heraus, dass es eine skelettierte menschliche Hand ist.

Ein neuer Fall beginnt. Obwohl bald klar ist, das das ganze Skelett, das zu der Hand gehört, schon mehr als 60 Jahre dort gelegen hat, wird der Fall nicht gleich zu den Akten gelegt, sondern Wallander und Martinsson ermitteln. Das ist schwierig, weil viele Zeitzeugen nicht mehr leben. Doch durch das Wühlen in Archiven, bei dem Stefan Lindman eine große Hilfe ist und durch den Kommissar Zufall, aber auch durch Wallanders bekannte Kombinationsgabe und Geduld finden sie immer mehr heraus, bis zu einer ganz überraschenden Lösung…

Das Buch selbst hat man sehr schnell ausgelesen und am Ende hält Mankell eine weitere Überraschung bereit. Meines Wissens so zum ersten Mal erzählt er in einem längeren Nachwort seine Geschichte mit seiner Figur Kurt Wallander: „Wie es anfing, wie es endete und was dazwischen geschah“.

Aufschlussreich auch für die, die vor vielen Jahren alle Bücher der Wallander- Reihe so wie der Rezensent verschlungen haben. Alle diese Bücher sind mit einer kurzen Inhaltsangabe in chronologischer Reihenfolge ganz am Ende des Buches noch einmal aufgeführt. Vielleicht eine Ermutigung zu einer relecture einer erfolgreichen Reihe aus einem historischen Blickwinkel?
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TOP 500 REZENSENTam 31. Dezember 2013
Leider, möchte man sagen, jedoch geht jede Romanreihe einmal zu Ende und Kurt Wallander hatte sich bereits in "Der Feind im Schatten" von seinen Lesern verabschiedet. Die Geschichte zu "Mord im Herbst" existierte seit längerer Zeit und wurde nunmehr veröffentlicht. Sie spielt im Jahr 2002, also vor "Der Feind im Schatten". Auch in diesem Roman geht es um Mord, wenngleich die näheren Umstände am Anfang noch unklar sind.

In der Geschichte rücken längst vergangene Ereignisse in den Fokus. Sie ist nicht spektakulär, aber durchaus lesenswert. Einmal angefangen, legt man das Buch ungern zur Seite. Wer Wallander nicht kennt, sollte zunächst in seine früheren Geschichten einsteigen. Wer Wallander aus früheren Romanen kennt, wird ihn mit all seinen menschlichen Unzulänglichkeiten in diesem Roman wiedererkennen.

Das Buch besteht aus drei Teilen. Neben dem Roman selbst, ist das Nachwort, welches Metainformationen zu Henning Mankell und seiner Romanfigur Kurt Wallander liefert, sehr aufschlussreich. Es ist eine Art persönlicher Abschluss der Romanreihe seitens des Autors: "Deshalb habe ich aufgehört, als es noch Spaß machte." Der letzte Teil des Buches enthält kurze Einführungen zu allen Wallander-Romanen.
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am 2. Februar 2014
Kurt Wallander ist auf der Suche nach einem kleinen Häuschen am Wasser. Er fühlt sich in seiner alten Wohnung nicht mehr wohl, auch zehren die Streitereien mit seiner Tochter Linda an seinen Nerven. Sein Kollege Martinsson gibt ihm dem Schlüssel zu einem geerbten Häuschen. Bei dem ersten Auskundschaften des Hauses stolpert Kurt im Garten über etwas und entdeckt eine abgetrennte skelettierte Hand. Die gefundene Frauenleiche befindet sich schon seit 60 Jahren dort. Kurt und Martinsson fangen an zu ermitteln und kommen einem Geheimnis auf die Spur...

Gleich bei den ersten Worten war ich von der Geschichte gefesselt. Henning Mankell hat mich mit seinen bekannt einfühlsamen Worten und seinem genialem Schreibstil in den bann gezogen und ich habe erst nach dem letzen Buchstaben das Buch wieder aus der Hand gelegt. Durch kurze und knappe Sätze hält der Autor die Spannung die ganze Zeit aufrecht. Er schafft eine gute Verbindung zwischen der Geschichte und der privaten Person Kurt Wallander.

Dieser Krimi ist zeitlich zwischen "Vor dem Frost" und "Der Feind im Schatten" angesiedelt. Ich habe die Fälle von Kurt Wallander in chronologischer Reihenfolge gelesen und freue mich, dass ich mir den letzten Fall noch aufgehoben hatte. "Mord im Herbst" hat mir so gut gefallen, dass ich nun auch endlich "Der Feind im Schatten" lesen muss. :-)
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TOP 1000 REZENSENTam 29. Dezember 2013
Zu meiner Freude gab es 2013 nun doch noch einen "neuen Wallander", dessen Lektüre ich mir mit großem Genuss zu Gemüte führte. Zwar schrieb Henning Mankell diesen Kriminalfall um Kurt Wallander bereits 2004, meiner Lesefreude tat dies dennoch keinen Abbruch.

Auf der Suche nach einem eigenen Haus stolpert der müde, ausgelaugte Kurt Wallander bei einer Besichtigung im Garten des Grundstücks über eine vermeintliche Wurzel, die sich rasch als skelettierte Hand herausstellt. Das sofort hinzugezogene Einsatzteam legt ein weibliches Skelett frei, und kurz danach entdecken die Ermittler weitere grauenvolle Details...

Im gewohnt flüssigen und mir im Laufe der Wallander-Reihe lieb gewordenen Schreibstil berichtet der Autor über die Ermittlungsarbeiten des bekannten Kommissars, der diesmal auch seine Tochter Linda, ebenfalls Polizistin, zu Rate zieht. Ein interessanter Kriminalfall wird in diesem schmalen Band von Kurt Wallander gelöst, und ich hatte das große Vergnügen, ihm dabei über seine Schultern zu sehen.
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am 17. November 2013
Ein wenig erstaunt habe ich gesehen, dass ein weiterer Wallander-Krimi erscheint, da doch ein für allemal klar war, dass es keine weiteren geben wird. Es handelt sich dabei jedoch um einen Kurzkrimi, der zeitlich in den Jahren vor dem letzten grossen Roman "Der Feind im Schatten" spielt.

Man kann diese kurze Episode eigentlich nicht mit den anderen Wallander-Romanen vergleichen, schon nicht wegen dessen Länge bzw. Kürze. Ich kann mir vorstellen, dass jemand der die Serie nicht kennt, keinen Zugang zu diesem Krimi hat und er sehr banal und wenig gesellschaftskritisch und tiefgründig erscheint. Wer den Kriminalbeamten Kurt Wallander die ganzen Jahre mit begleitet hat, findet vielleicht auch in diesem Buch ein paar interessante Lesemomente.

Mir persönlich hat die Geschichte gut gefallen, aber eben vergleichen lässt sich dieser Roman nicht mit den "alten" Wallander-Krimis. Dafür erfährt der Leser am Ende, wie es zu der Wallander-Serie kam, wie es weiterging und wann es endete. Der Autor gibt interessante Einblicke in seine Arbeit.
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Mit seinen rund 121 Seiten ist "Mord im Herbst" eine eher kurze Geschichte. Nachdem sie bereits 2004 im Rahmen einer Buchaktion zur Leseförderung in den Niederlanden erschien, kam sie nun fast 10 Jahre und eine BBC – Verfilmung später, auch auf den deutschen Buchmarkt.

Die Handlung von "Mord im Herbst" spielt in der Zeit von Ende Oktober 2002 bis Dezember 2002. Damit liegt sie zwischen "Vor dem Frost" und Mankells letztem Wallander Roman "Der Feind im Schatten". Die Geschichte handelt davon, dass sich Wallander auf der Suche nach einem kleinen bezahlbaren Haus, eine Immobilie anschaut, welche sein Kollege Martinsson im Auftrag des Onkels seiner Frau verkaufen soll. Wallander gefällt das Haus. Es besitzt eine gute Lage, ist schön geschnitten, hat einen großen Garten und wäre bezahlbar. Doch die Begeisterung wird getrübt, als Wallander im Garten die Knochen einer Hand findet. Sie gehört zu dem Skelett eines Menschen, welcher vor längerer Zeit ermordet wurde. Wallander und sein Team machen sich auf die Suche nach dem Täter.

Bei "Mord im Herbst" handelt es sich um einen eher leichten Krimi als um einen spannungsgeladenen Thriller. Die Handlung ist wenig ausgebaut und beschränkt sich weitestgehend auf das Wesentliche. Wobei dies keinesfalls als negativ zu sehen ist. Ich empfand es als angenehm, das Buch zu lesen. Es ist sehr ruhig, ohne viel Action und kommt schnell zum Punkt. Die Auflösung des Falles war nicht alltäglich. Insgesamt ein kurzweiliges, aber gut unterhaltendes Leseerlebnis.
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VINE-PRODUKTTESTERam 8. Dezember 2013
Na sowas, ein 'neuer' Wallander? Was für eine schöne Überraschung, mit der ich gar nicht mehr gerechnet hatte, denn Mankell gab sich bedeckt, wann und ob überhaupt die Reihe um Kurt oder/und Linda Wallander fortgesetzt werden würde, dem deutschen Publikum wurde hier jedoch gegenüber stets verschwiegen, dass niederländische Leser bereits vor Jahren in den Genuss eines kleinen Romans kamen, der als kostenfreie Zugabe verteilt und tatsächlich bis dahin nicht einmal in Schweden selbst veröffentlicht wurde. Nun liegt uns also dieser kurze Roman vor, der im Jahr 2002 spielt und am ehesten als 'Zwischenepisode' bezeichnet werden kann aufgrund der nur etwa 120 Seiten. Und doch finden wir dort alles, was wir an Wallander so mögen:

Einen spannenden Kriminalfall, einen mürrischen und in die Jahre gekommenen Protagonisten mit großer Selbstunzufriedenheit und seinen Blick auf durchaus gesellschaftspolitische und -kritische Aspekte des früheren und wohl auch noch heutigen Schwedens, die bei der beschaulichen Seitenanzahl natürlich nicht im Vordergrund stehen.

Das Nachwort Mankells gestattet uns zudem einen Blick hinter die Kulissen und erzählt über die Entstehungsgeschichte der Wallander-Reihe und erklärt darüber hinaus auch, warum es weiter in den Sternen steht, ob wir noch künftig von Linda und/oder Kurt Wallander noch etwas lesen oder vielleicht auch sehen werden, da die Romane zwischenzeitlich ja vielfältig verfilmt wurden.

Der Preis mag in manchen Augen hoch sein, aber im direkten Vergleich etwa zu Murakami's aktueller Kurzgeschichte erhält man hier stattdessen ein durchaus etwas längeres Lesevergnügen mit einem vernünftigen Preis-Leistungsverhältnis. Da auch "Mord im Herbst" bereits verfilmt wurde, sollte man vor dem Kauf einen kleinen Blick in's Buch riskieren oder den Klappentext zu Rate zu ziehen, ob man die Verfilmung vielleicht sogar schon kennt und damit auf die Lektüre verzichten könnte: Ich kannte die Verfilmung noch nicht und war entsprechend hoch erfreut und dankbar für diese kleine Vorweihnachtsüberraschung, die mir einige Stunden kurzweiliges Lesevergnügen ermöglichte.
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VINE-PRODUKTTESTERam 3. März 2014
Dieser (volumenmäßig) kleine, aber feine Roman hat mir sehr gut gefallen. Er erzählt eine in sich geschlossene Geschichte, wie der alternde Kommissar Kurt Wallander bei der Suche nach einem Haus, das er für sich und einen noch anzuschaffenden Hund kaufen möchte, über ein Verbrechen stolpert, das er unbedingt aufzuklären hat, entgegen der Widerstände seiner Vorgesetzten, die meinte, zu wenig Leute zu haben, und übrigens sei das doch längst verjährt....
In seiner bekannten Manier lässt er nicht locker, dreht jeden Stein um bis er endlich die Lösung gefunden hat.
Straff und dadurch sehr spannend erzählt, war dieses Buch für mich eine sehr gute Unterhaltung für einen Sonntag-Nachmittag.
Im Anhang schreibt Henning Mankell dann noch etwas über die Entstehung dieses und einige seiner anderen Bücher, was ich auch hochinteressant fand.
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am 30. Dezember 2013
Fast schon ist es eine Kurzgeschichte. Allerdings ist mir der Protagonist ja schon vorher wohlbekannt gewesen und deshalb ist das Hineintauchen in die Geschichte unbemerkt und reibungslos von statten gegangen. Es ist ein nachdenklicher aber unverhofft leichter Abschied von Kurt Wallander, dem ich es gönne, mit Haus und Hund einen zufriedenen (Un-)Ruhestand zu verbringen. Herrn Mankell danke ich für viele Stunden mit “seinem“ Kommissar Wallander, für Einblicke in unser Zeitgeschehen, für seinen besonderen Blick auf gesellschaftliche Entwicklungen und Veränderungen und das Durchfühlen darum entwickelter, fesselnder Geschichten.
Schon jetzt freue ich mich auf neue Ergebnisse dieser ganz besonderen Erzählkunst.
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am 2. August 2015
Dieser Roman ist wie immer spannend geschrieben. Wenn man alle anderen Romane der Walander-Reihe gelesen hat, erkennt man das Muster aber auch schnell wieder. Und so ist es nicht verwunderlich, dass Kurt Wallander durch seine Eigensinnigkeit letztendlich den Täter fassen kann, sich aber auch in unnötige Gefahr begiebt. Gleichzeitig erlebt man einen Teil der schwedischen Geschichte hautnah mit, den man so vorher vielleicht nicht gekannt hat.
Ich gebe zu, dass diese knisternde Spannung der früheren Bücher (Mörder ohne Gesicht oder Hunde von Riga) nicht so richtig aufkommen möchte. Trotzdem gebe ich dem Buch 5 Sterne, da es spannend geschrieben und absolut empfehlenswert ist.
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